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Montag, 16. Mai 2016

AVATAR - Feathers & Flesh

Band: Avatar
Album: Feathers & Flesh
Spielzeit: 70:44 min.
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Another Century
Veröffentlichung: 13.05.2016
Homepage: www.avatarmetal.com

AVATAR haben eine beachtliche Entwicklung hinter sich gebracht. Von einer reinrassigen Death Metal Kapelle hin zu einer Band mit unverwechselbarem Sound und Image hat auf ihrem letzten Album „Hail The Apocalypse“ (Rezi HIER) die Abwechslung mehr als je Zuvor Einzug gehalten. Diese Transformation wollen die Schweden mit ihrem neuen Dreher „Feathers & Flesh“ weiterführen – ihrem ersten richtigen Konzeptalbum. Und so ist in weiten Teilen des Album nicht mehr viel vom ungestümen Death Metal der Anfangstage übrig geblieben. „Feathers & Flesh“ besticht eher durch vielschichtige Songstrukturen, die zwar nicht immer auf Anhieb zu ergründen sind, und eine mittlerweile sehr eigenständige Handschrift. Sänger Johannes Eckerström setzt seine Stimme sehr variabel ein. Von harten Growls bis hin zu melancholischen Passagen hat dieser Ausnahmekünstler alles drauf. Dass nicht nur die einfallsreichen Videoclips (die alle auf dem eigenen Mist der Band gewachsen sind) in der Vergangenheit ganz große Klasse waren, ist ein weiterer Beweis für die Genialität dieser Band.

Ich muss gestehen, die Geschichte, die „Feathers & Flesh“ zugrunde liegt, ist sehr komplex. Frontmann Johannes Eckerström umschreibt diese so: “It’s a fable about an owl who goes to war to stop the sun from rising. It’s a tragic story of someone ultimately being set up to fail. She will learn many lessons and encounter many other creatures with ideas of their own. In the end, however, one must ask if something was learned at all.”  Dementsprechend widmen wir uns natürlich in erster Linie der Musik auf diesem 16 Tracks umfassenden Werk. Nur so viel: zusätzlich zum Album erscheint ein 60-seitiges Hardcoverbuch, das die komplette Geschichte aufrollt. In ein handelsübliches Booklet hat sie also nie und nimmer gepasst.

Dementsprechend komplex gestaltet sich auch die Mehrzahl der 16 Stücke. Beginnt die Platte mit dem Intro „Regret“ und dem herrlichen Nackenbrecher „House Of Eternal Hunt“ noch markig und voller metallischer Momente a´la AVATAR, schlägt der Wind nach dem Ohrwurm „The Eagle Hast Landed“ (dem wohl einzigen offensichtlichen Hit der Platte) schnell um bzw. mitten ins Gesicht des Hörers. Denn wer bisher dachte, Heavy Metal der Marke AVATAR sei unkompliziert und schnell durchschaubar, hat sich dieses Mal geirrt. Beinahe verletzlich und zart tönt Sänger in Teilen von „New Land“, nur um danach wieder einige Growls rauszuhauen. Generell legen die Schweden auf „Feathers & Flesh“ viel Wert auf Abwechslung und ausufernde Arrangements.

Das wilde „Tooth, Beak & Claw“ beginnt wie ein Klon des Strophenteils von MEGADETH´s „Sweating Bullets“, nur um kurze Zeit später eine wilde Fahrt der Marke „Pumpkin & The Honey Bunny“ aus dem Film „Pulp Fiction“ zu eröffnen – in metallischer Version versteht sich. Nach dem kurzen wie verstörenden „For The Swarm“ ist vielleicht für den ein oder anderen das Ende der Fahnenstange erreicht, was Experimente angeht. Aber keine Bange, das fast komplett akustische „Fiddler´s Farewell“, das von der Vocalperformance an die Glanzzeiten eines jungen ALICE COOPER erinnert, oder mit Nummern wie dem schleppend bedrohlichen „Black Waters“, dem sicherlich trinkfreundlichen „Night Never Ending“ oder dem kräftig wie mechanisch klingenden „Pray The Sun Away“ gibt es genügend Material, das nach ein paar Hördurchläufen besser in die Gehörgänge läuft – Steigerung garantiert. Und mit dem Doom-mässigen „When The Snow Lies Red“ haben AVATAR sogar noch einen weiteren potentiellen Hit geschaffen. Das majestätische „Sky Burial“ könnte auch als Seriensoundtrack für diverse Blockbuster der Marke „Game Of Thrones“ etc. durchgehen und nach dem nur gut einminütigen Wutausbruch „I´ve Got Something In My Front Pocket For You“ und dem in schwedischer Sprache gesungenen Abschlussbrocken „Det Är Alldeles Försent“ (was übersetzt „Es ist viel zu spät“ bedeutet) ist nach gut 70 Minuten Schluss.

AVATAR mausern sich immer mehr zum ultimativen Erlebnis im Metalbereich: die Schweden vereinen ausgeklügelte Songs mit einer vielschichtigen Story und präsentieren mit „Feathers & Flesh“ ihr bis dato ambitioniertestes Werk. Einziges Manko ist vielleicht, dass dabei nicht so viele offensichtliche Einzelhits herausspringen wie auf ihren beiden Vorgängerplatten. Als Ganzes funktioniert „Feathers & Flesh“ aber ausgezeichnet, es braucht nur ein wenig Geduld, um die ganze Tiefe dieses Silberlings zu ergründen.

WERTUNG: 






Trackliste:

1. Regret
2. House Of Eternal Hunt
3. The Eagle Has Landed
4. New Land
5. Tooth, Break & Claw
6. For The Swarm
7. Fiddler´s Farewell
8. One More Hill
9. Black Waters
10. Night Never Ending
11. Pray The Sun Away
12. When The Snow Lies Red
13. Raven Wine
14. Sky Burial
15. I´ve Got Something In My Front Pocket For You
16. Det Är Alldeles Försent

Stefan

Mittwoch, 13. April 2016

NOVEMBRE - URSA

Band: Novembre
Album: URSA
Spielzeit: 65:08 min
Stilrichtung: Progressive / Gothic Metal
Plattenfirma: Peaceville
Veröffentlichung: 01.04.2016

Nach einer ewig scheinenden Pause melden sich die italienischen Doom/Gothic/Deather von NOVEMBRE mit Album No. 8 zurück. Glatte 9 Jahre liegen zwischen URSA (frei nach George Orwell's "Union des Républiques Socialistes Animales") und dem ebenfalls bei Peaceville erschienen Vorgänger "The Blue". 9 Jahre in denen sich zwar im Bandgefüge das ein oder andere getan hat, nicht aber an der stilistischen Ausrichtung der Band, die auch weiterhin einen Mix aus ein klein wenig Doom, einer starken Prise Goth und, vor allem in den aggressiven Vocals, Death Metal zusammenrühren. Bloss weil die Band streckenweise an frühe Opeth erinnern sehe ich allerdings so gut wie keinen Anlass das Ganze dem Prog Metal zuzuschreiben, wie dies unter anderem auch vom Label angeführt wird. Nachdem Schlagzeuger Giuseppe Orlando 2015 nach 25 Jahren die Band verliess, ist sein Bruder Carmelo Orlando als einzig verbliebenes Gründungsmitglied an Bord, zusammen mit dem langjährigen Gitarristen Massimiliano Pagliuso.

"URSA" wurde vom schwedischen Tausendsasa Dan Swanö gemischt und gemastert und mit einem schnieken Artwork vom Szene-Veteranen Travis Smith veredelt. Das Rundherum stimmt also schonmal - aber was können NOVEMBRE musikalisch liefern, genug Zeit um gute Songs zu schreiben hatten sie ja? Nach einigen Durchläufen ist eine gewisse Gleichförmigkeit der Songs und Arrangements nicht von der Hand zu weisen. Das ist in diesem Genre natürlich nichts Ungewöhnliches, und teilweise sogar ein bewusst gewähltes Stilmittel. Der Grossteil des Materials lebt von der Dynamik aus lamentierendem, klaren Gesang und harschen, knapp an der Grenze zum Black-Metal angesiedelten Death-Metal Vocals. Vor allem im Klargesang bleibt Carmelo Orlando etwas blass und hat leichte Defizite, die dank multiplem Übereinanderlagern von Stimmen und anderen Produktionstricks aber ein wenig aufgewogen werden. Das ändert aber nichts daran, dass die Grunts um einiges besser funktionieren. Das alles soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass Tracks wie das epische "The Rose", das famose, atmosphärisch dichte Instrumental "Agathae" oder das mit wunderbaren Gitarrenlinien verzierte "Oceans Of Afternoons" bestens funktionieren und in dem Genre durchaus mit zur Oberklasse gehören. Dank des fetten, recht typischen Swanö Sounds und der spürbaren Routine der Band ist NOVEMBRE mit "URSA" ein durch und durch überzeugendes Album gelungen, das zwar keine Bäume ausreissen wird, aber dem Genre Fan, der ja weiss worauf er sich einlässt, ein paar unterhatsame Stunden bescheren wird.

WERTUNG





Trackliste:

01. Australis

02. The Rose

03. Umana

04. Easter

05. URSA

06. Oceans Of Afternoons

07. Annoluce

08. Agathae

09. Bremen

10. Fin

Mario



Freitag, 4. September 2015

KATAKLYSM - Of Ghosts And Gods

Band: Kataklysm
Album: Of Ghosts And Gods
Spielzeit: 45:54 min
Stilrichtung: (Melodic) Death Metal / Metalcore
Plattenfirma: Nuclear Blast Records
Veröffentlichung: 31.07.2015
Homepage: www.kataklysm.ca

Das kanadische Death Metal Flaggschiff von KATAKLYSM meldet sich mit dem mittlerweile zwölften Langspieler zurück. Anfangs gab es noch die volle Death Metal Breitseite, dann wurde die Sache immer melodischer. Entsprechend verzichtbar wurde die Band für Anhänger der ersten Stunde. Live liefern Brüllwürfel Maurizio Iacono und seinen Mannen aber nach wie vor ein Brett vom allerfeinsten ab.

Entsprechend neugierig war ich auf die Ausrichtung im Jahre 2015. Back to the roots? Oder weiter mit moderner Ausrichtung? Bereits der Opener "Breaching The Asylum" beantwortet diese Frage. Mehrfach musste ich mir die Augen reiben. Ja, das sind wirklich KATAKLYSM und keine Metalcore-Combo neueren Datums. Vermutlich bin ich nicht flexibel genug oder weiß der Geier, aber den Song kann man nur skippen. Zum Glück bekommen die Jungs gleich bei "The Black Sheep" die Kurve. Ein typisch groovender Melodic Death Stampfer wie man ihn von den Kanadiern kennt, geht direkt in die Nackenmuskulatur und lädt zum Headbangen ein. "Marching Through Graveyards" drückt das Gaspedal weiter durch, kommt aber nicht an Kracher der Marke "Shadows & Dust" ran.

Das kann man auch gleich als Fazit nehmen: die Band geht auf Nummer sicher, bietet gewohnte Kost ohne Überraschungen. Die großen Ideen fehlen leider auch, an manchen Ecken driften die Song in den Metalcore ab und versuchen mit phasenweise krampfhaft wirkenden Blasts heftig zu klingen. Handwerklich alles auf hohem Niveau, keine Frage. Aber bei dem starken Backkatalog der Band erscheint "Of Ghosts And Gods" doch eher überflüssig. Die sterile, leblose Produktion tut ihr übriges um auch nach einigen Durchgängen wenig Eindruck hinterlassen zu haben. Und ganz nett ist zu wenig für eine Band mit dem Potential von KATAKLYSM.

WERTUNG:





Trackliste:

01. Breaching The Asylum
02. The Black Sheep
03. Marching Through Graveyards
04. Thy Serpents Tongue
05. Vindication
06. Soul Destroyer
07. Carrying Crosses
08. Shattered
09. Hate Spirit
10. The World Is A Dying Insect

Chris

Freitag, 1. Mai 2015

UNLEASHED - Dawn Of The Nine

Band: Unleashed
Album: Dawn Of The Nine
Spielzeit: 49:06 min
Stilrichtung: Death Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast Records
Veröffentlichung: 24.04.2015
Homepage: www.unleashed.se

The longships are back! Zum zwölften Mal ziehen die Schweden von UNLEASHED in die Schlacht. Sind die ersten fünf Studioalben absolute Klassiker des schwedischen Death Metal, so schwankte die Qualität danach immer wieder. Während "Midvinterblot" und "Odalheim" den Glanztaten aus Anfangstagen in nichts nachstanden, waren Alben wie "Hell's Unleashed" oder "As Yggdrasil Trembles" eher durchschnittlich. Stellt sich die Frage wo sich "Dawn Of The Nine" einreihen wird.

Der Opener "A New Day Will Rise" haut mich noch nicht vom Hocker, dafür verpasst "They Came To Die" dem Hörer die volle Breitseite Oldschool Schwedentod. Härtegrad und Geschwindigkeit werden nach oben geschraubt, Johnny Hedlund klingt wie ein Nordmann auf Beutezug. "Defenders Of Midgard" ist ein typischer Midtempo-Song, allerdings fehlt diesem die Wucht von ähnlich gelagerten Krachern wie "The Longships Are Coming". Und dieses etwas schwankende Niveau sorgt dafür, dass sich "Dawn Of The Nine" genau zwischen den eingangs erwähnten Alben einreicht. Solide, aber nicht die volle Breitseite, welche UNLEASHED in vergangenen Jahren, besonders beim direkten Vorgänger, bereits abgeliefert haben.

Blind zuschlagen sollten hier also nur Die-Hard Fans, alle anderen legen besser ein paar Probedurchläufe beim Plattenhändler ihres Vertrauens ein, um ihren persönlichen Platz für "Dawn Of The Nine" im bisherigen Backkatalog der Schweden zu finden.

WERTUNG:






Trackliste:

01. A New Day Will Rise
02. They Came To Die
03. Defenders Of Midgard
04. Where Is Your God Now?
05. The Bolt Thrower
06. Let The Hammer Fly
07. Where Churches Once Burned
08. Land Of The Thousand Lakes
09. Dawn Of The Nine
10. Welcome The Son Of Thor!

Chris

Freitag, 6. März 2015

WARDENCLYFFE - Control All Delete

Band: Wardenclyffe
Album: Control all delete
Spielzeit: -
Stilrichtung: Doom/Death Metal
Plattenfirma: Ván Records
Veröffentlichung: 06.03.2015
Homepage: www.facebook.com/Wardenclyffe

GRIFTEGARD dürften den meisten Doom-Fans ein Begriff sein. Gitarrist Ola Blomkvist hat seit 2011 auch ein weiteres Projekt, gemeinsam mit Robert Karlsson (Gitarre), Emil Åström (Bass), Micael Zetterberg (Schlagzeug) und Jacob Nordangård (Gesang, Gitarre) am Start. WARDENCLYFFE nennt sich diese Truppe und nun ist ihr Debütalbum "Control all delete" erschienen. Der Bandname bezieht sich, wie auch im Logo zu sehen, auf den Wardenclyffe-Tower, ein experimenteller, nicht vollendeter und ganz aus Holz gebauter Funkturm von Nikola Tesla bei Shoreham, USA.

Nun aber genug des geschichtlichen Hintergrundes, widmen wir uns der Musik. Die Schweden haben sich dem Doom / Death verschrieben und beherrschen diesen Stilmix wirklich ganz vorzüglich. Nach einem kurzen Intro beginnt "Orcadian Dream" eher traditionell und mit cleanen Vocals, die teilweise schon mehr gesprochen denn gesungen wirken. "Everlearning - Neverknowing" schaltet dann zwei Gänge runter, hier wälzt sich eine düstere Melodie aus den heimischen Boxen, angereichtert durch erste Death Elemente - eine ganz starke Nummer. "Merchants Of Doom" steigert den Death Anteil noch ein wenig und erste Growls kommen zum Einsatz. Der Refrain ist leider etwas langweilig ausgefallen, was schade ist, der Song ist ansonsten wieder richtig stark. Diese Abwechslung bleibt auch bei den restlichen drei Stücken erhalten, erhabene Langsamkeit und tonnenschwere Riffs wechseln sich mit finsteren Ausbrüchen, klarer Gesang mit tiefen Growls.

Die Produktion ist wirklich druckvoll, obwohl sie auf das Nötigste reduziert wirkt. Die Instrumente sind klar und präsent, trotzdem überlagert kein Instrument den Gesamteindruck wie es doch der Bass im Doomsektor gerne mal macht. Beim ersten Durchlauf etwas ungewohnt, mit der Zeit aber richtig gut.

Wer auf Doom / Death steht, kommt an den Jungs aus Norrköping nicht vorbei. "Control all delete" ist ein starker Erstling geworden. Durch ein paar eher ungewöhnliche Elemente können sich WARDENCLYFFE auch klar von der Masse abheben.

WERTUNG:






Trackliste:

01. The World Sensorium Pt.1
02. Orcadian Dream
03. Everlearning - Neverknowing
04. Merchants Of Doom
05. Macroshift
06. A Journey Through The Major Arcana
07. Externalization Of The Hierarch

Chris

Montag, 15. Dezember 2014

BLOODBATH - Grand Morbid Funeral

Band: Bloodbath
Album: Grand Morbid Funeral
Spielzeit: 47:39 min
Stilrichtung: Death Metal
Plattenfirma: Peaceville Records
Veröffentlichung: 17.11.2014
Homepage: www.bloodbath.biz

Das schwedische Death Metal Geschwader von BLOODBATH ist endlich zurück. Sechs Jahre nach "The Fathomless Mastery" gibt es mit "Grand Morbid Funeral" zum vierten Mal Oldschool Schwedentod auf Albumlänge auf die Ohren. Am Mikro sind diesmal weder Peter Tägtgren noch Mikael Åkerfeldt. Nein, BLODDBATH haben eine echte Überraschung im Gepäck. Niemand anderes als Nick Holmes (PARADISE LOST) growlt diesmal ins Mikro. Dass der Mann es kann ist aus den Anfangstagen seiner Hauptband bekannt, viele Jahre hat er diesen Gesangsstil aber hinter verschlossenen Türen verwahrt.

Auf "Grand Morbid Funeral" merkt man davon nichts, es scheint als habe der gute Nick nie anders gesungen. Musikalisch werden alle Trademarks von BLOODBATH bedient, neben tonnenschweren Deathwalzen wie "Church Of Vastitas" und Groovemonstern ("Mental Abortion") gibt es auch rasende Ausbrüche, etwa bei "Let The Stillborn Come To Me" oder "Famine Of God's Word". Für Abwechslung ist also gesorgt, die musikalische Qualität der Schweden steht sowieso außer Zweifel. Die Produktion ist finster und ein klein wenig dreckig und fängt die Düsternis von "Grand Morbid Funeral" gekonnt ein.

Langspieler Nummer vier ist böse, dunkel und kompromisslos. So wie man es sich von BLOODBATH wünscht. Für mich auf jeden Fall eines der Death Metal Alben des Jahres. Und mit Nick Holmes hat man einen überraschenden Paukenschlag gelandet der perfekt funktioniert. Oldschool Schwedentod der Extraklasse!

WERTUNG:






Trackliste:

01. Let The Stillborn Come To Me
02. Total Death Exhumed
03. Anne
04. Church Of Vastitas
05. Famine Of God's Word
06. Mental Abortion
07. Beyond Cremation
08. His Infernal Necropsy
09. Unite In Pain
10. My Torturer
11. Grand Morbid Funeral

Chris

Mittwoch, 10. Dezember 2014

AVERSIONS CROWN - Tyrant

Band: Aversions Crown
Album: Tyrant
Spielzeit: 39:33 min
Stilrichtung: Death Metal / Deathcore
Plattenfirma: Nuclear Blast Records
Veröffentlichung: 21.12.2014
Homepage: www.facebook.com/aversionscrown

Nachdem die Kollegen von THY ART IS MURDER bereits bei Nuclear Blast untergekommen sind, folgen nun die Krawallbrüder von AVERSIONS CROWN mit ihrem Zweitling "Tyrant" nach Donzdorf.

Geboten wird moderner Death Metal mit ordentlichem Core-Anteil. So wechselt sich Highspeed-Geballer, Breaks und Tempowechsel mit gelegentlichen dissonanten und wahnwitzigen Passagen ab. Colin Jeffs brüllt sich dabei die Seele aus dem Leib.

Wer also von Abrissbirnen der Marke JOB FOR A COWBOY, CATTLE DECAPITATION oder CARNIFEX nicht genug bekommen kann, ist bei AVERSIONS CROWN genau richtig. Persönlich hat die Scheibe für mich noch etwas Luft nach oben. Klar, die Grundzutaten stimmen, phasenweise ist die ganze Sache aber zu sperrig und wenig mitreißend.

So bleibt unterm Strich eine Reinhör-Empfehlung für Genrefans. "Tyrant" erfindet den Deathcore nicht neu, ist aber auch noch lange kein schlechtes Album geworden. Gehobener Durchschnitt, nicht mehr, nicht weniger.

WERTUNG:






Trackliste:

01. Hollow Planet
02. The Glass Sentient
03. Conqueror
04. Vectors
05. Earth Sterilister
06. Avalanche
07. Xenoforms
08. Overseer
09. Controller
10. Faith Collapsing

Chris

Mittwoch, 19. November 2014

CARCASS - Surgical Remission - Surplus Steel (EP)

Band: Carcass
Album: Surgical Remission - Surplus Steel (EP)
Spielzeit: 17:40 min
Stilrichtung: Death Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast Records
Veröffentlichung: 14.11.2014
Homepage: www.facebook.com/officialcarcass

Nach dem starken Comeback Album "Surgical Steel" im letzten Jahr, verkürzen die Englänger von CARCASS die Wartezeit bis zum nächsten Langeisen mit der EP "Surgical Remission - Surplus Steel".

Die Songs entstammen den Aufnahmen zu "Surgical Steel" und wurden teilweise bereits als Bonustracks der Japan Edition bzw. der Digipak-Version veröffentlicht. Nun haben die Jungs aus Liverpool diese nicht verwendeten Stücke also gebündelt und den Fans zugängig gemacht. Und die EP lohnt sich durchaus, zwar halten nicht alle Stücke das Level des letzten Langspielers, sind aber weit davon entfernt überflüssig zu sein. So dürften Fans beim groovigen "A Wraith In The Apparatus" oder dem Stampfer "Intensive Battery Brooding" (der am Schluss kräftig die Thrash-Keule schwingt) voll auf ihre Kosten kommen.

"Surgical Remission - Surplus Steel" hält die Spannung oben und macht Lust auf mehr. Hoffentlich dauert es nicht solange bis CARCASS wieder neues Material auf Albumlänge unters Volk jagen!

WERTUNG:




Trackliste:

01. A Wraith In The Apparatus
02. Intensive Battery Brooding
03. Zochrot
04. Livestock Marketplace
05. 1985 (Reprise)

Chris

Dienstag, 21. Oktober 2014

SCAR SYMMETRY - The Singularity

Band: Scar Symmetry
Album: The Singularity (Phase I - Neohumanity)
Spielzeit: 43:24 min
Stilrichtung: Melodic Death Metal / Modern Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast Records
Veröffentlichung: 03.10.2014

Zum zehnjährigen Bandjubiläum beschenken sich SCAR SYMMETRY selbst mit Studioalbum Nummer sechs, welches auf den einprägsamen Namen "The Singularity (Phase I - Neohumanity)" hört. Dieses Werk steht am Beginn einer Trilogie, welche in den nächsten Jahren weitergeführt werden soll.
Thematisch geht es um eine düstere Zukunft im Sinne von Terminator & Co, Mensch gegen Maschine, Cyberkrieg und was eben alles dazu gehört.
Musikalisch ist die neue Scheibe der Schweden vielschichtig, nicht so leicht auf den Punkt zu bringen. Klargesang und Growls, härtere Death Metal Momente verknüpft mit der überwiegenden hochmelodiösen, manchmal gar poppigen Grundstimmung. Das Ganze in einer sehr progressiven Umsetzung, dazu noch ein kräftiger Keyboardeinsatz. Kein Mix für zwischendurch, SCAR SYMMETRY sind nicht ganz einfach zu verdauen. Einerseits auf einem beeindruckenden technischen Niveau, manchmal aber auch wieder etwas zu verkopft und überladen. Sozusagen DREAM THEATER auf Melodic Death Metal Trip.
Die beiden Sänger Lars Palmqvist (Klargesang) und Roberth Karlsson (Growls/Shouts) spielen sich die Bälle perfekt hin und her, die instrumentale Besetzung liefert jede Menge starke Riffs, Soli und Groove. Die Keyboards sind präsent, aber kleistern nicht alles zu. Die poppigen Passagen sind manchmal fast kitschig, stellen aber im Gesamtkonzept einen spannenden Kontrast zu den Aggressionsausbrüchen dar. "The Singularity (Phase I - Neohumanity)" hat ein paar Durchläufe gebraucht, wird aber von Mal zu Mal stärker.

SCAR SYMMETRY legen mit ihrem sechsten Langspieler das beste Stück melodischer progressiver Death Metal Kost des Jahres vor. Zeit nehmen, rein hören und Spaß haben!

WERTUNG:





Trackliste:

01. The Shape of Things to Come
02. Neohuman
03. Limits to Infinity
04. Cryonic Harvest
05. The Spiral Timeshift
06. Children of the Integrated Circuit
07. Neuromancers
08. Technocalyptic Cybergeddon


Chris

Mittwoch, 1. Oktober 2014

DECAPITATED - Blood Mantra

Band: Decapitated
Album: Blood Mantra
Spielzeit: 39:38 min
Stilrichtung: Groove/Death Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast Records
Veröffentlichung: 26.09.2014
Homepage: www.decapitatedband.net

DECAPITATED sind neben VADER und HATE seit Gründung im Jahre 1996 einer der Death Metal Exportschlager aus Polen. Nun gibt es mit "Blood Mantra" das sechste Studioalbum. Das letzte Album "Carnival Is Forever" war ein tragisches Comebackalbum, nachdem 2007 Schlagzeuger Vitek bei einem Unfall mit dem Tourbus ums Leben kam. Der damalige Sänger Covan leidet noch heute unter seinen schweren Kopfverletzungen. Somit sind DECAPITATED seit "Carnival Is Forever" eine neue Band unter dem alten Banner. Bereits beim Vorgänger schieden sich die Geister und dies wird sich wohl auch auf dem neusten Output "Blood Mantra" nicht ändern.

Die Hauptzutat ist weiterhin krachender Death Metal, die technische Ausprägung ist aber auch auf " Blood Mantra" zu Gunsten eines groovenderen Sounds in den Hintergrund getreten. Man muss sich nur mal einen beliebigen Song des Debüts "Winds of Creation" anhören, allein beim Drumsound liegen Welten zwischen diesen Werken. Parallelen finden sich heute mehr zu MESHUGGAH, GOJIRA oder FEAR FACTORY. Auch die Vocals erinnern oftmals mehr an Groove/Thrash als an Death Metal.

Ist der sechste Langspieler nun also gelungen oder nicht? Hier werden die Meinungen weit auseinander gehen. Kann man sich mit modernen, gelegentliche dissonanten Passagen anfreunden und DECAPITATED im Jahre 2014 losgelöst von den ersten vier Studioalben betrachten, dann wird man viel Freude mit dem Album haben. Trauert man den alten Zeiten hinterher und fühlt sich eher technischen Hochgeschwindigkeitsspielereien zugetan, wird man eher enttäuscht.

Persönlich tendiere ich eher zur zweiten Gruppe, die musikalische Qualität kann man der Band zwar definitiv nicht absprechen, wirklich überzeugend ist "Blood Mantra" nicht. Solides oberes Mittelfeld würde man beim Fussball wohl sagen.

WERTUNG:





Trackliste:

01. Exiled in Flesh
02. The Blasphemous Psalm To The Dummy God Creation
03. Veins
04. Blood Mantra
05. Nest
06. Instinct
07. Blindness
08. Red Sun

Chris

Montag, 4. August 2014

BELPHEGOR - Conjuring the Dead


Band: Belphegor
Album: Conjuring The Dead
Spielzeit: 36:39 min
Stilrichtung: Black / Death Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast Records
Veröffentlichung: 08.08.2014
Homepage: www.belphegor.at

Seit über 20 Jahren knüppeln sich die Österreicher von BELPHEGOR nun schon durch die Metalszene. Nun liegt das zehnte Studioalbum "Conjuring The Dead" vor.

Bereits beim Opener "Gasmask Terror" wird sofort klar, dass die Salzburger nichts verlernt haben. Der Song kracht gnadenlos und blasphemisch aus den Boxen, hier werden keine Gefangenen gemacht, die Blasts knallen einem nur so um die Ohren. Beim folgenden Titeltrack nehmen die Jungs ein wenig Geschwindigkeit raus, lassen dafür eine stampfende Dampfwalze vom Stapel, die eine immense Durchschlagskraft vorzuweisen hat. Diese Struktur zieht sich durch das gesamte Album, mal gehen die Österreicher mit schleppender, roher Urgewalt vor um im nächsten Moment in rasende Wut zu verfallen. Einzige Verschnaufpause bietet das kurze instrumentale Zwischenspiel "The Eyes", bei dem sogar akustische Gitarrenklänge zum Einsatz kommen. Es folgt mit "Legions of Destruction" ein Song mit zwei Gastmusikern: Glen Benton (DEICIDE) und Attila (MAYHEM). Entsprechend geht auch diese Nummer voll auf die Zwölf, pure Raserei.

Produziert wurde das finstere Geschoss von Erik Rutan (HATE ETERNAL) und er liefert eine erstklassige Arbeit ab. "Conjuring The Dead" rollt über den Hörer hinweg wie ein Kampfpanzer und legt alles in Schutt und Asche.

BELPHEGOR liefern auch beim zehnten Streich alles ab, was die Fans von Ihnen hören wollen. Hier kann man nichts falsch machen.

WERTUNG:





Trackliste:

01. Gasmask Terror
02. Conjuring the Dead
03. In Death
04. Rex Tremendae Majestatis
05. Black Winged Torment
06. The Eyes
07. Legions of Destruction
08. Flesh Bones and Blood
09. Lucifer, Take Her!
10. Pactum In Aeternum

Chris

Donnerstag, 10. Juli 2014

SUICIDE SILENCE - You Can´t Stop Me

Band: Suicide Silence
Album: You Can't Stop Me
Spielzeit: 39:58 min
Stilrichtung: Deathcore
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 11.07.2014
Homepage: www.facebook.com/suicidesilence

Der Tod von Sänger Mitchell Adam Lucker Ende 2012 in Folge eines Motorradunfalls war ein Schock für SUICIDE SILENCE und ihre Fans. Wie sollte es weitergehen? Sollte es überhaupt weitergehen? Die Band entschied sich für einen Neustart mit Hernan "Eddie" Hermida (ex-ALL SHALL PERISH) am Mikro. Die neue Scheibe bekam dann gleich ein Statement als Titel: "You Can't Stop Me".

Und das klappt von der ersten Sekunde an. Eddie macht einen verdammt guten Job und die übrigen Mitstreiter Mark Heylmun und Chris Garza (Gitarre), Dan Kenny (Bass) and Alex Lopez (Schlagzeug), klingen dynamisch und druckvoll wie eh und je. Der Mix aus Death Metal und Grind, gepaart mit dissonanten Momenten und einem heftigem Groove hat ein perfektes Level erreicht, die Songs klingen wie aus einem Guss. Bei "Control" gibt sich George "Corpsegrinder" Fisher (CANNIBAL CORPSE) die Ehre, bei "Monster Within" ist Greg Puciato (THE DILLINGER ESCAPE PLAN, KILLER BE KILLED) mit von der Partie. Die Songs sind abwechslungsreich, mal pure Raserei, dann wieder tonnenschwere Mosher die jede Nackenmuskulatur an die Grenzen bringen.

»You Can’t Stop Me« wurde von Steve Evetts (THE DILLINGER ESCAPE PLAN, GLASSJAW, SEPULTURA), einem langjährigem Freund und Wegbegleiter der Band, gemischt und produziert.

SUICIDE SILENCE ist es gelungen diesen schweren Neustart zu meistern. "You Can't Stop Me" ist ein leidenschaftliches Album geworden und bestätigt, dass die Band auch von solch schweren Rückschlägen nicht zu stoppen ist.

WERTUNG:






Trackliste:

01. M.A.L.
02. Inherit The Crown
03. Cease To Exist
04. Sacred Words
05. Control (featuring George "Corpsegrinder" Fisher)
06. Warrior
07. You Can't Stop Me
08. Monster Within (featuring Greg Puciato)
09. We Have All Had Enough
10. Ending Is The Beginning
11. Don't Die
12. Ouroboros

Chris

Freitag, 30. Mai 2014

VADER - Tibi Et Igni

Band: Vader
Album: Tibi Et Igni
Spielzeit: 42:02 min
Stilrichtung: Death Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 30.05.2014
Homepage: www.vader.pl

Die polnische Death Metal Institution VADER ist zurück. Fast drei Jahre nach dem starken "Welcome To The Morbid Reich" gibt es mit "Tibi Et Igni", was so viel bedeutet wie "für dich und das Feuer", den nächsten Death Metal Frontalangriff der Mannen um Piotr „Peter“ Wiwczarek.

Der Einstieg ist typisch VADER, ein klassisches Intro leitet "Go to hell" ein, welches sich dann nach zwei Minuten sofort als absolutes Highlight entwickelt. Der Song wird mit ziemlicher Sicherheit einen festen Platz im Liveprogramm der Polen finden. "Where Angels Weep" legt dann alles in Schutt und Asche, Doublebass-Attacken gegen die eine Maschinengewehr-Salve harmlos wirkt. Bei aller Härte und Raserei verlieren die Jungs aber nie den Groove aus den Augen und die thrashigen Riffs dürfen auch nicht fehlen. Hier sei "Triumph Of Death" erwähnt, eine stampfende Dampfwalze allererster Güte. Die restlichen Songs wechseln zwischen diesen Facetten und halten das enorme technische Niveau mit spielerischer Leichtigkeit.

Über die musikalische Qualität der Musiker braucht man auch keine weiteren Worte mehr zu verlieren, VADER sind nicht nur erste Liga, das ist Champions League. Die Produktion wurde erneut von Wojtek und Slawek Wieslawski übernommen und lässt ebenfalls keine Wünsche offen.

VADER waren eine Bank, VADER sind eine Bank und ich glaube man ist nicht zu optimistisch wenn man behauptet VADER bleiben eine Bank. Nach über dreißig Jahren im Geschäft hält die Band sich mit beeindruckender Leichtigkeit eine volle Länge vor der Konkurrenz und überzeugt auch 2014 mit "Tibi Et Igni" auf ganzer Linie. Und dieses Wochenende komme ich gleich in den Genuss mir die neuen Songs am Out & Loud live um die Ohren feuern zu lassen. Das wird ein Fest. Death Metal Fans können hier blind zuschlagen!

WERTUNG:






Trackliste:

01. Go To Hell
02. Where Angels Weep
03. Armada On Fire
04. Triumph Of Death
05. Hexenkessel
06. Abandon All Hope
07. Worms Of Eden
08. The Eye Of The Abyss
09. Light Reaper
10. The End

Chris

Dienstag, 20. Mai 2014

AVATAR - Hail The Apocalypse

Band: Avatar
Album:  Hail The Apocalypse
Spielzeit: 50:52 min.
Stilrichtung: Melodic Death Metal
Plattenfirma: Gain
Veröffentlichung: 16.05.2014
Homepage: www.avatarmetal.com

Nach ihrem letzten Album 'Black Waltz' von 2012 legen die fünf Schweden von AVATAR nun mit 'Hail The Apocalypse' ordentlich nach. Obwohl 'Black Waltz' schon ihr viertes Album war, schienen sie erst da ihren Stil gefunden zu haben und führen diesen jetzt mit 'Hail The Apocalypse' weiter. Gruseliger Zirkus mit Sänger Johannes Eckerström als bösen Clown soll es also sein. Vor allem beim jetzigen Album wird das konsequent durchgezogen; die Zirkusmelodien ziehen sich wie ein roter Faden durch die ganze Platte. Das und auch die generelle Liebe zum Detail, die einen jedes Mal, wenn man die Scheibe hört etwas Neues entdecken lässt, machen 'Hail The Apocalypse' zu einem Gesamtkunstwerk.

Gestartet wird mit dem Titelsong, der gleich unmissverständlich klarmacht, dass die Fahrt auf diesem Karussell alles andere als bequem wird. 'What I Don't Know' groovt so richtig und vor allem das Solo begeistert, weil es genauso melodiös ist wie der Rest des Songs und sich perfekt einfügt. 'Death Of Sound' ist schließlich nicht unbedingt ein Highlight des Albums, aber hat einen recht einprägsamen Refrain. 'Vultures Fly' sticht wieder als besonders rhythmisch hervor bevor es dann zu einem meiner Favoriten geht, nämlich 'Bloody Angel'. Das Lied führt einen durch Höhe-und Tiefpunkte einer Geschichte, die es erzählt und zieht einen gleich mit hinein und lässt einen nicht mehr los. Wem dazu keine eigene Geschichte einfällt, der kann sich ja vom Video ein paar Ideen holen. (HIER) Super gemacht, wie alle Videos, die das Quintett sich komplett selbst ausdenkt!

Nach dem düsteren 'Murderer' kommt dann 'Tsar Bomba', welches auf Deutsch abgeliefert wird. Das ist an dem Song jedoch auch am spannendsten, aber 'Puppet Show' macht das wieder gut, hier wird mit der Drehorgel gearbeitet und spätestens ab der Tuba macht es dann richtig Spaß dem Jahrmarkt weiter zu folgen. Mit 'Something In The Way' wird uns ein Nirvana-Cover geboten, dass auch von MARILYN MANSON hätte kommen können. Das Schlusslicht bildet 'Tower'. Ein bedrückendes und schauerliches Stück, dass mit seiner Märchenhaftigkeit an Rapunzel erinnert.

Zwar kommt 'Hail The Apocalypse' nicht unbedingt an 'Black Waltz' heran, ist jedoch im Ganzen ein wunderbares Album mit Highlights wie 'Bloody  Angel' und 'What I Don't Know' und überzeugt durch coole Melodien, groovende Rhythmen und facettenreichen Gesang!

WERTUNG:






Trackliste:

01. Hail The Apocalypse
02. What I Don't Know
03. Death Of Sound
04. Vultures Fly
05. Bloody Angel
06. Murderer
07. Tsar Bomba
08. Puppet Show
09. Get In Line
10. Something In The Way
11. Tower

Lotta Craze

Donnerstag, 15. Mai 2014

NECRODEATH - The 7 Deadly Sins

Band: Necrodeath
Album: The 7 Deadly Sins
Spielzeit: 42:01 min
Stilrichtung:  Thrash / Black / Death Metal
Plattenfirma: Scarlet Records
Veröffentlichung: 12.05.2014
Homepage: www.necrodeath.net

Highspeed-Thrash-Attacken mit viel Zorn im Bauch und Dampf auf dem Kessel haben in Italien Tradition. 1984 als GHOSTRIDER gegründet, nannte man sich ein Jahr später um in NECRODEATH. Unter diesem Namen ging es dann weiter bis zur Auflösung 1990. Acht Jahre später fand man allerdings wieder zusammen. Seither stehen die Italiener für kompromisslosen Thrash Metal mit Ausflügen in Black und Death Metal Gefilde und liefern in regelmäßigen Abständen solide bis starke Scheiben ab.

Nun liegt mit "The 7 Deadly Sins" Studioalbum Nummer elf vor. Bei dem Namen ergeben sich die Titel der Songs von alleine: Sloth, Lust, Envy, Pride, Wrath, Gluttony und Greed. Dazu gibt es dann noch zwei "Bonustracks" um das zahlende Publikum auch mit etwas mehr teuflischer Raserei zu versorgen.

"Sloth" feuert zum Start aus allen Rohren und zeigt gleich an, wo der Hammer hängt. "Lust" ist eher im Midtempo angesiedelt und eignet sich perfekt um die Mähne kreisen zu lassen. "Envy" zieht wie der Opener gleich voll vom Leder, wandelt sich dann in eine groovende und bärenstarke Nummer, die besonders bei den Gitarren an SLAYER erinnert. "Wrath" macht seinem Namen alle Ehre und erhebt sich zu absoluter Raserei, eine knackige Abrissbirne allererster Güte. Und so geht es weiter, Geschwindigkeit ist Trumpf, "The 7 Deadly Sins" kracht und knallt an allen Ecken und Ende ohne dabei groovende und melodische Breaks zu vernachlässigen und auf diese Weise für die richtige Mischung sorgt. Wer seine tägliche Dosis Thrash voll auf die Zwölf will, ist bei NECRODEATH nach wie vor bestens aufgehoben.

Neben dem Sound von SLAYER finden sich Parallelen zum Sound von alten DESTRUCTION, KREATOR oder auch CELTIC FROST und DESASTER. Nur sind NECRODEATH eben keine Kopie sondern ihrem Sound aus Anfangstagen im Großen und Ganzen treu geblieben.

Somit bleibt festzuhalten: NECRODEATH machen sich eindeutig schuldig. Sie frönen der Wut, versprühen dabei eine kraftvolle Lust auf Thrash und scheinen zudem unersättlich. Aber wie sagt man: so schön kann Sünde sein. Also, ab in die Kutten, lasst uns sündigen.

WERTUNG:






Trackliste:

01. Sloth
02. Lust
03. Envy
04. Pride
05. Wrath
06. Gluttony
07. Greed
08. Thanatoid
09. Graveyard Of The Innocents

Chris

Montag, 21. April 2014

AUTOPSY - Tourniquets, Hacksaws & Graves

Band: Autopsy
Album: Tourniquets, Hacksaws & Graves
Spielzeit: 48:55 min
Stilrichtung: Death Metal
Plattenfirma: Peaceville Records
Veröffentlichung: 21.04.2014
Homepage: www.autopsydeathmetal.com

Schlachtfest Nummer Sieben der amerikanischen Death Metal Legende AUTOPSY kommt dieser Tage in die Plattenläden und nennt sich "Tourniquets, Hacksaws & Graves". Die Kalifornier haben mit "Severed Survival" und "Mental Funeral" zwei absolute Szeneklassiker veröffentlicht und auch später noch einige sehr starke Langrillen auf den Markt geworfen. Der dritte Silberling seit der Reunion 2009 steht dieser Tradition in nichts nach.

Der Opener "Savagery" ballert gleich mal aus allen Rohren und macht keine Gefangenen, die pure Death Metal Raserei. "King Of Flesh Ripped" wälzt sich fast schon doomig durch die Gehörgänge welche immer wieder durch treibende Groovepassagen unterbrochen werden. Der Mix aus tonnenschweren Death-Walzen, groovenden Bangern und rasenden Wutausbrüchen zieht sich durch alle 12 Songs von "Tourniquets, Hacksaws & Graves".

Die Mitbegründer des amerikanischen Death Metal gehören auch 2014 noch lange nicht zum alten Eisen, an die Meilensteine aus den Anfangstagen können AUTOPSY zwar nicht ganz anknüpfen, für ein kurzweiliges und überdurchschnittliches Album reicht es aber alle Mal.

Aufgenommen wurde "Tourniquets, Hacksaws & Graves" in den Fantasy Studios mit Produzent Adam Munoz, das Cover wurde von Wes Benscoter gestaltet, welcher bereits "Macabre Eternal" in Szene gesetzt hat.

Todesbleifreunde der alten Schule bekommen von AUTOPSY die gewohnte Qualität und können hier bedenkenlos zugreifen. Oder um es mit den Worten der Band zu sagen: "This is AUTOPSY, this is Death Metal!"

WERTUNG:






Trackliste:

01. Savagery
02. King Of Flesh Ripped
03. Tourniquets, Hacksaws And Graves
04. The Howling Dead
05. After The Cutting
06. Forever Hungry
07. Teeth Of The Shadow Horde
08. All Shall Bleed
09. Deep Crimson Dreaming
10. Parasitic Eye
11. Burial
12. Autopsy

Chris

Freitag, 7. Februar 2014

MAYAN - Antagonise

Band: MaYaN
Album: Antagonise
Spielzeit: 62:17 min
Stilrichtung: Symphonic Death Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 31.01.2014
Homepage: www.mayanofficial.com

Metal ist Bildung! Zumindest wenn man dem Promozettel des zweiten Langspielers von MAYAN Glauben schenken darf. "Es ist nicht einfach, gute Dokumentationen hierzu im TV zu finden, da kaum ein Sender noch wirklich unabhängig und in der Lage, die Wahrheit vollends zu zeigen, ist." Oha! Mit "hierzu" sind übrigens Themen wie der Kampf gegen den Terror, Spionage oder schwindende Privatsphäre gemeint. Nachdem die Glotze uns hier also nicht mehr helfen kann, naht die Rettung aus, natürlich, Holland!

Auf ihrem Kreuzzug für Gerechtigkeit scharten Mark Jansen (EPICA) - zuständig für Grunts & Screams - und Keyboarder Jack Driessen (Ex-AFTER FOREVER) weitere Musiker um sich: Gitarrist Frank Schiphorst (SYMMETRY), Hennung Basse (Vocals), Laura Macri (Soprano), Rob van der Loo (Bass) und Ariën van Weesenbeek (Drums).

Dann aufgepasst! Jetzt erwartet uns die volle Ladung Wut, Zorn und Widerstand gegen alles, was in dieser Gesellschaft falsch läuft. Festhalten, es geht los!

Schnell stellt sich dann leider Ernüchterung ein. Vertracktes Songwriting, welches nicht wirklich nachvollziehbar beim Hörer ankommt sondern sich in einem Death Metal Symphonie Durcheinander verliert. Die Stücke wirken auch reichlich überladen und der Produktion fehlt es zudem an Druck und Aggression.

Die Musiker beherrschen alle ihr Handwerk, keine Frage. Leider scheinen sie nicht zu wissen wohin die Reise gehen soll. MAYAN klingen über weite Strecke wie die Hauptspielwiese der meisten beteiligen Musiker: EPICA. Dazu gibt es ein wenig Gegrunze und ein paar Blasts. Darüber legen sich dann Sopran-Trällereien und jede Menge symphonischer Bombast. Und diese Symbiose geht größtenteils daneben, wie besonders "Paladins of Deceit - National Security Extremism part 1" beweist.

Was bleibt also? Ein Haufen wirklich guter Musiker, die sich in ihren eigenen Ideen verlaufen und einen sehr schwer zu verdauenden Mix aus Death, Symphonic und Power Metal mit progressiver Schlagseite auf "Antagonise" erschaffen haben.
Damit werden sie aber nur bei ganz wenigen Leuten richtig punkten können, an mir laufen die Songs auch nach einigen Durchgängen vollständig vorbei.

WERTUNG: 






Trackliste:

01. Bloodline Forfeit
02. Burn Your Witches
03. Redemption - The Democracy Illusion
04. Paladins of Deceit - National Security Extremism part 1
05. Lone Wolf
06. Devil in Disguise
07. Insano
08. Human Sacrifice
09. Enemies of Freedom
10. Capital Punishment
11. Faceless Spies - National Security Extremism part 2

Chris

Montag, 2. Dezember 2013

OUTRAGE - Brutal Human Bastard

Band: Outrage
Album: Brutal Human Bastard
Spielzeit: 38:40 min
Stilrichtung: Death Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 29.11.2013
Homepage: www.outrage.at

Die Österreicher von OUTRAGE haben nach 4 Jahren Wartezeit den Nachfolger zu ihrem Debüt "Contaminated" eingeprügelt. Der neue Langspieler von Markus Urstöger (Vocals), Manuel Alexander Berger (Guitars), Gerhard Turk (Guitars), Erwin Forsthuber (Bass) und Michael Mittendrein (Drums) hört auf den schmissigen Namen "Brutal Human Bastard".

Nach einem kurzen Intro kracht dann auch der Opener "Cryptic Time" stampfend und mit ordentlich Groove aus den Boxen. Doch immer wenn man mit einem Wut- oder Geschwindigkeitsausbruch rechnet, bleibt dieser aus. Gegen Ende des Songs nimmt man sogar noch mehr Fahrt raus und bewegt sich fast in doomigen Gefilden, leider ohne die Durchschlagskraft die etwa ASPHYX bei solchen Stücken entfalten.

Diese Schwäche zieht sich durch das gesamte Werk. Musikalisch ist bei allen Instrumenten zwar alles im grünen Bereich, die Produktion gibt auch keinen Anlass zur Beschwerde und Markus grunzt und keift sich sehr beachtlich durch die zehn Stücke. Doch die Songs wirken auf Dauer zu zahm, man möchte mehrfach nach der Handbremse greifen und diese lösen. Hier ein kleiner Wutausbruch, dort eine kleine todesmetallische Raserei und schon würde "Brutal Human Bastard" noch eine ganze Ecke amtlicher durch die Gehörgänge knallen.

So bleibt es bei einem durchaus soliden aber eher unspektakulären klassischen Death Metal Album, irgendwo zwischen SIX FEET UNDER und OBITUARY.

Ein wenig mehr Abwechslung (wie etwa beim leicht punkigen "Pissing Roadside"), ein paar überraschende Momente und insgesamt mehr Aggressivität und das nächste Album von OUTRAGE dürfte eine echte Bombe werden. Potential haben die Österreicher alle Mal. Wer auf handwerklich sauber gespielten, hauptsächlich im Midtempo-Bereich angesiedelten Death Metal steht, sollte dem menschlichen Bastard ein paar Umdrehungen zugestehen. Auch wenn er nicht ganz so brutal ist wie es der Albumtitel verspricht.

WERTUNG: 





Trackliste:

01. Disorder
02. Cryptic Time
03. Addiction
04. Days Of Disorder
05. Mexican Standoff
06. At The Abyss
07. Pissing Roadside
08. Down From The Silence
09. Won’t You Be My Flesh
10. Deprivation
11. Negative Creep (Nirvana Cover)

Chris

Freitag, 1. November 2013

CONVULSE - Evil Prevails

Band: Convulse
Album: Evil Prevails
Spielzeit: 36:53 min
Stilrichtung: Death Metal
Plattenfirma: Svart Records
Veröffentlichung: 01.11.2013
Homepage: www.facebook.com/Convulse

Vier kurze Jahre trieben die Finnen von CONVULSE ihr Unwesen im Death Metal Sektor und lieferten zwischen 1990 und 1994 zwei Alben ab, von denen das Debüt "World Without God" bis heute Kultstatus genießt. 2012 kam dann die Auferstehung der Truppe in Form von Juha Telenius (Bass) Rami Jämsä (Vocals/Gitarre), Rolle Markos (Drums) und Kristian Kangasniemi (Gitarre). Es folgte Anfang des Jahres die EP "Inner Evil" und nun steht mit "Evil Prevails" die dritte Langrille in den Startlöchern.

Um es vorweg zu nehmen - eine zweite "World Without God" ist nicht heraus gekommen. Geboten wird zwar geradliniger Death Metal der alten Schule, allerdings fehlt die jungendliche Leichtigkeit. Das markante Organ von Rami Jämsä hört man auch 2013 sofort heraus, aber auch ihm fehlt der allerletzte Biss.

Die Produktion hat starke Oldschool-Schlagseite, ist sehr räudig und erdig geworden. So kommt zwar immer wieder eine 90er Jahre Death Metal Atmosphäre auf, ein wenig fehlt aber der Druck einer modernen Produktion. Dass diese beide Faktoren sich nicht ausschließen müssen, zeigen aktuelle Veröffentlichungen aus dem Todesbleisektor, egal ob von alten Haudegen oder der jungen Generation.

Schlecht ist "Evil Prevails" auf keinen Fall, nur eben auch nicht überragend. Solides Mittelfeld. Höhepunkte sind das sehr variable "World Downfall" oder das mit einem langen instrumentalen und leicht verspielten Teil versehene "God is Delusion". Auch "Reborn in Chaos" kann mit einer leicht doomigen Note punkten.

Freunde der alten Death Metal Schule werden mit CONVULSE auch heute noch ihren Spaß haben. Wer von einer modernen Todesblei-Veröffentlichung mehr als rohe Nostalgie erwartet, wird von "Evil Prevails" nur bedingt zufrieden gestellt.

WERTUNG: 





Trackliste:

01. We Kill Our Kind    
02. Unholy War    
03. World Downfall         
04. God Is Delusion    
05. Evil Prevails         
06. Days Are Dark         
07. Reborn in Chaos    
08. Oceans of Dust         
          
Chris

Montag, 28. Oktober 2013

KATAKLYSM - Waiting For The End To Come

Band: Kataklysm
Album: Waiting for the End to Come
Spielzeit: 45:01 min.
Stilrichtung: Death Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 25.10.2013
Homepage: www.facebook.com/kataklysm

Auf bereits zwölf Studioalben kann das franko-kanadische Death Metal Urgestein KATAKLYSM mittlerweile zurückblicken. Auch wenn die letzten beiden Alben in Fankreisen alles andere als unumstritten waren ist die Fanbase kontinuierlich gewachsen.

Mit „Waiting for the End to Come“ erscheint jetzt die neue Langrille der Montrealer. Verstärkt durch Neu-Drummer Oli Beaudoin wollen KATAKLYSM ihre verspielten Sympathien zurück gewinnen.
„Fire“ eröffnet das Album und den ersten Gedanken den ich im Kopf habe ist: Nanu? NAGLFAR? WATAIN? Ungewohnt Black-Metallisch und ohne die obligatorischen Sprach-Sample –Intros geht es gleich zur Sache, bevor der Song in eine Melodic-Death-Metal-Walze mutiert. KATAKLYSM scheinen mittlerweile eine gute Mischung aus alten Zutaten in Form von Blastbeats und Melodic Death Metal gefunden zu haben. Gerade letztere Stilelemente waren auf den letzten beiden Alben alles andere als überzeugend.
Anno 2013 werden diese Einflüsse aber wesentlich homogener in den Bandsound eingebaut, sodass wir es mit einer gelungenen Melange aus altbekanntem und neuerem zu tun haben.
Produziert von Zeuss (HATEBREED, SUFFOCATION, CHIMAIRA, ALL THAT REMAINS) weiß “Waiting for the End to Come” mit einem modernen, böse pumpenden Soundmix zu überzeugen.

KATAKLYSM haben es dankenswerterweise geschafft, mit dem neuen Album verlorenen Boden gut zu machen und idealerweise alte und neue Fans gleichermaßen zufrieden zu stellen.

WERTUNG: 





Trackliste:

1. Fire (5:28)
2. If I Was God - I'd Burn It All (4:38)
3. Like Animals (3:25)
4. Kill The Elite (4:15)
5. Under Lawless Skies (3:29)
6. Dead & Buried (3:12)
7. The Darkest Days of Slumber (3:52)
8. Real Blood - Real Scars (4:32)
9. The Promise (4:28)
10. Empire Of Dirt (3:46)
11. Elevate (3:56)


Frank