Posts mit dem Label Melodic Rock werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Melodic Rock werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 15. Juli 2016

BLACKLANDS - Peaceful Shores

Band: Blacklands
Album: Peaceful Shores
Spielzeit: 77:54 min
Stilrichtung: AOR / Melodic Rock / Progressive Rock
Plattenfirma: Blacklands Music
Veröffentlichung: 31.05.2016

Mit "Peaceful Shores" legen die Melodic Prog Rocker BLACKLANDS ihr zweites Album vor. Das Debüt, vom Frank damals überschwenglich abgefeiert, liegt nun 3 Jahre zurück und seitdem hat die Band nicht nur eine Menge neues Material geschrieben, sondern auch eine nicht unerhebliche personelle Umbesetzung vollzogen: am Mikro steht nun die "Neue" Tanja Magolei-Schüpper, die den Job quasi während der Produktion von "Peaceful Shores" von Ihrer Vorgängerin übernommen hat und das bereits so gut wie komplett fertige Album nochmals neu eingesungen hat. Keine leichte Aufgabe. Da ich das Debüt nicht kenne, gehe ich jetzt mal relativ unbedarft an die neue Scheibe heran, die dank eines zwar etwas kitschigen, aber doch stimmigen Artworks schonmal optisch was hermacht.

Haken haben es mit Ihrem letzten Meisterwerk nochmals deutlich gemacht: die melodischen 80er und frühen 90er sind wieder zurück - auch in Genres, bei denen man es nicht unbedingt erwarten würde. Allerorts werden die damals aktuellen Synthie Sounds und Arrangement-Tricks wiederbelebt und, mal mehr mal weniger gekonnt, in moderne Produktionen integriert. Bei BLACKLANDS scheint mir die Herangehensweise ein wenig anders gelagert zu sein, denn das Material auf "Peaceful Shores" klingt ein wenig wie aus der Zeit gefallen: Marillion-Gedächtnis Gitarrensoli, Genesis-Harmonien, Dream Theater Sounds und Riffing (zur Awake Phase) und ganz dezente moderne Anleihen reihen sich aneinander. Während der Opener "Still Bleeding" (mit Gast-Sänger Marcel Römer) ziemlich exakt nach Evanescene-Schema arrangiert ist und recht hart nach vorne rockt, wird mit den anschliessenden "Alone Again" und "The River" erstmal das Gas rausgenommen. Soweit allerdings, dass die Scheibe relativ früh die Puste auszugehen droht. Man merkt Sängerin Magolei-Schüpper in diesen ruhigen Momenten die Unsicherheit an, manche Passage kommt nicht ganz selbstbewusst rüber. Da die Kompositionen an sich auch nicht wirklich Herausragendes zu bieten haben, ist man froh wenn ab dem flotten, mit einem eingängigen Refrain ausgestatteten "Drown In Darkness" wieder mehr Energie in die Sache kommt. Aufhorchen lassen vor allem die Momente, in denen die Band dem Spielspass einfach mal freien Lauf lässt und nicht zu verkopft an die Sache heran geht: sowohl das Dream Theater beeinflusste "Distant Warning" mit seinem packenden Groove sowie der epische Track "Grand Circles" haben starke Momente – oft durch das tolle Gitarrenspiel von Michael Stockschläger veredelt. Das auf Kommerz gebürstete "Like Tears In Your Eyes" (mit den Gast Sängern Manos Fatsis und Christian Boche) kommt dagegen etwas hüftsteif um die Ecke und auch diesmal ist die Entscheidung einen über 16-minütigen Longtrack ans Ende der Scheibe zu setzen nicht die beste. Warum es relativ unbekannte Bands immer wieder für nötig halten die Kapazität einer CD bis aufs Äusserste auszureitzen, auch wenn es das Songmaterial eigentlich nicht hergibt, ist mir ein Rätsel. "Winter Skies" (mit Gast Sänger Markus Brand) ist ein abwechslungsreicher, starker Track, aber er verpufft am Ende eines viel zu langen Albums.

"Peaceful Shores" hinterlässt bei mir einen zwiespältigen Eindruck: der weitestgehend gute Sound der Scheibe (von ein paar Ausrutschern mal abgesehen), die durchweg tolle Gitarrenarbeit und die atmosphärische Dichte der Scheibe sollten Fans von melodischem Prog Rock definitiv ansprechen. Da machen die Jungs und das Mädel so einiges richtig. Dem gegenüber steht die nicht immer zur Gänze überzeugende Gesangsarbeit und das zumeist biedere, mutlose Songwriting, das sich viel zu oft auf bewährte Konzepte beschränkt, die man leider schon oft besser gehört hat. Und eine Spielzeit von beinahe 80 Minuten ist einfach too much. Hätte die Band hier konsequent den Rotstift angesetzt, wäre unterm Strich mit Sicherheit ein kompakteres, effektiveres Werk entstanden. Handwerklich sowie kompositorisch sind BLACKLANDS zwar im Moment noch im Mittelfeld unterwegs. Mit dem Mut zur Selbstkritik ist da aber beim nächsten mal bestimmt noch mehr drin.

WERTUNG





Trackliste:

01. Still Bleeding
02. Alone Again
03. The River
04. Drown In Darkness
05. Ballad Of A Burning Witch
06. Distant Warning
07. Grand Circles
08. Peaceful Shores
09. T.I.M.E.
10. Like Tears In Your Eyes
11. Winter Skies


Mario

Mittwoch, 6. Juli 2016

TEMPT - Runaway

Band: Tempt
Album: Runaway
Spielzeit: 54:28 min
Stilrichtung: AOR / Hard Rock
Plattenfirma: Rock Candy Records
Veröffentlichung: 17.06.2016

Das Rock Candy Label ist ja eigentlich auf die Wiederveröffentlichung von (auch gerne reichlich obskuren) vergessenen Perlen spezialisiert. Ein neues Album einer jungen Band ist da tatsächlich schon etwas Besonderes. Mit grossem Enthusiasmus von Seiten des Labels wurde uns nun das Debüt der New Yorker TEMPT ans Herz gelegt, das eine eben solche aussergewöhnliche Ausnahme darstellt. Nach einer selbstfinanzierten EP im letzten Jahr legen die Jungspunde nun ihr erstes reguläres Studioalbum vor. Alle Songs wurden von der Band selbst geschreiben (was auch nicht alle Tage vorkommt) und für den Mix (bzw. Re-Mix eines Songs) konnte gar die Choryphäe Michael Wagener (u.a. Dokken, Skid Row) gewonnen werden.

Wie klingt's? Verdammt 80's! Aber sowas von. Man mag im Promo-Text ja von einer Mischung aus alten Helden wie Def Leppard oder Van Halen und moderneren Acts wie Audioslave und den Foo Fighters sprechen. Letzteres ist aber wirklich nur mit der Lupe zu suchen und führt auch ein wenig in die Irre. Im Grunde machen die Jungs genau das, was zahllose andere (vor allem Skandinavische) Bands in den letzten Jahren recht erfolgreich getan haben - sie zelebrieren und huldigen den dicke Hose Produktionen der Hair und Glam-Metal Phase, mal mehr, mal weniger offensichtlich. Der Unterschied liegt hier im Detail: erstens ist das Agressionslevel bei TEMPT sehr niedrig gehalten, gleichzeitig läuft die Band aber nie Gefahr ins Kitschige oder Seichte abzurutschen. Da auch die Keyboards nur recht dezent eingesetzt werden, ist das Soundgerüst ebenfalls angenehm rockig ohne durch eine plakative Ballerorgie den Hörer zu erschlagen. Das hat die Band schon richtig geschmacksicher angereichert. Das Ganze wird dann zudem noch von den wirklich erstklassigen Hooklines abgesichert, die auf den Punkt genau ins Ziel treffen. Ja, TEMPT sind hörbar von den 80er Helden beeinflusst, so sehr, dass hier und da auch mal ein Song seine "Original Quelle" nur schwer verbergen kann: "The Fight" borgt sich recht ungeniert den Refrain von Alice Cooper's "House Of Fire" und das Gitarrenriff von "Use It Or Lose It" ist verdammt nah dran an Richie Sambora's "Rosie" (vom herausragenden "Stranger In This Town" Album). Vom stumpfen Abkupfern kann aber keine Rede sein - dafür gehen die Jungs einfach viel zu souverän an die Sache heran. Wer bei Perlen wie "Aamina", "Comin' On To You", dem straighten, an alte White Lion erinnernden Highlight "Sapphire" oder "Under My Skin" nicht gleich die Refrains mitgröhlt und die Luftgitarre auspackt ist beim falschen Genre gelandet. Sänger Zach Allen klingt trotz seines jungen Alters schon wie ein überzeugender Mix aus Jeff Keith (Tesla) und Mike Tramp (White Lion), verfügt über eine variable Stimmvielfalt und hat ein gutes Gespühr für Melodielinien. Der Kerl könnte aber gerne noch ein wenig mehr aus sich herausgehen und die Handbremse lockern. Es ist aber vor allem Gitarrist Harrison Marcello (wohl nicht verwandt mit dem grandiosen Europe Gitarristen Kee Marcello?) der als Könner seines Fachs glänzen kann, so das auch die Musikerpolizei den spielerischen Kapriolen auf den 6 Saiten mit Begeisterung folgen wird.

Kritikpunkte? Ja, die gibt's auch: Gegen Ende der Scheibe wird es mit den überflüssigen Füllern "What Is Love" und "Time Won't Heal" etwas beliebig und den Remix eines Tracks von Michael Wagener hätte man sich auch locker sparen können. Den tut sich niemand mehr an, wenn er die vorangegangeen Songs in einem einheitlichen Mix durchgehört hat. Und insgesamt 14 reguläre Tracks sind einfach zuviel des Guten. Ein externer Produzent hätte das Material womöglich noch massgeblich zusammengestrichen, was zu einem kompakteren und noch unterhaltsameren Ergebnis verholfen hätte. Das ist aber meckern auf hohem Niveau, denn an den Output so mancher Schweden und Frontiers Combo aus dem Sleaze/Hard Rock Bereich reichen die US Boys locker heran. Vor allem das handwerkliche Geschick und das treffsichere Gespür für starke Hooklines ist, vor allem bei solch jungen Bands die ohne externe Songschreiber agieren, mehr als beachtlich. "Runaway" ist ein tolles Erstlingswerk und sollte jedem Melodic Rock Fan die aufgerufenen EUROs wert sein.

WERTUNG: 






Trackliste:

01. Comin' On To You
02. Under My Skin
03. Paralyzed
04. Use It Or Lose It
05. Runaway
06. Aamina
07. Sapphire
08. The Fight
09. What Is Love
10. Time Won't Heal
11. Love Terminator
12. Fucked Up Beautiful
13. Neuro-Child
14. Dirty One
15. Aamine (MW Mix)


Mario

Montag, 20. Juni 2016

WICKMAN ROAD - After The Rain

Band: Wickman Road
Album: After The Rain
Spielzeit: 47:27 min.
Stilrichtung: AOR, Melodic Rock
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 24.06.2016
Homepage: www.facebook.com/wickmanroad

Irgendwo im Nirgendwo – genauer gesagt im südschwedischen Provinzkaff Rydaholm – entstand vor kurzem die junge Melodic Rock Band WICKMAN ROAD. Das war 2014 und schon jetzt warten die fünf jungen Burschen mit ihrem Debütalbum „After The Rain“ auf. Dieses haben sie im Studio 165 in der Musikhochburg Växjö unter den Fittichen von Ola af Trampe aufgenommen. Auf dem Programm der Brüderpaare Eric (vocals) und Carl Ahlqvist (keyboards),  Henrik (guitars) und Robert Akesson (bass) sowie Simon Rydén (drums) steht klassischer AOR in Gedenken an große Bands und Künstler wie TOTO, STRANGEWAYS oder RICHARD MARX. Auch neuere Combos wie BROTHER FIRETRIBE werden hier und da zitiert (wobei diese ja auch eine quasi-Tributeband an die guten alten Zeiten sind).

Dass WICKMAN ROAD Potential haben, zeigen sie schon zu Beginn mit dem sehr guten Titeltrack. Das Manko ist selbstredend die fehlende Abgrenzung gegenüber ihren Helden, „After The Rain“ könnte auch von zahlreichen anderen Kapellen stammen. Das darf aber nicht darüber hinweg täuschen, dass WICKMAN ROAD ein feines Näschen für schöne Melodien und gute Arrangements haben. Auch Stücke wie „Couldn´t Find The Way“ oder „Breaking Free“ sind eine schöne Bereicherung für die Szene und natürlich für jeden Fan des Genres.

„After The Rain“ bietet elf zeitlose AOR-Nummern, die größtenteils im oberen Leistungspektrum angesiedelt sind. Dass den jungen Schweden zum Schluss hin etwas die Luft ausgeht, soll ihnen verziehen sein. Mit WICKMAN ROAD hat sich abermals eine junge Kapelle in Stellung gebracht, die das Vermächtnis des AOR und Melodic Rock gut zu verwalten mag.

WERTUNG:





Trackliste:

1. After The Rain
2. Breaking Free
3. I Believe In You
4. I Can´t Wait Anymore
5. All Alone
6. Couldn´t Find The Way
7. Home
8. No Matter The Distance
9. In A Minute
10. Now When You´re Gone
11. Time

Stefan

Mittwoch, 15. Juni 2016

ROUGH CUTT - Rough Cutt / Wants You! (Re-Releases)

Band: Rough Cutt
Album: Rough Cutt / Rough Cutt Wants You! (Re-Releases)
Spielzeit: 42:55 min / 37:41 min
Stilrichtung: Melodic Heavy Metal
Plattenfirma: Rock Candy Records Records
Veröffentlichung: 11.05.2016 
Homepage: www.rockcandyrecords.co.uk

Warum sich die 80er Bands immer wie bunt lackiete Pudel haben ablichten lassen, dann Jahre später aber immer alle unisono in die Interview-Mikrofone seufzen sie seien damals völlig missverstanden worden, hätten eigentlich gar nicht zu der Hair-Metal Szene gehört und seien überhaupt musikalisch ganz anders unterwegs gewesen als alle anderen Bands hat sich mir noch nie erschlossen. Auch ROUGH CUTT, das Baby von Ausnahmesänger Paul Shortino, passt perfekt in diese Schublade. Mit tatkräftiger Unterstützung hinter den Kulissen von niemand geringerem als dem grossen Dio tüteten die Jungs 2 sehr brauchbare Melodic Metal Scheiben ein, bevor Bandkopf Shortino das sinkende Schiff ohne Vorwarnung in Richtung Quiet Riot verliess und den Rest der Mannschaft in den Untergang schippern liess. Soviel zum Thema, 5 Freunde sollt ihr sein ... So richtig in die Gänge kam ROUGH CUTT erst, als die Anfang der 80er von Shortino gegründete Band den Posten des zweiten Gitarristen (zuvor von Jake E. Lee ausgefüllt) mit dem Jungen Flitzefinger Amir Derakh besetzen konnten.

Rough Cutt (1984)

Für das Debüt Album konnte die Band keinen Geringeren als Tom Allom verpflichten, der zuvor bereits solche Juwlen wie Screaming for Vengeance von Judas Priest oder On Through the Night von Def Leopard veredelt hatte und zusammen mit dem Quitett das legendäre Studio The Record Plant in Beschlag nahm. Tja, damals gab es noch Budgets, grosse Studios, externe Produzenten und ein echtes Interesse der Labels an einem Qualitätsprodukt ... wo sind die Zeiten hin? Als die Band einige Wochen später das selbstbetitelte Album dann frisch in den Händen hielt, war die Ernüchterung ob des etwas albernen Covers zwar durchaus berechtigt. Die Musik konnte sich aber sehen lassen und musste sich, zumindest damals gemessen an der Konkurrenz auch soundtechnisch, nicht verstecken. Zwischen den arg aufgeblähten Gitarrenwänden, fetten Drums und einer heftigen Dosis-80er-Hall schafften es Shortino & Co. mit "Take Her", den beiden Cover Songs "Piece Of My Heart" und "Never Gonna Die" und "Kids Will Rock" gute, mitreissende Rock-Kost zu servieren. Mit dem ungewöhnlichen "Black Widow" sowie dem starken "Dreamin' Again" waren sogar zwei Tracks vetreten, die die Band als ein wqenig mutiger zeigten. Auch das stand ROUGH CUTT gut zu Gesicht. Schon auf dem Erstling war aber klar erkennbar, dass Shortino das einzig wirklich schlagende Argument war, ohne den der Rest der Jungs wie jede weitere Kapelle des Strip geklungen hätten. Es kam wie es so oft kommen sollte: wenig Rotation bei MTV, keine Unterstzützung von Seiten des Labels, etc. - der erhoffte Erfolg der Band verpuffte ohne sich je wirklich zu manifestieren und ROUGH CUTT mussten Kollegen wie RATT, die nach Ihnen zu Plattendeals gekommen waren, enttäuscht nachsehen.

Rough Cutt Wants You! (1986)

Aber damals bekamen Bands ja noch eine zweite Chance. Und um dem Glück ein wenig mehr auf die Sprünge zu helfen wurde als Peoduzent Jack Douglas ins Boot geholt. Jener Jack Douglas der unter anderem Toys in the Attic oder Rocks von Aerosmith verantwortlich gezeichnet hatte. Ebenfalls keine schlechte Hausnummer der gute Mann. Was sich in einem gesetzteren, weniger plakativen und erdigeren Sound niederschlug. Wobei eine Bezeichnung wie "erdig" hier nicht mit den staubtrockenen Poduktionen diverser Retro bands heutiger Tage zu verwechseln ist. "Rough Cut Wants You!" klang, auch aufgrund der Tatsache dass die Band weniger ungestüm zu Werke ging und Douglas ein leitendes Händchen in Sachen Songwriting beisteuerte, im Vergleich zum Vorgänger deutlich reifer. Allerdings auch abgeklärter, was man dann auch wieder etwas bemängeln kann. Denn das jugendlich, forsche von "Rough Cutt" sucht man auf "Rough Cut Wants You!" vergeblich. Stattdessen gibt es solche Klischee-Hymnen wie "Rock The USA" oder "We Like It Loud" auf die Ohren. Alles fachmännisch profduziert, von Shortino ein ums andere mal mit Bravour vorgetragen und von der Band ohne Fehlk und Tadel eingespielt. Was dem Album an Charme fehlt wird durch ein gutes Mass an neu hinzugewonnener Routine (vor unter hiner dem Mischpult) wettgemacht. Wenn auch nich tganz so energisch und mitreissend wie das Debüt, so ist "Rough Cutt Wants You!" dennoch ein starkes zweites Album, das in der gut sortierten Melodic Metal Sammlung seinen Platz verdient.

Beide Alben wurden wie bei Rock Candy Records gewohnt kompetent remastered und mit ausführlichen, informativen leinernotes bestückt. Von dem Zusatz auf der CD "Mastered in High Definition / Audiophile Recording" sollte man sich allerdigs nicht zuviel erwarten. Beide Alben, allen voran das Debüt, wurden damals wenig zeitlos produziert und klingen mit 30 Jahren Abstand doch etwas aus der Zeit gefallen. Während das von Jack Douglas relativ trocken und gesetzter in Szene gesetzte "Rough Cut Wants You!" noch relativ gut aus den Boxen quirlt, ist "Rough Cutt" vor allem soundtechnisch etwas antquitiert. Aber das macht ja auch wieder einen Teil des Charmes der Platten aus dieser Zeit aus ...

WERTUNG







Trackliste:

Rough Cutt (1984)

01. Take Her
02. Piece Of My Heart
03. Never Gonna Die
04. Dreamin' Again
05. Cutt Your Heart Out
06. Black Widow
07. You Keep Breaking My Heart
08. Kids Will Rock
09. Dressed To Kill
10. She's Too Hott

Rough Cutt Wants You! (1986)

01. Rock The USA
02. Bad Reputation
03. Don't Settle For Less
04. Hot 'N' Heavy
05. Take A Chance
06. We Like It Loud
07. Double Trouble
08. You Wanna Be A Star
09. Let 'Em Talk
10. The Night Cries Out (For You)


Mario

VAN WILKS - Bombay Tears (Re-Release)

Band: Van Wilks
Album: Bombay Tears (Re-Release)
Spielzeit: 57:31 min
Stilrichtung: AOR
Plattenfirma: Rock Candy Records Records
Veröffentlichung: 11.05.2016

Der Gitarrist / Sänger VAN WILKS ist jetzt vielleicht nicht unbedingt das, was man unter einem "Household Name" versteht. Ein kleine Suche im Netz fördert allerdings eine beeindruckende Liste an Veröffentlichungen zu Tage, an denen der Mann aus dem staubigen Texas beteiligt war. Wobei die Verortung im schönen Western Staat der USA schon ein wenig über die stilistische Ausrichtung der Band um den Kreativkopf an den 6 Saiten erahnen lässt. Berühmte(re) Kollegen wie z.B. Eric Johnson oder Billy Gibbons (ZZ Top) verbanden, ähnlich wie VAN WILKS, bluesige Töne mit einem hochmelodischen Ansatz und liessen sich, zumindets was ihre Fähigkeiten auf Ihrem Instrument anging, nie auf ein Genre festnageln. VAN WILKS Debüt, dass nun über Rock Cady Records zum ersten mal überhaupt auf CD erscheint, strahlt einen ganz besondren Charme aus und setzt sich zuweilen so ziemnlich zwischen alle Stühle.

Während Songs wie "1959" oder "Juvenile Licks" mit einigem Elan nach vorne rocken, sind ein Grossteil der Songs eher tiefenentspannt und leben in erster Linie von dem tollen Gespür für Melodien - sowohl was den Gesang als auch die Gitarrenparts angeht. Das im, wie bei Rock Candy gewohnt ausführlichen, Booklet erwähnte lobende Statement von Käpt`n Langbart Billy Gibbons zu VAN WILKS Fähigkeiten an der Gitarre ist nicht untertrieben. Dabei bleibt er aber stets songorientert, lässt seine Soli nie in ausufernde Selbstbeweihräucherung ausarten und kann mit so mancher kleveren Soundtrickserei für willkommene Farbtupfer sorgen (siehe das Intro zu "Danger In The Dark"). Der kleine Haken an dieser ansonsten recht makellosen Scheibe sind dann die nicht wirklich zupackenden Hooklines. Die Platte läuft herrlich unangestrengt ins Ohr rein, kann beim Zuhören begeistern, hinterlässt aber leider keinen bleibenden Eindruck. Auch nach mehrmaliger Einfuhr ist kein Track hängengeblieben, den ich vor mich hin gepfiffen hätte.

Als vergessenes Kleinod, bisher nur wenigen Eingeweihten ein Begriff, hat die Debüt Scheibe von VAN WILKS und seinen Mannen es durchaus verdient von AOR, Melodic Rock, West Coast und Blues Rockern gleichermassen entdeckt zu werden. Dass "Bombay Tears" nie zu einem vertiablen Klassiker wurde hat zwar unter anderem seine Gründe in dem etwas schaumgebremsten Sound und dem Nichtvorhandensein eines zwingenen Hits. Da hier aber handwerklich klasse Musiker mit Herzblut am Werke waren ist das Ergebnis eine lohnenswerte Investition für Raritätensammler. Nicht unerwähnt sollte dabei auch die als Bonus enthaltene "Boystown" EP sein, die ein weiteres kräftiges Kaufargument für Fans und Sammler sein dürfte. Die wertige Aufmachung des Rock Candy Labels tut ihr übriges dazu.

WERTUNG




Trackliste:

01. Danger In The Dark
02. 1959
03. Travelin'
04. Juvenile Licks
05. De La Coupole La Mer Pleure
06. Bombay Tears
07. Can't Cry Anymore
08. Sirens In The Night
09. Eyes Like Lightning
10. Older Than You Know
11. Living On Borrowed Time
12. Boystown (Bonus Track)
13. Street Legal (Bonus Track)
14. Never Say No (Bonus Track)
15. Small Town Girl (Bonus Track)


Mario

Montag, 13. Juni 2016

WITHEM - The Unforgiving Road

Band: Withem
Album: The Unforgiving Road
Spielzeit: 47:35 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 03.06.2016

Das Debüt der Norweger WITHEM haben wir damals bereits hier vorgestellt ("The Point Of You", 2013) und wenn ich ehrlich bin, könnte ich für das neue Album direkt auf meine Besprechung des okayen Vorgängers verweisen und hätte alles Relevante gesagt. Das hat sich wohl auch die Promotion Abteilung des neuen Labels Frontiers gedacht, denn im Beipackzettel zu "The Unforgiving Road" werden ausschliesslich die Highligts von "The Point Of You" breitgetreten - zum neuen Album ist kein Wort zu finden. Mmm ...

Der Wechsel vom kleinen Prog Label Sensory Records zum Melodic Rock Spezialisten Frontiers deutet schon an, dass es WITHEM diesmal verstärkt darauf anlegen die breitere Masse für sich zu begeistern. Und um die entsprechende Klientel zu umgarnen bedarf es natürlich in erster Linie eines: deftige, packende Hooklines. Wer meine Review zu "The Point Of You" gelesen hat, weiss, dass es meiner Meinung nach genau bei diesem Punkt in der Vergangenheit gehapert hat. Und auch auf "The Unforgiving Road" tun sich WITHEM schwer ihre bemerkenswerten handwerklichen Fähigkeiten in schlüssige Songs zu giessen. Dass der Opener "Exit" von vorne bis hinten wie eine Dream Theater Blaupause gestrickt ist - geschenkt. Das gehört heute wohl zum guten Ton. Ebenso wie die austauschbare, fette Produktion. Aber die wirklich zwingenden Hooklines sucht man auf "The Unforgiving Road" leider weiterhin mit der Lupe. Besonders im ersten Teil der Scheibe brauchen Songs wie "In The Hands Of A God" oder "The Pain I Collected" einige Durchläufe bis sie zünden - und selbst dann bleibt es zumeist bei einem kleinen Lagerfeuer und weniger einem beeindruckenden Feuerwerk. Die Jungs haben zwar deutlich an Eingängigkeit hinzugewonnen - zur Oberliga ist's aber imme rnoch ein Stück. Zu verkopft, mitunter hölzern sind die Melodiebögen. Ab "The Eye In The Storm" werden die Songs dann deutlich kürzer, die Arrangements sind gestraffter und die Zielausrichtung fokussierter. Aber auch hier tun sich WITHEM merklich schwer 100%ige Treffer zu landen. Sänger ... gibt auch weiterhin alles, kann mit seinem oftmals leicht überambitionierten Vortrag etwa ermüden ("Riven").

Im Vergleich zum Vorgänger gehen WITHEM auf "The Unforgiving Road" zwar deutlich kompakter ans Werk. Die Baustellen (allen voran die niedrige Hookdichte) sind aber immer noch die gleichen. Was bei dem Wechsel zur Melodic-Schmiede Frontiers eigentlich um so mehr verwundert. Für das nächste mal würde ich persönlich mir etwas mehr Eigenständigkeit und Treffsicherheit beim Songwriting wünschen. Aber WITHEN arbeiten sich merklich voran und für Fans, die mit "The Point Of You" glücklich waren, ist das rundum perfekt produzierte "The Unforgiving Road" dennoch die Anschaffung wert.

WERTUNG: 





Trackliste:

01. ...Intro
02. Exit
03. In The Hands Of A God
04. The Pain I Collected
05. Riven
06. C'est La Vie
07. The Eye In The Storm
08. Arrhythmia
09. In My Will
10. Unaffected Love
11. Outro ...


Mario

Montag, 30. Mai 2016

FIRST SIGNAL - One Step Over The Line

Band: First Signal
Album: One Step Over The Line
Spielzeit: ? min.
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 03.06.2016
Homepage: www.frontiers.it

Vor sechs Jahren landete die erste Platte des Projekts FIRST SIGNAL auf unseren Plattentellern. Die Kollaboration von Frontiers Records, HAREM SCAREM Frontmann Harry Hess (dessen Hauptband damals bekanntermaßen nicht aktiv war) und Produzent Dennis Ward war für Fans der kanadischen Hardrocker eine tolle Sache. Schon zwei Jahre später schob Hess ein Soloalbum mit ähnlichem Material nach und seit 2013 sind HAREM SCAREM selbst mit diversen Werken erneut in den Ring gestiegen. Zugegeben, das unerwartet starke Comebackalbum „13“ (Rezi HIER) war schon eine Überraschung, umso verwunderlicher ist jetzt diese Neuauflage von FIRST SIGNAL.

Für „One Step Over The Line“ wurde Daniel Flores (FIND ME etc.) als Produzent hinter die Glasscheibe gestellt, die Instrumente übernehmen Michael Palace (guitars, bass) und Flores selbst (keyboards, drums). Geboten wird ziemlich plüschiges Songmaterial, das natürlich von der tollen Stimme eines Harry Hess lebt. Die Songs selbst sind dabei leider absolute Massenware. Zwar allesamt hochmelodisch und durchaus ohrwurmtauglich, aber auch genauso austauschbar. Nach einigen äußerst starken Monaten mit richtig geilen Releases ist mit der Neuauflage dieses ziemlich verzichtbaren Projekts auch ein Stück Normalität eingekehrt im Hause Frontiers – leider.

WERTUNG:






Trackliste:

1. Love Run Free
2. Love Gets Through
3. Still Pretending
4. Broken
5. Kharma
6. Minute Of Your Time
7. She Is Getting Away
8. December Rain
9. Weigh Me In
10. Pedestal
11. One Step Over The Line

Stefan

Mittwoch, 25. Mai 2016

ERIKA - Deaf, Dumb & Blonde

Band: Erika
Album: Deaf, Dumb & Blonde
Spielzeit: 42:20 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Escape Music
Veröffentlichung: 20.05.2016
Homepage: www.escape-music.com

Zur Legende wurde Erika Norberg mit ihren beiden Alben „Cold Winter Night“ und „Rock Me Into Heaven“. Das war Anfang der Neunziger – genau genommen 1990 bzw. 1991. Das ist lange her. Irgendwie war die blonde Schönheit zwar immer da, auf ein neues Album warten die Fans dennoch schon seit 18 Jahren. „Ripe“ nannte sich das bis dato letzte Werk. Jetzt dürfen sich die Anhänger von ERIKA auf neues Material freuen. Bereits 2014 begannen die Arbeiten an „Deaf, Dumb & Blonde“, auf der Liste der Mitwirkenden stehen dementsprechend viele Namen. Serientäter wie Tommy Denander sind dort ebenso vertreten wie sehr viele ziemlich unbekannte Namen.

Die ehemalige Lebensabschnittsgefährtin von Saitenhexer Yngwie Malmsteen hat sogar bei der Produktion selbst Hand angelegt. Zusammen mit Alex Angleflod hat sie dieses neue Dutzend Songs im RedDoor Studio aufgenommen. Gemischt wurde die Platte anschließend von Willem Bleeker.

Wer auf einen Nostalgietrip gehofft oder seit den erfolgreichen Zeiten nichts mehr von der Blondine gehört hat, der wird schnell auf den Boden der Tatsachen geholt. Denn bereits der Opener „Killer“ tönt ziemlich zeitgemäß. Und trotzdem haben die Ohrwurmmelodien genügend Platz in diesem rhythmusbetonten Einstiegstrack. Die verhältnismäßig fetten Gitarren bleiben natürlich über die komplette Spielzeit von gut vierzig Minuten erhalten. Schlecht stehen sie der Platte nicht zu Gesicht. Auch das folgende „Heroes Of Heartbreak“ kann gefallen, wenngleich die Melodien noch etwas glatter daherkommen. Dafür hat „Suckerpunch“ einiges mehr an Härte zu verzeichnen. Das eher unspektakuläre „Drama“ und das polternde „Sleeping With A Memory“ können das bisherige Level leider nicht im geringsten halten. Da muss schon eine Ballade wie „Hearts Gone Bad“ dazwischen geschoben werden, damit die Spannung nicht komplett abfällt. Glücklicherweise können Songs wie „Once Upon A Time“, „One For The Road“ oder „Us Fools“ abermals punkten.

„Deaf, Dumb & Blonde“ ist ein unterhaltsames Album geworden. Nicht der große Wurf, aber mit jeder Menge Begeisterung für die Musik, die die Schwedin schon seit Jahrzehnten macht. ERIKA hat einen sehr guten Mittelweg zwischen zeitgemäßem Sound und weitestgehend klassischem Songwriting gefunden. Auch das macht den Charme dieses Silberlings aus.

WERTUNG:





Trackliste:

1. Killer
2. Heroes Of Heartbreak
3. Suckerpunch
4. Drama
5. Hearts Gone Bad
6. Sleeping With A Memory
7. Once Upon A Time
8. Go Down
9. Us Fools
10. One For The Road
11. Start Your Engine
12. Warhoney

Stefan

Mittwoch, 18. Mai 2016

SALEM - Dark Days

Band: Salem
Album: Dark Days
Spielzeit: 52:53 min.
Stilrichtung: Heavy / Melodic Metal
Plattenfirma: Pure Steel Records
Veröffentlichung: 29.04.2016

Ich muss gestehen, dass meine Benotung der letzten SALEM Scheibe („Forgotten Dreams“) rein objektiv betrachtet vielleicht ein wenig hoch gegriffen war. Allerdings hatte das kleine, feine Scheibchen mich dermassen begeistert, dass ich auch heute noch voll und ganz dazu stehe. Umso erstaunter sitze ich nun hier und kann mir auf das neue Werk der Briten keinen so rechten Reim machen. Unterm Strich sind eigentlich immer noch dieselben Zutaten da - der Aha-Effekt des Vorgängers will sich bei mir aber leider nicht so richtig einstellen. Nach einigen Durchläufen glaube ich, dass dies unter anderem an der etwas unglücklich gewählten Reihenfolge der Tracks liegt und der Tatsache, dass die Herren auf "Dark Days" dann doch etwas hüftsteifer rocken als noch vor 2 Jahren:

Der Opener "Not Guilty" mag zwar einen recht netten Refrain haben, plätschert mit seinem behäbigen, hölzernen Groove aber leider nervend daher. Nicht viel besser macht es das 8-minütige "Nine Months" das ebenfalls relativ gezwungen vor sich hin schippert. Erst mit dem rockigeren „Complicated“ wird dann die Handbremse gelockert und die Band geht (immer noch gemässigt, aber immerhin) ganz ordentlich ab und die Sonne geht auf. Weitere Highlights sind der starke Titeltrack „Dark Days“, das melodische „Fallen Angel“ und „Prodigal Son“ die aus der neuen Scheibe dann doch noch eine recht gute Angelegenheit machen.

Tja, mit "Dark Days" haben SALEM immer noch ein gutes Rock Album abgeliefert, dass für meine Begriffe aber deutlich hinter dem "Comeback" Album "Forgotten Dreams" zurück bleibt. Auch weiterhin haben die Herren um Frontröhre ein gutes Händchen für dirket ins Ohr gehende Melodielinien. Diese schrammen aber diesmal oft ein wenig zu nahe an der Beliebigkeit vorbei. Die etwas günstig tönende Produktion und der mangelnden Energielevel der Band tun sicherlich ihr übriges dazu um eine höhere Bewertung zu verhindern. Für Fans der Band aber dennoch eine lohende Investition.

WERTUNG





Trackliste:

01. Not Guilty
02. Nine Months
03. Complicated
04. Lost My Mind
05. Dark Days
06. Second Sight
07. Tormented
08. Fallen Angel
09. Toy Story
10. Prodigal Son
11. Tank


Mario

Montag, 9. Mai 2016

VEGA - Who We Are

Band: Vega
Album: Who We Are
Spielzeit:  min.
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 13.05.2016
Homepage: www.vegaofficial.co.uk

Melodic Rock Fans sind sie sicher ein Begriff und bedürfen keiner besonderen Vorstellung mehr – die Briten VEGA rund um die Brüder Tom und James Martin sowie Sänger Nick Workman. Seit ihrem letzten Album „Stereo Messiah“ von 2014 (Rezi HIER) sind sie auch erneut bei Frontiers Records unter Vertrag. Ihr bisheriges Meisterwerk „What The Hell“ (Rezi HIER), das ein Jahr früher erschien, blieb bisher  qualitativ unereicht. Das möchte das ehrgeizige Kollektiv am liebsten mit ihrem vierten Langspieler „Who We Are“ toppen. Für unzählige andere Bands haben Tom und James Martin in der Vergangenheit Hits geschrieben und auch ihre eigenen Scheiben waren stets von sehr hoher Qualität. Und es scheint, als wollten VEGA auf ihrem vierten Werk eine Art Seelenstrip hinlegen, das zumindest suggeriert der Albumtitel. Das Comic Artwork unterstreicht diese Mission.

Hochmotiviert und energisch beginnen die Briten mit „Explode“. Irgendwie erinnert die Nummer im Chorus an ältere JADED HEART. Wieder einmal ein gelungener Einstieg, bei dem auch das ausgelassene Gitarrensolo ein Highlight darstellt. „We Got It All“ ist im Midtempo beheimatet und enthält genau den Ohrwurm, den man sich an solcher Stelle gewünscht hat. Die Erwartungen an VEGA waren hoch, aber die Jungs können sie erfüllen, so viel steht schon nach nur zwei Songs fest. Weiteres Material wie das AOR-lastige „Every Little Monster“, das atmosphärische „White Flag“ oder das herrlich frisch „Saving Grace“ fließt dem Songschreiber-Gespann anscheinend nur so aus dem Füllfederhalter und markiert weitere Höhepunkte einer Platte, die mit Spannung erwartet wurde. Jetzt ist sie endlich da und man muss „Who We Are“ einfach attestieren, dass das Quintett von der Insel sein Handwerk spielend beherrscht. Das mag klingen, als wären VEGA routiniert aber nicht leidenschaftlich – aber das ist absolut nicht der Fall. Die Briten sind einfach nur gut, und das ändert sich auch 2016 nicht. „Who We Are“ sollte, nein muss auf jedem Einkaufszettel stehen – so viel steht fest.

WERTUNG:






Trackliste:

1. Explode
2. We Got It All
3. Every Little Monster
4. Nothing Is Forever
5. White Flag
6. For Our Sins
7. Generation Now
8. Ignite
9. Saving Grace
10. If No You
11. Hurt So Bad

Stefan

Montag, 25. April 2016

PEO - Welcome To The Party

Band: Peo
Album: Welcome To The Party
Spielzeit: 49:05 min.
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 29.04.2016
Homepage: http://peopettersson.wix.com/peopettersson

Seit Ende der Siebziger treibt sich der Schwede PEO PETTERSON im Musikbusiness herum. Unter der schier erschlagenden Zahl von über 250 Alben, die er bis dato aufgenommen (oder produziert) hat, befinden sich Werke von AXIA oder LEVITICUS, zweier Bands, denen leider nur ein gewisser Insiderstatus vergönnt war bzw. ist. Bereits 1995 erschien das erste Solowerk Petterson´s namens „Look What I´ve Started“. Alleine in den 2000ern folgten 6 weitere. Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass der gute Mann ein Workaholic ist, wie er im Buche steht. Für sein neuestes Album „Welcome To The Party“ hat er Gitarrist Roger Ljunggren (NIVA, GRAND ILLUSION etc.) und Tony Morra (drums) ins Boot geholt. In Zusammenarbeit mit Ljunggren entstanden diese elf neuen Stücke, die nahe den großen AOR- und Melodic Rock Heroen der Achtziger angelehnt sind. Namen zu nennen, wäre überflüssig, ähnliche Vergleiche wurden bisher wohl zu Hauf angestellt.

Was „Welcome To The Party“ aber vielen ähnlich gelagerten Projekten und Unterfangen voraus hat, ist die tatsächliche Klasse der Songs an sich. Petterson hat keine herausragend charakteristische Stimme, für derartige Songs ist sie dennoch wie gemacht. Die Platte ist nicht überproduziert sondern einfach gut anzuhören und wenn man mal von dem Cover Artwork absieht, das sicher auch für eine 90er Dancekapelle geeignet gewesen wäre, ist „Welcome To The Party“ eine fast perfekte Angelegenheit für alle Kenner und Liebhaber der Szene.

Fast perfekt deshalb, weil Peo Petterson die eigene Messlatte mit den ersten fünf Songs dermaßen hoch hängt, dass die restlichen sieben Stücke danach nicht mehr so glänzen können, obwohl sie alles andere als B-Ware sind. Aber schon der Einstand mit dem Titeltrack ist glänzend gewählt. Das markige Riff ist angelehnt an VITAL SIGNS´Hit „Secret Lover“. Mit einem luftig leichten Mitsingrefrain ausgestattet macht „Welcome To The Party“ nicht nur Laune auf ein kühles Bierchen sondern ist auch die perfekte Sommermusik fürs Cabrio. Aber wie schon erwähnt – auch die folgenden Stücke „The Promise“, „You´ve Got It Going On“, „Coming Out“ und „Break Another Heart“ haben jedes für sich einen großen Hitfaktor. Hätte Herr Petterson diese fünf Songs als EP veröffentlicht, gäbe es ne glatte 10 – Weltklasse!

Es dürfte eigentlich alles gesagt sein – dieser Silberling ist Pflicht für jeden AOR- bzw. Melodic Rock Fan. Die Songs 6 – 11 fristen zwar eine Art Schattendasein im grellen Glanz der ersten fünf Meisterwerke, aber 90% aller Bands dürften stolz sein, auch solche Kompositionen auf der eigenen Platte zu haben.

WERTUNG: 






Trackliste:

1. Welcome To The Party
2. The Promise
3. You´ve Got It Going On
4. Coming Out
5. Break Another Heart
6. Sweet Dreams
7. Eilene
8. It´s All Coming Back To Me
9. Love A Woman
10. The Apple Of Temptation
11. Dangerous

Stefan

BILLY SATELLITE - II

Band: Billy Satellite
Album: II
Spielzeit: 39:44 min.
Stilrichtung: AOR, Melodic Rock
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 29.04.2016
Homepage: -

Dass die glorreichen Achtziger unzählige unvergessliche Rockhits hervorgebracht haben, ist kein Geheimnis. Dass es aber auch mindestens so viele Bands gegeben hat, die den Durchbruch trotz bester Voraussetzungen nicht geschafft haben, ebenso. Als Sänger und Gitarrist Monty Byrom nach langen Jahren in anderen Bands 1983 zusammen mit Danny Chauncey (guitars), Ira Walker (bass) und Tom Faletti (drums) mit BILLY SATELLITE einen weiteren Anlauf wagte, standen die Zeichen auf Sturm. Die Zeit schien reif für den großen Ruhm, die AOR-Welle auf ihrem Höhepunkt und die Gier der Teenager nach immer neuer Musik grenzenlos. Der perfekte Zeitpunkt also, um Musikgeschichte zu schreiben. Wenn das Wörtchen „wenn“ nicht gewesen wäre...denn nach nur einem Longplayer ging das Licht aus im Hause BILLY SATELLITE.

Jetzt taucht ganz offiziell ein zweites, bisher unveröffentlichtes Album der US-Amerikaner auf, das eigentlich für 1985 oder 86 geplant war. Ob diese Liedersammlung allerdings damals so auf den Markt gekommen wäre, wird von einem dicken Fragezeichen flankiert. Denn wie Monty Byrom betont, nahmen sie seinerzeit noch mindestens Material für zwei weitere Platten auf – es lief also rund innerhalb der Band. Nur nicht bei den Verantwortlichen ihres Labels Capitol Records. Als deren A&R Mann John Carter die Firma verließ, standen BILLY SATELLITE ohne Fürsprecher da und verloren ihren Kontrakt.

Das schlicht „II“ betitelte Folgealbum kommt also reichlich spät – aber die Dinge haben sich geändert, der Markt hat sich komplett verändert und es scheint wieder eine kleine Nische für Melodic Rock zu geben. Leider handelt es sich hier um lediglich remasterte Demos aus den Achtzigern. In Sachen Soundqualität muss man deshalb schon einige Abstriche machen. Aber die großartige Mischung aus EDDIE MONEY, THE CULT und LOVERBOY machen auch diesen 10-Tracker zu einem Erlebnis. Etwas härter als der Erstling kommen Songs wie der göttliche Eröffnungstanz „You And Me In The Night“, das etwas an den WALL OF SILENCE Hit „Shock To The System“ erinnernde „Sorry“ oder das an LOVERBOY angelehnte „Honestly“ dermaßen erfrischend aus den Boxen, dass man sich auf einen Schlag wieder mitten in den Achtzigern wähnt. Wie vergessene Juwelen auf einem lange verschollenen Demotape muten auch der herrliche Stampfer „Girls Like You Done“ oder der luftige AOR-Song „Slippin Away“ an. Jedes einzelne dieser zehn Lieder hätte auch ohne Weiteres seinen Platz auf einem Soundtrack der damaligen Zeit finden können.

Im Grunde ist „II“ sogar noch stärker als das ohnehin grandiose Debüt. Würde der schlechte Demosound dieses Kollektiv nicht so sehr ausbremsen, würde ich hier glatt eine 10 zücken – BILLY SATELLITE sind eine dieser Bands, die von der Plattenindustrie kaputt gemacht wurden, noch bevor sie zeigen konnten, was alles in ihnen steckt.

WERTUNG: 






Trackliste:

1. You And Me In The Night
2. Sorry
3. Honestly
4. You´ve Got Nothing On Me
5. Girls Like You Done
6. Fantasy Girl
7. Secrets In Her Heart
8. Slippin Away
9. Turning Pages
10. Final Stand

Stefan

Freitag, 22. April 2016

ERIC MARTIN BAND - Sucker For A Pretty Face (Re-Release)

Band: Eric Martin Band
Album: Sucker For A Pretty Face (Re-Release)
Spielzeit: 56:40 min
Stilrichtung: AOR / Melodic Rock
Plattenfirma: Rock Candy Records
Veröffentlichung: 22.03.2016

Der Sänger Eric Martin dürfte den meisten als Goldkehlchen bei den Chartstürmern Mr. Big bekannt sein. Wie die meisten berühmten Kollegen hat aber auch der ewig jung aussehende Herr Martin (mittlerweile immerhin 56 Lenze alt) ein Leben vor dem Ruhm in seiner Diskographie stehen. Bevor Martin zusammen mit Paul Gilbert, Billy Sheehan und Pat Torpey die richtig großen Brötchen backte, nahm er z.B. mit der ERIC MARTIN BAND ein Album (sowie 2 weitere Solo Alben) auf und verpasste nur knapp ein Engagement bei Toto (den Job bekam dann Fergie Frederiken. Uns interessiert heute das besagte Debüt der ERIC MARTIN BAND, das nun vom Rock Candy Label in einem gewohnt starken Package neu aufgelegt wurde.

Ursprünglich unter dem Banner "451" gestartet, wurde die Band kurz vor Veröffentlichung von "Sucker For A Pretty Face" noch schnell in ERIC MARTIN BAND umbenannt. Ob dies wirklich daran gelegen hat, dass ein Lokales Plattenlabel den Namen schon in Beschlag hatte oder diese Änderung nicht doch eher der Tatsache geschuldet ist, dass das herausragende Merkmal der band nun mal ihr Frontmann war sei mal dahingestellt. Auf dem ersten (und einzigen) Album der ERIC MARTIN BAND sticht sofort die samtige Rockröhre von Martin heraus, der Songs wie dem flotten Opener und Titeltrack, dem Kracher "Don't Stop" oder der gefühlvollen AOR Ballade wie "Letting It Out" das berühmte Tüpfelchen auf dem i hinzauberte. Sänger wie Eric Martin mach(t)en den Unterschied zwischen einer Drittklassigen Combo ohne wirkliche Karriereaussichten und den großen Playern der Top-Liga aus. Der in dem Song "One More Time" nicht nur dezent wahrnehmbare Einfuss der Jackson 5 z.B. zeigt zudem das Eric Martin mehr als nur ein durchschnittlicher Rock-Sänger mit begrenztem Horizont ist. Martin's Mitmusiker waren beileibe keine schlechten Ihres Fachs und vor allem die Gitarristen John Nymann und Mark Ross legten einige geschmackvolle Soli aufs Parkett. Unterm Strich standen sie doch alle im Schatten des Frontmanns, der sich auf "Sucker For A Pretty Face" bereits trotz seiner noch jungen Jahre als erstaunlich kompletter Sänger mit einer variablen, umfassenden Stimmweite ins Zeug legte. Die ERIC MARTIN BAND zerfiel nach Veröffentlichung der Scheibe recht schnell und Martin (sowie Troy Luccketta, der sich den gerade gegründeten Tesla anschloss) gelangten wenig später zu verdientem Weltruhm und einer langen und erfolgreichen Karriere im Hardrock Business.

"Sucker For A Pretty Face" ist ein typisches, gutklassiges Album seiner Zeit das dank eines hervorragenden Remasterings, dem ausführlichen Booklet und der guten Bonus Tracks (die Single-B Seite "Stop In The Name Of Love" und eine Handvoll gut klingender Live Aufnahmen) auch in der vorliegenden Neuauflage dem Qualitätsbewussten Melodic Rock/AOR Freund ans Herz gelegt sei. Feine Sache.

BEWERTUNG:





Trackliste:

01. Sucker For A Pretty Face
02. Don't Stop
03. Private Life
04. Ten Feet Tall
05. Letting It Out
06. Young At Heart
07. Just Another Pretty Boy
08. One More Time
09. Catch Me If You Can
10. Love Me
11. Stop In The Name Of Love (Bonus Track)
12. Introduction / Young At Heart (Live) (Bonus Track)
13. Ten Feet Tall (Live) (Bonus Track)
14. Sucker For A Pretty Face (Live) (Bonus Track)
15. Don't Stop (Live) (Bonus Track)


Mario

Montag, 18. April 2016

DRIVE, SHE SAID - Pedal To The Metal

Band: Drive, She Said
Album: Pedal To The Metal
Spielzeit:  min.
Stilrichtung: AOR, Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 15.04.2016
Homepage: www.indigorecords.com

Etwas verwirrend ist er schon – der Albumtitel zum neuen Werk „Pedal To The Metal“. Denn immerhin ist DRIVE, SHE SAID nicht gerade eine Band, die für Vollgasrock bekannt ist. Die 1988 von Keyboarder Mark Mangold (TOUCH, MICHAEL BOLTON) und Sänger und Gitarrist Al Fritsch ins Leben gerufene Band ist eher bekannt für gediegene AOR-Unterhaltung. Speziell wegen ihren beiden ersten Alben „“Drive She Said“ (1989) und „Drivin´ Wheel“ (1991) wird das amerikanische Duo noch heute von den Fans verehrt. Zwei weitere Alben („Excelerator“ 1992 und „Real Life“ 2003) kamen bis heute noch hinzu – ebenso zwei Best Of Kompilationen („Road To Paradise“ 1997 und „Dreams Will Come 2010).

Jetzt hat sich das kreative Duo zu einem neuen Longplayer hinreißen lassen – gemeinsam mit musikalischen Gästen wie z.B. der Sängerin FIONA, mit der Al Fritsch ein Duett eingesungen hat oder Vokalisten wie Ted Poley, Chandler Mogel oder Goran Edman, die sich zusammen mit weiteren Mitwirkenden für den Backgroundgesang verantwortlich zeichnen. Ebenfalls mit an Bord sind die allgegenwärtigen Tommy Denander (guitars) und Alessandro Del Vecchio (bass).

Mit „Touch“ startet das Album unerwartet hart und rau. Eine gewisse Partyattitüde ist dem Opener nicht abzuerkennen. Ganz anders tönt der folgende Titeltrack. Vollgestopft mit pompösen Keyboards und erhabener Melodieführung haut er in eine ganz andere Kerbe, wenngleich das Ding ebenfalls amtlich rockt, nur eben in eine andere Richtung. Bisher also keine Abnutzungserscheinungen bei DRIVE, SHE SAID. Ebenso amtlich rockt „In R Blood“. Doch mit der Ballade „Said It All“ läuten die Herrschaften eine lange Liste mit Songs ein, die zwar allesamt nicht schlecht sind, den Hörer aber nicht mehr so mitreißen können wie der Anfangsdreier. Zwar gibt es mit „In Your Arms“ - jenem bereits erwähnten Duett mit FIONA – oder „“ den ein oder anderen Lichtblick, aber das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass weite Teile von „Pedal To The Metal“ einfach schon zu oft wiedergekaut wurden. Außerdem geben sich DRIVE, SHE SAID zum Ende hin derben, elektronischen Spielereien hin, die dieses Projekt noch unglaubwürdiger machen. Außerdem klingen einige Stücke soundmäßig eher nach Demos denn einem modern produzierten Werk.

Fans der Formation werden das vielleicht anders sehen, aber „Pedal To The Metal“ ist eine arg durchwachsene Angelegenheit. DRIVE, SHE SAID beginnen zugegebenermaßen stark, können aber schon nach einigen Songs dieses Level absolut nicht mehr halten und flachen immer mehr ab.

WERTUNG:





Trackliste:

1. Touch
2. Pedal To The Metal
3. In R Blood
4. Said It All
5. Writing On The Wall
6. Rainbows And Hurricanes
7. Love Will Win In The End
8. Rain Of Fire
9. In Your Arms
10. IM The Nyte
11. Lost In You
12. All I Wanna Do

Stefan

Mittwoch, 6. April 2016

CAPTAIN BLACK BEARD - It´s A Mouthful

Band: Captain Black Beard
Album: It´s A Mouthful
Spielzeit: 41:55 min.
Stilrichtung: Melodic Rock, Hardrock
Plattenfirma: Perris Records
Veröffentlichung: 25.03.2016
Homepage: www.captainblackbeard.net

Auf den ersten Blick ist es etwas verwirrend – das Cover Artwork der Schweden CAPTAIN BLACK BEARD für ihr drittes Album „It´s A Mouthful“. Nicht nur wegen der zugegebenermassen hübschen Rückenansicht der dunkelhaarigen (vermutlichen) Schönheit und dem Albumtitel lässt auch ein Blick auf die veröffentlichende Plattenfirma Perris Records den Schluß zu, dass es sich hier ganz klar um einen Release aus dem Genre Hair Metal bzw. Sleaze/Glam handelt. Doch weit gefehlt, der Schwedenvierer macht in Melodic Rock, und das nicht einmal schlecht. Seit 2009 existiert die Kapelle aus Stockholm, zu der neben Sänger und Gitarrist Sakaria Björklund noch Gitarrist Christian Ek, Bassist Robert Majd und Schlagwerker Vinnie Stromberg gehören. Aber das kommt mir doch alles bekannt vor – jawoll, nach einigem Grübeln fällt mir wieder ein, dass ich bereits 2014 den Vorgänger „Before Plastic“ rezensiert hatte (Rezi HIER). Allerdings fiel das Feedback damals nicht ganz so rosig aus, wie es dieses Mal der Fall sein wird – aber mal der Reihe nach:

Nach dem Release von „Before Plastic“ hatte man erneut die Mögichkeit, zusammen mit den Großen der Szene auf dem Hard Rock Hell Festival zu spielen und man ging für JOE LYNN TURNER, ROBIN BECK und HOUSE OF LORDS in Skandinavien als Anheizer auf Tour. Für die neue Platte enterte man zusammen mit Chips Kiesbye (HELLACOPTERS, BONAFIDE etc.) das Studio. Herausgekommen ist ein Dutzend neuer Songs, die nicht unbedingt auf Retro getrimmt sind, aber dennoch zeitlos klingen. Allen voran der Opener „Divided Feelings“ ist ein Hit. Für diese Nummer haben CAPTAIN BLACK BEARD auch ein Video gedreht. Während 90% der Bands immer die gleichen Videos machen, haben die Schweden kurzerhand die Schönheit des Cover Artworks für das Video ausgeliehen und ihre Version von „Night Of The Living Dead“ gemacht. Das mag manchen ausgelutscht vorkommen, mir gefällt es und es unterstreicht den Charakter der Schweden. Sie wollen keine halben Sachen.

Das wird auch bei Stücken wie „Take Me To The City“ oder „Coast To Coast“ klar. Eine Steigerung in Sachen Songwriting ist mehr als klar ersichtlich. Waren weite Strecken des Vorgängers von mittelmäßig guten Songs gespickt, haben CAPTAIN BLACK BEARD jetzt mehr Biss und viel bessere Ideen, um ihren Songs das gewisse Etwas zu verleihen. Leider gelingt das noch nicht über die komplette Spielzeit, aber das wäre wohl auch etwas zu viel verlangt. „It´s A Mouthful“ ist ein echt gutes Statement geworden. Es rockt, es rollt und es macht Spaß. Die Formkurve zeigt nach oben bei den Schweden, das gefällt mir – und das wird es Euch auch.

WERTUNG:






Trackliste:

1. Divided Feelings
2. Take Me To The City
3. She´s The One
4. Tearin´ Me Apart
5. Far Gone
6. All I Need
7. Mouthful Of Love
8. When It´s Love
9. Something She Said
10. Coast To Coast
11. South Beach
12. Falling

Stefan

AOR - L.A. Darkness

Band: AOR
Album: L.A. Darkness
Spielzeit: 59:10 min.
Stilrichtung: AOR, Melodic Rock
Plattenfirma: Perris Records
Veröffentlichung: 11.03.2016
Homepage: www.slama101.fr

Seit einigen Jahren greift Frederic Slama – Initiator des Projekts AOR – immer wieder auf die Dienste von Tommy Denander zurück. Das trifft sich ziemlich gut, denn beide kann man frank und frei als Workaholics bezeichnen. Fiel Denander speziell vor vier, fünf Jahren durch seine Beteiligung an unzähligen Projekten und Bands auf, initiiert der in Los Angeles lebende Slama praktisch jedes Jahr eine neue Platte mit der Creme de la Creme der internationalen AOR Szene. Und so schiebt der Franzose mit „L.A. Darkness“ bereits Scheibe Nummero 15 an, um seinen beiden großen Leidenschaften – seiner Wahlheimat Los Angeles und dem Adult Orientied Rock – zu huldigen.

Die erneute Kollaboration von Slama und Denander und der Titel „L.A. Darkness“ lassen erahnen, dass die Herren dieses Mal erneut eine kernigere Schiene fahren als früher. Schon seit dem 2012er Opus „L.A. Temptation“ (Rezi HIER) wurde ein wenig an dieser Schraube gedreht, der Melodic Rock rückte mehr in den Fokus, die Westcoast Anleihen traten dafür in den Hintergrund. Dieses Rezept wurde auch für das ein Jahr später erschienene „The Secrets Of L.A.“ (Rezi HIER) beibehalten. Auch die Partner für seine Releases wechselt der Franzose durch wie andere die Unterhosen, für „L.A. Darkness“ ist man erneut bei Escape Music gelandet, für den Release außerhalb Europa´s hat er sich Perris Records ausgesucht, die die aktuelle Platte mit zwei Bonustracks ausgestattet und einen Monat verspätet auf den Markt bringen.

Die Kernaussage auf „L.A. Darkness“ bleibt natürlich die gleiche: erneut bietet Frederic Slama nicht nur zeitlose Kost für Liebhaber der gemächlicheren Gangart, er versammelt auch die großen Namen der Szene, die seine Songs eingesungen haben. Dieses Mal mit von der Partie sind Jeff Scott Soto, Steve Overland (FM), Kevin Chalfant (u.a. THE STORM), Jesse Damon, Paul Sabu (ONLY CHILD), Henry Small (PRISM), Philip Bardowell (PLACES OF POWER) und Rick Riso.
Speziell der Beitrag von Herrn Soto („The Smartest Girl In L.A.“) und Songs wie „Desire Turning Into Dust“ oder „One Foot In Heaven“ sind es, die im Gehör bleiben.

Insgesamt ist es doch beachtlich, welch hohe Kontinuität Frederic Slama mit AOR an den Tag legt. Auf der einen Seite hat er immer die namhaftesten Künstler in seinem Boot sitzen, auf der anderen fabriziert er ein ums andere Mal eine Platte mit guten Songs, die keinen Fan des Genres enttäuschen sollten. Das trifft auch für das fünfzehnte Werk „L.A. Darkness“ zu – das alleine ist schon eine tolle Leistung!

WERTUNG:






Trackliste:

1. The Smartest Girl In L.A.
2. The Locked Soul
3. One Foot In Heaven
4. Blueprint For Love
5. Desire Turning Into Dust
6. Heart In Pawn
7. Seven Storms
8. Why Girls Say No
9. Dangerous Fascination
10. Burning Rainbows
11. No Margin For Error (Bonus Track)
12. The Trail To Your Heart (Bonus Track)

Stefan

Freitag, 4. März 2016

MAGNUM - Sacred Blood Divine Lies

Band: Magnum
Album: Sacred Blood Divine Lies
Spielzeit: 54:29 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Steamhammer/SPV
Veröffentlichung: 26.02.2016
Homepage: www.magnumonline.co.uk

Mit dem letzten Album „Escape from Shadow Garden“ REZI konnten denke ich Fans und Band nicht so ganz zufrieden sein. Auch bei uns hinterließ das Album einen nicht ganz so guten Eindruck. Aber MAGNUM wären nicht MAGNUM wenn sie den Kopf in den Sand stecken würden, das trifft vor allem auf Mastermind und Gitarrist Tony Clarkin zu! 25 neue Songs hat er für die neue Scheibe „Sacred Blood Divine Lies“ geschrieben, zehn von ihnen findet man nun dort. Die Qualität der Songs soll wieder besser sein als beim letzten Mal und die Band wieder von ihrer rockigeren, eingängigen Seite zeigen. Über allem thront natürlich nach wie vor die Stimme von Fronter Bob Catley.

Als Opener kommt uns der Titeltrack „Sacred Blood Divine Lies“ aus den Boxen entgegen. Und hier wird dann direkt mal klar das MAGNUM ihre Fans nicht enttäuschen sondern uns direkt ein tolles, melodisch und rockiges Brett um die Ohren knallen! Schöne, druckvolle Gitarrenriffs die uns hier beglücken, ein stark singender Bob und ein Hammerrefrain, was will man denn als Fan mehr? Eben!

Das folgende „Crazy Old Mothers“ geht dann nicht ganz so flott zu Werke wie der Opener, sondern erinnert eher an die epischen Nummern des Vorgängeralbums, hat aber trotzdem wesentlich mehr Melodic und Eingängigkeit zu bieten als es zu erahnen ist.

Das flotte was dem letzten Track fehle gleicht das nun anstehende „Gypsy Queen“ mehr als aus! Mit seinem Rhythmus und dem tollen Refrain bohrt sich das Ding geradezu in die Gehörgänge und bleibt da erstmal lange haften, das kann ich euch versprechen!

Rockig und flott geht es dann auch beim kommenden „Princess in Rage“ zu welches ebenfalls richtig gut in die Ohrmuscheln geht, bevor uns mit „Your Dreams won‘t Die“ die erste Vollblutballade des Albums präsentiert wird. Hier haben wir es ebenfalls mit einem guten Song zu tun, der absolut ihre Daseinsberechtigung auf dem Album hat.
Leider haben wir nun mit „Afraid of the Night“ und „A forgotten Conversation“ zwei Stücke zu vermelden die auch nach ein paar Durchläufen nicht so recht zünden wollen.

Wenden wir uns also schnell den verbliebenen drei Nummern zu. „Quiet Rhapsody“ atmet nämlich wieder den Geist der ersten, rockigen Stücke des Albums und kann auf Anhieb überzeugen, „Twelve Men Wise and Just“ ist auch eine typische MAGNUM Nummer geworden, mit denen die Anhängerschaft null Probleme haben sollte und das abschließende „Don‘t Cry Baby“ ist dann die nächste Schmachballade die mit etwas mehr Druck daherkommt also das schon angesprochene „Your Dreams won‘t Die“.

Anspieltipps:

Viel zu meckern gibt es hier nicht, die Tracks die aber trotz allem etwas hervorstechen sind mit Sicherheit “Sacred Blood Divine Lies”, “Gypsy Queen”, “Princess in Rage”, “Your Dreams won’t Die” und “Quiet Rhapsody”.

Fazit :

Nach dem verklingen des letzten Tons muss ich direkt festhalten das das neue MAGNUM Album definitiv besser gefällt als das letzte Werk. Hier sind die Songs wieder wesentlich griffiger und das Gesamtbild überzeugt auf jeden Fall mehr!
Zwar gibt es auch hier wieder den ein oder anderen schwächeren Song, der nicht richtig ins Ohr will, aber die guten Momente überzeugen hier ganz klar.
Willkommen zurück kann man da denke ich nur sagen, im Vergleich zum letzten Output eine ganz klare Steigerung und Rückbesinnung auf die Stärken.

WERTUNG:




Trackliste:

01. Sacred Blood Divine Lies
02. Crazy Old Mothers
03. Gypsy Queen
04. Princess in Rage
05. Your Dreams won‘t Die
06. Afraid of the Night
07. A forgotten Conversation
08. Quiet Rhapsody
09. Twelve Men Wise and Just
10. Don‘t cry Baby

Julian

RIZON - Power Plant

Band: Rizon
Album: Power Plant
Spielzeit: 52:44 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Pure Rock Records
Veröffentlichung: 04.03.2016
Homepage: www.rizon.ch

Fast auf den Tag genau vier Jahre nach dem letzten Album „Masquerade“ REZI kommen die Rocker von RIZON mit ihrem neuen Diskus „Power Plant“ um die Ecke. Mit diesem präsentiert man uns ebenfalls drei neue Mitglieder. Da hätten wir zum einen mit Rahel Fischer die neue weibliche Stimme neben Ursänger Matthias Götz, mit Reto Hähnel einen neuen Gitarristen und mit Maik Kindermann einen neuen Basser.
Die Mannschaft ist also teilweise neu, der Sound der Band allerdings nicht! Hier bekommen wir nach wie vor melodischen Rock/Metal der mit ordentlichen Keyboardunterstützung daher kommt und zweistimmigen Gesang aufweisen kann.
Verlieren wir also nicht mehr viel Worte, sondern steigen gleich mit dem Opener „Nevermore“ in das neue Album ein. Der Beginn ist zwar etwas merkwürdig mit dem verzerrten Gesang, aber nach und nach steigert sich die Nummer zu einem kraftvollen Heavy Rocker der über einen eingängigen Chorus verfügt und noch dazu ein interessantes Thema besitzt. Dieses ist schön mit den geschichtlichen Einspielern im späteren Verlauf umgesetzt. Alles gut und grün also bei Song Nummer 1!
Das flotte, eingängige „Feel the Heat“ im Anschluss nimmt dann den Faden schön auf ohne das ernste Thema aus dem Vorgänger und wird somit zum Happy Rocker Nummer 1 auf der Scheibe!
„Midnight Sun“ wirkt danach auf Dauer vielleicht etwas sperrig und schafft es nicht mehrere Hördurchgänge stand zu halten, das anschließende „If you Rule the World“ ist dann melodisch wieder aus einem ganz anderen Holz geschnitzt und begeistert auf Anhieb.
Danach geht es ein bisschen Auf und Ab mit der Songqualität, „Lost without You“ schießt ziemlich an einen vorbei ohne Eindruck zu hinterlassen, „I Follow You“ braucht dann ewig um in Fahrt zu kommen und kommt wieder etwas sperrig daher, zündet dann aber irgendwie doch, und „Me“ ballert wieder an einem vorbei. Es bleibt also leider nicht wirklich viel hängen im Mittelteil!
Bei „New Age Dawn“ versucht man es dann mal episch und abwechslungsreich was auch gut gelingt, aber als Anspieltipp kann ich die Nummer nicht durchgehen lassen. „No Way Out“ ist dann schon wieder wesentlich besser und auch „Timebomb“ hat seine guten Momente.
Abschließend gibt es dann noch das zweigeteilte „Freedom of Life“ wobei Teil 1 nur die atmosphärische Einleitung darstellt und Teil 2 der eigentlich Song der mit viel Keyboardunterstützung daherkommt und eher zur sanfteren Rockausrichtung tendiert.

Anspieltipps:

Hier kann ich euch auf jeden Fall “Nevermore”, “Feel the Heat”, “If you Rule the World”, “I Follow You” sowie “No Way Out” mit auf den Weg geben.

Fazit :

An sich können RIZON mit ihrem neuen Album schon gut begeistern, leider krankt das gute Stück aber an den selben Kritikpunkten die ich auch schon beim Vorgänger genannt hatte. Die Platte zieht sich ziemlich in die Länge und es haben sich auch ein paar schwächere Nummern eingeschlichen. Insgesamt war das letzte Album ein wenig eingängiger und kompakter, aber ich denke Fans der Band sowie von melodischen, zweistimmigen Heavy Rock mach hier nicht viel falsch!

WERTUNG:





Trackliste:

01. Nevermore
02. Feel the Heat
03. Midnight Sun
04. If you Rule the World
05. Lost without You
06. I follw You
07. Me
08. New Age Dawn
09. No Way Out
10. Timebomb
11. Freedom of Life (Part I)
12. Freedom of Life (Part II)

Julian