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Dienstag, 29. März 2016

METAL CHURCH - XI

Band: Metal Church
Album: XI
Spielzeit: 58:24 min.
Stilrichtung: Heavy Metal, Speed Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 25.03.2016
Homepage: www.metalchurchmusic.com

Die römische Elf steht auf dem neuen Album der amerikanischen Metalband METAL CHURCH. Kaum zu glauben, dass die alten Haudegen schon zehn Platten herausgebracht haben. Nach ihrem glorreichen Start mit dem selbstbetitelten Klassiker im Jahre 1984 folgten mit „The Dark“ (1986) und „Blessing In Disguise“ (1989) zwei weitere formstarke Boliden, mit „The Human Factor“ (1991) wurden aber erstmals die internen Risse auch in der Musik der aus Seattle stammenden Formation sichtbar und die Formkurve zeigte steil nach unten. Nach dem 1993er Werk „Hanging In The Balance“ war dann endgültig die Luft raus und man löste sich erstmals auf.

Erst 1999 stand mit „Masterpiece“ ein neues Studioalbum auf dem Plan, die Band sollte aber nie wieder in den Modus der ersten Jahre zurückfinden. Nachdem sich METAL CHURCH 2009 ein weiteres Mal auflösten, rafften sie sich bereits drei Jahre später erneut auf, um 2013 das bis dato letzte Album „Generation Nothing“ zu veröffentlichen. Viele Umbesetzungen und widrige Umstände säumen den Weg von METAL CHURCH, ganz aufgegeben haben sich die Amis nie. Kurt Vanderhoof zieht zwar seit langen Jahren die Strippen nur noch im Hintergrund und nach dem Tod ihres Sängers David Wayne im Jahre 2005 schloss sich ein weiteres Kapitel in der Bandbiographie für alle Ewigkeit, mit der Rückkehr von Sänger Mike Howe könnte allerdings eine neue Zeitrechnung eingeläutet werden, die die Band zurück in die Erfolgsspur bringt.

Das Cover Artwork wurde angelehnt an den 1984er Erstling, dass die Zeit aber nicht stehenbleibt, zeigt schon der Opener „Reset“, der zwar scheinbar alles auf Null setzen soll. Die schnelle Nummer ist aber alles andere als ein gut gewählter Einstieg. Ganz anders tönt Track Nummero zwei: „Killing Your Time“ kracht nach dem schwachen „Reset“ ordentlich ins Gehör und bündelt quasi alle Stärken von METAL CHURCH. Mike Howe klingt fantastisch und auch so läuft die gesamte Maschine gut geölt. Nach dem düsteren „No Tomorrow“, dessen Anfang ein wenig am Mittelteil von METALLICA´s „One“ schnuppert, folgt mit dem überlangen „Signal Path“ ein Meisterstück, das zwar weniger Metal ist als die Stücke zuvor, aber aufgefuchst komponiert und stark instrumentiert ist. Mit „Sky Falls In“ folgt gleich darauf ein weiteres Stück, das es auf über sieben Minuten bringt. METAL CHURCH haben sicher das ein oder andere Mal „The Years Of Decay“ von OVERKILL im Proberaum gehört. Die wuchtigen Drums klingen eins zu eins wie auf dem Meisterwerk ihrer Kollegen. Auch einige Songstrukturen könnten aus der Feder der New Yorker um Bobby Ellwworth stammen. Gleiches gilt für „Needle & Suture“, das noch offensichtlicher im Fahrwasser alter OVERKILL unterwegs ist.

Erst mit „Blow Your Mind“ kommen wieder die typischen Riffs zurück. Das langweilige „Shadows“ oder das zweitklassige „Soul Eating Machine“ sowie das extrem ruhige „It Waits“ können derweil nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich METAL CHURCH hier und da etwas zu weit strecken wollen. „Suffer Fools“ ist dann ein versöhnlicher Abschluss, der endlich wieder etwas besser knallt.

Es ist gut, Mike Howe wieder an Bord zu haben. Vieles auf „XI“ klingt trotz einiger Querverweise an die eigene Vergangenheit aber eher wie eine Neuausrichtung. „XI“ ist ein blitzsauber produziertes, in weiten Teilen toll geschriebenes Metalalbum. An die alten Klassiker kann es dennoch nicht anknüpfen. Und trotzdem ist das elfte Studioalbum in der Geschichte von METAL CHURCH eines ihrer stärksten.

WERTUNG:






Trackliste:

1. Reset
2. Killing Your Time
3. No Tomorrow
4. Signal Path
5. Sky Falls In
6. Needle & Suture
7. Shadow
8. Blow Your Mind
9. Soul Eating Machine
10. It Waits
11. Suffer Fools

Stefan

Montag, 7. Dezember 2015

STEELWING - Reset, Reboot, Redeem

Band: Steelwing
Album: Reset, Reboot, Redeem
Spielzeit: 47:55 min.
Stilrichtung: Speed Metal, Heavy Metal
Plattenfirma: NoiseArt Records
Veröffentlichung: 20.11.2015
Homepage: www.steelwing.se

Das hat aber ganz schön lang gedauert, bis die Schweden STEELWING ihr drittes Album aus dem Hut zaubern. Knapp vier Jahre ist es jetzt her, dass die Herren den Nachfolger zum Überraschungserfolg „Zone Of Aliennation“ (Rezi HIER) präsentieren. Mittlerweile ist die Retro-Szene unbändig gewachsen und hat mit Kapellen wie RAM eine Vielzahl an tollen Newcomern zu bieten. Da können und wollen STEELWING nicht hinten anstehen. Doch schon beim ersten Durchlauf wird klar, dass der Fünfer nicht auf dem Level des letzten Werks stehen geblieben ist. Das Cover erinnert irgendwie an alte Hörspiel-Serien der Marke Gabriel Burns und der Sound, ja der Sound…hier hat sich die Band nebst Produzent Fred Estby sicher zu viele alte Demos aus den frühen Achtzigern angehört. Er ist schlicht und ergreifend dünn und zuweilen seelenlos.

Dabei starten STEELWING nach dem Intro „Carbon Waste Lifeforms“ mit dem Titeltrack durchaus formidabel in ihre neue Platte. Mit urwüchsiger Kraft, den gewohnten Twin-Gitarren und jeder Menge Speed steigen die Schweden ein. Das kann sich hören lassen. Zugleich setzt dieser Song aber auch das dickste Ausrufezeichen der gesamten Scheibe. Ungewohnt progressiv gehen die Schweden bei „Ozymandias“ zu Werke. Dass das speziell am Anfang schwerer verdaulich ist, wie das alte Material von STEELWING, dürfte glasklar sein. Das Problem aber ist, dass sich die Nummer nicht weiterentwickelt. Das schrullige, in ihrer Muttersprache dargebotene „Och världen gav vika“ hat wieder etwas mehr Feuer unterm Hintern.

So richtig in Wallung kommt der Schwedenfünfer bei den noch ausstehenden fünf Songs nicht mehr. „Architects Of Destruction“ ist zu verkopft, „Like Shadows, Like Ghosts“ gar der schlechteste Song aus der STEELWING-Schmiede und „We Are All Left Here To Die“ ein nur mäßig spannendes Speed-Gewitter. Lediglich das überlange „Hardwired“ kann mit seinen Irrungen und Windungen Aufmerksamkeit erregen.

Eine Neuausrichtung ist immer mit gewissen Risiken verbunden. So weit würde ich bei STEELWING auch gar nicht gehen, sie nehmen lediglich neue Komponenten in ihren Sound auf. Dass das nur teilweise gelingt, ist ein Schwachpunkt von „Reset, Reboot, Redeem“. Der andere ist der schwachbrüstige Sound. Und so ist die dritte Platte der Hopefuls aus Nyköping nicht das Ei des Kolumbus.

WERTUNG:






Trackliste:

1. Carbon Waste Lifeforms
2. Reset, Reboot, Redeem
3. Ozymandias
4. Och världen gav vika
5. Architects Of Destruction
6. Network
7. Like Shadows, Like Ghosts
8. Hardwired
9. We Are All Left Here To Die

Stefan

Mittwoch, 9. September 2015

MASTERS OF METAL - From Worlds Beyond

Band: Masters of Metal
Album: From Worlds Beyond
Spielzeit: 46:49 min
Stilrichtung: Speed  / Heavy Metal
Plattenfirma: Metalville
Veröffentlichung: 21.08.2015

Der Chorus "Masters of Metal - Agents of Steel" dürfte jedem Speed Metal Maniac geläufig sein, stammt er doch aus einer der stärksten Speed Metal Hymnen überhaupt: AGNET STEEL mit "Agents of Steel". Und was machen die Jungs, wenn sie neue Ideen umsetzen wollen ohne die pausierte Hauptband zu reaktivieren? Genau, sie nennen sich MASTERS OF METAL und veröffentlichen nach einer Single (2011) und einer EP (2013) nun endlich das heiß erwartetet Debüt "From Worlds Beyond". Durch eine Hirnverletzung von Sänger und Gitarrist Bernie Versaille (u.a. REDEMPTION, ex-FATES WARNING) und anschließendem Koma wurde der Release verschoben, Bernie kämpfte sich aber zurück ins Leben und ist wieder voll auf dem Damm.

Nun können er und seine Mitstreiter Gitarrist Juan Garcia (u.a. KILLING MACHINE, ABATTOIR, BODY COUNT), Bassist Robert Cardenas Bass (u.a. POSSESSED, MALICE, COFFIN TEXTS) und Schlagzeuger Rigo Amezcua also richtig durchstarten. Entsprechend flott bricht sich der Opener "Supremacy" seinen Weg aus den Boxen und zeigt, dass die Jungs nichts verlernt haben! "World Left In Cinders" nimmt ein klein wenig Dampf vom Kessel und bietet traditionelle US-Metal Kost mit hohem Headbang-Faktor. Das bereits 2011 als Single veröffentlichte "Tomb Of Ra" überzeugt mit einem fast schon thrashigen Riffing und einem sehr eingängigen melodischen Refrain. Beim abschließenden "Vengeance & Might" gibt es noch ein besonderes Schmankerl für alle Speed Metal Maniacs, übernimmt hier doch James Rivera (HELSTAR, ex-VICIOUS RUMORS) die Vocals.

Wären da nicht ein paar schwächere Nummern wie "Third Eye" oder "Eclipse", hätten die Jungs eine noch bessere Wertung abstauben können. Doch auch so ist "From Worlds Beyond" ein gelungener Erstling geworden mit dem man sich auch gegen die aktuelle Welle an bockstarken jungen Speed Metal Kapellen behaupten kann.

WERTUNG:




Trackliste:

01. Supremacy
02. World Left In Cinders
03. Third Eye
04. Tomb Of Ra
05. Eclipse
06. The Mindless
07. M.K. Ultra
08. Into The Vortex
09. Doors Beyond Our Galaxy
10. Evolution Of Being
11. Vengeance & Might (feat. James Rivera)

Chris

Freitag, 3. Juli 2015

BLIZZARD HUNTER - Heavy Metal To The Vein

Band: Blizzard Hunter
Album: Heavy Metal To The Vein
Spielzeit: 49:08 min
Stilrichtung: Heavy / Speed Metal
Plattenfirma: Pure Underground Records
Veröffentlichung: 19.06.2015
Homepage: www.facebook.com/BlizzardHunter

Heavy/Speed Metal aus Peru? Da klingelt was? Richtig, COBRA haben zuletzt mit ihrem Album "To Hell", einer Europa-Tour und ihrem Auftritt beim Keep it True für Furore gesorgt. Und Peru legt nach, BLIZZARD HUNTER nennst sich der neue Exportschlager. Gegründet wurde die Band 2006 als BLIZZARD bis der heutige Bandname 2014 den Vorzug erhielt. Bisher gab es ein Demo (2011), die EP "Conqueror of Destiny" (2014) und die digitale Single "Heavy Metal To The Vein" in diesem Jahr. Der Titel würde dann auch gleich für das Debüt hergenommen.

Nach einem instrumentalen Intro legt "I'm On My Way" dann gleich mit ordentlich Dampf auf dem Kessel los. Sebastian “Dragon” Palma hat ein traditionelles Heavy/Speed Metal Organ, überlädt die Songs nicht mit seinen Screams sondern setzt diese treffsicher an den richtigen Stellen ein. Gefällt! Der folgende Titeltrack entwickelt sich bereits nach wenigen Durchläufen zum Ohrwurm allererster Güte. Man spürt, der Name ist nicht einfach nur ein werbewirksamer Spruch, sondern wird von der Band bei jeder Note gelebt. Bodenständig, ehrlich und viel Hingabe, das macht den Reiz von BLIZZARD HUNTER aus. Sie erfinden weder das Rad neu, noch hebt sich der Erstling von den vielen jungen Wilden ab, die derzeit dem klassischen Metal neues Leben einhauchen. Allerdings müssen sich BLIZZARD HUNTER auch vor niemanden verstecken und reihen sich vom Start weg bei Bands wie STALLION, SKULL FIST oder ENFORCER ein. Krachende Nackenbrecher, flotte Rocker mit eingängigen Refrains, alles dabei was man bei dieser Spielart des Metal erwartet.

"Heavy Metal To The Vein" kann sich sehen lassen und dürfte jeden Headbanger mit einem Hang zur alten Schule voll auf seine Kosten kommen lassen. Peru, weiter so!

WERTUNG:






Trackliste:

01. Conqueror Of Destiny
02. I'm On My Way
03. Heavy Metal To The Vein
04. Heart Of Fire (Vampire Hunter's Song)
05. Nemesis (Feel My Strength)
06. Ghost Rider
07. The Murder
08. My Revenge
09. The Joke
10. The Final Judgment

Chris

Mittwoch, 22. April 2015

BLIZZEN - Time Machine

Band: Blizzen
Album: Time Machine
Spielzeit: 23:21 min
Stilrichtung: Heavy / Speed Metal
Plattenfirma: High Roller Records
Veröffentlichung: 17.04.2015
Homepage: www.facebook.com/BlizzenOfficial

Der traditionelle Heavy Metal boomt. Quer über die Welt erblicken junge Bands voller Kreativität und Ideen das Licht der Welt um ihren Idolen aus den 80ern nachzueifern. Auch in Deutschland sind Bands wie ATTIC oder STALLION auf dem Vormarsch. Die nächste vielversprechende Truppe kommt aus Weilburg in Hessen. BLIZZEN, das sind Andi Heindl (Gitarre), Marvin Kiefer (Gitarre), Daniel Stecki (Gesang und Bass) und Gereon Nicolay (Schlagzeug). Nach einer Demo in 2014 erscheint nun via High Roller Records die 5-Track EP "Time Machine".

Und eine Zeitreise ist die Scheibe geworden, in die Anfangstage des NWOBHM und des Speed Metal. Eingängige Refrains, großartige Melodien, an IRON MAIDEN erinnernde Gitarrenarbeit und genug Spielfreude und Eigenständigkeit um sich aus der Masse der Retro-Metalbands abzuheben. Der Opener "Strike the Hammer" ist die geborene Livenummer, "Pile on the Pressure" ist ein flotter Headbanger. Der Titeltrack ist mein persönliches Highlight, der Song ist einfach 100% Heavy Metal. Das abschließende "Gone Wild" macht seinem Namen alle Ehre und rundet die EP mit treibendem Drumming und messerscharfen Riffs wunderbar ab.

Ihr bekommt von STALLION, ENFORCER, SKULL FIST oder WHITE WIZZARD nicht genug? Dann seid ihr bei BLIZZEN genau richtig, qualitativ steht man den Bands in nichts nach! Und wenn die Jungs dieses Niveau auf Albumlänge halten können, woran ich nach "Time Machine" eigentlich keinen Zweifel habe, dann erwartet uns hier der nächste Kracher aus heimischen Gefilden.

WERTUNG: 






Trackliste:

01. Strike the Hammer
02. Pile on the Pressure
03. Peace is for the Weak
04. Time Machine
05. Gone Wild

Chris

Freitag, 13. März 2015

RANGER - Where Evil Dwells

Band: Ranger
Album: Where Evil Dwells
Spielzeit: 38:46 min
Stilrichtung: Speed Metal
Plattenfirma: Spinefarm Records / Caroline
Veröffentlichung: 13.03.15
Homepage: www.facebook.com/rangerheavymetal

Die Finnen von RANGER sind spätestens seit ihrem Auftritt beim Keep it True Festival 2014 auch im hiesigen Underground einer der großen Hoffnungsträger. Nun legen die Jungs ihren ersten Langspieler "Where Evil Dwells" vor. Waren die Vorschusslorbeeren zu viel oder kann der Vierer die Erwartungen erfüllen?

Er kann! Bereits der Opener "Defcon 1" gibt die Marschrichtung vor. Speed Metal. Oldschool. Keine Kompromisse. Treibendes Schlagzeug, messerschaffe Riffs, rasende Soli. Dazu die spitzen Screams von Sänger Dimi Pontiac, immer wieder unterstützt von markigen Gangshouts. Anhängern von EXCITER, (alten) AGENT STEEL & Co. wird das Herz aufgehen. So geht es weiter, Schlag auf Schlag. Schnell wird klar hier sind nicht nur Überzeugungstäter, sondern auch sehr talentierte Musiker am Werke. Besonders die Gitarrenarbeit ist große Klasse. RANGER haben Dampf auf dem Kessel und ziehen die Sache über die Knapp 40 Minuten unbeirrt durch. Selbst der zehnminütige Titeltrack tritt nach einem längeren Einstieg das Gaspedal konsequent durch. Das absolute Highlight ist dann der knackig kurze Rausschmeißer "Storm Of Power". Der Name ist Programm, die Geschwindigkeit wird auf Maximum geschraubt. Ein absoluter Nackenbrecher!

Die Produktion ist organisch und ein klein wenig roher als heute üblich, die perfekte Verpackung für eine Speed Metal Abrissbirne wie "Where Evil Dwells".

Das Jahr ist schon jetzt bärenstark, nach den EVIL INVADERS haben wir schon den nächsten Kracher aus der Speed Metal Ecke. RANGER überzeugen voll und ganz, bleibt nur zu hoffen die neuen Songs auch bald live hören zu dürfen.

WERTUNG:






Trackliste:

01. Defcon 1
02. Deadly Feast
03. Phantom Soldier
04. Dead Zone
05. Black Circle (S.Y.L.S.)
06. Where Evil Dwells
07. Storm Of Power

Chris

Montag, 9. März 2015

ENFORCER - From Beyond

Band: Enforcer
Album: From Beyond
Spielzeit: 43:06 min
Stilrichtung: Heavy Metal / Speed Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 27.02.2015
Homepage: www.enforcer.se

Für das 2013er Werk „Death By Fire“ der schwedischen jungen Wilden ENFORCER (Rezi HIER) hat es hier von mir die volle Punktzahl gegeben.  Da steh ich auch heute noch zu, denn die Platte hat nichts von Ihrem Punch eingebüßt. Mit entsprechend hohen Erwartungen sieht sich die Band nun, nicht nur bei mir, konfrontiert und macht das Beste daraus: Auf „From Beyond“ bleibt sich das Quartett treu und geht den auf dem Vorgänger eingeschlagenen Weg konsequent weiter. Für den abermals exquisiten Klang der mit einem superben Artwork ausgestatteten Scheibe sind erneut die beiden Brüder Olof (Gesang / Gitarre) und Jonas Wikstrand (Drums) verantwortlich, die die gesamte Produktion in Eigenregie durchgezogen haben.

Es fällt beim ersten Durchhören auf, dass die Saitenfraktion sich nochmals einen Ticken verbessert hat und die genialen Soli im Dutzend rausfeuert. Die Highlights der Scheibe sind der wahnsinnige Titeltrack, dessen simpler Refrain sich gleich im Gehörgang festbeißt, die gewohnt schnellen Abrissbirnen „Destroyer“, „Undying Evil“ und „The Banshee“ sowie das abschließende „Mask Of Red Death“. So muss eine vertonte Gruselgeschichte klingen. ENFORCER beweisen hier, dass man unheilschwangere Horrorszenarien ist bester Edgar Alan Poe oder E.T.A Hoffmann Tradition heraufbeschwören kann, ohne die übliche King Diamond Keule zu schwingen. Wie auf dem Vorgänger ist auch diesmal wieder die erste Seite des Albums stärke als die zweite Hälfte – vor allem das Instrumental „Hungry They Will Come“ lässt in der Mitte etwas Langatmigkeit aufkommen. Mit „Hell Will Follow” und dem bereits erwähnten Rausschmeißer kriegen die Jungs aber wieder elegant die Kurve.

Es tut mir leid, ihr Air Raids, Steelwings, Lancers und Strikers, aber die Speerspitze der mittlerweile schon deutlich ausgedünnten Schwemme an Retro-Metal Bands sind nach wie vor die Wikstrand Brüder und Ihre Formation ENFORCER. Wenn die Jungs mit „From Beyond” auch nicht das schwindelerregende Niveau des Vorgängers „Death By Fire“ (2013) erreichen können, so ist die neue Scheibe dennoch ein weiterer fetter Pluspunkt in der noch kurzen Vita der Band. Einen bessern Mix aus eingängigen Melodien, gnadenloser Energie, überdurchschnittlichem Handwerk sowie der richtigen Prise Authentizität (und augenzwinkerndem Humor) wird man im Moment nur schwer finden können. Pflichtkauf!

WERTUNG:





Trackliste:

01. Destroyer
02. Undying Evil
03. From Beyond
04. One With Fire
05. Below The Slumber
06. Hungry They Will Come
07. The Banshee
08. Farewell
09. Hell Will Follow
10. Mask Of Red Death

Mario

Freitag, 27. Februar 2015

EVIL INVADERS - Pulses Of Pleasure

Band: Evil Invaders
Album: Pulses Of Pleasure
Spielzeit: 42:07 min
Stilrichtung: Speed Metal
Plattenfirma: Napalm Records
Veröffentlichung: 27.02.2015
Homepage: www.facebook.com/evilinvaders

2013 kam die selbstbetitelte EP einer jungen belgischen Speed Metal Truppe namens EVIL INVADERS auf den Markt und schlug im Underground doch recht hohe Wellen. Zwei Jahre später steht nun das Debütalbum in den Startlöchern.

Der Opener "Fast, Loud 'n' Rude" gibt gleich das Motto für die nächsten 42 Minuten vor. Messerscharfe Riffs, druckvolles Drumming, ein knackiger Bass und die Powervocals von Joe reißen den Hörer in die Mitte der 80er Jahre zurück. Besonders dessen durchdringende Screams sind ein wahrer Genuss. EVIL INVADERS sind Oldschool ohne Ende. Wild, ungestüm und kompromisslos klingt "Pulses Of Pleasure", keine modernen Trends, einfach 100% glaubwürdiger, traditioneller Speed Metal. Gelegentlich verschlägt es die Jungs auch in thrashigere Gefilde ("Eclipse Of The Mind"). Oder man hört die NWOBHM Einflüsse, besonders IRON MAIDEN, deutlich heraus, wie etwa bei "Stairway To Insanity" oder dem grandiosen Rauswerfer "Master of Illusion". Weitere Einflüsse sind die Speed Metal Größen der 80er: EXCITER, AGENT STEEL und natürlich RAZOR. EVIL INVADERS schaffen es aber mit ihrer ehrlichen und unbekümmerten Art eigenständig zu klingen und reihen sich nahtlos bei den derzeit vielen hochwertigen Speed Metal Truppenwie ENFORCER, STALLION oder RANGER ein. Mein persönlicher Favorit ist "Shot To Paradise", die Gitarren, einfach nur zum niederknien.

EVIL INVADERS, das ist Spielfreude pur. "Pulses Of Pleasure" ist ein bärenstarker Erstling geworden, der die Nackenmuskulatur an die Belastungsgrenze führt. Speed Metal Fans können hier bedenkenlos zugreifen. In den nächsten Wochen gibt es die Jungs übrigens zusammen mit BLOODBOUND im Vorprogramm von MAJESTY zu sehen.

WERTUNG:






Trackliste:

01. Fast, Loud 'n' Rude
02. Pulses Of Pleasure
03. Eclipse Of The Mind
04. Siren
05. Stairway To Insanity
06. Shot To Paradise
07. Venom
08. Blinded (intro)
09. Master Of Illusion

Chris

Freitag, 23. Januar 2015

SCANNER - The Judgement

Band: Scanner
Album: The Judgement
Spielzeit: 55:01 min
Stilrichtung: Power/Speed Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 23.01.2015
Homepage: www.scanner4u.de

Neben Stormwitch haben Massacre auch die Power/Speed Metaller von SCANNER unter Vertrag genommen, nach dreizehn langen Jahren gibt es auch hier einen neuen Langspieler. Das mittlerweile sechste Studioalbum "The Judgement" ist das erste für den neuen Mann am Micro, Efthimios Ioannidis.

Nach einem kurzen Intro geht mit "F.T.B." gleich eine Speed Metal Granate allererster Güte vom Stapel. "Nevermore" ist kaum langsamer und Efthimios Gesang passt schon bei diesem starken Einstieg perfekt zum SCANNER Sound 2015. Die Gitarren machen mächtig Druck, der Bass ist knackig, nur das Schlagzeug könnte an der ein oder anderen Stelle etwas mehr Bumms vertragen. Aber das ist bei "The Judgement" meckern auf hohem Niveau. Bei "Warlord" wird es heavy und treibend, Efthimios packt die ersten Screams aus und macht auch hier eine gute Figur. Weitere Anspieltipps: der Titeltrack, "The Race" und das epische "Battle Of Poseidon".

Starke Scheibe, die ich den Jungs nach der langen Auszeit nicht mehr zugetraut habe. Die angesammelte Energie entlädt sich auf 55 Minuten und macht einfach nur mächtig Spaß. Wer auf Power/Speed/Heavy Metal steht sollte sich "The Judgement" nicht entgehen lassen! Hätte man den Drumsound an manchen Stellen noch besser gemischt, wäre noch ein Punkt mehr drin gewesen, so bleibt immer noch ein erstes Highlight des noch jungen Jahres zu vermelden.

WERTUNG:




Trackliste:

01. Intro
02. F.T.B.
03. Nevermore
04. Warlord
05. Eutopia
06. The Judgement
07. Battle Of Poseidon
08. Pirates
09. Known Better
10. The Race
11. The Legionary

Chris

Montag, 15. Dezember 2014

HI-GH - Till Death And After

Band: HI-GH
Album: Till Death and After
Spielzeit: 44:12 min
Stilrichtung: Speed Metal / Punk
Plattenfirma: Metal on Metal Records
Veröffentlichung: 14.11.2014
Homepage: www.hi-ghspeedmetalofficial.bandcamp.com

Oldschooler aufgepasst! Metal on Metal haben wieder mal eine echte Perle aufgetrieben. 2012 gegründet blicken die Italiener von HI-GH auf bisher eine EP namens "Loud Frequences on Planet Jupiter" und das Debüt "Night Dances" zurück. Nun gibt es das, auf 1.000 Stück limitierte, zweite Studioalbum "Till Death and After". Die Jungs haben sich dem Heavy/Speed Metal verschrieben, mit einer ordentlichen Portion Punk.

Die Songs gehen alle flott nach vorne, kombinieren mitreißende Speed-Attacken mit IRON MAIDEN typischen NWoBHM Riffs, eine wahre Freude. Tommaso Slowly macht am Mikro eine sehr gute Figur, auch beim Rest der Truppe gibt es keine technischen Beanstandungen. Die Produktion ist druckvoll und hat ihre Ecken und Kanten, wie es eben sein sollte. Von Mitgröhlnummern wie "Sex Machine" oder "Drug your Destiny" über Abrissbirnen im Stile des Titeltracks und "Born Under Evil Defence" sorgen die vier Römer für Abwechslung und einen Frontallangriff auf die Nackenmuskulatur.

HI-GH machen Spaß und zeigen, dass guter Heavy Metal mit hohem Spaßfaktor immer häufiger bei den kleineren Labels zu finden ist. Die Band hat einfach Bock auf das was sie machen, und das kommt beim Hörer an. Speed Metal Fans sollten sich diese Scheibe auf keinen Fall entgehen lassen! Jung, wild und trotzdem Oldschool!

WERTUNG:






Trackliste:

01. We Are the End of All
02. Till Death and After
03. The Russian Border
04. Sex Machine
05. Drug Your Destiny
06. Devil's Fire
07. Born Under Evil Defence
08. Your Bloody Face
09. White Car Fever
10. Deal of Death
11. Forged in Hell
12. German Metal Attack

Chris

Mittwoch, 1. Oktober 2014

EXPLORER - Shout In The Fog

Band: Explorer
Album: Shout in the Fog
Spielzeit: 32:17 min
Stilrichtung: Speed / Thrash Metal
Plattenfirma: Iron Shield Records
Veröffentlichung: 12.09.2014
Homepage: www.facebook.com/Explorerofficial/

Die Italiener von EXPLORER gründeten sich bereits 2004 und verdingten sich einige Zeit als Coverband. 2010 erschien die erste EP mit eigenen Songs, es folgte eine Split-Veröffentlichung mit den Berliner Thrashern von FIRST AID. 2011 folgte das Debütalbum "Sober Deserve to Die !!". Nun legen Billy (Gesang, Bass), Jack (Gitarre) und Niki (Schlagzeug) mit "Shout in the Fog" ihren zweiten Langspieler vor.

Angesiedelt sind die Songs irgendwo zwischen der rauen Wildheit von EXUMER und Speedattacken der Marke EXCITER. Allerdings sind EXPLORER eine Band für Szenefanatiker - um die breite Masse anzusprechen fehlt es sowohl der Produktion an Durchschlagskraft, dem Songwriting an Besonderheiten und Sänger Billy an Vielseitigkeit. Trotzdem ist "Shout in the fog" kein Reinfall, sondern eben einfach nur ein leicht überdurchschnittliches Speed/Thrash Album für Genrefans. Nicht mehr, nicht weniger. Den Jungs merkt man den Spaß an ihrer Musik an, das ganze klingt absolut authentisch.

Wer also keine Speed/Thrash Kapelle an sich vorbeiziehen lassen kann, ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen, sollte den Italienern mal ein paar Umdrehungen am heimischen Plattenteller spendieren.

WERTUNG:





Trackliste:

01. Tell Me (What You Want)
02. Just Escape
03. Into the Pub (With No Exit)
04. Fading Away
05. Maggots of Evil
06. Hidden in the Dark
07. Earth Massacre
08. Runaway from the Cross

Chris

Freitag, 12. September 2014

STALLION - Rise And Ride

Band: Stallion
Album: Rise and Ride
Spielzeit: 42:58 min
Stilrichtung: Heavy / Speed Metal
Plattenfirma: High Roller Records
Veröffentlichung: 12.09.2014
Homepage: www.facebook.com/heavymetalstallion

2013 zählte die EP "Mounting the World" der neu gegründeten deutschen Truppe STALLION zu einem meiner Highlights. Frisch von der Leber weg zelebrierten Sänger Paul und Allzweckwaffe Axl, welcher alle Instrumente eingespielt hatte, traditionellen Heavy/Speed Metal mit einer ordentlichen Prise Sleaze-Rock Attitüde. Nun haben die beiden noch drei weitere Mitstreiter um sich geschart, unter anderem Oliver Grbavac (FLESHCRAWL) und legen nun mit "Rise and Ride" ihren ersten Langspieler vor.

Der Opener "Rise and Ride" zeigt, dass sich an der grundsätzlichen Ausrichtung der Band nichts geändert hat. STALLION atmen den Spirit der 80er Jahre und bringen den damaligen Sound von JUDAS PRIEST, ACCEPT, W.A.S.P. oder RIOT ins Jahr 2014. Das ganze klingt authentisch und wird mit viel Herzblut vorgetragen. Die Songs sind stets druckvoll und haben ihren Schwerpunkt im Heavy Metal ("Rise and Ride", "Streets of Sin") und im Speed Metal. Besonders Abrissbirnen der Marke "Wild Stallions" oder "Canadian Steel" welches von der eingangs erwähnten EP übernommen wurde, lassen das Herz eines jeden Oldschoolers höher schlagen.

Bei den Texten sollte man ein, besser beide Ohren zudrücken. Bei einigen Zeilen fühlt man sich gar an STEEL PANTHER erinnert. Aber was soll's, die Musik kracht und knallt, da muss es nun wirklich nicht hoch geistig hergehen.

STALLION schieben mit "Rise and Ride" nach ihrer starken EP ein wirklich feines Debüt hinterher. Wer auf traditionelle Metalmusik mit sleaziger Ausprägung steht, sollte sich die Jungs dringend mal anhören!

WERTUNG:







Trackliste:

01. Rise And Ride
02. Wild Stallions
03. Streets Of Sin
04. Stigmatized
05. Canadian Steele
06. Bills To Pay
07. Watch Out
08. The Right One
09. The Devil Never Sleeps
10. Wooden Horse

Chris

Freitag, 15. August 2014

DRAGONFORCE - Maximum Overload

Band: Dragonforce
Album: Maximum Overload
Spielzeit: 49:55 min
Stilrichtung: Heavy/Speed Metal
Plattenfirma: earMusic/Edel 
Veröffentlichung: 15.08.2014
Homepage: www.dragonforce.com

Mit ihrem sechsten Album „Maximum Overload“ kehren einer der ganz großen Metaldurchstarter zurück in die Öffentlichkeit. Die Rede ist natürlich von DRAGONFORCE rund um Saitenhexer Herman Li. Das neue Album ist das zweite Album mit dem neuen Fronter Marc Hudson der auf dem vorherigen Album „The Power Within“ einen ordentlichen Einstand abgeliefert hatte.
Geschichtlich geht es auf dem neuen Album um die heutzutage gängige Reizüberflutung der Medien. Jeder kann sich zu jederzeit mit Informationen versorgen und wird auch gerne mal überrollt mit diesen.
Fans der Band können sich auf jeden Fall auf ein weiteres typische DRAGONFORCE Album freuen, auf dem auch wie immer der ein oder andere absolute Hochgeschwindigkeitstrack zu finden sein wird! Mit TRIVIUM Mastermind Matt Heafy hat man einen hochkarätigen Gastmusiker auf dem Album und ein Novum in der DRAGONFORCE Geschichte hält man ebenfalls noch für uns parat, denn mit dem JOHNNY CASH Klassiker „Ring of Fire“ haben die Jungs zum ersten Mal einen Coversong in ihren Reihen.
Beginnen wir dann also direkt die wilde Fahrt mit dem Opener „The Game“. Und hier haben wir dann auch gleich so eine Hochgeschwindigkeitstrack der mit Sicherheit jedem Hobbygitarristen den Schweiß auf die Stirn treiben wird! Was hier für Töne erzeugt werden und was für ein Tempo an den Tag gelegt wird ist wahrlich nicht von dieser Welt! Ein klein wenig langsamer aber immer noch pfeilschnell pumpt man sich dann durch das anschließende „Tomorrow‘s Kings“. Gerade im Chorus geht es hier aber etwas melodischer zur Sache und der Gesang von Marc gefällt mir außerordentlich gut. Auch hier gehen also beide Daumen nach oben!
„No More“ bietet dann gewohnte DRAGONFORCE Standardkost, bevor dann „Three Hammers“ zum ersten Mal absolute Verzückung hervorruft! Eine eher epische, melodische Midtemponummer, die man so eigentlich nicht von den Jungs gewohnt ist. Sehr cool und ein absoluter Ohrwurm!
Ihr merkt schon richtig viel gibt es bislang nicht zu meckern und ich kann schon mal beruhigen, das bleibt eigentlich auch so bis zum Ende der Platte.
Ob es nun der Mittelteil ist der mit dem erneut epischen, melodischen Doppelpack „Symphony of the Night“ und „The Sun is dead“ hervorragend besetzt ist oder das letzte Drittel welches mit den schnellen „Defenders“und „Extraction Zone“ sowie dem wieder mehr in die epische Richtung tendierende „City of Gold“ aufwarten kann.
Selbst das Cover von „Ring of Fire“ wurde extrem gut in den eigenen Bandsound umgewandelt.
Hier klingt wirklich alles wunderbar harmonisch und präsentiert DRAGONFORCE auf dem Höhepunkt ihres Schaffens!

Anspieltipps:

Das gesamte Album, wirklich schlechte Songs sucht man hier vergeblich!

Fazit :
Der letzte Satz meines Besprechungstextes nimmt mein Fazit ja eigentlich schon vorweg. Bestachen die ersten Alben größtenteils noch mit brachialem Saitengeflitze hat man nun eigentlich eine recht gute Mischung aus melodischen Parts und Songs sowie den alten Hochgeschwindigkeitstracks gefunden.
Auch Neufronter Marc konnte sich im Vergleich zum Einstiegsalbum “The Power Within” nochmal steigern. Mit Sicherheit wird man „Maximum Overload“ auf vielen Bestenlisten des Jahres 2014 wieder finden!
So mit gehen beide Daumen hier definitiv nach oben und es gibt eine absolut fette Kaufempfehlung für alle Fans der Band und des Genre!

WERTUNG:






Trackliste:

01. The Game
02. Tomorrow's Kings
03. No More
04. Three Hammers
05. Symphony of the Night
06. The Sun is dead
07. Defenders
08. Extraction Zone
09. City of Gold
10. Ring of Fire

Julian

Mittwoch, 7. Mai 2014

COBRA - To Hell

Band: Cobra
Album: To hell
Spielzeit: 40:49 min
Stilrichtung: Heavy / Speed Metal
Plattenfirma: Ván Records
Veröffentlichung: 02.05.2014
Homepage: www.facebook.com/CobraPeruHeavyMetal

Mit COBRA gibt es diesmal einen Exoten, die seit 2005 aktiven Herren sind nämlich in Lima, Peru, beheimatet. Dies muss besonders betont werden, musikalisch würde man Harry "El Sucio" (Vocals), Andrés Rhor (Gitarre), Nito Majía (Gitarre), Augusto Morales (Bass) und Pochuck (Drums) eher dem traditionellen Heavy/Speed Metal zuordnen. Auf dem zweiten Langspieler "To Hell" eifern COBRA besonders den englisch Szenegrößen JUDAS PRIEST und IRON MAIDEN nach. Zudem gibt es ein paar Elemente aus dem teutonischen Bereich, besonders RUNNING WILD sind hier zu nennen.

Der fast neunminütige Opener "Beyond The Curse" beginnt mit einer gemächlichen Einleitung, bis nach zweieinhalb Minuten das Gitarrenspiel als offensichtliche Hommage an die Eisernen Jungfrauen zu verstehen ist. Ansonsten ist der Song eher blass und eine Ecke zu lang geraten. Viel besser kracht dann schon der Speed Metal Rocker "Fallen Soldier" aus den Boxen. "Danger Zone" entpuppt sich dann als sehr rockige Nummer, die phasenweise gar ein wenig an THIN LIZZY erinnert. Im weiteren Verlauf bleibt man dem traditionellen Heavy Metal treu, prescht aber regelmäßig in Speed Metal Gefilde vor. Was bleibt also unter dem Strich?
COBRA reißen mit. Und das obwohl bei genauerer Betrachtung sowohl bei den Instrumenten, beim Songwriting und auch bei Sänger Harry stellenweise noch Luft nach oben ist. Die Jungs stehen aber zu 100% hinter ihrer Musik, sind authentisch und machen auch mit den kleinen Macken einfach Spaß. Zudem gibt es zwar einige gute Bands aus Südamerika, Peru war auf meiner metallischen Landkarte bisher nicht stark vertreten. Von daher geht ein kleiner Exoten-Bonus schon in Ordnung.

Bei der Produktion haben COBRA auf einen Sound geachtet, der tatsächlich Anfang der 80er in einem Studio entstanden sein könnte und so den Charme und den Geist dieser Zeit versprüht. Hier werden sich wohl die Geister scheiden. Mir gefällt's, da "To Hell" trotzdem jederzeit druckvoll klingt.

Für den Anschluss an die aktuelle Speerspitze der Speed/Heavy Metal Retrowelle um Bands wie ENFORCER, SKULL FIST oder STEELWING reicht es für COBRA noch nicht, wenn die Jungs aber so weiter machen, wird sich das mit dem nächsten Album auf jeden Fall ändern. Bis dahin kann man "To Hell" jedem Heavy/Speed Metalfan ans Herz legen, kein Meisterwerk aber ein überdurchschnittliches und von Herzen kommendes Stück Stahl aus Peru.

WERTUNG:






Trackliste:

01. Beyond The Curse
02. Fallen Soldier
03. Danger Zone
04. Rough Riders
05. Beware My Wrath
06. When I Walk The Streets
07. To Hell
08. Inner Demon

Chris

Freitag, 10. Januar 2014

SKULL FIST - Chasing The Dream

Band: Skull Fist
Album: Chasing the Dream
Spielzeit: 36:34 min
Stilrichtung: Heavy/Speed Metal
Plattenfirma: NoiseArt Records
Veröffentlichung: 10.01.2014
Homepage: www.skullfist.ca

Die Kanadier von SKULL FIST haben in den letzten Jahren im Underground für ordentlich Wirbel gesorgt. Die 2010er EP "Heavier Than Metal" und das Debüt "Head öf the Pack" aus dem Jahre 2011 wurden von Fans und Presse ziemlich abgefeiert. Nun gilt es, diesen starken Ersteindruck auf dem zweiten Album "Chasing the Dream" zu bestätigen.

An den Zutaten hat sich nichts verändert: traditioneller Heavy Metal, tief verwurzelt in den 80er Jahren, durchsetzt von Speed Metal Einschüben. Die Songs wirken etwas gereifter und ausgefeilter als auf dem Debüt ohne dabei an Durchschlagskraft verloren zu haben. Die gesteigerte Vielfalt gibt dem Sound von SKULL FIST sogar einen zusätzlichen Schub nach vorne und steigert die Eingängigkeit noch weiter.

Auch die Vocals von Jackie Slaughter haben sich hörbar entwickelt. Besonders schön lässt sich das bei "Sign of the Warrior" heraushören, befindet sich dieser Song doch bereits auf der "Heavier than Metal" EP und klingt in der neuen Version eine ganze Ecke kräftiger, nicht nur durch die verbesserte Produktion, sondern auch gerade bei den Vocals.

Die Produktion ist ansonsten auf der Höhe der Zeit ohne Fehl und Tadel und fängt den Charme der Anfangstage des Heavy Metal gut ein. Musikalisch bieten die Jungs alles was die Fans erwarten: jede Menge Melodie, krachende Riffs, starke Soli, druckvolle Drums und einen saftigen Bass.

"Chasing the Dream" ist ein wirkliches gutes Album geworden und setzt für Freunde der guten alten Heavy Metal Schule gleich ein erstes Highlight im jungfräulichen neuen Metal Jahr. SKULL FIST etablieren sich an der Speerspitze der jungen Garde um Bands wie SCREAMER, ENFORCER oder STEELWING und überzeugen mit Herzblut und Authentizität.

WERTUNG:





Trackliste:

01. Hour To Live
02. Bad For Good
03. Chasing The Dream
04. Call Of The Wild
05. Sign Of The Warrior
06. You´re Gonna Pay
07. Don´t Stop The Fight
08. Shred´s Not Dead
09. Mean Street Rider

Chris

Mittwoch, 11. Dezember 2013

MASTERS OF DISGUISE - Back With A Vengeance

Band : Masters Of Disguise
Album : Back With A Vengeance
Spielzeit : 43:05 min
Stilrichtung: Power Speed Metal
Plattenfirma: Limb Music
Veröffentlichung : 22.11.2013
Homepage : www.masters-of-disguise.com

Speed Metal und Underground Kenner vermuten es natürlich sofort, bei einem Bandnamen wie MASTERS OF DISGUISE muss die alte Szene-Legende Savage Grace gemeint sein. In der Tat geht die MOD Bandgründung auf die Reunion-Europa-Tour von Savage Grace im Jahre 2009 zurück. Bandleader Chris Logue bediente sich damals, in Ermangelung aller (!) Mitglieder der Originalbesetzung, eines Tricks den nach Ihm noch die Urgesteine Griffin in Anspruch nehmen sollten: er verpflichtete kurzerhand eine komplette Söldnertruppe (die gesamte (instrumentale) Roxxcalibur-Belegschaft) um die von den Fans sehnlichst erwarteten Auftritte spielen zu können. Da Roxxcalibur in der Szene als erstklassige NWOBHM-Coverband einen exzellenten Ruf genießt und Drummer Neudi (Manilla Road) sowie Gitarrist Kalli (Clooven Hoof, Jameson Reid) sich auch in anderen Klassiker-Kapellen als Ersatz von ausgeschiedenen Originalmitgliedern bereits Ihre Sporen verdient hatten, war dies wohl eine für alle Beteiligten interessante Lösung. Da Logue sich nach den Gigs und den gemeinsamen Arbeiten an Material für ein angedachtes neues Savage Grace Album allerdings von hier auf jetzt aus dem Staub gemacht hatte, blieb die Roxxcalibur Mannschaft auf einem Stapel guter Songideen sitzen, die sie nicht einfach wieder in die Tonne treten wollte. Mit Sänger Alexx Stahl wurde der perfekte Fronter verpflichtet und die Früchte der ganzen Arbeit liegt nun in Form von  „Back With A Vengeance“ vor, das die Band nicht als Kopie sondern Weiterführung der legendären Savage Grace verstanden sehen möchte.

Das Album enthält neben Neukompositionen, wovon vor allem die erste Single „For Now And All Time (Knutson’s Return)“, „Never Surrender“ oder „Sons Of The Doomed“ als Anspieltipps genannt werden können, auch eine Coverversion eines uralten Save Grace Tracks („Scepters Of Deceit“) sowie die von Chris Logue verfasste Nummer „The Templar’s Gold“. Die Songs gehen, trotz der für Speedmetalverhältnisse eigentlich ungewöhnlich lange Spieldauer, natürlich immer schön straight nach vorne und knüppeln sich gepflegt durchs Unterholz. Der Sound der Scheibe schafft einen fast perfekten Spagat zwischen rauhem, ehrlich gespieltem Metal (ohne den üblichen Computer-Tricksereien) und einer doch recht modernen, fetten Produktion. Besonders die Drums knallen schön räumlich und lassen den Hörer mitten drin statt nur dabei sein. Als größtes Highlight entpuppt sich aber Sänger Alexx, der nebenbei noch in einer Rainbow und Deep Purple Tribute-Band seine Stimmbänder dehnt und auf  „Back With A Vengeance“ eine absolut beeindruckende Vorstellung abgibt und dabei das gesamte Spektrum von hohen Schreien bis Powershouting drauf hat.  Zwar kommen die Songs insgesamt vielleicht einen Ticken zu sauber über die Ziellinie und lassen ein klein wenig den Charme der alten Low-Budget Produktionen vermissen. Aber das lässt sich bei einer Ansammlung von wirklich talentierten und erfahrenen Musikern wohl nicht vermeiden.

Ob das Debüt der MASTERS OF DISGUISE das Zeug zum zukünftigen Speed Metal Klassiker hat sei mal dahingestellt. Dank der absolut professionellen Umsetzung und der konstant hohen Qualität der Songs ist das Album aber jedem Fan dringend zum Antesten ans Herz gelegt.

WERTUNG: 





Trackliste:

01. Back With A Vengeance
02. Never Surrender
03. The Omen
04. For Now And All Time (Knutson’s Return)
05. Scepters Of Deceit
06. Alliance
07. Sons Of The Doomed
08. Liar
09. Into The Unknown
10. The Templar’s Gold

Mario

Mittwoch, 27. November 2013

STALLION - Mounting The World (EP)

Band: Stallion
Album: Mounting The World (EP)
Spielzeit: 22:50 min
Stilrichtung: Heavy/Speed Metal
Plattenfirma: High Roller Records
Veröffentlichung: 28.10.2013
Homepage: www.facebook.com/heavymetalstallion

Unverhofft kommt oft. 2013 ist musikalisch ein bombiges Jahr. Viele der großen Bands haben bärenstarke Scheiben auf den Markt geworfen und viele junge Wilde setzten unerwartete Ausrufezeichen. Und genau in diese Kerbe schlagen auch die süddeutschen STALLION. Bestehend aus nur zwei Musikern: Sänger Paul und Allzweckwaffe Axl, der alle Instrumente eingespielt hat.

Zum Start feuern uns die beiden mit "Canadian Steel" und "Killing Time" gleich zwei starke Heavy/Speed Metal Geschosse um die Ohren, die gleich zum Headbangen einladen.

"Give it to me" ist ein astreiner Hard Rocker mit einer Brise Sleaze, der im letzten Drittel dann schlagartig das Gaspedal durchdrückt und ein wahres Speedmetal Feuerwerk abfeuert.

Noch nicht genug Abwechslung? Dann haben die Jungs mit "Shadow Run" noch eine Thrash-Abrissbirne allererster Güte für euch im Gepäck!

Zum Abschluss gibt es mit "Heavy Metal Rock´n Roll" noch ein Cover. Im Original wurde dieses Stück bereits 1982 durch die drei Damen von ROCK GODDESS veröffentlicht. Und nun kommen wir dank STALLION in den Genuss, diese vergessene Party-Hymne nochmal ins Gedächtnis gerufen zu bekommen.

Die Jungs wirken definitiv nicht wie eine blutleere Kopie der alten Helden, davon gibt es schon mehr als genug. Sie lieben und leben den Sound der frühen Achtziger und das hört man der Debüt EP "Mounting The World" bei jeder Note an. Traditionelle Metalfans müssen sich den Silberling einfach holen. Reinhören könnt ihr übrigens auf: stallion2013.bandcamp.com.

WERTUNG:





Trackliste:

01. Canadian Steele    
02. Killing Time    
03. Give it to me         
04. The Right One         
05. Shadow Run         
06. Heavy Metal Rock´n Roll

Chris

Mittwoch, 13. November 2013

ASCENSION - Far Beyond The Stars

Band: Ascension
Album: Far Beyond the Stars
Spielzeit: 67:26 min
Stilrichtung: Melodic Speed Metal
Plattenfirma: Limb Music
Veröffentlichung: 18.10.2013
Homepage: www.ascensionband.co.uk

Hui ich lese Speedmetal in der Stilbeschreibung und muss erst mal echt nachdenken wann ich diesen Stil zu Letzt gelesen haben? Es ist auf jeden Fall eine ganze Weile her! Vorbereiter dieses Genres waren mit Sicherheit meine Einstiegsdroge BLIND GUARDIAN die sich aber über die Jahre in eine komplett andere Richtung entwickelt haben. Aber das Frühwerk der Krefelder „Battalions of Fear“ ist mit Sicherheit eins der Referenzwerke dieses Genres. Upps ich schweife ab! Zurück zum Grund meiner Rezi : - )
Dieser Grund nennt sich ASCENSION die aus den schottischen Highlands stammen. Eine sehr unwirtlich Gegend, mit der man sich anscheinend mit guter Metalmucke beschäftigt. Denn die Vorbilder der Jungs sind so namenhafte Bands wie HELLOWEEN, DRAGONFORCE oder GAMMA RAY. Und dieses Mal stimmen die Vorbilder absolut mit dem Klangbild der Kombo überein, macht euch also auf was gefasst Leute!
Vorher noch ein, zwei Basisinfos. Gegründet hat sich die Truppe bereits 2004, durch einige Line Up Wechseln hat man es bisher aber nur auf zwei EP's und vielen umjubelten Liveauftritten gebracht, nun kommt also endlich das Debütalbum „Far Beyond the Stars“ in die Läden. Ach ja Bekanntheit brachte den Jungs auch das ROXETTE Cover „Listen to your Heart“ welches ein riesiger Hit auf YouTube wurde und ebenfalls hier auf dem Album vertreten ist.
So, nun aber geschwind zur Mucke der Jungs, die keinen weiteren Aufschub zulässt!
Mit „Somewhere back in Time“ begeben wir uns auf die wilde Fahrt. Der Track steigt direkt ein und man hält sich nicht mit großartigen Vorgeplänkel auf. Der Gesang ist zwar im ersten Moment ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber keine Sorge mit der Zeit gewöhnt man sich dran : - ). Glanzpunkt ist hier mit Sicherheit der Ohrwurmchorus den man schon nach kurzer Zeit nicht mehr aus dem Kopf bekommt, ein klasse Opener!
Auch beim anschließenden Song „Blackthorne“ drückt man das Gaspedal voll durch, vom Chorus her kommt man an den Vorgänger aber nicht ganz heran.
Das die Jungs nicht nur die Vollgeschwindigkeitsnummern drauf haben, zeigen sie uns bei „Reflected Life“. Coole Nummer, die mit mehrstimmigen Gesänge daher kommt und richtig fett aus den Boxen tönt.
Absolute Ohrwurmgarantie kommt auch bei den beiden folgenden Tracks „Heavenly“ und „Moongate“ auf. Ich finde es langsam sehr bemerkenswert wie die Jungs es schaffen ihre Hochgeschwindigkeitssongs so eingängig zu gestalten und so zu keiner Zeit Langeweile aufkommen lassen!
Über das, für mich überflüssige, Instrumental „Orb of the Moons“ und der sehr guten Quotenballade „The Silver Tide“ geht es dann zu dem nächsten Burnertrack in Form von „The Avatar (Ascension)“ hier packen die Jungs einen wieder so richtig!
Ich bin echt begeistert wie konstant man bislang über das ganze Album zu Werke geht, die ein, zwei Ausrutscher mal abgesehen.
Apropos Ausrutscher, so einer kommt jetzt auch am Ende der Platte mit dem ROXETTE Cover „Listen to your Heart“. Mag sein das das Ding auf YouTube der absolute Hit ist, bei mir kann es nicht so punkten, das Original, ist halt einfach besser. Interessant zu hören war die ASCENSION Version aber auf alle Fälle.

Anspieltipps:

Auf jeden Fall wärmstens zu empfehlen sind hier “Somewhere back in Time”, “Reflected Life”, “Heavenly”, “The Silver Tide” sowie “The Avatar (Ascension)”.

Fazit :

Puuh, nach dieser Geschwindigkeitsfahrt muss ich erst mal verschnaufen! Die Jungs von ASCENSION haben sich ja ganz schön lange Zeit gelassen für ihr Debütalbum, aber das Warten hat sich definitiv gelohnt würde ich sagen!
Speed Metal in seiner melodischsten Form wird uns hier über den gesamten Diskus präsentiert, es gibt zwar auch ein paar nicht so starke Tracks und Zwischenstücke zu verzeichnen, aber im Großen und Ganzen kann man den Jungs nur absolut gratulieren für dieses geile Stück Metal!
Fans des Genres und der genannten Bands müssen auf jeden Fall zugreifen, ganz klare Kaufempfehlung meinerseits!

WERTUNG: 






Trackliste:

01. Somewhere back in Time
02. Blackthorne
03. Reflected Life
04. Heavenly
05. Moongate
06. Orb of the Moons
07. The Silver Tide
08. The Time Machine
09. Fay Beyond the Stars
10. The Avatar (Ascension)
11. Listen to your Heart

Julian

Freitag, 19. Juli 2013

DUSKMACHINE - Duskmachine

Band: Duskmachine
Album: Duskmachine
Spielzeit: 47:19 min.
Stilrichtung: Speed/Thrash Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 26.07.2013
Homepage: www.duskmachine.com

Gemächlich lassen es DUSKMACHINE angehen. Bereits 2005 erschien das Debüt "The Final Fall", acht Jahre gingen ins Land, bis mit "Duskmachine" nun das zweite Album vorgelegt wird. Geschuldet ist diese Verzögerung einigen Besetzungswechseln, so verließ der ursprüngliche Sänger Hagen Hirschmann (Desilence, Logar's Diary) die Band kurz vor einer geplanten Tour mit Master. Sein Nachfolger Mirko Prietzsch warf während der Aufnahmen zum zweiten Album das Handtuch. Und so gewann man schließlich Joe Comeau als Frontmann, der bei Liege Lord bereits sein Können unter Beweis gestellt hat.
DUSKMACHINE anno 2013 bestehen also aus Sänger/Gitarrist Joe Comeau (u.a. ex-Annihilator, ex-Overkill, ex-Liege Lord), Gitarrist Nikolai Wurk, Drummer Randy Black (u.a. Primal Fear, ex-Annihilator) und Bassist Russ Bergquist (ex-Annihilator).

Musikalisch fällt schnell eine gewisse Nähe zu Annihilator auf, was bei den vielen ex-Membern kaum verwundert. Allerdings kopiert man nicht einfach stupide drauf los, sondern erweitert den groovenden Thrash Sound um eine gute Portion Power/Speed Metal und einige progressive Elemente. Das Ergebnis kann sich durchaus hören lassen, treibende Riffs und jede Menge Melodie, dazu eine wirklich starke Leistung von Joe Comeau.

Höhepunkte sind auf dieser abwechslungsreichen Scheibe die rasante Doublebass-Abrissbirne "Conquer All", das Groove-Monster "Bloodshed", der treibende Titeltrack und die gefühlvolle Power-Ballade "My Empty Room" bei der Keyboarder Geoff Downes (Yes/Asia) einen Gastauftritt hat.
Ein sehr ordentliches Lebenszeichen von DUSKMACHINE. Fans von Annihilator, Nevermore und Bands ähnlicher Prägung sollten den selbstbetitelten Zweitling auf jeden Fall mal ein paar Rotationen geben.

WERTUNG: 





Trackliste:

1. I Feel No Pain
2. Bloodshed
3. Endless
4. DuskMachine
5. Dying In My Skin
6. Conquer All
7. Dripping
8. My Empty Room (feat. Geoff Downes from Yes/Asia)
9. Hands Of Fate
10. Escaping

Chris

Dienstag, 4. Januar 2011

METAL CHURCH - Metal Church (Klassiker der Woche)

Band: Metal Church
Album: Metal Church
Spielzeit: 42:00 min.
Stilrichtung: Speed Metal, Thrash Metal
Plattenfirma: Electra
Veröffentlichung: 1985
Homepage: www.metalchurchmusic.com

Wie verzahnt und übersichtlich die aufkeimende Speed- und Thrash Metal Szene Anfang der Achtziger in den USA war, lässt sich an ein paar Beispielen wunderbar zeigen. Ähnlich wie der Ruhrpott in Deutschland war es in den USA die Bay Area rund um San Francisco wo der Untergrund brodelte und Kapellen wie METALLICA – anfangs ja mit Dave Mustaine, der anschließend MEGADETH gründete – oder auch METAL CHURCH, für die ursprünglich ein Drummer namens Lars Ulrich vorgesehen war, hervorbrachte. Später operierten METAL CHURCH allerdings wieder von Aberdeen/Seattle aus, wo Bandkopf und Gitarrist Kurdt Vanderhoof zu Hause war.

Zusammen mit Sänger David Wayne, Gitarrist Craig Wells, Bassist Duke Erickson und Drummer Kirk Arrington entstand nach einigen Demos dieses selbstbetitelte Erstlingswerk, das innerhalb kürzester Zeit komplett durch die Decke ging. 1984 auf dem kleinen Label Ground Zero veröffentlicht, wurden schon stattliche 70000 Einheiten verkauft, bevor das Majorlabel Elektra den Braten roch und METAL CHURCH unter Vertrag nahm. Anderen Firmen wie Atlantic Records war das Material zu hart. Dass sich mit dem Album und der Band aber dennoch gut Reibach machen ließ, bewiesen die von vielen Schicksalsschlägen gebeutelten METAL CHURCH immer wieder. Bis zur ersten Auflösung im Jahre 1994 hatten Kurdt Vanderhoof und seine Mannen nicht nur 4 weitere sehr gute Alben aufgenommen, sie waren u.a. mit METALLICA auf Tour schnupperten an der ganz großen Karriere. Die blieb den Amis aber immer verwehrt.

Ein großes Problem war die Alkoholsucht von Sänger David Wayne, der schlussendlich 1988 gegen Mike Howe ausgetauscht wurde. Schon zwei Jahre zuvor verabschiedete sich Mastermind Vanderhoof vom aktiven Dienst und agierte nur noch aus dem Hintergrund, in dem er weiterhin Songs schrieb und die Geschicke der Band leitete. Auf der Bühne wurde er von John Marshall vertreten. Sänger David Wayne starb 2005 bei einem Autounfall, er wurde nur 47 Jahre alt.

Doch zurück zur Musik. Die noch frische Speed- und Trash Metal Szene brauchte Vorreiter, und genau so einer waren METAL CHURCH seinerzeit. Getrieben von jugendlicher Unbekümmertheit brannte das Quartett auf ihrem Debüt ein Feuerwerk an schnellen Gitarrenriffs, atemberaubenden Doublebass-Salven und der perfekten Portion Eingängigkeit in den Songs ab. David Wayne´s aggressiver und manchmal etwas überdrehter Gesang passte perfekt.

Alleine der Opener „Beyond The Black“ suggeriert dem Hörer, von einer dunklen Macht übernommen zu werden, bevor ein markantes Riff einsetzt und mit Beginn des Gesangs ein markerschütternder Schrei dem nächsten folgt. Das nahtlos übergehende „Metal Church“ ist unwesentlich schneller, aber von ähnlicher Intensität. Atemberaubend schnell rotzen die Amis ihr Instrumental „Merciless Onslaught“ herunter bevor mit „Gods Of Wrath“ eine Ballade mit cleanem Gesang und cleanen Gitarren folgt. Nicht ohne allerdings im Refrain von Schreihals Wayne schön verziert zu werden. Nach dem Nackenbrecher „Hitman“ gibt es mit dem paranoiden „(My Favourite) Nightmare“ oder der abschließenden DEEP PURPLE Coverversion „Highway Star“ noch einiges an erstklassigem Material. Und die Hamburger Jungs von HELLOWEEN werden vor den Aufnahmen zu ihrer ersten EP sicher „Battalions“ gehört haben.

Ob dieses Album das beste Speed- bzw. Thrash Metal Album aller Zeiten ist, wie seinerzeit von den Lesern des Metal Hammer gewählt (lang lang ist´s her), wollen wir einmal dahingestellt lassen. Dass METAL CHURCH alleine mit ihrem Debüt Unmengen von anderen Bands beeinflusst haben, ist dagegen ein offenes Geheimnis. Die Amis haben speziell in ihrer Frühphase weitere Alben aufgenommen, die man haben sollte, aber den Charme dieser Songs und die beklemmende Atmosphäre haben sie so nie wieder erreicht.

Trackliste:

01. Beyond The Black
02. Metal Church
03. Merciless Onslaught
04. Gods Of Wrath
05. Hitman
06. In The Blood
07. (My Favourite) Nightmare
08. Battalions
09. Highway Star

Stefan

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