Band: Giuda
Album: Speaks Evil
Spielzeit: 34:03 min.
Stilrichtung: Rock´n Roll,
Plattenfirma: Burning Heart Records
Veröffentlichung: 20.11.2015
Homepage: www.giuda.net
Ausgerechnet aus Italien soll sie kommen – die neue Rock´n Glam-Revolution! Tatsächlich konnten die Rocker aus Rom mit ihren zwei Alben „Racey Roller“ (2010) und „Let´s Do It Again“ (2013) schon einiges an Lob und Anerkennung einheimsen und auch Live ist der Fünfer ein Hit, davon zeugen Auftritte auf dem diesjährigen Reeperbahn Festival und den Turbojugend-Tagen. Und doch wollen sie mit Album Nummero drei noch höher hinaus. GIUDA (JEW-DA ausgesprochen) sind aus der Asche der bekannten Punkkapelle TAXI entstanden und erweitern ihr Repertoire um jede Menge Glam, Glitter, Power Pop und Rock´n Roll. Die Einflüsse sind so weitreichend wie ihr Sound.
Zocken die Römer ein Riff in bester AC/DC Manier (zu ihrer bluesgetränkten Anfangszeit), wendet sich das Blatt innerhalb kürzester Zeit zu einem Stakkatto-Refrain, an dem selbst die RAMONES ihre helle Freude gehabt hätten. Dazu ein bisschen T-REX, THE SWEET und SLADE und fertig ist zumindest ein Song. Die Rede ist vom Opener „Roll The Balls“. Und der ist gleich ein Hit! Messerscharf erkennen GIUDA, dass es da nicht einfach ist, konstant nachzulegen. „It Ain´t Easy“ folgt einem ganz anderen Grundrezept. Das ist auch eine Säule der Römer, die sie aus der Masse herausstechen lässt. Der Fünfer verfolgt nicht ein und den selben Ansatz für ein ganzes Album sondern summt wie ein Bienchen von Blüte zu Blüte und saugt das Beste heraus.
So kommen auch weitere Highlights wie das räudige „Mama Got The Blues“, das authentische „Working Class Man“ oder das launige „Bad Days Are Back“ (THE FACES meets STATUS QUO) ganz ungezwungen und mega lässig aus den Boxen. „Speaks Evil“ ist ein herrlich frisches Album, obwohl im Grunde nur Altbekanntes verwurstet wird. Aber die Mischung macht „Speaks Evil“ so einzigartig. Kurz und knackig rotzen die Italiener ihre zehn Songs herunter und haben dabei hörbar eine Menge Spaß. Den hat auch der Hörer – und zwar nicht zu knapp.
WERTUNG:
Trackliste:
1. Roll The Balls
2. It Ain´t Easy
3. Bad Days Are Back
4. Mama Got The Blues
5. Watch Your Step (Do The „Do One“)
6. Working Class Man
7. You Can Do Everything
8. My Lu
9. Joolz
10. Bonehead Waltz
Stefan
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Montag, 16. November 2015
Montag, 5. Oktober 2015
MICHAEL MONROE - Blackout States
Band: Michael Monroe
Album: Blackout State
Spielzeit: 42:03 min.
Stilrichtung: Hardrock, Punk, Hair Metal
Plattenfirma: Spinefarm Records
Veröffentlichung: 16.10.2015
Homepage: www.michaelmonroe.com
MICHAEL MONROE hat Rückenwind! Zwar ist ihm nach dem letzten Album „Horns And Halos“ (Rezi HIER) mit Dregen (der seine BACKYARD BABIES wieder ins Spiel brachte – Rezi HIER) schon wieder ein Gitarrist entlaufen, von solchen Nichtigkeiten lässt sich eine Ikone wie Monroe aber schon lange nicht mehr beirren. Und so steht der verbleibende Steve Conte (Ex-NEW YORK DOLLS) erstmals mit Neu-Kollege Rich Jones (THE BLACK HALOS) für die Gitarrensalven gerade. Weiterhin zur Band gehören Bassist Sami Yaffa (Ex-HANOI ROCKS, Ex-NEW YORK DOLLS) und Schlagwerker Karl Rockfist (Ex-DANZIG). Die Band scheint also weitestgehend gefestigt zu sein. Das haben die Leistungen der letzten Jahre eindeutig gezeigt. Denn seitdem der Finne seinen dritten Solo-Frühling bei Spinefarm Records zuerst mit einem Livealbum begann, zeigt die Kurve wieder steil nach oben. Die beiden Studioplatten „Sensory Overdrive“ (2011) und zuletzt „Horns And Halos“ (2013) haben Spaß gemacht.
Zusammen mit HARDCORE SUPERSTAR geht es bald auf Double-Headliner Tournee durch Europa (siehe unsere NEWS), da will das neue Material wohl durchdacht sein. „Blackout State“ beginnt mit einem Punkrocker – der Titel „This Ain´t No Love Song“ lässt dies schon vermuten. In gewohnter Manier rotzt der Finne mit seiner Kapelle diese gut zweieinhalb Minuten runter. Ein guter Einstieg. Das gemächlichere „Old King´s Road“ macht ebenfalls einen glänzenden Eindruck. Melodisch, punkig, einprägsam. Wer auf diese Gattung Songs steht, wird sicherlich bei „Goin Down With The Ship“, „Six Feet In The Ground“ oder dem Titeltrack das Haupthaar schütteln. Wer eher schnellere Nummern bevorzugt, sollte mit „Good Old Bad Days“, „Walk Away“ oder dem Nackenbrecher „R“ gut bedient sein.
MICHAEL MONROE und seine Band machen das wie am besten können. Und das hat nichts mit großer Kunst zu tun sondern einfach mit Lebensgefühl. Was der Finne mit HANOI ROCKS erreicht hat, liegt schon lange Zeit zurück und wird nur im Rückspiegel sichtbar. In der Gegenwart aber ist er mindestens genau so vital und fit – und das schlägt sich ein ums andere Mal in seinen letzten Werken nieder. Auch „Blackout State“ ist ein ambitioniertes Stück Musik, das einfach Spaß macht. Das kann man nicht erklären, das muss man hören und erleben. Am Besten auch live – zum Beispiel am 21. Oktober in München
WERTUNG:
Trackliste:
1. This Ain´t No Love Song
2. Old King´s Road
3. Goin Down With The Ship
4. Keep Your Eye On You
5. The Bastard´s Bash
6. Good Old Bad Days
7. R
8. Blackout States
9. Under The Northern Lights
10. Permanent Youth
11. Dead Hearts On Denmark Street
12. Six Feet In The Ground
13. Walk Away
Stefan
Album: Blackout State
Spielzeit: 42:03 min.
Stilrichtung: Hardrock, Punk, Hair Metal
Plattenfirma: Spinefarm Records
Veröffentlichung: 16.10.2015
Homepage: www.michaelmonroe.com
MICHAEL MONROE hat Rückenwind! Zwar ist ihm nach dem letzten Album „Horns And Halos“ (Rezi HIER) mit Dregen (der seine BACKYARD BABIES wieder ins Spiel brachte – Rezi HIER) schon wieder ein Gitarrist entlaufen, von solchen Nichtigkeiten lässt sich eine Ikone wie Monroe aber schon lange nicht mehr beirren. Und so steht der verbleibende Steve Conte (Ex-NEW YORK DOLLS) erstmals mit Neu-Kollege Rich Jones (THE BLACK HALOS) für die Gitarrensalven gerade. Weiterhin zur Band gehören Bassist Sami Yaffa (Ex-HANOI ROCKS, Ex-NEW YORK DOLLS) und Schlagwerker Karl Rockfist (Ex-DANZIG). Die Band scheint also weitestgehend gefestigt zu sein. Das haben die Leistungen der letzten Jahre eindeutig gezeigt. Denn seitdem der Finne seinen dritten Solo-Frühling bei Spinefarm Records zuerst mit einem Livealbum begann, zeigt die Kurve wieder steil nach oben. Die beiden Studioplatten „Sensory Overdrive“ (2011) und zuletzt „Horns And Halos“ (2013) haben Spaß gemacht.
Zusammen mit HARDCORE SUPERSTAR geht es bald auf Double-Headliner Tournee durch Europa (siehe unsere NEWS), da will das neue Material wohl durchdacht sein. „Blackout State“ beginnt mit einem Punkrocker – der Titel „This Ain´t No Love Song“ lässt dies schon vermuten. In gewohnter Manier rotzt der Finne mit seiner Kapelle diese gut zweieinhalb Minuten runter. Ein guter Einstieg. Das gemächlichere „Old King´s Road“ macht ebenfalls einen glänzenden Eindruck. Melodisch, punkig, einprägsam. Wer auf diese Gattung Songs steht, wird sicherlich bei „Goin Down With The Ship“, „Six Feet In The Ground“ oder dem Titeltrack das Haupthaar schütteln. Wer eher schnellere Nummern bevorzugt, sollte mit „Good Old Bad Days“, „Walk Away“ oder dem Nackenbrecher „R“ gut bedient sein.
MICHAEL MONROE und seine Band machen das wie am besten können. Und das hat nichts mit großer Kunst zu tun sondern einfach mit Lebensgefühl. Was der Finne mit HANOI ROCKS erreicht hat, liegt schon lange Zeit zurück und wird nur im Rückspiegel sichtbar. In der Gegenwart aber ist er mindestens genau so vital und fit – und das schlägt sich ein ums andere Mal in seinen letzten Werken nieder. Auch „Blackout State“ ist ein ambitioniertes Stück Musik, das einfach Spaß macht. Das kann man nicht erklären, das muss man hören und erleben. Am Besten auch live – zum Beispiel am 21. Oktober in München
WERTUNG:
Trackliste:
1. This Ain´t No Love Song
2. Old King´s Road
3. Goin Down With The Ship
4. Keep Your Eye On You
5. The Bastard´s Bash
6. Good Old Bad Days
7. R
8. Blackout States
9. Under The Northern Lights
10. Permanent Youth
11. Dead Hearts On Denmark Street
12. Six Feet In The Ground
13. Walk Away
Stefan
Mittwoch, 2. September 2015
GRAVE PLEASURES - Dreamcrash
Band: Grave Pleasures
Album: Dreamcrash
Spielzeit: 45:29 min
Stilrichtung: Goth Rock
Plattenfirma: Columbia/Sony
Veröffentlichung: 04.09.2015
Homepage: www.gravepleasures.com
Aus der Asche von gleich 2 recht schnell implodierten Nachwuchshoffnungen am Dark-Rock Himmel ist die neue Truppe GRAVE PLEASURES erstanden: Gitarristin Linnéa Olsson konnte an der Seite von Johanna Sadonis (nun bei Lucifer aktiv) unter dem The Oath Banner mit Ihrem selbstbetitelten Debüt für aufgeregtes Raunen in der Szene sorgen, Sänger/Komponist Mat „Kvost“ McNerney legte als Beastmilk mit “Climax” ein verdammt starkes Death Rock Album vor. Betrachtet man die weitere Besetzung der Band, so handelt es sich bei GRAVE PLEASURES im Grunde um eine Umfirmierung von Beastmilk mit erweiterter Mannschaft - das macht auch gleich der zutiefst im 80er Goth Rock verwurzelte Opener „Utopian Scream“ klar, der nahtlos an die Highlights von „Climax“ anknüpft. Mit den altbekannten Goth Stilmitteln ziehen GRAVE PLEASURES hier Ihren Stiefel ohne Wenn und Aber durch, und wer von dem Vorgänger begeistert war, dürfte hier voll auf seine Kosten kommen
Nun ist es so, dass dieser wehleidige, selbstbemitleidende Gesang natürlich nicht jedermanns Sache ist, was ja prinzipiell auch gut ist – es gibt schon genug Konsensmusik da draussen. Und die zahlreichen Kritiker, die sich bereits an Beastmilk echauffiert haben, haben natürlich durchaus Ihre Argumente. Allerdings muss man feststellen, dass GRAVE PLEASURES Ihre Sache innerhalb der gesetzten Genre-Grenzen ziemlich gut machen. Ob die Chose so offensiv als das nächste große Ding beworben werden muss und inwiefern auch die doch recht „professionelle“ Produktion des beim Branchenmajor Sonz erscheinenden Albums der Glaubhaftigkeit der Band nützt oder schadet sei mal dahingestellt. An der Qualität solche Ohrwürmer wie „New Hip Moon“ oder „Crisis“ kann das Ganze nichts ändern.
GRAVE PLEASURES schicken sich an, den weitestgehend in den Underground verbannten Goth-Rock wieder ein Stück weit salonfähig zu machen. Mit einer zeitgemäßen Produktion, ner ordentlichen Schüppe Internet und Print Hype, sowie einer Handvoll souverän eingetüteter Songs könnte das auch gelingen. Ob das Album den persönlichen Geschmack trifft kann aber nur ein (Vorab)Test zeigen. Okay, aber nicht herausragend.
WERTUNG:
Trackliste:
01. Utopian Scream
02. New Hip Moon
03. Crying Wolves
04. Futureshock
05. Crisis
06. Worn Threds
07. Taste The Void
08. Lipstick on your Tombstone
09. Girl in A Vortex
10. Crooked Vein
11. No Survival
Mario
Album: Dreamcrash
Spielzeit: 45:29 min
Stilrichtung: Goth Rock
Plattenfirma: Columbia/Sony
Veröffentlichung: 04.09.2015
Homepage: www.gravepleasures.com
Aus der Asche von gleich 2 recht schnell implodierten Nachwuchshoffnungen am Dark-Rock Himmel ist die neue Truppe GRAVE PLEASURES erstanden: Gitarristin Linnéa Olsson konnte an der Seite von Johanna Sadonis (nun bei Lucifer aktiv) unter dem The Oath Banner mit Ihrem selbstbetitelten Debüt für aufgeregtes Raunen in der Szene sorgen, Sänger/Komponist Mat „Kvost“ McNerney legte als Beastmilk mit “Climax” ein verdammt starkes Death Rock Album vor. Betrachtet man die weitere Besetzung der Band, so handelt es sich bei GRAVE PLEASURES im Grunde um eine Umfirmierung von Beastmilk mit erweiterter Mannschaft - das macht auch gleich der zutiefst im 80er Goth Rock verwurzelte Opener „Utopian Scream“ klar, der nahtlos an die Highlights von „Climax“ anknüpft. Mit den altbekannten Goth Stilmitteln ziehen GRAVE PLEASURES hier Ihren Stiefel ohne Wenn und Aber durch, und wer von dem Vorgänger begeistert war, dürfte hier voll auf seine Kosten kommen
Nun ist es so, dass dieser wehleidige, selbstbemitleidende Gesang natürlich nicht jedermanns Sache ist, was ja prinzipiell auch gut ist – es gibt schon genug Konsensmusik da draussen. Und die zahlreichen Kritiker, die sich bereits an Beastmilk echauffiert haben, haben natürlich durchaus Ihre Argumente. Allerdings muss man feststellen, dass GRAVE PLEASURES Ihre Sache innerhalb der gesetzten Genre-Grenzen ziemlich gut machen. Ob die Chose so offensiv als das nächste große Ding beworben werden muss und inwiefern auch die doch recht „professionelle“ Produktion des beim Branchenmajor Sonz erscheinenden Albums der Glaubhaftigkeit der Band nützt oder schadet sei mal dahingestellt. An der Qualität solche Ohrwürmer wie „New Hip Moon“ oder „Crisis“ kann das Ganze nichts ändern.
GRAVE PLEASURES schicken sich an, den weitestgehend in den Underground verbannten Goth-Rock wieder ein Stück weit salonfähig zu machen. Mit einer zeitgemäßen Produktion, ner ordentlichen Schüppe Internet und Print Hype, sowie einer Handvoll souverän eingetüteter Songs könnte das auch gelingen. Ob das Album den persönlichen Geschmack trifft kann aber nur ein (Vorab)Test zeigen. Okay, aber nicht herausragend.
WERTUNG:
Trackliste:
01. Utopian Scream
02. New Hip Moon
03. Crying Wolves
04. Futureshock
05. Crisis
06. Worn Threds
07. Taste The Void
08. Lipstick on your Tombstone
09. Girl in A Vortex
10. Crooked Vein
11. No Survival
Mario
Montag, 13. Juli 2015
GÖLDEN PALACE - A Little Rock´n Roll/Touch Me There
Band: Gölden Palace
Album: A Little Rock´n Roll/Touch Me There
Spielzeit: 35:07/15:57 min.
Stilrichtung: Surf Punk
Plattenfirma: Kagami.Land
Veröffentlichung: 01.07.2015
Homepage: www.goldenpalaceband.com
In Kürze erscheint ein neues Minialbum des seit 2010 in Norwegen lebenden Amerikaners Joseph Kimbrell alias VITNE. Aufmerksame Beobachter des sympathischen Musikers werden festgestellt haben, dass er in der Vergangenheit gerne im Hair Metal Genre gewildert, einige Jahre früher aber auch schon mal gerne eine Schippe Heavy Metal in seine Musik integriert hat. Mit seiner alten Band GÖLDEN PALACE verhält es sich aber ganz anders. Erster Unterschied ist schon mal, dass er hier lediglich Gitarre spielt und die Band selbst in der alten Heimat in Charleston/South Carolina ansässig ist. Ursprünglich wurde die Band 2004 gegründet und ging aus der Asche der Punkband 5TH MARCH hervor, in der Sänger Alex Goss, Gitarrist Joseph Kimbrell (vorher noch am Bass) sowie Drummer Johnny Emmel zusammen lärmten.
Mit GÖLDEN PALACE wollten die Jungs unter Hinzunahme von Bassist Graham Spees (dem ersten Drummer bei 5TH MARCH) aber ganz andere Musik machen. Zwar ist der Vierer im Punk verwurzelt, sie reichern ihren Sound mit einer gehörigen Portion Beach Music an. So entsteht ein wildes Gebräu aus sommerlicher Leichtigkeit und knallhartem Punk, das auf den ersten Blick etwas verwirrend ist. Aber ihre Helden NOFX, LESS THAN JAKE aber auch THIN LIZZY oder MÖTLEY CRÜE lassen sich hier und da im Sound von GÖLDEN PALACE blicken.
Speziell die Band um den singenden Bassisten Phil Lynott hat es GÖLDEN PALACE beim Opener „Is It A Crime?“ angetan. Mit den typischen Double-Leads geht es musikalisch ziemlich in die Richtung der Iren. Ganz anders das lockere „Summer Song“. Mit leichtem Surf Sound und harmonischen Backing Vocals machen die Amis hier ein ganz anderes Fass auf. Das folgende „Sheets Of Fire“ haut eher eine punkige Kerbe ins Holz. Dieser Mischung bleiben GÖLDEN PALACE auch im weiteren Verlauf des 10-Trackers treu: dabei kristallisieren sich Songs wie „A Little Rock´n Roll“ oder „Paradise“ als weitere Highlights heraus.
Nachdem die Band im Jahr 2007 eine Auszeit nehmen musste, wollten sie im Jahr darauf wieder voll durchstarten. Mit dem zweiten Gitarristen Andy Adkins hat sich die Combo auch personell verstärkt und Joseph Kimbrell, der frisch von der Schule kam, wo er eine Ausbildung zum Tontechniker absolvierte, übernahm erstmals den Aufnahmeprozess. Ende 2008 begannen die Jungs, das zweite Album in Angriff zu nehmen. Dieses wurde allerdings nie fertiggestellt. Als Kimbrell 2009 verkündete, dass er nach Europa gehen wird, kamen die Arbeiten ins stocken. Jetzt haben sich GÖLDEN PALACE wieder zusammengerauft und so steht nicht nur bald ein Re-Union Konzert zum 10-jährigen Bestehen in ihrer Heimat an, mit „Touch Me There“ gibt es auch eine neue EP mit bis dato unveröffentlichten Songs. Ähnlich wie das Debüt startet auch diese mit einem rockigen bzw. punkigen Song („With Or Without Your Love“), gefolgt von einer luftigen, sommerlichen Nummer namens „Summer Heat“. Beide geben eine gute Figur ab, wenn man den wilden Mix der Band erst einmal verinnerlicht hat. Nach der Ska-Nummer „Let Us Be“ folgt mit „Holy City Skank“ allerdings eine etwas strange Angelegenheit. Das rüde „From The Inside Out“ und das augenzwinkernde „Jessica Thompson“ können allerdings wieder gefallen. Dazwischen packt der Fünfer das kurze Intermezzo „Gregorian Scant“. Der Name verrät es schon, es handelt sich um einen gregorianischen Chant. Dies ist ein weiterer Beweis dafür, dass GÖLDEN PALACE stilistisch mehr sind, als ein Surf Punk Band.
GÖLDEN PALACE ist eine außergewöhnliche Band, die sich nicht in ein Korsett zwängen lassen will. Ihre vielfältigen Einflüsse verarbeiten die Amis zu einer interessanten Mischung. Das Debüt „A Little Rock´n Roll“ hat trotz Remastering etwas mit seinem dünnen Sound zu kämpfen. Der Großteil der Songs spricht jedoch für sich. Auf ihrer aktuellen EP „Touch Me There“ ist der Klang etwas besser und auch das Songwriting wirkt erwachsener. Die Schönheit mancher Stücke wird erst auf den zweiten oder dritten Blick sichtbar. GÖLDEN PALACE bieten sowohl Musik für die nächste Party als auch leichten Sound für den nächsten Strandurlaub, das ist doch mal eine feine Sache.
WERTUNG:
("A Little Rock´n Roll")
("Touch Me There")
Trackliste:
„A Little Rock´n Roll“
1. Is It A Crime?
2. Summer Song
3. Sheets Of Fire
4. A Little Rock´n Roll
5. I Wanna Be In Love
6. Paradise
7. Right Now
8. Wild Irish Rose
9. Saving Sage
10. Still Here
„Touch Me There“
1. With Or Without Your Love
2. Summer Heat
3. Let Us Be
4. Holy City Skank
5. From The Inside Out
6. Gregorian Scant
7. Jessica Thompson
Stefan
Album: A Little Rock´n Roll/Touch Me There
Spielzeit: 35:07/15:57 min.
Stilrichtung: Surf Punk
Plattenfirma: Kagami.Land
Veröffentlichung: 01.07.2015
Homepage: www.goldenpalaceband.com
In Kürze erscheint ein neues Minialbum des seit 2010 in Norwegen lebenden Amerikaners Joseph Kimbrell alias VITNE. Aufmerksame Beobachter des sympathischen Musikers werden festgestellt haben, dass er in der Vergangenheit gerne im Hair Metal Genre gewildert, einige Jahre früher aber auch schon mal gerne eine Schippe Heavy Metal in seine Musik integriert hat. Mit seiner alten Band GÖLDEN PALACE verhält es sich aber ganz anders. Erster Unterschied ist schon mal, dass er hier lediglich Gitarre spielt und die Band selbst in der alten Heimat in Charleston/South Carolina ansässig ist. Ursprünglich wurde die Band 2004 gegründet und ging aus der Asche der Punkband 5TH MARCH hervor, in der Sänger Alex Goss, Gitarrist Joseph Kimbrell (vorher noch am Bass) sowie Drummer Johnny Emmel zusammen lärmten.
Mit GÖLDEN PALACE wollten die Jungs unter Hinzunahme von Bassist Graham Spees (dem ersten Drummer bei 5TH MARCH) aber ganz andere Musik machen. Zwar ist der Vierer im Punk verwurzelt, sie reichern ihren Sound mit einer gehörigen Portion Beach Music an. So entsteht ein wildes Gebräu aus sommerlicher Leichtigkeit und knallhartem Punk, das auf den ersten Blick etwas verwirrend ist. Aber ihre Helden NOFX, LESS THAN JAKE aber auch THIN LIZZY oder MÖTLEY CRÜE lassen sich hier und da im Sound von GÖLDEN PALACE blicken.
Speziell die Band um den singenden Bassisten Phil Lynott hat es GÖLDEN PALACE beim Opener „Is It A Crime?“ angetan. Mit den typischen Double-Leads geht es musikalisch ziemlich in die Richtung der Iren. Ganz anders das lockere „Summer Song“. Mit leichtem Surf Sound und harmonischen Backing Vocals machen die Amis hier ein ganz anderes Fass auf. Das folgende „Sheets Of Fire“ haut eher eine punkige Kerbe ins Holz. Dieser Mischung bleiben GÖLDEN PALACE auch im weiteren Verlauf des 10-Trackers treu: dabei kristallisieren sich Songs wie „A Little Rock´n Roll“ oder „Paradise“ als weitere Highlights heraus.
Nachdem die Band im Jahr 2007 eine Auszeit nehmen musste, wollten sie im Jahr darauf wieder voll durchstarten. Mit dem zweiten Gitarristen Andy Adkins hat sich die Combo auch personell verstärkt und Joseph Kimbrell, der frisch von der Schule kam, wo er eine Ausbildung zum Tontechniker absolvierte, übernahm erstmals den Aufnahmeprozess. Ende 2008 begannen die Jungs, das zweite Album in Angriff zu nehmen. Dieses wurde allerdings nie fertiggestellt. Als Kimbrell 2009 verkündete, dass er nach Europa gehen wird, kamen die Arbeiten ins stocken. Jetzt haben sich GÖLDEN PALACE wieder zusammengerauft und so steht nicht nur bald ein Re-Union Konzert zum 10-jährigen Bestehen in ihrer Heimat an, mit „Touch Me There“ gibt es auch eine neue EP mit bis dato unveröffentlichten Songs. Ähnlich wie das Debüt startet auch diese mit einem rockigen bzw. punkigen Song („With Or Without Your Love“), gefolgt von einer luftigen, sommerlichen Nummer namens „Summer Heat“. Beide geben eine gute Figur ab, wenn man den wilden Mix der Band erst einmal verinnerlicht hat. Nach der Ska-Nummer „Let Us Be“ folgt mit „Holy City Skank“ allerdings eine etwas strange Angelegenheit. Das rüde „From The Inside Out“ und das augenzwinkernde „Jessica Thompson“ können allerdings wieder gefallen. Dazwischen packt der Fünfer das kurze Intermezzo „Gregorian Scant“. Der Name verrät es schon, es handelt sich um einen gregorianischen Chant. Dies ist ein weiterer Beweis dafür, dass GÖLDEN PALACE stilistisch mehr sind, als ein Surf Punk Band.
GÖLDEN PALACE ist eine außergewöhnliche Band, die sich nicht in ein Korsett zwängen lassen will. Ihre vielfältigen Einflüsse verarbeiten die Amis zu einer interessanten Mischung. Das Debüt „A Little Rock´n Roll“ hat trotz Remastering etwas mit seinem dünnen Sound zu kämpfen. Der Großteil der Songs spricht jedoch für sich. Auf ihrer aktuellen EP „Touch Me There“ ist der Klang etwas besser und auch das Songwriting wirkt erwachsener. Die Schönheit mancher Stücke wird erst auf den zweiten oder dritten Blick sichtbar. GÖLDEN PALACE bieten sowohl Musik für die nächste Party als auch leichten Sound für den nächsten Strandurlaub, das ist doch mal eine feine Sache.
WERTUNG:
("A Little Rock´n Roll")
("Touch Me There")
Trackliste:
„A Little Rock´n Roll“
1. Is It A Crime?
2. Summer Song
3. Sheets Of Fire
4. A Little Rock´n Roll
5. I Wanna Be In Love
6. Paradise
7. Right Now
8. Wild Irish Rose
9. Saving Sage
10. Still Here
„Touch Me There“
1. With Or Without Your Love
2. Summer Heat
3. Let Us Be
4. Holy City Skank
5. From The Inside Out
6. Gregorian Scant
7. Jessica Thompson
Stefan
Mittwoch, 8. Juli 2015
EVO/ALGY - Damned Unto Death
Band: Evo/Algy
Album: Damned
Unto Death
Spielzeit: 22:57
min
Stilrichtung: Punk, Metal
Plattenfirma: High
Roller Records
Veröffentlichung: 10.07.2015
Homepage: -
TANK haben für
dieses Jahr zwei Alben angekündigt. Einmal Tucker/Evans' Tank und einmal Algy Ward's Tank. Ob die Welt eines der
beiden Alben braucht darf bezweifelt werden. Doch Algy Ward hat noch ein Eisen im Feuer. Gemeinsam
mit Paul Evo (ex-WARFARE) hat er ein Projekt mit dem schlichten Namen EVO/
ALGY am Start. Zwei Helden der Vergangenheit die es nochmal wissen wollen?
In diesem Fall geht das leider nach hinten los. Die EP "Damned
Unto Death" bietet bestenfalls mittelmäßige Metal-Punk Ware, unkreativ und
wenig mitreißend. Weder die drei Eigenkreationen noch die Coverversionen können
wirklich begeistern. Klar, das MOTÖRHEAD Cover zu "R.A.M.O.N.E.S."
ist dreckig und rotzig, kommt aber nicht mal im Ansatz an das Original ran.
Ähnlich sieht es bei "Tune to the Music" von Status Quo aus und dabei
ist der Song nicht mal eine der Großtaten der britischen Rocker. Von den
Eigenkreationen ist selbst nach fünf Durchgängen nichts wirklich hängen
geblieben.
Der Mann, der die ersten TANK
Alben eingesungen hat, darunter Alltime-Klassiker wie "Filth Hounds of Hades" haut mit Kollege Evo eine ziemlich belanglose
Scheibe auf den Markt. Muss man so deutlich festhalten, so leid es mir als TANK
Fan der alten Tage auch fällt. Wer rumpligen und wenig innovativen Metalpunk
etwas abgewinnen kann findet vielleicht Gefallen an "Damned Unto
Death", für allen anderen findet sich deutlich besserer Stoff in der
Metallandschaft.
WERTUNG:
Trackliste:
01. Anger, Violence, Hatred
02. Nosferatu
03. R.A.M.O.N.E.S. (Motörhead-Cover)
04. Doomed at Dodes
05. Know Your Product (The Saints-Cover)
06. Tune to the Music (Status Quo-Cover)
Chris
Mittwoch, 20. Mai 2015
DEATH ALLEY - Black Magick Boogieland
Band: Death Alley
Album: Black Magick Boogieland
Spielzeit: 40:57 min
Stilrichtung: Psychedelic Rock, Punk Rock
Plattenfirma: Tee Pee Records
Veröffentlichung: 18.05.2015
Homepage: www.facebook.com/deathalleyband
Cooles Cover. Cooler Albumtitel. Coole Band. Weil sie einfach anders ist. DEATH ALLEY kombinieren psychedelische Rockmusik mit schwerer Retro-Schlagseite und punkiger Rotzigkeit zu einem Mix, den man nicht an jeder Straßenecke zu hören bekommt. Abgerundet wird der Sound von einer kleinen Brise Doom Metal. Das Debüt der Herrschaften aus Amsterdam hört auf den schönen Namen "Black Magick Boogieland" - steht frisch in den Plattenläden - und es rockt!
Der Opener "Over Under" klingt wie ein Bastard von THE DEVIL'S BLOOD, MOTÖRHEAD, GRAVEYARD und den RAMONES. Der Titeltrack überzeugt mit erstklassiger Gitarrenarbeit, lässig und doch mit Feuer. JIMI HENDRIX würde an DEATH ALLEY auch seine helle Freude haben, dürfte er doch sicherlich seinen Einfluss auf die Jungs haben, zu hören besonders beim Titeltrack. Weiter geht die wilde Reise durch das Boogieland, keine Ausfälle zu verzeichnen. Mal flotte, treibende Rocker wie das ansteckende "The Fever", dann phasenweise richtig doomige Stücke ("Golden Fields Of Love"). Groove, Rock 'n' Roll und ein wenig rotzige Attitüde. Dazu eine perfekte, leicht dreckige Produktion mit Ecken und Kanten. Hier fügt sich alles nahtlos zu einem starken Gesamtbild zusammen. Und saftige Gitarren, hier sticht der Rocker "Dead Man's Bones" besonders heraus. Beim recht vertrackten Rausschmeißer "Supernatural Predator" zeigen die Jungs dann knapp 13 Minuten lang, dass sie auch richtig abgefahrene Sachen in der Hinterhand haben. Der Song ist ein wilder Trip, wie im Rausch.
Eine richtig starke Scheibe ist der Erstling von DEATH ALLEY geworden. Frisch und frei von der Leber weg macht "Black Magick Boogieland" einfach mächtig Spaß!
WERTUNG:
Trackliste:
01. Over Under
02. Black Magick Boogieland
03. Bewildered Eyes
04. The Fever
05. Golden Fields Of Love
06. Stalk Eyed
07. Dead Man's Bones
08. Supernatural Predator
Chris
Album: Black Magick Boogieland
Spielzeit: 40:57 min
Stilrichtung: Psychedelic Rock, Punk Rock
Plattenfirma: Tee Pee Records
Veröffentlichung: 18.05.2015
Homepage: www.facebook.com/deathalleyband
Cooles Cover. Cooler Albumtitel. Coole Band. Weil sie einfach anders ist. DEATH ALLEY kombinieren psychedelische Rockmusik mit schwerer Retro-Schlagseite und punkiger Rotzigkeit zu einem Mix, den man nicht an jeder Straßenecke zu hören bekommt. Abgerundet wird der Sound von einer kleinen Brise Doom Metal. Das Debüt der Herrschaften aus Amsterdam hört auf den schönen Namen "Black Magick Boogieland" - steht frisch in den Plattenläden - und es rockt!
Der Opener "Over Under" klingt wie ein Bastard von THE DEVIL'S BLOOD, MOTÖRHEAD, GRAVEYARD und den RAMONES. Der Titeltrack überzeugt mit erstklassiger Gitarrenarbeit, lässig und doch mit Feuer. JIMI HENDRIX würde an DEATH ALLEY auch seine helle Freude haben, dürfte er doch sicherlich seinen Einfluss auf die Jungs haben, zu hören besonders beim Titeltrack. Weiter geht die wilde Reise durch das Boogieland, keine Ausfälle zu verzeichnen. Mal flotte, treibende Rocker wie das ansteckende "The Fever", dann phasenweise richtig doomige Stücke ("Golden Fields Of Love"). Groove, Rock 'n' Roll und ein wenig rotzige Attitüde. Dazu eine perfekte, leicht dreckige Produktion mit Ecken und Kanten. Hier fügt sich alles nahtlos zu einem starken Gesamtbild zusammen. Und saftige Gitarren, hier sticht der Rocker "Dead Man's Bones" besonders heraus. Beim recht vertrackten Rausschmeißer "Supernatural Predator" zeigen die Jungs dann knapp 13 Minuten lang, dass sie auch richtig abgefahrene Sachen in der Hinterhand haben. Der Song ist ein wilder Trip, wie im Rausch.
Eine richtig starke Scheibe ist der Erstling von DEATH ALLEY geworden. Frisch und frei von der Leber weg macht "Black Magick Boogieland" einfach mächtig Spaß!
WERTUNG:
Trackliste:
01. Over Under
02. Black Magick Boogieland
03. Bewildered Eyes
04. The Fever
05. Golden Fields Of Love
06. Stalk Eyed
07. Dead Man's Bones
08. Supernatural Predator
Chris
Mittwoch, 18. Februar 2015
DANKO JONES - Fire Music
Band: Danko Jones
Album: Fire Music
Spielzeit: 36:08 min
Stilrichtung: Rock, Blues, Punk
Plattenfirma: Bad Taste Records/ Soulfood
Veröffentlichung: 06.02.2015
Homepage: www.dankojones.com
Seit mittlerweile 18 Jahren bekommt man von DANKO JONES, momentan bestehend aus Danko Jones (Gesang, Gitarre), John Calabrese (Bass) und Rich Knox (Schlagzeug), waschechten Rock’n’Roll um die Ohren. Seit Anfang Februar gibt es jetzt auch das neue Album „Fire Music“ zu hören.
Den Beginn hierbei macht „Wild Woman“. Klanglich noch etwas verhalten, jedoch mit schwerwiegendem Text, der vor Bitterkeit zur so strotzt. Mit dem potentiellen Ohrwurm „The Twisted Knife“ nimmt die Platte jedoch Fahrt auf und „Gonna Be A Fight Tonight“ lädt mit seinen Gangshouts zum Mitfeiern und Wut ablassen ein. Genauso verhält es sich auch bei „She Ain’t Coming Home“ und „Body Bags“, was mit Zeilen wie „I do not forget, I do not forgive“ noch eine Stufe aggressiver daherkommt, bevor man vom melodiösen „Live Forever“ wieder versöhnt wird. „Do You Wanna Rock“ mit seiner übertriebenen Cowbell und „Getting Into Drugs“ mit seinem plumpen Text sollen wohl die Party-Kracher des Albums sein, verfehlen ihr Ziel aber um einige Zentimeter. Dafür rettet das Rockabilly angehauchte „Watch You Slide“ die Ehre wieder und macht vor allem laut richtigen Spaß. „I Will Break Your Heart“ gibt schließlich die Quotenballade, die mich ein bisschen an VOLBEAT denken lässt, und auch wenn sie einen Gang zurückschaltet ist die von einer klassischen Schnulze weit entfernt.
Fazit: Du bist frustriert, aggressiv, möchtest Dampf ablassen und danach wild feiern? Dann ist dieses Album das richtige für dich! Und auch für alle anderen Freunde der Rock-Musik ist „Fire Music“ trotz kleinerer Schwachstellen zur guten Unterhaltung geeignet.
WERTUNG:
Trackliste:
01. Wild Woman
02. The Twisting Knife
03. Gonna Be A Fight Tonight
04. Body Bags
05. Live Forever
06. Do You Wanna Rock
07. Getting Into Drugs
08. Watch You Slide
09. I Will Break Your Heart
10. Piranha
11. She Ain’t Coming Home
Lotta
Album: Fire Music
Spielzeit: 36:08 min
Stilrichtung: Rock, Blues, Punk
Plattenfirma: Bad Taste Records/ Soulfood
Veröffentlichung: 06.02.2015
Homepage: www.dankojones.com
Seit mittlerweile 18 Jahren bekommt man von DANKO JONES, momentan bestehend aus Danko Jones (Gesang, Gitarre), John Calabrese (Bass) und Rich Knox (Schlagzeug), waschechten Rock’n’Roll um die Ohren. Seit Anfang Februar gibt es jetzt auch das neue Album „Fire Music“ zu hören.
Den Beginn hierbei macht „Wild Woman“. Klanglich noch etwas verhalten, jedoch mit schwerwiegendem Text, der vor Bitterkeit zur so strotzt. Mit dem potentiellen Ohrwurm „The Twisted Knife“ nimmt die Platte jedoch Fahrt auf und „Gonna Be A Fight Tonight“ lädt mit seinen Gangshouts zum Mitfeiern und Wut ablassen ein. Genauso verhält es sich auch bei „She Ain’t Coming Home“ und „Body Bags“, was mit Zeilen wie „I do not forget, I do not forgive“ noch eine Stufe aggressiver daherkommt, bevor man vom melodiösen „Live Forever“ wieder versöhnt wird. „Do You Wanna Rock“ mit seiner übertriebenen Cowbell und „Getting Into Drugs“ mit seinem plumpen Text sollen wohl die Party-Kracher des Albums sein, verfehlen ihr Ziel aber um einige Zentimeter. Dafür rettet das Rockabilly angehauchte „Watch You Slide“ die Ehre wieder und macht vor allem laut richtigen Spaß. „I Will Break Your Heart“ gibt schließlich die Quotenballade, die mich ein bisschen an VOLBEAT denken lässt, und auch wenn sie einen Gang zurückschaltet ist die von einer klassischen Schnulze weit entfernt.
Fazit: Du bist frustriert, aggressiv, möchtest Dampf ablassen und danach wild feiern? Dann ist dieses Album das richtige für dich! Und auch für alle anderen Freunde der Rock-Musik ist „Fire Music“ trotz kleinerer Schwachstellen zur guten Unterhaltung geeignet.
WERTUNG:
Trackliste:
01. Wild Woman
02. The Twisting Knife
03. Gonna Be A Fight Tonight
04. Body Bags
05. Live Forever
06. Do You Wanna Rock
07. Getting Into Drugs
08. Watch You Slide
09. I Will Break Your Heart
10. Piranha
11. She Ain’t Coming Home
Lotta
Mittwoch, 21. Januar 2015
BITCH QUEENS - Kill Your Friends
Band: Bitch Queens
Album: Kill Your Friends
Spielzeit: 33:22 min.
Stilrichtung: Punkrock
Plattenfirma: LuxNoise
Veröffentlichung: 30.01.2015
Homepage: www.bitchqueens.com
Dass es in der Schweiz weit mehr als Riff Rock Bands gibt, haben die BITCH QUEENS schon mit ihrem Debüt „Female Shotgun“ bewiesen. Dort haben sie durchblitzen lassen, dass ihre Vorliebe für die RAMONES oder MOTÖRHEAD nicht von Ungefähr kommt und dass sie durchaus im Stande sind, amtlich zu rocken. Das ist nun über vier Jahre her und seitdem hat sich der Vierer aus Basel natürlich weiterentwickelt. Auf ihrem jüngsten Langspieler „Kill Your Friends“ sind aber immer noch die RAMONES zu finden und auch Bands wie die BACKYARD BABIES oder die FOO FIGHTERS schienen sich während der Aufnahmen zu den neuen Tracks im Studioplayer gedreht zu haben. Das Cover für „Kill Your Friends“ hat darüber hinaus einen kleinen Horrorpunk Einschlag. Der ist in der Musik von Mel (vocals, guitars), Ace (drums), Danny (guitars) und Marc (bass) allerdings nicht so stark ausgeprägt wie man beim Betrachten des Artworks vermuten würde.
Dennoch mischen die Jungs bei Songs wie „Who Are You“ derartige Einflüsse in ihren Sound. Die Platte beginnt mit dem Titeltrack aber erstmal in bester RAMONES Gedächtnis Manier und auch „Gimme A Kiss“ atmet den Spirit der Punk-Ikonen. Aber auch flotte Punkrocker wie „That Girl“ oder „Take Out The Trash“ (so ein Song hat schon lange gefehlt) sind eine feine Sache. Dazwischen finden sich mit dem melodiösen „Again, Again And Again“ oder „Get Out Of My Way“ weitere Anspieltipps.
Die BITCH QUEENS machen Punkrock mit viel Energie und herrlicher Fuck-Off-Attitüde. Das ist nicht neu, das ist nicht „in“, aber es macht Spaß. Und so sollten Punk Liebhaber auch die neue Scheibe der BITCH QUEENS antesten. Die Qualität stimmt.
WERTUNG:
Trackliste:
1. Kill Your Friends
2. Gimme A Kiss
3. Again, Again And Again
4. Who Are You
5. That Girl
6. Waste Me
7. Get Out Of My Way
8. Take Out The Trash
9. Lick It (Like You Like It)
10. Joan Is A Creep
11. Bullseye Baby
12. Tick, Tick, Tick
Stefan
Album: Kill Your Friends
Spielzeit: 33:22 min.
Stilrichtung: Punkrock
Plattenfirma: LuxNoise
Veröffentlichung: 30.01.2015
Homepage: www.bitchqueens.com
Dass es in der Schweiz weit mehr als Riff Rock Bands gibt, haben die BITCH QUEENS schon mit ihrem Debüt „Female Shotgun“ bewiesen. Dort haben sie durchblitzen lassen, dass ihre Vorliebe für die RAMONES oder MOTÖRHEAD nicht von Ungefähr kommt und dass sie durchaus im Stande sind, amtlich zu rocken. Das ist nun über vier Jahre her und seitdem hat sich der Vierer aus Basel natürlich weiterentwickelt. Auf ihrem jüngsten Langspieler „Kill Your Friends“ sind aber immer noch die RAMONES zu finden und auch Bands wie die BACKYARD BABIES oder die FOO FIGHTERS schienen sich während der Aufnahmen zu den neuen Tracks im Studioplayer gedreht zu haben. Das Cover für „Kill Your Friends“ hat darüber hinaus einen kleinen Horrorpunk Einschlag. Der ist in der Musik von Mel (vocals, guitars), Ace (drums), Danny (guitars) und Marc (bass) allerdings nicht so stark ausgeprägt wie man beim Betrachten des Artworks vermuten würde.
Dennoch mischen die Jungs bei Songs wie „Who Are You“ derartige Einflüsse in ihren Sound. Die Platte beginnt mit dem Titeltrack aber erstmal in bester RAMONES Gedächtnis Manier und auch „Gimme A Kiss“ atmet den Spirit der Punk-Ikonen. Aber auch flotte Punkrocker wie „That Girl“ oder „Take Out The Trash“ (so ein Song hat schon lange gefehlt) sind eine feine Sache. Dazwischen finden sich mit dem melodiösen „Again, Again And Again“ oder „Get Out Of My Way“ weitere Anspieltipps.
Die BITCH QUEENS machen Punkrock mit viel Energie und herrlicher Fuck-Off-Attitüde. Das ist nicht neu, das ist nicht „in“, aber es macht Spaß. Und so sollten Punk Liebhaber auch die neue Scheibe der BITCH QUEENS antesten. Die Qualität stimmt.
WERTUNG:
Trackliste:
1. Kill Your Friends
2. Gimme A Kiss
3. Again, Again And Again
4. Who Are You
5. That Girl
6. Waste Me
7. Get Out Of My Way
8. Take Out The Trash
9. Lick It (Like You Like It)
10. Joan Is A Creep
11. Bullseye Baby
12. Tick, Tick, Tick
Stefan
Montag, 15. Dezember 2014
HI-GH - Till Death And After
Band: HI-GH
Album: Till Death and After
Spielzeit: 44:12 min
Stilrichtung: Speed Metal / Punk
Plattenfirma: Metal on Metal Records
Veröffentlichung: 14.11.2014
Homepage: www.hi-ghspeedmetalofficial.bandcamp.com
Oldschooler aufgepasst! Metal on Metal haben wieder mal eine echte Perle aufgetrieben. 2012 gegründet blicken die Italiener von HI-GH auf bisher eine EP namens "Loud Frequences on Planet Jupiter" und das Debüt "Night Dances" zurück. Nun gibt es das, auf 1.000 Stück limitierte, zweite Studioalbum "Till Death and After". Die Jungs haben sich dem Heavy/Speed Metal verschrieben, mit einer ordentlichen Portion Punk.
Die Songs gehen alle flott nach vorne, kombinieren mitreißende Speed-Attacken mit IRON MAIDEN typischen NWoBHM Riffs, eine wahre Freude. Tommaso Slowly macht am Mikro eine sehr gute Figur, auch beim Rest der Truppe gibt es keine technischen Beanstandungen. Die Produktion ist druckvoll und hat ihre Ecken und Kanten, wie es eben sein sollte. Von Mitgröhlnummern wie "Sex Machine" oder "Drug your Destiny" über Abrissbirnen im Stile des Titeltracks und "Born Under Evil Defence" sorgen die vier Römer für Abwechslung und einen Frontallangriff auf die Nackenmuskulatur.
HI-GH machen Spaß und zeigen, dass guter Heavy Metal mit hohem Spaßfaktor immer häufiger bei den kleineren Labels zu finden ist. Die Band hat einfach Bock auf das was sie machen, und das kommt beim Hörer an. Speed Metal Fans sollten sich diese Scheibe auf keinen Fall entgehen lassen! Jung, wild und trotzdem Oldschool!
WERTUNG:
Trackliste:
01. We Are the End of All
02. Till Death and After
03. The Russian Border
04. Sex Machine
05. Drug Your Destiny
06. Devil's Fire
07. Born Under Evil Defence
08. Your Bloody Face
09. White Car Fever
10. Deal of Death
11. Forged in Hell
12. German Metal Attack
Chris
Album: Till Death and After
Spielzeit: 44:12 min
Stilrichtung: Speed Metal / Punk
Plattenfirma: Metal on Metal Records
Veröffentlichung: 14.11.2014
Homepage: www.hi-ghspeedmetalofficial.bandcamp.com
Oldschooler aufgepasst! Metal on Metal haben wieder mal eine echte Perle aufgetrieben. 2012 gegründet blicken die Italiener von HI-GH auf bisher eine EP namens "Loud Frequences on Planet Jupiter" und das Debüt "Night Dances" zurück. Nun gibt es das, auf 1.000 Stück limitierte, zweite Studioalbum "Till Death and After". Die Jungs haben sich dem Heavy/Speed Metal verschrieben, mit einer ordentlichen Portion Punk.
Die Songs gehen alle flott nach vorne, kombinieren mitreißende Speed-Attacken mit IRON MAIDEN typischen NWoBHM Riffs, eine wahre Freude. Tommaso Slowly macht am Mikro eine sehr gute Figur, auch beim Rest der Truppe gibt es keine technischen Beanstandungen. Die Produktion ist druckvoll und hat ihre Ecken und Kanten, wie es eben sein sollte. Von Mitgröhlnummern wie "Sex Machine" oder "Drug your Destiny" über Abrissbirnen im Stile des Titeltracks und "Born Under Evil Defence" sorgen die vier Römer für Abwechslung und einen Frontallangriff auf die Nackenmuskulatur.
HI-GH machen Spaß und zeigen, dass guter Heavy Metal mit hohem Spaßfaktor immer häufiger bei den kleineren Labels zu finden ist. Die Band hat einfach Bock auf das was sie machen, und das kommt beim Hörer an. Speed Metal Fans sollten sich diese Scheibe auf keinen Fall entgehen lassen! Jung, wild und trotzdem Oldschool!
WERTUNG:
Trackliste:
01. We Are the End of All
02. Till Death and After
03. The Russian Border
04. Sex Machine
05. Drug Your Destiny
06. Devil's Fire
07. Born Under Evil Defence
08. Your Bloody Face
09. White Car Fever
10. Deal of Death
11. Forged in Hell
12. German Metal Attack
Chris
Mittwoch, 29. Oktober 2014
NEVERSTORE - Neverstore
Band:
Neverstore
Album:
Neverstore
Spielzeit:
50:04 min
Stilrichtung:
Pop Punk Rock
Plattenfirma:
Gain Music
Veröffentlichung:
31.10.2014
Homepage:
www.neverstore.com
Offiziell
laufen die Schweden NEVERSTORE unter dem Banner (Pop) Punk Rock. Das kann man so
stehen lassen, auch wenn das den Punk-Begriff dann doch ein wenig strapaziert.
Dafür ist das ganze denn arg melodiös und zahnlos geraten. Mit der nun
erhältlichen, selbstbetitelten Scheibe No. 4 sollen die bereits erarbeiteten
Lorbeeren (u.a. haben die drei Jungs schon eine Grammy-Nominierung erhalten und
sind als MTV European Music Award Gewinner vom Platz gegangen) in einen
langfristigen Erfolg umgemünzt werden. Um nichts dem Zufall zu überlassen hat
man sich mit Produzent Tobias Lindell (u.a. Mustasch, Europe) im Studio
verschanzt und 12 brandneue Songs eingespielt.
Dass
die Jungs zusammen mit Sum41 getourt sind macht Sinn, die Nähe zu Bands wie The
Almost oder Green Day ist ebenfalls nicht von der Hand zu weisen. Was
NEVERSTORE im Vergleich zu den großen Jungs allerdings noch fehlt ist eine
gewisse charmante Ruppigkeit bzw. der sprichwörtliche Dreck unter den
Fingernägeln. Ob’s an der Produktion liegt sei mal dahingestellt. Jedenfalls
kugeln die 12 Tracks der neuen Platte schön stromlinienförmig aus den Boxen,
ohne irgendwelche Ecken und Kanten. Einzig Drummer Erik Lantz
gibt hier und da mal ein wenig Punk-typisch Gas, kann den zahmen Gitarren und
den braven Melodien aber leider auch kein ordentliches Feuer unterm Popo
machen. Das ist insgesamt etwas schade, denn Sänger/Gitarrist Jacob Widén
hat eine angenehme Stimme und die Hooks sitzen zumeist ebenfalls da wo sie
hingehören. Das Gesagte muss aber nicht für jeden unbedingt negativ sein, denn
ähnliche, typisch Amerikanische Alterna-Rocker wie Blink182 oder Simple Plan
haben ihre Nische ebenfalls in der gemütlichen Grauzone zwischen Pop und Rock
gefunden und damit eine ganze Menge an Tonträgern abgesetzt. Als Anspieltipps
seien mal der flotte Opener „For The Rest Of My Life“, Unbreakable“ und der
dann doch ein wenig gewagter arrangierte „In My Neighborhood“ genannt, die in
der richtigen Situation (Party, Autofahrt) durchaus Laune machen können.
Recht
brav, wenig mutig und auch relativ austauschbar ist das, was NEVERSTORE hier
bieten. Das wird der Zielgruppe wahrscheinlich herzlich egal sein, mir
persönlich hätte aber die ein oder andere originelle Idee oder ein lebhafterer
Sound besser gefallen. So bleibt unterm Strich eine okaye Gute-Laune-Platte für
Fans der Band und Freunden von „punkigen“ Klängen mit Mainstream-Appeal (was ja
an sich schon ein Sakrileg ist).
WERTUNG:
Trackliste:
01. For The Rest Of My Life
02. My Own Paradise
03. Bullets And Quicksand
04. Work Eat Sleep Repeat
05. Unbreakable
06. Got My Heart
To The Left
07. Show You The World
08. Good Time For Desaster
09. Degrading
10. Do You Miss Me?
11. In My Neighborhood
12. Lost
07. Show You The World
08. Good Time For Desaster
09. Degrading
10. Do You Miss Me?
11. In My Neighborhood
12. Lost
Mario
Mittwoch, 10. September 2014
CRUCIFIED BARBARA - In The Red
Band: Crucified Barbara
Album: In The Red
Spielzeit: 39:59 min.
Stilrichtung: Hardrock, Rock´n Roll, Punkrock
Plattenfirma: Despotz Records
Veröffentlichung: 12.09.2014
Homepage: www.crucifiedbarbara.com
Eine der vielversprechendsten Girlbands des harten Rock nimmt neuen Anlauf. Die Rede ist von CRUCIFIED BARBARA und ihrem mittlerweile vierten Langspieler. Die ersten Gehversuche unternahmen die Schwedinnen Anfang des neuen Jahrtausends. Nach einigen Demos tüteten sie 2005 ihr Debüt „In Distortion We Trust“ ein. Erste Achtungserfolge ließen auch nicht lange auf sich warten und seitdem spielten die Damen bereits im Vorprogramm von SEPULTURA, IN FLAMES, den BACKYARD BABIES und MOTÖRHEAD. Hört sich amtlich an. Die neue Platte nennt sich „In The Red“ und hat es ziemlich faustdick hinter den Ohren.
Schon ein kurzer Blick auf Titel wie „I Sell My Kids For Rock´n Roll“ oder „To Kill A Man“ lassen erahnen, dass CRUCIFIED BARABARA die festgefahrene Hardrockwelt als Männerdomäne ganz schön auf den Kopf stellen. Diese vier Ladies schießen scharf – so viel steht fest. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass der Opener „I Sell My Kids For Rock´n Roll“ nicht nur mit einem knackigen, wenn auch nicht ganz ernst gemeinten Text daherkommt, sondern auch ordentlich rockt. Die Schwedinnen kommen ohne Umschweife zur Sache und machen dabei keine Gefangenen – besonders keine männlichen. Das zeigt auch das etwas modernere und selten düstere „To Kill A Man“. Mit dem einfacher gestrickten „Electric Sky“ dürften sie auch bei Riff-Rock-Freunden punkten. Im weiteren Verlauf fallen besonders „The Ghost Inside“, „Follow The Stream“ und der Titeltrack positiv auf und lassen den Schluss zu, dass CRUCIFIED BARBARA mit „In The Red“ ihr bisher stärkstes Album fabriziert haben.
Von modern bis klassisch irgendwo zwischen Hardrock und Punk tönen die vier Schwedinnen gewohnt kompromisslos, können sich bei Album Nummer vier aber in Sachen Qualität steigern. Ganz ohne Längen kommt das Quartett aber auch hier nicht aus („Shadows“ oder „Do You Want Me“ etc.). Kommt live sicher noch um einiges besser.
WERTUNG:
Trackliste:
01. I Sell My Kids For Rock´n Roll
02. To Kill A Man
03. Electric Sky
04. The Ghost Inside
05. Don´t Call On Me
06. In The Red
07. Lunatic #1
08. Shadows
09. Finders Keepers
10. Do You Want Me
11. Follow The Stream
Stefan
Album: In The Red
Spielzeit: 39:59 min.
Stilrichtung: Hardrock, Rock´n Roll, Punkrock
Plattenfirma: Despotz Records
Veröffentlichung: 12.09.2014
Homepage: www.crucifiedbarbara.com
Eine der vielversprechendsten Girlbands des harten Rock nimmt neuen Anlauf. Die Rede ist von CRUCIFIED BARBARA und ihrem mittlerweile vierten Langspieler. Die ersten Gehversuche unternahmen die Schwedinnen Anfang des neuen Jahrtausends. Nach einigen Demos tüteten sie 2005 ihr Debüt „In Distortion We Trust“ ein. Erste Achtungserfolge ließen auch nicht lange auf sich warten und seitdem spielten die Damen bereits im Vorprogramm von SEPULTURA, IN FLAMES, den BACKYARD BABIES und MOTÖRHEAD. Hört sich amtlich an. Die neue Platte nennt sich „In The Red“ und hat es ziemlich faustdick hinter den Ohren.
Schon ein kurzer Blick auf Titel wie „I Sell My Kids For Rock´n Roll“ oder „To Kill A Man“ lassen erahnen, dass CRUCIFIED BARABARA die festgefahrene Hardrockwelt als Männerdomäne ganz schön auf den Kopf stellen. Diese vier Ladies schießen scharf – so viel steht fest. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass der Opener „I Sell My Kids For Rock´n Roll“ nicht nur mit einem knackigen, wenn auch nicht ganz ernst gemeinten Text daherkommt, sondern auch ordentlich rockt. Die Schwedinnen kommen ohne Umschweife zur Sache und machen dabei keine Gefangenen – besonders keine männlichen. Das zeigt auch das etwas modernere und selten düstere „To Kill A Man“. Mit dem einfacher gestrickten „Electric Sky“ dürften sie auch bei Riff-Rock-Freunden punkten. Im weiteren Verlauf fallen besonders „The Ghost Inside“, „Follow The Stream“ und der Titeltrack positiv auf und lassen den Schluss zu, dass CRUCIFIED BARBARA mit „In The Red“ ihr bisher stärkstes Album fabriziert haben.
Von modern bis klassisch irgendwo zwischen Hardrock und Punk tönen die vier Schwedinnen gewohnt kompromisslos, können sich bei Album Nummer vier aber in Sachen Qualität steigern. Ganz ohne Längen kommt das Quartett aber auch hier nicht aus („Shadows“ oder „Do You Want Me“ etc.). Kommt live sicher noch um einiges besser.
WERTUNG:
Trackliste:
01. I Sell My Kids For Rock´n Roll
02. To Kill A Man
03. Electric Sky
04. The Ghost Inside
05. Don´t Call On Me
06. In The Red
07. Lunatic #1
08. Shadows
09. Finders Keepers
10. Do You Want Me
11. Follow The Stream
Stefan
Mittwoch, 9. April 2014
THE EXPLOITED - The Massacre / Beat The Bastards / Fuck The System (Re-Releases)
Band: The Exploited
Album: The Massacre / Beat the Bastards / Fuck the System (Re-Releases)
Spielzeit: siehe unten
Stilrichtung: Punk / Hardcore / Thrash
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 14.03.2014
Homepage: www.the-exploited.net
Die Punklegende von THE EXPLOITED plant, Ende des Jahres ein neues Album auf die Menschheit loszulassen. Zum warm werden haut Nuclear Blast die letzten 3 Studioalben "The Massacre" (1990), "Beat the Bastards" (1996) und "Fuck the System" (2003) nun als Re-Releases auf den Markt.
Die Schotten sind seit 1979 aktiv und haben mit "Punk's Not Dead" einen Song für eine ganze Generation geschrieben. Von den Gründungsmitgliedern ist nur noch Frontsau Wattie Buchan übrig geblieben, der den Fans jüngst einen gehörigen Schrecken eingejagt hat, als er im Februar diesen Jahres einen Herzinfarkt auf der Bühne erlitten hat. Mittlerweile scheint er aber glücklicherweise wieder auf dem Wege der Besserung zu sein. Dann schauen wir uns die drei Wiederveröffentlichungen mal genauer an:
"The Massacre" (1990)
Spielzeit: 58:49 min.
Studioalbum Nummer sechs hört man noch am stärksten die Punkwurzeln an, phasenweise kommen aber bereits hier metallischere Klänge zum Tragen.
Ansonsten sind die Songs allesamt schnell, hart, dreckig, angepisst und rotzig. THE EXPLOITED machen keine Gefangenen, pöbeln gegen alles und jeden während Frontröhre Wattie sich die Seele aus dem Leib brüllt. Die Songs kommen genretypisch einfach gestrickt daher, alles schön im 4/4-Takt und nie mehr als drei Akkorde. Songs wie "Sick Bastard", "Don't pay the poll tax" oder "Fuck Religion" machen trotzdem, oder vielleicht auch gerade deswegen, richtig Spaß.
Für "The Massacre" sollte ein punkiges Herz in eurer Brust schlagen, wer die Heavyness der beiden Nachfolger erwartet, kommt hier nur bedingt auf seine Kosten. Im direkten Vergleich mit den beiden anderen Silberlingen der Wiederveröffentlichungen ist "The Massacre" für mich daher zwar eine durchaus solide Scheibe, allerdings bevorzuge ich den metallischen Einschlag der Nachfolger.
"Beat the Bastards" (1996)
Spielzeit: 51:35 min.
Während die neue Punkwelle sich mehr und mehr dem Mainstream zugewandt hatte, allen voran GREEN DAY mit "Dookie" und THE OFFSPRING mit "Smash", gehen THE EXPLOITED einen völlig anderen Weg und zimmern eines der besten Crossover Alben aus Punk Rock und Thrash Metal überhaupt ein.
"Beat the Bastards" knallt von vorne bis hinten, allein für den rasenden Titeltrack lohnt sich die Anschaffung. Die Muster des klassischen Punk-Songwriting wurden gnadenlos durchbrochen, messerscharfe Gitarrenriffs, ein druckvolles Drumming und Watties keifende Vocals machen "Beast the Bastards" zu einem Fest, sowohl für Punks als auch für (Thrash) Metal Maniacs. Verschnaufpausen gibt es nicht, das Gaspedal bleibt auf Anschlag und die Gesellschaft bekommt ihr Fett an allen Fronten weg. Neben dem Titeltrack sind "Law for the rich", "System Fucked Up" und "Massacre Of Innocents" zeitlose Kracher.
Wer die Scheibe also noch nicht kennt, nutzt die Chance und schlägt bei der Wiederveröffentlichung zu, es lohnt sich!
"Fuck the System" (2003)
Spielzeit: 48:12 min.
Das letzte Studioalbum der Schotten knüpft größtenteils an den Sound von "Beat the Bastards" an, allerdings hat der Punk Rock wieder einen gewichtigeren Anteil am Gesamtsound bekommen. Somit ist "Fuck the System" weder mit "The Massacre" zu vergleichen, noch mit "Beat the Bastards" sondern eine Art wütender Bastard aus den beiden Vorgängern zu sehen.
Die Scheibe macht auf jeden Fall auch wieder jede Menge Spaß, den Titeltrack und Songs wie "Lie to me", "Chaos is my life" oder "Violent Society" bekommt man nicht so schnell aus dem Kopf. Bleibt nur zu hoffen, dass Wattie bald wieder völlig auf dem Damm ist und man diese Songs live in einem großen Pogo erleben darf.
Zu den vier Bonus-Songs sei noch erwähnt, dass diese soundtechnisch vom ansonsten druckvoll produzierten Silberling abfallen und eher als dreckig/raue Dreingabe denn als echte Aufwertung von "Fuck the System" zu verstehen sind.
WERTUNG:
"The Massacre"
"Beat the Bastards"
"Fuck the System"
Trackliste:
"The Massacre"
01. The Massacre
02. Sick Bastard
03. Porno Slut
04. Now I’m Dead
05. Boys In Blue
06. Dog Soldier
07. Don’t Pay The Poll Tax
08. Fuck Religion
09. About To Die
10. Blown Out Of The Sky
11. Police Shit
12. Stop The Slaughter
Bonus Tracks
13. Barry Prossit
14. Don’t Really Care
15. Power Struggle
16. Scaling The Derry Wall
"Beast the Bastards"
01. Beat The Bastards
02. Affected By Them
03. Don’t Blame Me
04. Law For The Rich
05. System Fucked Up
06. They Lie
07. If You’re Sad
08. Fight Back
09. Massacre Of Innocents
10. Police TV
11. Sea Of Blood
12. Fifteen Years
13. Serial Killer
"Fuck the System"
01. Fuck The System
02. Fucking Liar
03. Holiday In The Sun
04. You’re A Fucking Bastard
05. Lie To Me
06. There Is No Pooint
07. Never Sell Out
08. Noize Annoys
09. I Never Changed
10. Why Are You Doing This To Me
11. Chaos Is My Life
12. Violent Society
13. Was It Me
Bonus Tracks
14. Adding To Their Fears
15. Death Before Dishonour
16. Driving Me Insane
17. Pulling Us Down
Chris
Album: The Massacre / Beat the Bastards / Fuck the System (Re-Releases)
Spielzeit: siehe unten
Stilrichtung: Punk / Hardcore / Thrash
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 14.03.2014
Homepage: www.the-exploited.net
Die Punklegende von THE EXPLOITED plant, Ende des Jahres ein neues Album auf die Menschheit loszulassen. Zum warm werden haut Nuclear Blast die letzten 3 Studioalben "The Massacre" (1990), "Beat the Bastards" (1996) und "Fuck the System" (2003) nun als Re-Releases auf den Markt.
Die Schotten sind seit 1979 aktiv und haben mit "Punk's Not Dead" einen Song für eine ganze Generation geschrieben. Von den Gründungsmitgliedern ist nur noch Frontsau Wattie Buchan übrig geblieben, der den Fans jüngst einen gehörigen Schrecken eingejagt hat, als er im Februar diesen Jahres einen Herzinfarkt auf der Bühne erlitten hat. Mittlerweile scheint er aber glücklicherweise wieder auf dem Wege der Besserung zu sein. Dann schauen wir uns die drei Wiederveröffentlichungen mal genauer an:
"The Massacre" (1990)
Spielzeit: 58:49 min.
Studioalbum Nummer sechs hört man noch am stärksten die Punkwurzeln an, phasenweise kommen aber bereits hier metallischere Klänge zum Tragen.
Ansonsten sind die Songs allesamt schnell, hart, dreckig, angepisst und rotzig. THE EXPLOITED machen keine Gefangenen, pöbeln gegen alles und jeden während Frontröhre Wattie sich die Seele aus dem Leib brüllt. Die Songs kommen genretypisch einfach gestrickt daher, alles schön im 4/4-Takt und nie mehr als drei Akkorde. Songs wie "Sick Bastard", "Don't pay the poll tax" oder "Fuck Religion" machen trotzdem, oder vielleicht auch gerade deswegen, richtig Spaß.
Für "The Massacre" sollte ein punkiges Herz in eurer Brust schlagen, wer die Heavyness der beiden Nachfolger erwartet, kommt hier nur bedingt auf seine Kosten. Im direkten Vergleich mit den beiden anderen Silberlingen der Wiederveröffentlichungen ist "The Massacre" für mich daher zwar eine durchaus solide Scheibe, allerdings bevorzuge ich den metallischen Einschlag der Nachfolger.
"Beat the Bastards" (1996)
Spielzeit: 51:35 min.
Während die neue Punkwelle sich mehr und mehr dem Mainstream zugewandt hatte, allen voran GREEN DAY mit "Dookie" und THE OFFSPRING mit "Smash", gehen THE EXPLOITED einen völlig anderen Weg und zimmern eines der besten Crossover Alben aus Punk Rock und Thrash Metal überhaupt ein.
"Beat the Bastards" knallt von vorne bis hinten, allein für den rasenden Titeltrack lohnt sich die Anschaffung. Die Muster des klassischen Punk-Songwriting wurden gnadenlos durchbrochen, messerscharfe Gitarrenriffs, ein druckvolles Drumming und Watties keifende Vocals machen "Beast the Bastards" zu einem Fest, sowohl für Punks als auch für (Thrash) Metal Maniacs. Verschnaufpausen gibt es nicht, das Gaspedal bleibt auf Anschlag und die Gesellschaft bekommt ihr Fett an allen Fronten weg. Neben dem Titeltrack sind "Law for the rich", "System Fucked Up" und "Massacre Of Innocents" zeitlose Kracher.
Wer die Scheibe also noch nicht kennt, nutzt die Chance und schlägt bei der Wiederveröffentlichung zu, es lohnt sich!
"Fuck the System" (2003)
Spielzeit: 48:12 min.
Das letzte Studioalbum der Schotten knüpft größtenteils an den Sound von "Beat the Bastards" an, allerdings hat der Punk Rock wieder einen gewichtigeren Anteil am Gesamtsound bekommen. Somit ist "Fuck the System" weder mit "The Massacre" zu vergleichen, noch mit "Beat the Bastards" sondern eine Art wütender Bastard aus den beiden Vorgängern zu sehen.
Die Scheibe macht auf jeden Fall auch wieder jede Menge Spaß, den Titeltrack und Songs wie "Lie to me", "Chaos is my life" oder "Violent Society" bekommt man nicht so schnell aus dem Kopf. Bleibt nur zu hoffen, dass Wattie bald wieder völlig auf dem Damm ist und man diese Songs live in einem großen Pogo erleben darf.
Zu den vier Bonus-Songs sei noch erwähnt, dass diese soundtechnisch vom ansonsten druckvoll produzierten Silberling abfallen und eher als dreckig/raue Dreingabe denn als echte Aufwertung von "Fuck the System" zu verstehen sind.
WERTUNG:
"The Massacre"
"Beat the Bastards"
"Fuck the System"
Trackliste:
"The Massacre"
01. The Massacre
02. Sick Bastard
03. Porno Slut
04. Now I’m Dead
05. Boys In Blue
06. Dog Soldier
07. Don’t Pay The Poll Tax
08. Fuck Religion
09. About To Die
10. Blown Out Of The Sky
11. Police Shit
12. Stop The Slaughter
Bonus Tracks
13. Barry Prossit
14. Don’t Really Care
15. Power Struggle
16. Scaling The Derry Wall
"Beast the Bastards"
01. Beat The Bastards
02. Affected By Them
03. Don’t Blame Me
04. Law For The Rich
05. System Fucked Up
06. They Lie
07. If You’re Sad
08. Fight Back
09. Massacre Of Innocents
10. Police TV
11. Sea Of Blood
12. Fifteen Years
13. Serial Killer
"Fuck the System"
01. Fuck The System
02. Fucking Liar
03. Holiday In The Sun
04. You’re A Fucking Bastard
05. Lie To Me
06. There Is No Pooint
07. Never Sell Out
08. Noize Annoys
09. I Never Changed
10. Why Are You Doing This To Me
11. Chaos Is My Life
12. Violent Society
13. Was It Me
Bonus Tracks
14. Adding To Their Fears
15. Death Before Dishonour
16. Driving Me Insane
17. Pulling Us Down
Chris
Labels:
Alternative/Sonstiges,
Punk Rock,
Thrash Metal
Montag, 3. März 2014
THE CLASH - The Rise And The Fall Of The Clash (DVD)
Band: The Clash
Album: The Rise And The Fall Of The Clash (DVD / Dokumentation)
Spielzeit: 90 min
Genre: Punk Rock
Plattenfirma: UDR
Veröffentlichung: 07.03.2014
Homepage: www.theclash.com
Die britische Punk Band schlechthin (wenn es um internationalen Erfolg geht und von den Sex Pistols mal abgesehen) waren The Clash, die es in den äußerst turbulenten 8 Jahren Ihres Bestehens auf 6 Studio-Scheiben und unzählige Fans dies- und jenseits des großen Teichs gebracht haben. Mit anfangs hemdsärmeligem Auftreten, klug ausgearbeiteten Songs und politisch engagierten Texten bildete das Quartett die Speerspitze der jugendlichen Revolte gegen das Establishment die ebenso schnell ihren Drive verlor wie sie in gefunden hatte. Was davon geblieben ist sind eine Handvoll Songs für die Ewigkeit (wie z.B. „Should I Stay or Should I Go?“, „I Fought the Law“oder "London Calling"), die auch heute noch weder musikalisch noch inhaltlich etwas von ihrer Relevanz eingebüßt haben und eine Geschichte die es wert ist erzählt zu werden. Das können beileibe nicht alle Punk Bands von sich behaupten. Wie bei den meisten großen, visionären Bands implodierte das Experiment aufgrund der üblichen Kombination aus Drogen, undurchsichtigen Management Rochaden und einer Vielzahl von einfach miesen Entscheidungen. Die neue Dokumentation " The Rise And The Fall Of The Clash" von Regisseur Danny Garcia wirft einen Blick hinter die Kulissen dieser faszinierenden Band, Ihrer Entstehung, dem Aufstieg und selbstverständlich dem harten und steilen Fall der Legenden um den leider 2002 zu früh verstorbenen Sänger Joe Strummer und den extrovertierten Gitarrist Mick Jones. Die große Stärke des Films ist die enge Einbindung vieler direkt Beteiligter aus den damaligen Zeit, mit Ausnahme von Strummer und Manager Bernie Rhodes, die konsequenterweise dann auch für einen Großteil der großen und kleinen Katastrophen verantwortlich gemacht werden, die THE CLASH ultimativ das Genick brachen.
Der Film bietet eine Menge Hintergrundinformationen, tiefe Einblicke (auch dank der vielen Originalstimmen) in den Wahnwitz des Musikgeschäfts und viele sympathische Überlebende einer verrückten Zeit. Wenn ein sichtlich mit seinem Leben strauchelnder, alkoholisierter Ex-Gitarrist vor der Kamera die Fassung verliert und mit den Worten kämpft, bleibt dem Zuschauer der Klos im Hals stecken. Eine Szene wie diese sagt wohl mehr über die Unbarmherzigkeit des Musikgeschäfts als die x-te aufgewärmte Klatschgeschichte. Wer in erster Linie auf Live-Szenen der Band hofft wird enttäuscht werden, denn diese Dokumentation gibt sich Mühe die Ereignisse hinter und weniger auf der Bühne zu beleuchten, zeigt zwar viele Konzertbilder – als Musikfilm ist sie aber nicht angelegt. Nachdem man 90 Minuten abgetaucht ist in die Welt von THE CLASH hat man allerdings den unbedingten Wunsch sich nochmals Grosstaten wie "London Calling" oder "Combat Rock" anzuhören – Scheiben die auch heute noch in jede gut sortierte Plattensammlung gehören. "The Rise And The Fall Of The Clash" erscheint auf DVD und liegt im Format 16:9 HD vor.
WERTUNG:
Mario
Album: The Rise And The Fall Of The Clash (DVD / Dokumentation)
Spielzeit: 90 min
Genre: Punk Rock
Plattenfirma: UDR
Veröffentlichung: 07.03.2014
Homepage: www.theclash.com
Die britische Punk Band schlechthin (wenn es um internationalen Erfolg geht und von den Sex Pistols mal abgesehen) waren The Clash, die es in den äußerst turbulenten 8 Jahren Ihres Bestehens auf 6 Studio-Scheiben und unzählige Fans dies- und jenseits des großen Teichs gebracht haben. Mit anfangs hemdsärmeligem Auftreten, klug ausgearbeiteten Songs und politisch engagierten Texten bildete das Quartett die Speerspitze der jugendlichen Revolte gegen das Establishment die ebenso schnell ihren Drive verlor wie sie in gefunden hatte. Was davon geblieben ist sind eine Handvoll Songs für die Ewigkeit (wie z.B. „Should I Stay or Should I Go?“, „I Fought the Law“oder "London Calling"), die auch heute noch weder musikalisch noch inhaltlich etwas von ihrer Relevanz eingebüßt haben und eine Geschichte die es wert ist erzählt zu werden. Das können beileibe nicht alle Punk Bands von sich behaupten. Wie bei den meisten großen, visionären Bands implodierte das Experiment aufgrund der üblichen Kombination aus Drogen, undurchsichtigen Management Rochaden und einer Vielzahl von einfach miesen Entscheidungen. Die neue Dokumentation " The Rise And The Fall Of The Clash" von Regisseur Danny Garcia wirft einen Blick hinter die Kulissen dieser faszinierenden Band, Ihrer Entstehung, dem Aufstieg und selbstverständlich dem harten und steilen Fall der Legenden um den leider 2002 zu früh verstorbenen Sänger Joe Strummer und den extrovertierten Gitarrist Mick Jones. Die große Stärke des Films ist die enge Einbindung vieler direkt Beteiligter aus den damaligen Zeit, mit Ausnahme von Strummer und Manager Bernie Rhodes, die konsequenterweise dann auch für einen Großteil der großen und kleinen Katastrophen verantwortlich gemacht werden, die THE CLASH ultimativ das Genick brachen.
Der Film bietet eine Menge Hintergrundinformationen, tiefe Einblicke (auch dank der vielen Originalstimmen) in den Wahnwitz des Musikgeschäfts und viele sympathische Überlebende einer verrückten Zeit. Wenn ein sichtlich mit seinem Leben strauchelnder, alkoholisierter Ex-Gitarrist vor der Kamera die Fassung verliert und mit den Worten kämpft, bleibt dem Zuschauer der Klos im Hals stecken. Eine Szene wie diese sagt wohl mehr über die Unbarmherzigkeit des Musikgeschäfts als die x-te aufgewärmte Klatschgeschichte. Wer in erster Linie auf Live-Szenen der Band hofft wird enttäuscht werden, denn diese Dokumentation gibt sich Mühe die Ereignisse hinter und weniger auf der Bühne zu beleuchten, zeigt zwar viele Konzertbilder – als Musikfilm ist sie aber nicht angelegt. Nachdem man 90 Minuten abgetaucht ist in die Welt von THE CLASH hat man allerdings den unbedingten Wunsch sich nochmals Grosstaten wie "London Calling" oder "Combat Rock" anzuhören – Scheiben die auch heute noch in jede gut sortierte Plattensammlung gehören. "The Rise And The Fall Of The Clash" erscheint auf DVD und liegt im Format 16:9 HD vor.
WERTUNG:
Mario
Montag, 20. Januar 2014
SUPERSUCKERS - Get The Hell
Band: Supersuckers
Album: Get The Hell
Spielzeit: 34:56 min.
Stilrichtung: Hardrock, Punk Rock, Rock´n Roll
Plattenfirma: Steamhammer/SPV
Veröffentlichung: 24.01.2014
Homepage: www.supersuckers.com
Man muss schon ziemlich dicke Eier haben, wenn man von sich behauptet, die größte Rock´n Roll Band auf der Welt zu sein – oder man ist einfach nur größenwahnsinnig. OK, ein bisschen verrückt sind die Jungs von den SUPERSUCKERS sicher, aber die Amis haben sich in den 25 Jahren ihrer Karriere auch den Respekt von großen Kollegen wie MOTÖRHEAD´s Lemmy (O-Ton „If you don´t like the Supersuckers, you don´t like Rock´n Roll“), Eddie Vedder (PEARL JAM) und vielen anderen erspielt. Und natürlich ist die ständig wachsende Fanbase von Eddie Spaghetti und seinen Jungs nicht zu verachten. Und diese mussten lange fünf Jahre warten, bis mit „Get The Hell“ das neue und mittlerweile neunte Studioalbum in den Startlöchern steht.
Nachdem der langjährige Manager und Mentor Chris Neal im August 2009 seinen Hut und Gitarrist Rontrose Heathman gleich mitnahm, beschlossen die Jungs, eine Auszeit zu nehmen. Aber jetzt sind sie zurück, mit einer runderneuerten Besetzung, die die beiden alten Recken Eddie Spaghetti (vocals, bass) und Dan „Thunder“ Bolton (guitars) sowie die beiden Neuzugänge „Metal“ Marty Chandler (guitars) und „Captain“ Chris Von Streicher (drums) beinhaltet.
Und auf „Get The Hell“ kehren die Amis zurück zu ihren Punkwurzeln. Knackig und ohne Umschweife legt der eröffnende Titeltrack nach einem 16-sekündigen Intro los. Ausgestattet mit einem großen Chorus und der üblichen Fuck-You-Attitüde machen die SUPERSUCKERS hier keine Gefangenen. Aber auch bei Songs wie „Something About You“, „Gluttonous“ oder „High Tonight“ oder dem oberrotzigen „Fuck Up“ wird das Level hoch gehalten. „Get The Hell“ ist ein kurzweiliges und bodenständiges Rock´n Roll Album, das mit einem fetten Sound daherkommt. Übrigens wurde die Platte in Willie Nelson´s Tonstudio in Austin/Texas aufgenommen.
Aber auch die Hommage an verdiente Kollegen darf hier nicht fehlen, wenngleich die Auswahl ziemlich eigenwillig ausfällt. Zum Einen haben wir mit dem abschließenden „Rock On“ eine Nummer von GARY GLITTER und zum anderen „Never Let Me Down Again“ von DEPECHE MODE. Besonders letzter Song ist nicht wieder zu erkennen, so dermaßen wurde daran geschraubt, bis eine Punk Rock Granate heraus gekommen ist. Aber auch „Rock On“ wurde mit der richtigen Portion Schmackes eingespielt.
Nach 35 Minuten steht fest, dass „Get The Hell“ ein Gewinner ist und sich das lange Warten durchaus gelohnt hat. Die SUPERSUCKERS gehen mit neuem Elan und jeder Menge Aggression zu Werke und klingen so frisch wie schon lange nicht mehr. Tipp!
WERTUNG:
Trackliste:
01. Intro
02. Get The Hell
03. Something About You
04. Fuck Up
05. High Tonight
06. Pushin´ Thru
07. Never Let Me Down Again
08. Gluttonous
09. Disaster Bastard
10. Bein´ Bad
11. That´s What You Get
12. Shut Your Face
13. Rock On
Stefan
Album: Get The Hell
Spielzeit: 34:56 min.
Stilrichtung: Hardrock, Punk Rock, Rock´n Roll
Plattenfirma: Steamhammer/SPV
Veröffentlichung: 24.01.2014
Homepage: www.supersuckers.com
Man muss schon ziemlich dicke Eier haben, wenn man von sich behauptet, die größte Rock´n Roll Band auf der Welt zu sein – oder man ist einfach nur größenwahnsinnig. OK, ein bisschen verrückt sind die Jungs von den SUPERSUCKERS sicher, aber die Amis haben sich in den 25 Jahren ihrer Karriere auch den Respekt von großen Kollegen wie MOTÖRHEAD´s Lemmy (O-Ton „If you don´t like the Supersuckers, you don´t like Rock´n Roll“), Eddie Vedder (PEARL JAM) und vielen anderen erspielt. Und natürlich ist die ständig wachsende Fanbase von Eddie Spaghetti und seinen Jungs nicht zu verachten. Und diese mussten lange fünf Jahre warten, bis mit „Get The Hell“ das neue und mittlerweile neunte Studioalbum in den Startlöchern steht.
Nachdem der langjährige Manager und Mentor Chris Neal im August 2009 seinen Hut und Gitarrist Rontrose Heathman gleich mitnahm, beschlossen die Jungs, eine Auszeit zu nehmen. Aber jetzt sind sie zurück, mit einer runderneuerten Besetzung, die die beiden alten Recken Eddie Spaghetti (vocals, bass) und Dan „Thunder“ Bolton (guitars) sowie die beiden Neuzugänge „Metal“ Marty Chandler (guitars) und „Captain“ Chris Von Streicher (drums) beinhaltet.
Und auf „Get The Hell“ kehren die Amis zurück zu ihren Punkwurzeln. Knackig und ohne Umschweife legt der eröffnende Titeltrack nach einem 16-sekündigen Intro los. Ausgestattet mit einem großen Chorus und der üblichen Fuck-You-Attitüde machen die SUPERSUCKERS hier keine Gefangenen. Aber auch bei Songs wie „Something About You“, „Gluttonous“ oder „High Tonight“ oder dem oberrotzigen „Fuck Up“ wird das Level hoch gehalten. „Get The Hell“ ist ein kurzweiliges und bodenständiges Rock´n Roll Album, das mit einem fetten Sound daherkommt. Übrigens wurde die Platte in Willie Nelson´s Tonstudio in Austin/Texas aufgenommen.
Aber auch die Hommage an verdiente Kollegen darf hier nicht fehlen, wenngleich die Auswahl ziemlich eigenwillig ausfällt. Zum Einen haben wir mit dem abschließenden „Rock On“ eine Nummer von GARY GLITTER und zum anderen „Never Let Me Down Again“ von DEPECHE MODE. Besonders letzter Song ist nicht wieder zu erkennen, so dermaßen wurde daran geschraubt, bis eine Punk Rock Granate heraus gekommen ist. Aber auch „Rock On“ wurde mit der richtigen Portion Schmackes eingespielt.
Nach 35 Minuten steht fest, dass „Get The Hell“ ein Gewinner ist und sich das lange Warten durchaus gelohnt hat. Die SUPERSUCKERS gehen mit neuem Elan und jeder Menge Aggression zu Werke und klingen so frisch wie schon lange nicht mehr. Tipp!
WERTUNG:
Trackliste:
01. Intro
02. Get The Hell
03. Something About You
04. Fuck Up
05. High Tonight
06. Pushin´ Thru
07. Never Let Me Down Again
08. Gluttonous
09. Disaster Bastard
10. Bein´ Bad
11. That´s What You Get
12. Shut Your Face
13. Rock On
Stefan
Mittwoch, 20. November 2013
EAT THE GUN - Stripped To The Bone
Band: Eat The Gun
Album: Stripped To The Bone
Spielzeit: 33:12 min.
Stilrichtung: Alternative, Punk Rock
Plattenfirma: Steamhammer/SPV
Veröffentlichung: 25.11.2013
Homepage: www.eatthegun.com
Das Coverartwork ist so eine Art Vorbote. Als ich es zum ersten Mal gesehen habe und darauf den Namen EAT THE GUN gelesen habe, dachte ich sofort diesen Satz: machen die jetzt Alternative-Zeug? Gleich mal vorneweg: ich kenne und liebe diese Band seit ihrer ersten EP „Kingsize“ aus dem Jahre 2002. Der darauf befindliche Hit „Welcome To The Show“ begleitet mich noch heute auf so mancher Party. Aber auch darauf folgende Alben wie das harte „Super Persuit Mode Aggressive Thrash Distortion“ oder das vor zwei Jahren veröffentlichte „Runner“ haben ihren Platz im heimischen CD-Schrank gefunden.
Nun steht mit „Stripped To The Bone“ das neue Werk des Münsteraner Trios an. Und offensichtlich haben Hendrik (vocals, guitars), Gerry (drums) und Peter (bass) die Schnauze voll vom bisher eingeschlagenen Weg. Denn der Albumtitel darf durchaus wörtlich interpretiert werden. Der Sound ist knochentrocken und die Songs tönen irgendwo zwischen Alternative und Punk Rock. Wollen die Herren damit die Charts knacken? Der Wiedererkennungwert sinkt auf jeden Fall gewaltig und manches auf „Stripped To The Bone“ klingt leider nach einer dieser x-beliebigen Combos aus den USA. Die erste geplante Single „Loner“ hat aber dennoch Potenzial. Es ist ja nicht so, dass EAT THE GUN verlernt hätten, gute Songs zu schreiben. Aber die Anbiederung an den US-Markt hinterlässt einen schalen Beigeschmack.
Highlights sind neben „Loner“ Stücke wie „Wake Me Up“, „Made Of Stone“, “Won´t Let You Down” und der Opener „At The End Of The Day“. Auf jeden Fall solltet Ihr vor einlegen der CD die Scheuklappen ablegen, sonst wird es nichts mit der Liebe zum neuen Album.
Wie schrieben EAT THE GUN im Booklet ihrer ersten EP? „You Can´t Kill Rock´n Roll“. Verdammt richtig - aber Du kannst Rock´n Roll eben auf viele verschiedene Arten und Weisen spielen. Und das machen die Jungs auf ihrem neuen Album “Stripped To The Bone” auch, zumindest auf eine andere Art. Der Bombast vergangener Tage ist Geschichte. Hier regieren punkige Riffs und aufs wesentliche reduzierte Songstrukturen. Gepaart mit einem gehörigen Schuß Alternative – die Fans wird das vielleicht vor den Kopf stoßen. Eine Chance sollte man dem neuen Dreher aber schon geben…und zum Schluß noch ein Wort zum Cover: das stammt vom gleichen Künstler wie seinerzeit „Kingsize“. Verrückt, was?
WERTUNG:
Trackliste:
01. At The End Of The Day
02. Loner
03. Wake Me Up
04. Addicition
05. Apocalyptic Blues
06. Bad Memories
07. Made Of Stone
08. Won´t Let You Down
09. Hot Blood
10. Small Dose Of Death
Stefan
Album: Stripped To The Bone
Spielzeit: 33:12 min.
Stilrichtung: Alternative, Punk Rock
Plattenfirma: Steamhammer/SPV
Veröffentlichung: 25.11.2013
Homepage: www.eatthegun.com
Das Coverartwork ist so eine Art Vorbote. Als ich es zum ersten Mal gesehen habe und darauf den Namen EAT THE GUN gelesen habe, dachte ich sofort diesen Satz: machen die jetzt Alternative-Zeug? Gleich mal vorneweg: ich kenne und liebe diese Band seit ihrer ersten EP „Kingsize“ aus dem Jahre 2002. Der darauf befindliche Hit „Welcome To The Show“ begleitet mich noch heute auf so mancher Party. Aber auch darauf folgende Alben wie das harte „Super Persuit Mode Aggressive Thrash Distortion“ oder das vor zwei Jahren veröffentlichte „Runner“ haben ihren Platz im heimischen CD-Schrank gefunden.
Nun steht mit „Stripped To The Bone“ das neue Werk des Münsteraner Trios an. Und offensichtlich haben Hendrik (vocals, guitars), Gerry (drums) und Peter (bass) die Schnauze voll vom bisher eingeschlagenen Weg. Denn der Albumtitel darf durchaus wörtlich interpretiert werden. Der Sound ist knochentrocken und die Songs tönen irgendwo zwischen Alternative und Punk Rock. Wollen die Herren damit die Charts knacken? Der Wiedererkennungwert sinkt auf jeden Fall gewaltig und manches auf „Stripped To The Bone“ klingt leider nach einer dieser x-beliebigen Combos aus den USA. Die erste geplante Single „Loner“ hat aber dennoch Potenzial. Es ist ja nicht so, dass EAT THE GUN verlernt hätten, gute Songs zu schreiben. Aber die Anbiederung an den US-Markt hinterlässt einen schalen Beigeschmack.
Highlights sind neben „Loner“ Stücke wie „Wake Me Up“, „Made Of Stone“, “Won´t Let You Down” und der Opener „At The End Of The Day“. Auf jeden Fall solltet Ihr vor einlegen der CD die Scheuklappen ablegen, sonst wird es nichts mit der Liebe zum neuen Album.
Wie schrieben EAT THE GUN im Booklet ihrer ersten EP? „You Can´t Kill Rock´n Roll“. Verdammt richtig - aber Du kannst Rock´n Roll eben auf viele verschiedene Arten und Weisen spielen. Und das machen die Jungs auf ihrem neuen Album “Stripped To The Bone” auch, zumindest auf eine andere Art. Der Bombast vergangener Tage ist Geschichte. Hier regieren punkige Riffs und aufs wesentliche reduzierte Songstrukturen. Gepaart mit einem gehörigen Schuß Alternative – die Fans wird das vielleicht vor den Kopf stoßen. Eine Chance sollte man dem neuen Dreher aber schon geben…und zum Schluß noch ein Wort zum Cover: das stammt vom gleichen Künstler wie seinerzeit „Kingsize“. Verrückt, was?
WERTUNG:
Trackliste:
01. At The End Of The Day
02. Loner
03. Wake Me Up
04. Addicition
05. Apocalyptic Blues
06. Bad Memories
07. Made Of Stone
08. Won´t Let You Down
09. Hot Blood
10. Small Dose Of Death
Stefan
Mittwoch, 18. September 2013
VIETCONG PORNSURFERS - We Spread The Diseases
Band: Vietcong Pornsurfers
Album: We Spread The Diseases
Spielzeit: 32:29 min.
Stilrichtung: Punkrock
Plattenfirma: Dangerous Rock Records
Veröffentlichung: 27.09.2013
Homepage: www.vietcongpornsurfers.com
Es gibt Bands, die fallen schon mit ihrem Bandnamen auf. Oft ist das auch schon das Beste an der ganzen Chose. Machen die VIETCONG PORNSURFERS aus Schweden da eine Ausnahme? Ihre Musik ist ein Bastard aus frühem Punk, MOTÖRHEAD und Bands wie den HELLACOPTERS oder GLUECIFER. Mit „We Spread The Diseases“ nehmen die vier Jungs aus Falun einen zweiten Langspiel-Anlauf und bieten in einer guten halben Stunde ein Dutzend neuer Songs. Alles wurde live im Studio eingespielt, ganz ohne Schnick-Schnack und doppelten Boden. Veröffentlicht wird dieses zweite Album über das bandeigene Label Dangerous Rock Records.
Die Stimme von Frontmann Tom K. Ist angenehm rotzig und tendiert manchmal auch in Richtung eines Glenn Danzig, nur eben punkig. Die Band wird komplettiert von Teddy (guitar), Affe (bass) und Rackarn (drums). Wie man schon an Pseudonymen sieht, nehmen sich die Jungs nicht zu ernst, das schlägt sich auch in den Texten nieder – sie sind augenzwinkernd und übersäht mit schwarzem Humor, manchmal auch total kirre!
Der Öffner „Marcel“ ist schon nach kurzen 1:44 min. vorbei, darin befinden sich aber eine Menge Energie und durchaus auch Melodie. Der folgende „Dead Track“ beginnt mit einer schweren Basslinie und hat ebenfalls einen gefälligen Refrain. „The Best Song“ ist das beste Beispiel für die Ironie der Band: „This is the best song in the Universe...this song is so good I can´t stand still“. Wer hier eine glattgebügelte Hitparadennummer vermutet, wird von der Geschwindigkeit und der Power erschlagen werden. Weiter im Programm geht es mit den ebenfalls gut hörbaren Stücken „First High“ (mit einer rekordverdächtigen Spielzeit von 3:33 min. der längste Song auf dem Album), „I Hate Your Band“ (wieder mal ein typischer VP-Song) und „Don´t Look Back“.
Bei „Disease“ kopieren die Schweden ganz wild das Riff von MOTÖRHEAD´s „Ace Of Spades“ und auch sonst ist der Song recht an die frühen Werke der Briten angelehnt. Nach zwei weiteren flotten Nummern („Add“ und „We Gotta Burn“) ist schon Schluß und wir nähern uns dem Resümee dieses Tonträgers:
„We Spread The Diseases“ ist ein ehrliches Album, das trotz seiner Kürze seine „Längen“ hat. Etwas mehr Abwechslung hätte hier gut getan. Immer nur auf die Zwölf wird schnell langweilig, wenngleich es einige starke Songs gibt. Für Irokesenträger ist die Platte sicher einen Durchlauf wert, ansonsten hat man eigentlich alles schon gehört, oft auch in besserer Umsetzung.
WERTUNG:
Trackliste:
1.Marcel
2.Dead Track
3.The Best Song
4.Selfdestructive
5.Make You Hate
6.First High
7.I Hate Your Band
8.Just Another Crime
9.Don´t Look Back
10.Disease
11.Add
12.We Gotta Burn
Stefan
Album: We Spread The Diseases
Spielzeit: 32:29 min.
Stilrichtung: Punkrock
Plattenfirma: Dangerous Rock Records
Veröffentlichung: 27.09.2013
Homepage: www.vietcongpornsurfers.com
Es gibt Bands, die fallen schon mit ihrem Bandnamen auf. Oft ist das auch schon das Beste an der ganzen Chose. Machen die VIETCONG PORNSURFERS aus Schweden da eine Ausnahme? Ihre Musik ist ein Bastard aus frühem Punk, MOTÖRHEAD und Bands wie den HELLACOPTERS oder GLUECIFER. Mit „We Spread The Diseases“ nehmen die vier Jungs aus Falun einen zweiten Langspiel-Anlauf und bieten in einer guten halben Stunde ein Dutzend neuer Songs. Alles wurde live im Studio eingespielt, ganz ohne Schnick-Schnack und doppelten Boden. Veröffentlicht wird dieses zweite Album über das bandeigene Label Dangerous Rock Records.
Die Stimme von Frontmann Tom K. Ist angenehm rotzig und tendiert manchmal auch in Richtung eines Glenn Danzig, nur eben punkig. Die Band wird komplettiert von Teddy (guitar), Affe (bass) und Rackarn (drums). Wie man schon an Pseudonymen sieht, nehmen sich die Jungs nicht zu ernst, das schlägt sich auch in den Texten nieder – sie sind augenzwinkernd und übersäht mit schwarzem Humor, manchmal auch total kirre!
Der Öffner „Marcel“ ist schon nach kurzen 1:44 min. vorbei, darin befinden sich aber eine Menge Energie und durchaus auch Melodie. Der folgende „Dead Track“ beginnt mit einer schweren Basslinie und hat ebenfalls einen gefälligen Refrain. „The Best Song“ ist das beste Beispiel für die Ironie der Band: „This is the best song in the Universe...this song is so good I can´t stand still“. Wer hier eine glattgebügelte Hitparadennummer vermutet, wird von der Geschwindigkeit und der Power erschlagen werden. Weiter im Programm geht es mit den ebenfalls gut hörbaren Stücken „First High“ (mit einer rekordverdächtigen Spielzeit von 3:33 min. der längste Song auf dem Album), „I Hate Your Band“ (wieder mal ein typischer VP-Song) und „Don´t Look Back“.
Bei „Disease“ kopieren die Schweden ganz wild das Riff von MOTÖRHEAD´s „Ace Of Spades“ und auch sonst ist der Song recht an die frühen Werke der Briten angelehnt. Nach zwei weiteren flotten Nummern („Add“ und „We Gotta Burn“) ist schon Schluß und wir nähern uns dem Resümee dieses Tonträgers:
„We Spread The Diseases“ ist ein ehrliches Album, das trotz seiner Kürze seine „Längen“ hat. Etwas mehr Abwechslung hätte hier gut getan. Immer nur auf die Zwölf wird schnell langweilig, wenngleich es einige starke Songs gibt. Für Irokesenträger ist die Platte sicher einen Durchlauf wert, ansonsten hat man eigentlich alles schon gehört, oft auch in besserer Umsetzung.
WERTUNG:
Trackliste:
1.Marcel
2.Dead Track
3.The Best Song
4.Selfdestructive
5.Make You Hate
6.First High
7.I Hate Your Band
8.Just Another Crime
9.Don´t Look Back
10.Disease
11.Add
12.We Gotta Burn
Stefan
Montag, 19. August 2013
MICHAEL MONROE - Horns And Halos
Band: Michael Monroe
Album: Horns And Halos
Spielzeit: 37:32 min.
Stilrichtung: Hardrock, Hair Metal
Plattenfirma: Spinefarm Records
Veröffentlichung: 23.08.2013
Homepage: www.michaelmonroe.com
Nach dem überraschend packenden „Sensory Overdrive“ vor 2 Jahren ist die Fangemeinde des finnischen Energiebündels MICHAEL MONROE extrem gespannt auf neue Kost der Sleaze-Ikone. Dass dieser Erfolg aber nicht nur MONROE selbst gilt, dürfte schon beim Lesen der weiteren Beteiligten klar sein: mit Bassist Sami Yaffa verbindet den Sänger schon eine ewige Bande, die bei den legendären HANOI ROCKS Anfang der 80er begann und Drummer Karl Rockfist, der seit 2010 zur Band gehört und vorher z.B. bei STEEL PROPHET trommelte. Gitarrist Steve Conte (COMPANY OF WOLVES) und Ex-BACKYARD BABIES Saitenschwinger Dregen komplettieren die Allstar-Band des Finnen, die längst mehr ist als ein Soloprojekt. Gitarrist Ginger (THE WILDHEARTS, BRIDES OF DESTRUCTION etc.) ist nicht mehr mit an Bord.
Auf alte Werte indes setzt man zum Beispiel bei den Aufnahmen. So wurden die Recordings wieder in Stockholm getätigt, wo schon das Debüt von HANOI ROCKS entstand. Gemischt wurde „Horns And Halos“ von Petri Majuri, der schon seit über 10 Jahren für die Band tätig ist und trotzdem konnten die Jungs eine weltumspannende Atmosphäre schaffen. Die wichtigsten Orte waren wohl New York, Los Angeles und natürlich Stockholm. Das Cover entstammt einer Idee von Gitarrist Dregen.
Mit „TNT Diet“ beginnt MICHAEL MONROE mit seiner Mannschaft so, wie man es sich erhofft: schnell, punkig, dreckig und schnörkellos. Ich kann mir schon bildlich vorstellen, wie der Finne bei diesem Song über die Bühne fetzt. Die Single „Ballad Of The Lower East Side“ ist eine Hymne, in der die Anfänge von HANOI ROCKS aufgearbeitet werden. Saustark! Mit Bläsersequenzen fährt „Eighteen Angels“ den Härtepegel etwas nach unten und macht Platz für jede Menge Coolness. Punkig ist man unterdessen wieder bei „Saturday Night Special“ unterwegs während „Stained Glass Heart“ bedächtiger zu Werke geht. Der Titeltrack zieht aber wieder alle Register und drückt energisch aus den Boxen. Aalglatte Melodien hat „Child Of The Revolution“ zu bieten und zielt damit genau zwischen die Augen von MONROE´s langjährigem Brötchengeber und den NEW YORK DOLLS. Auch die restlichen 4 Songs können zum großen Teil überzeugen und unterstreichen die neu entdeckten Stärken, die schon beim Vorgängeralbum präsent waren. Speziell das abschließende „Hands Are Tied“, bei dem Mr. Monroe sein Saxophon auspackt oder das gefällige „Half The Way“ können punkten.
Was MICHAEL MONROE auf „Sensory Overdrive“ überraschend gut gelungen ist, kann spätestens mit „Horns And Halos“ kein Zufall mehr sein. Zusammen mit seiner Band im Rücken ist der Finne so stark wie schon lange nicht mehr. Das muss die teils recht junge Konkurrenz erst mal toppen können.
WERTUNG:
Trackliste:
1.TNT Diet
2.Ballad Of The Lower East Side
3.Eighteen Angels
4.Saturday Night Special
5.Stained Glass Heart
6.Horns And Halos
7.Child Of The Revolution
8.Soul Surrender
9.Half The Way
10.Ritual
11.Hands Are Tied
Stefan
Album: Horns And Halos
Spielzeit: 37:32 min.
Stilrichtung: Hardrock, Hair Metal
Plattenfirma: Spinefarm Records
Veröffentlichung: 23.08.2013
Homepage: www.michaelmonroe.com
Nach dem überraschend packenden „Sensory Overdrive“ vor 2 Jahren ist die Fangemeinde des finnischen Energiebündels MICHAEL MONROE extrem gespannt auf neue Kost der Sleaze-Ikone. Dass dieser Erfolg aber nicht nur MONROE selbst gilt, dürfte schon beim Lesen der weiteren Beteiligten klar sein: mit Bassist Sami Yaffa verbindet den Sänger schon eine ewige Bande, die bei den legendären HANOI ROCKS Anfang der 80er begann und Drummer Karl Rockfist, der seit 2010 zur Band gehört und vorher z.B. bei STEEL PROPHET trommelte. Gitarrist Steve Conte (COMPANY OF WOLVES) und Ex-BACKYARD BABIES Saitenschwinger Dregen komplettieren die Allstar-Band des Finnen, die längst mehr ist als ein Soloprojekt. Gitarrist Ginger (THE WILDHEARTS, BRIDES OF DESTRUCTION etc.) ist nicht mehr mit an Bord.
Auf alte Werte indes setzt man zum Beispiel bei den Aufnahmen. So wurden die Recordings wieder in Stockholm getätigt, wo schon das Debüt von HANOI ROCKS entstand. Gemischt wurde „Horns And Halos“ von Petri Majuri, der schon seit über 10 Jahren für die Band tätig ist und trotzdem konnten die Jungs eine weltumspannende Atmosphäre schaffen. Die wichtigsten Orte waren wohl New York, Los Angeles und natürlich Stockholm. Das Cover entstammt einer Idee von Gitarrist Dregen.
Mit „TNT Diet“ beginnt MICHAEL MONROE mit seiner Mannschaft so, wie man es sich erhofft: schnell, punkig, dreckig und schnörkellos. Ich kann mir schon bildlich vorstellen, wie der Finne bei diesem Song über die Bühne fetzt. Die Single „Ballad Of The Lower East Side“ ist eine Hymne, in der die Anfänge von HANOI ROCKS aufgearbeitet werden. Saustark! Mit Bläsersequenzen fährt „Eighteen Angels“ den Härtepegel etwas nach unten und macht Platz für jede Menge Coolness. Punkig ist man unterdessen wieder bei „Saturday Night Special“ unterwegs während „Stained Glass Heart“ bedächtiger zu Werke geht. Der Titeltrack zieht aber wieder alle Register und drückt energisch aus den Boxen. Aalglatte Melodien hat „Child Of The Revolution“ zu bieten und zielt damit genau zwischen die Augen von MONROE´s langjährigem Brötchengeber und den NEW YORK DOLLS. Auch die restlichen 4 Songs können zum großen Teil überzeugen und unterstreichen die neu entdeckten Stärken, die schon beim Vorgängeralbum präsent waren. Speziell das abschließende „Hands Are Tied“, bei dem Mr. Monroe sein Saxophon auspackt oder das gefällige „Half The Way“ können punkten.
Was MICHAEL MONROE auf „Sensory Overdrive“ überraschend gut gelungen ist, kann spätestens mit „Horns And Halos“ kein Zufall mehr sein. Zusammen mit seiner Band im Rücken ist der Finne so stark wie schon lange nicht mehr. Das muss die teils recht junge Konkurrenz erst mal toppen können.
WERTUNG:
Trackliste:
1.TNT Diet
2.Ballad Of The Lower East Side
3.Eighteen Angels
4.Saturday Night Special
5.Stained Glass Heart
6.Horns And Halos
7.Child Of The Revolution
8.Soul Surrender
9.Half The Way
10.Ritual
11.Hands Are Tied
Stefan
Mittwoch, 15. Mai 2013
SATAN TAKES A HOLIDAY - Why Do You Voodoo?
Band: Satan Takes A Holiday
Album: Who Do You Voodoo?
Spielzeit: 37:38 min
Plattenfirma: Rough Trade
Veröffentlichung: bereits veröffentlicht
Homepage: www.satantakesaholiday.com
Ursprünglich hatten die Stockholmer, Inhaber eines Rock-Cafés nie vorgehabt, eine Band zu gründen. Trotzdem haben sich Fred Burman (Gesang, Gitarre), Johannes Lindsjöö (Bass) und Svante Nordström (Schlagzeug) auf dieses Abenteuer eingelassen und 2009 ihr Debütalbum veröffentlicht. Die Musik wurde beibehalten, das Café („Louie Louie“) ebenfalls. SATAN TAKES A HOLIDAY sehen ihre musikalischen Einflüsse in der Musik der 80er und 90er Jahre, mit der sie eben auch erwachsen geworden sind.
Die Artwork des Covers ist einfach gehalten: Schwarzer Hintergrund und bunte Buchstaben, die wie rausgesprengt aussehen.
Richtig rotziger Straßen-Punkrock, den ich erwartet habe, ist es nicht. Hier ist statt „das gewisse Ordinäre“ Sauberkeit angesagt, wie ein Löwe, dem man die Zähne gezogen hat. „Candy Mouth“, „Karma Babe“ und “Who Do You Voodoo” sind recht flotte Stücke, die auch Spaß an der Musik vermitteln. Es ist nur etwas zuwenig von der Zutat, die Punkrock ausmacht. Ordentlich auf die Kacke gehauen wird bei „Moth And Flames“. „I Wanna Hold Your Hand“ macht einen guten Eindruck und hat einen starken Sound. Allerdings versucht man den Song mit „Uuuhuuuhuuu“-Gesängen aufzuwerten, sie lenken aber doch eher vom eigentlichen Gesang und übertönen diesen stellenweise sogar. „Destroyer“ hat einen Schlagwort-Charakter. Hier wird eher gerufen als gesungen, was im Punkrock ja auch nicht unbedingt eine Fehlleistung ist. „Leave Me Alone“ ist eine Ballade, die klingt, als würde bei ihr durchgehend geweint. Eine interessante Idee und gut umgesetzt. Abschließend „A Bit Of Hell“, welches vom Sound her gut in eine 80er-Jahre-Disco passen würde und “Make It Rain”, welches wieder stimmlich ein wenig weinerlich klingt und in Richtung Ballade marschiert.
„Who Do You Voodoo“ klingt insgesamt ein wenig blechern wie in den 60er und 70er Jahren,nur war der Ur-Punk „dreckig“. Das Album würde wohl auf einer Party niemand quer durchs Zimmer kicken. Es ist solide Handwerksarbeit wie eine gute aufgebrühteTasse Kaffee.
Anspieltipps: “Candy Mouth”, “Moth And Flames”, “Leave Me Alone”
Fazit : Man sagt, „wenn Du nichts Nettes zu sagen hast, sag lieber nichts“, aber ich habe etwas Nettes zu sagen: Das Album ist solides Handwerk, es ist nett. Mir eben etwas zu nett. Meiner Meinung nach fehlt ein leicht kräftigerer Biss bei dem Album, es ist mir zu zahm. Wie eine Katze ohne Krallen, ein Löwe ohne Zähne, Bier ohne Schaum, Sekt ohne Prickeln, eine Kutte ohne Patches... Ich frage mich, wo beim Punk der Rock verloren ging. Trotzdem eine ordentliche Leistung, ein ehrliches Album.
WERTUNG:
Trackliste:
1.1. Candy In Mouth 3:14
2. Karma Babe 2:56
3. Who Do You Voodoo 2:49
4. Her Pretty Head 2:56
5. Radio 2:22
6. Go Go Go 3:27
7. Moth and Flame 2:50
8. I Wanna Hold Your Hand 4:10
9. Destroyer 2:06
10. Leave Me Alone 4:54
11. A Bit Of Hell 3:15
12. Make It Rain 3:18
Sandra
Album: Who Do You Voodoo?
Spielzeit: 37:38 min
Plattenfirma: Rough Trade
Veröffentlichung: bereits veröffentlicht
Homepage: www.satantakesaholiday.com
Ursprünglich hatten die Stockholmer, Inhaber eines Rock-Cafés nie vorgehabt, eine Band zu gründen. Trotzdem haben sich Fred Burman (Gesang, Gitarre), Johannes Lindsjöö (Bass) und Svante Nordström (Schlagzeug) auf dieses Abenteuer eingelassen und 2009 ihr Debütalbum veröffentlicht. Die Musik wurde beibehalten, das Café („Louie Louie“) ebenfalls. SATAN TAKES A HOLIDAY sehen ihre musikalischen Einflüsse in der Musik der 80er und 90er Jahre, mit der sie eben auch erwachsen geworden sind.
Die Artwork des Covers ist einfach gehalten: Schwarzer Hintergrund und bunte Buchstaben, die wie rausgesprengt aussehen.
Richtig rotziger Straßen-Punkrock, den ich erwartet habe, ist es nicht. Hier ist statt „das gewisse Ordinäre“ Sauberkeit angesagt, wie ein Löwe, dem man die Zähne gezogen hat. „Candy Mouth“, „Karma Babe“ und “Who Do You Voodoo” sind recht flotte Stücke, die auch Spaß an der Musik vermitteln. Es ist nur etwas zuwenig von der Zutat, die Punkrock ausmacht. Ordentlich auf die Kacke gehauen wird bei „Moth And Flames“. „I Wanna Hold Your Hand“ macht einen guten Eindruck und hat einen starken Sound. Allerdings versucht man den Song mit „Uuuhuuuhuuu“-Gesängen aufzuwerten, sie lenken aber doch eher vom eigentlichen Gesang und übertönen diesen stellenweise sogar. „Destroyer“ hat einen Schlagwort-Charakter. Hier wird eher gerufen als gesungen, was im Punkrock ja auch nicht unbedingt eine Fehlleistung ist. „Leave Me Alone“ ist eine Ballade, die klingt, als würde bei ihr durchgehend geweint. Eine interessante Idee und gut umgesetzt. Abschließend „A Bit Of Hell“, welches vom Sound her gut in eine 80er-Jahre-Disco passen würde und “Make It Rain”, welches wieder stimmlich ein wenig weinerlich klingt und in Richtung Ballade marschiert.
„Who Do You Voodoo“ klingt insgesamt ein wenig blechern wie in den 60er und 70er Jahren,nur war der Ur-Punk „dreckig“. Das Album würde wohl auf einer Party niemand quer durchs Zimmer kicken. Es ist solide Handwerksarbeit wie eine gute aufgebrühteTasse Kaffee.
Anspieltipps: “Candy Mouth”, “Moth And Flames”, “Leave Me Alone”
Fazit : Man sagt, „wenn Du nichts Nettes zu sagen hast, sag lieber nichts“, aber ich habe etwas Nettes zu sagen: Das Album ist solides Handwerk, es ist nett. Mir eben etwas zu nett. Meiner Meinung nach fehlt ein leicht kräftigerer Biss bei dem Album, es ist mir zu zahm. Wie eine Katze ohne Krallen, ein Löwe ohne Zähne, Bier ohne Schaum, Sekt ohne Prickeln, eine Kutte ohne Patches... Ich frage mich, wo beim Punk der Rock verloren ging. Trotzdem eine ordentliche Leistung, ein ehrliches Album.
WERTUNG:
Trackliste:
1.1. Candy In Mouth 3:14
2. Karma Babe 2:56
3. Who Do You Voodoo 2:49
4. Her Pretty Head 2:56
5. Radio 2:22
6. Go Go Go 3:27
7. Moth and Flame 2:50
8. I Wanna Hold Your Hand 4:10
9. Destroyer 2:06
10. Leave Me Alone 4:54
11. A Bit Of Hell 3:15
12. Make It Rain 3:18
Sandra
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