Mittwoch, 13. April 2016

TREAT - Ghost Of Graceland

Band: Treat
Album: Ghost Of Graceland
Spielzeit:  min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 15.04.2016
Homepage: www.facebook.com/treatofficial

Seit ihrer Re-Union 2006 hat sich der Stil der ehemaligen Scandi-Rocker TREAT geändert. Kerniger, bei Zeiten epischer Hardrock steht auf dem neuen Plan. Das haben Robert Ernlund (vocals), Anders Wickström (guitars) und ihre Jungs bereits auf dem 2010 erschienenen „Coup De Grace“ (Rezi HIER) bestens umgesetzt. Und auch für das neueste Werk „Ghost Of Graceland“ bleiben sie dieser Fahrweise weitestgehend treu. Große Melodiebögen, knackiger Sound und ein guter Schuss Dramatik sind auch die hier und heute die Hauptzutaten für ein lang erwartetes Album, bei dem lässiger Hardrock dennoch nicht zu kurz kommt. Für viele zu weich, zu oberflächlich – das waren TREAT Zeit ihres Lebens und natürlich speziell in den ersten Jahren ihrer Karriere. Diese Zeiten sind spätestens seit der Wiedervereinigung vorbei und so haben selbst die ewigen Nörgler jetzt absolut keinen Grund mehr, einen Bogen um die Schweden zu machen.

Der neue Mann am Bass ist kein Geringerer als Pontus Egberg – aktueller Tieftöner von KING DIAMOND und wohl noch am besten bekannt für sein Engagement bei den POODLES. Manchmal scheint der Geist der Landsmänner auf TREAT übergesprungen zu sein. Der eröffnende Titeltrack hat deutliche Tendenzen zum frühen (und guten) Material der Jungs um Frontsirene Jakob Samuel. Dementsprechend kann „Ghost Of Graceland“ sofort punkten. Nach dem mit modernem und hartem Riffing ausgestatteten „I Don´t Miss The Misery“ geht die Fahrt aber erst so richtig los. „Better The Devil You Know“, „Endangered“, „Inferno“ oder die Partynummer „Too Late To Die Young“ machen sich sicher auch auf der Bühne nicht schlecht.

Ich war schon immer ein großer Fan dieser Band. Natürlich kam die Neuausrichtung in den 2000ern etwas überraschend, aber TREAT haben es geschafft, ihre Identität zu bewahren. Das einzige, was mich an „Ghost Of Graceland“ stört, ist die tatsächliche Nähe zu den POODLES, die TREAT gar nicht nötig hätten (siehe „Coup De Grace“) und somit meine gerade getätigte Aussage mit der Identität etwas in den Schatten stellen. Dennoch gilt: TREAT sind auch nach über 30 Jahren im Geschäft eine Band, die man nicht vergessen darf. Sie haben immer noch etwas zu sagen und legen mit „Ghost Of Graceland“ einen weiteren Beleg vor, dass auch mit etwas älteren Rockern zu rechnen ist.

WERTUNG:






Trackliste:

1. Ghost Of Graceland
2. I Don´t Miss The Misery
3. Better The Devil You Know
4. Do Your Own Stunts
5. Endangered
6. Inferno
7. Alien Earthlings
8. Nonstop Madness
9. Too Late To Die Young
10. House On Fire
11. Together Alone
12. Everything To Everyone

Stefan

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