Band: J.B.O.
Album: 11
Spielzeit: 45:22 min.
Stilrichtung: Comedy Metal
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 08.07.2016
Homepage: www.jbo.de
Kaum haben die schwarz-rosa-goldenen Frohnaturen von J.B.O. die Jubiläumsaufführung ihres Erfolgsalbums „Explizite Lyrik“ hinter sich gebracht, steht auch schon ein neues Werk von den fränkischen Blödelbarden in den Läden. Simpel „11“ betitelt zeigt auch diese Platte einmal mehr, wie schnell die Zeit vergeht. 21 Jahre nach dem Überraschungserfolg von „Explizite Lyrik“ haben Hannes „G.Laber“ Holzmann und Vito C. samt Kollegen immer noch nicht die Nase voll vom blödeln – und immer wieder fallen ihnen Songs ein, die man wunderbar verhohnepipeln kann. Das hat in der Vergangenheit immer wieder gut geklappt – mal mehr und mal weniger. Einzelne Hits waren aber auf jeder der zehn bis dato veröffentlichten Scheibletten zu finden. Natürlich hatten nicht alle das Format eines „Bolle“ oder weiteren Hits wie „Ein Fest“ oder dem „Metl-Gstanzl“, funktioniert haben aber viele der bisherigen Versuche, etwas mehr Fröhlichkeit in die (Metal-)Welt zu bringen.
Dass das fränkische Quartett aber auch durchaus hörbares aus eigener Feder kreieren kann, zeigt nicht zuletzt ihr wahrscheinlich immer noch größter Coup „Ein guter Tag zum Sterben“ oder Songs wie „Verteidiger des Blödsinns“. Davon gibt es auch dieses Mal wieder einen zu hören: „Wir lassen uns das Blödeln nicht verbieten“ lautet dieses Mal der Titel. Aber natürlich besteht der Hauptteil von „11“ wie immer aus Coverversionen und kurzen Hörspielen. So wird „Mädchen“ von LUCILECTRIC zu „Metaller“, „New York Groove“ von HELLO zu „Nürnberg Groove“ oder „Those Were The Days“ von MARY HOPKIN zu „Jetzt ist halt heut“. Aber noch eines lässt sich mit Gewissheit sagen: wie so oft haben J.B.O. einen Song an Bord, der eigentlich peinlich ist. Dieses Mal in Form von „Panzer Dance“, Ihr habt es erraten, das „Original“ stammt von DJ ÖTZI, es hieß „Burger Dance“ und das war wiederum eine Adaption eines Kinderliedes. Und noch einen Ballermann Hit haben sich die Franken zur Brust genommen: „Scheiß drauf, Malle ist nur einmal im Jahr“ von PETER WACKEL mutiert natürlich, wie soll es anders sein, zu „Wacken ist nur einmal im Jahr“. Diese Version dagegen dürfte nicht nur dieses Jahr und nicht nur auf dem weltgrößten Metalfestival zu hören sein. Hier haben die Jungs wieder einmal den Nerv perfekt getroffen und den kompletten Gegenpol zu „Panzer Dance“ geschaffen.
Fazit: „11“ bringt natürlich jede Menge Spaß mit. Aber wie so oft auf den späteren Platten der Jungs schwankt die Qualität und die Originalität doch gehörig. Aber man muss J.B.O. lassen, dass sie immer wieder geniale Einfälle haben, auch wenn sie dieses Mal gar nicht so weit hergeholt sind – siehe „Wacken“.
WERTUNG:
Trackliste:
1. Einzähler
2. Wir lassen uns das Blödeln nicht verbieten
3. Panzer Dance
4. Metaller
5. Ich hätt gern mehr
6. Autowerkstatt
7. Wacken ist nur einmal im Jahr
8. Verliebt
9. Jetzt ist halt heut
10. Marilyn Manson
11. Fünf Minuten
12. Har Har Har
13. Nürnberg Groove
14. Rapper
15. Söderla!
16. Alkoholprobe
17. M.F.N. For J.B.O.
Stefan
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Montag, 11. Juli 2016
Montag, 14. September 2015
OHRENFEINDT - Motor An!
Band: Ohrenfeindt
Album: Motor An!
Spielzeit: 41:39 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 18.09.2015
Homepage: www.ohrenfeindt.de
Da hat man die Ehre, eine Rezension für die wohl coolste deutschsprachige Rock´n Roll Band zu schreiben – und dann fällt einem auf Gedeih und Verderb kein ebenbürdiger Anfang dafür ein. Na das kann ja heiter werden. Versuchen wir es doch einfach mal den nackten Tatsachen – trifft sich ja auch ganz gut – immerhin nennen OHRENFEINDT St. Pauli ihre Heimat: seit 1994 lärmen OHRENFEINDT nun schon durch die Gegend, dabei hatte es Chefdenker, Bassist und Sänger Chris Laut nicht immer leicht. Die Besetzung des Powertrios wurde speziell in der letzten Zeit ordentlich durcheinandergewirbelt. Denn nach dem Ausstieg von Dennis Henning und Flash Ostrock steht Chris Laut erstmal alleine und bedröppelt in der Gegend herum. Für das letzte Album „Auf die Fresse ist umsonst“ bekommt er zwar in Henny Wolter (THUNDERHEAD) und Stefan Lehmann (TORFROCK) bekommt er zwar prominente Unterstützung im Studio, im Grunde ist und bleibt die Platte aber eine Art Soloalbum. Auf dem sechsten Studiowerk „Motor An!“ ist alles anders. Nicht nur dass mit Pierre „Keule“ Blesse (Gitarre) und Andi Rhode (Schlagzeug) zwei neue Mucker an der Seite von Chris Laut stehen, das Songwriting der Platte entstand erstmals gemeinsam. Bisher war Laut immer für derartige Dinge zuständig.
„Motor An!“ ist also ein in vielerlei Hinsicht anders als die anderen Silberscheiben, die es beim Dealer Eures Vertrauens zu kaufen gibt. Angefangen vom gewohnt rauen Charme der Kiezrocker, der durch die Reibeisenstimme von Chris Laut und die bekannten drei Akkorde geprägt wird, bis hin zu einem viel kompakteren und variableren Songwriting. Eines bleibt aber beim Alten: OHRENFEINDT geben Vollgas und machen keine Gefangenen. Das wird mit dem ersten Ton des ersten Stücks „Zeit für Rock´n Roll“ klar. Hier ist dem Kiez-Trio erneut ein Ohrwurm geglückt. Ganz im Stile ihrer Hits wie „Rock´n Roll Sexgott“ sind diese knapp dreieinhalb Minuten der perfekte Opener für jedes Konzert der Krawallbrüder. Im weiteren Verlauf bekommen viele ihr Fett ab: angefangen von der deutschen Bahn sowie der kompletten Hotline-Infrastruktur Deutschlands („Die Hoffnung stibt zuletzt“), dem Finanzamt („Früh oder später“) oder manch geldgeile Lady, die meint, sich mit ihrem Aussehen ein besseres Leben kaufen zu können („Reich würde schon reichen“).
Aber natürlich motzen die Hamburger nicht nur rum, sondern sie huldigen natürlich den schönen Dingen des Lebens und allem, was ihnen lieb und teuer ist. Das ist in musikalischer Hinsicht natürlich immer noch die Riffmaschine AC/DC, und doch musizieren OHRENFEINDT auf „Motor An!“ so abwechslungsreich wie nie. Aber sie widmen ihre Songs auch solch schönen Themen wie Frauen („Für Rock´n Roll gebaut“) oder Fussball. Mit „1910“ haben sie ihre Liebeserklärung an ihren Verein verfasst. Das ist natürlich – Ihr werdet es schon an der Jahreszahl der Gründung erkannt haben – St. Pauli. Vielleicht wird ja mal was draus und „1910“ läuft im Stadion, das Zeug dazu hätte der Song. Dass OHRENFEINDT sogar Gefühle zeigen können, beweisen sie auf „Aus“, einer schönen Ballade.
Ihr seht, „Motor An!“ hat alles, was ein Rock´n Roll Album braucht – und noch einiges mehr. Nachhaltigkeit, Originalität und gute Songs zum Beispiel. Wie man es dreht und wendet: das sechste Album der Kiez Rocker ist auch ihr stärkstes. Also, Anlassknopf gedrückt und „Motor An!“.
WERTUNG:
Trackliste:
1. Zeit für Rock´n Roll
2. 1910
3. Die Hoffnung stirbt zuletzt
4. Nimm die Kohle und renn
5. Gib mir mein Problem zurück
6. Früh oder später
7. Motor an!
8. Aus
9. Für Rock´n Roll gebaut
10. Reich würde schon reichen
Stefan
Album: Motor An!
Spielzeit: 41:39 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 18.09.2015
Homepage: www.ohrenfeindt.de
Da hat man die Ehre, eine Rezension für die wohl coolste deutschsprachige Rock´n Roll Band zu schreiben – und dann fällt einem auf Gedeih und Verderb kein ebenbürdiger Anfang dafür ein. Na das kann ja heiter werden. Versuchen wir es doch einfach mal den nackten Tatsachen – trifft sich ja auch ganz gut – immerhin nennen OHRENFEINDT St. Pauli ihre Heimat: seit 1994 lärmen OHRENFEINDT nun schon durch die Gegend, dabei hatte es Chefdenker, Bassist und Sänger Chris Laut nicht immer leicht. Die Besetzung des Powertrios wurde speziell in der letzten Zeit ordentlich durcheinandergewirbelt. Denn nach dem Ausstieg von Dennis Henning und Flash Ostrock steht Chris Laut erstmal alleine und bedröppelt in der Gegend herum. Für das letzte Album „Auf die Fresse ist umsonst“ bekommt er zwar in Henny Wolter (THUNDERHEAD) und Stefan Lehmann (TORFROCK) bekommt er zwar prominente Unterstützung im Studio, im Grunde ist und bleibt die Platte aber eine Art Soloalbum. Auf dem sechsten Studiowerk „Motor An!“ ist alles anders. Nicht nur dass mit Pierre „Keule“ Blesse (Gitarre) und Andi Rhode (Schlagzeug) zwei neue Mucker an der Seite von Chris Laut stehen, das Songwriting der Platte entstand erstmals gemeinsam. Bisher war Laut immer für derartige Dinge zuständig.
„Motor An!“ ist also ein in vielerlei Hinsicht anders als die anderen Silberscheiben, die es beim Dealer Eures Vertrauens zu kaufen gibt. Angefangen vom gewohnt rauen Charme der Kiezrocker, der durch die Reibeisenstimme von Chris Laut und die bekannten drei Akkorde geprägt wird, bis hin zu einem viel kompakteren und variableren Songwriting. Eines bleibt aber beim Alten: OHRENFEINDT geben Vollgas und machen keine Gefangenen. Das wird mit dem ersten Ton des ersten Stücks „Zeit für Rock´n Roll“ klar. Hier ist dem Kiez-Trio erneut ein Ohrwurm geglückt. Ganz im Stile ihrer Hits wie „Rock´n Roll Sexgott“ sind diese knapp dreieinhalb Minuten der perfekte Opener für jedes Konzert der Krawallbrüder. Im weiteren Verlauf bekommen viele ihr Fett ab: angefangen von der deutschen Bahn sowie der kompletten Hotline-Infrastruktur Deutschlands („Die Hoffnung stibt zuletzt“), dem Finanzamt („Früh oder später“) oder manch geldgeile Lady, die meint, sich mit ihrem Aussehen ein besseres Leben kaufen zu können („Reich würde schon reichen“).
Aber natürlich motzen die Hamburger nicht nur rum, sondern sie huldigen natürlich den schönen Dingen des Lebens und allem, was ihnen lieb und teuer ist. Das ist in musikalischer Hinsicht natürlich immer noch die Riffmaschine AC/DC, und doch musizieren OHRENFEINDT auf „Motor An!“ so abwechslungsreich wie nie. Aber sie widmen ihre Songs auch solch schönen Themen wie Frauen („Für Rock´n Roll gebaut“) oder Fussball. Mit „1910“ haben sie ihre Liebeserklärung an ihren Verein verfasst. Das ist natürlich – Ihr werdet es schon an der Jahreszahl der Gründung erkannt haben – St. Pauli. Vielleicht wird ja mal was draus und „1910“ läuft im Stadion, das Zeug dazu hätte der Song. Dass OHRENFEINDT sogar Gefühle zeigen können, beweisen sie auf „Aus“, einer schönen Ballade.
Ihr seht, „Motor An!“ hat alles, was ein Rock´n Roll Album braucht – und noch einiges mehr. Nachhaltigkeit, Originalität und gute Songs zum Beispiel. Wie man es dreht und wendet: das sechste Album der Kiez Rocker ist auch ihr stärkstes. Also, Anlassknopf gedrückt und „Motor An!“.
WERTUNG:
Trackliste:
1. Zeit für Rock´n Roll
2. 1910
3. Die Hoffnung stirbt zuletzt
4. Nimm die Kohle und renn
5. Gib mir mein Problem zurück
6. Früh oder später
7. Motor an!
8. Aus
9. Für Rock´n Roll gebaut
10. Reich würde schon reichen
Stefan
Sonntag, 22. Juni 2014
UNHERZ - Sturm & Drang
Band: Unherz
Album: Sturm & Drang
Spielzeit: 50:33 min.
Stilrichtung: Deutschrock
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 27.06.2014
Homepage: www.unherz.de
Schon das letzte Album „Die Wahrheit liegt dazwischen“ konnte mit seiner Frische und ungestümen Power überraschen. Deutschrock ist zwar an sich zwar ein eng gesteckter Rahmen und wohl kaum eine Band kommt ohne die üblichen ONKELZ-Vergleiche aus, aber anscheinend will das das Quartett aus der Pfalz auch gar nicht verbergen. Zumindest steht das so im Beipackzettel zum neuen, mittlerweile vierten Album von UNHERZ, wo von einer Mischung aus den BÖHSEN ONKELZ, FREI.WILD und den TOTEN HOSEN die Rede ist. Ja, das kann ich mal blind unterschreiben, zumal UNHERZ auf „Sturm & Drang“ – anders als vielleicht der Albumtitel suggeriert – um einiges geschliffener zu Werke geht als noch beim Vorgänger. Abermals produziert von Kristian „Kohle“ Kohlmannslehner in den Kohlekeller Studios, wo auch schon Bands wie POWERWOLF oder CREMATORY aufgenommen haben.
Nach einem kurzen Intro, das Spannung für den ersten Song „Der für Dich“ aufbaut, hauen die Pfälzer gleich mal einen Hit raus. Mit noch mehr ausgearbeiteten Melodiebögen bietet das Stück aber noch genug Straßen-Attitüde. Auch „Zeugen der Zeit“ springt auf diesen Zug auf. Den Titel „Pogobraut“ muss man wohl nicht gesondert erklären, die Musik passt dazu. Nach dem Rocker „Ein Lied für unsere Feinde“ nimmt man mit „Der erste Schritt“ erstmal den Fuß vom Gas (das erste von gleich drei Mal). Aber nur um mit dem Statement „Wir sind hier“ wieder auf die Tube zu drücken. Ihr seht schon an den Songtiteln die Nähe zu vier Jungs aus Frankfurt. Die Rezeptur bleibt auch bei den übrigen Nummern gleich, leider gibt es auch wenige wirkliche Überraschungen, bis auf das lässige „Viva Rock´n Roll“ vielleicht oder das melancholische „Minerva“. Das limitierte Digipak enthält neben den 10 neuen Songs plus Intro noch zwei Liveversionen vom letzten Album.
„Sturm & Drang“ klingt metallischer aber auch polierter. Der Anteil TOTEN HOSEN ist größer geworden wenn man so will. Dennoch liefern UNHERZ auch auf ihrem vierten Langspieler eine recht kurzweilige Reise durch die Deutschrocklandschaft. Wer die Band bisher toll fand, sollte sich also auch diesen Rundling einverleiben, wem UNHERZ noch unbekannt sind, der sollte bei vorhandenen Vorlieben zu o.g. Kapellen auf jeden Fall reinhören.
WERTUNG:
Trackliste:
01. Intro
02. Der für Dich
03. Zeugen der Zeit
04. Pogobraut
05. Ein Lied für unsere Feinde
06. Der erste Schritt
07. Wir sind hier
08. Drei Kreuze
09. Viva Rock´n Roll
10. Krieger des Lebens
11. Minerva
12. Schmerz neu definiert (Live)
13. Seite an Seite (Live)
Stefan
Album: Sturm & Drang
Spielzeit: 50:33 min.
Stilrichtung: Deutschrock
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 27.06.2014
Homepage: www.unherz.de
Schon das letzte Album „Die Wahrheit liegt dazwischen“ konnte mit seiner Frische und ungestümen Power überraschen. Deutschrock ist zwar an sich zwar ein eng gesteckter Rahmen und wohl kaum eine Band kommt ohne die üblichen ONKELZ-Vergleiche aus, aber anscheinend will das das Quartett aus der Pfalz auch gar nicht verbergen. Zumindest steht das so im Beipackzettel zum neuen, mittlerweile vierten Album von UNHERZ, wo von einer Mischung aus den BÖHSEN ONKELZ, FREI.WILD und den TOTEN HOSEN die Rede ist. Ja, das kann ich mal blind unterschreiben, zumal UNHERZ auf „Sturm & Drang“ – anders als vielleicht der Albumtitel suggeriert – um einiges geschliffener zu Werke geht als noch beim Vorgänger. Abermals produziert von Kristian „Kohle“ Kohlmannslehner in den Kohlekeller Studios, wo auch schon Bands wie POWERWOLF oder CREMATORY aufgenommen haben.
Nach einem kurzen Intro, das Spannung für den ersten Song „Der für Dich“ aufbaut, hauen die Pfälzer gleich mal einen Hit raus. Mit noch mehr ausgearbeiteten Melodiebögen bietet das Stück aber noch genug Straßen-Attitüde. Auch „Zeugen der Zeit“ springt auf diesen Zug auf. Den Titel „Pogobraut“ muss man wohl nicht gesondert erklären, die Musik passt dazu. Nach dem Rocker „Ein Lied für unsere Feinde“ nimmt man mit „Der erste Schritt“ erstmal den Fuß vom Gas (das erste von gleich drei Mal). Aber nur um mit dem Statement „Wir sind hier“ wieder auf die Tube zu drücken. Ihr seht schon an den Songtiteln die Nähe zu vier Jungs aus Frankfurt. Die Rezeptur bleibt auch bei den übrigen Nummern gleich, leider gibt es auch wenige wirkliche Überraschungen, bis auf das lässige „Viva Rock´n Roll“ vielleicht oder das melancholische „Minerva“. Das limitierte Digipak enthält neben den 10 neuen Songs plus Intro noch zwei Liveversionen vom letzten Album.
„Sturm & Drang“ klingt metallischer aber auch polierter. Der Anteil TOTEN HOSEN ist größer geworden wenn man so will. Dennoch liefern UNHERZ auch auf ihrem vierten Langspieler eine recht kurzweilige Reise durch die Deutschrocklandschaft. Wer die Band bisher toll fand, sollte sich also auch diesen Rundling einverleiben, wem UNHERZ noch unbekannt sind, der sollte bei vorhandenen Vorlieben zu o.g. Kapellen auf jeden Fall reinhören.
WERTUNG:
Trackliste:
01. Intro
02. Der für Dich
03. Zeugen der Zeit
04. Pogobraut
05. Ein Lied für unsere Feinde
06. Der erste Schritt
07. Wir sind hier
08. Drei Kreuze
09. Viva Rock´n Roll
10. Krieger des Lebens
11. Minerva
12. Schmerz neu definiert (Live)
13. Seite an Seite (Live)
Stefan
Montag, 31. März 2014
STIER - Geisterschiff/Hart am Wind
Band: Stier
Album: Geisterschiff/Hart am Wind
Spielzeit: 49:54 min./45:34 min.
Stilrichtung: Deutschrock
Plattenfirma: SPV
Veröffentlichung: 28.03.2014
Homepage: www.stierrocks.de
Wer hinter STIER eine weitere unnütze Combo aus dem Bereich der Neuen Deutschen Härte vermutet, liegt komplett falsch. Viel mehr handelt es sich hier um eine Band, die viele Einflüsse in ihrem Sound verarbeitet, die nicht unbedingt kompatibel mit den gewöhnlichen Themen sind, die üblicherweise hier bei Rock Garage beackert werden. Das fängt schon mit der theatralischen und eigenwilligen Performance des Bandleaders und Namensgebers Hans-Martin Stier an und gipfelt in einzelnen Songs, die Soul, Funk, Fusion, Rock und sogar Tangoanleihen in Einklang bringen. Hier einfach von Deutschrock zu sprechen, wäre grob fahrlässig. Man muss also als tendenzieller Hardrock-Hörer schon eine ordentliche Portion Weitsicht mitbringen, um in den Sound von STIER einzutauchen.
Aber die Musik der Nordlichter ist durchaus eine Entdeckung wert. Zumal STIER gleich mit einem Doppelschlag aufwarten. Neben dem akustisch gehaltenen Album „Geisterschiff“ gibt es auch eine „elektrische“ Version, die auf den Namen „Hart am Wind“ getauft wurde. Dabei ist H-M Stier schon lange als Musiker unterwegs, lange bevor er als Schauspieler – u.a. in Filmen wie „Himmel über Berlin“ oder „Duell – Enemy At The Gates“ – durchgestartet ist. Zurück bis ins Jahr 1978 reicht die musikalische Vita des ehemaligen Seemanns, der mit der TÖRNER STIER CREW für Aufsehen sorgte.
Doch nicht nur der Frontmann sollte hier Erwähnung finden, denn mit Bassist Walter Stoever und Keyboarder Charlie Steinberg sind nicht nur zwei Weggefährten aus der alten Zeit mit an Bord sondern damit auch herausragende Musiker, die genreübergreifend agieren können. Frischen Wind in die Kaschemme bringen Drummer Tom Günzel und Gitarrist Peter Koller, die für den Rockanteil verantwortlich sind. Und dass der Sänger und Frontmann rocken kann, hat er unlängst in seinem Kinofilm „King Ping“ bewiesen, in dem er an der Seite von Bela B. (DIE ÄRZTE) und Christoph Maria Herbst als schwuler Sänger einer Heavy Metal Band agierte.
Doch beschäftigen wir uns zuerst mit der soften Variante „Geisterschiff“. Die Trackliste ist mit „Hart am Wind“ fast identisch, beinhaltet aber auch fünf Liveversionen von „Wonderworld“, „Die Gier“, „Der Fenstergucker“, „Nachtschicht“, „Übers Meer“ und „Der Morgen“, bei denen das ganze Spektrum des musikalischen Könnens zum Tragen kommt. Schon beim Hören dieser Live-Songs muss man STIER eine großartige Live-Performance bescheinigen.
Allerdings beginnt „Geisterschiff“ mit der hitverdächtigen Nummer „Jeden Tag hinaus. Eine melancholische Reise eines Fischers – als ehemaliger Seemann weiß H-M Stier, worüber er da singt. Toll. Experimenteller kommen da schon Stücke wie „Mein Gott“ wo die Herren ziemlich funkig unterwegs sind oder beim verstörenden „Mein Schatz“. Nachdenklich werden STIER bei „Der Frost“ - das für das Münsteraner Straßenmagazin „draußen“ verfilmt wurde und dessen Einnahmen komplett an die Obdachlosenhilfe gespendet wurde – oder bei „Leinen los“, das erneut die Sehnsucht eines Seefahrers durchblicken lässt.
“Geisterschiff“ ist ein nachdenkliches und eindringliches Stück Musik, das von der außergewöhnlichen Stimme des Sängers und von der tollen Instrumentalisierung der Songs lebt.
Aber auch die rockigere Version „Hart am Wind“ wollen wir nicht vernachlässigen. Dieser Silberling beginnt ebenfalls mit „Jeden Tag hinaus“ (Video HIER). Schleppend bewegt sich „Wonderworld“ fort, bevor es mit einem furiosen Finale begeistern kann. Aber auch ein Song wie „Nachtschicht“ - der Hymne für alle Schichtarbeiter – rockt gewaltig und erinnert fast schon ein wenig an RAMMSTEIN. In die gleiche Kerbe schlägt das elektronisch und stoisch vor sich hinwalzende „Rauhaar“, während H-M Stier hier zwischen Till Lindemann in den Strophen und Max Raabe im Refrain wechselt. Ebenfalls nicht auf „Geisterschiff“ enthalten sind die Stücke „Keine Zeit“ (mit prallen Doublebass-Salven), „Schwarz“ und „Vampire“.
STIER liefern mit diesem Doppelpack für praktisch jeden Geschmack die richtige Platte. Allerdings macht auch die Kombination der beiden Silbertaler den Reiz aus, den der Fünfer aus dem hohen Norden bietet. Für alle, die gerne über den Tellerrand schauen oder eher zufällig bei unserem Magazin gelandet sind (solche soll es ja auch geben :-)) sind STIER eine Entdeckung wert.
WERTUNG:
(beide Alben)
Trackliste:
”Geisterschiff"
01. Jeden Tag hinaus
02. Der Frost
03. Mein Gott
04. Leinen los
05. Mein Schatz
06. Geisterschiff
07. Johnny
08. Schwarz
09. Wonderworld (Live)
10. Die Gier (Live)
11. Der Fenstergucker (Live)
12. Nachtschicht (Live)
13. Übers Meer (Live)
14. Der Morgen (Live)
“Hart am Wind”
01. Jeden Tag hinaus
02. Wonderworld
03. Geisterschiff
04. Mein Gott
05. Der Frost
06. Rauhaar
07. Mein Schatz
08. Der Fenstergucker
09. Keine Zeit
10. Schwarz
11. Vampire
12. Nachtschicht
13. Der Morgen
Stefan
Album: Geisterschiff/Hart am Wind
Spielzeit: 49:54 min./45:34 min.
Stilrichtung: Deutschrock
Plattenfirma: SPV
Veröffentlichung: 28.03.2014
Homepage: www.stierrocks.de
Wer hinter STIER eine weitere unnütze Combo aus dem Bereich der Neuen Deutschen Härte vermutet, liegt komplett falsch. Viel mehr handelt es sich hier um eine Band, die viele Einflüsse in ihrem Sound verarbeitet, die nicht unbedingt kompatibel mit den gewöhnlichen Themen sind, die üblicherweise hier bei Rock Garage beackert werden. Das fängt schon mit der theatralischen und eigenwilligen Performance des Bandleaders und Namensgebers Hans-Martin Stier an und gipfelt in einzelnen Songs, die Soul, Funk, Fusion, Rock und sogar Tangoanleihen in Einklang bringen. Hier einfach von Deutschrock zu sprechen, wäre grob fahrlässig. Man muss also als tendenzieller Hardrock-Hörer schon eine ordentliche Portion Weitsicht mitbringen, um in den Sound von STIER einzutauchen.
Aber die Musik der Nordlichter ist durchaus eine Entdeckung wert. Zumal STIER gleich mit einem Doppelschlag aufwarten. Neben dem akustisch gehaltenen Album „Geisterschiff“ gibt es auch eine „elektrische“ Version, die auf den Namen „Hart am Wind“ getauft wurde. Dabei ist H-M Stier schon lange als Musiker unterwegs, lange bevor er als Schauspieler – u.a. in Filmen wie „Himmel über Berlin“ oder „Duell – Enemy At The Gates“ – durchgestartet ist. Zurück bis ins Jahr 1978 reicht die musikalische Vita des ehemaligen Seemanns, der mit der TÖRNER STIER CREW für Aufsehen sorgte.
Doch nicht nur der Frontmann sollte hier Erwähnung finden, denn mit Bassist Walter Stoever und Keyboarder Charlie Steinberg sind nicht nur zwei Weggefährten aus der alten Zeit mit an Bord sondern damit auch herausragende Musiker, die genreübergreifend agieren können. Frischen Wind in die Kaschemme bringen Drummer Tom Günzel und Gitarrist Peter Koller, die für den Rockanteil verantwortlich sind. Und dass der Sänger und Frontmann rocken kann, hat er unlängst in seinem Kinofilm „King Ping“ bewiesen, in dem er an der Seite von Bela B. (DIE ÄRZTE) und Christoph Maria Herbst als schwuler Sänger einer Heavy Metal Band agierte.
Doch beschäftigen wir uns zuerst mit der soften Variante „Geisterschiff“. Die Trackliste ist mit „Hart am Wind“ fast identisch, beinhaltet aber auch fünf Liveversionen von „Wonderworld“, „Die Gier“, „Der Fenstergucker“, „Nachtschicht“, „Übers Meer“ und „Der Morgen“, bei denen das ganze Spektrum des musikalischen Könnens zum Tragen kommt. Schon beim Hören dieser Live-Songs muss man STIER eine großartige Live-Performance bescheinigen.
Allerdings beginnt „Geisterschiff“ mit der hitverdächtigen Nummer „Jeden Tag hinaus. Eine melancholische Reise eines Fischers – als ehemaliger Seemann weiß H-M Stier, worüber er da singt. Toll. Experimenteller kommen da schon Stücke wie „Mein Gott“ wo die Herren ziemlich funkig unterwegs sind oder beim verstörenden „Mein Schatz“. Nachdenklich werden STIER bei „Der Frost“ - das für das Münsteraner Straßenmagazin „draußen“ verfilmt wurde und dessen Einnahmen komplett an die Obdachlosenhilfe gespendet wurde – oder bei „Leinen los“, das erneut die Sehnsucht eines Seefahrers durchblicken lässt.
“Geisterschiff“ ist ein nachdenkliches und eindringliches Stück Musik, das von der außergewöhnlichen Stimme des Sängers und von der tollen Instrumentalisierung der Songs lebt.
Aber auch die rockigere Version „Hart am Wind“ wollen wir nicht vernachlässigen. Dieser Silberling beginnt ebenfalls mit „Jeden Tag hinaus“ (Video HIER). Schleppend bewegt sich „Wonderworld“ fort, bevor es mit einem furiosen Finale begeistern kann. Aber auch ein Song wie „Nachtschicht“ - der Hymne für alle Schichtarbeiter – rockt gewaltig und erinnert fast schon ein wenig an RAMMSTEIN. In die gleiche Kerbe schlägt das elektronisch und stoisch vor sich hinwalzende „Rauhaar“, während H-M Stier hier zwischen Till Lindemann in den Strophen und Max Raabe im Refrain wechselt. Ebenfalls nicht auf „Geisterschiff“ enthalten sind die Stücke „Keine Zeit“ (mit prallen Doublebass-Salven), „Schwarz“ und „Vampire“.
STIER liefern mit diesem Doppelpack für praktisch jeden Geschmack die richtige Platte. Allerdings macht auch die Kombination der beiden Silbertaler den Reiz aus, den der Fünfer aus dem hohen Norden bietet. Für alle, die gerne über den Tellerrand schauen oder eher zufällig bei unserem Magazin gelandet sind (solche soll es ja auch geben :-)) sind STIER eine Entdeckung wert.
WERTUNG:
(beide Alben)
Trackliste:
”Geisterschiff"
01. Jeden Tag hinaus
02. Der Frost
03. Mein Gott
04. Leinen los
05. Mein Schatz
06. Geisterschiff
07. Johnny
08. Schwarz
09. Wonderworld (Live)
10. Die Gier (Live)
11. Der Fenstergucker (Live)
12. Nachtschicht (Live)
13. Übers Meer (Live)
14. Der Morgen (Live)
“Hart am Wind”
01. Jeden Tag hinaus
02. Wonderworld
03. Geisterschiff
04. Mein Gott
05. Der Frost
06. Rauhaar
07. Mein Schatz
08. Der Fenstergucker
09. Keine Zeit
10. Schwarz
11. Vampire
12. Nachtschicht
13. Der Morgen
Stefan
Montag, 30. September 2013
IN EXTREMO - Kunstraub
Band: In Extremo
Album: Kunstraub
Spielzeit: 45:10 min.
Stilrichtung: Folk Metal
Plattenfirma: Universal
Veröffentlichung: 27.09.2013
Homepage: www.inextremo.de
Wenn ich ehrlich bin, konnte ich noch nie etwas mit mittelalterlichen Klängen anfangen. Ich meide derartige Bands wie die Pest, egal ob internationale Metalband oder nationale Combos. Die einzige Ausnahme sind seit 2005 die Gesellen von IN EXTREMO. Ihr Hit „Nur ihr allein“ hat mich an die Band herangeführt. Seit dem dazugehörigen Album „Mein rasend Herz“ sind nun weitere 2 Studioalben sowie diverse Live- sowie ein Akustik- und ein Best of Album erschienen. Doch mit „Kunstraub“ nehmen die 7 Galgenvögel mit einem neuen Studiowerk einen neuen Anlauf auf die Charts, denn seit 2001 befand sich jedes Studioalbum in den Top 10. Die letzten beiden starteten sogar voll durch bis zur Spitzenposition.
Eines ist sicher, auch „Kunstraub“ hat das Zeug dazu, denn auf Album Nummer 11 in der Diskographie von IN EX drehen die Herren weiter an der Härteschraube, der Rock rückt noch mehr in den Vordergrund, aber nicht ohne die typischen Trademarks wie die allgegenwärtigen Dudelsäcke oder Schalmeien ganz zu vergessen. Rock ist fast nicht mehr der richtige Begriff für das, was die Band hier teilweise macht – Metal trifft es schon eher. So hart wie auf „Kunstraub“ hat man die Berliner noch nie gehört. Double-Bass Salven und Stakkatto Riffs säumen den Weg durch einige der 12 neuen Songs.
Schon der Opener „Der die Sonne schlafen schickt“ hat wieder einmal Hitpotenzial. Mit seinem majestätischen Mittelteil gibt es auch mal etwas andere Kost zu hören. Das anschließende „Wege ohne Namen“ ist eine Hymne vor dem Herrn und dürfte sicher dazu beitragen, dass dieser Langspieler ein Erfolg wird. „Lebemann“ ist ein treibender und kraftvoller Rocker mit hintergründigem Text. Auch „Himmel und Hölle“ ist ein typischer IN EX-Song neueren Datums und – wie soll es anders sein – ein Hit. Das melancholische „Gaukler“ handelt von der Einsamkeit des Clowns nach der Aufführung und beim Titeltrack wird ordentlich geholzt - die bereits erwähnten Double-Bass-Einsätze machen daraus einen waschechten Metalsong. Auch im weiteren Verlauf lässt sich praktisch kein Schwachpunkt ausmachen, aber speziell „Feuertaufe“, „Du und Ich“ oder „Die Beute“ möchte ich Euch noch als ergänzende Anspieltipps mitgeben.
Manche mögen etwaige Wiederholungen – oft auch in den Texten von Freiheit und Unabhängigkeit – als Indiz dafür sehen, dass IN EXTREMO auf dem Punkt marschieren, aber es gibt wohl wenige Bands, die im Stande sind, Hits am Fließband ins Rennen zu schicken. Mit Jörg Umbreit und Vince Sorg (DIE TOTEN HOSEN) saß das bewährte Produzententeam in der Kommandozentrale, die in Münster aufgeschlagen wurde. Ach ja, und wer Angst hatte, mit „Kunstraub“ könnte eine komplett neue Ausrichtung der Band gemeint sein oder vielleicht sogar ein Coveralbum (wäre auch ein passender Titel dafür gewesen), der sei beruhigt: alles läuft rund bei IN EXTREMO – mit „Kunstraub“ werden sie an die großen Erfolge der letzten Jahre nahtlos anknüpfen – auch wenn der Kommerz schon hier und da anklopft.
WERTUNG:
Trackliste:
1.Der die Sonne schlafen schickt
2.Wege ohne Namen
3.Lebemann
4.Himmel und Hölle
5.Gaukler
6.Kunstraub
7.Feuertaufe
8.Du und ich
9.Doof
10.Alles schon gesehen
11.Belladonna
12.Die Beute
Stefan
Album: Kunstraub
Spielzeit: 45:10 min.
Stilrichtung: Folk Metal
Plattenfirma: Universal
Veröffentlichung: 27.09.2013
Homepage: www.inextremo.de
Wenn ich ehrlich bin, konnte ich noch nie etwas mit mittelalterlichen Klängen anfangen. Ich meide derartige Bands wie die Pest, egal ob internationale Metalband oder nationale Combos. Die einzige Ausnahme sind seit 2005 die Gesellen von IN EXTREMO. Ihr Hit „Nur ihr allein“ hat mich an die Band herangeführt. Seit dem dazugehörigen Album „Mein rasend Herz“ sind nun weitere 2 Studioalben sowie diverse Live- sowie ein Akustik- und ein Best of Album erschienen. Doch mit „Kunstraub“ nehmen die 7 Galgenvögel mit einem neuen Studiowerk einen neuen Anlauf auf die Charts, denn seit 2001 befand sich jedes Studioalbum in den Top 10. Die letzten beiden starteten sogar voll durch bis zur Spitzenposition.
Eines ist sicher, auch „Kunstraub“ hat das Zeug dazu, denn auf Album Nummer 11 in der Diskographie von IN EX drehen die Herren weiter an der Härteschraube, der Rock rückt noch mehr in den Vordergrund, aber nicht ohne die typischen Trademarks wie die allgegenwärtigen Dudelsäcke oder Schalmeien ganz zu vergessen. Rock ist fast nicht mehr der richtige Begriff für das, was die Band hier teilweise macht – Metal trifft es schon eher. So hart wie auf „Kunstraub“ hat man die Berliner noch nie gehört. Double-Bass Salven und Stakkatto Riffs säumen den Weg durch einige der 12 neuen Songs.
Schon der Opener „Der die Sonne schlafen schickt“ hat wieder einmal Hitpotenzial. Mit seinem majestätischen Mittelteil gibt es auch mal etwas andere Kost zu hören. Das anschließende „Wege ohne Namen“ ist eine Hymne vor dem Herrn und dürfte sicher dazu beitragen, dass dieser Langspieler ein Erfolg wird. „Lebemann“ ist ein treibender und kraftvoller Rocker mit hintergründigem Text. Auch „Himmel und Hölle“ ist ein typischer IN EX-Song neueren Datums und – wie soll es anders sein – ein Hit. Das melancholische „Gaukler“ handelt von der Einsamkeit des Clowns nach der Aufführung und beim Titeltrack wird ordentlich geholzt - die bereits erwähnten Double-Bass-Einsätze machen daraus einen waschechten Metalsong. Auch im weiteren Verlauf lässt sich praktisch kein Schwachpunkt ausmachen, aber speziell „Feuertaufe“, „Du und Ich“ oder „Die Beute“ möchte ich Euch noch als ergänzende Anspieltipps mitgeben.
Manche mögen etwaige Wiederholungen – oft auch in den Texten von Freiheit und Unabhängigkeit – als Indiz dafür sehen, dass IN EXTREMO auf dem Punkt marschieren, aber es gibt wohl wenige Bands, die im Stande sind, Hits am Fließband ins Rennen zu schicken. Mit Jörg Umbreit und Vince Sorg (DIE TOTEN HOSEN) saß das bewährte Produzententeam in der Kommandozentrale, die in Münster aufgeschlagen wurde. Ach ja, und wer Angst hatte, mit „Kunstraub“ könnte eine komplett neue Ausrichtung der Band gemeint sein oder vielleicht sogar ein Coveralbum (wäre auch ein passender Titel dafür gewesen), der sei beruhigt: alles läuft rund bei IN EXTREMO – mit „Kunstraub“ werden sie an die großen Erfolge der letzten Jahre nahtlos anknüpfen – auch wenn der Kommerz schon hier und da anklopft.
WERTUNG:
Trackliste:
1.Der die Sonne schlafen schickt
2.Wege ohne Namen
3.Lebemann
4.Himmel und Hölle
5.Gaukler
6.Kunstraub
7.Feuertaufe
8.Du und ich
9.Doof
10.Alles schon gesehen
11.Belladonna
12.Die Beute
Stefan
Montag, 9. September 2013
SAITENFEUER - Kein zurück
Band: Saitenfeuer
Album: Kein zurück
Spielzeit: 41:00 min.
Stilrichtung: Deutschrock
Plattenfirma: Better Than Hell/Edel
Veröffentlichung: 23.08.2013
Homepage: www.saitenfeuer.de
Ihr sucht eine Band zwischen den ONKLEZ und den HOSEN? Früher war das ja eine Glaubensfrage, heute ist man da schon offener. Ganz so einfach möchte ich aber das zweite Werk der Leipziger Deutschrockband SAITENFEUER nicht abkanzeln, denn die Jungs kopieren nicht wild drauf los sondern haben durchaus ihre eigenen Momente. Beim ersten Anblick des Coverartworks dachte ich „oh nein, nicht schon wieder ne Band, die mit Neuer Deutschen Härte langweilt“. Denn mit seiner düsteren Atmosphäre zeigt es ziemlich in diese Ecke. Aber zum Glück haben SAITENFEUER auf „Kein Zurück“ 13 munter rockende Stücke gepackt, mal punkig, mal ruhig – die Abwechslung stimmt schon mal.
Nachdem Ihr Erstling „Auf und davon“ 2010 zuerst in Eigenregie veröffentlicht wurde, gab es 2012 einen neueingespielten Re-Release über das Label Better Than Hell, wo nun auch Album Nummer zwei erscheint. Erneut enterten die Herren das Spacelab Studio zusammen mit Christian Moos, der auch die Neuaufnahmen des Debüts überwachte.
„Bis ins Herz“ ist eine ziemlich gute Kreuzung aus sozialkritischen Texten, eingängigen Melodien und mitreißender Musik. Auch „Weder Schein noch Sein“ schlägt in diese Kerbe und kann gefallen. Die weiteren Höhepunkte „Flussaufwärts“, „Wir reisen durch´s Land“ oder „Lass uns endlich wieder“ - einer Hommage an vergangene Tage – zeugen von einem guten Gespür für gefällige Songs ohne in die Belanglosigkeit abzudriften. Dazwischen mogeln sich aber auch schon mal ein paar Stücke, die so schon ähnlich zu hören sind oder eben nicht so stark geworden sind („Ein letzter Kuss“, „Spring ab!“). Insgesamt haben SAITENFEUER aber eine ordentliche Sammlung an starken Nummern am Start.
Manchmal wünsche ich mir einen etwas dreckigeren Gesang, denn an manchen Stellen klingen die Vocals ziemlich brav, vielleicht liegt es auch an den teilweise zuckersüßen Melodien, die Straßenattitüde kommt also oft zu kurz. Dafür gibt es aber schon viele andere Bands. SAITENFEUER haben ihre eigene kleine Nische gefunden und haben im Vergleich zum Erstling einen schönen Schub nach vorne gemacht.
WERTUNG:
Trackliste:
1.Bis ins Herz
2.Weder Schein noch Sein
3.Begierde
4.Flussaufwärts
5.Lass uns endlich wieder
6.Komm mit mir
7.Ein letzter Kuss
8.Gesagt, getan
9.Spring ab!
10.Das ist der Moment
11.Dein Rausch
12.Wir reisen durch´s Land
13.Immer wieder
Stefan
Album: Kein zurück
Spielzeit: 41:00 min.
Stilrichtung: Deutschrock
Plattenfirma: Better Than Hell/Edel
Veröffentlichung: 23.08.2013
Homepage: www.saitenfeuer.de
Ihr sucht eine Band zwischen den ONKLEZ und den HOSEN? Früher war das ja eine Glaubensfrage, heute ist man da schon offener. Ganz so einfach möchte ich aber das zweite Werk der Leipziger Deutschrockband SAITENFEUER nicht abkanzeln, denn die Jungs kopieren nicht wild drauf los sondern haben durchaus ihre eigenen Momente. Beim ersten Anblick des Coverartworks dachte ich „oh nein, nicht schon wieder ne Band, die mit Neuer Deutschen Härte langweilt“. Denn mit seiner düsteren Atmosphäre zeigt es ziemlich in diese Ecke. Aber zum Glück haben SAITENFEUER auf „Kein Zurück“ 13 munter rockende Stücke gepackt, mal punkig, mal ruhig – die Abwechslung stimmt schon mal.
Nachdem Ihr Erstling „Auf und davon“ 2010 zuerst in Eigenregie veröffentlicht wurde, gab es 2012 einen neueingespielten Re-Release über das Label Better Than Hell, wo nun auch Album Nummer zwei erscheint. Erneut enterten die Herren das Spacelab Studio zusammen mit Christian Moos, der auch die Neuaufnahmen des Debüts überwachte.
„Bis ins Herz“ ist eine ziemlich gute Kreuzung aus sozialkritischen Texten, eingängigen Melodien und mitreißender Musik. Auch „Weder Schein noch Sein“ schlägt in diese Kerbe und kann gefallen. Die weiteren Höhepunkte „Flussaufwärts“, „Wir reisen durch´s Land“ oder „Lass uns endlich wieder“ - einer Hommage an vergangene Tage – zeugen von einem guten Gespür für gefällige Songs ohne in die Belanglosigkeit abzudriften. Dazwischen mogeln sich aber auch schon mal ein paar Stücke, die so schon ähnlich zu hören sind oder eben nicht so stark geworden sind („Ein letzter Kuss“, „Spring ab!“). Insgesamt haben SAITENFEUER aber eine ordentliche Sammlung an starken Nummern am Start.
Manchmal wünsche ich mir einen etwas dreckigeren Gesang, denn an manchen Stellen klingen die Vocals ziemlich brav, vielleicht liegt es auch an den teilweise zuckersüßen Melodien, die Straßenattitüde kommt also oft zu kurz. Dafür gibt es aber schon viele andere Bands. SAITENFEUER haben ihre eigene kleine Nische gefunden und haben im Vergleich zum Erstling einen schönen Schub nach vorne gemacht.
WERTUNG:
Trackliste:
1.Bis ins Herz
2.Weder Schein noch Sein
3.Begierde
4.Flussaufwärts
5.Lass uns endlich wieder
6.Komm mit mir
7.Ein letzter Kuss
8.Gesagt, getan
9.Spring ab!
10.Das ist der Moment
11.Dein Rausch
12.Wir reisen durch´s Land
13.Immer wieder
Stefan
Montag, 20. August 2012
UNHERZ - Die Wahrheit liegt dazwischen
Band: Unherz
Album: Die Wahrheit liegt dazwischen
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 24.08.2012
Homepage: www.unherz.de
UNHERZ – bei dem Namen werde ich ganz unruhig, Gänsehaut kriecht über meinen Rücken und ein gewisses Unwohlsein überkommt mich. Denn ich muss unweigerlich an die unsäglichen UNHEILIG denken, ein Phenomän, das ich nicht ganz kapiere. Dazu das Cover, das irgendwie in die Gothic Ecke gehören könnte...aber zum Glück ist es nicht immer so wie es scheint, denn „Die Wahrheit liegt dazwischen“. UNHERZ haben absolut nichts mit Gothic am Hut sondern machen eher Deutschrock, der von Zeit zu Zeit an die Vier Jungs aus Frankfurt erinnert, die schon lange lange da sind, oder besser gesagt waren. Vor mir liegt die mittlerweile dritte Platte des Quartetts aus der Rheinland-Pfälzischen Provinz (O-Ton Info), leider habe ich bisher nichts von UNHERZ gehört, somit kann ich keine Aussagen bezüglich Weiterentwicklung etc. machen.
Mit „Schmerz neu definiert“ beginnt das Album sehr kraftvoll, ohne Vorwarnung und Vollgas voraus. Fette Gitarren, Felix Orschel´s rauhes Organ und einprägsame Melodien machen die Mischung, die sich die Jungs auf ihre Fahne geschrieben haben. Das ist doch ein Einstieg nach Maß! „Mein Weg, mein Wille, mein Leben“ braucht dagegen ein paar Durchläufe, bis es klick macht, spätestens beim Refrain möchte man sich aber am liebsten ein eiskaltes Bier aufreißen und abfeiern. „Seite an Seite“ läuft nur auf Halbgas, ist aber ein weiteres Highlight des Albums, bevor mich „Benzin“ doch arg (wenn nicht zu sehr) an die ONKELZ erinnert. „Paranoia“ präsentiert Felix´ Gesang noch etwas härter, da er eher growlt als singt. Mehr Gefühl ist da schon bei „Dieser Traum“ drin, der Gegenpol zu allem bisher gehörten und abermals mit Ohrwurmmelodien ausgestattet. Das Thema zu „King Kong´s Schwester“ (zum Glück wurde sie nicht als Covermodell verwendet – ist nur Spaß von jemandem dessen Gewicht selbst im dreistelligen Bereich liegt) ist schon ziemlich kontrovers. Es geht um bestimmte Sexpraktiken und Vorlieben – näheres könnt Ihr auf unserem Player weiter unten anhören. Das flotte „Jag mich zum Teufel“ drückt noch einmal ordentlich auf die Tube bevor es mit „Nur wenn Du Träume hast“ ein Song auf die Platte geschafft hat, den der Truppe wohl keiner zugetraut hätte. Einfühlsam aber weit weg davon, kitschig zu wirken, kehren UNHERZ ihr innerstes nach außen – Respekt. „Leuchtfeuer“ kommt als Akustiknummer daher, ist aber eher einfach gestrickt und der Bonus Track „Alles was ich will“ holt textlich – ebenfalls akustisch gehalten – alle Rock´n Roll Träume vom Himmel, die man sich vorstellen kann. Doch warum sich die Jungs Kurt Kobain zurückwünschen, verstehe ich nicht so ganz :-)
UNHERZ haben mich mit ihrem dritten Longplayer „Die Wahrheit liegt dazwischen“ überrascht. Von meiner anfänglichen Angst, den x-ten Gothic-Einheitsbrei vorgesetzt zu bekommen, blieb schon nach wenigen Sekunden des Openers nichts mehr übrig. Und auch wenn die Band ihren Musikstil nicht erfunden hat, liefern sie ein beachtliches Werk ab, das die perfekte Mischung aus Unterhaltung und Bodenhaftung abgibt. Das ist seit langem das erste Deutschrockalbum, das ich mir kaufen würde...
WERTUNG:
Trackliste:
1.Schmerz neu definiert
2.Mein Weg, mein Wille, mein Leben
3.Seite an Seite
4.Benzin
5.Paranioa
6.Dieser Traum
7.King Kongs Schwester
8.Jag mich zum Teufel
9.Nur wenn Du Träume hast
10.Leuchtfeuer
11.Alles was ich will (Bonus Track)
Stefan
Album: Die Wahrheit liegt dazwischen
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 24.08.2012
Homepage: www.unherz.de
UNHERZ – bei dem Namen werde ich ganz unruhig, Gänsehaut kriecht über meinen Rücken und ein gewisses Unwohlsein überkommt mich. Denn ich muss unweigerlich an die unsäglichen UNHEILIG denken, ein Phenomän, das ich nicht ganz kapiere. Dazu das Cover, das irgendwie in die Gothic Ecke gehören könnte...aber zum Glück ist es nicht immer so wie es scheint, denn „Die Wahrheit liegt dazwischen“. UNHERZ haben absolut nichts mit Gothic am Hut sondern machen eher Deutschrock, der von Zeit zu Zeit an die Vier Jungs aus Frankfurt erinnert, die schon lange lange da sind, oder besser gesagt waren. Vor mir liegt die mittlerweile dritte Platte des Quartetts aus der Rheinland-Pfälzischen Provinz (O-Ton Info), leider habe ich bisher nichts von UNHERZ gehört, somit kann ich keine Aussagen bezüglich Weiterentwicklung etc. machen.
Mit „Schmerz neu definiert“ beginnt das Album sehr kraftvoll, ohne Vorwarnung und Vollgas voraus. Fette Gitarren, Felix Orschel´s rauhes Organ und einprägsame Melodien machen die Mischung, die sich die Jungs auf ihre Fahne geschrieben haben. Das ist doch ein Einstieg nach Maß! „Mein Weg, mein Wille, mein Leben“ braucht dagegen ein paar Durchläufe, bis es klick macht, spätestens beim Refrain möchte man sich aber am liebsten ein eiskaltes Bier aufreißen und abfeiern. „Seite an Seite“ läuft nur auf Halbgas, ist aber ein weiteres Highlight des Albums, bevor mich „Benzin“ doch arg (wenn nicht zu sehr) an die ONKELZ erinnert. „Paranoia“ präsentiert Felix´ Gesang noch etwas härter, da er eher growlt als singt. Mehr Gefühl ist da schon bei „Dieser Traum“ drin, der Gegenpol zu allem bisher gehörten und abermals mit Ohrwurmmelodien ausgestattet. Das Thema zu „King Kong´s Schwester“ (zum Glück wurde sie nicht als Covermodell verwendet – ist nur Spaß von jemandem dessen Gewicht selbst im dreistelligen Bereich liegt) ist schon ziemlich kontrovers. Es geht um bestimmte Sexpraktiken und Vorlieben – näheres könnt Ihr auf unserem Player weiter unten anhören. Das flotte „Jag mich zum Teufel“ drückt noch einmal ordentlich auf die Tube bevor es mit „Nur wenn Du Träume hast“ ein Song auf die Platte geschafft hat, den der Truppe wohl keiner zugetraut hätte. Einfühlsam aber weit weg davon, kitschig zu wirken, kehren UNHERZ ihr innerstes nach außen – Respekt. „Leuchtfeuer“ kommt als Akustiknummer daher, ist aber eher einfach gestrickt und der Bonus Track „Alles was ich will“ holt textlich – ebenfalls akustisch gehalten – alle Rock´n Roll Träume vom Himmel, die man sich vorstellen kann. Doch warum sich die Jungs Kurt Kobain zurückwünschen, verstehe ich nicht so ganz :-)
UNHERZ haben mich mit ihrem dritten Longplayer „Die Wahrheit liegt dazwischen“ überrascht. Von meiner anfänglichen Angst, den x-ten Gothic-Einheitsbrei vorgesetzt zu bekommen, blieb schon nach wenigen Sekunden des Openers nichts mehr übrig. Und auch wenn die Band ihren Musikstil nicht erfunden hat, liefern sie ein beachtliches Werk ab, das die perfekte Mischung aus Unterhaltung und Bodenhaftung abgibt. Das ist seit langem das erste Deutschrockalbum, das ich mir kaufen würde...
WERTUNG:
Trackliste:
1.Schmerz neu definiert
2.Mein Weg, mein Wille, mein Leben
3.Seite an Seite
4.Benzin
5.Paranioa
6.Dieser Traum
7.King Kongs Schwester
8.Jag mich zum Teufel
9.Nur wenn Du Träume hast
10.Leuchtfeuer
11.Alles was ich will (Bonus Track)
Stefan
Mittwoch, 1. Dezember 2010
One Hit Rockerz: PIERROT
PIERROT (Deutschland)
Besetzung:
Benny (vocals)
Gernot (guitars)
Summi (guitars)
Armin (bass)
Steve (drums)
Melodischer Hardrock aus Deutschland – da fällt einem auf Anhieb nur eine handvoll richtig guter Bands ein. Wenn es aber auch noch deutsche Texte sein sollen, wird es extrem eng. TANNER trieben mal ihr Unwesen oder das Duo S.O.S. wurde für die Daily Soap „Marienhof“ verheizt. In der Münchner Szene gab es da noch die Band PIERROT. Ihr einziges offizielles Album „Die Zeit ist reif“ erschien 1995 zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Für ihre Plattenfirma Long Island Records folgt bald ein schwerer Schicksalsschlag – das Jahr 1995 nutzen die Jungs aus Kissing aber noch, um eine wahre Veröffentlichungsflut hinzulegen, Melodic Rock und AOR vom Feinsten ist meist das Resultat. Bald darauf wird ihr Chef krank und stirbt an Krebs, kurz darauf meldet eines der hoffnungsvollsten Spartenlabels Deutschlands Konkurs an.
Als PIERROT´s Erstling erscheint, ist bei ihrem Label noch alles im grünen Bereich. Dennoch sind die Zeiten schlecht, besonders für klassischen Hardrock. Mit ihren teils sozialkritischen Texten machen sich PIERROT dennoch im Umkreis ihrer Heimat schnell einen Namen. Da die Masse Mitte der Neunziger allerdings andere Musik bevorzugt, bleibt „Die Zeit ist reif“ ihr einziges Album. Dennoch findet sich darauf mit „Gott hat gesagt“ ein Killersong. PIERROT haben auch die Begabung, deutschte Texte zu schreiben, die nicht platt oder gar peinlich sind (im Gegensatz zu vielen ihrer englischsprachigen Kollegen). Und so hat „Gott hat gesagt“ bis heute nichts an seiner Brisanz verloren: Kriege, Klimakatastrophen und die Gier der Menschen wurden in den letzten zwanzig Jahren um ein vielfaches schlimmer.
„Gott hat gesagt“ ist noch immer in meiner Playlist – er ist einer der besten deutschsprachigen Rocksongs. Schade, dass die Band, die sich Ende der Neunziger in HAMMERSCHMITT umbenannt hat und seither der Neuen Deutschen Härte frönt, so in Vergessenheit geraten ist.
Stefan
Besetzung:
Benny (vocals)
Gernot (guitars)
Summi (guitars)
Armin (bass)
Steve (drums)
Melodischer Hardrock aus Deutschland – da fällt einem auf Anhieb nur eine handvoll richtig guter Bands ein. Wenn es aber auch noch deutsche Texte sein sollen, wird es extrem eng. TANNER trieben mal ihr Unwesen oder das Duo S.O.S. wurde für die Daily Soap „Marienhof“ verheizt. In der Münchner Szene gab es da noch die Band PIERROT. Ihr einziges offizielles Album „Die Zeit ist reif“ erschien 1995 zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Für ihre Plattenfirma Long Island Records folgt bald ein schwerer Schicksalsschlag – das Jahr 1995 nutzen die Jungs aus Kissing aber noch, um eine wahre Veröffentlichungsflut hinzulegen, Melodic Rock und AOR vom Feinsten ist meist das Resultat. Bald darauf wird ihr Chef krank und stirbt an Krebs, kurz darauf meldet eines der hoffnungsvollsten Spartenlabels Deutschlands Konkurs an.
Als PIERROT´s Erstling erscheint, ist bei ihrem Label noch alles im grünen Bereich. Dennoch sind die Zeiten schlecht, besonders für klassischen Hardrock. Mit ihren teils sozialkritischen Texten machen sich PIERROT dennoch im Umkreis ihrer Heimat schnell einen Namen. Da die Masse Mitte der Neunziger allerdings andere Musik bevorzugt, bleibt „Die Zeit ist reif“ ihr einziges Album. Dennoch findet sich darauf mit „Gott hat gesagt“ ein Killersong. PIERROT haben auch die Begabung, deutschte Texte zu schreiben, die nicht platt oder gar peinlich sind (im Gegensatz zu vielen ihrer englischsprachigen Kollegen). Und so hat „Gott hat gesagt“ bis heute nichts an seiner Brisanz verloren: Kriege, Klimakatastrophen und die Gier der Menschen wurden in den letzten zwanzig Jahren um ein vielfaches schlimmer.
„Gott hat gesagt“ ist noch immer in meiner Playlist – er ist einer der besten deutschsprachigen Rocksongs. Schade, dass die Band, die sich Ende der Neunziger in HAMMERSCHMITT umbenannt hat und seither der Neuen Deutschen Härte frönt, so in Vergessenheit geraten ist.
Stefan
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