Dienstag, 4. Januar 2011

SING SING - Sing Sing (Klassiker der Woche)

Band: Sing Sing
Album: Sing Sing
Spielzeit: 63:28 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Lexic Records
Veröffentlichung: 1994
Homepage: www.facebook.com/singsingnotforgotten

Große Klassiker der Rockgeschichte werden oft mit viel Glück zu solchen. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort oder einfach nur ein gutes Näschen für die richtigen Kontakte können viel bewirken. Leider haben nicht alle Bands so viel Dusel und der Großteil potentiell großartiger Künstler bleibt für immer für die Masse ungehört und verschwinden schon nach kurzer Zeit endgültig in der Versenkung. Zugegeben, die Mitte der Neunziger war nicht gerade die perfekte Zeit für ein Rockalbum, das in den Achtzigern zu Hause ist und nicht in Genres wie Grunge, Hip Hop oder Dancefloor eingeordnet werden kann. Aber eine Band im mittleren Westen der USA, genauer gesagt in Kansas City, versucht dennoch sein Glück. Eigentlich existieren SING SING schon seit 1990, haben aber die große Ära der Achtziger, die in den letzten Zügen liegt und von einer immer größer werdenden Anzahl an neuen Bands überschwemmt wird, nicht für sich nutzen können.

Sie tingeln jahrelang durch lokale Clubs und werden dadurch zu einer der angesagten Bands des mittleren Westens. Gebracht hat es Johnny Wayne (vocals, guitars), Patrick Mullendore (vocals, keyboards), Bryan Portera (bass) und Aaron Mumma (drums) aber herzlich wenig. Zu einem offiziellen Debütalbum reicht es bis 1994 nicht. In Eigenregie entsteht dann der 13 Songs umfassende Erstling, von Basser Portera produziert und auf dem Kleinstlabel Lexic Records veröffentlicht. Immerhin übernahm Maestro Howie Weinberg das Mastering.

Dass die Jungs großes Potential haben, zeigt schon der Opener „Wheels In Motion“, der gut und gerne als Bikerhymne durchgeht – und das obwohl Keyboarder Mullendore ein gehöriges Scherflein zum Bandsound beiträgt. Harter Rock steht aber ganz oben auf der Agenda von SING SING. Dass sie sich aber gut und gerne im AOR wohlfühlen, zeigen Nummern wie „Can You Move On“, das irgendwo zwischen HONEYMOON SUITE und THE CULT pendelt oder süßliche Balladen der Marke „1000 Times A Day“. Grooviger Hardrock wie bei „Little Boys“ oder melodische Rocker wie die zweite Single „What My Body Needs“ zeigen die Vielseitigkeit des Vierers. Dass sich kein einziger Füller auf die Platte mit einer satten Spielzeit von über einer Stunde geschlichen hat, zeugt ebenfalls davon, dass sich so manch guter Song im Laufe der Jahre angestaut hat.

Da der Release zeitlich komplett deplatziert und zu allem Übel auch noch über ein Label erfolgt, das niemand wirklich wahrnimmt, löst sich die Band schon 1995 auf. „Sing Sing“ bleibt ihr einziger Tonträger. Sammler wird es freuen, Leute, die das gute Stück nicht in der Sammlung haben, eher weniger. Denn der Preis, der teilweise auf Auktionsplattformen aufgerufen wird, ist horrend. Gute Musik sollte gewürdigt werden, wie weit jeder Einzelne preislich gehen möchte, muss er selbst entscheiden. „Sing Sing“ wäre allerdings ein tolles Projekt für diverse Labels, die sich auf Re-Releases spezialisiert haben. Das hat die Platte und auch die Band verdient!

Trackliste:

1. Wheels In Motion
2. Can You Move Me
3. What My Body Needs
4. 1000 Times A Day
5. Hard To Please
6. Don´t Wanna Lose Her
7. Little Boys
8. I´m In Trouble
9. Longevity
10. It´s Too Late
11. Out Of The Blue
12. I´m Coming Home
13. Don´t Control Me

Stefan


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