Dienstag, 4. Januar 2011

LOUDNESS - Soldier Of Fortune (Klassiker der Woche)

Band: Loudness
Album: Soldier Of Fortune
Spielzeit: 45:35 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Atco Records
Veröffentlichung: 1989
Homepage: www.loudnessjp.com

Japanische Bands hatten es seit jeher extrem schwer, sich im Rest der Welt durchzusetzen. Speziell war das Augenmerk natürlich auf eine erfolgreiche Karriere in den USA gerichtet. Dennoch gibt es eine handvoll Hardrockbands, die sich wenigstens ein kleines Stück vom Kuchen einverleiben konnten. LOUDNESS sind wohl eines der bekanntesten Beispiele. Die Band ist bis heute aktiv und hat mittlerweile beachtliche 29 Studioalben herausgebracht. Darunter befinden sich allerdings zahlreiche Werke, die sowohl in englischer als auch in japanischer Sprache, aber unterschiedlichen Titeln aufgeführt sind. Dennoch ist die 1981 von Gitarrist Akira Takasaki, Bassist Masayoshi Yamashita und Sänger Minoru Niihara gegründete Band wohl eine der produktivsten Vertreter ihrer Zunft.

Leider leidet oft die Qualität unter diesem Umstand. Und so war es nicht leicht, diese zugegebenermassen wichtige Band aus dem Land der aufgehenden Sonne auf ein Album zu reduzieren, das herausragend wäre. Nach einer längeren Anfangsphase, in der die Band in ihrer Heimat sehr erfolgreich musizierte, wollte man auch den internationalen Durchbruch erreichen. Das gestaltete sich allerdings schwieriger als erwartet und so gipfelten diese Versuche darin, dass man Ende der Achtziger sogar den Frontmann rauswarf, um mit einem Muttersprachler den US-Markt knacken zu können. Die Wahl fiel auf den OBSESSION-Vokalist Michael Vescera, der mit einer ähnlichen Stimme wie sein Vorgänger punkten konnte.

Mit ihm entstanden nur zwei Alben zwischen 1989 und 1991, mit „Soldier Of Fortune“ feierte er seinen Einstand. Und genau dieses wird heute im Mittelpunkt stehen. Zwar bieten sich auch recht erfolgreiche Longplayer wie „Thunder In The East“ von 1985 mit seinem bis heute größten Hit „Crazy Nights“ oder „Hurricane Eyes“ von 1987 an, aber „Soldier Of Fortune“ enthielt trotz seiner kommerziellen Ausrichtung einige der stärksten Songs der Japaner.

Und so stellt gleich der eröffnende Titeltrack ein Ebenbild des damals angesagten Heavy Metals dar. Nicht ohne die etwas hektische Gitarrenarbeit eines Akira Takasaki, was wohl das wichtigste Markenzeichen von LOUDNESS sowie der japanischen Rockbands überhaupt ist. Mit „You Shook Me“ folgt auch gleich ein Mörderriff und der dazugehörige Hit. Zwar floppte die Platte auf der ganzen Linie, „You Shook Me“ ist und bleibt aber einer der besten Songs von LOUDNESS. Der Midtempo Stampfer „Danger Of Love“ rundet das Gesamtbild ab. Alleine diese drei Songs sollten einen Durchbruch in den USA garantieren. Dass dem nicht so war, steht bereits in den Geschichtsbüchern.

Leider lässt ab hier das restliche Liedgut auch enorm nach. Zwar befinden sich mit „Red Light Shooter“ oder dem abschließenden Rocker „Demon Disease“ schon ein paar Songs auf dem Album, die durchaus gekonnt aus den Boxen knallen, aber man hat mit dem sehr soften, ja poppigen „Twenty Five Days“ auch Material aufgenommen, das völlig deplatziert wirkt. Auch kann der große Rest der Songs nicht an die andere, herausragende Hälfte des Albums anknüpfen.

Nach einem dicken Krach während der Tour zum 1991er Album „On The Prowl“ verließ Vescera die Band Hals über Kopf. Die Mission USA war spätestens hier kläglich gescheitert. Seit dem Jahr 2000 machen LOUDNESS wieder mit ihrem ursprünglichen Sänger Minoru Niihara gemeinsame Sache.

„Soldier Of Fortune“ sollte der endgültige weltweite Durchbruch der Japaner sein. Stattdessen floppte die Platte auf ganzer Linie. Mittlerweile hat die Band wohl gelernt, kleinere Brötchen zu backen und sich weiterhin auf den heimischen Markt zu konzentrieren, wo sie nach wie vor gefragt sind.

Trackliste:

01. Soldier Of Fortune
02. You Shook Me
03. Danger Of Love
04. Twenty-Five Days
05. Red Light Shooter
06. Running For Cover
07. Lost Without Your Love
08. Faces In The Fire
09. Long After Midnight
10. Demon Disease

Stefan

Hier findet Ihr weitere:

Keine Kommentare:

Kommentar posten