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Freitag, 4. September 2015

THE SPIRIT CABINET - Hystero Epileptic Possessed

Band: The Spirit Cabinet
Album: Hystero Epileptic Possessed
Spielzeit: 39:26 min
Stilrichtung: Heavy Metal / Black Metal / Doom Metal / Hardrock
Plattenfirma: Ván Records
Veröffentlichung: 28.08.2015

Ván Records sind bekannt für Bands, die nicht alltäglich sind und sich Schubladen verweigern. THE SPIRIT CABINET stellen hier keine Ausnahme dar. Mit von der Partie sind Sänger Snake McRuffkin (URFAUST), Gitarrist Johnny Hällström (ZWARTKETTERIJ), Erich Vilsmeier (CIRITH GORGOR) am Bass und Schlagzeuger Cromwell Fleedwood (HOODED PRIEST). Gegründet wurde die Band 2014 und das Debüt "Hystero Epileptic Possessed" ist auch gleichzeitig die erste Veröffentlichung der Niederländer.

Der Opener "The Black Lodge" nimmt den Hörer gleich mit auf eine spannende Klangreise: okkulter Doom Metal, eine Brise Rock, traditionelle Heavy Metal Riffs und eine schwarzmetallische Note machen die Musik von THE SPIRIT CABINET zu einem faszinierenden Hörerlebnis. Snakes Organ ist theatralisch, erhaben und gewaltig, gibt den Songs das gewisse Etwas, das kommt besonders bei "Credulity" rüber. Der Song hat sich nach einigen Durchgängen auch zu meinem Favorit entwickelt, gegen Ende verströmt das Stück eine Spur Wahnsinn, einfach nur herrlich. "The Spirit Cabinet" kehrt dann die schwarze Seite noch etwas mehr heraus. Abwechslung wird großgeschrieben, es ist faszinierend wie so unterschiedliche Stile zu einer solch perfekten Symbiose verschmolzen werden können.

THE SPIRIT CABINET sind keine leichte Kost, aber es lohnt sich auf jeden Fall, sich auf den Sound der Niederländer einzulassen. Vergleiche sind schwer, am ehesten dürfte das Ganze als ein Bastard aus THE DEVILS BLOOD, TRIAL und PENTAGRAM durchgehen. Kann man sich schwer vorstellen? Tja, dann einfach mal rein hören, ihr werdet es nicht bereuen! Für mich in einem extrem starken Jahr ein absolutes Highlight!

WERTUNG:





Trackliste:

01. The Black Lodge
02. Credulity
03. The Spirit Cabinet
04. Hexenhaus
05. Ramakrishna
06. Convulsions

Chris

Freitag, 24. April 2015

AGES - The Malefic Miasma

Band: Ages
Album: The Malefic Miasma
Spielzeit: 42:12 min
Stilrichtung: Melodic Dark / Black Metal
Plattenfirma: Black Lodge/ Sound Pollution
Veröffentlichung: 24.04.2015
Homepage: www.ages.nu/index.html

Ein Cover, das Aufmerksamkeit zieht. Licht und Schatten, ein Kontrast der schon bei vielen Motiven aufgegriffen wurde. Persönlich gefällt mir die Gestaltung des Debüts von AGES ausgesprochen gut. Die Schweden haben sich ansonsten dem melodischen Black Metal verschrieben. Nach 3 Singles in 2011 liegt nun der Erstling "The Malefic Miasma" vor.

Und die Musik ist ebenfalls sehr spannend. Düstere, melancholische und erhabene Melodien in schwarzmetallischem Gewand. Dazu nordische Viking-Klänge und ein wenig Doom. Geigen, akustische Momente, Bombast und Klavier. AGES lassen sich nicht in eine Schublade sperren. Blastattacken und Knüppelparts sind eher spärlich gesät, es dominieren Melodie und Atmosphäre. "Spawn of the Tyrants" streift gar Gothic-Metal Gefilde. Somit dürften Black Metal Puristen ihre Probleme mit dem Sound der Band haben. Wer sich auf diese vielen Facetten einlassen kann, den nehmen AGES auf eine klangliche Entdeckungsreise mit, die selbst nach 10 Durchgängen noch Neues zu bieten hat.

Das Ganze ist irgendwo zwischen KATATONIA, BATHORY und LORD BELIAL angesiedelt, und damit wird man der Vielseitigkeit von "The Malefic Miasma" noch nicht wirklich gerecht.

Da bleibt nur eins, nehmt euch etwas Zeit und hört selbst in die Scheibe rein. Bei mir wächst sie von Durchgang zu Durchgang.

WERTUNG:





Trackliste:

01. At the Behest of Reason
02. The Malefic Miasma
03. Absent Tribulation
04. Spawn of the Tyrants
05. Apotheosis
06. Ardent Storms
07. From the Ashes of Time
08. Mountains Ablaze

Chris

Freitag, 8. August 2014

ELUVEITIE - Origins

Band: Eluveitie 
Album: Origins
Spielzeit: 57:21 min
Stilrichtung: Folk Metal / Melodic Death
Plattenfirma: Nuclear Blast Records
Veröffentlichung: 01.08.2014
Homepage: www.eluveitie.ch

Seit dem 2006er Debüt "Spirit" kam alle ein bis zwei Jahre ein neues Alben von ELUVEITIE auf den Markt. Auch Langrille Nummer sechs "Origins" bleibt dieser Tradition treu. Die Schweizer beschäftigen sich diesmal mit keltischer Mythologie, um genau zu sein mit ätiologischen Sagen aus Gallien. Neu an Bord sind Gitarrist Rafael Salzmann sowie Violinistin Nicole Ansperger. 

Vorweg muss ich zugeben, meine kurzzeitige Begeisterung zu Beginn der Folk-Welle um das Jahr 2000 hat doch stark nachgelassen. Von daher ist meine Erwartungshaltung nicht sonderlich groß. Folk-Musik sollte ein wenig nordische Lagerfeuerstimmung erzeugen, eingängig sein ohne im Kitsch und Gedudel zu ertrinken. Gelegentliche Ausflüge in härtere Gefilde sind willkommen. Schon nach kurzer Zeit merke ich jedoch, bei ELUVEITIE bin ich da falsch. Die Folkeinschübe sind vorhersehbar und zahm, 2014 hat man das schon unzählige Male gehört und lockt so niemanden mehr hinter dem Ofen vor. Bleibt der Melodic Death Metal der Göteborger Schule. Hier macht die Band eine bessere Figur, verfolgt nur auch diese Facette nicht zielstrebig genug und verliert sich schnell wieder in geflöteter Langeweile, bestes Beispiel sind hier die grundsätzlich ordentlichen Stücke "Virunus" oder "Inception". Wer also auf guten Göteborg-Sound steht, bleibt besser bei IN FLAMES, DARK TRANQUILLITY, AT THE GATES & Co. 

Was soll diese Kritik nun sein? Ein Verriss? Nein, so schlimm ist es dann auch nicht. Sind ELUVEITIE einfach nicht mein Ding? Zu einem gewissen Teil, aber auch das ist nicht die ganze Wahrheit. Es fehlt das Feuer, das Besondere, das Mitreißende was Bands wie ENSIFERUM, FINNTROLL, MANEGARM oder auch KORPIKLAANI zumindest in den Anfangstagen ausgemacht hat. Songs wie "The Call Of The Mountains" können da einfach nicht mithalten. Wer sich mit eher simplen Melodien und Schunkeleinlagen zufrieden gibt und etwa von der aktuellen EQUILIBRIUM begeistert ist, soll mich verteufeln und auch seinen Spaß mit der neuen Scheibe der Eidgenossen haben. Mir fällt nur ein Wort zu "Origins" ein, egal wie ich es drehe und wende: belanglos. 


WERTUNG:





Trackliste:

1. Origins 
2. The Nameless 
3. From Darkness 
4. Celtos 
5. Virunus 
6. Nothing 
7. The Call Of The Mountains 
8. Sucellos 
9. Inception 
10. Vianna 
11. The Silver Sister 
12. King 
13. The Day Of Strife 
14. Ogmios 
15. Carry The Torch 
16. Eternity 

Chris

Montag, 4. August 2014

VINTERSORG - Naturbål

Band: Vintersorg
Album: Naturbål
Spielzeit: 54:58 min
Stilrichtung: Folk / Black Metal
Plattenfirma: Napalm Records
Veröffentlichung: 27.06.2014

Die Schweden von VINTERSORG legen im zwanzigsten Jahr seit Bandgründung mit Naturbål ihr neuntes Studioalbum vor. Dabei versuchen Andreas Hedlund und Mattias Marklund alle bisherigen Schaffensperioden zu vereinen, was auch hervorragend gelingt.

Nordische Folklore trifft auf technisch ausgefeilten, progressiven Metalsound, bei dem gelegentliche schwarzmetallische Wutausbrüche für ein kraftvolles Gegenstück sorgen. Auch der dominierende Klargesang ist über die Jahre gereift und erhebt sich majestätisch über den Kompositionen. Die Songs liegen alle etwa im Bereich von fünf bis acht Minuten Spielzeit, die perfekte Länge für VINTERSORG. Es gibt viele Details und Feinheiten zu entdecken, auch nach mehrere Durchläufen. Trotzdem verlieren sich die Songs nie in unnötigen Spielereien, sondern bleiben jederzeit fesselnd. Mal mystisch und episch, mal ruppig und düster - Abwechslung bietet "Naturbål", was so viel bedeutet wie "Feuer der Natur". Eine vielseitige Palette, mit der sich VINTERSORG von der Masse an Folk/Black Metal Bands klar abgrenzen können.

Hier mögen sich dann auch die Geister scheiden, ein zweites "Till Fjälls" ist von den Schweden wohl nicht mehr zu erwarten. Wer also den alten Zeiten nachtrauert, wird nur bedingt mit "Naturbål" warm werden. Allen denen, den die Entwicklung der letzten Jahre gefallen hat und die sich am facettenreichen Klangbild der Band erfreuen können, werden auch dem neunten Langeisen viel abgewinnen können.

WERTUNG:





Trackliste:

01. Ur Aska Och Sot
02. Överallt Och Ingenstans
03. En Blixt Från Klar Himmel
04. Lågornas Rov
05. Rymdens Brinnade Öar
06. Natten Visste Vad Skymningen Såg
07. Elddraken
08. Urdarmåne
09. Själ I Flamma


Chris

BELPHEGOR - Conjuring the Dead


Band: Belphegor
Album: Conjuring The Dead
Spielzeit: 36:39 min
Stilrichtung: Black / Death Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast Records
Veröffentlichung: 08.08.2014
Homepage: www.belphegor.at

Seit über 20 Jahren knüppeln sich die Österreicher von BELPHEGOR nun schon durch die Metalszene. Nun liegt das zehnte Studioalbum "Conjuring The Dead" vor.

Bereits beim Opener "Gasmask Terror" wird sofort klar, dass die Salzburger nichts verlernt haben. Der Song kracht gnadenlos und blasphemisch aus den Boxen, hier werden keine Gefangenen gemacht, die Blasts knallen einem nur so um die Ohren. Beim folgenden Titeltrack nehmen die Jungs ein wenig Geschwindigkeit raus, lassen dafür eine stampfende Dampfwalze vom Stapel, die eine immense Durchschlagskraft vorzuweisen hat. Diese Struktur zieht sich durch das gesamte Album, mal gehen die Österreicher mit schleppender, roher Urgewalt vor um im nächsten Moment in rasende Wut zu verfallen. Einzige Verschnaufpause bietet das kurze instrumentale Zwischenspiel "The Eyes", bei dem sogar akustische Gitarrenklänge zum Einsatz kommen. Es folgt mit "Legions of Destruction" ein Song mit zwei Gastmusikern: Glen Benton (DEICIDE) und Attila (MAYHEM). Entsprechend geht auch diese Nummer voll auf die Zwölf, pure Raserei.

Produziert wurde das finstere Geschoss von Erik Rutan (HATE ETERNAL) und er liefert eine erstklassige Arbeit ab. "Conjuring The Dead" rollt über den Hörer hinweg wie ein Kampfpanzer und legt alles in Schutt und Asche.

BELPHEGOR liefern auch beim zehnten Streich alles ab, was die Fans von Ihnen hören wollen. Hier kann man nichts falsch machen.

WERTUNG:





Trackliste:

01. Gasmask Terror
02. Conjuring the Dead
03. In Death
04. Rex Tremendae Majestatis
05. Black Winged Torment
06. The Eyes
07. Legions of Destruction
08. Flesh Bones and Blood
09. Lucifer, Take Her!
10. Pactum In Aeternum

Chris

Donnerstag, 15. Mai 2014

NECRODEATH - The 7 Deadly Sins

Band: Necrodeath
Album: The 7 Deadly Sins
Spielzeit: 42:01 min
Stilrichtung:  Thrash / Black / Death Metal
Plattenfirma: Scarlet Records
Veröffentlichung: 12.05.2014
Homepage: www.necrodeath.net

Highspeed-Thrash-Attacken mit viel Zorn im Bauch und Dampf auf dem Kessel haben in Italien Tradition. 1984 als GHOSTRIDER gegründet, nannte man sich ein Jahr später um in NECRODEATH. Unter diesem Namen ging es dann weiter bis zur Auflösung 1990. Acht Jahre später fand man allerdings wieder zusammen. Seither stehen die Italiener für kompromisslosen Thrash Metal mit Ausflügen in Black und Death Metal Gefilde und liefern in regelmäßigen Abständen solide bis starke Scheiben ab.

Nun liegt mit "The 7 Deadly Sins" Studioalbum Nummer elf vor. Bei dem Namen ergeben sich die Titel der Songs von alleine: Sloth, Lust, Envy, Pride, Wrath, Gluttony und Greed. Dazu gibt es dann noch zwei "Bonustracks" um das zahlende Publikum auch mit etwas mehr teuflischer Raserei zu versorgen.

"Sloth" feuert zum Start aus allen Rohren und zeigt gleich an, wo der Hammer hängt. "Lust" ist eher im Midtempo angesiedelt und eignet sich perfekt um die Mähne kreisen zu lassen. "Envy" zieht wie der Opener gleich voll vom Leder, wandelt sich dann in eine groovende und bärenstarke Nummer, die besonders bei den Gitarren an SLAYER erinnert. "Wrath" macht seinem Namen alle Ehre und erhebt sich zu absoluter Raserei, eine knackige Abrissbirne allererster Güte. Und so geht es weiter, Geschwindigkeit ist Trumpf, "The 7 Deadly Sins" kracht und knallt an allen Ecken und Ende ohne dabei groovende und melodische Breaks zu vernachlässigen und auf diese Weise für die richtige Mischung sorgt. Wer seine tägliche Dosis Thrash voll auf die Zwölf will, ist bei NECRODEATH nach wie vor bestens aufgehoben.

Neben dem Sound von SLAYER finden sich Parallelen zum Sound von alten DESTRUCTION, KREATOR oder auch CELTIC FROST und DESASTER. Nur sind NECRODEATH eben keine Kopie sondern ihrem Sound aus Anfangstagen im Großen und Ganzen treu geblieben.

Somit bleibt festzuhalten: NECRODEATH machen sich eindeutig schuldig. Sie frönen der Wut, versprühen dabei eine kraftvolle Lust auf Thrash und scheinen zudem unersättlich. Aber wie sagt man: so schön kann Sünde sein. Also, ab in die Kutten, lasst uns sündigen.

WERTUNG:






Trackliste:

01. Sloth
02. Lust
03. Envy
04. Pride
05. Wrath
06. Gluttony
07. Greed
08. Thanatoid
09. Graveyard Of The Innocents

Chris

Freitag, 14. März 2014

NOCTURNAL BREED - Napalm Nights

Band: Nocturnal Breed
Album: Napalm Nights
Spielzeit: 65:21 min
Stilrichtung: Thrash/Black Metal
Plattenfirma: Agonia Records
Veröffentlichung: 11.03.2014
Homepage: www.facebook.com/NocturnalBreed

Sieben Jahre sind eine lange Zeit. So lange mussten die Fans von NOCTURNAL BREED auf den Nachfolger zum 2007er Output "Fields of rot" warten. Nun haben es die Norweger also endlich geschafft und legen mit "Napalm Nights" den fünften Langspieler vor.

Leider verfehlt man die Klasse des Vorgängers deutlich. Mit 65 Minuten bekommt man zwar viel Quantität geboten, die Qualität bleibt in diesem Fall leider weitestgehend auf der Strecke. Besonders der 13-minütige Titeltrack verläuft sich im Nirwana. Dazu noch das phasenweise unerträgliche Gekreische von Bassist und Sänger S.A. Destroyer, erwiesenermaßen können die Norweger das deutlich besser. Nach drei Durchläufen ist nur sehr wenig hängen geblieben, es fehlt an Ecken und Kanten und echten Höhepunkten. "Fields of rot" hat in etwas über 30 Minuten deutlich amtlicher geknallt als der neue Silberling.

Die Hard Fans von schwarzmetallisch angehauchtem Thrash Metal finden vielleicht Gefallen an "Napalm Nights", alle anderen sind bei den letzten Alben der Genrekollegen von TOXIC HOLOCAUST, AURA NOIR oder DESASTER besser aufgehoben.

WERTUNG:






Trackliste:

01. The Devil Swept The Ruins
02. Speedkrieg
03. Cursed Beyond Recognition
04. The Bitch of Buchenwald
05. Napalm Nights
06. Thrashiac
07. Dawn Campaign... Flamethrower Ridge
08. Under The whip
09. Dragging The Priests
10. Krigshisser (D.N.K.)

Chris

Mittwoch, 8. Januar 2014

LEGIONS OF WAR - Forced To The Ground

Band: Legions of War
Album: Forced to the Ground
Spielzeit: 40:56 min
Stilrichtung:  Black/Thrash Metal
Plattenfirma:  Inferno Records
Veröffentlichung: 20.12.2013
Homepage: www.legionsofwar.se

Die vier Schweden von LEGIONS OF WAR sind seit 2002 aktiv und haben bisher 3 Demos, das Debüt "Towards Death" sowie die EP "Riding With The Blitz" auf den Markt gebracht. Nun stehen Hellwind (Bass), Martin Hogebrandt (Drums), Widowreaper (Guitars) und Zyklon (Vocals & Guitars) mit dem zweiten Langspieler "Forced To The Ground" in den Startlöchern. Hach, diese bösen-bösen Namen, ich bin zutiefst schockiert. Genauso wie vom Cover-Artwork.

Springen wir daher gleich zur Musik der Jungs.

Textlich haut man in die gleiche Kerbe wie die Kollegen von BOLT THROWER, HAIL OF BULLETS oder SABATON. Krieg als Konzept. Funktioniert bei den erwähnten Bands - warum also nicht.

Nach einem kurzen Intro haben die Jungs geladen, entsichert und feuern aus allen Rohren. Tiefschwarzer Thrash Metal Sound kracht uns bei "Through the Barricades" um die Ohren. Mal nimmt die Kriegsmaschine richtig Fahrt auf, etwa bei "Pile of Corpses" oder "At the Eastern Shores", mal geht es schleppend und stampfend durch die Walachei ("Remains of War"). Zyklon keift sich die Seele aus dem Leib und die Instrumentalabteilung wartet mit einem düster thrashigen Frontalangriff auf. Es fehlen aber noch die ganz schweren Geschütze, ein paar Patronen haben LEGIONS OF WAR noch im Lauf vergessen.

Die Jungs spielen ihren Stiefel solide und mit Herzblut runter und werden Genrefans sicher im Großen und Ganzen zufrieden stellen. Im Vergleich mit der führenden Konkurrenz von DESASTER oder Deströyer 666 bleibt aber noch Luft nach oben.

Eine Schlacht ist gewonnen, der Krieg noch nicht.

WERTUNG:





Trackliste:

1. Intro - Through the Barricades        
2. Forced to the Ground        
3. Pile of Corpses        
4. Remains of War        
5. At the Eastern Shores        
6. Grandiose Visions        
7. Death Brigade        
8. In the Warfield Storms        
9. Night of Revenge

Chris

Mittwoch, 30. Oktober 2013

SKELETONWITCH - Serpents Unleashed

Band: Skeletonwitch 
Album: Serpents Unleashed
Spielzeit: 31:41 min
Stilrichtung: Thrash/Black Metal
Plattenfirma: Prosthetic Records
Veröffentlichung: 25.10.2013
Homepage: www.skeletonwitch.com

Pünktlich zum 10. Geburtstag stehen die Amis von SKELETONWITCH mit ihrem fünften Studioalbum in den Startlöchern. Und auch auf "Serpents Unleashed" bieten die Herrschaften den gewohnten Mix aus rasanten Thrash Metal Attacken und düsteren Black Metal Klängen.

Wütend und mit viel Power thrasht sich der Fünfer aus Ohio durch die etwas über 30 Minuten Spielzeit und macht keine Gefangenen. Man merkt der Band die Lust an ihrer Musik an, die Songs sind trotz des Härtegrades eingängig und abwechslungsreich, stumpfes Gebolze ist nicht das Ding der Skeletthexen. Gezielte Geschwindigkeitsausbrüche wechseln mit atmosphärischen schwarzmetallischen Passagen und jeder Menge Groove. Melodische Einschübe, krachendes Riffing und starke Soli, ein kräftiger Bass und druckvolles Drumming runden die Sache ab. Über allem thront Chance Garnettes düsteres Organ, es gelingt ihm zudem das Kunststück nicht in unverständliches Gekeife abzudriften sondern bissige und fiese Vocals abzuliefern, die auch gut für jeden Oldschool-Thrasher zu hören sein sollten.

Die gesamte Produktion ist sehr gelungen, klangen SKELETONWITCH früher gelegentlich doch sehr räudig und teilweise etwas kraftlos, kracht der neue Dreher mächtig durch's Gebälk. Authentizität und Aggressivität geht glücklicherweise nicht verloren, im Gegenteil, "Serpents Unleashed" strotzt vor Energie.

SKELETONWITCH haben sich und ihren Fans zum Jubiläum ein starkes Geschenk gemacht.

WERTUNG:





Trackliste:

01. Serpents Unleashed    
02. Beneath Dead Leaves    
03. I Am of Death (Hell Has Arrived)    
04. From a Cloudless Sky    
05. Burned from Bone    
06. Unending, Everliving    
07. Blade on the Flesh, Blood on My Hands        
08. This Evil Embrace    
09. Unwept    
10. Born of the Light That Does Not Shine    
11. More Cruel Than Weak

Chris

Montag, 14. Oktober 2013

AJUNA - Prisoners Of The Sun

Band: Ajuna
Album: Prisoners of the Sun
Spielzeit: 34:30 min.
Stilrichtung: Post Black Metal
Plattenfirma: Quality Steel Records
Veröffentlichung: 27.09.2013
Homepage: www.ajunamusic.com

Psychologisch und Vorbewusst nennen die Kopenhagener AJUNA ihre Musik.

- Das Vorbewusste ist ein von Sigmund Freud definierter Begriff zur Bezeichnung eines Systems des psychischen Apparats, das zusammen mit den zwei anderen Systemen (das Unbewusste und das Bewusste) sein erstes topisches Modell der menschlichen Psyche darstellte. Mit dem Begriff bezeichnete Freud einen Bereich der menschlichen Psyche, der im strengen Sinne mit dem System Unbewusst nicht gleichzustellen sei. -  (Quelle: Wikipedia).

Verstanden? Ok. Ist aber auch eigentlich unwesentlich. AJUNA präsentieren uns auf ihrem, von Jacob Bredahl produzierten Debütalbum modernen Black Metal, der immer wieder durch experimentelle Elemente zu gefallen weiß und von einer kühlen, fast maschinellen Atmosphäre lebt. Das ist soweit alles schön anzuhören, wären da nicht die oftmals uninspirierten Blastattacken, die ziemlich belanglos daher kommen und dem ansonsten ansprechenden Material ein wenig die Spannung nehmen.

Freunde von modernem, experimentellen Black Metal nordischer Färbung sei „Prisoners of the Sun“ dennoch wärmstens ans Herz gelegt. Für ein Debütalbum große Klasse.

WERTUNG:





Trackliste:

1. Tribute (4:38)
2. Medicin (3:26)
3. Invisible Cut (5:25)
4. Suntomb (4:50)
5. Kaos (4:44)
6. Death (7:23)
7. Winter (4:04)

Frank

Mittwoch, 18. September 2013

NECROMESSIAH - The Last Hope Of Humanity

Band: Necromessiah
Album: The last Hope of Humanity
Spielzeit: 39:26 min
Stilrichtung: Thrash/Black Metal
Plattenfirma: Punishment 18 Records
Veröffentlichung: 23.09.2013
Homepage: www.facebook.com/Necromessiah

Die nächste italienische Ladung Thrash Metal aus dem Hause Punishment 18 Records nennt sich NECROMESSIAH. Dahinter stecken NecroManiac (Vocals/Guitars), SGT Baal (Bass) und Darken (Drums).

Der Name lässt es erahnen, die 2002 gegründete Band spielt schwarzmetallisch durchsetzten Thrash Metal mit einer phasenweise leicht punkigen Attitüde. "The last Hope of Humanity" ist bereits Album Nummer drei.

Die Songs erinnern an Bands wie BEWITCHED, AURA NOIR oder SKELETONWITCH mit einer Prise SODOM und einem Schuss GEHENNAH. Die meiste Zeit regiert die Geschwindigkeit, gelegentliche groovende Passagen lockern die Stücke immer wieder etwas auf.
Bei manchen Songs verschiebt sich der Schwerpunkt stärker in Black Metal Gefilde, wie etwa bei "Arm your Machine Gun". Apropos: Höhepunkt ist für mich das von maschinengewehrartigem Drumming unterlegte "Kill the Pope". Das coole "Don't touch my glass" weiß auch zu gefallen, erinnert mich an GEHENNAHs "Piss of, I'm Drinking". Musikalisch klingt der Song wie eine thrashige Demo-Nummer von Motörhead, den Gesang mal ausgeklammert.

Die übrigen Stücke bieten alle bereits erwähnten Elemente.

NECROMESSIAH vereinen alles was das Herz eines Thrash/Black Metal Fans höher schlagen lässt, von punkigem Rotz-Rock über rohen Oldschool-Thrash bis hin zu schwarzmetallischen Einschüben. Innovationen sind entsprechend Fehlanzeige, stört aber niemanden. Genrefans sollten "The last Hope of Humanity" auf jeden Fall ein paar Umdrehungen geben.

WERTUNG: 





Trackliste:

01. Opening the Gates    
02. Returned from Hell    
03. Bio Terror Beast    
04. Pedo Priest    
05. Dead or Alive        
06. Kill the Pope    
07. Arm Your Machine Gun    
08. Don't Touch My Glass        
09. Unleash Disorder        
10. Blood Boiler        
11. Goat' N' Roll        

Chris

Freitag, 13. September 2013

SATYRICON - Satyricon

Band: Satyricon
Album: Satyricon
Spielzeit: 49:16 min.
Stilrichtung: Black Metal / Rock
Plattenfirma: Roadrunner
Veröffentlichung: 06.09.2013
Homepage: www.satyricon.no

Satyricon sind eine Band, die seit jeher polarisiert. Nach der Abkehr vom reinen Black Metal fanden immer wieder genrefremde Einflüsse den Weg in den Sound der Norweger, die nicht immer wohlwollend bei der Zielgruppe aufgenommen wurden.

Nach fünf Jahren Abstinenz erscheint jetzt das selbstbetitelte, achte Studioalbum. Selbstbetitelte Alben stehen in der Regel für einen gewissen Neuanfang. Und genau von diesem kann man bei „Satyricon“ durchaus sprechen. Nach einer selbstverordneten Gesinnungspause sind die Herren Satyr und Frost frischer den je zurück.

Nach einem kurzen, unheilvollen instrumentalen Intro wird die Marschrichtung des neuen Songmaterials relativ schnell deutlich. Abgrundtief schwarzer Doom-Metal mit einer durch die Band verstörenden Atmosphäre dominiert das Gesamtbild. Gehackt wird äußerst selten (Walker upon the Wind) , sogar eine kleine Verneigung in Richtung Nick Cave ist mit an Bord (Phoenix) und generell finden sich viele 70er Jahre Doom Elemente auf „Satyricon“ wieder.

Das klingt im ersten Moment nach Trendreiterei, wäre es wahrscheinlich auch, wenn Satyricon nicht der gesamten Retro-Vereinigung zwei Nummern zu hoch wären und diese locker in die Tasche stecken würden.

Die Produktion ist zudem absolut kompromisslos mit analoger Aufnahmetechnik umgesetzt, die zwar gewöhnungsbedürftig, auf der anderen Seite aber total konsequent zum Songmaterial passt.

Satyricon interpretieren den Black Metal auf ihre Art, das haben sie immer getan, das tun sie momentan eindrucksvoll und ich gehe davon aus, dass das auch in Zukunft der Fall sein wird.

Fazit: DIMMU BORGIR Kindergarten Black Metaller werden aufgrund SATYRICON’s eigenwilliger Version vom Black Metal überfordert sein und wenig Chancen haben die Scheibe gut zu finden. Bombast sucht man hier vergeblich.
Dafür atmet „Satyricon“ eine unglaublich finstere, verstörende Atmosphäre, die nur wenige in der Lage sind zu produzieren. Ob das Album auf Dauer an den Bandmeilenstein „Nemesis Divina“ heranreichen wird, möchte ich jetzt noch nicht beurteilen. Einen Platz im gleichen Regal hat es aber jetzt schon verdient. Ganz großes Kino.

WERTUNG: 





Trackliste:

1.Voice Of Shadows
2.Tro Og Kraft
3.Our World It Rumbles Tonight
4.Nocturnal Flare
5.Phoenix
6.Walker Upon The Wind
7.Nekrohaven
8.Ageless Northern Spirit
9.The Infinity Of Time And Space
10.Natt

Frank

Freitag, 28. Juni 2013

AGATHODAIMON - In Darkness

Band: Agathodaimon
Album: In Darkness
Spielzeit: 44:37
Releasetermin: 28.06.2013
Plattenfirma: Massacre Records
Stilrichtung: Black Metal
Homepage: www.agathodaimon.de

Der Mainzer Fünfer von AGATHODAIMON starten mit seinem sechsten Langspieler eine Wiedergeburt. So zumindest kündigt es der Titeltrack "In Darkness (We shall be reborn)" an.

Und düster geht die Band zu Werke, Hauptbestandteil ist symphonischer Black Metal, durchzogen von Gothic und Dark Metal Klängen. Die Produktion aus dem Kohlekeller Studio (u.a. Crematory, Powerwolf) klingt kalt und finster, die perfekte Atmosphäre für die Songs auf "In Darkness". Sänger Ashtrael keift sich böse durch die acht Stücke, bei den musikalischen Qualitäten der übrigen Akteure gibt es auch keine Beanstandungen.

Der Härtegrad wechselt ständig zwischen schwarzmetallischen Knüppelpassagen und gothischen Träumereien. Während der eröffnende Titeltrack "In Darkness (We shall be reborn)" noch eine sehr starke Black Metal Ausrichtung hat, zumindest zu Beginn, wird es bei "I've Risen" und "Favourite Sin" deutlich gemäßigter. "Oceans of Black" wirft dann noch Viking/Folk Elemente und kurze doomige Passagen in die Waagschale. Gegen Ende des Songs gibt es dann wieder heftige schwarzmetallische Wutausbrüche. Einerseits interessant, andererseits auch etwas sperrig.

Dieser Mix zieht sich auch durch die übrigen Stücke des Silberlings, wobei "Adio" noch am stimmigsten klingt. Etwas fehl am Platze wirkt nur die Bonusversion der limitierter Digipack Erstauflage von "Adio", diesmal in einer akustischen Variante die völlig aus dem Klangbild und der Stimmung von "In Darkness" fällt.

Fazit:
Freunden schwarzmetallischer, düsterer Klänge sei "In Darkness" durchaus an's Herz gelegt, allerdings ist Offenheit für andere Stilrichtungen absolut notwendig. Denn von Dimmu Borgir, Eisregen, The Vision Bleak, einer Prise Ensiferum und verschiedenen anderen Bands des "Düster-Sektors" finden sich Elemente im Sound von AGATHODAIMON wieder. Somit könnten reine Black Metal Fans Probleme mit zu viel Melodie haben, während die Gothic-Fraktion mit dem Härtegrad Schwierigkeiten haben könnte.

WERTUNG:  





Trackliste:

1. In Darkness (We Shall Be Reborn)
2. I’ve Risen
3. Favourite Sin
4. Oceans Of Black
5. Adio
6. Somewhere Somewhen
7. Dusk Of An Infinite Shade (Amurg)
8. Höllenfahrt der Selbsterkenntnis
9. Adio - Acoustic Version (Bonustrack)

Chris