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Montag, 14. Dezember 2015

JOHNNY LIMA - Unplug´n Play

Band: Johnny Lima
Album: Unplug´n Play
Spielzeit: 42:09 min.
Stilrichtung: Acoustic
Plattenfirma: Eigenvertrieb
Veröffentlichung: 01.12.2015
Homepage: www.johnnylima.com

Nächstes Jahr feiert das lange vergriffene Debütalbum des kalifornischen Sängers und Songwriters JOHNNY LIMA sein zwanzigstes Jubiläum. Vier weitere Longplayer hat der sympathische Blondschopf seitdem auf den Weg gebracht und ist sich immer selbst treu geblieben. Das 2014 erschienene „My Revolution“ (Rezi HIER) ist das bisher abwechslungsreichste aber auch modernste Werk. Jetzt geht JOHNNY LIMA mit seinem neuen Album „Unplug´n Play“ in eine komplett andere Richtung. Wie es der Titel schon erahnen lässt, bringt LIMA ein Akustikalbum auf den Weg, das allerdings mit Schlagzeug und Bass angereichert wurde. Semi-akustisch wäre vielleicht die richtige Bezeichnung dafür. Aber egal, wie man es dreh und wendet, auf „Unplug´n Play“ befinden sich zehn komplett neue Stücke und nicht eine Aufarbeitung alten Materials.

Und wer vermutet, dass sich JOHNNY LIMA hier nur Balladen ans Bein gebunden hat, der irrt gewaltig. Klar, langsame Songs sind prädestiniert dazu, derart umgesetzt zu werden, aber es gibt auch coole Akustikrocker. „Hallelujah (What´s It To Ya)“ ist so einer. Komplettiert mit etwas Percussion strahlt diese Nummer eine enorme Coolness aus und liefert ganz nebenbei noch einen Ohrwurm. Aber auch „Superman“ oder „I Got The Girl“ sind schöne Beispiele für diese Spezies. Dass der Ami aber auch Balladen drauf hat, hat er in der Vergangenheit schon zur Genüge bewiesen. Auf „Unplug´n Play“ stehen natürlich mehr als sonst im Aufgebot. Ein besonderes Exemplar dafür ist „I´m On My Way“, eine wirklich wunderschöne Nummer. Auch „Still Doing Nothing At All“ oder das eröffnende „So Excited“ haben eine enorme Strahlkraft.

Ein Akustikalbum ist zwar keine Neuheit an sich, ein akustisches Album mit komplett neuen Songs ist aber doch eher die Ausnahme. Wenn sich dann noch solch prächtige Songs wie „Hallelujah“ oder „I´m On My Way“ darunter befinden, muss man dieses Projekt definitiv näher betrachten. Im Falle von „Unplug´n Play“ gilt im Grunde das, was JOHNNY LIMA schon immer ausgezeichnet hat: der Junge steht für Qualität, denn er macht Musik mit Herz und Leidenschaft – immer. Und so ist auch dieses neue Projekt von JOHNY LIMA sehr hörenswert und es passt noch dazu perfekt in die „stille“ Vorweihnachtszeit.

WERTUNG:





Trackliste:

1. So Excited
2. Still Doing Nothing At All
3. I Do
4. Hallelujah (What´s It To Ya)
5. Feel What It´s Like To Be Loved
6. Superman
7. I´m On My Way
8. Nothing´s Worth Losing You
9. Let It Shine
10. I Got The Girl

Stefan

Montag, 13. April 2015

THE QUIREBOYS - St Cecila & The Gypsy Soul

Band: The Quireboys
Album: St Cecila & The Gypsy Soul
Spielzeit: 172:25 min.
Stilrichtung: Rock´n Roll
Plattenfirma: Off Yer Rocka Recordings
Veröffentlichung: 17.04.2015
Homepage: www.quireboys.com

Schon das letzte Album „Black Eyed Sons“ (Rezi HIER) war wieder einmal ein wahres Feuerwerk – auch in Hinsicht auf den gebotenen Inhalt. Denn THE QUIREBOYS gaben sich nicht damit zufrieden, den Fans einfach eine neue Platte um die Ohren zu hauen sondern haben dazu noch ein Unplugged-Album und eine Live-DVD gepackt. Unplugged ist auch gleich das richtige Stichwort für das neue Werk. Denn Spike und die Jungs sind für die neue Platte mit dem Vorsatz ins Studio gegangen, ein paar neue akustische Songs aufzunehmen und ein paar alte aufzupolieren. Herausgekommen ist ein komplett neuer 10-Tracker namens „St Cecilia & The Gypsy Soul“, der mit gleich drei Bonus Discs aufwartet. Neben dem Silberling mit den erwähnten neuen Stücken erwartet den Fan das nicht mehr erhältliche Album „Halfpenny Dancer“ und das dazugehörige Konzertdokument „Halfpenny Live“, das sich über die letzten beiden CD´s erstreckt.

Doch wollen wir zuerst einmal die neuen Songs begutachten – und da gibt es einiges zu entdecken: manche räkeln sich lasziv, wie der Opener „Gracie B“ oder „Out Of Your Mind“, manche könnten der Feder eines TOM PETTY entsprungen sein („Can´t Hide It Anymore“) und manche kommen sogar mit modernen Samples daher („Why Did It Take So Long“). Und manche würden richtig rocken, hätten die Jungs die Stromgitarre eingeschaltet (z.B. der Titeltrack). So richtig Gas geben wollen die Briten auf dem kompletten Album allerdings nicht. Eines haben dabei alle zehn Songs gemeinsam: sie tönen unverkennbar nach den QUIREBOYS und legen einen Seelenstriptease erster Güte hin. So intim hat man die Briten wohl noch nie zu hören bekommen.

Aber auch die Bonüsse haben es in sich, liegt doch mit „Halfpenny Dancer“ ein komplettes weiteres Album in der Schachtel – und was für eines. Thematisch natürlich perfekt passend weil ebenfalls sehr akustisch angehaucht und ganz nebenbei ist dieses Album von 2009 mittlerweile nicht mehr regulär erhältlich. Eine schöne Gelegenheit also, das nachzuholen. Damit aber nicht genug, denn es gibt ja auch noch zwei Silberscheiben mit „Halfpenny Live“. Darauf zeigen THE QUIREBOYS ein weiteres Mal, dass sie eine erstklassige Liveband sind und auf der Bühne ihresgleichen suchen. Und auch dieses prall gefüllte Package sucht wohl seinesgleichen. THE QUIREBOYS mögen früher vielleicht etwas faul gewesen sein, was ihren Veröffentlichungsrhytmus angeht, dafür haben die Briten jetzt nicht nur jedes Mal innerhalb kürzester Zeit ein tolles Album am Start sondern packen das Ganze auch noch in eine hochwertige CD-Box mit jeder Menge Bonusmaterial – hier ist das Gewicht von Qualität und Quantität absolut ausgeglichen.

WERTUNG:






Trackliste:

Disc 1 „St. Cecilia & The Gypsy Soul“

1. Gracie B.
2. Land Of My Father
3. St. Cecilia
4. The Promise
5. Can´t Hide It Anymore
6. Out Of Your Mind
7. The Hurting Kind
8. Adaline
9. The Best Are Not Forgotten
10. Why Did It Take So Long

Disc 2 „Halfpenny Dancer“

1. There She Goes Again
2. Devil Of A Man
3. Love To Love
4. Mona Lisa Smiled
5. I Can´t Stop Loving You
6. Roses & Rings
7. Baby Its You
8. Hello
9. Pretty Girls
10. He´ll Have To Go
11. Long Time Comin´
12. Hates To Please
13. King Of New York

Disc 3 „Halfpenny Live (Part I)“

1. There She Goes Again
2. Devil Of A Man
3. Mona Lisa Smiled
4. Love To Love
5. Rises & Rings
6. Pretty Girls
7. Can´t Stop Loving You
8. One For The Road
9. Hello

Disc 4 „Halfpenny Live (Part II)“

1. Hates To Please
2. Long Time Comin´
3. Have A Drink With Me
4. Late Night Saturday Call
5. Misled
6. I Love This Dirty Town
7. 7 O´Clock
8. I Don´t Love You Anymore

Stefan

Freitag, 22. August 2014

VOICIANO - Everflow

Band: Voiciano
Album: Everflow
Spielzeit: 44:32 min
Stilrichtung: Akkustik
Plattenfirma: Eigenproduktion 
Veröffentlichung: Juni 2014
Homepage: www.voiciano.com

Mit dem Bandprojekt VOICIANO präsentieren uns EDENBRIDGE Mastermind Lanvall und Sängerin Sabine Edelsbacher ein neues Akkustikprojekt, welches nun mit „Everflow“ ihr Debütalbum auf den Markt wirft.
Wer also auf die Stammband in ihre sanftesten Balladenversionen steht kann nun weiterlesen, beinharte Metaller sollten hier aber nicht weiterlesen, ACHTUNG dieses Album ist absolut kein Metalalbum!
Es ist, wie schon gesagt, ein reines Akkustikalbum wo zum größten Teil das Klavier und die Stimme von Sabine zu hören sind, aber auch Akkustikgitarre, Saz, Mandoline, Bouzoukidas und auch das Hackbrett sind hier zu hören.
Alle natürlich gespielt von Multiinstrumentalist Lanvall himself und dazu noch live am Stück. Der Gute hat dafür sogar noch das ein oder andere Instrument neu erlernt! Das soll mal einer nach machen!
Die Songs sind teilweise über die Jahrzehnte entstanden und warteten nur darauf im richtigen Rahmen veröffentlicht zu werden und dies ist nun mit VOICIANO der Fall.
EDENBRIDGE Insidern sei noch verraten, das „Everflow“ mit Gandalf aufgenommen wurde, der auch schon an den Aufnahmen des EDENBRIDGE Debüts „Sunrise in Eden“ 1999 beteiligt gewesen ist. Zusätzlich hat man mit Erik Martensson, Arjen Lucassen und Karl Groom bekannte Gastmusiker für das Album gewinnen können.
So, dann starten wir mal unsere Reise in die Welt der Klassik und Akkustik mit dem Openersong „Change“. Eine langsame Midtemponummer die natürlich viel Gefühl und Emotion transportiert. Das Ganze hat schon Balladenzüge die ganz klar auf das Konto der sanften Klavierbegleitung von Lanvall gehen. Ein schöner Openersong, der direkt begeistert.
In genau die selbe Kerbe schlägt dann das anschließende „This One is for you“. Erneut gibt es hier eine zuckersüße Klavierbegleitung und der Chorus ist erneut absolut eingängig.
Mit dem folgenden „Island of the Gods“ kommt dann endlich auch ein wenig Abwechslung ins Spiel. Gitarre, Klavier und noch ein paar andere Instrumente finden hier ihren Platz und machen die Nummer somit schon zu etwas besonderem. Man wähnt sich gerade zu versetzt in eine mystische Welt und kann fast schon das Meer rauschen hören. Tolle Atmosphäre!
Apropos unterschiedliche Instrumente bei „Hourglass“ kommt dann das schon angesprochene Hackbrett zu seinen Ehren und man muss sagen, es passt perfekt in den Song und zum Sound von VOICIANO. Ansonsten gibt es auch hier die perfekte Atmosphäre und Gefühle pur.
Aber wenn du glaubst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo noch eine Steigerung her, diese folgt anschließend mit „Until the End of Time“ wo es ein wunderschönes Duett mit Erik Martensson gibt. Eins A, bitte mehr davon!
Leider kommen nun mit „Interlude No. 1“, „Losing You“ und „Inner Child“ Songs die nicht mehr ganz die Klasse der vorherigen Tracks haben, alles noch nach wie vor gut gemacht, aber im Vergleich verlieren sie einfach an Klasse.
Aber mit den beiden abschließenden Tracks „Everflow“ und „Afterglow“ ist wieder alles im grünen Bereich und man besinnt sich wieder auf die gewohnten Stärken.

Anspieltipps:

“Change”, “Island of the Gods”, “Until the End of Time”, “Everflow” und “Afterglow” sollte man sich hier auf jeden Fall einmal genauer anhören.

Fazit :

Freunde von Akkustik und Klassiksongs kommen beim Debütalbum von VOICIANO auf jeden Fall absolut auf ihre Kosten! Ein ums andere Mal blitzt das gewohnte Songwritinggenie von Lanvall auf und man kann einfach nur den Hut ziehen vor dieser Leistung! Der Mann ist einfach ein Musikgenie!
Im Gesamtpaket kommt “Everflow” recht ordentlich aus den Boxen, den ein oder anderen etwas schwächeren Song gibt es zwar auch zu verkraften, aber im Großen und Ganzen überwiegen hier die besseren Nummern.
Ich hätte mir vielleicht noch den ein oder anderen etwas abwechslungsreicheren Song was die Instrumentierung angeht gewünscht, aber auch so gibt es für alle EDENBRIDGE Fans die auf die Balladen der Band stehen und Fans von Akkustiksongs eine glasklare Kaufempfehlung!

WERTUNG:






Trackliste:

01. Change
02. This One is for you
03. Island of the Gods
04. Hourglass
05. Until the End of Time
06. Interlude No. 1
07. Losing You
08. Inner Child
09. Everflow
10. Afterglow

Julian