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Montag, 18. April 2016

PROPHETS OF ADDICTION - Reunite The Sinners

Band: Prophets Of Addiction
Album: Reunite The Sinners
Spielzeit: 35:25 min.
Stilrichtung: Rock´n Roll, Hair Metal
Plattenfirma: Mighty Music
Veröffentlichung: 15.04.2016
Homepage: www.poarocks.com

Einst waren die Vereinigten Staaten von Amerika Vorreiter in Sachen Rockmusik. Das ist lange her – zwar kommen immer noch diverse Trends aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten, gutes ist dabei nur selten darunter. Auch in Sachen Vermächtnisverwaltung hinkt das Land schon lange anderen Teilen der Welt wie Skandinavien weit hinterher. Dennoch tauchen immer wieder neue Vertreter alter Werte auch speziell aus den USA auf. Neuestes Beispiel ist eine Band namens PROPHETS OF ADDICTION. „Reunite The Sinners“ haben die Amis ihr bereits 2015 in Eigenregie veröffentlichtes Zweitwerk genannt. Jetzt gibt es den Silberling auch ganz offiziell hierzulande zu erstehen. Höchste Zeit also auch für uns, sich das Teil mal genauer anzuschauen bzw. anzuhören.

Mit Lesli Sanders findet sich sogar ein Mann in den Reihen der Band, den einige vielleicht von den ehemaligen Glam Hopefuls PRETTY BOY FLOYD kennen. Allerdings war Sanders nicht zu deren glorreichen Zeiten Ende der Achtziger vor Ort, als die Jungs mit ihrem Debüt „Leather Boyz With Electric Toyz“ aufwarten konnten, sondern erst viele Jahre später. Zwischen 1999 und 2004 war er Bassist der Band. 2010 gründete er die PROPHETS OF ADDICTION. Noch im gleichen Jahr erschien das Debüt „Babylon Boulevard“. Erst fünf Jahre später kommt Lesli Sanders (vocals, bass) und seine Mitstreiter Jimmy Mess (drums), G.G. (guitars) und Brandon Barger (guitars) mit dem neuen Album „Reunite The Sinners“ aus der Hüfte.

Und das bietet auf 10 Songs eine Mischung aus den DOGS D´AMOUR, HANOI ROCKS und den RAMONES. Das Organ von Lesli Sanders ähnelt nicht nur einmal dem von DOGS D´AMOUR Frontmann Tyla. wenngleich Sanders nicht so dreckig und whiskeytriefend singt. Dass die Amis keine Experimente machen und ohne Umwege auf den Punkt kommen, dürfte auch die relativ kurze Spielzeit deutlich machen. Wer es lieber punkig bzw. rock´n rollig mag, dürfte sich beim Opener „As We Fall“ oder „Welcome To The Show“ zu Hause fühlen. Etwas ruhiger lassen es die PROPHETS OF ADDICTION z.B. bei „Kings And Queens“ angehen, das ein feines Gitarrensolo von C.C. Deville (POISON) beinhaltet. Neben „As We Fall“ ist das sicher der größte Anspieltipp. Das schnoddrige „Spare The Bullets“ oder das plakative „Postcards From The Grave“ runden die Platte ab.

Die PROPHETS OF ADDICTION bieten auf „Reunite The Sinners“ nichts außergewöhnliches. Aber ihre lässige Mischung aus altbewährten Sounds der Siebziger und Achtziger hat durchaus ihren Charme. Als Partybeschallung eignet sich sicher der ein oder andere Song perfekt, mehr wollen die Jungs sicher auch nicht erreichen. Schöne Platte.

WERTUNG: 





Trackliste:

1. As We Fall
2. Welcome To The Show
3. Kings And Queens
4. Razor´s Edge
5. Spare The Bullets
6. Heart Of Mine
7. Postcards From The Grave
8. Last Of The Words
9. Reunite The Sinners
10. Exist

Stefan

Mittwoch, 2. März 2016

LA CHINGA - Freewheelin´

Band: La Chinga
Album: Freewheelin´
Spielzeit: 44:05 min.
Stilrichtung: Rock´n Roll, Hardrock
Plattenfirma: Small Stone Records
Veröffentlichung: 25.03.2016
Homepage: www.facebook.com/La-Chinga

Das kanadische Trio LA CHINGA ist gefangen in den Sechzigern und frühen Siebzigern. Fast könnte man meinen, Carl Spackler (vocals, bass), Jay Solyom (drums) und Ben Yardley (guitars) sind eine Wiederentdeckung dieser Zeit, denn die Hingabe, mit der sie LED ZEPPELIN oder alte DEEP PURPLE mit Stonerrock und psychedelischen Zutaten und Fuzzrock mischen, ist fast sensationell. Erst 2012 gegründet, hat der Dreier bereits ein Jahr später sein selbstbetiteltes Debüt fabriziert. Gute zwei Jahre später stehen die Jungs mit „Freewheelin´“ erneut in der Türe. Brachten LA CHINGA ihren Erstling noch alleine unter die Leute, haben sie für ihr zweites Werk bei Small Stone Records eine Heimat gefunden. Aufgenommen haben die Kanadier die Platte selbst, Schlagzeuger Jay Solyom zeichnet sich für die Aufnahmen verantwortlich. Lediglich 2 Stücke wurden von Eric Neilson in den Afterlife Studios aufgenommen. Das Cover scheint zwar auf den ersten Blick nicht so ganz in den nebelschwangeren Sound des Trios zu passen, eine Zeitreise machen LA CHINGA aber definitiv.

Den Anfang macht mit „Gone Gypsy“ eine Nummer, die gut und gerne in das Beuteschema eines jeden LED ZEP-Anhängers passen sollte. Das Riff ist zwar arg an „Whole Lotta Love“ angelehnt, der Song an sich rockt aber um einiges mehr nach vorne. Richtig guter Einstieg hier. Um einiges unaufgeräumter geht es bei dem wilden „Snakehead“, dem ebenfalls ZEPPELIN-ähnlichen „White Witchy“ oder dem schon textlich nebulösen „Stoned Grease White Lightning“ zu. Nach recht ruhigen Klängen bei „Faded Angel“ - das übrigens Gitarrist Ben Yardley eingesungen hat – gibt es mit dem Akustiktrack „Mount Momma“ eine weitere willkommene Abwechslung. Das melodische „KIW“ und das abschließende 10-Minuten-Monster „Dawn Of Man“ solltet Ihr ebenfalls antesten.

Dass LA CHINGA das Vermächtnis von LED ZEPPELIN wahrscheinlich im FF intus haben, ist eigentlich der einzige Knackpunkt an „Freewheelin´“. Denn so manches Riff ist sehr nah verwandt mit den großen Hits des bleiernen Zeppelins. Aber LA CHINGA winden sich immer wieder gut aus der Affäre, denn daneben haben sie immer noch genügend andere Einfälle, um den Hörer zu begeistern.

WERTUNG: 






Trackliste:

1. Gone Gypsy
2. Snakehead
3. White Witchy
4. Stoned Grease White Lightning
5. Faded Angel
6. Mount Momma
7. KIW
8. Warcry
9. Right On
10. Dawn Of Man

Stefan

Montag, 29. Februar 2016

THE NEW ROSES - Dead Man´s Voice

Band: The New Roses
Album: Dead Man´s Voice
Spielzeit: 44:03 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Napalm Records
Veröffentlichung: 26.02.2016
Homepage: www.thenewroses.com

Als deutsche Band wird man ja gerne etwas belächelt, wenn man von sich behauptet, Musik im Fahrwasser von ROSE TATTOO, AEROSMITH und den BLACK CROWES zu machen. Im Falle von THE NEW ROSES sollte diese Ankündigung aber definitiv ernst genommen werden, denn schon das 2013er Debüt „Without A Trace“ (Rezi HIER) hatte nicht nur mächtig Eier sondern brachte auch die Tatsache ans Licht, dass wir es hier mit einer äußerst talentierten Kapelle zu tun haben. Ein wichtiges Markenzeichen ist dabei die Reibeisenstimme von Timmy Rough und die bluesig angehauchten Mörderriffs von Norman Bites. Seit dem Erstling hat sich die Band zum Quartett gesundgeschrumpft und für die neuen Songs hat man mit Toningenieur Markus Teske im Bazement Studio gearbeitet.

Seit der Vierer seinen Vertrag mit Napalm Records unterzeichnet hat, stehen die Zeichen auf Sturm. Gazetten aus der ganzen Welt bestaunen das „German Rock´n Roll Wunder“ - zu recht! Und auch das kleine Rock Garage Magazin will natürlich über die neue Platte „Dead Man´s Voice“ berichten. Ihr kennt uns – bei uns wird weder die Meinung anderer aufgewärmt noch irgendwelchen Labelbossen in den Allerwertesten gekrochen. Aber im Falle von THE NEW ROSES komme ich nicht umhin, den Ausführungen der Promotion Abteilung zu folgen. Dort steht zu lesen: „Würde man Dead Man`s Voice unter einen Stapel von Cinderella-, Faster Pussycat- und Guns’N’Roses-Scheiben, würden selbst eingefleischte 80er-Jahre-Spezialisten vermuten, hier ein lange verschollenes Westcoast-Juwel entdeckt zu haben! Doch kurz durchgeatmet: The New Roses gibt es tatsächlich erst seit 2007, und dann gründete man sich obendrein im nicht sonderlich sleazigen Wiesbaden. Zu einer umso verblüffenderer Angelegenheit wird das zweite Album des Vierers, das von wunderbar griffigem Hard Rock lebt, der sofort ins Ohr geht und gerne mit Glam, Sleaze und Blues flirtet. Damit können es The New Roses mit genannten Legenden oder auch Blackstone Cherry und modernen Vertretern dieser Zunft nicht nur locker aufnehmen – die knackigen Rockhymnen blasen obendrein frischen Wind in die Gehörgänge!“

Ja, Herrschaften, hier wird ausnahmsweise nicht übertrieben. Songs wie das herrlich schroffe „Thristy“, der eindringliche Titeltrack, der knallige Opener „Heads Or Tails“ oder das extrem lässige „Hurt Me Once (Love Me Twice)“ - THE NEW ROSES zeigen mit ihrer Mischung aus GOTTHARD´s Zweitwerk „Dial Hard“, der Hookline-Treffsicherheit von Megaacts wie NICKELBACK (und das ist hier nur positiv gemeint) sowie weiteren Zutaten aus der der Mottenkiste, die mit den Geschmacksrichtungen AEROSMITH, THE BLACK CROWES oder eben ROSE TATTOO versehen sind, dass durchaus eine große Rock-Hoffnung aus aus dem biederen Deutschland kommen kann. Zahlreiche Radioeinsätze bei den Big Playern Rock Antenne oder Radio BOB! können auch hier nicht irren.

Bald geht es auf Tour mit SHAKRA, die mit „High Noon“ (Rezi HIER) ebenfalls ein grandioses neues Album am Start haben – wenn das mal kein Hammer wird! Ansonsten bleibt nur zu sagen, dass THE NEW ROSES mit ihrem zweiten Album „Dead Man´s Voice“ ganz großes Rock´n Roll Kino abliefern, das nur haarscharf an der Höchstnote vorbeischrammt. Kaufen Leute, egal ob ihr auf zeitgemäßen Rock´n Roll steht oder eher auf die Achtziger Fraktion, das hier ist ein Muss für alle Rockfans!

WERTUNG:






Trackliste:

1. Heads Or Tails
2. Thirsty
3. Partner In Crime
4. Dead Man´s Voice
5. I Believe
6. Ride With Me
7. Hurt Me Once (Love Me Twice)
8. Not From This World
9. What If It Was You
10. Try (And You Know Why)
11. From Guns & Shovels

Stefan

Montag, 8. Februar 2016

GIN LADY - Call The Nation

Band: Gin Lady
Album: Call The Nation
Spielzeit: 35:43 min.
Stilrichtung: Rock´n Roll
Plattenfirma: Bilocation Records
Veröffentlichung: 12.02.2016
Homepage: www.ginlady.com

Wirft man einen Blick auf das Cover Artwork dieser Platte, spaltet sich die Hörerschaft sicher in zwei Lager. Die einen, die beim Anblick eines solch altmodischen Apparats gleich an bessere Zeiten denken und die anderen, die vielleicht gar nicht mehr so genau mitgekriegt haben, dass Telefone früher mal ein Kabel hatten. Und was ist das für eine komische Scheibe in der Mitte? Aber egal, welche Altersklasse ein potentiell Interessierter hat, für Rockmusik der Siebziger muss er sich auf jeden Fall begeistern können. Denn GIN LADY gibt es zwar erst seit 2011, aber ihre Musik ist eine homogene Mischung aus den ROLLING STONES, HUMBLE PIE, den FACES und URIAH HEEP. Wenn man in der Zeitlinie etwas weiter nach rechts rückt, zeigt das neue Werk „Call The Nation“ durchaus auch Parallelen zu den BLACK CROWES auf.

Das Retro-Artwork ist also nicht nur ein optisches Gimmick, die Siebziger sind im gesamten Kosmos der Schweden Programm. Bereits 2012 veröffentlichte der Fünfer sein selbstbetiteltes Debüt, ein Jahr später die zweite Werkschau „Mother´s Ruin“, die gleich auf zwei Silberscheiben daherkam. Für ihr Drittwerk „Call The Nation“ haben sich Magnus Kärnebro (vocals), Joakim Karlsson (guitars), Anthon Johansson (bass) und Fredrik Normark (drums) nicht nur länger Zeit gelassen, gerade mal acht Stücke mit einer Laufzeit von zirka 35 Minuten befinden sich auf „Call The Nation“. Scheinbar haben die Schweden die Essenz ihrer Musik herausgepresst.

Schon beim Opener „I Can´t Change“ schüttelt die zum Quartett geschrumpfte Combo locker die Coolness der ROLLING STONES aus dem Ärmel. Könnten die alten Herren heute noch so unbekümmert und jugendlich klingen? Vielleicht werden wir es noch dieses Jahr herausfinden, wenn Mick Jagger und seine „Jungs“ ein neues Album auf den Markt werfen. Bis dahin erfreuen wir uns aber mindestens genau so am coolen Riffing dieser vier Schweden. Weitaus funkiger gehen GIN LADY beim Titeltrack zu Werke, nur um mit „Heavy Burden“ ein Stück einzuspielen, das in einen modernen Western passen würde.

Die Partynummer „Mexico Avenue“ ist nur eine Momentaufnahme, denn mit dem weitaus nachdenklicheren „Ain´t No Use“ schlagen GIN LADY schon wieder einen anderen Weg ein. Im weiteren Verlauf konzentrieren sich die Schweden dann aber auf bedächtig rockende Stücke („Down Memory Lane“ oder „I´m Coming Home“), unterbrochen von der tollen Ballade „Country Landslide“.

Sind GIN LADY nur eine weitere Retroband oder haben sie etwas Besonderes zu bieten? Eines ist auf jeden Fall sicher: sie können tolle Songs schreiben, die eine authentische Atmosphäre haben und nicht nur am Tropf der Vorbilder hängen. Natürlich wird es im Retro-Rock-Sektor nichts atemberaubend Neues mehr geben, und so machen GIN LADY mit „Call The Nation“ ganz einfach das, was sie am Besten können. Das machen sie aber mit großem Talent und mit viel Abwechslung.

WERTUNG: 





Trackliste:

1. I Can´t Change
2. Call The Nation
3. Heavy Burden
4. Mexico Avenue
5. Ain´t No Use
6. Down Memory Lane
7. Country Landslide
8. I´m Coming Home

Stefan

Montag, 16. November 2015

GIUDA - Speaks Evil

Band: Giuda
Album: Speaks Evil
Spielzeit: 34:03 min.
Stilrichtung: Rock´n Roll,
Plattenfirma: Burning Heart Records
Veröffentlichung: 20.11.2015
Homepage: www.giuda.net

Ausgerechnet aus Italien soll sie kommen – die neue Rock´n Glam-Revolution! Tatsächlich konnten die Rocker aus Rom mit ihren zwei Alben „Racey Roller“ (2010) und „Let´s Do It Again“ (2013) schon einiges an Lob und Anerkennung einheimsen und auch Live ist der Fünfer ein Hit, davon zeugen Auftritte auf dem diesjährigen Reeperbahn Festival und den Turbojugend-Tagen. Und doch wollen sie mit Album Nummero drei noch höher hinaus. GIUDA (JEW-DA ausgesprochen) sind aus der Asche der bekannten Punkkapelle TAXI entstanden und erweitern ihr Repertoire um jede Menge Glam, Glitter, Power Pop und Rock´n Roll. Die Einflüsse sind so weitreichend wie ihr Sound.

Zocken die Römer ein Riff in bester AC/DC Manier (zu ihrer bluesgetränkten Anfangszeit), wendet sich das Blatt innerhalb kürzester Zeit zu einem Stakkatto-Refrain, an dem selbst die RAMONES ihre helle Freude gehabt hätten. Dazu ein bisschen T-REX, THE SWEET und SLADE und fertig ist zumindest ein Song. Die Rede ist vom Opener „Roll The Balls“. Und der ist gleich ein Hit! Messerscharf erkennen GIUDA, dass es da nicht einfach ist, konstant nachzulegen. „It Ain´t Easy“ folgt einem ganz anderen Grundrezept. Das ist auch eine Säule der Römer, die sie aus der Masse herausstechen lässt. Der Fünfer verfolgt nicht ein und den selben Ansatz für ein ganzes Album sondern summt wie ein Bienchen von Blüte zu Blüte und saugt das Beste heraus.

So kommen auch weitere Highlights wie das räudige „Mama Got The Blues“, das authentische „Working Class Man“ oder das launige „Bad Days Are Back“ (THE FACES meets STATUS QUO) ganz ungezwungen und mega lässig aus den Boxen. „Speaks Evil“ ist ein herrlich frisches Album, obwohl im Grunde nur Altbekanntes verwurstet wird. Aber die Mischung macht „Speaks Evil“ so einzigartig. Kurz und knackig rotzen die Italiener ihre zehn Songs herunter und haben dabei hörbar eine Menge Spaß. Den hat auch der Hörer – und zwar nicht zu knapp.

WERTUNG: 






Trackliste:

1. Roll The Balls
2. It Ain´t Easy
3. Bad Days Are Back
4. Mama Got The Blues
5. Watch Your Step (Do The „Do One“)
6. Working Class Man
7. You Can Do Everything
8. My Lu
9. Joolz
10. Bonehead Waltz

Stefan

Montag, 14. September 2015

OHRENFEINDT - Motor An!

Band: Ohrenfeindt
Album: Motor An!
Spielzeit: 41:39 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 18.09.2015
Homepage: www.ohrenfeindt.de

Da hat man die Ehre, eine Rezension für die wohl coolste deutschsprachige Rock´n Roll Band zu schreiben – und dann fällt einem auf Gedeih und Verderb kein ebenbürdiger Anfang dafür ein. Na das kann ja heiter werden. Versuchen wir es doch einfach mal den nackten Tatsachen – trifft sich ja auch ganz gut – immerhin nennen OHRENFEINDT St. Pauli ihre Heimat: seit 1994 lärmen OHRENFEINDT nun schon durch die Gegend, dabei hatte es Chefdenker, Bassist und Sänger Chris Laut nicht immer leicht. Die Besetzung des Powertrios wurde speziell in der letzten Zeit ordentlich durcheinandergewirbelt. Denn nach dem Ausstieg von Dennis Henning und Flash Ostrock steht Chris Laut erstmal alleine und bedröppelt in der Gegend herum. Für das letzte Album „Auf die Fresse ist umsonst“ bekommt er zwar in Henny Wolter (THUNDERHEAD) und Stefan Lehmann (TORFROCK) bekommt er zwar prominente Unterstützung im Studio, im Grunde ist und bleibt die Platte aber eine Art Soloalbum. Auf dem sechsten Studiowerk „Motor An!“ ist alles anders. Nicht nur dass mit Pierre „Keule“ Blesse (Gitarre) und Andi Rhode (Schlagzeug) zwei neue Mucker an der Seite von Chris Laut stehen, das Songwriting der Platte entstand erstmals gemeinsam. Bisher war Laut immer für derartige Dinge zuständig.

„Motor An!“ ist also ein in vielerlei Hinsicht anders als die anderen Silberscheiben, die es beim Dealer Eures Vertrauens zu kaufen gibt. Angefangen vom gewohnt rauen Charme der Kiezrocker, der durch die Reibeisenstimme von Chris Laut und die bekannten drei Akkorde geprägt wird, bis hin zu einem viel kompakteren und variableren Songwriting. Eines bleibt aber beim Alten: OHRENFEINDT geben Vollgas und machen keine Gefangenen. Das wird mit dem ersten Ton des ersten Stücks „Zeit für Rock´n Roll“ klar. Hier ist dem Kiez-Trio erneut ein Ohrwurm geglückt. Ganz im Stile ihrer Hits wie „Rock´n Roll Sexgott“ sind diese knapp dreieinhalb Minuten der perfekte Opener für jedes Konzert der Krawallbrüder. Im weiteren Verlauf bekommen viele ihr Fett ab: angefangen von der deutschen Bahn sowie der kompletten Hotline-Infrastruktur Deutschlands („Die Hoffnung stibt zuletzt“), dem Finanzamt („Früh oder später“) oder manch geldgeile Lady, die meint, sich mit ihrem Aussehen ein besseres Leben kaufen zu können („Reich würde schon reichen“).

Aber natürlich motzen die Hamburger nicht nur rum, sondern sie huldigen natürlich den schönen Dingen des Lebens und allem, was ihnen lieb und teuer ist. Das ist in musikalischer Hinsicht natürlich immer noch die Riffmaschine AC/DC, und doch musizieren OHRENFEINDT auf „Motor An!“ so abwechslungsreich wie nie. Aber sie widmen ihre Songs auch solch schönen Themen wie Frauen („Für Rock´n Roll gebaut“) oder Fussball. Mit „1910“ haben sie ihre Liebeserklärung an ihren Verein verfasst. Das ist natürlich – Ihr werdet es schon an der Jahreszahl der Gründung erkannt haben – St. Pauli. Vielleicht wird ja mal was draus und „1910“ läuft im Stadion, das Zeug dazu hätte der Song. Dass OHRENFEINDT sogar Gefühle zeigen können, beweisen sie auf „Aus“, einer schönen Ballade.

Ihr seht, „Motor An!“ hat alles, was ein Rock´n Roll Album braucht – und noch einiges mehr. Nachhaltigkeit, Originalität und gute Songs zum Beispiel. Wie man es dreht und wendet: das sechste Album der Kiez Rocker ist auch ihr stärkstes. Also, Anlassknopf gedrückt und „Motor An!“.

WERTUNG:






Trackliste:

1. Zeit für Rock´n Roll
2. 1910
3. Die Hoffnung stirbt zuletzt
4. Nimm die Kohle und renn
5. Gib mir mein Problem zurück
6. Früh oder später
7. Motor an!
8. Aus
9. Für Rock´n Roll gebaut
10. Reich würde schon reichen

Stefan

Montag, 31. August 2015

KORITNI - Night Goes On For Days

Band: Koritni
Album: Night Goes On For Days
Spielzeit: 50:46 min.
Stilrichtung: Hardrock, Rock´n Roll
Plattenfirma: Ear Music
Veröffentlichung: 04.09.2015
Homepage: www.koritni.com

Dass Australien das Land der Riffkönige ist, haben bisher unzählige – meist gute – Bands unter Beweis gestellt. Die Szene brodelt, seit jeher war es aufgrund der geographischen Lage extrem schwierig, auch im Rest der Welt wahrgenommen zu werden. Daran hat das Internet sicher einiges geändert. Dennoch ziehen es die meisten Bands vor, in der alten Welt oder in den USA höchstpersönlich zu erscheinen und sich den Allerwertesten abzutouren. Einige Aussie-Bands haben deswegen sogar ihren Wohnsitz zumindest mittelfristig nach Europa verlegt. Und auch KORITNI sind international ansässig. Europäischer Sitz ist Paris. Namensgeber Lex Koritni (vocals) hat bereits im Gründungsjahr 2006 Wert darauf gelegt, sich in Frankreich und Belgien zu zeigen, und das auch gleich als Support der SCORPIONS. Dementsprechend offen empfingen die europäischen Fans (und die Presse) den Erstling „Lady Luck“ Anfang 2007 und die beiden Folgealben („Game Of Fools“ 2009 und „Welcome To Crossroads“ 2012). Für den Appetit zwischendurch war man mit zwei Live-Alben und einem Acoustic-Release nicht gerade untätig.

Jetzt steht mit „Night Goes On For Days“ nicht nur ihr viertes Langspielalbum an sondern zeitgleich auch die Premiere für ihre Zugehörigkeit zum Major Label Ear Music/Edel. Produziert hat erneut Koritni selbst, für den Mix war niemand Geringeres als Soundguru Mike Fraser verantwortlich. Das ist seit dem Debüt Tradition. Ein weiterer Pluspunkt ist wohl, dass bis dato immer noch das erste Line-Up aktiv ist. Neben Lex Koritni am Mikrofon sind das die beiden Gitarristen Eddy Santacreu und Luke Cuerden sowie Drummer Chris Brown und Bassist Dean Matt Hunter.

Schon beim ersten Spin des Openers „Horns Up“ wird klar, dass sich etwas getan hat im KORITNI-Lager. Die Band ist weiter gereift. Weiterhin machen die Jungs knackigen Riff-Rock, stellen aber ihre Melodien und Harmonien weiter in den Vordergrund. Dieser Song dürfte als Eröffnungstrack bei Konzerten gleich durch die Decke gehen. Dass dieser Song aber kein Zufallstreffer gewesen ist, zeigt das folgende „Try To Live (A Little Bit)“ mit seiner eindrucksvoll bluesigen Note. Dass Rock´n Roll im wörtlichen Sinne kein Verbrechen ist, erzählt „Rock´n Roll Ain´t No Crime“ mit der bisher eindeutigsten AC/DC-Schlagseite im Riff. Dennoch lehnt sich der Song eigentlich eher an die Energie von Bands wie AIRBOURNE an, ohne diese zu kopieren.

Variationen sind im Riff-Rock-Genre eher die Ausnahme – KORITNI schaffen es aber dennoch, ihre Bandbreite etwas auszuweiten, indem sie mit „Carousel“ oder „Woman In Love“ ansprechende Acoustic-Nummern ins Programm nehmen oder mit dem rockigen Titeltrack bzw. „Water Of Life“, das von coolen Slide-Gitarren und einem guten Gastbeitrag von Ex-STATUS QUO-Drummer John Coghlan lebt. Namedropping haben KORITNI aber eigentlich gar nicht nötig. Als kleines Zuckerl bekommt der Fan noch zwei Live-Versionen als Bonus, die die energetische Live-Performance der Band unterstreichen.

Unsere Sandra hat schon früh die Klasse der Australier erkannt. Mit der Höchstpunktzahl z.B. für „Welcome To Crossroads“ hätte ich mich persönlich noch zurückgenommen. Keine Frage, bisher haben KORITNI ausschließlich gute Alben veröffentlicht – der Sprung, den sie mit ihrem vierten Langeisen „Night Goes On For Days“ gemacht haben, ist dennoch enorm. Abwechslungsreicher als bisher und mit stark verbessertem Songwriting steht einer 9 meinerseits absolut nichts mehr im Wege. Der bärenstarke Sound tut sein Übriges. KORITNI laufen Kollegen wie AIRBOURNE (außer diese besinnen sich endlich wieder auf ihre Stärken) früher oder später ihren Rang ab – das ist sicher.

WERTUNG:






Trackliste:

1. Horns Up
2. Try To Live (A Little Bit)
3. Rock´n Roll Ain´t No Crime
4. Carousel
5. Night Goes On For Days
6. Woman In Love
7. Seal The Deal
8. Breakdown
9. The Mississippi Delta
10. Water Of Life
11. Little Man
12. Walking Up The Neighbours
13. Fortunate Son (Live 2013) Bonustrack
14. Pinball Wizard (Live 2013) Bonustrack

Stefan

Montag, 24. August 2015

BACKYARD BABIES - Four By Four

Band: Backyard Babies
Album: Four By Four
Spielzeit: 34:57 min.
Stilrichtung: Rock´n Roll, Hair Metal
Plattenfirma: Gain Music
Veröffentlichung: 28.08.2015
Homepage: www.backyardbabies.com

Lange war es still um die BACKYARD BABIES – genauer gesagt fünf Jahre. In dieser Zeit gönnten sich die Schweden eine Pause. Gitarrist Dregen stieg u.a. bei HANOI ROCKS Ikone MICHAEL MONROE ein und lieferte mit „Horns And Halos“ (2013 – Rezi HIER) ein wunderbares Album ab. Jetzt aber ist die Zeit reif, um mit „Four By Four“ das siebte Langeisen vorzulegen. Laut eigenen Aussagen hatten die Schweden Zeit, um auf ihr bisheriges Schaffen zurückzublicken und mit neuem Anlauf die Essenz des bandeigenen Sounds auf die neue Scheibe zu packen. Mit gerade mal neun Songs fällt diese auch nicht gerade üppig aus. Wenn aber nach diesen 35 Minuten der Nacken schmerzt und die Augen leuchten, ist alles im Lot.

Den Anfang macht gleich die erste Single „Th1rt3en Or Nothing“. Mit lässigem Riffing und gnadenlosem Beat legen sich die BACKYARD BABIES gleich mal ein dickes Ei ins Nest. Natürlich im positiven Sinne, denn das hier ist purer Rock´n Roll – ohne Schnick Schnack, schroff und hervorragend gespielt. Das anschließende „I´m On My Way To Save Your Rock´n Roll“ geht etwas punkigere Wege mit mehr Melodie und mehr Schmackes. „White Light District“ ist ein Song ganz im Zeichen der eigenen Vergangenheit. Nachdem das balladeske „Bloody Tears“ den Fuss etwas vom Gas genommen hat, legen die BACKYARD BABIES bei „Piracy“ wieder eine ordentliche Schippe drauf. Amerikanischen Bands wie SUM 41 oder BLINK 182 gar nicht unähnlich rocken sich die Schweden neben „Piracy“ auch bei „Never Finish Anything“ unerhört gut. Das etwas country-lastige „Mirrors (Shall Be Broken)“ ist eine willkommene Abwechslung. Mit dem abschließenden „Walls“ legt man zudem noch einen reichlich ungewöhnlichen Song vor.

„Rock ist nicht tot“ sagt Dregen, und die BACKYARD BABIES sowieso nicht. Ein Grund dafür könnte das neue Werk der Schweden sein. „Four By Four“ hat neben einer großen Bandbreite jede Menge tolle Ideen und natürlich eine großartige spielerische Umsetzung. Die BACKYARD BABIES sind zurück – wenn sie jemals richtig weg waren. Toll!

WERTUNG:






Trackliste:

1. Th1rt3en Or Nothing
2. I´m On My Way To Save Your Rock´n Roll
3. White Light District
4. Bloody Tears
5. Piracy
6. Never Finish Anything
7. Mirrors (Shall Be Broken)
8. Wasted Years
9. Walls

Stefan

Montag, 10. August 2015

TRENCHDOGS - Fashionably Late EP

Band: Trenchdogs
Album: Fashionably Late EP
Spielzeit: 16:08 min.
Stilrichtung: Rock´n Roll
Plattenfirma: Eigenvertrieb
Veröffentlichung: 16.04.2015
Homepage: www.facebook.com/trenchdogs

Was haben HANOI ROCKS, FASTER PUSSYCAT, die DOGS D´AMOUR und PRETTY BOY FLOYD gemeinsam? Klare Sache, sie alle sind Ikonen der Hair Metal-Szene. Ihr Rock´n Roll ist zeitlos und unvergessen. Das dachten sich jetzt auch vier junge Schweden und hoben eine neue Kapelle aus der Taufe, die sich genau diesen Mix auf die Fahnen geschrieben hat. TRENCHDOGS nennen sich die Jungs und weil sie wissen, dass sie mit ihrer Musik echt spät dran sind, lautet der Titel ihrer ersten EP „Fashionably Late“ (das Teil ist auch schon vier Monate erhältlich, so ganz am Ball waren wir also auch nicht).

Schon der erste Song „Self-Sabotage“ kann überzeugen. Zwar lassen die TRENCHDOGS die eigene Identität erstmal außen vor, aber die Nummer rockt gewaltig. Etwas melodiöser kommt das folgende „Thunder In The Badlands“ daher. Eine grandiose Ballade liefern die Schweden mit „Ode To Ashes“ ab und noch bevor der etwas verrückte letzte Track „Silver Tongue“ verklungen ist, lässt sich anerkennend feststellen, dass die TRENCHDOGS zwar ziemlich am Tropf ihrer Vorbilder hängen, ihr Songwriting aber durchaus stark ist.

Mit „Fashionably Late“ geben die TRENCHDOGS ein richtig starkes Lebenszeichen von sich, das richtig Appetit auf einen Longplayer macht. Angeblich sollen Demon Doll Records schon Interesse bekundet haben. Aber egal wo diese Platte herauskommt, sollte sie ähnlich stark sein wie dieser Viertracker, wächst die schwedische Rockszene um eine weitere vielversprechende Combo an.

WERTUNG:






Trackliste:

1. Self-Sabotage
2. Thunder In The Badlands
3. Ode To Ashes
4. Silver Tongue

Stefan

Montag, 13. April 2015

THE QUIREBOYS - St Cecila & The Gypsy Soul

Band: The Quireboys
Album: St Cecila & The Gypsy Soul
Spielzeit: 172:25 min.
Stilrichtung: Rock´n Roll
Plattenfirma: Off Yer Rocka Recordings
Veröffentlichung: 17.04.2015
Homepage: www.quireboys.com

Schon das letzte Album „Black Eyed Sons“ (Rezi HIER) war wieder einmal ein wahres Feuerwerk – auch in Hinsicht auf den gebotenen Inhalt. Denn THE QUIREBOYS gaben sich nicht damit zufrieden, den Fans einfach eine neue Platte um die Ohren zu hauen sondern haben dazu noch ein Unplugged-Album und eine Live-DVD gepackt. Unplugged ist auch gleich das richtige Stichwort für das neue Werk. Denn Spike und die Jungs sind für die neue Platte mit dem Vorsatz ins Studio gegangen, ein paar neue akustische Songs aufzunehmen und ein paar alte aufzupolieren. Herausgekommen ist ein komplett neuer 10-Tracker namens „St Cecilia & The Gypsy Soul“, der mit gleich drei Bonus Discs aufwartet. Neben dem Silberling mit den erwähnten neuen Stücken erwartet den Fan das nicht mehr erhältliche Album „Halfpenny Dancer“ und das dazugehörige Konzertdokument „Halfpenny Live“, das sich über die letzten beiden CD´s erstreckt.

Doch wollen wir zuerst einmal die neuen Songs begutachten – und da gibt es einiges zu entdecken: manche räkeln sich lasziv, wie der Opener „Gracie B“ oder „Out Of Your Mind“, manche könnten der Feder eines TOM PETTY entsprungen sein („Can´t Hide It Anymore“) und manche kommen sogar mit modernen Samples daher („Why Did It Take So Long“). Und manche würden richtig rocken, hätten die Jungs die Stromgitarre eingeschaltet (z.B. der Titeltrack). So richtig Gas geben wollen die Briten auf dem kompletten Album allerdings nicht. Eines haben dabei alle zehn Songs gemeinsam: sie tönen unverkennbar nach den QUIREBOYS und legen einen Seelenstriptease erster Güte hin. So intim hat man die Briten wohl noch nie zu hören bekommen.

Aber auch die Bonüsse haben es in sich, liegt doch mit „Halfpenny Dancer“ ein komplettes weiteres Album in der Schachtel – und was für eines. Thematisch natürlich perfekt passend weil ebenfalls sehr akustisch angehaucht und ganz nebenbei ist dieses Album von 2009 mittlerweile nicht mehr regulär erhältlich. Eine schöne Gelegenheit also, das nachzuholen. Damit aber nicht genug, denn es gibt ja auch noch zwei Silberscheiben mit „Halfpenny Live“. Darauf zeigen THE QUIREBOYS ein weiteres Mal, dass sie eine erstklassige Liveband sind und auf der Bühne ihresgleichen suchen. Und auch dieses prall gefüllte Package sucht wohl seinesgleichen. THE QUIREBOYS mögen früher vielleicht etwas faul gewesen sein, was ihren Veröffentlichungsrhytmus angeht, dafür haben die Briten jetzt nicht nur jedes Mal innerhalb kürzester Zeit ein tolles Album am Start sondern packen das Ganze auch noch in eine hochwertige CD-Box mit jeder Menge Bonusmaterial – hier ist das Gewicht von Qualität und Quantität absolut ausgeglichen.

WERTUNG:






Trackliste:

Disc 1 „St. Cecilia & The Gypsy Soul“

1. Gracie B.
2. Land Of My Father
3. St. Cecilia
4. The Promise
5. Can´t Hide It Anymore
6. Out Of Your Mind
7. The Hurting Kind
8. Adaline
9. The Best Are Not Forgotten
10. Why Did It Take So Long

Disc 2 „Halfpenny Dancer“

1. There She Goes Again
2. Devil Of A Man
3. Love To Love
4. Mona Lisa Smiled
5. I Can´t Stop Loving You
6. Roses & Rings
7. Baby Its You
8. Hello
9. Pretty Girls
10. He´ll Have To Go
11. Long Time Comin´
12. Hates To Please
13. King Of New York

Disc 3 „Halfpenny Live (Part I)“

1. There She Goes Again
2. Devil Of A Man
3. Mona Lisa Smiled
4. Love To Love
5. Rises & Rings
6. Pretty Girls
7. Can´t Stop Loving You
8. One For The Road
9. Hello

Disc 4 „Halfpenny Live (Part II)“

1. Hates To Please
2. Long Time Comin´
3. Have A Drink With Me
4. Late Night Saturday Call
5. Misled
6. I Love This Dirty Town
7. 7 O´Clock
8. I Don´t Love You Anymore

Stefan

Montag, 2. März 2015

BLACK RAINBOWS - Hawkdope

Band: Black Rainbows
Album: Hawkdope
Spielzeit: 43:48 min.
Stilrichtung: Fuzz Rock, Rock´n Roll, Psychedelic Rock
Plattenfirma: Heavy Psych Sounds Records
Veröffentlichung: 14.03.2015
Homepage: www.theblackrainbows.com

Dass die Retro-Szene so manch überflüssiges Gewächs zum Vorschein gebracht hat, ist wohl kein Geheimnis. Aber so manches Pflänzchen ist schon eine Entdeckung wert. Pflänzchen wäre aber im Falle der BLACK RAINBOWS der falsche Ausdruck, denn mit ihrer kantigen Mischung aus Psychedelic, Stoner, Rock´n Roll und Fuzz Rock werden sie sicher den ein oder anderen Lavalampen-Fan auf ihre Seite ziehen können.

Neu ist der Sound auf dem neuen Album „Hawkdope“ natürlich nicht. Aber die schwarzen Regenbogen mischen darauf gekonnt ihre Einflüsse wie BLACK SABBATH, den ROLLING STONES oder MC5 mit Stoner-Ikonen wie FU MANCHU oder frühe MONSTER MAGNET. Und so ziehen dicke Nebelschwaden auf, als das genretypische Riff des Openers „The Prophet“ ertönt. Die Gitarren durch einen monstermäßigen Overdrive gejagt und bis zur Unkenntlichkeit verzerrt haben die Italiener ihren Axtsound auch auf dem folgenden „Wolf Eyes“, das auf einem lässigen Beat a´la ROLLING STONES basiert aber mit tonnenschweren Stoner-Riffs nach vorne brescht. Große Klasse! Der überlange Titeltrack schleppt sich teilweise etwas zäh über seine knapp 9 Minuten und kann nicht mehr mit der Frische der beiden ersten Songs mithalten.

Erwähnenswert sind aber definitiv Stücke wie das launige „Hypnotize My Soul With Rock´n Roll“ (bei dem ich mir live auf der Bühne wilde Jam-Sessions vorstellen kann), das leicht doomige „Killer Killer Fuzz“ oder das rockige „Jesus Judge“. Mit „The Cosmic Picker“ beschließt das Trio ihr Album auf ruhige und eindringliche Weise.

Sollte Quentin Tarrantino einmal einen Russ-Meyer-Gedächtnisfilm im Hinterkopf haben, wären die BLACK RAINBOWS ein heißer Anwärter für den Soundtrack dazu. „Hawkdope“ hat äußerst kompetent umgesetzten Stoner-Fuzz-Rock zu bieten, der vielleicht nicht einzigartig ist, dafür aber sehr innig und intensiv aus den Boxen quillt.

WERTUNG:






Trackliste:

1. The Prophet
2. Wolf Eyes
3. Hawkdope
4. No Fuel No Fun
5. Hypnotize My Soul With Rock´n Roll
6. Waiting For The Sun
7. Jesus Judge
8. Killer Killer Fuzz
9. The Cosmic Picker

Stefan

Montag, 17. November 2014

GREENWICH CAVERN - Monkeys On Mountain

Band: Greenwich Cavern
Album: Monkeys On Mountain
Spielzeit: 39:38 min.
Stilrichtung: Hardrock, Rock´n Roll
Plattenfirma: Bad Reputation
Veröffentlichung: 15.11.2014
Homepage: www.facebook.com/Greenwich-Cavern

Die Franzosen GREENWICH CAVERN waren bisher in meinem eigenen Repertoire nicht vertreten. Umso neugieriger war ich auf das neue Album „Monkeys On Mountain“, das ganz unverhofft in den Briefkasten segelte. Bisher konnten die Veröffentlichungen des Labels Bad Reputation meist überzeugen, warum sollte es also dieses Mal anders sein? Die Antwort ist in diesem Falle gar nicht so einfach. Doch zuerst einmal ein paar Worte zur Band: wer den Namen der von Walter Gallay und Eric Revel gegründeten Band ziemlich abenteuerlich findet, für den gibt es eine ganz einfach Erklärung. Denn die beiden trafen sich in einer Kneipe im New Yorker Viertel Greenwich Village, die sich The Cavern nennt. Über die Jahre wurde aus dem Duo eine Dreierbesetzung, jedoch ist vom ursprünglichen Gespann nur noch Eric Revel (bass) übrig. Zusammen mit Francois Del Frate (drums) und Olivier Sosin (guitars, vocals, piano etc.) bildet er die GREENWICH CAVERN von heute.

Nach zwei Alben („Other Side“ 2010 und „Travel“ 2011) und einer Live-Scheibe („Live At Galaxie“ 2013“) haben die Franzosen 11 neue Songs aufgenommen, die das bisher geleistete in den Schatten stellen soll. Das zumindest suggeriert die mitgelieferte Pressemitteilung. Zumindest beginnt die Platte mit „Devil´s Ride“ etwas crazy. Angeführt von einem marschierenden Beat ist zuerst die Stimme von Olivier Sosin etwas gewöhnungsbedürftig. Zumindest machen die Jungs nicht einen auf AC/DC. Die Franzosen sind ganz klar in den Siebzigern zu Hause. Etwas sperrig klingt der Opener dennoch, so richtig möchte der Funke auch nach vielen Hördurchgängen nicht überspringen. Um ein vielfaches rockiger gehen GREENWICH CAVERN beim folgenden „So Much Love“ ran. Leider bedeutet das nicht, dass den Franzosen hier ein Hit geglückt ist. Der Titeltrack tönt ähnlich und hat zwar bluesige AC/DC-Riffs auf der Habenseite, die Durchschlagkraft fehlt aber hier. „Groupie“ ist ein Song im Fahrwasser der grassierenden Retro-Rock-Welle. Einer von vielen – leider. Auch die Ballade „No Reason“ kommt etwas lasch daher. Überzeugen können GREENWICH CAVERN jedoch auf Songs wie „RockBox“ oder beim überdrehten „Far“.

Abschließend lässt sich zusammenfassen, dass GREENWICH CAVERN mit ihrem dritten Studioalbum „Monkeys On Mountain“ zwar rocken, die letzte Konsequenz fehlt aber in vielen der 11 Songs. Nix sehen, nix hören und nix sagen, die drei bekannten Affen thronen auf einem Berg von Totenköpfen über der Stadt, das zeigt das Cover Artwork. Ich würde nicht so weit gehen, von diesem Trio nichts mehr hören zu wollen, denn schlecht machen die Franzosen ihre Sache nicht. Aber Mittelfeld reicht einfach nicht aus, um oben mitzumischen. Auf der anderen Seite haben die Jungs Attitüde. Ich bin gespannt auf ein viertes Album und auf die musikalische Entwicklung!

WERTUNG:






Trackliste:

01. Devil´s Ride
02. So Much Love
03. Monkeys On Mountain
04. Groupie
05. No Reason
06. Nobody Knows
07. How To Die
08. Far
09. See You
10. RockBox
11. Fuckin´ Bastard Rock´n Roll

Stefan

Montag, 10. November 2014

SPIDERS - Shake Electric

Band: Spiders
Album: Shake Electric
Spielzeit: 34:42 min.
Stilrichtung: Retro Rock
Plattenfirma: Spinefarm Records
Veröffentlichung: 03.11.2014
Homepage: www.wearespiders.com

Aus allen Löchern kriechen sie, die Retrobands. Und annähernd jede Plattenfirma ist bestrebt, einige von ihnen unter Vertrag zu nehmen. Dabei wird es nicht erst seit gestern unübersichtlich in der Szene, die natürlich nicht nur mit Überfliegern wie z.B. den BLUES PILLS gesegnet ist. Warum ich ausgerechnet dieses Beispiel bringe? Na, weil die SPIDERS aus Schweden ebenfalls von einer Sängerin angeführt werden. Ein wenig hinkt der Vergleich dann aber doch, denn die SPIDERS sehen sich eher in der Nähe von T-REX oder DAVID BOWIE. Dass die Stimme von Ann-Sofie Hoyles auch näher bei den Wilson-Schwestern (HEART) oder SUZIE QUATRO denn bei JANIS JOPLIN angesiedelt ist, lässt die Parallelen noch mehr schwinden. Aber so sind sie eben, die Schreiberlinge: müssen immer Vergleiche anführen. Im Grunde trifft es – wenn man bei Schubladen bleiben möchte – den Begriff Retro Rock aber doch ganz gut, nicht ohne einen Prise Glam mit in den Sound zu bringen. Auf jeden Fall aber ist der Sound der SPIDERS tief in den 70ern verwurzelt.

Bereits vor zwei Jahren brachten die Schweden ihr Debüt „Flashpoint“ heraus und konnten damit schon ein wenig Aufsehen erregen. Dieses wollen Ann-Sofie Hoyles (vocals), John Hoyles (guitars), Olle Griphammar (bass) und Ricard Harryson (drums) mit „Shake Electric“ ausbauen. Schon nach kurzer Zeit wird dem Hörer klar, dass die Combo weitestgehend vom ungestümen Punk des Erstlings Abstand nimmt und dafür mehr Glitter in die Songs gießt. Die erste Single und zugleich der erste Song des Albums „Mad Dog“ enthält ein markantes Riff und wird von Ann-Sofie Hoyles wunderbar vorgetragen. Ungleich melodiöser gibt man sich auf dem folgenden Titeltrack, der hitverdächtig aus den Boxen kommt. Herausragend sind auch Nummern wie das extrem gefühlvolle „Hard Times“, das fetzige „Control“ (hier werden Erinnerungen an das Debüt wach) oder das riffbetonte „Lonely Nights“.

Die Mischung stimmt. „Shake Electric“ ist abwechslungsreicher und eindringlicher als das Debüt. Dass dort auch schon talentierte Musiker am Werk waren soll auch gar nicht bestritten werden. Aber diese 10 Songs machen noch mehr Spaß und sind authentisch.

WERTUNG:




Trackliste:

01. Mad Dog
02. Shake Electric
03. Bleeding Heart
04. Only Your Skin
05. Lonely Nights
06. Back On The Streets
07. Control
08. Give Up The Fight
09. Hard Times
10. War Of The World

Stefan

Montag, 6. Oktober 2014

THE TEMPERANCE MOVEMENT - The Temperance Movement (Deluxe Edition)

Band: The Temperance Movement
Album: The Temperance Movement – Deluxe Edition
Spielzeit: 83:31 min.
Stilrichtung: Blues Rock, Rock´n Roll
Plattenfirma: Earache Records
Veröffentlichung: 06.10.2014
Homepage: www.thetemperancemovement.com

Es ist schon eine Weile her, da krochen fünf junge Briten aus irgendeinem Loch und zeigten der Welt, wie der Blues geht. Dabei verblüfften sie nicht nur mit ihrem Bandnamen THE TEMPERANCE MOVEMENT (Abstinenzbewegung, die gegen übermäßigen Alkoholkonsum ist) sondern auch mit erstaunlich erwachsenen Songs und Arrangements, die weit mehr als nur Blues waren. Angereichert mit Country, Rock´n Roll, ja sogar alternative Rockklänge vernahm auf dem selbstbetitelten Erstling, der im September letzten Jahres erschien. Sogar die ROLLING STONES nahmen Notiz von Phil Campbell (vocals, NICHT der Klampfer von MOTÖRHEAD), Luke Potashnick (guitars), Paul Sayer (guitars), Nick Fyffe (bass) und Damon Wilson (drums) und luden sie persönlich dazu ein, den Gig auf der Berliner Waldbühne zu eröffnen. Recht viel mehr Anerkennung geht wohl nicht.

Ein neues Album ist für 2015 geplant, zuvor wird aber noch kräftig getourt. Zu diesem Anlass veröffentlicht das Label die Scheibe noch einmal als Doppel-CD. Die Deluxe Edition enthält neben den zwölf Tracks des Albums noch eine weitere Silberscheibe mit fünf Livesongs, die allesamt in Großbritannien mitgeschnitten wurden. Dass die Jungs auch Live eine bestechende Figur abgeben, kann man u.a. anhand einer leidenschaftlichen Version von „Ain´t No Telling“, dem Radiohit „Take It Back“ und drei weiteren Stücken des Debüts nachhören. Leider sind die beiden Vinyl Bonussongs sowie ein weiterer, der für alle I-Tunes Downloader bereitstand, nicht vertreten. Schade.

Das eigentliche Album dürfte aber schon genug Anreiz zum Kauf gewesen sein, sollte es dennoch Leute gegeben haben, die gezögert haben oder die Band bisher nicht kannten, für den sollten herausragende Stücke wie der Opener „Only Friend“, das lässige „Be Lucky“, das rock´n rollige „Midnight Black“ oder das allseits bekannte „Take It Back“ Anreiz genug sein, sich dieses Package nach Hause zu holen. Leichte Abzüge gibt es nur in der B-Note, da nur die o.g. Bonussongs eine wahre Deluxe Edition daraus gemacht hätten. Die Musik auf „The Temperance Movement“ ist über jeden Zweifel erhaben. Großartig!

WERTUNG: ohne Wertung

Trackliste:

01. Only Friend
02. Ain´t No Telling
03. Pride
04. Be Lucky
05. Midnight Black
06. Chinese Lanterns
07. Know For Sure
08. Morning Riders
09. Lovers And Fighters
10. Take It Back
11. Smouldering
12. Serenity
13. Ain´t No Telling (Live In Glasgow)
14. Take It Back (Live In Glasgow)
15. Only Friend (Live In Lincoln)
16. Midnight Black (Live In London)
17. Lovers And Fighters (Live In Portsmouth)

Stefan

Mittwoch, 10. September 2014

CRUCIFIED BARBARA - In The Red

Band: Crucified Barbara
Album: In The Red
Spielzeit: 39:59 min.
Stilrichtung: Hardrock, Rock´n Roll, Punkrock
Plattenfirma: Despotz Records
Veröffentlichung: 12.09.2014
Homepage: www.crucifiedbarbara.com

Eine der vielversprechendsten Girlbands des harten Rock nimmt neuen Anlauf. Die Rede ist von CRUCIFIED BARBARA und ihrem mittlerweile vierten Langspieler. Die ersten Gehversuche unternahmen die Schwedinnen Anfang des neuen Jahrtausends. Nach einigen Demos tüteten sie 2005 ihr Debüt „In Distortion We Trust“ ein. Erste Achtungserfolge ließen auch nicht lange auf sich warten und seitdem spielten die Damen bereits im Vorprogramm von SEPULTURA, IN FLAMES, den BACKYARD BABIES und MOTÖRHEAD. Hört sich amtlich an. Die neue Platte nennt sich „In The Red“ und hat es ziemlich faustdick hinter den Ohren.

Schon ein kurzer Blick auf Titel wie „I Sell My Kids For Rock´n Roll“ oder „To Kill A Man“ lassen erahnen, dass CRUCIFIED BARABARA die festgefahrene Hardrockwelt als Männerdomäne ganz schön auf den Kopf stellen. Diese vier Ladies schießen scharf – so viel steht fest. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass der Opener „I Sell My Kids For Rock´n Roll“ nicht nur mit einem knackigen, wenn auch nicht ganz ernst gemeinten Text daherkommt, sondern auch ordentlich rockt. Die Schwedinnen kommen ohne Umschweife zur Sache und machen dabei keine Gefangenen – besonders keine männlichen. Das zeigt auch das etwas modernere und selten düstere „To Kill A Man“. Mit dem einfacher gestrickten „Electric Sky“ dürften sie auch bei Riff-Rock-Freunden punkten. Im weiteren Verlauf fallen besonders „The Ghost Inside“, „Follow The Stream“ und der Titeltrack positiv auf und lassen den Schluss zu, dass CRUCIFIED BARBARA mit „In The Red“ ihr bisher stärkstes Album fabriziert haben.

Von modern bis klassisch irgendwo zwischen Hardrock und Punk tönen die vier Schwedinnen gewohnt kompromisslos, können sich bei Album Nummer vier aber in Sachen Qualität steigern. Ganz ohne Längen kommt das Quartett aber auch hier nicht aus („Shadows“ oder „Do You Want Me“ etc.). Kommt live sicher noch um einiges besser.

WERTUNG:







Trackliste:

01. I Sell My Kids For Rock´n Roll
02. To Kill A Man
03. Electric Sky
04. The Ghost Inside
05. Don´t Call On Me
06. In The Red
07. Lunatic #1
08. Shadows
09. Finders Keepers
10. Do You Want Me
11. Follow The Stream

Stefan

Sonntag, 27. Juli 2014

MOTÖRHEAD - Aftershock (Tour Edition)

Band: Motörhead
Album:  Aftershock – Tour Edition
Spielzeit: 68:55 min
Stilrichtung: Rock ´n´ Roll
Plattenfirma: UDR
Veröffentlichung: 01.08.2014
Homepage: www.imotorhead.com

Mit etwas Abstand lässt sich feststellen, dass die letzte Studio-Platte der Urgesteine MOTÖRHEAD sowohl bei Kritikern als auch den Fans sehr gut weggekommen ist und zu den besseren der letzten Jahre gehört. Dies ist wohl ein Grund für die Plattenfirma, das Werk nun, um eine Bonusdisk angereichert, nochmals in die Regale zu hieven. Alles Wichtige, bzw. Wissenswerte zu „Aftershock“ hatte der Frank bereits in seiner Rezi (www.rock-garage-magazine.blogspot.de/2013/10/motorhead-aftershock.html) gesagt. Daher schauen wir uns heute die besagte Bonusdisk etwas genauer an …

Der „Aftershock – Tour Edition“ liegt also eine zweite Disc mit dem Titel „Best Of The West Coast Tour 2014“ bei. Es handelt sich, wie der Name schon sagt, nicht um Aufnahmen eines einzigen Konzertes, sondern um eine Auslese diverser Gigs im Zuge der vergangenen 2014 Tour.  Das Schöne an einem Motörhead Auftritt ist ja nicht zuletzt, dass jeglicher Hauch von Zivilisiertheit, den man der Truppe im Studio auferlegt haben mag, auf der Bühne wie ein lästiger Umhang abgeschüttelt wird. Hier lärmen und rüpeln sich Lemmy und Co. so wie Ihnen die Schnauze gewachsen ist durch Ihre Setlist. Nun hat es schon bessere Livekonserven der Band gegeben und die etwas willkürlich erscheinenden Übergänge der Songs lassen kein wirkliches Konzertfeeling aufkommen. Dem gegenüber steht aber eine interessante Songauswahl bei der die unsterblichen Klassiker („Ace Of Spades“, „Overkill“) ebenso wie brandneues Material („Lost Woman Blues“) Berücksichtigung findet. Zudem kommt das Ganze mit einem mehr als ordentlichen Sound um die Ecke, der nur wenig nachbearbeitet zu sein scheint. Als eigenständige Live-Scheibe zum Vollpreis wäre „Best Of The West Coast Tour 2014“ wohl eine eher laue Angelegenheit, als Bonus zum Studioalbum aber auf jeden Fall ein nettes Extra und ein lohnenswerter Anreiz für alle, denen die Platte noch im Schrank fehlt.

WERTUNG: ohne Wertung

Trackliste:

01. Damage Case
02. Stay Clean
03. I Know How To Die
04. Metropolis
05. Over The Top
06. The Chase Is Better Than The Catch
07. Rock It
08. Lost Woman Blues
09. Doctor Rock
10. Just `Cos You Got The Power
11. Going To Brazil
12. Killed By Death
13. Ace Of Spades
14. Overkill

Mario

Mittwoch, 2. Juli 2014

THE QUIREBOYS - Black Eyed Sons

Band: The Quireboys
Album: Black Eyed Sons
Spielzeit: 37:44 min. + 44:00 min. + DVD
Stilrichtung: Rock´n Roll
Plattenfirma: Off Yer Rocka Recordings
Veröffentlichung: 20.07.2014
Homepage: www.quireboys.com

Bei all dem Fußball dieser Tage ist es manchmal schwierig, sich auf die Musik zu konzentrieren. Aaaber – wenn ein neues Album der QUIREBOYS im Player liegt, ist die Konzentration voll und ganz bei den Briten und deren neuestem Streich „Black Eyed Sons“. Diese Veröffentlichung ist aber nicht nur ein normaler neuer Longplayer sondern setzt sich aus 10 neuen Songs sowie einem 10-Track Unplugged Album und einer Live-DVD zusammen. Das ist doch mal ne Ansage. Dass die Briten so dick auftragen, dürfte aber sicher auch am 30-jährigen Jubiläum liegen, das sie 2014 feiern dürfen.

1984 – was war das für eine goldene Zeit, der erste Gig der QUIREBOYS fand im Half Moon in London statt und auch noch heute sind die Briten für ihre erstklassige Live-Show voller Melancholie und Authentizität bekannt. Natürlich wird der Rock´n Roll nach wie vor groß geschrieben und der ewige Vergleich bzw. Titel als einzige formidable Nachfolgeband der FACES wird wohl immer über den QUIREBOYS schweben. Dabei haben sie einiges mehr zu bieten – wer die Band schon einmal live erleben durfte, weiß was ich meine. Wer das Vergnügen noch nicht hatte, darf sich anhand der DVD ein Bild davon machen. Diese ist herrlich einfach gehalten. Weitab von der heute üblichen Hochglanz-HD-Perfektion rockt sich das Sextett durch 30 Jahre Bandgeschichte. Die Schnitte sind nicht schwindelerregend schnell, die Drum-Kamera wackelt bedrohlich und die Auflösung ist speziell bei den Nahaufnahmen von Keith Weir´s Keyboard ziemlich ähm übersichtlich. Aber genau das ist authentisch und passt zu einer Band wie den QUIREBOYS. Die Jungs sind prächtig bei Laune und reißen ein tolles Programm herunter, wenn ich auch manchmal den Eindruck nicht loswerde, dass hier ordentlich im Studio nachbearbeitet wurde. Anyway…eine tolle Show mit einer guten Atmosphäre und mehr als eine kleine Zugabe zum neuen Album.

Bleiben wir dabei und rollen das Feld von hinten auf. Widmen wir uns nun kurz der Unplugged-CD, die vom Sweden Rock Festival stammt und 2013 mitgeschnitten wurde. Doch können die Nummern der Briten auch ausgestöpselt funktionieren? Sie können, das beweist schon das erste Stück „Don´t Bite The Hand That Feeds You“. Dank der großartigen Darbietungen der Herren Keith Weir an den Keyboards und Sänger Mr. Jonathan „Spike“ Gray kommen auch Titel wie der Schunkler „There She Goes Again“, „Mona Lisa Smiled“ oder „“ mal ganz anders aber durchaus gelungen aus den Boxen. Selbst der Hit des Debüts – „7 O´Clock“ – funktioniert so ganz prächtig. Zwar steht auf der Tracklist der CD was von „Sex Party“, aber da hat man sich wohl vertan. Und Balladen wie „I Don´t Love You Anymore“ sind sowieso prädestiniert für derartige Umsetzungen.

Seit dem letzten Studioalbum „Beautiful Curse“ ist genau ein Jahr vergangen und seitdem hat sich zumindest mal wieder das Personalkarussell an der Trommel gedreht. Für Matt Goom kommt Simon Hanson kommt Dave McCluskey, der schon seit geraumer Zeit zum Live-Line-Up gehört, den Bass zupft momentan Nick Mailing und der alte und harte Kern besteht nach wie vor aus Spike (vocals´n Whiskey), Guy Griffin (guitars), Paul Guerin (guitars) und Keith Weir (keyboards, piano). Produziert hat abermals Chris Tsangaridis, der auch schon am Vorgänger an den Reglern saß.

Und so beginnt auch Studiowerk Nummer 8 so, wie man es von den (neueren) QUIREBOYS erwarten darf, schon der Opener „Troublemaker (Black Eyed Son)“ startet spritzig wie eh und je. Ganz anders kommt „What Do You Want From Me?“ daher. Melancholisch und eher langsam gehalten würde man einen solchen Song eher weiter hinten auf dem Album erwarten. Auch „Julieanne“ fährt eher auf Halbgas bevor man bei „Double Dealin´“ wieder etwas rockiger wird. Mit leichtem Country-Touch stellt „Stubborn Kinda Heart“ einen typischen Schleicher aus dem Hause QUIREBOYS dar und „Lullaby Of London Town“ erinnert anfangs etwas an „Honkey Tonk Woman“ von den STONES, ist aber ansonsten eine lässige Geschichte. Im späteren Verlauf wird selten gerockt – Songs wie „The Messenger“, „Mothers Ruin“ und „Monte Cassino (Lady Jane)“ sind praktisch akustisch gehalten, nur bei „You Never Can Tell“ wird die Keule ausgepackt.

Die QUIREBOYS feiern ihren 30sten Geburtstag – dazu gratulieren wir erstmal ganz artig und vor allem sehr herzlich. Ihre Karriere begann in den großen 80ern mit Platinauszeichnungen und dem ganzen Tam Tam für ihr Debüt „A Bit Of What You Fancy“, beim Nachfolger „Bitter Sweet And Twisted“ mussten die Briten schon kleinere Brötchen backen. Seitdem machen die Jungs das, was sie am besten können: dreckigen Rock´n Roll, der sich in einer kleinen, versifften Bar am wohlsten fühlt. Und in den letzten Jahren konnten sie ihr Level auch wieder beachtlich steigern. Versteht mich nicht falsch, jedes Album hatte seine Reize und gute Songs an Bord, aber mit den QUIREBOYS ist es wie mit gutem Whiskey: je älter er wird, desto besser und runder wird sein Geschmack. Dafür steht auch „Black Eyed Sons“ samt seinen ganzen Zugaben. Zwar hätte ich mir ein bisschen mehr Rock´n Roll gewünscht, aber die Briten spielen schon seit jeher mit der Melancholie wie fast keine zweite Band und zaubern ein ums andere Mal tolle Kuschelsongs, die eigentlich keine sind. „Black Eyed Sons“ jedenfalls ist ein Jubiläumsalbum das seinem Namen alle Ehre macht.

WERTUNG:






Trackliste:

CD 1: Black Eyed Sons:

01. Troublemaker (Black Eyed Son)
02. What Do You Want From Me?
03. Julieanne
04. Double Dealin´
05. Stubborn Kinda Heart
06. Lullaby Of London Town
07. The Messenger
08. You Never Can Tell
09. Mothers Ruin
10. Monte Cassino (Lady Jane)

CD 2: Unplugged In Sweden:

01. Don´t Bite The Hand That Feeds You
02. There She Goes Again
03. Devil Of A Man
04. Mona Lisa Smiled
05. Roses & Rings
06. Misled
07. Have A Drink With Me
08. Sweet Mary Ann
09. I Don´t Love You Anymore
10. 7 O´Clock

DVD

01. Black Mariah
02. Too Much Of A Good Thing
03. Misled
04. There She Goes Again
05. Homewreckers & Heartbreakers
06. This Is Rock´n Roll
07. Mona Lisa Smiled
08. Diamonds & Dirty Stones
09. 27 Years
10. I Don´t Love You Anymore
11. Tramps & Thieves
12. Hey You
13. Beautiful Curse
14. Chain Smokin´
15. I Love This Dirty Town
16. 7 O´Clock
17. For Cryin´ Out Loud
18. Mother Mary
19. Sex Party

Stefan

Freitag, 4. April 2014

KILL RITUAL - The Eyes Of Medusa

Band: Kill Ritual
Album: The Eyes of Medusa
Spielzeit: 53:01 min
Stilrichtung: Thrash 'N' Roll
Plattenfirma: Golden Core Records/ZYX Music
Veröffentlichung: 04.04.2014
Homepage: www.killritual.com

2010 wurde die Band KILL RITUAL durch den Gitarristen Steve Rice gegründet. Es dauerte einige Zeit bis Steve die restlichen Bandmitglieder zusammen hatte und seine Vorstellung von einer Mischung aus gutem klassischen Heavy Metal und moderneren Sounds zusammen hatte aber schlussendlich konnte man 2012 die Veröffentlichung des Debütalbums „The Serpentne Ritual“ feiern.
Nun, wieder zwei Jahre später schiebt man also den aktuellen Output „The Eyes of Medusa“ nach auf dem man seine Version des Metal's mit Bay Area Thrash uns erneut präsentieren will. Mittlerweile bei einem größeren Label angelangt, ist man sich sicher mit dem neuen Album den richtigen Schritt gegangen zu sein.
Ob das so ist und wie der neue Diskus klingt hören wir uns jetzt mal genauer an.
Gestartet wie das Ganze direkt mit dem Titeltrack „The Eyes of Medusa“. Langsam beginnt die Nummer, steigert sich dann aber immer zu einem kraftvollen Midtempotrack der mit seinem gelungenem Chorus auf jeden Fall eindeutig auf der Habenseite verbucht werden kann.
Ebenfalls auf der Habenseite kann man die folgenden Tracks „Never Get me“, „Ride into the Night“ sowie „Just another Sin“ verbucht. Dazwischen gibt es aber auch den ein oder anderen etwas mittelmäßigen Track zu verdauen, „Hair Trigger“ oder „Weight of the World“ sind solche Beispiele, das will ich hier an der Stelle natürlich nicht verschweigen.
Die Mission mit dem großen Schritt ist also bislang nur teilweise erfüllt worden,  mal schauen ob die letzten Songs das Ruder noch herum reißen können?
Das etwas düstere „My Little Sister“ macht seine Sache auf jeden Fall schon mal ganz ordentlich und mit „Agenda 21“ hat man sogar noch einen richtigen Ohrwurm im Gepäck.
Das abschließende „Unleashed“ ist mir aber wieder ein bisschen zu wild durcheinander gemixt. Thrash N Roll wird ja als Genre hier angegeben, das trifft den Nagel ziemlich auf den Kopf würde ich sagen.

Anspieltipps:

Dieses Mal habe ich für euch “The Eyes of Medusa”, “Ride into the Night” und “Agenda 21” parat.

Fazit :

Also ich muss ganz klar sagen, mich haben KILL RITUAL mit ihrer neuen Veröffentlichung nicht komplett überzeugt. Schon die ungewöhnliche Genrebeschreibung mit Thrash N Roll lässt einen kurz stutzen und genauso hört sich das Album auch dann an. Wie eine wilde Mixtur aus beiden Genre in der mir aber irgendwie die Linie ein bisschen fehlt.
Es gibt bestimmt da draußen Metalheads die auch daran Gefallen finden werden, ich gehöre definitiv nicht dazu!
Neutrale 6 Punkte gibt es von mir für “The Eyes of Medusa”.

WERTUNG:






Trackliste:

01. The Eyes of Medusa
02. Hair Trigger
03. Never get me
04. Ride into the Night
05. Weight of the World
06. Writing on the Wall
07. Just another Sin
08. Angenda 21
09. My little Sister
10. Unleashed

Julian

Montag, 31. März 2014

MÄRVEL - Hadal Zone Express

Band: Märvel
Album: Hadal Zone Express
Spielzeit: 38:27 min
Stilrichtung: Hard Rock / Rock & Roll
Plattenfirma: Killer Cobra Records
Veröffentlichung: 28.03.2014
Homepage: www.marveltheband.com

Auffallen um jeden Preis - in dem unüberblickbaren Wust an neuen Veröffentlichungen die den Markt überschwemmen ist das heutzutage einer der wenigen Wege überhaupt noch irgendjemanden auf sich aufmerksam zu machen. Die Schweden MÄRVEL (natürlich nur echt mit dem Ümläüt) versuchen es daher einfach mal mit irre witzigen Superhelden-Masken (die leider so was von gar nicht zur Musik des Trios passen wollen), abstrusen Künstlernamen und dem Verweis auf den länderübergreifenden Fanclub MÄRVEL ARMY (das kennen wir doch auch schon von irgendwo). Das neue Album, No. 4 in der Diskographie, setzt wie die Vorgänger auf einen eingängigen Mix aus Glam, Rock & Roll und Hardrock irgendwo zwischen Kiss und den Hellacopters. Finanziert wurde die Scheibe der drei Spiessgesellen "The King" (Gitarre und Gesang), "The Vicar" (Schlagzeug) und Neuzugang "The Burgher" (Bass) durch eine recht erfolgreiche Pledge Kampagne.

Als Könige des "High Energy Rock & Roll" (Promotext) würde ich die Jungs jetzt zwar nicht bezeichnen, ein höherer Rang im Hofstaat ist mit solch grandiosen Granaten wie "Dead Rock n Roller", "Hadal Zone Express", „My Reward“ oder "Until The Sun Comes To Wake " aber auf jeden Fall drin. Die Texte sind in der Tat unterhaltsam, die Instrumente wreden fachmännisch bearbeitet und aus jeder Note springt den Hörer eine ansteckende Spielfreude an. Ausserdem können die Herren richtig gute Hooklines und abwechslungsreiche Songs schreiben, was recht gut davon ablenkt, dass man das alles schon mehr als einmal gehört hat. Die Qualität macht halt den Unterschied und auf „Hadal Zone Express“ gibt es eigentlich keinen wirklichen Ausfall zu vermerken.

In einer gerechten Welt würden die Radio-Sender dieser Welt jeden neuen Morgen mit dem Titeltrack des neuen MÄRVEL Albums begrüssen und Justin Bieber dürfte, wenn er denn brav war, dem Uli H. die Zelle sauberlecken. Die Realität sieht leider etwas anders aus, so dass wir froh sein können überhaupt noch ein paar Verrückte unter uns zu haben die einfach nur gute, zeitlose Musik zocken wollen anstatt sich vor dem gleichgeschalteten Mainstream zu bücken. Wenn wir das eher lächerliche Drumherum mal weglassen, so überzeugen MÄRVEL mit einem starken neuen Album, dass zwar keinen Originalitätspreis gewinnen wird aber dafür, so wie das stilistisch recht ähnliche letzte Album von Robert Pehrsson's Humbucker oder auch die 2012er Scheibe des Night Flight Orchestra, von vorne bis hinten hochwertigen, melodischen Gute-Laune Rock serviert. Was braucht der geschmackssicherer Rocker mehr um den Tag zu bereichern? Eben.

WERTUNG:






Trackliste:

01. Baptism
02. Dead Rock ‘n’ Roller
03. Hadal Zone Express
04. Black Money
05. Long Overdue
06. Until The Sun Comes To Wake
07. Danish Rush
08. Remember
09. Yesterday (Is Just Another Day)
10. My Reward
11. Forgettable

Mario

Mittwoch, 26. März 2014

BLACKBIRD - Of Heroes And Enemies

Band: Blackbird
Album: Of Heroes And Enemies
Spielzeit:  37:18 min
Stilrichtung: Rock & Roll / Hardrock
Plattenfirma: Pure Rock Records
Veröffentlichung: 28.03.2014
Homepage: www.blackbirdrocks.de

AC/DC Klone gibt’s wie Sand am Meer und bei nur sehr wenigen Bands ist es so offensichtlich wenn sie "kopiert" werden wie bei den australischen Riff/Blues-Rock Göttern. Machen wir es kurz – BLACKBIRD aus Rheinland Pfalz reihen sich in den Ahnenstammbaum von AC/DC, D*A*D und Airbourne ein, oder versuchen es zumindest – eine Stilbeschreibung erübrigt sich daher und die Frage kann nur lauten: wie schlagen sich Sänger/Lead-Gitarrist Angus (!) Dersim und seine drei Mitstreiter (das Line-Up haben die Jungs schon mal mit Airbourne gemeinsam) auf „Of Heroes And Enemies” im Vergleich zu den großen Vorbildern?

Eigentlich gar nicht mal so schlecht, wenn man den wohl ironisch gemeinten Promo Text des Labels nicht weiter ernst nimmt und davon ausgeht, dass die Band keinen Originalitätspreis erwartet. In den wenigen Zeilen ist nämlich davon die Rede, dass BLACKBIRD „keineswegs nach altbekanntem Rock & Roll Rezept“ vorgeht und die zehn Tracks „durch eine für den Rock völlig neue Produktion brillieren“. Da diese Aussage aber sowas von ulkig an den Tatsachen vorbei fabuliert ist, lassen wir das Papier mal flugs in die Schublade verschwinden und unsere Ohren entscheiden: Songs wie das programmatische „Fire Your Guns“, das starke „Of Heroes And Enemies” oder der coole Rocker “Deuce” können durchaus für gute Laune sorgen und auch der Rest der knappen 40 Minuten läuft stilsicher ordentlich rein. Problematisch ist die stellenweise etwas plärrende Produktion, die dank sehr präsenten und gut gespielten Gitarren zwar äußerst fett knallt, den Gesang aber etwas untergehen lässt. Sänger Dersim hat schon eine echt sympatische Rockröhre, agiert des Öfteren am oder bereits über seinem Limit was aber einen nicht unerheblichen Teil des Charmes ausmacht.

Mehr gibt es zu „Of Heroes And Enemies“ auch nicht zu sagen. Die Coolness von AC/DC, den Humor von D*A*D oder die Bedingungslosigkeit von Airbourne gehen BLACKBIRD zwar allesamt (noch) ab – ein vielversprechendes Debüt ist den Jungs aber allemal gelungen. Für die nächste Rock-Party kann man sich BLACKBIRDs ersten Streich auf jeden Fall in die Playlist laden.

WERTUNG:






Trackliste:

01. Fire Your Guns
02. Not About You
03. Hero
04. Dusk Till Dawn
05. Of Heroes And Enemies
06. Ride With The Rockers
07. Deuce
08. Don’t Fool Me
09. Devil’s Soul
10. Right To Rock

Mario