Montag, 19. Januar 2015

CARE OF NIGHT - Connected

Band: Care Of Night
Album: Connected
Spielzeit:  min.
Stilrichtung: Melodic Rock, AOR
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 23.01.2015
Homepage: www.facebook.com/careofnight

Der erste Name, der beim Lesen des mitgelieferten Promo-Infos ins Auge sticht ist WIGELIUS. Die Brüder Erik und Anders Wigelius haben vor 2 ½ Jahren über Frontiers Records ihr Album „Reinventions“ veröffentlicht und sind damit bei mir nicht gerade auf Gegenliebe gestoßen. Zu wenig Eigenständigkeit, zu wenig zwingende Kompositionen und der Anschein, als wäre dies das x-te Projekt, das irgendwo in einem Kellerstudio lieblos zusammengeschustert wurde, hinterließen einen äußerst faden Beigeschmack. Aber was haben CARE OF NIGHT mit WIGELIUS zu tun? Musikalisch nicht viel, zumindest auf personeller Ebene. Denn die beiden Brüder haben diese Scheibe lediglich produziert. Die Grundausrichtung von CARE OF NIGHT ist aber durchaus ähnlich, wenngleich die Musik, die Kristofer von Wachenfeldt (keyboards) und Jonathan Carlemar (guitars) zuvor mit ihrer Band  SEVEN TEARS gemacht haben, ungleich härter war. Nach deren Auflösung wagten die beiden zusammen mit dem ehemaligen Kollegen Fredrik Lager am Bass mit CARE OF NIGHT einen Neuanfang. Lager wurde durch Jonas Rosengren ersetzt und mit Calle Schönberg (vocals) und Linus Svensson (drums) geeignetes Personal gefunden, um die Band zu komplettieren.

„Connected“ liefert melodischen und knackigen Hardrock mit AOR-Anleihen, der durchaus überzeugen kann. Bei den ersten Takten des Openers „Cassandra“ fühlt man sich zwar eher an eine Piano-Ballade von LIONEL RICHIE erinnert, aber nach einer halben Minuten nimmt der Song Fahrt auf. Hi-Tech AOR trifft auf einen treibenden Beat und einen leider etwas dumpfen Sound. Das hat aber den Vorteil, dass hier nicht zu viel Weichspüler im System zirkuliert. Mit seinen prägnanten Keyboards und schönen Melodien, die sich gleich im Ohr festsetzen, ist „Cassandra“ ein sehr gelungener Start. Flotter gehen die Schweden bei „Heart Belongs“ zu Werke. Freunde von WORK OF ART oder eben WIGELIUS sowie TOTO und Kollegen dürften hier sicher auf ihre Kosten kommen. Mit „Those Words“ leiten CARE OF NIGHT aber eine Kehrtwendung ein, die man nach zwei dermaßen starken Nummern nicht vorausahnen konnte. Nach und nach werden die Songs belangloser und lassen den guten Eindruck schließlich vollends verblassen. Einzig das namensgebende „Connected“ reißt das Ruder noch einmal herum, kann aber unterm Strich nicht mehr viel ausrichten.

Was von „Connected“ bleibt, sind drei Ausrufezeichen für die drei richtig guten Songs. Warum gehe ich mit CARE OF NIGHT so hart ins Gericht? Ganz einfach, neben den angesprochenen Stücken gibt es fast nur lauwarme Suppe, die uns schon von so vielen anderen Projekten und Bands aufgetischt wurde. Selbst ein Midtempo-Kracher wie „Unify“ ist mit seinem langweiligen Refrain absolut wirkungslos und  Songs wie „Say A Prayer“ sind nicht mehr als Massenware. Eine EP mit 4 Songs würde die Essenz aus „Connected“ ziehen, der Rest ist nur überflüssiges Beiwerk. Schade eigentlich...

WERTUNG:






Trackliste:

Cassandra
Heart Belongs
Those Words
Dividing Lines
Say A Prayer
Contact
Please Remember
Unify
Give Me Strength
Say You Will

Stefan

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