Montag, 20. Januar 2014

Julian Angel´s BEAUTIFUL BEAST - Kick Down The Barricades

Band: Julian Angel´s Beautiful Beast
Album: Kick Down The Barricades
Spielzeit: 43:33 min.
Stilrichtung: Hair Metal
Plattenfirma: Platinum Blonde Records
Veröffentlichung: 24.01.2014
Homepage: www.beautifulbeastrocks.com

Mit den Zeitmaschinen ist es so ne Sache: Michael J. Fox reiste in „Zurück in die Zukunft“ ziemlich sportlich in einem DeLorean durch die Jahre während sich Bill und Ted mit einer engen Telefonzelle zufrieden geben mussten. Für den bayrischen (oder muss ich sagen fränkischen) Gitarristen, Sänger und Songwriter Julian Angel reicht schon die Musik, denn er dreht den Fluxkompensator regelmäßig auf 1989, wenn er mit seiner Band BEAUTIFUL BEAST ein neues Album raushaut.

Ich muss zugeben, es hat ein Weilchen gedauert, bis ich das neue Werk „Kick Down The Barricades“ kapiert habe. Denn auf den 10 neuen Songs geht der Meister lange nicht so durchschaubar ans Werk, wie es oft in der Vergangenheit der Fall war. Versteht mich jetzt nicht falsch, ich liebe die beiden Vorgängeralben nach wie vor sehr (das sollte auch an den bisherigen Bewertungen sichtbar sein), aber mit dem neuen Streich verstehen es BEAUTIFUL BEAST, zusätzlich eine gewisse Tiefe in ihre Musik zu bringen. Das geht nicht immer gut, aber diese Songs haben die richtige Balance und rocken dadurch noch mehr. Natürlich ist auch anno 2014 noch alles hübsch retro, was man im Falle von „Kick Down The Barricades“ aber als Kompliment auffassen sollte.

Neben Chefdenker Julian Angel – er hat alle Songs komplett selbst verfasst, die Platte produziert, gemixed und und und – gibt es neben einer Konstante (Bassist Frank Mc Douglas) erneut einen Besetzungswechsel auf dem Schlagzeughocker. Für das neue Album konnte niemand Geringeres als Ramy Ali (FRONTLINE, EVIDENCE ONE, IRON MASK, LAVALLE und viele mehr) gewonnen werden.

So, genug um den heißen Brei geredet, lassen wir die Musik sprechen: Der Opener „Bad Boys Never Dance“ ist ja schon seit geraumer Zeit in Verbindung eines Video-Clips im Umlauf. Schon hier ist spürbar, dass BEAUTIFUL BEAST eine Schippe an Härte draufgelegt haben. Vergleiche hinken zwar meistens, aber mir kam beim ersten Hören ganz spontan das Debüt der Ingolstädter BONFIRE in den Sinn. Aber das ist nur die halbe Wahrheit, denn es sind auch RATT oder DOKKEN Anleihen zu spüren. Trotzdem tönt der Song nach dem „hübschen Biest“ und textlich könnte wohl der Spruch „Wer tanzt ist nur zu feige zum saufen“ oder „Männer sind zu Höherem geboren als sich auf der Tanzfläche zum Affen zu machen“ greifen.

“Big Stuff“ krallt sich die Coolness und Schlüpfrigkeit von Nummern wie MÖTLEY CRÜE´s „Sticky Sweet“ und groovt wie die Hölle. „Can´t Stand The Fiction“ ist eine typische Nummer im Fahrwasser der beiden ersten Alben mit eingängigen Melodien und der richtigen Portion Kitsch. Aber auch hier gilt: die Jungs werkeln hier mit mehr Ecken und Kanten, oder kurz gesagt: mit richtig dicken Eiern! „Shock ´Em Dead“ ist textlich eine Abrechnung mit allen Arschlöchern da draußen im Allgemeinen und Leuten, die Mr. Angel in jüngerer Vergangenheit blöd gekommen sind im Speziellen. Ein wütender Brocken und trotzdem in bester BB Manier.

Wer eine Verschnaufpause braucht oder einfach nur einen Song zum Kuscheln, ist bei der Ballade „The Night Cries For You“ richtig. Aber schon bei „Unsexy“ tischen die Jungs schon wieder richtig cooles Material auf, für das sich AEROSMITH heute sicher die rechte Hand abhacken würden. Der Titeltrack ist ein flotter Rock´n Roller, der erneut überrascht. Wer hier nicht mit dem Fuß mitwippen muss, wird wohl gerade vom Sensenmann eingesammelt.

Muss ich erwähnen, dass auch die letzten drei Songs gut sind? Während „Shake Me Back Home“ und „High On Love“ das Tempo etwas runterschrauben und etwas ruhiger sind, geht der Rausschmeißer „Six In The Red“ noch einmal gut ab, obwohl er ebenfalls im Midtempobereich angesiedelt ist. Schon alleine der Text ist Hair Metal at its best – Hollywood lässt grüßen.

Auf „Kick Down The Barricades“ führen BEAUTIFUL BEAST ihren Weg konsequent fort ohne sich zu wiederholen. Der Sound ist kantiger und rauer. Das schöne an der Platte ist aber, dass sie erstaunlich viel Abwechslung bietet und – obwohl einige Songs nicht beim ersten Hören zünden – das bisher beste Material enthält. Und zwar über die gesamte Spielzeit. Knackig kurz und trotzdem nicht zu wenig – obwohl: wer möchte bei diesen 10 geilen Songs nicht noch den ein oder anderen Bonus? Auch das Artwork und die optische Aufmachung ist besser denn je und – das kann ich mir nicht verkneifen – STRYPER hätten ihre letzte Scheibe so gestalten sollen.

Das dritte Album von BEAUTIFUL BEAST gehört definitiv in jede Sammlung (dieser Satz wird zwar etwas inflationär gebraucht, hier ist er aber sehr ernst gemeint). Vorausgesetzt natürlich man ist ein Freund von guter Musik und hat was übrig für ein bisschen Poserstuff! Ach ja, Ihr möchtet wissen, was die Highlights sind? Hört Euch einfach die ganze Platte an…

WERTUNG: 






Trackliste:

01.    Bad Boys Never Dance
02.    Big Stuff
03.    Can´t Stand The Fiction
04.    Shock ´Em Dead
05.    The Night Cries For You
06.    Unsexy
07.    Kick Down The Barricades
08.    Shake Me Back Home
09.    High On Love
10.    Six In The Red

Stefan

CHROME DIVISION - Infernal Rock Eternal

Band: Chrome Division
Album: Infernal Rock Eternal
Spielzeit: 53:50 min
Stilrichtung: Heavy Metal / Rock 'n' Roll
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 17.01.2013
Homepage: www.facebook.com/chromedivision

Seit 2004 machen CHROME DIVISION mittlerweile die Metalszene unsicher und sind längst mehr als ein spaßiges Nebenprojekt von Shagrath (DIMMU BORGIR). Nun legen die Norweger mit "Infernal Rock Eternal" die vierte Langrille vor.

Nach einem kurzen Opener kracht "Endless Nights" mit einer mächtigen Portion Arschtritt aus den Boxen, es rockt, es rollt und es groovt wie Hölle. Die Jungs sind ihrem Stil treu geblieben und ziehen ihre Kreise vom Rock 'n' Roll über Hard- und Stonerrock bis hin in Heavy Metal Gefilde. Stellt euch das Ganze als einen fiesen Bastard aus MOTÖRHEAD, VENOM, MONSTER MAGNET und BLACK LABEL SOCIETY vor. "(She's) Hot Tonight" schiebt dann eine Schippe Kohlen nach und geht direkt und schnörkellos nach vorne.
Einzelne Nummern raus zu picken fällt schwer, das Album klingt wie aus einem Guss, Song um Song reiht sich zu einem gelungen Heavy Rock Erlebnis. Besonders stark hängen geblieben sind neben den erwähnten Stücken noch "No Bet For Free" (der Song würde sich auch auf einem MOTÖRHEAD Album sehr gut machen), das treibende "On The Run Again" und das rotzig-punkige "Ol".

Frontröhre Shady Blue (SUSPERIA) passt bei jedem Song wie der sprichwörtliche Arsch auf Eimer, den Musikern merkt man ihre Erfahrung von den Hauptbands bei jeder Note an. Die Produktion knallt amtlich durch's Gebälk, auch wenn ihr eine etwas dreckigere Note ganz gut getan hätte. Aber das ist jammern auf hohem Niveau.

2014 hat seine erste kitschfreie Partyscheibe, vollgepackt mit fetten Riffs und einprägsamen Leads. Holt euch die neue CHROME DIVISION, macht ein Bier auf, Doomsday Rock 'N Roll Teil 4 wartet auf euch.

WERTUNG: 





Trackliste:

01. Good Morning Riot
02. Endless Nights
03. (She's) Hot Tonight
04. The Absinthe Voyage
05. Lady Of Perpetual Sorrow
06. The Moonshine Years
07. No Bet For Free
08. On The Run Again
09. Mistress In Madness
10. Reaper On The Hunt
11. You're Dead Now
12. Ol

Chris

CASABLANCA - Riding A Black Swan

Band: Casablanca
Album: Riding A Black Swan
Spielzeit: 36:41 min
Genre: Hard Rock
Plattenfirma: Gain/Sony Music
Veröffentlichung: 20.01.2014
Homepage: www.casablancaband.com

Der 48jähriger US-Gitarrist Ryan Roxie ist ein alter Hase im internationalen Rock&Roll Geschäft und hat im Laufe seiner langen Karriere, neben einem langjährigen Engagement bei Alice Cooper, bei so illustren Musikern wie Slash, Gilby Clarke oder bei großen Studioproduktionen mitgearbeitet. Nachdem Roxie vor einigen Jahren die Heimat verlassen und seine Zelte in Schweden aufgeschlagen hat, war es nur eine Frage der Zeit bis er auch aktiver Teil der dort blühenden Rock und Metal-Szene wurde. 2012 legte er, zusammen mit 4 Schwedischen Lokalhelden, das Debütalbum seiner neuen Band CASABLANCA vor, das weltweit hervorragende Kritiken einheimste. Auch der Stefan war von der Scheibe angetan und vergab damals fette 8,5 Punkte. Das Rezept, damals wie heute: Eingängige, recht klischeefreie Hooklines, eine Prise modern interpretierter, lässiger Classic Rock à la Audrey Horne, etwas Heavy Metal im Stile von High Spirits und einfach eine Menge ungezügelter und authentischer Schmutz unter den Fingernägeln. Roxie und seine in jedem einzelnen Lick und Ton spürbare Erfahrung, gesammelt auf den Bühnen und in den Studios dieser Welt, ist aber nur die halbe Miete - den Rest Charisma steuert Sänger Anders Ljung bei, der im Vergleich zum Erstling noch ein Schippe Dreck, Sleaze und Adrenalin draufgepackt hat und manchmal wie ein angepisster Jesper Binzer von D*A*D klingt („Barriers“).

Wem das Debüt gefallen hat, der kann hier schon aufhören zu lesen und sich „Riding A Black Swan“ in den Einkaufswagen legen, denn die Klasse des Vorgängers wird locker gehalten. Legt man die Cover beider Alben nebeneinander wird auch optisch deutlich was inhaltlich verändert wurde: die Produktion ist ein wenig roher, dunkler und fokussierter geraten, die Arrangements sind aufs Nötigste reduziert und das polierte bunte Candy ist in den Hintergrund getreten. An der Klasse der Songs wurde glücklicherweise nichts verändert: die erste Single „Hail The Liberation“, „It’s Alright“, das mit einem fantastischen Refrain ausgestattete „No Devil In Me” oder der geile Titelsong sind alles arschtight gespielte, knackige und vor allem unprätentiöse Hardrock Hymnen wie aus dem Bilderbuch die jedem Rock Fan ein Lächeln ins Gesicht zaubern sollten. Auch der Rest der 10 Tracks ist überdurchschnittlich gut, so das kein einziger Ausfall zu vermelden ist.

CASABLANCA machen auf Ihrem 2ten Album weiterhin alles richtig und haben Ihre Stärken konsequent ausgebaut. Inmitten einer Heerschar an grell geschminkten Spandex-Bubies mit porentief reinen möchtegern-Rocksongs haben Roxie und seine Mitstreiter eine handvoll ernstzunehmender Knaller im Gepäck die entsprechend professionel eingetütet wurden. „Riding A Black Swan” ist ein sehr empfehlenswertes Album geworden das mächtig Laune macht.

WERTUNG:





Trackliste:

01. The Giant Dreamless Sleep
02. Hail The Liberation
03. Dead End Street Revisited
04. It’s Alright
05. Barriers
06. Riding A Black Swan
07. Some Misty Morning
08. Heartbreak City
09. No Devil In Me
10. Just For The Nite

Mario

PAVIC - Is War The Answer?

Band: Pavic
Album: Is War The Answer?
Spielzeit: 38:37 min.
Stilrichtung: Modern Hardrock/Heavy Metal
Plattenfirma: New Venture Music
Veröffentlichung: 24.01.2014
Homepage: www.pavictheband.com

Mit dem Debütalbum „Taste Some Liberty“ wandelte Marko Pavic mit seiner Band 2005 noch auf eher klassischen Pfaden. Doch mit dem zweiten Langspieler „Unconditioned“ 2008 wurden die Zutaten gehörig durcheinander gewürfelt. Mehr Härte, moderner Sound und ausgefeiltere Songs prägten das Bild. Diese Wandlung wird jetzt auf dem dritten Album „Is War The Answer?“ perfektioniert. Und mit Joe Calabro hat man sich außerdem einen neuen und passenderen Vokalisten dafür ins Boot geholt. Neben Pavic (guitars) und Calabro (vocals) besteht die Band aus Aleks Ferrara (bass), Lorenzo Antonelli (keyboards) und Antonio Aronne (drums).

Und so startet man mit dem Titeltrack und hämmerndem Beat in die Scheibe. Angereichert mit einigen Progelementen und prägnanten Keyboardeinsätzen ist PAVIC anno 2014 eher Heavy Metal als Hardrock. Die Riffs sind kantig, der Sound druckvoll und der neue Mann am Mikro macht eine echt gute Figur. Das alles krönt ein melodischer Chorus. „In Your Eyes“ lässt den progressiven Hauch hinter sich und ist eher ein Hardrocksong in modernem Gewand. Die Vorzeigeballade „Song For The Rain“ spricht für sich und ist der einzige alleinige Beitrag von Calabro. Alle anderen Stücke wurden von der gesamten Band geschrieben. Nach dem etwas deftigeren „Your Own Misery“ folgt die einzige Cover-Nummer des Albums. „Notorious“ vom gleichnamigen Album der britischen New Wave Sensation DURAN DURAN. Interessant umgesetzt mit funkigen Gitarren und satten Riffs.

Düster und hart präsentiert sich „Every Time I Die“. Der Anfang von „Strong Enough“ erinnert an SEPULTURA´s „Roots“-Zeiten, der Gesang ist natürlich eher in NICKELBACK-Gefilden angesiedelt und der Refrain ein ums andere Mal ziemlich catchy. Dennoch fahren die Italiener hier den wohl härtesten Song ihrer Karriere auf. „Free Fall“ ist ein guter, moderner Hardrocksong während „Once Again“ das Album mit ganz anderen Tönen beschließt. Eine Pianoballade mit viel Gefühl, auf dem Joe Calabro glänzen darf.

PAVIC liefern mit „Is War The Answer?“ ein starkes Stück Musik ab. Sie kombinieren darin ihre alten Elemente mit einer Extraportion Härte und auch progressive Passagen dürfen nicht fehlen. Der neue Mann am Mikro ist ein Glücksgriff und bringt sowohl harte Rocker als auch ruhige Balladen perfekt rüber. Der Sound von Rick Beato ist sehr druckvoll und klar – die Italiener haben mich in allen Punkten positiv überrascht.

WERTUNG:





Trackliste:

01.    Is War The Answer?
02.    In Your Eyes
03.    Song For The Rain
04.    Your Own Misery
05.    Notorious
06.    Every Time I Die
07.    Strong Enough
08.    Welcome To My World
09.    Free Fall
10.    Once Again

Stefan

SUPERSUCKERS - Get The Hell

Band: Supersuckers
Album: Get The Hell
Spielzeit: 34:56 min.
Stilrichtung: Hardrock, Punk Rock, Rock´n Roll
Plattenfirma: Steamhammer/SPV
Veröffentlichung: 24.01.2014
Homepage: www.supersuckers.com

Man muss schon ziemlich dicke Eier haben, wenn man von sich behauptet, die größte Rock´n Roll Band auf der Welt zu sein – oder man ist einfach nur größenwahnsinnig. OK, ein bisschen verrückt sind die Jungs von den SUPERSUCKERS sicher, aber die Amis haben sich in den 25 Jahren ihrer Karriere auch den Respekt von großen Kollegen wie MOTÖRHEAD´s Lemmy (O-Ton „If you don´t like the Supersuckers, you don´t like Rock´n Roll“), Eddie Vedder (PEARL JAM) und vielen anderen erspielt. Und natürlich ist die ständig wachsende Fanbase von Eddie Spaghetti und seinen Jungs nicht zu verachten. Und diese mussten lange fünf Jahre warten, bis mit „Get The Hell“ das neue und mittlerweile neunte Studioalbum in den Startlöchern steht.

Nachdem der langjährige Manager und Mentor Chris Neal im August 2009 seinen Hut und Gitarrist Rontrose Heathman gleich mitnahm, beschlossen die Jungs, eine Auszeit zu nehmen. Aber jetzt sind sie zurück, mit einer runderneuerten Besetzung, die die beiden alten Recken Eddie Spaghetti (vocals, bass) und Dan „Thunder“ Bolton (guitars) sowie die beiden Neuzugänge „Metal“ Marty Chandler (guitars) und „Captain“ Chris Von Streicher (drums) beinhaltet.

Und auf „Get The Hell“ kehren die Amis zurück zu ihren Punkwurzeln. Knackig und ohne Umschweife legt der eröffnende Titeltrack nach einem 16-sekündigen Intro los. Ausgestattet mit einem großen Chorus und der üblichen Fuck-You-Attitüde machen die SUPERSUCKERS hier keine Gefangenen. Aber auch bei Songs wie „Something About You“, „Gluttonous“ oder „High Tonight“ oder dem oberrotzigen „Fuck Up“ wird das Level hoch gehalten. „Get The Hell“ ist ein kurzweiliges und bodenständiges Rock´n Roll Album, das mit einem fetten Sound daherkommt. Übrigens wurde die Platte in Willie Nelson´s Tonstudio in Austin/Texas aufgenommen.

Aber auch die Hommage an verdiente Kollegen darf hier nicht fehlen, wenngleich die Auswahl ziemlich eigenwillig ausfällt. Zum Einen haben wir mit dem abschließenden „Rock On“ eine Nummer von GARY GLITTER und zum anderen „Never Let Me Down Again“ von DEPECHE MODE. Besonders letzter Song ist nicht wieder zu erkennen, so dermaßen wurde daran geschraubt, bis eine Punk Rock Granate heraus gekommen ist. Aber auch „Rock On“ wurde mit der richtigen Portion Schmackes eingespielt.

Nach 35 Minuten steht fest, dass „Get The Hell“ ein Gewinner ist und sich das lange Warten durchaus gelohnt hat. Die SUPERSUCKERS gehen mit neuem Elan und jeder Menge Aggression zu Werke und klingen so frisch wie schon lange nicht mehr. Tipp!

WERTUNG:
 




Trackliste:

01.    Intro
02.    Get The Hell
03.    Something About You
04.    Fuck Up
05.    High Tonight
06.    Pushin´ Thru
07.    Never Let Me Down Again
08.    Gluttonous
09.    Disaster Bastard
10.    Bein´ Bad
11.    That´s What You Get
12.    Shut Your Face
13.    Rock On

Stefan

Freitag, 17. Januar 2014

AXEL RUDI PELL - Into The Storm

Band: Axel Rudi Pell
Album: Into the Storm
Spielzeit: 57:43 min
Stilrichtung: Melodic Metal
Plattenfirma: SPV/Steamhammer
Veröffentlichung: 17.01.2013
Homepage: www.axel-rudi-pell.de

25 Jahre ist eine verdammt lange Zeit im Musikbusiness! Genau dieses Jubiläum feiert der deutsche Gitarrenhexer AXEL RUDI PELL mit seiner gleichnamigen Band in diesem Jahr. Und der gute Axel lässt sich natürlich nicht lumpen und schiebt direkt mal mit „Into the Storm“ einen Diskus unters Volk. Sein 15enter !!!
Mit jeder Veröffentlichung wird die Fanscharr größer und auch die Chartplatzierungen höher! Nach dem man mit der letzten Veröffentlichung „Circle of the Oath“ Platz 16 erreichen konnte und eines der stärksten Alben der Bandgeschichte raus brachte, ist der Truppe nur zu wünschen das es diese Mal unter die Top 10 geht und man der Popwelt da draußen mal zeigt was gute Mucke ist!!
AXEL RUDI PELL Alben klingen ja alle recht ähnlich und das ist auch gut so! Eine Besonderheit gibt es aber auf dem neuen Album, es steht nämlich das erste Mal seit langem ein Besetzungswechsel an. Drumtier Mike Terrana konnte nach 15 jähriger Zugehörigkeit zur Band seine vielen Termine nicht mehr koordinieren, stand nicht mehr zur Verfügung und wurde kurzer Hand durch Bobby Rondinelli (RAINBOW, BLACK SABBATH, DORO) ersetzt, der ein absoluter Wunschkandidat von Axel war. Kein Wunder, schaut man sich seine bisherigen Bands an.
So genug gequatscht, es ist alles gesagt, ab geht die wilden Fahrt in den Sturm mit dem obligatorischem Intro „The Inquisitorial Procedure”. Gut gemacht wie immer, nimmt man Fahrt auf für den ersten Track “Tower of Lies”. Dieser ist ein typischer Pell Mitdtemposong der absolut vom Gesang von Johnny Gioeli lebt sowie vom Chorus der wie immer super eingängig geworden ist.
In eine ähnliche Kerbe schlägt dann das folgende “Long Way to Go” wobei hier die Geschwindigkeit noch ein bisschen mehr runter gefahren wird und man mehr über den Ausdruck und die Atmosphäre arbeitet.
Das erste richtige Highlight folgt aber nun mit dem schnellen, rockigen “Burning Chains”! Was ein Groove und was für coole Orgeleinsätze! Ein genialer Track mit DEEP PURPLE und RAINBOW Anteilen, die hier richtig schön rauskommen.
Über die Quotenballade “When Truth hurts”, die sehr gefühlvoll gehalten ist und von einem grandios singenden Johnny bestimmt wird, der Mann ist einfach ein Bank und gehört zu einen der besten Metal und Rocksänger auf diesem Planeten, kommen wir
über die melodischen Granaten „Changing Times“ und „High Above“ so wie dem für mich nicht ganz so starken NEIL YOUNG Cover „Hey Hey My My“ zum abschließenden Titeltrack „Into the Storm“. Dieser ist Meister Pell mal wieder richtig gut gelungen! Eine, überlange, epische Nummer mit vielen orientalischen Einflüssen und richtig viel Atmosphäre. Man kommt hier zwar nicht ganz an so Glanztaten wie „The Masquerade Ball“ heran, aber man ist nahe dran! Ein ganz starker Abschluss eines typischen aber doch etwas anderem AXEL RUDI PELL Albums.

Anspieltipps:

Die verbieten sich hier, wie immer ist auf einer Pell Scheibe so gut wie alles an hörbar und aus einem Guss!

Fazit :

Was mir an der neuen Scheibe von AXEL RUDI PELL besonders gefällt sind die vielen rockigen Einflüsse, die hier irgendwie wesentlich mehr zur Geltung kommen wie bisher. Kein Vergleich zu den eher metallastigen Scheiben “Shadow Zone” oder “Mystica”. Der neue Schlagzeuger Bobby macht seine Sache ausgezeichnet und ich finde, das er mit seinem Spiel ein wenig besser zum Sound der Band passt. Er ist halt eher der Rock Drummer als es Mike Terrana war, den ich aber immer noch für einen der besten Metaldrummer der Welt halte! Nicht das hier ein falscher Eindruck entsteht.
Wie auch immer, wo AXEL RUDI PELL drauf steht ist auch nach wie vor AXEL RUDI PELL drin und ich glaube ein schlechtes Album werden wir von der Band nie zu Gesicht bekommen : - )!

WERTUNG:





Trackliste:

01. The Inquisitorial Procedure
02. Tower of Lies
03. Long Way to Go
04. Burning Chains
05. When Truth hurts
06. Changing Times
07. Touching Heaven
08. High Above
09. Hey Hey My My
10. Into the Storm

Julian

STAMINA - Perseverance

Band: Stamina
Album: Perseverance
Spielzeit: 46:28 min
Genre: Hard/Progressive Rock, Melodic Metal, Fusion
Plattenfirma: Power Prog
Veröffentlichung: 17.01.2014
Homepage: www.staminaband.net

Bei den Italienern STAMINA von einer Band zu reden ist vielleicht ein wenig am Thema vorbei, denn tatsächlich besteht der Kern der Truppe lediglich aus Gitarrist Luca Sellitto, Bassist Lorenzo Zarone und Keyboarder Andrea Barone (auch wenn auf den Promofotos eine 5-köpfige Mannschaft zu sehen ist). Eingespielt wurde das neue, 3te Album „Perseverance“ daher unter Mithilfe von 2 Schlagzeugern sowie 4 Sängern (u.a. Göran Edman, der bereits für Yngwie Malmsteen und John Norum die Stimmbänder gedehnt hat, und Nils Molin von Dynasty) und 3 Sängerinnen (Maria McTurk von Royal Hunt, sowie 2 Backing Sängerinnen). Das Label stellt (korrekterweise) auch gleich klar, dass es unmöglich ist die Musik in eine Genre-Schublade zu packen, da von Power, Progressive und Melodic Metal über klassischen Prog Rock bis zu Fusion Elementen so Einiges verarbeitet wurde. Und da liegt der Hase im Pfeffer, denn entsprechend zerfahren ist das Produkt leider streckenweise ausgefallen. Das alte Sprichwort von den vielen Köchen und dem Brei passt hier ganz gut. Die ordentlich produzierte Scheibe eröffnet mit einem lupenreinen Power Metal Song („Higher“) bevor bei „Breaking Another String“ und „I'm Alive” die Prog/Frickel-Schrauben ein wenig angezogen werden. „Naked Eye” streift gar durch Saga-Gefilde und ein Track wie „Wake Up The Gods“ ist reiner Melodic Rock mit 80er Europe Einschlag. Die musikalisch (in bester Landestradition) ohne Fehl und Tadel eingespielten Tracks verfügen allesamt über durchaus gute Hooklines, lassen aber echte Überraschungsmomente vermissen (wie in dem 08/15 Track „Unbreakable“) und sind alles in allem ziemlich vorhersehbar ausgefallen. Das ein oder andere super Gitarrensolo lässt aufhorchen, die Gesangsleistungen sind natürlich klasse. Und dennoch will sich die Begeisterung nicht so recht einstellen weil man nie das Gefühl hat ein in sich stimmiges Werk zu hören sondern, eine Ansammlung von Songs verschiedenster Stilrichtungen, interpretiert von einem Projekt-Cast. Nicht schlecht, aber auch nicht geil.

Es stellt sich die Frage wer das Album tatsächlich kaufen soll? Interessant dürfte „Perseverance“ wohl in erster Linie für Fans der beteiligten Sänger(innen) sein, die Ihre Sammlung vervollständigen wollen. Da das Album ausschließlich als Download erschienen ist, kann man sich das Ganze aber noch nicht mal zur Komplettierung ins Regal stellen. Was bleibt ist ein, nüchtern betrachtet, solides, ja teilweise sogar starkes Album, dem es aber etwas an Charakter und Zielstrebigkeit  mangelt.

WERTUNG:





Trackliste:

01. Higher
02. Breaking Another String
03. I'm Alive
04. Just Before The Dawn
05. Perseverance
06. Naked Eye
07. Unbreakble
08. Wake Up The Gods
09. Winner For A Day

Mario

VITAL SCIENCE - Imaginations Of The Subject Of Infinity

Band: Vital Science
Album: Imaginations of the Subject of Infinity
Spielzeit: 53:37 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: Power Prog
Veröffentlichung: 17.01.2014
Homepage: www.facebook.com/vitalscience

Aus Lettland hatte ich bislang glaube ich noch keine Band auf dem Besprechungsschreibtisch. Mit den Progressive Metallern von VITAL SCIENCE kommt nun die Premiere. Hier haben wir es mit einer blutjungen Truppe zu tun, die sich 2008 aus den Resten zweier anderer Bands gründeten und die ganz im Stile von Genregrößen wie SYMPHONY X, NEVERMORE oder DREAM THEATER die Metalwelt mit ihrem progressive Metal begeistern wollen.
Mit dem ambitionierten deutschen Label Power Prog hat man dafür genau den richtigen Partner gefunden und so erscheint das Debütalbum „Imaginations of the Subject of Infinity“ dort als digitaler Download.
So, was erwartet uns nun dort, mit dem obligatorischem Intro „Overture“ geht das Ganze auf jeden Fall schon mal standesgemäß los. Typisch Progressive Metal halt.
Zum Beginn des anschließenden „Bridge of Sorrow“ denkt man erst man würde einem CD oder Plattenhänger lauschen, ein sehr interessanter und ungewöhnlicher Keyboardauftakt zu Beginn. Das Tasteninstrument wird uns auch ziemlich stark die nächste Zeit begleiten, so viel sei schon mal gesagt. Der Song an sich ist vom Aufbau her ganz ordentlich, der Sänger singt im sehr angenehmen Bereich und auch der Chorus sitzt an der richtigen Stelle. Alles gut also zu Beginn!
„The Last Trial“ wird dann wieder von den präsenten Keys eröffnet, der Unterschied zum Vorgänger ist hier das der Chorus um einiges zwingender ist und das sich die Nummer so ohne Probleme in eure Gehörgänge.spielt.
Bislang präsentiert sich die junge Truppe also ganz ordentlich, bleibt das auch so?
Mit „Endless Sky“ und „Truth be Told“ sind auf jeden Fall zwei weitere starke Tracks mit an Bord, die uns gut bei Laune halten und zu keiner Zeit langatmig oder zu zerfahren wirken. Man bleibt also schön Song dienlich und verliert sich nicht zu sehr im Gefrickel, so mag ich das!
Mit „Fallen from Grace“ haben wir den ersten etwas schwächeren Song zu verzeichnen. Hoffentlich verlieren die Jungs jetzt nicht den Faden.....
Naja ein bisschen kommt man jetzt doch von der Linie ab, erst bei „Dream Survives“ springt man wieder auf die Qualität der ersten Songs auf.
Mit dem epischen „Prayer to Survive“ und dem abschließenden „The Curtains Fall“ hat man dann doch nochmal zwei starke Tracks im Gepäck die die Scheibe gut abrunden.

Anspieltipps:

Auf jeden Fall solltet ihr euch “The Last Trial”, “Truth be Told”, “Dream Survives” sowie “Prayer to Survive“ genauer anhören.

Fazit :

Das Debütalbum einer Band ist ja immer etwas ganz besonderes. So auch hier. Die Jungs von VITAL SCIENCE haben auf jeden Fall interessante Songs im Gepäck, wovon einige auch sehr gut zünden und begeistern können.
Ein wenig muss man aber noch feilen um das hohe Niveau über die gesamte Spielzeit halten zu können. Aber ansonsten sollten Progressive Metalfans hier das vorfinden was sie erwarten, eine solide Platte der man auf jeden Fall eine Chance geben sollte!
Ich bin mir sicher das die Band sich mit der nächsten Scheibe auf jeden Fall verbessern wird, das Potential dafür ist im ausreichenden Maße vorhanden!

WERTUNG: 





Trackliste:

01. Overture
02. Bridge of Sorrow
03. The Last Trail
04. Endless Sky
05. Truth to be told
06. Fallen from Grace
07. Black Judgement Day
08. Dream Survive
09. Prayer to Survive
10. The Curtains fall

Julian

MAJESTY OF REVIVAL - Iron Gods

Band: Majesty of Revival
Album: Iron Gods
Spielzeit: 68:12 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Power Prog
Veröffentlichung: 17.01.2014
Homepage: www.facebook.com/majestyofrevival

Mit dem zweiten Longplayer warten dieser Tag die Ukrainer Neo Classic Power Metaller MAJESTY OF REVIVAL auf. Der Diskus hört auf den Namen „Iron Gods“ und wird vom deutschen Label Power Prog nur als digitale Version veröffentlicht. Standesgemäß wirbelt uns die Band darauf ihren Symphonic Metal mit Rock und Thrash/Speed Einflüssen um die Ohren.
Die 2010 gegründete Band gilt in ihrem Heimatland als einer der Geheimtips, ob das reicht um sich auf dem hart umkämpften europäischen Markt durchzusetzen wird unsere Besprechung nun zeigen.
Mit dem Vorabsong „Nameless Guest“ wird die Platte  eröffnet. Dieser beginnt gleich mal ohne viel Umschweifen und entwickelt sich zu einer epischen Nummer, die ganz klar von ihrem treibenden Rhythmus und der Atmosphäre lebt. Dazu noch der interessante Gesang von Fronter Konstantin Naumenko und ein packender Chorus und fertig ist der passende Opener.
Apropos Atmosphäre, die ist auch beim folgenden „Infernal Grays“ mehr als ausreichend vorhanden. Verantwortlich dafür ist mit Sicherheit das sehr präsente Keyboard, was einen ständigen Klangteppich in den Songs legt. Hier haben wir es auf jeden Fall mit einem ordentlichen Midtemposong zu tun, der erneut mit seinem starken Chorus punkten kann.
Über das überlange „Lost Empire“, welches ebenfalls richtig gut rein läuft und dem etwas unscheinbaren „Nocturnal Gate“ geht es in den Mittelteil wo wir mit „Wicked Game“ und „Edge of Sanity“ gut unterhalten werden.
Was mittlerweile auffällt, viele Songs haben Überlange, die Jungs von MAJESTY OF REVIVAL schaffen es aber das zu keiner Zeit Langeweile aufkommt und der Hörer gut bei der Stange bleibt. Das muss man auch erst mal schaffen.
Im letzten Drittel der Platte finden wir dann auch den, erneut überlangen, Titeltrack der Scheibe, der ebenfalls sehr gut in die Gehörgänge läuft!
Auf den abschließenden Bonustrack „Mad Song“ hätte man aber gut und gerne verzichten können! Hat absolut nicht die klasse des restlichen Albums.

Anspieltipps:

“Nameless Guest”, “Infernal Gray”, “Lost Empire”, “Wicked Game” und “Iron Gods”  kann ich euch hier wärmstens ans Herz legen.

Fazit :

Also den Geheimtipstatus könnten die Jungs von MAJESTY OF REVIVAL auch hier bei uns zu Lande absolut zu Recht tragen! Das neue Album der Jungs bietet wirklich einen guten Mix aus Symphonic, Progressive und Power Metal der fast zu keiner Zeit zu überfrachtet oder durchfahren daherkommt.
Den ein oder anderen schwächeren Song gibt es hier aber auch zu beklagen, wodurch man es nicht ganz in die obersten Punkteränge schafft, aber ein starke Leistung bleibt in der Endabrechnung doch übrig.
Man ist auf jeden Fall auf einen guten Weg und wie üblich wird das dritte Album entscheiden wo der Weg der Band genau hingeht!

WERTUNG: 





Trackliste:

01. Nameless Guest
02. Infernal Grays
03. Lost Empire
04. Nocturnus Gate
05. Wicked Game
06. Close your Eyes
07. Edge of Sanity
08. Masked Illusion Part II & III
09. Iron Gods
10. Mad Song (Bonus Track)

Julian

Mittwoch, 15. Januar 2014

NASHVILLE PUSSY - Up The Dosage

Band: Nashville Pussy
Album: Up The Dosage
Spielzeit: 38:07 min.
Stilrichtung: Hardrock, Heavy Metal
Plattenfirma: Steamhammer/SPV
Veröffentlichung: 17.01.2014
Homepage: www.nashvillepussy.com

“Dies ist unser Back In Black“ tönt es aus dem Quartier der amerikanischen Hardrocker NASHVILLE PUSSY! Da nimmt aber jemand den Mund ganz schön voll, aber das erklärt wenigstens das Artwork zur neuen Platte „Up The Dosage“, denn üblicherweise bewegt man sich eher zwischen Russ Meyer und Quentin Tarrantino, wenn es um die Illustration geht. Gut vier Jahre nach der letzten Scheibe „From Hell To Texas“ gibt es also wieder neues Futter von den Freiheitskämpfern Nr. 1 aus Atlanta. Neben den beiden verbliebenen Mitgliedern Blaine Cartwright (vocals, guitars), Ruyter Suys (guitars) und Jeremy Thompson (drums) gibt es mit Bonnie Buitrago wieder einmal einen Neuzugang am Tieftöner.

Und tatsächlich: der Opener „Everybody´s Fault But Mine“ klingt so ausgefeilt wie noch kein Song in der Historie der Pussies. Mit fetten Riffs und wummernder Hammondorgel walzt sich der  Midtemposong seinen Weg frei. Ganz nebenbei wird schon von Anfang an de sarkastische Humor der Südstaatler auf die Spitze getrieben. „Rub It To Death“ ist eine High-Speed Abrissbirne bevor das schleppende und äußerst intensive „Till The Meat Falls Off The Bone“ (da muss ich gezwungenermaßen an stundenlanges und gemächliches amerikanisches BBQ denken). Das augenzwinkernde „The South´s Too Fat To Rise Again“ bildet einen weiteren Höhepunkt der bisher erstklassigen Scheibe.

Äußerst Country-lastig und cool musiziert das gemischte Doppel bei „Before The Drugs Wear Off“, das dermaßen lässig daherkommt. Die Herrschaften tragen sinnbildlich ihre Colts ganz weit unten, aber das ist ja nichts Neues mehr. Flotter geht es bei „Spent“ zu. Eine Extraportion Dreck versprechen die beiden Rocker „Beginning Of The End“ und „Up The Dosage. „Taking It Easy“ wirkt da schon eher als Weckruf, denn der Song (ähem, das Ding dauert gerade mal 47 Sekunden) wird von Ruyter Suys gesungen, die sich einen durchaus respektablen Namen als Schreihals macht.

Das letzte Drittel leutet mit „White And Loud“ ein Stück ein, das aus der Feder der blonden Gitarristin stammt und sich perfekt den Ablauf einfügt. Countryfans werden beim folgenden „Hooray For Cocaine, Hooray For Tennessee“ ein lautes Yeeehaaaa raushauen. Ziemlich cool das Ganze! Der schnelle “Pillbilly Blues” und das melodiöse “Pussy´s Not A Dirty Word“ beschließen einen tollen Longplayer.

Weniger Vollgas, mehr Country und noch mehr Coolness, das umschreibt “Up The Dosage” wohl recht gut. Wobei man nicht vernachlässigen darf, dass auch Album Nummer sechs eines ist, das das Prädikat „Rock´n Roll“ mit stolz tragen darf. Bleibt also alles anders im Hause NASHVILLE PUSSY? Auf jeden Fall haben die Damen und Herren erneut ein starkes Langeisen im Gepäck und können relaxt auf das Geleistete blicken. Cheers!

WERTUNG:





Trackliste:

01.    Everybody´s Fault But Mine
02.    Rub It To Death
03.    Till The Meat Falls Off The Bone
04.    The South´s Too Fat To Rise Again
05.    Before The Drugs Wear Off
06.    Spent
07.    Beginning Of The End
08.    Up The Dosage
09.    Taking It Easy
10.    White And Loud
11.    Hooray For Cocaine, Hooray For Tennessee
12.    Pillbilly Blues
13.    Pussy´s Not A Dirty Word

Stefan

PERSUADER - The Fiction Maze

Band: Persuader
Album: The Fiction Maze
Spielzeit: 52:48 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Innerwound Recordings
Veröffentlichung: 17.01.2014
Homepage: www.persuader.nu

Ah meine Lieblings BLIND GUARDIAN „Coverband“ kehrt mit einem neuen Album zurück! Dabei ist hinkende Vergleich hier mit einem dicken Augenzwinkern zu sehen, denn natürlich sind PERSUADER eine vollkommen eigenständige Band, aber die Parallelen im Gesang und beim Songwriting zu Deutschlands führender Metalband sind nahe zu unglaublich!
Mit neuem Label im Rücken sind die Schweden rund um Frontman Jens Carlsson und Gitarrist Emil Norberg 16 Jahre nach ihrer Gründung 1997 mit ihrem neuen Album „The Fiction Maze“ zurück auf der Metalbühne. Das letzte Album „When Eden burns“ datiert aus dem Jahre 2006 und kam beim leider bankrotten Label Dockyard1 raus. Somit wurde es nun wirklich Zeit für eine neue Powermetalgranate der Schweden, die auf ihrem neuen Album nichts verlernt haben und ihre Fähigkeiten sogar noch ausgebaut haben, so viel sei schon mal verraten.
Im Detail hört sich das folgendermaßen an. Beim Opener „One Lifetime“ denkt man die Jungs wären nie weg gewesen, denn die Gitarren kreisen direkt ab Beginn wieder im Volltakt, die Röhre von Jens ist so rau wie eh und je und im Chorus ist man so eingängig wie immer! Ein bärenstarker Beginn.
Über den ebenfalls richtig starken und abwechslungsreichen Titeltrack „The Fiction Maze“ geht es mit schnellen Schritten hin zum Mittelteil der uns mit dem krachenden „InSect“ und dem epischen „Son of Sodom“ versüßt wird.
Dazwischen will ich aber auch nicht verheimlichen das es auch den ein oder anderen etwas schwächeren Song gibt.
Danach wird bei „Sent to the Grave“ ordentlich der Staub aus den Boxen geblasen, das etwas überflüssige Zwischenspiel „Dragon Rising“ können wir links liegen lassen, bevor es dann in den Endteil der Platte geht.
Mit „Worlds Collide“ sowie „Falling Faster“ wird man dort zwar gut unterhalten, ganz an die Klasse der ersten Hälfte der Platte kommt man aber nicht mehr ran. Man versucht hier viel über die Geschwindigkeit zu lösen und vergisst dabei aber leider ein wenig die Melodic und die Eingängigkeit.

Anspieltipps:

Mit “One Lifetime”, “The Fiction Maze”, “Son of Sodom” sowie “Worlds Collide”  solltet ihr hier am Besten bedient sein.

Fazit :

Die neue Scheibe von PERSUADER geht auf jeden Fall super los, aber leider verzettelt man sich im weiteren Verlauf ein wenig in den Songs und versucht viel über die brachiale Geschwindigkeit zu lösen, als ein wenig mehr auf die Melodic und die Eingängigkeit zu setzen.
Dieses Konzept mag zwar einige Power Metal Freaks auch munden, mir ist das Ganze aber irgendwie zu simpel.
DIE Powermetalgranate ist das neue Album nicht geworden, solide kommt das Ganze aber trotzdem aus den Boxen und wird sicherlich seine Abnehmer finden!

WERTUNG: 





Trackliste:

01. One Lifetime
02. War
03. The Fiction Maze
04. Deep in the Dark
05. InSect
06. Son of Sodom
07. Sent to the Grave
08. Heathen
09. Dragon Rising
10. Worlds Collide
11.Falling Faster

Julian

LUCID DREAMS - Lucid Dreams

Band: Lucid Dreams
Album: Lucid Dreams
Spielzeit: 46:15 min
Stilrichtung: Melodic Metal
Plattenfirma: Rockworks
Veröffentlichung: 09.12.2013
Homepage: www.luciddreams.com

Aus Norwegen kommen die 2011 gegründeten Newcomer von LUCID DREAMS. Mit Greenhorns haben wir es hier aber nicht zu tun, alle Bandmitglieder konnten schon in  anderen Bands Erfahrungen sammeln und blicken schon auf eine gutes Stück Musikerkarriere zurück.
Die Jungs spielen Melodic Metal der mal mehr, mal weniger in den 80igern verwurzelt ist und auch mit progressiven sowie epischen Einflüssen nur so gespickt ist.
Da es ansonsten nicht so viel mehr über die Truppe zu sagen gibt, lassen wir jetzt direkt mal die Mucke sprechen und kommen zum einleitenden „Introduction“. Ein recht nichtssagendes Intro, was man auch hätte weglassen können. Mal schauen ob der erste richtige Track „Cassies Escape“ besser mundet. Joa, klingt ganz ordentlich aus den Boxen das Teil. Die Bezeichnung Melodic Metal ist hier aber falsch am Platz, eher Melodic Rock. Der Gesang ist etwas rauer im angenehmen Bereich, die Melodie hauen gut rein und der Chorus passt auch soweit. Also ein ordentlicher Beginn, würde ich sagen.
Beim folgenden „For your Love“ sind wir mal ganz meterdick im Rock/AOR Bereich angelangt. Hätte man den tieferen Gesang nicht, könnte man meinen es handelt sich hier um ein frühes BON JOVI Werk, ohne das dies jetzt negativ gemeint ist!
Aber dann endlich tönt mir beim nächsten Song mit „Daisy Dukes“ das erste richtige Highlight entgegen. Knackig gespielt, mit einem eingängigen Chorus versehen fräst sich die Nummer quasi direkt in die Gehörgänge. Sehr cool!
Im Mittelteil der Platte angekommen, wechseln sich Licht und Schatten wieder ab. „Closing the Deal“ kann mich so gar nicht hinter dem Ofen hervor locken, „Lucid Dream“ ist ganz ok und bei „Stormy“ haben wir es mal mit einem waschechten Stück Metal zu tun, ein Schuss Progressive Metal kommt uns dort sogar entgegen.
Danach geht dieses auf und ab leider auch so weiter. Ein wenig aus dem Einheitsgrau hervorstechen kann man noch mit „Light in the Sky“ ansonsten gibt es aber im weiteren Verlauf aber leider nichts mehr aufregendes zu entdecken.

Anspieltipps:

Am Besten tönen hier “Daisy Dukes”, “Lucid Dream” und “Light in the Sky” aus den Boxen.

Fazit :

Handwerklich ist das hier alles gut gemacht keine Frage. Aber ein wenig fehlt es der Debütscheibe von LUCID DREAMS an der Seele. Man schwankt irgendwie zu sehr zwischen unterschiedlichen Stilen und zusätzlich sind die Songs auch nicht immer packend und schwanken von der Qualität her doch ziemlich!
So mit haben wir es hier eher mit einer durchschnittlichen Veröffentlichung zu tun, die aber eventuell doch den einen oder anderen Melodic Rock Fan hinter dem Ofen hervorlocken kann.

WERTUNG:





Trackliste:

01. Introduction
02. Cassies Escape
03. For your Love
04. Daisy Dukes
05. Closing the Deal
06. Lucid Dream
07. Stormy
08. Take me Away
09. Paranoia
10. Wanton Conquest
11. Light in the Sky
12. When I die

Julian

SATURDAY OVERDOSE - Eat My Dust! EP

Band: Saturday Overdose
Album: Eat My Dust! EP
Spielzeit: 22:17 min.
Stilrichtung: Hair Metal, Hardrock
Plattenfirma: Street Symphonies Records
Veröffentlichung: 24.09.2013
Homepage: www.facebook.com/saturdayoverdose

Im Jahre 2007 starteten die Italiener als Schülerband unter dem Namen OVERDOSE. Nach einigen Auftritten, auf denen sie ausschließlich Coversongs spielten, trennten sich die Wege ein Jahr darauf schon wieder. 2009 wagte man einen Neuanfang und begann, eigene Songs zu schreiben. Ab sofort nannten sich Enrico „Bosco“ Boschiazzo (vocals, keyboards), Andrea „Serve“ Servetti (guitars), Andrea „Pana“ Panaro (bass) und Filippo „Kocks“ Galli (drums) SATURDAY OVERDOSE und machten den Weg frei für ihr erstes Demo. Anfang 2013 begannen die Aufnahmen zu dieser ersten offiziellen EP, die auf den Namen „Eat My Dust!“ getauft wurde. Die italienischen Untergrund-Spezialisten Street Symphonies Records krallten sich die Combo und veröffentlichten den 5-Tracker bereits im September 2103.

Auf „Eat My Dust!“ erwartet uns eine Mischung aus knackigem 80er Sleazerock der Marke SKID ROW und einem moderneren Sound, der eher von 90er Bands gezockt wurde. Dazwischen streuen die Jungs 2 Balladen. Aber mal der Reihe nach…

Mit „Free Bones“ macht man einen guten Anfang. Der Song rockt, hat Substanz und – ganz wichtig – wurde nicht irgendwo zusammengeklaut. Die Gang-Vocals im Refrain klingen räudig und kraftvoll. Ein richtig guter Einstieg also. Mit „Don´t Care About The Rain“ präsentieren die Italiener gleich darauf die erste Ballade. Etwas unkonventionell aber aufgrund der nur 5 Tracks auf diesem Tonträger geht das durchaus in Ordnung. Der Anfang erinnert etwas an GUNS N´ROSES, diesen Vergleich kann der Refrain allerdings nicht halten. Schöne Ballade ohne wirkliche Höhepunkte. „Fallin Apart“ rockt zum Glück wieder amtlich aus den Boxen und hat den nötigen Dreck unter den Fingernägeln und genug Melodie im Chorus um punkten zu können. „Anthem For A Dream“ kann vom Titel her nur eine weitere Ballade sein. Und tatsächlich wagt es der Vierer, einen zweiten Song zu platzieren, der den Rockern unter Euch nicht recht schmecken wird. Kuscheln ist ja ne schöne Sache, aber dann bitteschön zu erstklassigem Material. „Anthem For A Dream“ gehört leider nicht dazu, auch wenn der Titel dies suggeriert. Zum Abschluss gibt es mit „Fuckin Mustang“ noch einmal Rock´n Roll auf die Ohren. Der Song ist ähnlich gestrickt wie der Opener und strahlt jede Menge Energie aus.

So richtig rund läuft es bei SATURDAY OVERDOSE mit dieser EP noch nicht. Denn irgendwie wissen die Jungs noch nicht wo die Reise hingehen soll. Ein Anfang ist aber gemacht und wenn sie jetzt ihre Kräfte bündeln, das Songwriting etwas abwechslungsreicher gestalten, könnte es bei einem eventuellen Debüt Longplayer schon mehr scheppern. Der Grundstein ist gelegt…

WERTUNG: 





Trackliste:

01.    Free Bones
02.    Don´t Care About The Rain
03.    Fallin Apart
04.    Anthem For A Dream
05.    Fuckin Mustang

Stefan

Montag, 13. Januar 2014

LOVE CREAM - First Taste

Band: Love Cream
Album: First Taste
Spielzeit: 48:25 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Eigenvertrieb
Veröffentlichung: 20.12.2013
Homepage: www.lovecreamband.com

Australien ist bekannt für seine florierende Untergrundszene in Sachen Hardrock. In immer kürzeren Abständen erreichen uns Platten von viel versprechenden Bands. Den bisherigen Höhepunkt setzte dabei das Jahr 2013 aber auch im neuen Jahr geht es munter weiter, denn mit LOVE CREAM steht schon die nächste Kapelle aus Down Under in den Startlöchern um mit ihrem Erstling „Open For Business“ durchzustarten. Zusammengefunden haben die Jungs im Winter 2011 und nach dem Gewinn eines Bandwettbewerbs war es Zeit für ihre erste EP „First Taste“. Jetzt haben Vinnie Dynamo (vocals), Mick Gallo (drums), Nick Robinson (guitars) und Phil Parker (bass) noch einmal 5 weitere Songs dazugepackt und unter dem gleichen Namen „First Taste“ ihr Debütalbum veröffentlicht. 

Der Eröffnungstrack „Open For Business“ tönt etwas nach AC/DC aber auch nach anderen Heroen der alten Garde. AEROSMITH und die ROLLING STONES hatten die Jungs sicher im heimischen Plattenschrank stehen. Ein Auftakt nach Maß, wenngleich nicht sonderlich eigenständig. Das kann das folgende „Back Door Lover“ schon etwas besser. Mit seinem warmen Gitarrensound rockt das Stück recht weit weg von den Einflüssen des Openers. Stark! „Spend The Night Together“ ist sicher der Live-Abräumer von LOVE CREAM. Im Stile alter KISS Hits wie “Heaven´s On Fire” oder “I Love It Loud” haben die Jungs ihre Hymne geschaffen. Etwas softere Töne schlägt „Hot In The Dark“ an, das mit nachdenklichen Moll-Akkorden eine Intensität aufbaut, die man gehört haben muss. Ganz anders ist da das flotte „Love Train“ gestrickt. Auch hier klingt Sänger Vinnie Dynamo ab und zu – speziell in höheren Lagen - mal nach Paul Stanley. Eine nachdenkliche Ballade haben LOVE CREAM mit „Sweet May“ an Bord. „Woman (I´m Gay For Your Lovin´)“ ist eine Nummer, als hätten AEROSMITH und LED ZEPPELIN gemeinsame Sache gemacht. Mit einem todsicheren Gefühl für schlüpfrige Details tanzt das Ding komplett aus der Reihe und ist ganz nebenbei ein Highlight des Albums.

Nach dem eher straighten Rocker „Why Not Me“ gibt es mit „She´s A Smokin´ Bitch“ ein weiteres Mal eine gehörige Portion dreckigen Rock´n Roll auf die Ohren, der das Prädikat LOVE CREAM verdient hat. Zum Abschluss zeigt „Love Don´t Live Here Anymore“ auf sechseinhalb Minuten, was die Essenz der Australier ausmacht, auch wenn man denkt, den Refrain schon mal irgendwo gehört zu haben.

LOVE CREAM sind keine weitere AC/DC Coverband, sie frönen auch nicht dem typischen australischen Riff Rock. Die Jungs aus Aidelaide sind eher in den 70ern zu Hause, ohne nach den vielen unsäglichen Retro-Combos zu klingen. „First Taste“ ist ein starkes Stück Rock´n Roll, nicht mehr und auch nicht weniger. Klar tragen einige Stücke die unverkennbare Handschrift alter Helden, aber LOVE CREAM können mehr. Sie bringen neben einer Menge Herzblut und Können ihre eigenen Komponenten mit in ihren Sound. Und das ist heutzutage ziemlich selten geworden. Mit „First Taste“ ist LOVE CREAM eine weitere große Überraschung aus Down Under!

WERTUNG: 





Trackliste:

01.    Open For Business
02.    Back Door Lover
03.    Spend The Night Together
04.    Hot In The Dark
05.    Love Train
06.    Sweet May
07.    Woman (I´m Gay For Your Lovin´)
08.    Why Not Me
09.    She´s A Smokin´ Bitch
10.    Love Don´t Live Here Anymore

Stefan

MUSTASCH - Thank You For The Demon

Band: Mustasch
Album: Thank you for the demon
Spielzeit: 37:56 min
Stilrichtung: Heavy Rock
Plattenfirma: Gain Music / Sony
Veröffentlichung: 10.01.2014
Homepage: www.mustasch.net

MUSTASCH sind sich auch auf dem aktuellen Werk "Thank you for the demon" treu geblieben. Zielgerichteter Hardrock, eine Brise Alternative und ein guter Schuss Stoner/Doom bilden das Grundgerüst der Schweden seit 1998. Garniert wird das Ganze mit ein wenig traditionellem Heavy Metal und Classic Rock.

Und auch diesmal wird die Abwechslung ganz groß geschrieben. Der Opener "Feared And Hated" ist eine leichtfüssige Rocknummer, die sich direkt in den Gehörgängen einnistet und zum Mitsingen animiert. Der Titeltrack ist dann schleppend, erhält durch den gekonnten Einsatz von Streichern eine dramatische und emotionale Note. "From Euphoria To Dystopia" legt eine gute Schippe an Härte drauf und kracht mit seinem treibenden Beat aus den Boxen.
Bei "The Mauler" schreit das Riff nach wenigen Sekunden BLACK SABBATH in den Raum, erneut kommen leichte Streichereinlagen zum Einsatz, welche entfernt an LED ZEPPELIN erinnern.
Die Vielseitigkeit, die MUSTASCH bereits nach vier Songs bieten, ist ein wahrer Genuss, zumal die Schweden bei allen Stilrichtungen eine erstklassige Figur machen.
"Borderline" ist ein solider Rocker, aber im Verhältnis mit den bisherigen Stücken etwas unspektakulärer. Mit über sieben Minuten folgt "All my Life", der längste Song der Scheibe. Nach dem balladesken Einstieg mit akustischen Gitarrenklängen rockt der Song dann düster los und gipfelt in einem intensiven Refrain, ein echtes Highlight auf einem schon wirklich starken Album!
"Lowlife Highlights" ist der einzige Ausreißer nach unten, mit seinem modernen Anstrich fällt er etwas aus dem Rahmen und weiß nicht wirklich zu überzeugen.
"I Hate To Dance" beginnt mit einem Discobeat und sorgt für großes Erstaunen, entwickelt sich dann aber zu einem sehr groovenden Rocker, der fast etwas an NICKELBACK erinnert, irgendwie aber richtig cool daherkommt. Und Textzeilen wie "Bang your head ‘cause I hate to dance" geben dem Ganzen einen leicht ironischen und sympathischen Unterton. "Don't Want To Be Who I Am" setzt dann einen eher ruhigen Schlusspunkt mit einer melancholisch-bluesigen Note und lässt "Thank you for the demon" sanft ausklingen.

Wer wirklich erstklassig gespielte Rock/Metal Musik ohne Scheuklappen genießen möchte, sollte auf jeden Fall schnellstmöglich den neusten Streich von MUSTASCH in den Player wuchten, ihr werdet es nicht bereuen.

WERTUNG: 





Trackliste:
       
01. Feared And Hated
02. Thank You For The Demon
03. From Euphoria To Dystopia
04. The Mauler
05. Borderline
06. All My Life
07. Lowlife Highlights
08. I Hate To Dance
09. Don't Want To Be Who I Am

Chris