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Mittwoch, 17. August 2016

THE DEAD DAISIES - Make Some Noise

Band: The Dead Daisies
Album: Make Some Noise
Spielzeit: 45:36 min
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: SPV Distribution
Veröffentlichung: 05.08.2016

Es gibt ja Musiker, die an ihrem Instrument handwerklich begnadete Genies sind, die aber beim besten Willen keinen einzigen vernünftigen Song schreiben können. Der amerikanische Top Gitarrist Doug Aldrich ist so ein Beispiel. An der Seite von Dio und Whitesnake hat er die klassischen Vorgaben der jeweiligen Vorgänger wie John Sykes, Tony Iommi, Vivian Campbell oder natürlich Richie Blackmore in beeindruckender Art live zum Leben (wieder)erweckt. Die jeweiligen Scheiben seiner Arbeitgeber an denen Aldrich als Songschreiber beteiligt war, waren aber leider gespickt mit einfallslosem Riffing und langweiligem Songwriting und gelten nicht gerade als Highlights der jeweiligen Diskografie. Der Junge braucht halt einen Songschreiber dessen Ideen er umsetzen kann, dann kommt auch eine gute Platte bei raus. So geschehen bei dem Revolution Saints Debüt bei dem das Songwriting von Könnern des Fachs erledigt wurde. Nun hat der gute Doug also bei der Bäumchen-wechsel-Dich Veranstaltung THE DEAD DAISIES angeheuert, bei denen er den zu den zur Zeit live wieder aktiven Guns N Roses abgewanderten Richard Fortus ersetzt, der die geile Vorgängerscheibe “Revolucion“ aus dem Vorjahr eingespielt hatte.

„Make Some Noise“ setzt nahtlos dort an, wo “Revolucion“ aufgehört hatte: in dem von Produzent Marti Frederiksen (Aerosmith, Def Leppard, Mötley Crüe, Buckcherry) wuchtig und mächtig in Szene gesetzten Soundfundament von Bassist Marco Mendoza (Whitesnake, Thin Lizzy) und Drummer Brian Tichy (Ozzy Osbourne, Foreigner) riffen Aldrich und der Mann an der 2. Gitarre David Lowy (Red Phoenix, Mink) in Sahnetracks wie dem straighten Opener „Long Way To Go“ oder dem stampfenden Titeltrack wunderbar nach vorne. Der Held der Scheibe ist aber auch diesmal, wie schon beim starken Vorgänger, John Corabi, dessen Reibeiesenstimme im Alter immer mehr an Volumen und Charisma gewinnt. Es ist hauptsächlich sein Verdienst, das Songs wie das geile „Song And A Prayer“ oder „We All Fall Down“ zu echten Hardrock-Perlen zählen, die sich dank der formidabel funktionierenden Refrains schnell und hartnäckig im Hirn festsetzen und für Begeisterung sorgen. Ein weiterer Anspieltipp dieses an Highlights nicht armen Albums ist noch das herrlich speedige „Mainline“. Insgesamt funktioniert die Platte aber ganz vorzüglich als Ganzes – so wie es früher auch schon war ...

Tolle Band und (wieder) eine tolle Scheibe. So langsam steigern sich die DEAD DAISIES zu einer Referenz im Hardrock Geschäft. Auch ohne eine offensichtliche Hit-Single ist „Make Some Noise“ ein Freudenfest für jedeen hardrock Liebhaber und gehört in jede gut sortierte Sammlung. Empfehlung.

WERTUNG





Trackliste:

01. Long Way To Go
02. We All Fall Down
03. Song And A Prayer
04. Mainline
05. Make Some Noise
06. Fortunate Son
07. Last Time I Saw The Sun
08. Mine All Mine
09. How Does It Feel
10. Freedom
11. All The Same
12. Join Together


Mario

Mittwoch, 6. Juli 2016

TEMPT - Runaway

Band: Tempt
Album: Runaway
Spielzeit: 54:28 min
Stilrichtung: AOR / Hard Rock
Plattenfirma: Rock Candy Records
Veröffentlichung: 17.06.2016

Das Rock Candy Label ist ja eigentlich auf die Wiederveröffentlichung von (auch gerne reichlich obskuren) vergessenen Perlen spezialisiert. Ein neues Album einer jungen Band ist da tatsächlich schon etwas Besonderes. Mit grossem Enthusiasmus von Seiten des Labels wurde uns nun das Debüt der New Yorker TEMPT ans Herz gelegt, das eine eben solche aussergewöhnliche Ausnahme darstellt. Nach einer selbstfinanzierten EP im letzten Jahr legen die Jungspunde nun ihr erstes reguläres Studioalbum vor. Alle Songs wurden von der Band selbst geschreiben (was auch nicht alle Tage vorkommt) und für den Mix (bzw. Re-Mix eines Songs) konnte gar die Choryphäe Michael Wagener (u.a. Dokken, Skid Row) gewonnen werden.

Wie klingt's? Verdammt 80's! Aber sowas von. Man mag im Promo-Text ja von einer Mischung aus alten Helden wie Def Leppard oder Van Halen und moderneren Acts wie Audioslave und den Foo Fighters sprechen. Letzteres ist aber wirklich nur mit der Lupe zu suchen und führt auch ein wenig in die Irre. Im Grunde machen die Jungs genau das, was zahllose andere (vor allem Skandinavische) Bands in den letzten Jahren recht erfolgreich getan haben - sie zelebrieren und huldigen den dicke Hose Produktionen der Hair und Glam-Metal Phase, mal mehr, mal weniger offensichtlich. Der Unterschied liegt hier im Detail: erstens ist das Agressionslevel bei TEMPT sehr niedrig gehalten, gleichzeitig läuft die Band aber nie Gefahr ins Kitschige oder Seichte abzurutschen. Da auch die Keyboards nur recht dezent eingesetzt werden, ist das Soundgerüst ebenfalls angenehm rockig ohne durch eine plakative Ballerorgie den Hörer zu erschlagen. Das hat die Band schon richtig geschmacksicher angereichert. Das Ganze wird dann zudem noch von den wirklich erstklassigen Hooklines abgesichert, die auf den Punkt genau ins Ziel treffen. Ja, TEMPT sind hörbar von den 80er Helden beeinflusst, so sehr, dass hier und da auch mal ein Song seine "Original Quelle" nur schwer verbergen kann: "The Fight" borgt sich recht ungeniert den Refrain von Alice Cooper's "House Of Fire" und das Gitarrenriff von "Use It Or Lose It" ist verdammt nah dran an Richie Sambora's "Rosie" (vom herausragenden "Stranger In This Town" Album). Vom stumpfen Abkupfern kann aber keine Rede sein - dafür gehen die Jungs einfach viel zu souverän an die Sache heran. Wer bei Perlen wie "Aamina", "Comin' On To You", dem straighten, an alte White Lion erinnernden Highlight "Sapphire" oder "Under My Skin" nicht gleich die Refrains mitgröhlt und die Luftgitarre auspackt ist beim falschen Genre gelandet. Sänger Zach Allen klingt trotz seines jungen Alters schon wie ein überzeugender Mix aus Jeff Keith (Tesla) und Mike Tramp (White Lion), verfügt über eine variable Stimmvielfalt und hat ein gutes Gespühr für Melodielinien. Der Kerl könnte aber gerne noch ein wenig mehr aus sich herausgehen und die Handbremse lockern. Es ist aber vor allem Gitarrist Harrison Marcello (wohl nicht verwandt mit dem grandiosen Europe Gitarristen Kee Marcello?) der als Könner seines Fachs glänzen kann, so das auch die Musikerpolizei den spielerischen Kapriolen auf den 6 Saiten mit Begeisterung folgen wird.

Kritikpunkte? Ja, die gibt's auch: Gegen Ende der Scheibe wird es mit den überflüssigen Füllern "What Is Love" und "Time Won't Heal" etwas beliebig und den Remix eines Tracks von Michael Wagener hätte man sich auch locker sparen können. Den tut sich niemand mehr an, wenn er die vorangegangeen Songs in einem einheitlichen Mix durchgehört hat. Und insgesamt 14 reguläre Tracks sind einfach zuviel des Guten. Ein externer Produzent hätte das Material womöglich noch massgeblich zusammengestrichen, was zu einem kompakteren und noch unterhaltsameren Ergebnis verholfen hätte. Das ist aber meckern auf hohem Niveau, denn an den Output so mancher Schweden und Frontiers Combo aus dem Sleaze/Hard Rock Bereich reichen die US Boys locker heran. Vor allem das handwerkliche Geschick und das treffsichere Gespür für starke Hooklines ist, vor allem bei solch jungen Bands die ohne externe Songschreiber agieren, mehr als beachtlich. "Runaway" ist ein tolles Erstlingswerk und sollte jedem Melodic Rock Fan die aufgerufenen EUROs wert sein.

WERTUNG: 






Trackliste:

01. Comin' On To You
02. Under My Skin
03. Paralyzed
04. Use It Or Lose It
05. Runaway
06. Aamina
07. Sapphire
08. The Fight
09. What Is Love
10. Time Won't Heal
11. Love Terminator
12. Fucked Up Beautiful
13. Neuro-Child
14. Dirty One
15. Aamine (MW Mix)


Mario

Montag, 20. Juni 2016

ZAR - Don´t Wait For Heroes

Band: Zar
Album: Don´t Wait For Heroes
Spielzeit: 48:52 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Metalapolis Records
Veröffentlichung: 24.06.2016
Homepage: www.facebook.com/zargermany

Als die frohe Kunde durch die Szene geisterte, Tommy Clauss würde ein neues ZAR-Album in Angriff nehmen, wurden sofort Erinnerungen an das tolle 1993er Album „From Welcome...To Goodbye“ wach, an die großartige Stimme von URIAH HEEP´s John Lawton, der das 1990er Debüt „Live Your Life Forever“ einsang oder die herrliche Ballade „Eagle´s Flight“. Wie weggewischt waren eher kritische Releases wie das 1995er Machwerk „The Holy Rhythm Of Nature“ oder die 2003er Rückkehr „Hard To Beat“. Der Fan ist halt doch ein seltsames Wesen.

Allerdings existiert die Band ZAR nur bedingt, denn Tommy Clauss fungiert auf dem neuen Langspieler „Don´t Wait For Heroes“ quasi als Einmann-Show. Lediglich Drummer Lars Nippa, der auch schon auf „Hard To Beat“ zu hören war, hat dem Urgestein der deutschen Hardrockszene für sein neues Unterfangen den Rücken gestärkt. Unerwartet modern und schroff präsentiert sich Mr. Clauss, der dieses Mal auch den Gesang komplett selbst übernommen hat, bereits von Anfang an. Die Musik passt natürlich in unsere kranke, düstere Welt, aber irgendwie hat man doch etwas anderes erwartet. Das harte „Fighter“ wurde mit elektronischen Beats unterlegt und zwischen einigen Balladen („The Rain Is Still Going On“, „Time“, „Konsuke“) mischt sich Kurioses wie das Instrumental „Till The Final Day“ genau so wie Verstörendes („Blood Means War“). Der Rest sind moderne Rocksongs aus der zweiten Reihe, von denen „All Worlds End“ oder „One Step Closer“ noch am meisten punkten können.

Bei allem Respekt für all die schönen Momente, die uns ZAR in der Vergangenheit beschert haben: Teile von „Don´t Wait For Heroes“ sind nur schwer zu ertragen. Und auch der Sound fällt eher in die Abteilung „besseres Demo“. Bei den heutigen Möglichkeiten muss doch ein hörbar besseres Ergebnis zu erzielen sein. Der Blick ist nun auf den Auftritt beim diesjährigen H.E.A.T. Festival gerichtet – auf den freuen wir uns ja doch...

WERTUNG:





Trackliste:

1. Don´t Wait For Heroes
2. One Step Closer
3. Fighter
4. All Worlds End
5. The Rain Is Still Going On
6. Till The Final Day
7. Blood Means War
8. Time
9. The Rose
10. Triumph Of Faith
11. Stalingrad
12. Konsuke
13. Storm

Stefan

Montag, 6. Juni 2016

VOLTRAID - The Phantom Song

Band: Voltraid
Album: The Phantom Song
Spielzeit: 29:44 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Eigenvertrieb
Veröffentlichung: .2016
Homepage: www.voltraid.com

Riff-Rock bajuwarischer Prägung lieferten VOLTRAID bereits auf ihrem Longplay Debüt „Enter The World“ (Rezi HIER) in sehr guter Qualität. Zwar hat es einige Zeit gedauert, bis der Vierer aus Ingolstadt neues Material nachlegt, aber jetzt haben Florian Jung (vocals, guitars), Lorenz Deschu (guitars), Daniel Gliedl (drums) und Michael Handschuh (bass) mit ihrer aktuellen EP „The Phantom Song“ etwas Neues am Start.

Fünf Songs finden sich auf „The Phantom Song“, wobei der Titeltrack das Herzstück des Silberlings darstellt. Nicht nur, dass die Nummer mit fast 8 Minuten ordentlich lang ausfällt, für den Song wurde im nahe gelegenen Manching ein sehr amtliches Video dazu gedreht (siehe unten).

Los geht’s aber erstmal mit dem Track „Right Now“, einem Midtempo Riff-Rocker, dem Flo Jung mit seiner prägnanten Stimme abermals einen ganz eigenen Stempel aufdrückt. So setzen sich VOLTRAID auch 2016 von den unzähligen, gleich klingenden Kollegen ab, die ebenfalls dem riffbetonten Rock´n Roll australischer Machart frönen.

Danach folgt fast 8 Minuten lang geballte Rock´n Roll Power. „The Phantom Song“ ist eine gut durchdachte und umgesetzte Laudatio an DEN Kampfjet schlechthin. Zwar geht „The Phantom Song“ bei Weitem nicht über Schallgeschwindigkeit sondern ist erneut im mitwipp-freundlichen Tempo angesiedelt, aber trotz der beachtlichen Spielzeit wird das Teil einfach nicht langweilig. Echt stark gemacht. Als Zugabe haben die Jungs noch ein sogenanntes „F4 Sound Edit“ auf die EP gepackt. Eine Version mit – wie der Name schon verrät – eingearbeitetem Sound des Kampfflugzeugs. Zum Abschluss gibt es noch jeweils eine akustische Version der beiden Hauptstücke dieser EP.

Unter dem Strich haben VOLTRAID auf „The Phantom Song“ zwar nur zwei neue Songs anzubieten, diese sind aber auf sehr hohem Niveau und machen richtig Laune und sind auf jeden Fall etwas für Eure nächste Party. Support the (German) Underground - VOLTRAID haben es definitiv verdient!

WERTUNG:





Trackliste:

1. Right Now
2. The Phantom Song
3. The Phantom Song (F4 Sound Edit)
4. Right Now (Accoustic Version)
5. The Phantom Song (Accoustic Version)

Stefan


Montag, 30. Mai 2016

JORN - Heavy Rock Radio

Band: Jorn
Album: Heavy Rock Radio
Spielzeit:  min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 03.06.2016
Homepage: www.jornlande.com

Jorn Lande hat nicht nur eine der herausragendsten Stimmen der Rockszene, er ist auch ein Arbeitstier. Egal ob unter seinem eigenen Banner JORN, als Gastsänger bei AVANTASIA, bei seinem Projekt ALLEN/LANDE mit SYMPHONY X Sänger Russell Allen oder in zahlreichen anderen Bands oder Projekten – zuletzt 2015 zusammen mit dem ehemaligen WIG WAM Gitarristen Trond Holter (BABYSNAKES) und dem gemeinsamen „Dracula – Swing Of Death“ (Rezi HIER) – der Norweger ist gefragt wie nie. Natürlich nicht zuletzt von seinem Plattenlabel. Die Verantwortlichen haben ihm unlängst ein Coveralbum aufs Auge gedrückt.

Darauf zu hören sind viele Hits, die mehr oder weniger vorhersehbar waren, aber auch ein paar Überraschungen gibt es zu bestaunen. Allen voran sicher die brachiale Version von „I Know There´s Something Going On“ von Ex-ABBA Ikone FRIDA. Das Original hat in den Achtzigern für Furore gesorgt, blieb aber der einzige Hit der Schwedin als Solokünstlerin. Für seine Version hat Herr Lande den typisch fetten Sound seiner eigenen Platten adaptiert und siehe da: auch so funktioniert die Nummer tadellos. Auch der Soloausflug von KISS-Vortänzer PAUL STANLEY würdigt Jorn mit dem wohl besten Track seines gleichnamigen Albums „Live To Win“ von 2006. Daneben finden sich bereits hunderte Male gecoverte Hits wie JOURNEY´s „Don´t Stop Believing“, das unsägliche „Hotel California“ der EAGLES oder JOHN FARNHAM´s größter Erfolg „You´re The Voice“. Ferner würdigt der Norweger weitere Größen der Rockszene wie QUEEN, DIO, IRON MAIDEN, DEEP PURPLE oder BLACK SABBATH.

Ein Coveralbum ist von vorneherein ein zweischneidiges Schwert. Meist ist das Original über jeden Zweifel erhaben, nur selten erreicht das Remake dessen Klasse. Auch auf „Heavy Rock Radio“ ist das so – lediglich der Opener kann so richtig überraschen und ist auch gleichzeitig der stärkste Track dieser Sammlung. Unterhaltsam ist dieses Dutzend Neuinterpretationen schon, ob man sie in der heimischen Sammlung haben muss, ist Geschmackssache.

WERTUNG: ohne Wertung

Trackliste:

1. I Know There´s Something Going On (FRIDA)
2. Running Up That Hill (KATE BUSH)
3. Rev On The Red Line (FOREIGNER)
4. You´re The Voice (JOHN FARNHAM)
5. Live To Win (PAUL STANLEY)
6. Don´t Stop Believing (JOURNEY)
7. Killer Queen (QUEEN)
8. Hotel California (THE EAGLES)
9. Rainbow In The Dark (DIO)
10. The Final Frontier (IRON MAIDEN)
11. Stormbringer (DEEP PURPLE)
12. Die Young (BLACK SABBATH)

Stefan

Mittwoch, 25. Mai 2016

ERIKA - Deaf, Dumb & Blonde

Band: Erika
Album: Deaf, Dumb & Blonde
Spielzeit: 42:20 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Escape Music
Veröffentlichung: 20.05.2016
Homepage: www.escape-music.com

Zur Legende wurde Erika Norberg mit ihren beiden Alben „Cold Winter Night“ und „Rock Me Into Heaven“. Das war Anfang der Neunziger – genau genommen 1990 bzw. 1991. Das ist lange her. Irgendwie war die blonde Schönheit zwar immer da, auf ein neues Album warten die Fans dennoch schon seit 18 Jahren. „Ripe“ nannte sich das bis dato letzte Werk. Jetzt dürfen sich die Anhänger von ERIKA auf neues Material freuen. Bereits 2014 begannen die Arbeiten an „Deaf, Dumb & Blonde“, auf der Liste der Mitwirkenden stehen dementsprechend viele Namen. Serientäter wie Tommy Denander sind dort ebenso vertreten wie sehr viele ziemlich unbekannte Namen.

Die ehemalige Lebensabschnittsgefährtin von Saitenhexer Yngwie Malmsteen hat sogar bei der Produktion selbst Hand angelegt. Zusammen mit Alex Angleflod hat sie dieses neue Dutzend Songs im RedDoor Studio aufgenommen. Gemischt wurde die Platte anschließend von Willem Bleeker.

Wer auf einen Nostalgietrip gehofft oder seit den erfolgreichen Zeiten nichts mehr von der Blondine gehört hat, der wird schnell auf den Boden der Tatsachen geholt. Denn bereits der Opener „Killer“ tönt ziemlich zeitgemäß. Und trotzdem haben die Ohrwurmmelodien genügend Platz in diesem rhythmusbetonten Einstiegstrack. Die verhältnismäßig fetten Gitarren bleiben natürlich über die komplette Spielzeit von gut vierzig Minuten erhalten. Schlecht stehen sie der Platte nicht zu Gesicht. Auch das folgende „Heroes Of Heartbreak“ kann gefallen, wenngleich die Melodien noch etwas glatter daherkommen. Dafür hat „Suckerpunch“ einiges mehr an Härte zu verzeichnen. Das eher unspektakuläre „Drama“ und das polternde „Sleeping With A Memory“ können das bisherige Level leider nicht im geringsten halten. Da muss schon eine Ballade wie „Hearts Gone Bad“ dazwischen geschoben werden, damit die Spannung nicht komplett abfällt. Glücklicherweise können Songs wie „Once Upon A Time“, „One For The Road“ oder „Us Fools“ abermals punkten.

„Deaf, Dumb & Blonde“ ist ein unterhaltsames Album geworden. Nicht der große Wurf, aber mit jeder Menge Begeisterung für die Musik, die die Schwedin schon seit Jahrzehnten macht. ERIKA hat einen sehr guten Mittelweg zwischen zeitgemäßem Sound und weitestgehend klassischem Songwriting gefunden. Auch das macht den Charme dieses Silberlings aus.

WERTUNG:





Trackliste:

1. Killer
2. Heroes Of Heartbreak
3. Suckerpunch
4. Drama
5. Hearts Gone Bad
6. Sleeping With A Memory
7. Once Upon A Time
8. Go Down
9. Us Fools
10. One For The Road
11. Start Your Engine
12. Warhoney

Stefan

Montag, 23. Mai 2016

SHOTGUN REVOLUTION - All This Could Be Yours

Band: Shotgun Revolution
Album: All This Could Be Yours
Spielzeit: 37:31 min.
Stilrichtung: Modern Hardrock
Plattenfirma: Mighty Music
Veröffentlichung: 27.05.2016
Homepage: www.facebook.com/shotgunrevolution

Dänemark wird gerne im Rennen der Musikgroßmächte Skandinaviens vergessen. Allen voran Schweden kann natürlich mit einer Vielzahl großartiger Kapellen punkten, aber auch die Dänen haben es drauf. Man denke nur an die bunte Truppe von D.A.D. oder in der neueren Zeitrechnung an VOLBEAT. Wobei, die haben es sich in jüngerer Vergangenheit speziell bei ihren alten Fans verscherzt. Tolle Musiker wie Mike Tramp oder Lars Ulrich stammen aus Dänemark – und mit SHOTGUN REVOLUTION hat unser Nachbarland eine weitere Band hervorgebracht, die sehr wohlklingend zu musizieren vermag.

Für seinen internationalen Auftritt hat der Vierer um Sänger Ditlev „Dee“ Ulriksen ein sehr ansprechendes Paket aus den besten Songs ihrer in Dänemark bereits veröffentlichten Alben „Join The Revolution“ von 2010 und „The Legacy Of Childhood Dreams“ von 2012 geschnürt. Das alles wurde schlicht als „Shotgun Revolution“ (Rezi HIER) im Jahre 2013 veröffentlicht und seitdem wartet die Fangemeinde (und ich) auf neues Material. Auch für die Aufnahmen ihres neuen Langspielers konnten die Jungs niemand geringeres als Flemming Rasmussen gewinnen, der auch schon für den Vorgänger verantwortlich war. Für das Mastering war dieses Mal Ryan Smith zuständig, gemixt wurde die Scheibe von Ben Grosse in Los Angeles.

Mit „Don´t Stop The Grind“ starten die Dänen nicht nur mit jeder Menge Power in die Platte sondern auch noch mit einem Riff, das genau so einfach wie genial ist. Etwas würziger gibt sich „Rise To Power“ bevor der Titeltrack mehr Ohrwurmmelodien ins Spiel bringt. Das langsamere „Refugee“ muss genau so erwähnt werden wie die erste Singleauskopplung „City Of Fire“, die abermals mit eindringlichem Riffing und einer gehörigen Prise Modern Hardrock punkten kann. Als weitere Anspieltipps kann ich gerne „Gods Damned Poetry“ oder „Dissolve“ geben.

Mit „Shotgun Revolution“ haben die Dänen vor drei Jahren einen (internationalen) Start nach Maß hingelegt. Auf ihrem neuen Dreher „All This Could Be Yours“ schließen Ditlev Ulriksen (vocals), Martin Frank (guitars), Michael Venneberg (bass) und Kasper Lund (drums) nahtlos daran an. Höchst professionell und ambitioniert wurden zehn neue Songs ausgearbeitet, die allesamt auf höchstem Level angesiedelt sind. Wenn es jetzt nichts wird mit dem Durchbruch, dann weiß ich auch nicht mehr. Vielleicht war die gemeinsame Tournee mit BLACK STONE CHERRY im Frühjahr eine gute Gelegenheit, sich weiterhin bekannter zu machen. Das sollte mit einer grandiosen Platte wie „All This Could Be Yours“ spielend gelingen.

WERTUNG:






Trackliste:

1. Don´t Stop The Grind
2. Rise To Power
3. All This Could Be Yours
4. Refugee
5. City Of Fire
6. Dissolve
7. God´s Damned Poetry
8. S.O.B.
9. Suzie
10. River Of Dreams

Stefan

Mittwoch, 18. Mai 2016

SALEM - Dark Days

Band: Salem
Album: Dark Days
Spielzeit: 52:53 min.
Stilrichtung: Heavy / Melodic Metal
Plattenfirma: Pure Steel Records
Veröffentlichung: 29.04.2016

Ich muss gestehen, dass meine Benotung der letzten SALEM Scheibe („Forgotten Dreams“) rein objektiv betrachtet vielleicht ein wenig hoch gegriffen war. Allerdings hatte das kleine, feine Scheibchen mich dermassen begeistert, dass ich auch heute noch voll und ganz dazu stehe. Umso erstaunter sitze ich nun hier und kann mir auf das neue Werk der Briten keinen so rechten Reim machen. Unterm Strich sind eigentlich immer noch dieselben Zutaten da - der Aha-Effekt des Vorgängers will sich bei mir aber leider nicht so richtig einstellen. Nach einigen Durchläufen glaube ich, dass dies unter anderem an der etwas unglücklich gewählten Reihenfolge der Tracks liegt und der Tatsache, dass die Herren auf "Dark Days" dann doch etwas hüftsteifer rocken als noch vor 2 Jahren:

Der Opener "Not Guilty" mag zwar einen recht netten Refrain haben, plätschert mit seinem behäbigen, hölzernen Groove aber leider nervend daher. Nicht viel besser macht es das 8-minütige "Nine Months" das ebenfalls relativ gezwungen vor sich hin schippert. Erst mit dem rockigeren „Complicated“ wird dann die Handbremse gelockert und die Band geht (immer noch gemässigt, aber immerhin) ganz ordentlich ab und die Sonne geht auf. Weitere Highlights sind der starke Titeltrack „Dark Days“, das melodische „Fallen Angel“ und „Prodigal Son“ die aus der neuen Scheibe dann doch noch eine recht gute Angelegenheit machen.

Tja, mit "Dark Days" haben SALEM immer noch ein gutes Rock Album abgeliefert, dass für meine Begriffe aber deutlich hinter dem "Comeback" Album "Forgotten Dreams" zurück bleibt. Auch weiterhin haben die Herren um Frontröhre ein gutes Händchen für dirket ins Ohr gehende Melodielinien. Diese schrammen aber diesmal oft ein wenig zu nahe an der Beliebigkeit vorbei. Die etwas günstig tönende Produktion und der mangelnden Energielevel der Band tun sicherlich ihr übriges dazu um eine höhere Bewertung zu verhindern. Für Fans der Band aber dennoch eine lohende Investition.

WERTUNG





Trackliste:

01. Not Guilty
02. Nine Months
03. Complicated
04. Lost My Mind
05. Dark Days
06. Second Sight
07. Tormented
08. Fallen Angel
09. Toy Story
10. Prodigal Son
11. Tank


Mario

Montag, 16. Mai 2016

SUNSTRIKE - Ready II Strike

Band: Sunstrike
Album: Ready II Strike
Spielzeit: 46:40 min.
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 20.05.2016
Homepage: www.facebook.com/sunstrikeband

Die Schweden blasen einmal mehr zum Angriff – dieses Mal im Falle der Melodic Rocker SUNSTRIKE, die vor ziemlich genau 2 Jahren ihr Longplay-Debüt „Rock Your World“ (Rezi HIER) veröffentlicht haben. Die Konkurrenz war seitdem nicht untätig und so tummeln sich momentan wirklich viele ähnlich gestrickte, ebenfalls hochwertige Bands und Projekte. Das macht es dem Nebenprojekt des hauptamtlich bei ASTRAL DOORS beschäftigten Duos Joachim Nordlund (guitars) und Johan Lindstedt (drums) nicht gerade einfacher, ihr zweites Album „Ready II Strike“ in Position zu bringen. Wie schon beim 2014er Erstling komplettieren Sänger Christian Hedgren (TWILIGHT FORCE), Keyboarder Fredrik Plahn (PREY) und Gitarrist Mats Gesar (THALAMUS) die Band. Bassist Björn Lundquist (ebenfalls TWILIGHT FORCE) fand dieses Mal leider nicht die Zeit, seine Parts einzuspielen, deshalb wurden sie kurzerhand von Joachim Nordlund übernommen. Für den Mix und das Mastering wurde Erik Martensson verpflichtet, der sich immer mehr profiliert.

Wie schon auf „Rock Your World“ bekommt man auch auf dem neuen Rundling knackigen, hochmelodischen Hardrock geboten, der in Perfektion produziert wurde. Dieses Mal noch ein bisschen mehr als noch vor 2 Jahren. Und so haben sich die ASTRAL DOORS-Jungs für ihre Nebenspielwiese wirklich tolle Songs ausgedacht. Schon kurz nach dem Release des Debüts machten sie sich daran, neue Songs für einen zweiten Longplayer zu schreiben. 11 davon haben es letztendlich auf „Ready II Strike“ geschafft.

Den Anfang macht das formidable „Head Over Heels“. Irgendwo zwischen klassischem AOR bzw. Melodic Rock und aktuellen Werken von z.B. WORK OF ART oder CARE OF NIGHT wildern SUNSTRIKE gekonnt und äußerst unterhaltsam. Das gilt auch für die richtig guten Tracks „A Piece Of The Action“, „Rock This House“ oder „Turned To Stone“. Aber auch als Gesamtes gesehen ist „Ready II Strike“ ein starkes Album geworden, das wohl jedem Genrefan gut reinlaufen sollte. Technisch perfekt umgesetzt, starke Songs und Leidenschaft – was will man mehr?

WERTUNG: 





Trackliste:

1. Head Over Heels
2. A Piece Of The Action
3. Firework
4. Hurricane
5. I Stand By You
6. Rock This House
7. Angel In My Room
8. Someone To Love
9. Turned To Stone
10. Heaven
11. Sail Away

Stefan

Mittwoch, 11. Mai 2016

PHANTOM 5 - Phantom 5

Band: Phantom 5
Album: Phantom 5
Spielzeit: ? min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 13.05.2016
Homepage: www.facebook.com/Phantom-5-Fanclub  

Lange Gesichter gab es bei der erneuten Trennung der BONFIRE-Köpfe Hans Ziller und Claus Lessmann vor einiger Zeit. Dass Ziller mit komplett neuer Mannschaft unter dem Banner BONFIRE weitermacht und dabei so manchem alten Fan vor den Kopf stößt, ist natürlich Geschmackssache. Aber auch Sänger Claus Lessmann hat ein neues Eisen im Feuer. Ursprünglich nannte sich das deutsche All-Star Project SUPREMACY, mittlerweile hat man sich allerdings in PHANTOM 5 umbenannt. Neben Lessmann am Mikrofon hat Initiator Michael Voss (guitars) FRONTLINE-Gitarrist Robby Boebel, JADED HEART Drummer Axel Kruse und Ex-SCORPIONS-Basser Francis Buchholz für dieses Unterfangen gewinnen können. Eine Namensliste, die sich sehr verheißungsvoll liest. Auch der Umstand, dass das italienische Label Frontiers Records bei PHANTOM 5 zugeschlagen hat, ist ein Indiz dafür, dass hier schweres Geschütz auf die Hardrockgemeinde zukommt.

Natürlich klingt ein Album mit Claus Lessmann als Sänger automatisch ein wenig nach BONFIRE. Die eigenständige Gitarrenarbeit der Herren Boebel/Voss spricht allerdings von jeglichen Plagiatsvorwürfen frei. Schon beim Opener „All The Way“ weht ein frischer Wind durchs Haar. Vor allem merkt man den alten Recken den Spaß an der Freude so dermaßen an, dass man sich gleich mitfreuen möchte. Das kann man aber auch, denn nach dem melodiösen „Blue Dog“ folgt mit „Someday“ ein absoluter Hit. Klar, auch hier kann man durchaus Parallelen zu alten BONFIRE ziehen, im Grunde kann sich eine Band aber einfach glücklich schätzen, ein solches Schätzchen erschaffen zu haben, egal ob auf der Plattenhülle BONFIRE oder PHANTOM 5 steht. Nach diesem grandiosen Ausflug in die obersten Sphären deutscher Hardrockkunst, legt der Fünfer mit „Don´t Touch The Night“ gleich nochmal ordentlich nach.

Nach diesem ausgedehnten Ausflug in die Geschichte oberbayrischer Hardrockgeschichte, markiert „Renegade“ eine Kehrtwende. Auf den restlichen Songs kokettieren PHANTOM 5 nicht mehr so offensichtlich mit des Sängers Vergangenheit. „Frontline“, „Flying High“ oder „We Both Had Our Time“ müssen aber dennoch explizite Erwähnung finden.

Dem deutschen All-Star-Projekt PHANTOM 5 ist ein Killeralbum gelungen. Die Erwartungen waren hoch, erfüllt wurden sie fast mit Leichtigkeit. Wer bei der aktuellen Version von BONFIRE genervt abwinkt, sollte sich Claus Lessmann mit seinem neuen Baby PHANTOM 5 ins Regal stellen. Alleine das Songwriting ist erstklassig – dazu gesellt sich ein feiner Breitwandsound und fünf Musiker, die für grundsolides Handwerk stehen. Dieses Debüt ist eines der stärksten Hardrockalben aus deutschen Landen seit einer gefühlten Ewigkeit.

WERTUNG: 





Trackliste:

1. All The Way
2. Blue Dog
3. Someday
4. Don´t Touch The Night
5. Renegade
6. Flying High
7. Since You´re Gone
8. They Won´t Come Back
9. Frontline
10. We Both Had Our Time
11. Why

Stefan

TED POLEY - Beyond The Fade

Band: Ted Poley
Album: Beyond The Fade
Spielzeit: ? min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 13.05.2016
Homepage: -

Aus eins mach zwei ist das Motto bei den US-Amerikanern DANGER DANGER. Denn momentan gehen die einzelnen Bandmitglieder wieder einmal getrennte Wege. Bassist Bruno Ravel hat unlängst zusammen mit dem zwischenzeitlichen DD-Sänger Paul Laine und Gitarrist Rob Marcello sein Projekt THE DEFIANTS (Rezi HIER) an den Start gebracht und jetzt ist DIE Stimme von DANGER DANGER – Ted Poley – zurück mit seinem dritten Soloalbum. „Beyond The Fade“ erscheint, genauso wie „The Defiants“ bei Frontiers Records, nur eben einen Monat später. Überhaupt scheinen sich die Italiener wieder gefangen zu haben – zwar hat man nach wie vor viele Projekte im Programm, die ein oder andere vielversprechende junge Band wurde aber ebenfalls an Bord geholt. Bestes Beispiel der jüngsten Zeit sind wohl SHIRAZ LANE (Rezi HIER). Aber alleine schon das Programm für den Monat Mai dürfte dem geneigten Fan das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen: neben der Platte von TED POLEY warten Frontiers mit neuen Werken von Joe Lynn Turner´s SUNSTORM (Rezi HIER), VEGA (Rezi HIER) und der neuen deutschen Supergruppe PHANTOM 5 (Rezi folgt in Kürze) auf. Volles Rohr ist also auch im Frühjahr 2016 angesagt.

Mit dem Appetizer „Let´s Start Something“, zu dem es auch ein Video gibt, kann Mr. Poley gar nichts falsch machen. Geschrieben von den Martin-Brüdern, haut die Nummer genau in die Kerbe von DANGER DANGER. Zwar ist Ted´s stimmliche Reichweite nicht mehr so groß wie in deren Anfangszeiten, aber Spaß macht das hier trotzdem. Das gilt eigentlich für die komplette Scheibe. „Everything We Are“ ist eine schöne Midtempo-Nummer, „Hands Of Love“ eine gekonnte Adaption des BLONZ-Hits von 1990 und luftige Stückchen wie „Stars“ runden eine Langspielplatte ab, die zwar nicht als essentiell zu bezeichnen ist, ihren hohen Unterhaltungwert aber durchaus zu vermitteln weiß.

Von Haus und Hofproduzent Alessandro Del Vecchio gekonnt in Szene gesetzt, sprich produziert, ist „Beyond The Fade“ ein Album das sich getrost mit den beiden Solo-Vorgängern des amerikanischen Goldkehlchens messen kann. Natürlich wird TED POLEY damit nicht an die beiden Hit-Alben seiner Stammcombo anknüpfen können, aber wer hat das schon erwartet?

WERTUNG:





Trackliste:

1. Let´s Start Something
2. Everything We Are
3. Hands Of Love
4. The Perfect Crime
5. Stars
6. Higher
7. Where I Lost You
8. You Won´t See Me Cryin´
9. We Are Young
10. Sirens
11. Beneath The Stars

Stefan

Montag, 9. Mai 2016

SUNSTORM - Edge Of Tomorrow

Band: Sunstorm
Album: Edge Of Tomorrow
Spielzeit:  min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 13.05.2016
Homepage: www.joelynnturner.com

Es gibt Stimmen im Rockbusiness, die erkennt man sofort. Die von JOE LYNN TURNER ist eine solche. Er hat Alben mit RAINBOW aufgenommen, war sogar mit DEEP PURPLE zu Gange und hat auch sonst allerlei Feines fabriziert. Seit 2006 zählt auch das Projekt SUNSTORM dazu, mit dem er jetzt zum vierten Rundumschlag ansetzt. „Edge Of Tomorrow“ nennt sich dieser. In der Rezension zum 2012er Vorgänger „Emotional Fire“ (Rezi HIER) hatte ich das Charisma und die besondere Stimme des US-Amerikaners bereits hervorgehoben. Das hat sich natürlich auch vier Jahre später nicht geändert. Auch das Grundkonzept ist gleich geblieben. Das fängt mit dem Cover Artwork an und hört bei den elf neuen Songs auf. Wobei, diese sind um einiges organischer und weniger bombastisch als in früheren Zeiten.

Gleiches gilt auch für den Titelsong, der mit einer kräftigen Hookline ausgestattet ums Eck biegt oder „Heart Of The Storm“, das dermaßen frisch losrockt, dass es einfach nur Spaß machen kann. Dazwischen findet man gediegenere Kost wie die AOR-Nummer „The Sound Of Goodbye“, das flott rockende und an LOUDNESS erinnernde „You Hold Me Down“ oder das groovige „Nothing Left To Say“.

Klar, es handelt sich um eine typische Auftragsarbeit: sämtliche Stücke auf „Edge Of Tomorrow“ wurden von externen Songschreibern verfasst und lediglich von JOE LYNN TURNER eingesungen. An den Instrumenten findet man die üblichen Verdächtigen, wenn dabei aber Highlights wie „Don´t Walk Away From A Goodbye“ oder „Heart Of The Storm“ rumkommen, soll – nein muss das Nebensache sein. Dennoch tönt „Edge Of Tomorrow“ nicht so energisch und kräftig wie sein Vorgänger. Stark ist diese Liedersammlung aber allemal und über JLT´s einzigartige Stimme haben wir ja schon mehr als einmal diskutiert.

WERTUNG:





Trackliste:

1. Don´t Walk Away From A Goodbye
2. Edge Of Tomorrow
3. Nothing Left To Say
4. Heart Of The Storm
5. The Sound Of Goodbye
6. The Darkness Of This Dawn
7. You Hold Me Down
8. Angel Eyes
9. Everything You´ve Got
10. Tangled In Blue
11. Burning Fire

Stefan

GALLOWS POLE - Doors Of Perception

Band: Gallows Pole
Album: Doors Of Perception
Spielzeit: 42:50 min.
Stilrichtung: Hardrock, Progressive
Plattenfirma: Pure Rock Records
Veröffentlichung: 13.05.2016
Homepage: www.facebook.com/GallowsPole.RockMusic

Seit Mitte der Siebziger existieren GALLOWS POLE bereits – 1982 kam ihr erstes Album „In Rock We Trust“ heraus. Sieben weitere folgten über die Jahre, das bis dato letzte war „And Time Stood Still“ von 2013 (Rezi HIER). So richtig Fahrt nahmen die Österreicher erst ab 2008 auf, zumindest was die Häufigkeit ihrer Releases angeht. Mit „Doors Of Perception“ haben sie dennoch etwas länger gewartet – fast drei Jahre sind seit „And Time Stood Still“ vergangen. Aber Alois Martin Binder (vocals, guitars) und seine Mannen bleiben ihrem Stil bis ins kleinste Detail treu.

Will heißen, weite Teile von „Doors Of Perception“ sind auch schon auf anderen Alben der neueren Zeitrechnung zu finden. Wenn GALLOWS POLE zum Beispiel beim Opener „Burn It Down“ mit einem recht guten Riff loslegen, baut sich im Grunde der komplette Song darauf auf, auch die Arrangements und Melodieführungen sind praktisch identisch zu den restlichen Nummern – egal ob auf der neuen Platte oder auf einer älteren. Zwar haben die Österreicher durchaus Wiedererkennungswert, aber im Grunde reicht es, einige wenige Songs der Band zu kennen. Allen voran „Summer Rain“, das auf dem letzten Album in einer Neuaufnahme für Furore sorgte. Einen solchen Hit haben GALLOWS POLE auf „Doors Of Perception“ nicht annähernd zu bieten. Wer neben „Burn It Down“ noch einen Anspieltipp braucht, der sollte sich „Angel Eyes“ zu Gemüte führen (dessen Refrain aber irgendwie von GLASS TIGER´s „Diamond Sun“ geklaut zu sein scheint).

Danach gibt es absolut nichts Erwähnenswertes zu verzeichnen – leider. Das neue Werk von GALLOWS POLE wird sicher so schnell in der Versenkung verschwinden wie die restlichen vor ihnen. Da beißt die Maus keinen Faden ab, es gibt auch Scheiben, die nicht auf dem Einkaufszettel landen müssen, das hier ist eine davon.

WERTUNG:






Trackliste:

1. Burn It Down
2. Angel Eyes
3. Learn To Live
4. Watching The Sun Go Down
5. Bring Me Through The Night
6. Someday Soon
7. Your Own Demons
8. A Rainbow Just For Me
9. Doors Of Perception

Stefan

Mittwoch, 4. Mai 2016

LOVE/HATE - Blackout In The Red Room (Re-Release)

Band: Love/Hate
Album: Blackout In The Red Room (Re-Release)
Spielzeit: /
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: Rock Candy Records
Veröffentlichung: 22.03.2016

Nicht jede sleazige LA Band aus den späten 80ern hatte sich in blindem Gehorsam den allgemeinen Gegebenheiten der Szene ergeben. Hier und da gab es auch Querköpfe, die sturköpfig ihr eigenes Ding durchzogen, vielleicht auch weil sie es gar nicht anders konnten. Eine dieser interessanten Ausnahmen der Regel war das schräge Quartett LOVE/HATE die vor allem mit ihrem von Tom Werman (u.a. Cheap Trick und Ted Nugent) wuchtig und schön ehrlich produzierten Debüt Album so manche Verwunderung auslösten. Rock Candy Records hat diese kleine, feine Scheibe nun mit gepimpten Sound und den üblichen unterhaltsamen bzw. informativen Linernotes neu eufgelegt.

Bekannt (und berüchtigt) war die Band wohl in erster Linie aufgrund der beiden ziemlich selbsterklärenden Tracks "Blackout In The Red Room" und "Why Do You Think They Call It Dope?", die geradezu programmatisch für das Selbstverständis der Band waren und auch heute noch die perfekte Musik zu jeder Party sind. Dabei hatte die Band viel mehr als das allgegenwärtige 08/15 Riffing und die typischen Poser-Texte zu bieten. Die Jungs verstanden ihr Handwerk, vor allem das Rhythmusfundament von Drummer Joey Gold und Bassist (und alleinigem Songschreiber) Skid Rose hatte einige erfreulich untypische Kniffe zu bieten (funky Basslines und Drumbeats die sich gekonnt dem stereotypen Uffta-Uffta Drumming entzgen). Hinzu kam ein Gitarrist der einen schön fetten Sound (nahe am Eddie van Halen Ideal) auffuhr und der Soli wohl nur nach gutem Zureden in die Songs einarbeitete. Das alles macht aus einer Band aber noch keine Ereignis, dazu benötigt es einen starken Sänger. Und den hatten LOVE/HATE mit dem Irren Kizzy Pearl definitiv in Ihren Reihen. Pearl's Reibeisenstimme, die oft eine nahe Verwandschaft zu Axl Rose ausweist, war stimmgewaltig, äusserst melodiös und zu jedem Moment eine verlässliche Bank. Stilistisch setzen LOVE/HATE sich mit Schmackes zwischen alle Stühle, bedienten ebenso die Hairmetal Fraktion, wie die Alternative Gemeinde und nahmen die Grunde-Attitüde, die wenig später kommen sollte, gleich auch noch ein Stück weit vorweg. In den 12 Tracks des Albums gibt es so gut wie keinen Durchhänger zu vermelden und Songs wie "One More Round", "She's An Angel" oder "Tumbleweed" gehören mit zum groovigsten, krachendsten was die US Hardrock Szene gegen Ende der 80er zu bieten hatte und klingen auch heute noch kein wenig angestaubt.

Dank des vorzüglichen Bonus Tracks "Tinseltown" und 2er guter Live-Aufnahmen ist die vorliegende Neuauflage dieses kleinen Klassikers eine lohnende Investition für Neueinsteiger und Fans gleichermassen. Immer noch eine zeitlose, geile Scheibe.

WERTUNG





Trackliste:

01. Blackout In The Red Room
02. Rock Queen
03. Tumbleweed
04. Why do you think they call it Dope?
05. Fuel To Run
06. One More Round
07. She’s An Angel
08. Mary Jane
09. Straight Jacket
10. Slutsy Tipsy
11. Slave Girl
12. Hell, CA, Pop. 4 
13. Tinseltown (B-side)
14. One More Round (live)
15. Slave Girl (live)

Mario



Montag, 2. Mai 2016

MASSIVE - Destination Somewhere

Band: Massive
Album: Destination Somewhere
Spielzeit: 44:09 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Earache Records
Veröffentlichung: 22.04.2016
Homepage: www.massiveoz.com

Einen durchaus eigenständigen Anstrich verpassten die Australier MASSIVE ihrem Debütalbum „Full Throttle“ (Rezi HIER). Irgendwo zwischen Aussie-Riffrock und eigensinnigen Ausflügen in die Grunge-Ära wurde es nie langweilig während dieser Dreiviertelstunde Rockmusik. Dass auch ein Livekonzert des Vierers aus Melbourne nichts für schwache Nerven ist und ganz schön energiegeladen daherkommt, davon konnte man sich u.a. auf der Tour mit BLACKBERRY SMOKE überzeugen, für die sie den Anheizer geben durften. Mit „Destination Somewhere“ steht drei Jahre nach dem Erstling nun neues Material in den Startlöchern.

An alte GUNS´N ROSES erinnert das Riff des Openers „One For The Road“, bevor der Song an sich eher in eine aktuelle Rockschublade geschoben werden kann. Schon „Blood Money Blues“ hat den für MASSIVE typischen Rhythmus, was größtenteils am Drumming von Jarrod Medwin liegt und natürlich am Spiel von Gitarrist Brendan Forward, der nichts von einfachen 3-Akkord-Riffs hält und trotzdem irgendwie den Bogen zu den Großen Namen der heimatlichen Szene schlägt. Und das obwohl er Ben Laguda ersetzt, der auf dem Erstling die Axt schwang, sind nur leichte Veränderung im Riffing erkennbar. Sänger Brad Marr klingt mal nach Michael Schon Poulsen (VOLBEAT), mal singt er relativ clean und mal macht er allen Bon Scott-Gedächtniskapellen alle Ehre. Ebenfalls eminent wichtig ist das extravagante Bassspiel von Aidan McGarrigle.

Alles zusammen ergibt einen Bandsound, der schon auf dem Debüt sehr viel Wiedererkennungswert hatte und auf „Destination Somewhere“ weitergeführt wird. Manchmal so nah an „Full Throttle“, dass der ein oder andere Song als Outtake der alten Sessions durchgehen könnte („Blood Money Blues“ oder „The Way It´s Always Been“) und manchmal mit einem wiederum komplett neuen Grundgerüst, wie die durchaus radiotaugliche Nummer „Made Of Stone“ oder „Sinking Ship“, das nicht unerheblich an ZZ-TOP erinnert. Dazwischen gesellen sich Songs wie der partytaugliche Titeltrack oder das ebenfalls flotte „Circus“.

MASSIVE rocken auch auf ihrem zweiten Album „Destination Somewhere“ erfrischend anders. Die besseren Einzelsongs jedoch hatte das Debüt zu bieten. Das ist aber keine Ausrede, diesen Rundling nicht anzutesten, dafür sind MASSIVE einfach zu gut.

WERTUNG:





Trackliste:

1. One For The Road
2. Blood Money Blues
3. Sinking Ship
4. The Fall
5. Made Of Stone
6. Destination Somewhere
7. Up In Smoke
8. Circus
9. The Way It´s Always Been
10. Beaten Dog
11. Ghost (Radio Edit) Bonus Track

Stefan

Mittwoch, 27. April 2016

SHOTGUN - Live - Down Decadencia Drive

Band: Shotgun
Album: Live – Down Decadencia Drive
Spielzeit: 44:17 min.
Stilrichtung: Hardrock, Hair Metal
Plattenfirma: Livewire
Veröffentlichung: 06.05.2016
Homepage: www.shotgun-messiah.se

Seinerzeit waren SHOTGUN MESSIAH eine der buntesten und auffälligsten Combos im Sleaze- bzw. Hair Metal. Wobei das „bunt“ nicht nur auf die äußere Erscheinung beschränkt werden darf, denn die Schweden mixten schon Ende der Achtziger alle mögichen Stile miteinander und bracht mit ihrem selbstbetitelten Debüt 1989 eine wahres Prachtalbum heraus. Die Vocals von Zinny J. Zan und die Shred-Attacken des Aushahmegitarristen Harry Cody hoben SHOTGUN MESSIAH auf ein sehr hohes Level. Doch schon bald krachte es ordentlich im Gebälk, schon für das 1991 erschienene Nachfolgealbum „Second Coming“ wurde nicht nur der musikalische Stil auf links gedreht, Tim Skold alias Tim Tim wechselte vom Bass ans Mikro und Bobby Lycon kam für ihn als Bassist. Über das dritte Album „Violent New Breed“ von 1993 hüllen wir lieber den Mantel des Schweigens.

25 Jahre nach der Veröffentlichung des vielgelobten Erstlings „Shotgun Messiah“ kontaktierten zwei der größten Fans und Supporter der Band Sänger Zinny J. Zan und Drummer Stixx, um sie zu einer Re-Union zu überreden, um die Hits dieses Albums live zu präsentieren. Am liebsten natürlich in Originalbesetzung. Da dieses Unterfangen aber leider nicht klappte, stellten sich diese beiden Hardcorefans kurzerhand gleich selbst mit auf die Bühne, um die fehlenden Originalmitglieder zu ersetzen. Die Rede ist von niemand geringeres als Gitarrist Rob Marcello und „Mr. Everywhere“ Chris Laney am Bass.

Da nur 50% der Originalbesetzung an Bord war, dachte man sich, auch nur 50% des Namens zu verwenden. Deshalb formierte die Kollaboration Zan/Stixx/Marcello/Laney auch nur unter SHOTGUN. Auf „Live – Down Decadencia Drive“ präsentiert das Quartett alle Songs des Debüts in etwas veränderter Reihenfolge. So entpuppt sich „Squeezin Teazin“ als formidabler Opener, das immer noch grandiose „Bop City“ auch Live als Abräumer oder das abschließende „Don´t Care Bout Nothin´“ als Partynummer schlechthin. Einzig das Instumental „The Exxplorer“ wurde natürlich ausgelassen. Da sind wir auch schon beim kleinen Manko: Rob Marcello ist ein außerordentlich talentierter Gitarrist, der sich hier seinen Arsch abspielt, den großen Harry Cody allerdings nicht zu 100% ersetzen kann. Auch Zinny´s Stimme hat manchmal den Anschein, ein bisschen Öl vertragen zu können. Aber das unterstreicht den Live-Charakter und geht mehr als in Ordnung.

Alles in Allem ist „Live – Down Decadencia Drive“ ein Zuckerl für alle Fans der Schweden, den Protagonisten hat es sichtlich Spaß gemacht. Ob lediglich acht (Live-)Songs den vollen Albumpreis rechtfertigen, der dafür aufgerufen wird, ist allerdings fraglich.

WERTUNG: ohne Wertung

Trackliste:

1. Squeezin Teazin
2. I´m Your Love
3. Bop City
4. Nowhere Fast
5. Dirt Talk
6. Nervous
7. Shout It Out
8. Don´t Care Bout Nothin´

Stefan

Montag, 25. April 2016

RAG DOLL - Back To Zero

Band: Ragdoll
Album: Back To Zero
Spielzeit: 42:27 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Firestarter Music
Veröffentlichung: 06.05.2016
Homepage: www.facebook.com/ragdollrock

Mit ihrer 2015er Werkschau „Rewound“ (Rezi HIER) haben die australischen Hardrocker RAGDOLL ein Statement abgegeben. Eines, das in ihrer Heimat als „Here Today“ bekanntes Minialbum bereits seit 2012 erhältlich ist, für den europäischen Markt aber noch einmal mit einigen Livetracks aufgehübscht wurde. Darunter auch ein komplett neuer Song namens „Rewind Your Mind“. Dieser ist jetzt in der Originalfassung auf dem neuen Longplayer „Back To Zero“ zu hören. Dem offiziellen Debüt übrigens, denn bisher haben Ryan Rafferty (vocals, bass), Leon Todd (guitars) und Cam Barrett (drums) kein richtiges Album aufgenommen. Nun gut - „Here Today“ hatte immerhin 9 Songs an Bord. Mit „Back To Zero“ will das Power Trio aus Perth alle Zeiger auf Null stellen. Warum, das verstehe ich zwar nicht ganz, immerhin konnten RAGDOLL bisher viel Lob für ihre Musik einheimsen.

Vielleicht liegt es an der etwas neuen Ausrichtung auf „Back To Zero“. Moderner und rauer tönen die Australier hier. Die Siebziger sind um einiges nach hinten gerutscht im Sound des Trios. Härtere Riffs der Gegenwart dominieren die Songs. Aber die Stimme von Ryan Rafferty tönt immer noch so erdig, warm und herrlich angeraut und ist somit der perfekte Gegenpol zur Musik.

Nach einem kurzen Intro startet die Platte mit „Shine“ bockstark. Mehr Härte aber auch noch mehr Melodie als in der Vergangenheit – das ist das Rezept dieses Longplayers. Das zeigen die aktuelle Single „The World You Gave Us“ oder das irgendwie an die MÖTLEY CRÜE der Neunziger erinnernde „Rewind Your Mind“. Dampfhämmer wie „Playing God“ oder „The Last Time“ fahren eine noch härtere Schiene während „Love On The Run“ die Achtziger-Seite der Australier beleuchtet. Allerdings gibt es mit dem arg holprigen „Save Me“ und dem reichlich verrückten Instrumental „Kungfoolery“ auch Songs, die das Qualitätslevel nicht halten können. Aber Schwamm drüber, der große Rest ist super.

Mit „Back To Zero“ gehen RAGDOLL einen leicht veränderten Weg, der aber nicht minder interessant zu folgen ist. Das Trio aus Perth/Australien ist und bleibt eine der besten neuen Bands auf diesem Planeten – aus Australien sowieso. Check them out!

WERTUNG: 





Trackliste:

1. Back To Zero (Intro)
2. Shine
3. Playing God
4. The World You Gave Us
5. Rewind Your Mind
6. The Last Time
7. Letting Go
8. Dreaming Out Loud
9. Save Me
10. Love On The Run
11. Kungfoolery

Stefan

Mittwoch, 20. April 2016

DEVIL'S GUN - Dirty N Damned

Band: Devil‘s Gun
Album: Dirty N Damned
Spielzeit: 33:06 min
Stilrichtung: Hard Rock, Metal
Plattenfirma: Black Lodge Records
Veröffentlichung: 29.04.2016

Da die Jungs von AIRBOURNE immer noch auf ein neues Lebenszeichen warten lassen, vergnügen wir uns doch mal die Zeit mit den Newcomern von DEVIL‘S GUN, die in einem ähnlichen musikalischen Fahrwasser unterwegs sind. Mit „Dirty N Damned“ präsentiert man uns dieser Tag das Debütalbum.
Der Sound der Band hat definitiv Parallelen zu den schon angesprochenen AIRBOURNE, aber man findet auch gute alte 80iger Einflüsse von ACCEPT oder MOTÖRHEAD darin. Die Stimme von Fronter Joakim Hermansson ist dabei wirklich sehr, sehr gewöhnungsbedürftig und kann am Ehesten als eine Mischung zwischen Udo Dirkschneider (U.D.O, ACCEPT) und Brian Johnson (AC/DC) durchgehen.
Na neugierig geworden? Dann lasst uns schnell zwei Ohren auf den Opener „Hot Rock City“ werfen, welcher übrigens vorab als Single veröffentlicht wurde und als Video im Internet zu finden ist. Und die Nummer ist der perfekte Dosenöffner für das Album! Wer hier nicht mit dem Fuß mitwippt dem ist nicht mehr zu helfen und hört die falsche Musik! Ein Song der einen einfach schon nach kurzem in Fleisch und Blut übergeht. Ein geiler Beginn.
Ob da die nächsten Tracks das Niveau halten können? „Spitfire“ schafft dies auf jeden Fall schon mal ganz gut, auch wenn man hier wesentlich langsamer unterwegs ist wie beim Opener kann sich auch dieser Song ohne Probleme im Kopf festsetzen.
Sehr zu empfehlen sind auch der Doppelpack in der Mitte bestehend aus „Run Through the Night“ und dem Titelsong „Dirty N Damned“.
Danach knickt man leider qualitativ ein bisschen ein und erst mit „Break the Ice“ schafft man es wieder an die ersten Bombentracks anzuknüpfen, der Rest ist leider eher Durchschnittsware.
Und leider ändert sich diese Durchschnittsware auch bis zum Schluss der Scheibe nicht mehr so wirklich, gerade die letzten drei Nummern sind eigentlich ein Witz mit knapp 2 und knapp 3 Minuten Spielzeit! Sorry aber das sieht aus als ob man schnell noch ein paar Tracks zusammengeschustert hat.

Anspieltipps:

Hier müssen auf jeden Fall “Hot Rock City”, “Spitfire”, “Run through the Night”, “Dirty N Damned” sowie “Break the Ice” genannt werden.

Fazit :

Nach den ersten paar Songs war ich mir sicher hier eine neue Perle des Hard/Heavy Rocks entdeckt zu haben! Aber leider können die Jungs diesen Eindruck nicht ins Ziel retten, zu durchschnittlich sind insbesonders die Songs der zweiten Hälfte. Dazu kommt noch der sehr gewöhnungsbedürftige Gesang von Fronter Joakim, da dürfte man es schwer haben im Konzert der Großen ala AIRBOURNE oder BULLET mit zuschwimmen.
Für ein Debüt solide, mehr dann aber leider auch nicht!

WERTUNG:





Trackliste:

01. Hot Rock City
02. Spitfire
03. Let em Ride
04. Run through the Night
05. Dirty N Damned
06. Radio Attack
07. Wasted
08. Break the Ice
09. Born to Lose
10. Midnight Crowd
11. Sacrifice

Julian

Montag, 18. April 2016

KNOCK OUT KAINE - Cruel Britannia (EP)

Band: Knock Out Kaine
Album: Cruel Britannia
Spielzeit: 14:46 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Rocksector Records
Veröffentlichung: 04.04.2016
Homepage: www.knockoutkaine.com

Die britischen Hardrocker KNOCK OUT KAINE geben ein neues Lebenszeichen von sich – wenngleich auch nur ein kurzes. Denn „Cruel Britannia“ ist lediglich eine 4-Track EP. Aber damit zeigen Sänger Dean Foxx, Gitarrist Jimmy Bohemian, Bassist Lee Byrne und Drummer Danny Krash erstens, dass ihre beiden Longplayer „House Of Sins“ von 2012 (Rezi HIER) und „Rise Of The Electric Jester von 2015 (Rezi HIER) kein Zufall waren und zweitens, dass die Band bestens aufgelegt an neuem Material bastelt. Außerdem haben KNOCK OUT KAINE einen weitreichenden Kontrakt mit ihrem Label Rocksector Records unterzeichnet.

„Cruel Britannia“ kommt ohne große Umschweife zum Punkt. Geboten wird einmal mehr hochklassiger Hardrock, der mit jeder Menge Wucht aus den Boxen kracht. Seit dem Debütalbum hat das Quartett ihren Härtegrad stetig nach oben korrigiert – allerdings vergessen KNOCK OUT KAINE auch hier und heute nicht ihre markigen Melodien. Diese kommen speziell beim zweiten neuen Stück „Love The Way You Hate“ zum Tragen. „Going Down“ wird einigen noch vom Erstling bekannt sein, zumindest theoretisch. Denn für die 2016er Version wurde der komplette Song auf links gekrempelt und komplett neu arrangiert. Herausgekommen ist eine ziemliche Abgehnummer mit starker Rockabilly-/Rock´n Roll Schlagseite. Zu guter Letzt gibt es noch eine Adaption des STEVE EARL Hits „Copperhead Road“. KNOCK OUT KAINE interpretieren die Countryrocknummer um einiges schneller – daran muss man sich erstmal gewöhnen.

KNOCK OUT KAINE sind am Drücker, das hat nicht nur das bisherige Schaffen der Briten gezeigt. Mit ihrem Zwischendurch-Appetithappen „Cruel Britannia“ machen sie erneut positiv auf sich aufmerksam und verkürzen die Wartezeit zum hoffentlich folgenden neuen Album auf angenehme Weise.

WERTUNG: ohne Wertung

Trackliste:

1. Cruel Britannia
2. Love The Way You Hate
3. Going Down (2016)
4. Copperhead Road

Stefan

Mittwoch, 13. April 2016

SHIRAZ LANE - For Crying Out Loud

Band: Shiraz Lane
Album: For Crying Out Loud
Spielzeit:  min.
Stilrichtung: Hardrock, Hair Metal
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 15.04.2016
Homepage: www.facebook.com/ShirazLane

Mit SHIRAZ LANE kommen nun die nächsten Wunderkinder aus Finnland zum Zuge. Anfangs und bei oberflächlicher Betrachtung als quasi-Tributeband des Debüts ihrer Landsmänner SANTA CRUZ wahrgenommen, entblättert der erste Longplayer von SHIRAZ LANE noch so viele andere Facetten der Hardrockgeschichte. Angefangen von funkigen Riffs a´la EXTREME, TORA TORA oder LIVING COLOUR bis hin zum spitzen Falsettgesang eines Mike Matjevic von STEELHEART oder eines Justin Hawkins von THE DARKNESS hat „For Crying Out Loud“ vor allem eines zu bieten: eine äußerst talentierte, hungrige junge Band, die nicht nur alten Helden hinterherjagt, sondern eigene Maßstäbe setzen will. Und das mit gerade mal Anfang 20. Bereits seit 2009 existiert die Band um Vokalist Hammes Kett und Lead Gitarrist Jani Laine, ihre erste EP „Be The Slave Or Be The Change“ wurde Anfang 2015 veröffentlicht, jetzt folgt mit „For Crying Out Loud“ das Longplay-Debüt – und das gleich auf Frontiers Records, die sich die Dienste der Finnen bereits im September 2015 gesichert haben.

Atmet der Opener „Wake Up“ noch den Spirit von SANTA CRUZ zu Zeiten ihres Debüts, kommt „Momma´s Boy“ bereits mit funkigem, wilden Riffing und Cowbell daher. Mit „Mental Slavery“ haben die Finnen eine Hitsingle im Gepäck, die sich zwar deutlich am Erstling der U.S.-Amerikaner SKID ROW orientiert, aber mit einer derart drückenden Power und Abgezocktheit aufwarten kann, als wären die Jungs schon ewige Zeiten im Business. Ebenso sind Stücke wie der Titeltrack, „House Of Cards“ oder die Ballade „Same Ol Blues“ definitiv weitere Höreindrücke wert.

Klar, einzelne Fragmente ihrer Songs sind arg von bereits existierenden Songs entlehnt (der Anfang des Refrains von „Begging For Mercy“ etwa existiert schon wesentlich härter als „Monkey Business“ von SKID ROW). Aber eine junge Band wird immer ihre Einflüsse präsenter aufgreifen als es im fortgeschrittenen Stadium einer Karriere der Fall sein wird. SHIRAZ LANE sind eine äußerst talentierte Gruppe, die mit „For Crying Out Loud“ eine starke Liedersammlung eingespielt hat - Parallelen mit etwaigen Vorbildern inklusive. Die Finnen sind ein aufgehender Stern am Rockhimmel, der in ein paar Jahren sicher noch heller leuchten wird als er es jetzt ohnehin schon tut.

WERTUNG:





Trackliste:

1. Wake Up
2. Momma´s Boy
3. House Of Cards
4. Begging For Mercy
5. Same Ol Blues
6. Mental Slavery
7. Behind The 8-Ball
8. For Crying Out Loud
9. Bleeding
10. M.L.N.W.

Stefan