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Montag, 23. Mai 2016

SHOTGUN REVOLUTION - All This Could Be Yours

Band: Shotgun Revolution
Album: All This Could Be Yours
Spielzeit: 37:31 min.
Stilrichtung: Modern Hardrock
Plattenfirma: Mighty Music
Veröffentlichung: 27.05.2016
Homepage: www.facebook.com/shotgunrevolution

Dänemark wird gerne im Rennen der Musikgroßmächte Skandinaviens vergessen. Allen voran Schweden kann natürlich mit einer Vielzahl großartiger Kapellen punkten, aber auch die Dänen haben es drauf. Man denke nur an die bunte Truppe von D.A.D. oder in der neueren Zeitrechnung an VOLBEAT. Wobei, die haben es sich in jüngerer Vergangenheit speziell bei ihren alten Fans verscherzt. Tolle Musiker wie Mike Tramp oder Lars Ulrich stammen aus Dänemark – und mit SHOTGUN REVOLUTION hat unser Nachbarland eine weitere Band hervorgebracht, die sehr wohlklingend zu musizieren vermag.

Für seinen internationalen Auftritt hat der Vierer um Sänger Ditlev „Dee“ Ulriksen ein sehr ansprechendes Paket aus den besten Songs ihrer in Dänemark bereits veröffentlichten Alben „Join The Revolution“ von 2010 und „The Legacy Of Childhood Dreams“ von 2012 geschnürt. Das alles wurde schlicht als „Shotgun Revolution“ (Rezi HIER) im Jahre 2013 veröffentlicht und seitdem wartet die Fangemeinde (und ich) auf neues Material. Auch für die Aufnahmen ihres neuen Langspielers konnten die Jungs niemand geringeres als Flemming Rasmussen gewinnen, der auch schon für den Vorgänger verantwortlich war. Für das Mastering war dieses Mal Ryan Smith zuständig, gemixt wurde die Scheibe von Ben Grosse in Los Angeles.

Mit „Don´t Stop The Grind“ starten die Dänen nicht nur mit jeder Menge Power in die Platte sondern auch noch mit einem Riff, das genau so einfach wie genial ist. Etwas würziger gibt sich „Rise To Power“ bevor der Titeltrack mehr Ohrwurmmelodien ins Spiel bringt. Das langsamere „Refugee“ muss genau so erwähnt werden wie die erste Singleauskopplung „City Of Fire“, die abermals mit eindringlichem Riffing und einer gehörigen Prise Modern Hardrock punkten kann. Als weitere Anspieltipps kann ich gerne „Gods Damned Poetry“ oder „Dissolve“ geben.

Mit „Shotgun Revolution“ haben die Dänen vor drei Jahren einen (internationalen) Start nach Maß hingelegt. Auf ihrem neuen Dreher „All This Could Be Yours“ schließen Ditlev Ulriksen (vocals), Martin Frank (guitars), Michael Venneberg (bass) und Kasper Lund (drums) nahtlos daran an. Höchst professionell und ambitioniert wurden zehn neue Songs ausgearbeitet, die allesamt auf höchstem Level angesiedelt sind. Wenn es jetzt nichts wird mit dem Durchbruch, dann weiß ich auch nicht mehr. Vielleicht war die gemeinsame Tournee mit BLACK STONE CHERRY im Frühjahr eine gute Gelegenheit, sich weiterhin bekannter zu machen. Das sollte mit einer grandiosen Platte wie „All This Could Be Yours“ spielend gelingen.

WERTUNG:






Trackliste:

1. Don´t Stop The Grind
2. Rise To Power
3. All This Could Be Yours
4. Refugee
5. City Of Fire
6. Dissolve
7. God´s Damned Poetry
8. S.O.B.
9. Suzie
10. River Of Dreams

Stefan

Mittwoch, 4. Mai 2016

LOVE/HATE - Blackout In The Red Room (Re-Release)

Band: Love/Hate
Album: Blackout In The Red Room (Re-Release)
Spielzeit: /
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: Rock Candy Records
Veröffentlichung: 22.03.2016

Nicht jede sleazige LA Band aus den späten 80ern hatte sich in blindem Gehorsam den allgemeinen Gegebenheiten der Szene ergeben. Hier und da gab es auch Querköpfe, die sturköpfig ihr eigenes Ding durchzogen, vielleicht auch weil sie es gar nicht anders konnten. Eine dieser interessanten Ausnahmen der Regel war das schräge Quartett LOVE/HATE die vor allem mit ihrem von Tom Werman (u.a. Cheap Trick und Ted Nugent) wuchtig und schön ehrlich produzierten Debüt Album so manche Verwunderung auslösten. Rock Candy Records hat diese kleine, feine Scheibe nun mit gepimpten Sound und den üblichen unterhaltsamen bzw. informativen Linernotes neu eufgelegt.

Bekannt (und berüchtigt) war die Band wohl in erster Linie aufgrund der beiden ziemlich selbsterklärenden Tracks "Blackout In The Red Room" und "Why Do You Think They Call It Dope?", die geradezu programmatisch für das Selbstverständis der Band waren und auch heute noch die perfekte Musik zu jeder Party sind. Dabei hatte die Band viel mehr als das allgegenwärtige 08/15 Riffing und die typischen Poser-Texte zu bieten. Die Jungs verstanden ihr Handwerk, vor allem das Rhythmusfundament von Drummer Joey Gold und Bassist (und alleinigem Songschreiber) Skid Rose hatte einige erfreulich untypische Kniffe zu bieten (funky Basslines und Drumbeats die sich gekonnt dem stereotypen Uffta-Uffta Drumming entzgen). Hinzu kam ein Gitarrist der einen schön fetten Sound (nahe am Eddie van Halen Ideal) auffuhr und der Soli wohl nur nach gutem Zureden in die Songs einarbeitete. Das alles macht aus einer Band aber noch keine Ereignis, dazu benötigt es einen starken Sänger. Und den hatten LOVE/HATE mit dem Irren Kizzy Pearl definitiv in Ihren Reihen. Pearl's Reibeisenstimme, die oft eine nahe Verwandschaft zu Axl Rose ausweist, war stimmgewaltig, äusserst melodiös und zu jedem Moment eine verlässliche Bank. Stilistisch setzen LOVE/HATE sich mit Schmackes zwischen alle Stühle, bedienten ebenso die Hairmetal Fraktion, wie die Alternative Gemeinde und nahmen die Grunde-Attitüde, die wenig später kommen sollte, gleich auch noch ein Stück weit vorweg. In den 12 Tracks des Albums gibt es so gut wie keinen Durchhänger zu vermelden und Songs wie "One More Round", "She's An Angel" oder "Tumbleweed" gehören mit zum groovigsten, krachendsten was die US Hardrock Szene gegen Ende der 80er zu bieten hatte und klingen auch heute noch kein wenig angestaubt.

Dank des vorzüglichen Bonus Tracks "Tinseltown" und 2er guter Live-Aufnahmen ist die vorliegende Neuauflage dieses kleinen Klassikers eine lohnende Investition für Neueinsteiger und Fans gleichermassen. Immer noch eine zeitlose, geile Scheibe.

WERTUNG





Trackliste:

01. Blackout In The Red Room
02. Rock Queen
03. Tumbleweed
04. Why do you think they call it Dope?
05. Fuel To Run
06. One More Round
07. She’s An Angel
08. Mary Jane
09. Straight Jacket
10. Slutsy Tipsy
11. Slave Girl
12. Hell, CA, Pop. 4 
13. Tinseltown (B-side)
14. One More Round (live)
15. Slave Girl (live)

Mario



Freitag, 22. April 2016

KNIFEWORLD - Bottled Out Of Eden

Band: Knifeworld
Album: Bottled Out Of Eden
Spielzeit: min
Stilrichtung: Progressive / Alternative Rock
Plattenfirma: Inside/Out
Veröffentlichung: 22.04.2016

Knapp 2 Jahre liegt die Veröffentlichung des letzten KNIFEWORLD Albums ("TheUnravelling") nun zurück und mit "Bottled Out Of Eden" legen Bandchef Kavus Torabi und seine Begleitband Ihr mittlerweile 3. Album vor. Nach diversen Durchläufen des neuen Albums sowie mehrmaligem Nachlesen meiner Besprechung des Vorgängers muss ich mit Verwunderung feststellen, dass ich den damals verfassten Text eigentlich 1-zu-1 für die neue Scheibe übernehmen könnte. Für das neue Werk der ausgeflippten Briten gelten auch diesmal dieselben Kritikpunkte wie auch die vormals hervorgehobenen positiven Aspekte. Weiterhin basiert das Band-Universum auf einer Mixtur aus Neo-Prog, Folk, Pop und Irrsinn - harter Rock kommt so gut wie gar nicht vor. 

Ich möchte mich ja nur ungern wiederholen, aber tatsächlich habe ich beim Erhören der neuen Scheibe zahlreiche Déjà-Vus erlebt. Auch diesmal funktioniert die Scheibe mehr als Gesamtkunstwerk, denn als Ansammlung von eigenständigen Songs. Als größten Schwachpunkt der Scheibe (von dem abermals leicht pappigen Sound und dem unausgegohrenen Songwriting mal abgesehen, dazu später noch ein Wort) mache ich den nur mittelmäßigen Gesang von Torabi aus, der es einfach nicht schafft die Band auf ein höheres Niveau zu heben. Im Gegensatz zum Vorgänger hält sich bei "Bottled Out Of Eden" der Wunsch nach einem nochmaligen Durchlauf in Grenzen - zu unausgewogen und mitunter willkürlich erscheint so manches Arrangement. Verkopftheit und Wirrheit um seiner selbst Willen machen noch lange kein gutklassiges Album aus. Da funkeln auch diesmal wieder zahlreiche herrliche Songfragmente auf, begeistern wunderbare melodische Einfälle neben anspruchsvollem Handwerk ("High / Aflameund "Foul Temple" seien mal als Anspieltipps genannt). Aber die immer wieder herumliegenden Elfmeter werden einfach nicht zielsicher verwandelt. Zu den genannten Zutaten mischt sich diesmal noch ein Hauch Jam-Charakter der Marke Dave Matthews Band, der den Songs zwar einerseits eine gewisse Leichtigkeit, ein sympathisches Live-Feeling und weitere Unberechenbarkeit gibt. Der direkte Zugang zu den Songs wird hierdurch auf der anderen Seite aber auch wieder ein Stück weit erschwert. Die wild aufspielenden Bläser, schon auf dem Vorgänger der Hinhörer schlechthin, sorgen auch diesmal wieder für nette und willkommene Farbtupfer. 

Alles in allem begeistert mich die neue Scheibe aber merklich weniger als der Vorgänger. Vielleicht liegt es auch an der Tatsache, dass die Band sich für mein persönliches Empfinden kein Stück weiterentwickelt hat und Album No. 3 als beliebig austauschbarer Ersatz von Album No. 2 präsentiert. Vielleicht auch einfach an der Tatsache, dass auf "Bottled Out Of Eden" verdächtig wenig zwingende Songideen vorhanden sind die den Hörer bei der Stange halten. Für eine noch junge Band mit Prog Anspruch ist das leider ein bisschen wenig Mut, trotz der plakativ zur Schau gestellten Waghalsigkeit mancher Songideen. Wem das bisherige Oeuvre der Band gefallen hat sollte auch diesmal ein Ohr riskieren. Wer mit dem Vorgänger nichts anfangen konnte braucht hier aber keinen erneuten Versuch zu starten.

WERTUNG:





Trackliste:

01. High / Aflame
02. The Germ Inside
03. I Am Lost
04. The Deathless
05. Foul Temple
06. Vision Of The Bent Path
07. I Must Set Fire To Your Portrait
08. Lowered Into Necromancy
09. A Dream About A Dream
10. Secret Words
11. Feel The Sorcery

Mario

Montag, 8. Februar 2016

SEVENTH VEIL - Vox Animae

Band: Seventh Veil
Album: Vox Animae
Spielzeit: 44:49 min.
Stilrichtung: Hardrock, Heavy Metal
Plattenfirma: Pure Steel Publishing
Veröffentlichung: 05.02.2016
Homepage: www.seventhveil.eu

Es scheint in Mode zu sein, seinen Alben lateinische Namen zu geben. Aber im Falle der Italiener SEVENTH VEIL könnte der Schuss nach hinten los gehen. Denn immerhin halten die Jungs die Hair Metal Fahne hoch. Zumindest war das auf ihrem Debütalbum „White Trash Attitude“ (Rezi HIER) so. Aber schon das neue Bandfoto macht stutzig. Denn das kommt so gar nicht genretypisch daher. Und siehe da, schon nach kurzem Antesten des neuen Materials wird schlagartig klar, dass SEVENTH VEIL auf ihrem Zweitling „Vox Animae“ ganz andere Wege gehen. Vorboten waren wohl Gigs im Vorprogramm von Bands wie THE 69 EYES, POWERWOLF oder AVANTASIA. Vorher war man mit Kapellen wie HARDCORE SUPERSTAR, CYANIDE 4 oder SILVER ADDICTION unterwegs. Weitaus härter und ohne die Rock´n Roll Kante des Erstlings bewegen sich SEVENTH VEIL somit auf härteren und auch moderneren Pfaden. Das Prädikat „Modern Hard Rock“ prangt auf dem Promoinfo. Na, dann mal los!

Die nächste Überraschung ereilt den Hörer in Form eines klassischen Intros: „Vox Animae/rEvolution“ nennt sich dieses. „Devil In Your Soul“ nennt sich der erste richtige Song des Albums. Der ist soundtechnisch zwar schon dem neuen Stil angepasst, vom Songwriting her könnte er aber auch durchaus auf dem Vorgänger stehen. Der Fan soll so sanft wie möglich an die Änderungen herangeführt werden. Nach diesem Appetizer ist aber ganz schnell Schluss mit lustig. Schon „Living Dead“ prescht mit harten Stakkatto-Riffs vor und zeigt Nähe zu aktuellen Top-Sellern wie STONE SOUR und Co. Der Gesang bleibt davon aber weitestgehend unangetastet, und das ist auch ein großes Manko. Denn Lorenzo Bertasi hat nicht die passende Stimme für den neuen Stil der Italiener.

Härte ist nicht alles – das zeigt „Vox Animae“ mal wieder ziemlich ungeschminkt. Zwar kann man mit „Together Again“ oder „“ durchaus punkten, der große Rest der Songs verschwindet aber so schnell in der Versenkung, wie sie aufgetaucht sind. Egal ob einfallsloses PANTERA-Gedächtnis Riffing („Broken Promises“) oder fast schon klägliche Balladen („Dad“, „Begging For Mercy“) - wie passend – SEVENTH VEIL starten auf Biegen und Brechen den Versuch, modern zu klingen. Hier klingt nichts homogen, die Ideen fehlen und vor allem richtig gute Songs.

WERTUNG: 






Trackliste:

1. Vox Animae/rEvolution (Intro)
2. Devil In Your Soul
3. Living Dead
4. Together Again
5. Broken Promises
6. Song For M
7. Dad
8. Noway Train
9. Begging For Mercy
10. No Pain No Gain
11. Nothing Lasts Forever
12. Sms

Stefan

Mittwoch, 2. September 2015

GRAVE PLEASURES - Dreamcrash

Band: Grave Pleasures
Album: Dreamcrash
Spielzeit: 45:29 min
Stilrichtung: Goth Rock
Plattenfirma: Columbia/Sony
Veröffentlichung: 04.09.2015
Homepage: www.gravepleasures.com

Aus der Asche von gleich 2 recht schnell implodierten Nachwuchshoffnungen am Dark-Rock Himmel ist die neue Truppe GRAVE PLEASURES erstanden: Gitarristin Linnéa Olsson konnte an der Seite von Johanna Sadonis (nun bei Lucifer aktiv) unter dem The Oath Banner mit Ihrem selbstbetitelten Debüt für aufgeregtes Raunen in der Szene sorgen, Sänger/Komponist Mat „Kvost“ McNerney legte als Beastmilk mit “Climax” ein verdammt starkes Death Rock Album vor. Betrachtet man die weitere Besetzung der Band, so handelt es sich bei GRAVE PLEASURES im Grunde um eine Umfirmierung von Beastmilk mit erweiterter Mannschaft - das macht auch gleich der zutiefst im 80er Goth Rock verwurzelte Opener „Utopian Scream“ klar, der nahtlos an die Highlights von „Climax“ anknüpft. Mit den altbekannten Goth Stilmitteln  ziehen GRAVE PLEASURES hier Ihren Stiefel ohne Wenn und Aber durch, und wer von dem Vorgänger begeistert war, dürfte hier voll auf seine Kosten kommen

Nun ist es so, dass dieser wehleidige, selbstbemitleidende Gesang natürlich nicht jedermanns Sache ist, was ja prinzipiell auch gut ist – es gibt schon genug Konsensmusik da draussen. Und die zahlreichen Kritiker, die sich bereits an Beastmilk echauffiert haben, haben natürlich durchaus Ihre Argumente. Allerdings muss man feststellen, dass GRAVE PLEASURES Ihre Sache innerhalb der gesetzten Genre-Grenzen ziemlich gut machen. Ob die Chose so offensiv als das nächste große Ding beworben werden muss und inwiefern auch die doch recht „professionelle“ Produktion des beim Branchenmajor Sonz erscheinenden Albums der Glaubhaftigkeit der Band nützt oder schadet sei mal dahingestellt. An der Qualität solche Ohrwürmer wie „New Hip Moon“ oder „Crisis“ kann das Ganze nichts ändern.

GRAVE PLEASURES schicken sich an, den weitestgehend in den Underground verbannten Goth-Rock wieder ein Stück weit salonfähig zu machen. Mit einer zeitgemäßen Produktion, ner ordentlichen Schüppe Internet und Print Hype, sowie einer Handvoll souverän eingetüteter Songs könnte das auch gelingen. Ob das Album den persönlichen Geschmack trifft kann aber nur ein (Vorab)Test zeigen. Okay, aber nicht herausragend.

WERTUNG:





Trackliste:

01. Utopian Scream
02. New Hip Moon
03. Crying Wolves
04. Futureshock
05. Crisis
06. Worn Threds
07. Taste The Void
08. Lipstick on your Tombstone
09. Girl in A Vortex
10. Crooked Vein
11. No Survival

Mario

Mittwoch, 24. Juni 2015

MY REFUGEE - A Matter Of Supremacy

Band: My Refuge
Album: A Matter of Supremacy
Spielzeit: 49:54 min
Stilrichtung: Modern Heavy Metal
Plattenfirma:  Bakerteam Records
Veröffentlichung: 23.06.2015
Homepage: www.reverbnation.com/myrefuge

Und hier haben wir mit MY REFUGE mal wieder eine Band die Modern Metal mit progressiven und rockigen Einflüssen mischt. Die Jungs sind Italiener und gründeten sich 2010. „A Matter of Supremacy“ ist ihr Debütalbum, nachdem man mit der selbstproduzierten EP „3407 – Pictures Of An August Night“ ordentliche Kritiken einfahren konnten.
Man könnte den Sound der Band glaube ich am ehesten als eine rockigere und modernere Variante von RAGE  bezeichnen.
Wie sich das anhört, finden wir jetzt mit dem Albumopener „A Storm is coming“ zusammen heraus.
Ohne viel Vorgeplänkel legt man hier los, das Ganze ist ein flotter Midtempotrack geworden, der erstmal gar nichts progressives zu bieten hat. Typischer Moderner Heavy Metal/Rock mit eingängigem Chorus und einer angenehmen Gesangsstimme wird einen hier geboten, der direkt ins Blut übergeht. Ein sehr starker Beginn!
Im Midtempobereich sind dann auch die anschließenden „The Cage“ und „Calling of the Wind“ gehalten wobei letztere Nummer aufgrund des besseren Chorus hier eindeutig der Gewinner ist.
Etwas ruhiger geht es dann bei „Endless Night“ zu, eine kraftvolle Halbballade die von ihrer Atmosphäre und dem klasse Gesang lebt. Hier kann man sich voll auf den Song einlassen und mal alles um sich herum verlassen.
Der Mittelteil wird dann von „Living in Anger“ eröffnet. Hier haben wir aber ein klarer Fall von Griff ins Klo, denn der Song entwickelt zu keiner Zeit die Klasse der ersten Nummern. Ähnliches kann man dann leider auch über das anschließende „This Wall“ sagen, erst beim folgenden, epischen „The Raven“ geht die Qualitätskurve wieder nach oben und bleibt dann auch eigentlich bis zum Schluss des Albums dort.
Gut hörbar sind die abschließenden Songs „On Wings of Wax“ und „Somewhere“ auf jeden Fall, die ganz großen Tracks haben wir aber ganz klar in der ersten Hälfte der Scheibe gehört.

Anspieltipps:

Dieses Mal kann ich euch hier “A Storm is coming”, “Calling of the Wind”, “Endless Night” sowie “The Raven” empfehlen.

Fazit :

An sich machen die Jungs von MY REFUGE auf ihrem Debütalbum nicht ganz so viel falsch, man hat einige packende Tracks parat, der Gesang und auch die Produktion sind ebenfalls in Ordnung, aber in Summe sind viele der Songs, gerade in der zweiten Hälfte doch sehr berechenbar und damit zu gewöhnlich.
Trotzdem kann man denke ich hier insgesamt von einem ordentlichen Debüt sprechen, mal schauen was wir von der Band noch hören werden!

WERTUNG: 






Trackliste:

01. A Storm is coming
02. The Cage
03. Calling of the Wind
04. Endless Night
05. Living in Anger
06. This Wall
07. The Raven
08. Empty Room
09. On Wings of Wax
10. Somewhere

Julian

Montag, 22. Juni 2015

GRAND THEFT CULTURE - Grand Theft Culture EP

Band: Grand Theft Culture
Album: Grand Theft Culture EP
Spielzeit: 14:42 min.
Stilrichtung: Alternativ, Modern Rock
Plattenfirma: Eigenvertrieb
Veröffentlichung: bereits veröffentlicht
Homepage: www.grandtheftculture.com

Heute haben wir einen Schwedenhappen für Euch, der für großes Aufsehen sorgen könnte. Normalerweise kümmern wir uns hier bei Rock Garage nicht sonderlich viel um neue Trends oder Chartmucke, aber GRAND THEFT CULTURE könnten eine große Nummer werden. Der Vierer aus Stockholm mixt guten alten Rock mit überlebensgroßen Melodien und Tonnen von Samples, die von DJ Erik Johansson initiiert werden. Dubstep Rock´n Roll nennen sie das bei GRAND THEFT CULTURE. Dieser Vierer hat mit Michel Santunione auch ein „prominentes“ Mitglied in seinen Reihen. Santunione spielte schon bei Musicals wie „We Will Rock You“ und „Rock Of Ages“ mit und ist auch so ein talentiertes Bürschchen. Drummer Markus Hjalsten ist bekannt für seinen Stahlhelm, auf dem er ein Schlagzeug-Becken montiert hat. Als letzter im Bunde haben wir Bassist Johannes Sandberg.

Ein bisschen verrückt sind die Jungs also schon – muss man auch sein, wenn man elektronische Musik derart mit Rock´n Roll kreuzt. Dass das aber wunderbar funktioniert, zeigt nicht zuletzt die aktuelle Single „Down The Line“, die diese 4-Track EP eröffnet. Sie ist bei Schwedens größter Rock-Station „Bandit Rock“ vier Wochen nacheinander zum „Most Wanted Track“ gewählt worden. Die offiziellen Charts haben den Song zwar noch nicht gesehen, aber noch ist die Band auch auf der Suche nach einem geeigneten Deal. Soll mich doch der Teufel holen, wenn da kein Major-Label anbeißt. Ob das dann Fluch oder Segen für die Jungs sein wird, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Jedenfalls haben GRAND THEFT CULTURE mit „Down The Line“ einen waschechten Radiohit geschrieben. Als Bastard aus Ballade und Rocksong kommt der Track mit überlebensgroßen Melodien daher. Nach höchstens drei Durchgängen will er nicht aus dem Kopf. Die anderen drei Songs sind um einiges härter ausgerichtet, was nicht zuletzt an den Effekten liegt, die Erik Johansson aus seinem Equipment quält. So ist „Pushed Around“ ein moderner Rocksong, der außerhalb des Refrains eigentlich recht melodiös gehalten ist. Der Chorus bietet nicht nur Riffing á la RAGE AGAINST THE MACHINE sondern auch deren Shout-Elemente. Auch bei Teilen von „Cut You To Pieces“ haben GRAND THEFT CULTURE zu Zack De La Rocha und seinen Männern aufgeschaut. Nicht ohne dieses Mal den Refrain mit mehr Hooks auszustatten. Das abschließende „Touch The Sky“ erinnert anfangs etwas an SOUNDGARDEN, hat aber ebenfalls fiese Electro-Beats an Bord.

Den einzigen Rat, den ich den Schweden mitgeben kann ist, dass sie die ähnlich klingenden Elemente von DJ Erik Johansson vielleicht nicht so inflationär bei jedem Song einsetzen sollten. Das ist bei einer Spielzeit von einer viertel Stunde vielleicht ganz ok, auf die Länge eines kompletten Albums wird es vielleicht etwas zu eintönig, auch wenn dieses Stilelement fest zum Bandsound gehört. Mit dieser EP haben die Schweden ein ganz dickes Ausrufezeichen gesetzt und ihr Hit „Down The Line“ schreit nach vielen Radioeinsätzen – sogar im deutschen Formatradio! Hört Ihr mich – Bayern 3 und Kollegen? Das hier ist eine ganz heißen Nummer!!!

WERTUNG:






Trackliste:

1. Down The Line
2. Pushed Around
3. Cut You To Pieces
4. Touch The Sky

Stefan

Montag, 25. Mai 2015

MIDRIFF - Doubts & Fears

Band: Midriff
Album: Doubts & Fears
Spielzeit: 65:49 min.
Stilrichtung: Hardrock, Alternative
Plattenfirma: Office4Music
Veröffentlichung: 29.05.2015
Homepage: www.midriff.at

Dass in Tirol nicht nur gejodelt wird, wissen wir nicht erst seit gestern. Dann wären MIDRIFF aus der Grenzstadt Kufstein hier auch an der falschen Adresse, denn mit derartiger „Musik“ haben wir bei Rock Garage nix am Hut. Also müssen MIDRIFF irgendwo im Hartwurst Business aktiv sein – natürlich. Sie selbst bezeichnen ihre Musik als Mischung aus Hardrock, Grunge, Stoner und Classic- bzw. Blues Rock. Und noch eine Besonderheit gibt es bei diesem Trio: neben den Brüdern Joshua und Jeremy Lentner (guitars bzw. bass) sorgt Drummer Paul Henzinger nicht nur für den richtigen Beat sondern auch für die gesangliche „Untermalung“. Sein Organ erinnert nicht selten an die Dänen VOLBEAT und somit an Michael Schon Poulsen. Auch die Musik auf dem zweiten Langspieler „Doubts & Fears“ suhlt sich hier und da in dieser Suppe, wenngleich MIDRIFF weitaus weniger kommerziell zu Werke gehen als die Dänen in jüngster Vergangenheit.

Aber auch Bands wie AUDIOSLAVE, ALTER BRIDGE oder BLACK STONE CHERRY findet man im Bandsound wieder, überhaupt gehen die Österreicher auf „Doubts & Fears“ düsterer zu Werke als noch beim Debüt „Broken Dreams“ aus dem Jahre 2012. Und das merkt man gleich beim Opener „Outcry“, ein Song, der richtig knallt. Dabei ist er nicht der einzige, auch Stücke wie „Playing A Role“, „Safehouse“ oder „Less Than Expected“ gehen richtig ab. Dazwischen gibt es erstaunlich viele Verschnaufpausen. Vom ruhigen „Mind´s Health“ über die Chartballade a´la NICKELBACK „Long Gone“ bis hin zum nachdenklichen „In My Cage“ ist fast die Hälfte der Songs langsamer Natur.

Das soll aber nicht darüber hinweg täuschen, dass das österreichische Trio so richtig einen vor den Latz knallen kann. „Doubts & Fears“ ist ein ehrliches aber recht düsteres Album geworden, das teilweise richtig harte Brocken an Bord hat, auf der anderen Seite aber soft ist wie Lenor (das heißt sicher in Österreich anders). Im Großen und Ganzen aber können MIDRIFF von sich behaupten, ein erwachsenes Album geschaffen zu haben.

WERTUNG: 






Trackliste:

1. Outcry
2. Playing A Role
3. Only A Pawn
4. Long Gone
5. Minds Health
6. Safehouse
7. Death Row
8. Whats Left
9. In My Cage
10. Regular Monster
11. Less Than Expected
12. I Can´t Say
13. Soul To Burn

Stefan

Mittwoch, 20. Mai 2015

GRUSELKABINETT - Träume im Hexenhaus (Hörspiel)

Band: Gruselkabinett
Album: Träume im Hexenhaus (Hörspiel)
Spielzeit: 65 min.
Stilrichtung: Hörspiel
Plattenfirma: Titania Medien
Veröffentlichung: 15.05.2015
Homepage: www.titania-medien.de

Grusel bzw. Horror und Metal – das geht doch immer. Nicht gerade wenige Hartwurst Bands haben Ihre Musik auf literarischen Vorlagen aus dem Schauer Sektor aufgebaut, manche Bands beziehen sich gar inhaltlich weitestgehend komplett auf das Schaffen eines bestimmten Schriftstellers (wie z.B. Sulphur Aeon, The Vision Bleak oder Fields of the Nephilim). Eine ganz besondere Stellung in der klassischen Horror-Literatur nimmt, neben Edgar Allan Poe, der legendäre H. P. Lovecraft ein, der immer wieder als Inspiration von Metal Bands verschiedenster Couleur zitiert wird. Wie kaum ein anderer hat Lovecraft apokalyptische, gespenstische Alptraum Szenarien in dem weit gesteckten Feld zwischen Horror und Science Fiction erschaffen, die die Phantasie von Generationen von Künstlern aus den verschiedensten Genres beflügelt haben. Für uns Grund genug heute einmal die gewohnten Pfade zu verlassen und einem neu erschienen H.P. Lovecraft Hörspiel auf den Zahn zu fühlen.

Interessanterweise hat sich das Titania Label, das seit vielen Jahren die fabelhafte Hörspielreihe „Gruselkabinett“ für ein begieriges Publikum produziert, anlässlich der 100. Jubiläumsfolge eine der obskursten und auch umstrittensten Lovecraft Stories ausgewählt: wurde „Träume im Hexenhaus“ seinerzeit von der Kritik nicht gerade mit Lob überhäuft und mitunter verständnislos belächelt, so hat sich das Blatt in späteren Jahren gewendet und die Geschichte gilt heute für viele als einer der elementaren Teile des berühmten Cthulhu-Mythos. Wer die Geschichte liest muss sich allerdings unweigerlich die Frage stellen, wie man diesen Stoff als Hörbuch umsetzen soll. Lovecraft hatte sich bei der Geschichte durchaus ein wenig an der Balance aus Inhalt und Form verhoben und den interessanten konzeptionellen Überbau mit einer nur leidlich ausgearbeiteten echten Geschichte garniert. Dank der athmosphärisch dichten, gut durchdachten Regie des neuen Hörspiels ist der Zuhörer aber schnell mitten drin im Geschehen und dem schleichenden Wahnsinn, der den jungen Studenten Walter Gilman gefangen nimmt. Wir werden Zeuge des unabwendbaren Abstiegs in die absonderlichen Parallelwelten Lovecrafts, bis zum bitteren Ende, und das Fehlen der detailierten psychedelisch/wirren Beschreibungen der manchmal ausschweifenden Vorlage ist im Hörbuch die dramaturgisch bessere Wahl. Wie bei der Gruselkabinett-Reihe gewohnt, lebt das Hörspiel von der vortrefflichen Auswahl an Sprechern, allen voran Hannes Maurer als Walter Gilman und Wilfried Herbst als der zutiefst religiöse Mazurewicz.

Als Schmankerl gibt’s bei dieser Jubiläums-Folge eine Bonus-DVD obendrauf (die 52-minütige Dokumentation "Titania Medien – Ein atmosphärisches Portrait"), die einen sehr interessanten Blick über die Schulter der Leute gibt, die in mühevoller Arbeit Ihr Herzblut und Ihre Leidenschaft einem Nischenmedium gewidmet haben. Die Entstehungsgeschichte eines Titania Hörspiels wird hier von vorne bis hinten aufd sympatische und ehrliche Art geschildert - für Fans ein Muss und ein lohnender Mehrwert zu der gelungenen Jubiläums-Folge.

WERTUNG: /

Trackliste: /

Mario

DEATH ALLEY - Black Magick Boogieland

Band: Death Alley
Album: Black Magick Boogieland
Spielzeit: 40:57 min
Stilrichtung: Psychedelic Rock, Punk Rock
Plattenfirma: Tee Pee Records
Veröffentlichung: 18.05.2015
Homepage: www.facebook.com/deathalleyband

Cooles Cover. Cooler Albumtitel. Coole Band. Weil sie einfach anders ist. DEATH ALLEY kombinieren psychedelische Rockmusik mit schwerer Retro-Schlagseite und punkiger Rotzigkeit zu einem Mix, den man nicht an jeder Straßenecke zu hören bekommt. Abgerundet wird der Sound von einer kleinen Brise Doom Metal. Das Debüt der Herrschaften aus Amsterdam hört auf den schönen Namen "Black Magick Boogieland" - steht frisch in den Plattenläden - und es rockt!

Der Opener "Over Under" klingt wie ein Bastard von THE DEVIL'S BLOOD, MOTÖRHEAD, GRAVEYARD und den RAMONES. Der Titeltrack überzeugt mit erstklassiger Gitarrenarbeit, lässig und doch mit Feuer. JIMI HENDRIX würde an DEATH ALLEY auch seine helle Freude haben, dürfte er doch sicherlich seinen Einfluss auf die Jungs haben, zu hören besonders beim Titeltrack. Weiter geht die wilde Reise durch das Boogieland, keine Ausfälle zu verzeichnen. Mal flotte, treibende Rocker wie das ansteckende "The Fever", dann phasenweise richtig doomige Stücke ("Golden Fields Of Love"). Groove, Rock 'n' Roll und ein wenig rotzige Attitüde. Dazu eine perfekte, leicht dreckige Produktion mit Ecken und Kanten. Hier fügt sich alles nahtlos zu einem starken Gesamtbild zusammen. Und saftige Gitarren, hier sticht der Rocker "Dead Man's Bones" besonders heraus. Beim recht vertrackten Rausschmeißer "Supernatural Predator" zeigen die Jungs dann knapp 13 Minuten lang, dass sie auch richtig abgefahrene Sachen in der Hinterhand haben. Der Song ist ein wilder Trip, wie im Rausch.

Eine richtig starke Scheibe ist der Erstling von DEATH ALLEY geworden. Frisch und frei von der Leber weg macht "Black Magick Boogieland" einfach mächtig Spaß!

WERTUNG:






Trackliste:

01. Over Under
02. Black Magick Boogieland
03. Bewildered Eyes
04. The Fever
05. Golden Fields Of Love
06. Stalk Eyed
07. Dead Man's Bones
08. Supernatural Predator

Chris

Montag, 18. Mai 2015

MICHAEL BORMANN - Closer

Band: Michael Bormann
Album: Closer
Spielzeit: 45:18 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: RMB/Pride & Joy Music
Veröffentlichung: 22.05.2015
Homepage: www.michaelbormannpage.de

Mit seiner Teilnahme an der Castingshow „Voice Of Germany“ hat sich Rockröhre MICHAEL BORMANN sicher nicht nur Freunde gemacht. Sein Versuch, auf den Kommerzzug aufzuspringen ist dann auch schon nach kurzer Zeit in die Hose gegangen – leider. Denn mit seinen Beiträgen hat er Würze in den Einheitsbrei mit den üblichen Teenie-Beauties gebracht (wobei das bei Voice Of Germany eher am wenigsten der Fall ist). Dennoch beschränkte er sich darauf, Balladen zu singen. Der erste Kontakt mit einem Privatsender war es indes nicht. Denn gewissermaßen mitten der Flaute mit seiner eigenen Band JADED HEART nahm er ein Angebot von RTL an bzw. wurde aus tausenden Bewerbern ausgewählt und gewann die Soundmixshow mit einer Coverversion von BON JOVI. Dass Bormann´s Stimme aber gerade zu dazu prädestiniert ist, hat er nicht erst einmal bewiesen. Sogar ein ganzes Album mit Schmusenummern hat er zusammengestellt. „Love Is Magic“ (Rezi HIER) nannte sich die Kompilation, die er letztes Jahr aufs Parkett gezaubert hat.

Jetzt steht der Duisburger nach seiner gemischt aufgenommenen Platte „Different“ (2010) erneut mit komplett neuem Material Gewehr bei Fuß. Wer ein Werk a´la „Conspiracy“ (2006) oder „Capture The Moment“ (2008) erwartet, wird erneut enttäuscht werden. Denn auf „Closer“ führt Bormann den Weg des letzten Silberlings fort und rockt mal mehr, mal weniger, experimentiert mit genrefremden Sounds und setzt sich schon mal gerne zwischen alle Stühle. Hat er auf „Different“ noch praktisch alles selbst gemacht, hat er sich dieses Mal einige Leute mit ins Studio geholt, die ihn unterstützt haben. Zum einen haben wir Jean Bormann (guitars), Marco Grasshoff (keyboards), Eric Ragno (keyboards) sowie Bobby Stöcker (guitars). Der Großteil stammt dennoch von Bormann selbst.

Als Eröffnung steht mit „I´m Not Your Entertainment“ ein Statement, das erst auf den zweiten Blick nachvollziehbar ist. Denn der Text ist auf das Liebesleben bezogen und will sagen „ich bin nicht Dein Spielzeug“. Der straighte Rocker hat gute Melodien und einen tollen Groove. Den hat auch „Let´s Make History“, aber der Song spielt auch erstmals mit modernen Soundtüfteleien. Das kennt man aber auch schon vom Vorgänger „Different“. „Never Say Die“ ist die moderne Version eines JADED HEART Songs. Zumindest könnte er in rockigerer Ausführung auf einem älteren Album der Band stehen. Mit „Can´t Get A Touch Too Much“ grenzt der Duisburger erstmals die Stromgitarre fast komplett aus. Nur ein kleiner Anteil in der Bridge ist ihr beschert. Bei „Because We Are The World“ wird es erstmals balladesk.

„Living It Up“ rockt wieder amtlicher und „I Wanna Be A Rockstar“ ist schon fast ein richtiger Brecher. So hart hat man MICHAEL BORMANN schon lange nicht mehr rocken hören. Mit „For This One Time In Life“ und dem Titeltrack folgen dann auch gleich zwei weitere Balladen. „Rich Men´s World“ ist eine Rocknummer, die man eher vernachlässigen kann und bei „Down To The Bottle“ versucht sich der Mastermind als Rapper. Naja... unerlässlich ist zum Abschluss natürlich ein Song: „Warrior“, den er so erfolgreich bei „Voice Of Germany“ performt hat. Allerdings ist der Vortrag auf Konserve nicht ganz so intensiv wie bei seiner Liveperformance im Fernsehen – schade eigentlich. Doch die Version des Songs von Demi Levato ist und bleibt toll.

Zählen wir doch mal zusammen: ob es für die Karriere etwas gebracht hat oder nicht, sich bei „Voice Of Germany“ anzumelden, lassen wir einmal dahingestellt. Fest steht, dass MICHAEL BORMANN ein toller Musiker ist und mit einer noch tolleren Stimme gesegnet ist. Vielleicht wäre er zum jetzigen Zeitpunkt die beste Wahl für den ehemals vakanten Posten des BONFIRE Frontmanns gewesen? Immerhin hat er Mitte der 90er schon einmal für kurze Zeit bei den Ingolstädtern angeheuert. „Closer“ ist nach „Different“ ein weiteres Werk, das enorm abwechslungsreich ist. Manchem Rocker mögen die Ausflüge in moderne Welten etwas zu viel sein oder auch die ein oder andere Ballade, aber „Closer“ bietet auch gute Rockmusik und somit sollte für jeden etwas dabei sein.

WERTUNG:






Trackliste:

1. I´m Not Your Entertainment
2. Let´s Make History
3. Never Say Die
4. Can´t Get A Touch Too Much
5. Because We Are The World
6. Living It Up
7. I Wanna Be A Rockstar
8. For This One Time In Life
9. Closer
10. Rich Men´s World
11. Down To The Bottle
12. Warrior

Stefan

MARK SLAUGHTER - Reflections In A Rearview Mirror

Band: Mark Slaughter
Album: Reflections In A Rearview Mirror
Spielzeit: 47:57 min.
Stilrichtung: Hardrock, Alternative
Plattenfirma: Escape Music
Veröffentlichung: 22.05.2015
Homepage: www.markslaughter.com

Nachdem sich MARK SLAUGHTER in den vergangenen Jahren auf unzähligen Tribute-Alben verdingte, steht jetzt mit „Reflections In A Rearview Mirror“ ein komplett neues Album des ehemaligen SLAUGTHER/VINNIE VINCENT/XCURSION Vokalisten an. Beim dem Titel wird einem ganz warm ums Herz – er wird doch nicht? Nein, tut er nicht. Was anmutet wie eine Retroshow entpuppt sich schon bei den ersten Tönen des Openers als Trugschluss. Modern quillt „Away I Go“ aus den Boxen und scheinbar hat Slaughter jede Menge Wut im Bauch. Und doch sind Querverweise zu seiner Hauptcombo (mit der er jetzt wieder live aktiv ist) eingeflochten. Die Vorab-Single „Never Givin Up“ hält da schon eher die Retro-Fahne hoch. Landesweit wurde der Song in den USA bereits abgefeiert – zurecht. An die großen Hits der Band kommt er dennoch nicht heran. Aber MARK SLAUGHTER scheint in der Spur zu sein.

Ein großer Teil des Albums kommt aber nicht ohne tiefergestimmte Gitarren und frickelige Riffs aus. Einfach macht es uns der der Mann mit der außergewöhnlichen Stimme nicht gerade. „Miss Elainous“, das etwas klassischere „The Real Thing“ oder das leicht punkige „Somewhere Isn´t Here“ sind aber doch gelungen und Balladen wie „Baby Wants“ oder das relaxte Instrumental „In Circle Flight“ sorgen für Entspannung.

„Reflections In A Rearview Mirror“ ist kein Album, das man von MARK SLAUGHTER so erwartet hätte. Der Titel ist etwas irreführend und manche Songs sind etwas ähem schwierig. Mit „Never Givin Up“ hat er aber auch einen kleinen Hit geschaffen. Insgesamt gesehen schrammt der Ami mit seinem Solowerk aber scharf an einem „solide“ vorbei. Da hätte man sich vielleicht etwas mehr erwartet.

WERTUNG: 






Trackliste:

1. Away I Go
2. Never Givin Up
3. Miss Elainious
4. Carry Me Back Home
5. The Real Thing
6. Baby Wants
7. Don´t Turn Away
8. Somewhere Isn´t Here
9. In Circle Flight
10. Velcro Jesus
11. Deep In Her Heart

Stefan

Mittwoch, 13. Mai 2015

KLOGR - Make your Stand [EP]

Band: KLOGR
Album: Make Your Stand [EP]
Spielzeit: /
Stilrichtung: Alternative/Progressive Metal
Plattenfirma: Zeta Factory
Veröffentlichung: 13.05.2015
Homepage: www.klogr.net

Die 2011 gegründete italienische Alternative/Prog Metal Kapelle KLOGR (ausgesprochen “ Key-Log-Are”) war mir bisher leider kein Begriff. Laut Promo Zettel hat Bandchef/Sänger/Gitarrist Gabriele "Rusty" Rustichelli in den vergangenen Jahren allerdings bereits ein ziemlich beeindruckendes Tempo vorgelegt:  2 Studioalben („Till You Decay“ (2011) und „Black Snow“ (2014)), Eine EP („Till You Turn“ (2013)), ein Live Album („Ground Zero 11-11-11" (2014)), zahlreiche Musikvideos sowie ein Auftritt auf dem renommierten „Sweden Rock Festival“ im Jahre 2013. Das klingt nach verdammt hyperaktivem Output und das nun vorliegende „Make Your Stand“ (bestehend aus einer EP und einer DVD) ist ebenfalls ein bis zum Rand vollgepacktes Paket geworden.

Auf Silberling 1 sind 3 neue Tracks vertreten, die die Band mit fetten, tiefgelegten Rhythmusgitarren, einer ungemein tight nach vorne hämmernden Rhythmussektion und erstaunlich muskulösen Produktion präsentieren. Um keinen Rohstoff für 15 Minuten Musik zu verschwenden, haben die Jungs dann auch gleich noch die Tonspuren des auf Scheiblette No. Duo verewigten Live-Auftritts geparkt – sehr begrüßenswert. Der gut gefilmte und klanglich astrein eingefangene Gig als Vorband der Guano Apes in 2014 zeigt ein technisch versiertes und, trotz dem im vergangenen Jahr erfolgten Austausch der gesamten Rest-Mannschaft, bestens aufeinander eingespieltes Team, das sich durch knapp 45 Minuten Material schrotet und dabei einige ganz schön starke Tracks wie „Draw Closer“, „King Of Unknown“ oder „Vultures Feast“ vorweisen kann. Das Prog Element ist bei KLOGR zwar nicht unbedingt sehr ausgeprägt, was aber den guten Melodien und allgemeinen Eingängigkeit der Tracks zuträglich ist. Die Live Songs zeigen allerdings auch, dass die drei neuen Tracks nicht ganz die Hookdichte des älteren Materials erreichen: während „Breaking Down“ mit groovigen Riffs und gutem Gesang zu überzeugen weiß, flachen „Make Your Stand„ und „Breathing Heart“ leider etwas ab. Abgerundet wird die DVD durch eine beinahe zweistündige „Behind The Scenes“ Video Dokumentation. 

Für Fans und solche des es noch werden sollen bieten KLOGR mit „Make Your Stand“ also ein enorm fettes und professionelles Paket (ebenfalls empfehlenswert die mehr als überzeugende Homepage der Band), das einen echten Gegenwert fürs Geld bietet. Zum persönlichen Antesten wärmstens empfohlen!

WERTUNG:





Trackliste (CD):

01. Breaking Down
02. Make Your Stand
03. Breathing Heart
04. Draw Closer (Live)
05. Zero Tolerance (Live)
06. King Of Unknown (Live)
07. Failing Crowns (Live)
08. Vultures Feast (Live)
09. Hell of Income (Live)
10. Silk And Thorns (Live)
11. Bleeding (Live)
12. Guilty And Proud (Live)
13. Guinea Pigs (Live)

Mario

Mittwoch, 22. April 2015

MIRROR QUEEN - Scaffolds Of The Sky

Band: Mirror Queen
Album: Scaffolds of the sky
Spielzeit: 37:40 min
Stilrichtung: Psychedelic Rock
Plattenfirma: Tee Pee Records
Veröffentlichung: 21.04.2015
Homepage: www.facebook.com/mirrorqueennyc

MIRROR QUEEN, das sind Kenny Kreisor (Gesang und Gitarre), Philippe Ortanez (Gitarre), Jeremy O'Brien (Schlagzeug) und James Corallo (Bass). Die Amis haben sich dem 70er Jahre Rock verschrieben, meist recht spacig und psychedelisch. Angereichert wird das Ganze durch eine Brise Doom/Stoner und gelegentliche, wuchtige Metal Riffs.

Die Songs auf der neuen Scheibe "Scaffolds of the sky" sind atmosphärisch, aber auch etwas sperrig durch die teilweise leicht progressive Note. MIRROR QUEEN machen keine Musik zum nebenher berieseln lassen. Das ist erfreulich, wenn man sich diverse auf leicht verdauliche Hits getrimmte Bands heutzutage anschaut. Der Nachteil, die Zielgruppe für "Scaffolds of the sky" fällt entsprechend etwas kleiner aus. Das Album braucht Zeit, will entdeckt werden. Die Ausstrahlung der Songs entfaltet sich erst nach mehreren Durchläufen. Besonders "Strangers In Our Own Time" ist hier das perfekte Beispiel. Bei den ersten Durchgängen mehr oder weniger an mir vorbeigelaufen, hat sich der Song zu einem Höhepunkt der Platte entwickelt.

Einzelne Songs herauszuheben ist aber eigentlich nicht möglich, die Scheibe kommt aus einem Guss, funktioniert nur in ihrer Gesamtheit.

Wer sich also Zeit nimmt um mit MIRROR QUEEN in psychedelische Sphären vorzudringen wird viel Spaß haben. Es lohnt sich der Scheibe die nötigen Umdrehungen zuzugestehen. Versprochen!

WERTUNG: 






Trackliste:

01. Scaffolds Of The Sky
02. Quarantined
03. Strangers In Our Own Time
04. Vagabondage
05. At The Borderline On The Edge Of Time
06. Dark Ships Arrived
07. Wings Wetted Down

Chris

Mittwoch, 8. April 2015

AEVERIUM - Break Out

Band: Aeverium
Album: Break Out
Spielzeit: 57:31 min
Stilrichtung: Gothic/Modern Metal
Plattenfirma: Out of Line Music
Veröffentlichung: 27.03.2015
Homepage: www.aeverium.com

Nach der grandiosen „The Harvest“ EP war es nur eine Frage der Zeit bis die junge, deutsche Metalband AEVERIUM ihr Debütalbum nachschieben. Dieser Zeitpunkt ist nun gekommen und wenn die Qualität der letztjährigen EP nur annähernd gehalten werden kann, steht uns hier etwas ganz Großes in Haus!
Näheres und Details über die Band entnehmt ihr am Besten meiner damaligen Rezi zur EP hier bei uns, ich widme mich jetzt lieber mal direkt der neuen Mucke in Form des Opener und Titeltracks „Break Out“. Und hier zeigt sich das die EP keine Eintagsfliege war, sondern man direkt dort weitermacht wo mann aufgehört hat.
Mit geilem, druckvollen Wechselgesang der beiden Sänger Aeva und Marcel, einem einprägsamen Chorus und der dazu passenden Härte. Geile Nummer, direkt zu Beginn ,so kann es bitte weitergehen!
Und das tut es auch, „Distrust“, „Departed“, sowie die schon von der EP bekannten „Heaven's Burning“ und „Do you Remeber“ sind Paradebeispiele wie man Modern Metal mit Gothic Elementen und weiblichen, männlichen Wechselgesang heutzutage spielen sollte!
Aber auch danach lassen die Jungs und das Mädel nicht großartig nach, „Rest in Peace“, „The other Side“, „What are you waiting for“ oder „To live forever“ sind alles eins A Songs die einen direkt ins Blut gehen und Fans der Genre zufrieden stellen sollten. Auch die zwei abschließenden Unplugged Version sind sinnvolle Ergänzungen und zeigen die Band von einer anderen Seite, die sie aber genau so gut drauf haben wie auch schon die „laute“ Seite!

Anspieltipps:

Das gesamte Album bietet wenig schwache Nummern, die glasklare Gewinner sind hier aber “Break Out”, “Heaven's Burning”, “Do you Remember”, “Rest in Peace” und “What are you waiting for”.

Fazit :

Bei der EP hatte ich es ja schon in Aussicht gestellt, AEVERIUM sind gnadenlos auf den Vormarsch an die Spitze des Genre und nehmen dabei keine Rücksicht auf die bisherigen Throninhaber!
Glanzpunkte in ihrem Sound sind auf jeden Fall die zwei bärenstarken Stimmen, die ein weites Spektrum abdecken, sowie ein gutes Gespür für griffige Songs die eine gesunde Mischung aus Modern, traditionellen Metal und Gothic darstellen.
Fans der Genre, sowie Liebhaber der EP sollten hier auf jeden Fall direkt zugreifen!

WERTUNG:






Trackliste:

01. Break Out
02. Distrust
03. Departed
04. Heaven's Burning (Harvest Time)
05. Endless Space
06. Do you Remember
07. The Ground Beneath your feet
08. Rest in Peace
09. The other Side
10. What are you waiting for?
11. To live forever
12. Distrust (Unplugged)
13. The Ground Beneath your feet (Unplugged)

Julian

Montag, 9. März 2015

SANTA CRUZ - Santa Cruz

Band: Santa Cruz
Album: Santa Cruz
Spielzeit: 43:02 min.
Stilrichtung: Heavy Metal, Hair Metal, Modern Metal
Plattenfirma: Spinefarm Records
Veröffentlichung: 09.03.2015
Homepage: www.santacruz.fi

Mit ihrem Debüt „Screaming For Adrenaline“ (Rezi HIER) haben die finnischen Newcomer SANTA CRUZ ein Statement gesetzt und bei uns prompt die Höchstpunktzahl abgesahnt. Wild, jung und energisch waren die Songs, das Image auf Sleaze Metal getrimmt, und überhaupt fühlte man sich sofort ins Jahr 1989 zurückversetzt, in denen die Szene am Sunset Strip noch vital war und man mit solchen Alben noch die Billboard Charts erobern konnte. Jetzt, nur 2 Jahre später, haben Archie (vocals, guitars), Johnny (guitars), Middy (bass) und Taz (drums) schon das Material für ihr zweites Album zusammengetragen und haben nichts von ihrer Energie verloren. Im Gegenteil, das selbstbetitelte Album sprüht förmlich vor Kraft und Power und schlägt gekonnt Brücken zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart.

War das Debüt noch geprägt von klassischem Hair Metal, haben die Finnen für ihre neuen Kreationen – zehn an der Zahl – den bisherigen Stil ordentlich durcheinandergewirbelt. Harte Stakkatto-Riffs, manch elektronische Spielerei und Melodien, die sich erst nach mehrmaligem Hören so langsam als Killer entpuppen sind das Rezept für „Santa Cruz“. Auch eine gehörige Portion SKID ROW zu „Slave To The Grind“-Zeiten hat sich eingeschlichen. Kein Wunder, immerhin waren SANTA CRUZ unlängst mit den Amis auf Tour.

Doublebass-Salven und verdammt harte Riffs lassen beim Opener „Bonafide Heroes“ erst einmal aufhorchen. Will heißen, wer das Debüt geliebt hat, wird hier erstmal verdutzt auf die Plattenhülle schauen und sich fragen, ob er wirklich die richtige Scheibe gekauft hat. Der recht melodiöse Refrain sollte aber etwas versöhnlich stimmen. Trotz allem ist kein Song des neuen Langspielers mit dem alten Material vergleichbar – soviel muss sich der Fan bewusst sein. Ist der Schock erst einmal verdaut, kommen Granaten wie das schleppende „Velvet Rope“, „6(66) Feet Under“ mit seinem gleichermaßen verrückten wie geilen Solo (SIGUE SIGUE SPUTNICK lassen grüßen) oder die zweite Single „My Remedy“ - welch ein grandioses Brett – gerade recht. In diesem Fahrwasser kommt ein etwas schwächerer Song wie „Bye Bye Babylon“ schon fast wie ein Fremdkörper daher. Aber keine Panik, mit „We Are The Ones To Fall“ oder der ersten Auskopplung „Wasted & Wounded“ gibt es weiteres hochkarätiges Liedgut auf die Lauscher.

Dass sich die Ideen bei den letzten drei Songs etwas gleichen und die größten Hits schon an der Reihe  waren, muss allerdings erwähnt werden. Trotz allem sind das harte „Let Them Burn“ oder die Ballade „Can You Feel The Rain“ hörenswert. Mit ihrem zweiten Album bewegen sich SANTA CRUZ auf den Pfaden ihrer Kollegen CRASHDIET, die ebenfalls mit dem Debüt einen Meilenstein der jüngeren Sleaze-Geschichte hingelegt haben und für das zweite Album in viel härtere und modernere Gefilde vorgedrungen sind. Die Geschichte von CRASHDIET ist ja bekannt, wie es mit SANTA CRUZ auf einem eventuellen dritten Longplayer weitergehen wird, bleibt abzuwarten.

„Santa Cruz“ ist ein harter Brocken, nicht nur für die „alten“ Fans, sondern auch in Sachen Musik. Wer sich damit beschäftigt, wird aber ein weiteres Highlight der Finnen entdecken dürfen, das trotz all der Moderne im Sound noch eine Menge Rotzigkeit und Melodie einer Sleazeband beinhaltet. 10 von 10 sind dieses Mal leider nicht ganz drin, aber die 9 knallharten Punkte für diese Scheibe sollten genau so unmissverständlich sein wie die Platte selbst.

WERTUNG:






Trackliste:

1. Bonafide Heroes
2. Velvet Rope
3. My Remedy
4. 6(66) Feet Under
5. Bye Bye Babylon
6. We Are The Ones To Fall
7. Wasted & Wounded
8. Let Them Burn
9. Vagabounds (Sing With Me)
10. Can You Feel The Rain

Stefan


Mittwoch, 25. Februar 2015

SMASH INTO PIECES - The Apocalypse DJ

Band: Smash Into Pieces
Album: The Apocalypse DJ
Spielzeit: 40:25 min
Stilrichtung: Alternative
Plattenfirma: Gain Music
Veröffentlichung: 27.02.2015
Homepage: www.smashintopieces.com

Erst seit 2008 gibt es die fünf Schweden in Form von SMASH INTO PIECES. Seit dem brachten es Chris Adam Hedman Sörbye (Gesang), Per Bergqvist (Gitarre), Benjamin Jennebo (Gitarre), Viktor Vidlund (Bass) und Isak Snow (Schlagzeug) zu einigen Singles, einem Album namens „Unbreakable“, tourten unter anderem mit ALTER BRDIGE und AMARANTHE und gewannen bei den Bandit Rock Awards als Durchbruch des Jahres 2012. Nun erscheint ihr zweites Album „The Apocalypse DJ“.

Dabei bleiben sie dem Stil ihres ersten Albums weitgehend treu. Das heißt, als erstes fallen die effektüberladenen Gitarren auf und auch Synthesizer geben zusätzlich Akzente. Zusammen mit Bass und Schlagzeug wird hier eine regelrechte Geräuschwand aufgebaut, bei der es überrascht, dass Sänger Chris Adam dagegen anschreihen kann, ohne dabei in pures Gekreische zu verfallen. Tatsächlich bleibt es melodisch und gefühlvoll. Vor allem beim Duett „My Cocaine“ zeigt sich das, was auch an der Stimme von Eliza Ryd liegt.
Der Nachteil an der allgemeinen Geräuschkulisse ist, dass sie die meisten Songs relativ ähnlich klingen lässt, deshalb ist über die Songs generell zu sagen, sie bestehen aus einem eingängigen Intro, ganz netten Strophen, einem starken Chorus und irgendwo dazwischen ein dramatischer Break und/oder Gitarrensolo.
Da bleibt es nur noch Anspieltipps zu geben, bei denen ihr Schema besonders gut aufgeht. Da wäre das schon genannte „My Cocaine“, “Another Day On The Battlefield” und “Color Of Your Eyes”.

Fazit: Für einen diehard Metaller ist diese Band wohl nichts, aber wer auf radiotauglichen Rock, ein bisschen a lá Nickleback, steht, der wird bei diesem Album auf seine Kosten kommen.

WERTUNG:






Trackliste:

01. Stronger
02. My Cocaine
03. Disaster Highway
04. Checkmate
05. Don't Wake Me Up
06. Another Day On The Battlefield
07. Reaching Out
08. Color Of Your Eyes
09. Bullets
10. Burn
11. Rock N Roll (The Apocalypse Tribute)

Lotta

Mittwoch, 26. November 2014

AMADEUS AWAD´S EON - The Book Of Gates (EP)

Band: Amadeus Awad’s Eon
Album: The Book Of Gates [EP]
Spielzeit: 46:33 min
Stilrichtung: Progressive Rock/Oriental Metal
Plattenfirma: Power Prog
Veröffentlichung: 28.11.2014
Homepage: ww.facebook.com/amadeus.awad.official

Der Name AMADEUS AWAD ist womöglich den Meisten noch nicht wirklich ein Begriff, Zeit also diesen interessanten Musiker, Komponisten und Produzenten einem breiteren Publikum bekannt zu machen. Das dachte sich wohl auch das feine Label Power Prog, die nun die vorliegende EP als Special Edition im digitalen Download Format unters Volk bringen. AMADEUS AWAD ist in erster Linie ein fantastischer Gitarrist der sein Handwerk im nicht gerade für seine Metal-Szene bekannten Libanon erlernte und seinem grossen Vorbild Richie Blackmore nacheiferte. Nach diversen Gehversuchen in lokalen Bands wagte der damals 19jährige den grossen Schritt und zog in die Landeshauptstadt Beirut um sein Glück und gleichgesinnte Mitmusiker zu finden. Auf Engagements in verschiedenen Coverbands foolgte der Entschluss es als Solokünstler zu versuchen und AMADEUS AWAD brachte 3 EPs unter eignenem Namen heraus ("Ghost Stories" (2011), "Time Of The Equinox" (2012) und "Schizanimus" (2013)). Das nun vorliegende Konzeptwerk erscheint unter dem Banner AMADEUS AWAD'S EON und wurde zusammen mit dem Sänger Elia I. Monsef (von der Heavy Metal Band Ostura) ausgeheckt und umgesetzt. Tatkräftige Unterstützung haben sich die beiden durch einige alte Bekannte aus dem internationalen Metal-Geschhäft geholt. Zwar begrenzt sich das Name-Dropping auf „nur“ 3 Namen, die haben es aber in sich: immerhin stehen mit Amanda Somerville (Avanatasia, Kiske/Somerville, Kamelot)  und Russel Allen (Symphony X., Adrenaline Mob, Allen/Lande) 2 der gefragtesten Stimmwunder im PowerMetal Bereich hinter dem Mikro und der frühere Dream Theater und OST Keyboarder Kevin Moore ist ja auch mal ne Hausnummer.

In den ersten 4 Tracks wird eine fein ausgearbeitete Geschichte aus und um die Geschichte des Mittleren Osten erzählt, die in erster Linie von den wechselnden Charakteren/Stimmen und den detailliert durchgezeichneten Kompositionen leben. Die immer genau richtig dosierten arabisch eingefärbten Farbspränkel geben den Nummern wie dem enorm eingängigen „The Crown’s Fate“ oder dem packenden Midtempo Groover „The Book Of Gates“ eine schön eingenständige Note. Und dann wären da natürlich noch die Gitarrensoli vom Meister selbst, der mit Speed und Herzblut in bester Yngwie Manier sein Instrument brennen lässt und für den ein oder anderen Aha-Moment sorgt.

Interessant wird die EP vor allem durch die 3 letzten Songs, die die vorangegangene EP „Schizanimus” aus dem Jahr 2013 darstellen. Ehrlich gesagt gefallen mir diese ruhigeren Tracks noch einen Ticken besser als das neue Material, da das Ganze einerseits mit mehr akustischen Instrumenten versehen ist und die Songs insgesamt einfach aufgrund der nicht ständig wechselnden Sänger homogener über die Ziellinie kommen. Das schmälert die Güte der aktuellen Tracks allerdings in keinster Weise und dem Käufer werden hier 2 ziemlich verschiedenen Facetten von  AMADEUS AWAD zum Entdecken geboten. “The Book Of Gates” stellt daher eine lohnenswerte Anschaffu8ng für Prog/Power Metal Fans dar, sowie eine Bereicherung im noch sehr überschaubaren “Oriental Metal” Sektor.

WERTUNG:






Trackliste:

01. Visions
02. The Crown’s Fate
03. The Book Of Gates
04. Incarnation
05. Poetry Of Time (Bonus Track)
06. Noir (Bonus Track)
07. Song For A Loner (Bonus Track)

Mario

Montag, 17. November 2014

COLE CHILDERS - Aurora

Band: Cole Childers
Album: Aurora
Spielzeit: 22:20 min.
Stilrichtung: Modern Metal, Alternative
Plattenfirma: Vanity Music Group
Veröffentlichung: bereits veröffentlicht
Homepage: www.colechilders.com

Der US-amerikanische Rockmusiker COLE CHILDERS wird hierzulande eher unbekannt sein. Mit seiner ersten Band CHASING CORONA feierte er Mitte der 2000er erste Erfolge, bevor er sich dazu entschloss, solo weiter zu machen. Seit dem Austritt aus der US-Army gilt seine ganze Aufmerksamkeit der Musikkarriere. Auf „Aurora“ gibt es 6 Stücke, die zwischen düster und melancholisch tendieren und Bands wie SEETHER, den FOO FIGHTERS oder DISTURBED gar nicht unähnlich sind. In diesen gut 20 Minuten ist auch auf den ersten Blick ersichtlich, dass der Mann während der Hochzeit des Grunge aufgewachsen ist. Gute Laune können andere machen.

Schon der Einstieg „Save Me“ ist ein schwerer Hammer. Dabei sind die Texte durchaus authentisch. Die Musik indes hat man wohl schon viele Male gehört. Aber COLE CHILDERS versteht es, mit den Melodien etwas Licht in die pechschwarzen Gitarrensalven zu bringen. Sein Gesang ist kraftvoll aber etwas gewöhnungsbedürftig. „Fall With Me“ nennt sich die erste Single, zu der es auch ein Video gibt. Auch hier regiert Schwermütigkeit und rohe Gitarrengewalt. Ganz anders tönt „Addict“ mit seinen Pianos und den Beats aus der Konserve. Melancholisch ja, aber auch nachdenklich. Bei „Run Away“ wird die Vorliebe für die FOO FIGHTERS gegenwärtig. Ein fast schon punkiger Song ganz im Fahrwasser der Amis. Nach „Impossible“ einem weiteren gitarrenlastigen, schweren Rocksong gibt es abschließend mit dem Titeltrack eine coole Semi-Akustiknummer.

„Aurora“ ist nichts für zarte Gemüter. Manche Songs schubsen depressive Menschen wohl den Abgrund hinunter. Aber die Platte trifft den Zeitgeist und verbindet vielerlei Einflüsse des Grunge mit aktuellen Vertretern der Zunft. Ob COLE CHILDERS damit aus der großen Szene ausbrechen kann, werden wir erleben. Gut macht er seine Sache auf jeden Fall!

WERTUNG:






Trackliste:

01. Save Me
02. Fall With Me
03. Addict
04. Run Away
05. Impossible
06. Aurora

Stefan

Mittwoch, 12. November 2014

OUTTRIGGER - The Last Of Us

Band: Outtrigger
Album: The Last Of Us
Spielzeit: 37:34 min
Stilrichtung: Modern Metal
Plattenfirma: Gain / Sony Music
Veröffentlichung: 14.11.2014
Homepage: www.outtrigger.se

Aus dem schönen Schweden flattert uns heute weder muffiger Roots/Blues Rock, noch Hochglanz AOR oder schwitziger Sleaze-Rock um die Ohren. Vielmehr haben sich die Newcomer OUTTRIGGER auf modernen Metal mit Pop Hooks und einer ultra-polierten In-die-Fesse Produktion spezialisiert. Das kennt man schon zur Genüge von zahllosen anderen Bands, schaun mer mal ob die Truppe um Fronter Simon Peyron etwas Wertiges in die Waagschale werfen kann. Die Vorschusslorbeeren hören sich in der Tat ganz ordentlich an: 1.5 Millionen Klicks bei Spotify für die erste Single „Echo“, nationale Nominierung für den besten Schwedischen Rock-Act beim Rockbjörnen-Musikpreis plus TV-Auftritte - sind ist ja auch schon was.

Eines vorweg: spielen können sie, die Jungs von OUTTRIGGER. Jedenfalls lassen die zumeist sehr interessanten Gitarrensalven und das anspruchsvolle Drumming darauf hoffen, dass nicht allzu viel im Studio nachgetrickst wurde. Das ist bei der Top-modernen Produktion aber nicht ganz auszumachen. Bei den Hooklines lassen die Schweden ebenfalls nix anbrennen: „Superman Is Dead“, „World Of Fire“ oder „Echo“ geben ordentlich auf die Glocke und verbinden EMO-Texte mit melodischem Gesang (bzw. nur recht selten aggressivem Shouting). Im Mittelpunkt steht natürlich Sänger Peyron der den Songs etwas Dreck beimischen kann und in der feinen Akustik-Ballade „Awaken Me“ einige feinfühlige Akzente setzen kann.

Handwerklich top umgesetzt und objektiv betrachtet kompetent geschrieben ist „The Last Of Us“ ein durchgehend starkes Album geworden, dass mich allerdings aufgrund der Auswechselbarkeit noch ein wenig kalt lässt. Wer mit klar im Pop verwurzelten Hooklines und der modernen Produktion etwas anfangen kann bekommt bei OUTTRIGGER die Vollbedienung. Angesichts des spielerischen Potentials der Jungs dürfte aber auch durchaus noch etwas Platz für mehr Eigenständigkeit sein. Ein ordentliches Debüt, das der Zielgruppe einige vergnügliche Stunden bescheren sollte.

WERTUNG:






Trackliste:

01. Superman Is Dead
02. No Excuse
03. World Of Fire
04. Echo
05. You Left As You Came
06. Awaken Me (Acoustic Version)
07. Colder
08. Blame On You
09. One With The Pain
10. The Last Of Us

Mario