Montag, 27. Januar 2014

RED DRAGON CARTEL - Red Dragon Cartel

Band: Red Dragon Cartel
Album: Red Dragon Cartel
Spielzeit: 46:17 min.
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 24.01.2014
Homepage: www.reddragoncartel.com

Totgesagte leben länger! Das hat sich auch im Rock´n Roll Zirkus schon des öfteren bewahrheitet. Jetzt kommt ganz unverhofft einer um die Ecke, der es in jungen Jahren zu Ruhm an der Seite von Madman OZZY OSBOURNE gebracht hat, als er 1983 zu seiner Solo-Band stieß, um das kurze Gastspiel von Brad Gillis (NIGHT RANGER) zu beenden. Und als quasi-Nachfolger des verstorbenen Randy Rhoads trat der Sohn einer Japanerin und eines Navy Soldaten in große Fußstapfen, die er auf zwei Studioalben („Bark At The Moon“ 1983 und „The Ultimate Sin“ 1986) gut ausgefüllt hatte. Nach der Trennung gründete er 1988 zusammen mit Ray Gillen, der kurzzeitig bei BLACK SABBATH sang und somit GLENN HUGHES beerben sollte, die Blues Rock Band BADLANDS. Mit ihnen nahm er zwischen 1989 und 1998 drei Studioalben. Danach wurde es sehr ruhig um den Gitarrenvirtuosen, zumindest bis 2005, als er ein Soloalbum („Retraced“) auf den Markt brachte und mit dem 2008er Longplayer „Runnin´ With The Devil“ nachlegte.

Die große Welle schlug er damit allerdings nicht und so ist es jetzt wohl an der Zeit, mit neuem Anlauf und einer neuen Band erneut ins Rampenlicht zu treten. Ganz so leicht war es dann aber doch nicht, die geeigneten Mitstreiter zu finden, denn sogar über Facebook wurde das geeignete Personal für die Vocals und die Drums gesucht. Mit dem britischen Sänger Darren James „D.J.“ Smith und dem Kanadier Jonas Fairley (drums) wurde man schließlich fündig, der Bass wurde vom langjährigen Freund Ronnie Mancuso übernommen, der bei den Melodic Rockern BEGGARS & THIEVES sowohl als Sessiongitarrist als auch als Produzent und Songwriter fungierte. Über ihn dürfte wohl auch der Deal mit den italienischen Melodic-Spezialisten Frontiers Records zu Stande gekommen sein.

Etwas kurios, denn eines ist das selbstbetitelte Debüt von RED DRAGON CARTEL nämlich nicht: melodischer Hardrock. Heavy Metal ist wohl die treffendere Bezeichnung, und modern noch dazu. Denn der Großteil auf dem 10-Tracker tönt irgendwo zwischen Bands wie DOWN und dem neuen Schaffen von MÖTLEY CRÜE (ab 1994). Das verwundert auch nicht weiter, wenn man bedenkt, wer hier als Soundmann tätig war. Denn mit Kevin Churko (OZZY OSBOURNE, HINDER, ROB ZOMBIE u.v.m.) wurde ein sicherlich kommende Legende unter den Knöpfchendrehern verpflichtet.

Einen kraftvollen und überaus gelungenen Start kann man mit „Deceived“ verbuchen. Mit der richtigen Balance aus Härte und Melodie erinnert der Song zwar etwas an neueres Material des Madmans himself ist aber doch melodiöser und mit Hilfe der wütenden Vocals von D.J. Smith durchaus eigenständig. „Shout It Out“ gerät dann noch einen Ticken moderner und erinnert mich etwas an den Soloausflug von MÖTLEY CRÜE´s Tommy Lee – speziell an das METHODS OF MAYHEM Album. Mit „Feeder“ steht der erste Gastbeitrag an, für den der CHEAP TRICK Frontmann Robin Zander das Mikro in die Hand genommen hat. Auch hier sind Parallelen zum Prince Of Darkness präsent.

Ruhiger wird es mit „Fall From The Sky“ – allerdings auch langweiliger. Das von Paul Di´Anno interpretierte „Wasted“ kann auch nicht an das gute Eingangstrio anknüpfen. Zwar kehrt beim letztgenannten Song die Power zurück, weist aber auch deutliche Schwächen im Songwriting auf. Das etwas morbide „Slave“ kann aber noch einmal ein Ausrufezeichen setzen und RED DRAGON CARTEL von seiner Schokoladenseite zeigen. Bei „Big Mouth“ gibt es einen richtig überraschenden Gastbeitrag von Sängerin Maria Brink (IN THIS MOMENT), die sich in bester Manier die Seele aus dem Leib schreit.

Das traditionellste Werk auf „Red Dragon Cartel“ ist zugleich auch das, welches am Meisten abgekupfert klingt. Hier rifft sich der Meister durch die glorreiche Vergangenheit seines ehemaligen Brötchengebers OSBOURNE ohne Rücksicht auf Verluste. Melodiöser und rockiger wird es dann bei dem von Sass Jordan vorgetragene „Redeem Me“, die mit ihrer Rockröhre (die nicht selten an MELISSA ETHERIDGE erinnert) Akzente setzen kann, dem etatmäßigen Sänger D.J. Smith aber eher die Authoriät untergräbt. Das ist zumindest mein Eindruck, denn von 10 Songs übernimmt er gerade mal bei der Hälfte das Mikrofon und muss sowohl 4 Gastbeiträge als auch ein Instrumental über sich ergehen lassen. Letzteres hört auf den Namen „Exquisite Tenderness“ und macht den Hörer beim Finale noch ein weiteres Mal ziemlich stutzig. Nach wilden Gitarreneskapaden (die hat Jake E. Lee immer noch perfekt drauf) gibt es hier zwei und eine halbe Minute fast schon klassisches Klavier- ähem Geklimper auf die Lauscher.

Damit ist die Verwirrung komplett: was will uns Jake E. Lee mit dem Debüt von RED DRAGON CARTEL sagen? OK, den letzten Song sollte man nicht überbewerten, aber er ist bezeichnend für diese Platte. Irgendwie wissen die Macher nicht, wo sie hin wollen. Hier und da blitzt das Können gewaltig auf (damit ist eher das Songwriting gemeint, an der Qualität der Musiker gibt es überhaupt nichts auszusetzen) und dann galoppiert man wieder in eine komplett andere Richtung. „Red Dragon Cartel“ ist ein durchwachsenes Album, das allerdings mit seinen Highlights richtig dicke Ausrufezeichen setzen kann und überhaupt nicht ideenlos daherkommt. Doch die Variabilität geht hier nach hinten los und könnte eher als Orientierungslosigkeit schlechtgemacht werden. Ganz so dick wollen hier aber dennoch nicht auftragen, denn immerhin haben die Herrschaften richtig gute Song im Gepäck und dieses Debüt macht neugierig auf zukünftige Taten!

WERTUNG:






Trackliste:

01. Deceived
02. Shout It Out
03. Feeder (feat. Robin Zander)
04. Fall From The Sky
05. Wasted (feat. Paul Di´Anno)
06. Slave
07. Big Mouth (feat. Maria Brink)
08. War Machine
09. Redeem Me (feat. Sass Jordan)
10. Exquisite Tenderness

Stefan

NO LOVE LOST - No Love Lost

Band: No Love Lost
Album: No Love Lost
Spielzeit: 60:43 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Kivel Records
Veröffentlichung: 29.07.2013
Homepage: www.facebook.com/NLLMusic

Als vor ca. 2 Jahren das Debüt der Amis NO LOVE LOST (gegründet 2006) erschien, war die Resonanz darauf nicht sonderlich groß. Kein Wunder, denn selbst in Zeiten des World Wide Web ist es ziemlich schwierig, im überfüllten Becken neuer Bands sein eigenes Produkt herauszuheben. Erschwerend hinzu kam, dass die fünf Herren aus North Carolina ihr Material als Eigenproduktion veröffentlichten. Jetzt sind die Verantwortlichen bei Kivel Records auf die Band aufmerksam geworden und mit Bill Leverty (FIREHOUSE) haben NO LOVE LOST einen prominenten Fürsprecher, der auch in Sachen Promotion einiges geleistet hat.

Also haben Scott Board (vocals), Jason Staton (guitars), Dan Fournier (guitars), Scott Davis (bass) und Brian Azbelle (drums) ihre Songs ein weiteres Mal neu eingespielt um ihre Platte weltweit in noch besserer Qualität veröffentlichen zu können.

Eines muss gleich vorweg gesagt werden: die Amis geben nicht die x-te Melodic Rock Kapelle ab, die straighten, melodischen Hardrock zockt sondern haben in Bands wie SUGARCREEK, STYX, SHOOTING STAR etc. weitere Einflüsse, die den Sound auf „No Love Lost“ bereichern.

Das wird beim Opener „Another Bad Goodbye“ vielleicht noch nicht recht deutlich, denn hier agieren die Herrschaften noch recht hüftsteif im Fahrwasser von Bands wie FIREHOUSE oder WINGER. Auch das folgende „Sign Of The Times“ schleppt sich gerade so über die Ziellinie. Aber mit „Little Things“ ist NO LOVE LOST ein geiler Song gelungen. Wer die seeligen STUN LEER zu seinen Favouriten zählt, könnte hier ein feuchtes Höschen bekommen.

Das progressiv angehauchte „Catch Me Carrie“ muss indes einige Male rotieren, bis es den richtigen Zugang zum Gehör findet. Mit stampfendem Beat und Orgeluntermalung ist „Miles Apart“ von ganz anderem Kaliber. Ganz in der Tradition von WHITESNAKE, STYX oder DEEP PURPLE mischen die Amis ihr ganz eigenes Süppchen an und treffen mit diesem Song sofort ins Schwarze. Im weiteren Verlauf sorgen das abermals klassisch angehauchte „Friend Of Pain“, dem moderner tönenden „Lie In Ecstasy“ oder dem etwas flotteren „Break“ für gute Momente.

Eines darf man NO LOVE LOST nicht vorwerfen: sie hätten ein weiteres seelenloses Hardrock Album auf dem Gewissen. Doch das Debüt der U.S. Amerikaner bedarf eines großen musikalischen Horizonts, um es zu lieben. Schade, dass den Jungs zum Ende hin ziemlich die Luft ausgeht und auch der ein oder andere Song dazwischen nicht das Level der genannten, herausragenden Stücke halten kann.

WERTUNG: 






Trackliste:

01. Another Bad Goodbye
02. Sign Of The Times
03. Little Things
04. Catch Me Carrie
05. Miles Apart
06. Friend Of Pain
07. Back On The Streets
08. Lie In Ecstasy
09. Grounded
10. Break
11. Skin And Bone
12. Closer To Home
13. Desiree

Stefan

Freitag, 24. Januar 2014

PRIMAL FEAR - Delivering The Black

Band: Primal Fear
Album: Delivering the Black
Spielzeit: 53:09 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 24.01.2014
Homepage: www.primalfear.de

Eine der produktivsten und bekanntesten deutschen Metalbands sind mit Sicherheit die Urgesteine von PRIMAL FEAR. Im schönen zwei/drei Jahresrythmus bringt man neue Alben raus und hat es auch schon auf zwei Live und eine Best Of Scheibe gebracht.
Nun steht uns also Album Nummer neun „Delivering the Black“ der Mannen rund um Mastermind Mat Sinner und Ralf Scheepers ins Haus.
Dieses Mal ging man ganz forsch an die Sache ran und wollte einfach das bisher beste Album von PRIMAL FEAR abliefern. Ob dies gelungen ist, werden wir gleich zusammen heraus finden.
Zuvor noch ein paar Fakten zum Album, die eigentlich großes vermuten lassen.
Zum einen haben wir zwei überlange Song von jeweils 10 Minuten auf dem Album, die die Jungs von PRIMAL FEAR ja so gut drauf haben, man erinnere sich nur an „Seven Seals“ oder „Fighting the Darkness“ . Zum Anderen war mit Jacob Hansen (PRETTY MAIDS, VOLBEAT) einer der ganz großen an den Drehknöpfen beteiligt und man hat mit Liv Kristine (LEAVES EYE'S) noch eine grandiose Gastsängerin an Bord.
So, dann horchen wir doch mal geschwind in den Openersong „King for a Day“ rein, um heraus zu finden ob die Jungs ihr selbst gestecktes, hohes, Ziel erreicht haben. Zünftig und knackig startet man auf jeden Fall schon mal in den Track. Es entwickelt sich ein recht typischer PRIMAL FEAR Song mit denen die Mannen definitiv punkten können und direkt bei der Hörerschaft landen. Ein ganz starker Beginn!
Beim folgenden „Rebel Faction“ zieht man den Härtegrad nochmal ein ganzes Stückchen an. Hier zeigen die Jungs ihre schnelle und harte Seite der ersten Alben die sie auch heute noch recht gut drauf haben. Hier ist ebenfalls hohes Niveau angesagt und somit haben wir einen weiteren starken Song auf der Haben Seite.
Nun wird mit dem schon, aus dem Internet, bekannten „When Death comes knocking“ so langsam die Weichen zum Mittelteil geschlagen. Und schon mit diesem Song zeigt die Band das die Reise nun zu den absoluten Hochkaräter auf der Scheibe hingeht. Ungemein eingängig und sehr melodisch präsentiert sich die Nummer, aber auch die Härte kommt hier absolut nicht zu kurz!
Und was soll man sagen, der Mittelteil überzeugt dann, wie schon angesprochen, vollkommen! Sei es der Stampfer „Alive & On Fire“, das Titelstück „Delivering the Black“ oder das epische, sehr atmosphärische „One Night in December“. Alles absolute Ohrbomben die sich schon nach kurzem bei euch festsetzen, das verspreche ich euch!
Bei den anschließenden Schlusssongs, sticht vor allem „Never Pray for Justice“ heraus, das Ding dürfte mal wieder ein richtiger Livekracher im jetzt schon übervollen Liveset der Band werden. Geile Nummer!
Die anderen beiden Tracks können mich aber irgendwie nicht so überzeugen.

Anspieltipps:

Die gesamte Platte ist auf einem recht hohen Niveau, einzelne Tracks sind da kaum hervorzuheben.

Fazit :

PRIMAL FEAR lassen auf ihrem neuen Album “Delivering the Black” um keinen Deut von ihrem eingeschlagenen Weg ab. Es ist schon beängstigend mit welcher Leichtigkeit anscheinend die Mannen rund um Mat Sinner und Ralf Scheepers ein bomben Power Metal Album nach dem anderen auf den Markt werfen!
Hier wird definitiv kein Fan enttäuscht werden und so langsam sollte wirklich jedem Metalhead da draußen klar werden, das PRIMAL FEAR zu einer der besten deutschen Power Metalacts zu zählen sind! Business as usual also wie wir es gewohnt sind und die Frage nach einem der stärksten Alben der Bandgeschichte kann hier ein deutlich mit ja beantwortet werden!

WERTUNG: 






Trackliste:

01. King for a Day
02. Rebel Faction
03. When Death comes knocking
04. Alive & On Fire
05. Delivering the Black
06. Road to Asylum
07. One Night in December
08. Never Pray for Justice
09. Born with a broken Heart
10. Inseminoid

Julian

STORMWARRIOR - Thunder & Steele

Band: Stormwarrior
Album: Thunder & Steele
Spielzeit: 44:48 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 24.01.2014
Homepage: www.stormwarrior.de

Da sind sie wieder, die heidnischen Horden von STORMWARRIOR. Mit "Thunder & Steele" ziehen die Hamburger zum fünften Mal in die Schlacht. Und diesmal wieder mit mächtig Dampf auf dem Kessel.

So startet der eröffnende Titeltrack ohne jedes Vorgeplänkel direkt und schnörkellos, zieht so den Hörer vom ersten Ton an in seinen Bann. Und STORMWARRIOR halten das qualitative Niveau auch auf den weiteren Stücken oben.

Der neue Silberling orientiert sich wieder deutlich stärker an den Anfangstagen der Band als der Vorgänger "Heathen Warrior". Geboten wird der gewohnte Mix aus Power, True und Speed Metal mit teutonischem Einschlag. HELLOWEEN, GAMMA RAY und RUNNING WILD zu ihren starken Zeiten lassen grüßen.
Die Hanseaten wirken dabei runderneuert und machen eine durchgehend gute Figur, egal ob bei rasanten Bangern wie "Thunder & Steele" und "Metal Avenger" oder melodischen Hymnen ("Steelcrusader", "Fyres In The Nighte").

Jetzt könnte man natürlich noch über die Texte reden, die jedes erdenkliche Klischee ansprechen. Aber "Metal" "Thunder" "Steel" und "Warrior" passen und gehören einfach zum Sound von STORMWARRIOR wie das Amen in die Kirche.

Einen Kritikpunkt muss ich aber doch anbringen, und zwar die Produktion. Diese ist zwar deutlich besser als noch beim Vorgänger, den letzten Kick konnte Produzent Piet Sielck (IRON SAVIOR) dem Album leider nicht verpassen.

In der Gesamtbetrachtung machen die Jungs sehr viel richtig und scheinen auf dem Weg zu alter Stärke, mit anderen Worten: wo STORMWARRIOR drauf steht, ist STORMWARRIOR drin. Jetzt heißt es die Tage zählen, bis man die neuen Stücke live erleben kann, wenn die Nordlichter mit MAJESTY und WISDOM auf Tour gehen und "Thunder & Steele" auf uns niedergehen lassen!

WERTUNG: 






Trackliste:

01. Thunder & Steele
02. Metal Avenger
03. Sacred Blade
04. Ironborn
05. Steelcrusader
06. Fyres In The Nighte
07. Die By The Hammer
08. Child Of Fyre
09. One Will Survive
10. Servants Of Metal

Chris

THE VINTAGE CARAVAN - Voyage

Band : The Vintage Caravan
Album : Voyage
Spielzeit : 50:41 min
Genre : Vintage Blues Rock
Plattenfirma : Nuclear Blast
Veröffentlichung : 10.01.2014
Homepage : www.nuclearblast.de/thevintagecaravan

Mit großem Tamtam werden die Isländischen Newcomer THE VINTAGE CARAVAN in die prall gefüllte Retro-Rock Manege geworfen – von Einflüssen wie Deep Purple, Black Sabbath, Cream und Yes ist da mit Bezug auf das vorliegende, bereits Ende 2012 in Ihrem Heimatland veröffentlichte, 2. Album der Band die Rede. Rechnet man noch das (schnieke) spacige Artwork hinzu sowie den Rat des Labels, sich einen Vorrat an psychedelischen Pilzen für den Genuss des Albums zur Seite zu legen, so werden gleich auch noch Erinnerungen an Hendrix, Pink Floyd und Co. geweckt. Da ich bereits um den schnöden, wenig halluzinogenen, Champignon einen großen Bogen mache und ebenfalls keine Lust habe die Kröte aus Nachbars‘ Teich abzuschlabbern, muss ich mich wohl nüchtern ins trippige Geschehen stürzen...

Viel machen die Jungspunde, die Ihr Debütalbum im zarten Alter von gerade mal 15 Jahren eingezimmert hatten, auf „Voyage“ wirklich nicht verkehrt. Gleich der Opener „Craving“ röhrt absolut amtlich durch die Bude und hinterlässt das Gefühl der Gewissheit im Laufe der insgesamt gut 50 Minuten bestens unterhalten zu werden. Besonders Sänger / Gitarrist Oskar Logi überzeugt auf ganzer Linie und kann sein wahres Alter von gerade mal 18 Lenzen (zur Zeit der Aufnahme) dank erstaunlicher Autorität in der Stimme und erwachsener Tonbildung am Instrument gekonnt kaschieren. Die Texte sind zwar noch ein wenig hüftsteif und die ein oder andere Songidee hat man schon origineller gehört, im Grunde bieten THE VINTAGE CARAVAN aber eine starke Sammlung Blues-Rock orientierter Groover im Stile von Wolfmother, den Black Crowes, Spin Doctors oder auch alten Selig. So trippy wie es vielleicht suggeriert wird ist die Musik auf „Voyage“ übrigens gar nicht, lediglich der 11-minütige letzte Track „The Kings Voyage“ wagt den (gelungenen) Spagat zwischen eingängigem Songwriting und bewusst offen gehaltenen Sound- und Arrangement-Experimenten. Als Anspieltipps seien „Expand Your Mind“, das energische „Craving“ oder die beiden grandiosen Balladen „Do You Remember“ und „Winterland“ genannt, die das enorme Potential der Jungs erkennen lassen. Damit schließen THE VINTAGE CARAVAN zwar noch nicht ganz zur Speerspitze des Genres auf (Orchid, Rival Sons, Graveyard), aber was nicht ist kann ja noch werden. Zeit genug haben die Jungs wohl noch ...

Der ganz große Wurf ist den Isländischen Rotzlöffeln von THE VINTAGE CARAVAN mit Ihrem 2ten Streich zwar noch nicht gelungen, die Substanz ist aber allemal vorhanden. Jam/Blues-Rock Jüngern sei „Voyage“ aber dennoch ans Herz gelegt, denn sowohl die Stimme als auch die Gitarrenarbeit von Oskar Logi sind es definitiv  wert entdeckt zu werden.

WERTUNG: 






Trackliste:

01. Craving
02. Let Me Be
03. Do You Remember
04. Expand Your Mind
05. M ARSWATT
06. Cocaine Sally
07. Winterland
08. Midnight Meditation
09. The Kings Voyage

Mario

DEMON EYE - Leave The Light

Band: Demon Eye
Album: Leave the Light
Spielzeit: 46:13 min
Stilrichtung: Hardrock/Doom Metal
Plattenfirma: Soulseller Records
Veröffentlichung: 24.01.2013
Homepage: www.demoneye.bandcamp.com

Vorsicht! Es ist mal wieder Retro-Alarm. In der Hauptrolle hören wir diesmal die Amis von DEMON EYE. Da klingelt bei euch was? Richtig, der Bandname leitet sich von DEEP PURPLEs düsterem Stück "Demon's Eye" vom Fireball Album ab. Damit hätten wir schon eine erste Zutat, die uns auf dem Debüt der Jungs aus North Carolina erwartet. Aktiv sind die Herrschaften seit 2012 und haben im April 2013 mit der EP "Shades of Black" eine erste Duftmarke abgegeben. Die Songs dieser EP haben es auch alle auf den nun vorliegenden ersten Langspieler "Leave the light" geschafft.

Wie schon erwähnt, finden sich Passagen die an DEEP PURPLE erinnern auf dem Silberling, dazu gibt es eine ordentliche Schippe Doom Metal der Marke BLACK SABBATH, PENTAGRAM und TROUBLE. Eben die typische Symbiose aus 70er Jahre Rock und 80er Jahre Heavy Metal, mit der Bands wie KADAVAER, ORCHID oder WITCHCRAFT in den letzten Jahren sehr erfolgreich die alten Zeiten aufleben lassen.

Und an diesem Punkt werden sich dann auch die Geister scheiden: braucht es noch eine weitere Retro-Band, welche in die gleiche Kerbe schlägt? Von mir gibt es ein klares Ja als Antwort, solange es so erstklassig umgesetzt wird wie bei DEMON EYE. Die Songs sind abwechslungsreich und fesselnd, atmen den Geist vergangener Tage und klingen trotzdem keinen Moment altbacken. Besonders an's Herz legen möchte ich euch den Opener "Hecate", "Secret Sect" und "Witch's Blood".

Wer also noch nicht gleich beim Wort Retro Reißaus nimmt, wird mit "Leave the Light" seinen Spaß haben. DEMON EYE stoßen mit ihrem Erstling direkt zur Szenespitze!

WERTUNG:






Trackliste:

01. Hecate
02. Shades of Black
03. Secret Sect
04. Adversary
05. Edge of a Knife
06. Witch’s Blood
07. Fires of Abalam
08. Devil Knows the Truth
09. The Banishing
10. From Beyond
11. Silent One

Chris

ELYSION - Someplace Better

Band: Elysion
Album: Someplace Better
Spielzeit: 43:53 min
Stilrichtung: Dark/Gothic Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 24.01.2014
Homepage: www.elysionofficial.com

Hier ist es nun also, das lang erwartete zweite Album „Someplace Better“ der griechischen Dark/Gothic Senkrechtstarter ELYSION. 2006 durch den Gitarrist und Songwriter Johnny Zero gegründet konnte man direkt mit dem erstem Demo im Metal Hammer und anderen Magazinen wahre Lobesstürme entfachen. Die Mischung der Truppe aus Pop/Rock mit Alternative/Electro und Gothic traf anscheinend den Zahn der Zeit.
2008 machte man sich daran das Debütalbum „Silent Scr3am“ aufzunehmen welches dann 2009 veröffentlicht wurde und die Vorschusslorbeeren mehr als bestätigen konnte. Danach ging es live an die Front und man spielte einige umjubelte Gigs mit EVANSECENCE, FIREWIND oder LACUNA COIL.
2012 begann man dann mit den Arbeiten am mir nun vorliegenden zweiten Album, welches wiederum mit dem Produzenten Mark Adrian entstand.
Dieses werden wir uns nun in Ruhe mit Genuss des Openertracks „Made of Lies“ genauer zum Gemüte führen.
Man steigt recht ruhig in den Song ein und es entwickelt sich eine atmosphärische dichte Nummer die ganze klar vom Gesang von Frontfrau Christianna und dem starken Chorus lebt. Ein starker Beginn, in eine hoffentlich ebenso starke Scheibe.
Der folgende Titeltrack „Someplace Better“ bestätigt auf jeden Fall schon mal den starken ersten Eindruck und setzt von der Eingängigkeit her nochmal eine drauf!
Und es geht eigentlich gnadenlos so weiter „Fairytale“ führt den Weg konsequent weiter, „The Promise“ ist eine schöne Powerballade geworden und „Our Fate“ setzt eine guten Schlusspunkt unter die erste Plattenhälfte.
Bislang also keine wirklich Ausfälle, die zu beklagen sind. Geht das Ganze auch so weiter?
Großartig nachlassen tut man auf jeden Fall beim folgenden „Awake“ nicht. Gekonnt, melodisch und teilweise ein wenig poppig spielt man sich durch den Song, der vom Chorus her auf jeden Fall zu einem der ein gängigsten zählt.
Danach steht „What Lies Beneath“ dem in nichts nach, bei „Transparent“ leistet man sich einen kleinen Ausrutscher und „Breakfree“ ist dann wieder gewohnt gut gelungen, auch wenn man hier nicht ganz an die starken ersten Songs heran kommt.
Mit dem Abschlusssong „Changing“ hat man aber noch einen letzten Ohrwurm in der Hinterhand und beschließt die Platte so wie sie begonnen hat, mehr als ordentlich!

Anspieltipps:

Mit dem Opener “Made of Lies”, Someplace Better”, “Fairytale”, “Awake” sowie “Changing” geht man hier auf jeden Fall auf Nummer sicher.

Fazit :

So, das zweite ELYSION Album ist nun durch und was bleibt nun übrig? Auf jeden Fall eine Band die ihre Qualität vom ersten Album halten und vielleicht sogar noch einen Tucken steigern konnte.
Ich halte mich hier aber ein klein wenig mit den Lobeshymnen zurück, weil das Ganze hier zwar alles recht ordentlich gemacht ist, wirklich innovativ ist das für das Genre aber sicherlich nicht, außerdem gleitet man mir manchmal zu sehr ins poppige ab.
Genre und Bandfans können hier aber bedenkenlos zuschlagen und deswegen gibt es auch eine glasklare Kaufempfehlung von mir!

WERTUNG:





Trackliste:

01. Made of Lies
02. Someplace Better
03. Fairytale
04. The Promise
05. Our Fate
06. Awake
07. What Lies Beneath
08. Transparent
09. Breakfree
10. In Despair
11. Changing

Julian

Mittwoch, 22. Januar 2014

EVERTALE - Of Dragons And Elves

Band: Evertale
Album: Of Dragons and Elves
Spielzeit: 77:18 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 21.12.2013
Homepage: www.evertale.eu

Es gibt sie immer wieder diese Musikperlen, die man aus Zufall findet. Zu so einer Perle gehören die Jungs von EVERTALE die ein kleiner Geheimtipp auf dem deutschen Power Metal Sektor darstellen und die kurz vor Weihnachten in Eigenproduktion ihr Debütalbum „Of Dragons and Elves“ veröffentlicht haben.
Das Album ist ein Konzeptalbum über die bekannte Fantasybuchreihe Die Chroniken der Drachenlanze und atmet gerade zu den Geist der alten BLIND GUARDIAN!
Ein Grund mehr für mich hier, hier mal genauer hinzuhören und euch auf jeden Fall dieses Debütalbum, der 2008 durch Gitarrist Matthias Graf gegründeten Band, näher zu bringen.
Stürzen wir uns also mal direkt rein in die 14 Tracks umfassende Scheibe und beginnen mit dem einleitenden „Paladine's Embrace“.
So und nicht anders erzeugt man Stimmung liebe Hörerschaft! Man fühlt sich gerade zu in einen Fantasyfilm versetzt.
Direkt im Anschluss wird aber nicht mehr lange gefackelt, die Gitarrenriffs fliegen uns bei „In the Sign of the Vailant Warrior“ nur so um die Ohren und man merkt direkt das man in einem Power Metalalbum gelandet ist.
Die Stimme von Fronter Matthias Graf erklingt und ich muss sagen, der Junge klingt wirklich auch noch wie der gute BLIND GUARDIAN Fronter Hansi! Da brat mir doch einer nen Storch, nicht nur der Song an sich könnte aus einem frühen Werk der Wächter stammen, ne auch der Gesang ist passend. Ein geiler Song, der absolut Lust auf mehr macht!
Bei „Tale of the Everman“ wird es erstmal ein wenig stimmungsvoller zu Beginn mit einer Einleitung. Kurz danach geht es aber direkt wieder zur Sache und der epische Song mit seinen 9 Minuten Spielzeit nimmt seinen Lauf. Von der Geschwindigkeit her bewegt man sich hier eher im Midtempobereich, der Eingängigkeit und Klasse des Songs tut das Ganze aber keinen Abbruch.
Wir sind erst beim dritten Song und ich bin jetzt schon hin und weg von dem Album, wie soll das nur weitergehen?
Mit Hit an Hit liebe Leser! „Into the Dragon's Lair“ „Of Dragon's and Elves“ (eine Art Bard's Song), „Elventwilight“ und „As Tarsis Falls“ alles Songs die einen schon nach kurzem ins Blut übergeht und man aus vollem Halse mitsingen kann.
Alter Verwalter, was geht denn hier ab? Möderbombe reiht sich an Mörderbombe und noch dazu kommt die Band hier wie eine Reinkarnation von BLIND GUARDIAN um die Ecke, ja habe ich heute schon Geburtstag? : - )
Und meine Begeisterung wird wohl kein Ende mehr nehmen, denn auch die restlichen 7 !! Songs reihen sich gnadenlos ein in die bislang fast makellose Vorstellung der Jungs von EVERTALE.
Als leuchtende Beispiele seine hier nur „The Crownguard's Quest“, „Firestorm“ und „Brothers in War“, mit einem Gastauftritt von PRIMAL FEAR Frontsirene Ralf Scheepers, genannt. Ich glaube besser kann man Fantasy Power Metal nicht spielen!
Nach verklingen des letzten Tons bleibe ich erstmal sprachlos zurück und muss das erstmal verarbeiten was da gerade Schweine geiles auf mich herein gebrochen ist!

Anspieltipps:

Saustarke Platte die man auf jeden Fall komplett und am Stück genießen sollte!

Fazit :

Ich glaube meine Begeisterung habe ich im Laufe der Besprechung schon oft genug zum Ausdruck gebracht! Was EVERTALE auf ihrem Debütalbum hier geschaffen haben ist ein sehr mächtiges, überlanges Power Metal Meisterwerk ganz im Sinne der großen Überväter BLIND GUARDIAN.
Jeder der nur ein wenig mit der Mucke der Wächter (speziell der „Nightfall in Middle- Earth“ Phase) anfangen kann wird hier vor Freude im Dreieck springen!
Kann ich einem Debütalbum die volle Punktzahl geben? UND OB! Die Band hat sich das redlich verdient und es würde mit dem Teufel zu gehen wenn nicht bald ein fetter Plattenvertrag winkt und wir hier nicht den nächsten großen Shootingstars der Power Metalszene Deutschlands gelauscht haben!

WERTUNG:





Trackliste:

01. Paladine's Embrace
02. In the Sign of the Vailant Warrior
03. Tale of the Everman
04. Into the Dragon's Lair
05. Of Dragon's and Elves
06. Elventwilight
07. As Tarsis Falls
08. My Honor is my Life
09. The Crownquard's Quest
10. The Last Knight
11. Sturm's Funeral March
12. Firestorm
13. Brothers in War (Forever Damned)
14. The Final Page

Julian

LOVER UNDER COVER - Into The Night

Band: Lover Under Cover
Album: Into The Night
Spielzeit: 45:15 min.
Stilrichtung: Hardrock, Melodic Rock
Plattenfirma: Escape Music
Veröffentlichung: 24.01.2014
Homepage: www.loverundercovertheband.com

Schon bei SALUTE haben Mikael Erlandsson (LAST AUTUMNS DREAM) und Martin Kronlund (GYPSY ROSE, PHENOMENA etc.) für 2 Alben gemeinsame Sache gemacht. 2012 haben sie mit LOVER UNDER COVER ein weiteres Projekt aus der Taufe gehoben, das praktisch identisch ist. Warum? Keine Ahnung, wobei mit Bassist Mikael Carlsson und Drummer Perra Johnsson (COLDSPELL) natürlich zwei andere Männer im Line-Up vertreten sind. Ihr Debüt „Set The Night On Fire“ hat das Rezept von SALUTE nahtlos fortgeführt und auch das neue Werk „Into The Night“ schlägt in die gleiche Kerbe.

Hochmelodischer Hardrock skandinavischer Prägung quillt ohne Umschweife schon beim Opener „A Fight“ aus den Boxen. Natürlich, denn die vier Herren wissen, was dieses Genre ausmacht und wie moderner Melodic Rock klingen muss. Erlandsson´s prägnante Stimme tönt wie eh und je und setzt den Songs die vielzitierte Krone auf. Nach diesem gelungenen Start stehen dem Stücke wie „Into The Shadows“ und „Miracle“ in nichts nach. „Toy Soldiers“ ist kein aufgewärmter SALTUE Song sondern eine Coverversion von MARTIKA´s Hit aus dem Jahre 1989. Auch hier brilliert der Barde mit seiner gleichzeitig einfühlsamen und rauen Stimme.

In der bisher gefahrenen Spur ist man nach dem Ausflug in die späten 80er sofort mit dem nächsten Stück „Crushing Stones“ und „Life Is Easy“ kommt sehr luftig und locker daher. Eine etwas härtere Nummer ist da schon „Playboy No 7“, das wohl härteste Stück auf dem Album. Weiter geht es mit der Midtempo Nummer „The Game Is On“ und dem „Fantasy Man“, wo man starke AOR Einflüsse früherer Heroes der Scandi-Szene spürt. Auch „Closer To The Truth“ ist ein Song, der glatt aus den 80ern stammen könnte. Abschließend gibt es mit „No Place Like Home“ noch eine Pianoballade, die im weiteren Verlauf immer rockiger wird und das Album perfekt ausklingen lässt.

Haben Erlandsson und Kronlund ihre Band SALUTE sterben lassen oder ist LOVER UNDER COVER „nur“ ein weiteres Standbein der beiden Schweden? Eines ist sicher: „Into The Night“ hätte jederzeit auch unter dem Banner SALUTE erscheinen können und ist ganz nebenbei ein starkes Lebenszeichen der beiden Workaholics. Auch hier gilt natürlich: Neu ist das alles nicht, aber ziemlich gut und für Genrefans sicher eine Überlegung wert!

WERTUNG: 






Trackliste:

01. A Fight
02. Into The Shadows
03. Miracle
04. Toy Soldier
05. Crushing Stones
06. Life Is Easy
07. Playboy No 7
08. The Game Is On
09. Fantasy Man
10. Closer To The Truth
11. No Place Like Home

Stefan

BERGGREN KERSLAKE BAND - The Sun Has Gone Hazy

Band: Berggren Kerslake Band
Album  The Sun Has Gone Hazy
Spielzeit: 52:39 min
Genre: Classic Rock
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 24.01.2014
Homepage: www.facebook.com/pages/BKB-Berggren-Kerslake-Band

Das Interesse an allem was mit Whitesnake zu tun hat ist in den letzten Jahren ja wieder enorm gestiegen. Sei es das Original rund um den mittlerweile doch arg (optisch und stimmlich) gealterten Schlangenbeschwörer Sir Coverdale oder die zahlreichen Epigonen die sich mal sehr direkt (Company of the Snakes, Snakecharmer) mal dezenter (Voodoo Circle, W.E.T.) um die Verwaltung des gewaltigen Erbes kümmern und sich dabei an jeweils einer der beiden Schaffensphasen der britischen (Hard) Rock Institution orientieren. Während vor allem das „1987“er Album mit Saitenderwisch John Sykes der Melodic Metal Szene seit einigen Jahren als Blaupause dient, wird die bluesige Vergangenheit der Band (also vor der Übergangsscheibe „Slide It In“) weit weniger oft zitiert. Zeit also dies zu korrigieren. Und wer könnte dies besser als ein verdienter Haudegen der alten Schule ...

Der seit einigen Jahren gesundheitlich angeschlagene britische Drummer Lee Kerslake hat mit seiner Stammband Uriah Heep bereits Musikgeschichte geschrieben und war im Laufe seiner Karriere auch an einer Vielzahl von wichtigen (Rock) Alben anderer Künstler beteiligt, allen voran die beiden ersten Ozzy Osbourne Soloalben. Auf seiner Suche nach einem neuen musikalischen Partner ist er 2005 auf den  schwedischen Sänger, Gitarrist und Keyboarder Stefan Berggren gestoßen, der seine Brötchen in erster Linie bei diversen Whitesnake „Tribute“ Bands (M3-Classic Whitesnake, The Company Of Snakes) sowie der Heavy Rock Band Snakes in Paradise verdient(e). Zusammen mit dem Bassist Thomas Thorberg (u.a. The Company Of Snakes , Michael Schenker, John Norum) und dem aktuellen Opeth Keyboarder Joakim Svalberg wurde das nun vorliegende erste Lebenszeichen der  BERGGREN KERSLAKE BAND eingespielt. Breits die ersten Töne das Albums lassen keinen Zweifel aufkommen wer hier Pate gestanden hat: lässig und schön erdig produziert rocken sich die Herren durch typische Bluesrock Nummern mit leichter Hardrock Kante und fühlen sich da hörbar pudelwohl. Da ist natürlich nullkommanix originell oder gar innovativ, aber handwerklich gibt es nicht das Geringste  an „The Sun Has Gone Hazy“ auszusetzen und Freunde von guter handgemachter Rockmusik werden voll auf Ihre Kosten kommen.  Als Anspieltipps seien der coole Titeltrack, das gefühlvolle „My My“ oder der mit Schweineorgel angefettete Groover „Fools Asleep“ genannt die stellvertretend für den Rest des gelungenen Albums stehen.

Mit „The Sun Has Gone Hazy” ist der  BERGGREN KERSLAKE BAND ein eleganter Beitrag zum Thema organisch produzierter und kompetent gezockter Bluesrock gelungen, der auf jeder Rockerparty den Getränkeausschank deutlich in die Höhe treiben dürfte. Auch wenn der Härtegrad sehr gering ausgefallen ist, sollten Freunde der mittlerweile etwas ideenlos rockenden weissen Schlange ein Ohr riskieren – es lohnt sich.

WERTUNG: 






Trackliste:

01. Walk Tall
02. Super Sonic Dream
03. My My
04. The Sun Has Gone Hazy
05. Free
06. Fools Asleep
07. As Time Goes By
08. Rock N’ Roll Gangsta
09. Back On The Road
10. Born Again

Mario

DISTANT PAST - Uotpian Void

Band: Distant Past
Album: Utopian Void
Spielzeit: 59:53 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Pure Steel Publishing
Veröffentlichung: 17.01.2014
Homepage: www.distant-past.ch

DISTANT PAST sind Schweizer und wurden vom ehemaligen EMERALD Basser Adriano Trojano gegründet, mittlerweile zockt auch der ehemalige EMERALD Shouter Jvo Julmy dort, ein kleines ehemaligen Klassentreffen also. Wer jetzt aber denkt, die Jungs klingen so wie ihre Ursprungskombo, sieht sich getäuscht!
Man bewegt sich hier zwar auch im Power Metalbereich allerdings wesentlich verspielter und epischer als EMERALD. Ebenfalls finden sich viele 80iger Einflüsse im Bandsound, es wird also hier einiges an Abwechslung geboten. Über allem thront dann noch der erstklassige Gesang vom „kleinen“ Jvo der einfach ein begnadetes Organ hat!
Das mir nun vorliegende Album „Distant Past“ ist das zweite Album der Band nach dem Debüt von 2010.
Pure Steel hat schon immer sein goldenes Näschen für aufstrebenden Bands bewiesen, warum nicht auch hier? Ich war auf jeden Fall sehr gespannt und lauschte den Klängen des Openers „A Day of Darkness“. Eine sehr melodische Einleitung gibt es auf jeden Fall schon mal bei dem Song, Sänger Jvo ist gut bei Stimme und veredelt den Song mit derselbigen! Ich kann mir nicht helfen aber im Laufe des Songs erinnert mich die Nummer immer mehr an IRON MAIDEN, die Gitarrenläufe, der Gesang und der Aufbau, alles da was die Engländer ausmacht. Eine klasse Nummer direkt zum Einstieg!
Das schnelle und mit interessanten Gitarrenläufen ausgestattete „Sceptre“ folgt als Nächstes. Die Nummer kann dem Vorgänger zwar nicht ganz das Wasser reichen, überzeugt aber auch auf seine Weise und reiht sich auf jeden Fall gut ein.
Über die etwas unspektakulären „On the Edge“ und „Faces“ geht es ab in den Mittelteil.
Hier haben wir direkt mal mit „Kingdom of Shadows“ den nächsten IRON MAIDEN Gedächtnissong. Alleine der Beginn ist ein wahrer Ohrenschmaus!
Fast auf dem Fußen folgt mit „Guided by the Stars“ der nächste starke Track, der einen schon nach kurzem in seinen Bann zieht. Ich weiß auch nicht wie die Jungs das machen, eigentlich sind die Songs recht unspektakulär, aber sie verbreiten irgendwie eine Atmosphäre, das ist echt der Wahnsinn.
Bei ganzen zwölf Songs ist damit aber auch noch lange nicht Schluss. Mit „Breath-The Spell“ kommt gleich der nächste Volltreffer und man legt direkt mit „The Illusion“ und dem epischen „The Hell of Verdun“ nach. So mag ich das, ein starker Song folgt auf den Nächsten!
Mit dem abschließenden „Touched by the Gods“ fährt man ebenfalls in sicheren Gewässern, obwohl dieser nicht ganz an das Niveau des starken Mittelteils ran kommt.

Anspieltipps:

Es gibt hier viele Kracher zu bestaunen, die Nummern die noch ein bisschen hervorstechen sind mit Sicherheit “A Day of Darkness”, “Kingdom of Shadows”, “Guided by the Stars” sowie “The Illusion”.

Fazit :

Was im Laufe meiner Hörreise der neuen Scheibe von DISTANT PAST auffällt ist, das die Songs doch ein bisschen brauchen um zu zünden! Ich weiß noch beim ersten Mal war ich gar nicht begeistert von “Utopian Void” aber so nach und nach entwickeln sich die Songs und zünden dann, gerade im sehr starken Mittelteil, um so mehr!
Hier machen Heavy und Melodic Metalfans auf jeden Fall nicht falsch, wenn sie sich die Scheibe einmal genauer zu Gemüte führen.
Die Schweiz ist auf jeden Fall um eine weitere gute Metalkombo reicher - Vorsicht EMERALD die Jungs hier könnten euch noch gefährlich werden! : - )

WERTUNG:





Trackliste:

01. A Day of Darkness
02. Sceptre
03. On the Edge
04. Faces
05. Kingdom of Shadows
06. Helpless
07. Guided by the Stars
08. Breath – The Spell
09. The Illusion
10. The Hell of Verdun
11. Signs of the End
12. Touched by the Gods

Julian

JACK THE FROST - Fool To Be Cool

Band: Jack the Frost
Album: Fool to be Cool (EP)
Spielzeit: 21:16 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Power Prog
Veröffentlichung: 17.01.2013
Homepage: www.jackthefrost.com

Immer wieder diese Finnen! Die Nordvölker kommen immer und immer wieder mit einer neuen Band hervorgekrochen. Dieses mal hätte ich den interessanten Namen JACK THE FROST anzubieten. Der Name darf ulkig klingen, hinter ihm steckt aber eine ernste Angelegenheit, denn die Jungs sind gekommen um uns eine erneute Dosis skandinavischen Melodic Power Metal ganz im Stile von SONATA ARCTICA oder DRAGONLAND zu servieren.
Als Appetithappen auf das kommende Debütalbum schiebt man dieser Tage als digitale Veröffentlichung über Power Prog die EP „Fool to be Cool“ vor.
Diese beginnt auch gleich mit dem Titeltrack. Ein paar Keys, flinke Riffs das sind die Zutaten für diesen ersten Song. Die Jungs drücken ganz schön aufs Gaspedal.
Ein wenig gewöhnungsbedürftig ist aber der Gesang von Fronter Jouni Nikula, der Junge hat teilweise ganz schön Mühe gegen die instrumentale Wand anzusingen.
Der Chorus der Nummer ist aber absolut gelungen und gräbt sich direkt metertief in die Gehörgänge!
Weiter geht es zum nächsten Song „Planet of Love“. Hier muss ich sagen schafft man es nicht das Niveau des Vorgängers zu halten! Zu gewöhnlich ist die Nummer, dazu noch im Midtempobereich gehalten, ne das ist nichts besonders erwähnenswertes.
Beim anschließenden Bandtrack „Jack the Frost“ macht man die Sache aber wieder wesentlich besser und man atmet wieder den Geist des Openersongs.
Zwei von drei Tracks gehen schon mal in Ordnung, mal schauen was der letzte Track „Under the Nordic Sky“ auf Lager hat. Eine etwas epischere Nummer die zwar gut im Strom mit schwimmt, sich aber leider nicht sonderlich in den Vordergrund spielt. Nicht mehr aber auch nicht weniger.

Anspieltipps:

Sind denke ich mal bei einer EP überflüssig.

Fazit :

Bei nur vier Songs kann man sich natürlich nur erst Mal einen groben Eindruck verschaffen und da muss ich sagen haben JACK THE FROST noch ein bisschen Arbeit für das Album vor sich!
Die Songs sind zwar bis auf einen Ausfall alle ganz in Ordnung, zum ganz großen Wurf fehlt dann aber noch ein bisschen was.
Ansonsten läuft man Gefahr in der Veröffentlichungsflut, gerade in diesem Genre, unterzugehen.
Mal schauen was die Jungs dann auf dem Album parat haben, als Appetithappen geht das hier soweit in Ordnung.

WERTUNG: Keine Wertung

Trackliste:

01. Fool to be Cool
02. Jack the Frost
03. Under the Noric Sky
04. Planet of Love

Julian

Montag, 20. Januar 2014

Julian Angel´s BEAUTIFUL BEAST - Kick Down The Barricades

Band: Julian Angel´s Beautiful Beast
Album: Kick Down The Barricades
Spielzeit: 43:33 min.
Stilrichtung: Hair Metal
Plattenfirma: Platinum Blonde Records
Veröffentlichung: 24.01.2014
Homepage: www.beautifulbeastrocks.com

Mit den Zeitmaschinen ist es so ne Sache: Michael J. Fox reiste in „Zurück in die Zukunft“ ziemlich sportlich in einem DeLorean durch die Jahre während sich Bill und Ted mit einer engen Telefonzelle zufrieden geben mussten. Für den bayrischen (oder muss ich sagen fränkischen) Gitarristen, Sänger und Songwriter Julian Angel reicht schon die Musik, denn er dreht den Fluxkompensator regelmäßig auf 1989, wenn er mit seiner Band BEAUTIFUL BEAST ein neues Album raushaut.

Ich muss zugeben, es hat ein Weilchen gedauert, bis ich das neue Werk „Kick Down The Barricades“ kapiert habe. Denn auf den 10 neuen Songs geht der Meister lange nicht so durchschaubar ans Werk, wie es oft in der Vergangenheit der Fall war. Versteht mich jetzt nicht falsch, ich liebe die beiden Vorgängeralben nach wie vor sehr (das sollte auch an den bisherigen Bewertungen sichtbar sein), aber mit dem neuen Streich verstehen es BEAUTIFUL BEAST, zusätzlich eine gewisse Tiefe in ihre Musik zu bringen. Das geht nicht immer gut, aber diese Songs haben die richtige Balance und rocken dadurch noch mehr. Natürlich ist auch anno 2014 noch alles hübsch retro, was man im Falle von „Kick Down The Barricades“ aber als Kompliment auffassen sollte.

Neben Chefdenker Julian Angel – er hat alle Songs komplett selbst verfasst, die Platte produziert, gemixed und und und – gibt es neben einer Konstante (Bassist Frank Mc Douglas) erneut einen Besetzungswechsel auf dem Schlagzeughocker. Für das neue Album konnte niemand Geringeres als Ramy Ali (FRONTLINE, EVIDENCE ONE, IRON MASK, LAVALLE und viele mehr) gewonnen werden.

So, genug um den heißen Brei geredet, lassen wir die Musik sprechen: Der Opener „Bad Boys Never Dance“ ist ja schon seit geraumer Zeit in Verbindung eines Video-Clips im Umlauf. Schon hier ist spürbar, dass BEAUTIFUL BEAST eine Schippe an Härte draufgelegt haben. Vergleiche hinken zwar meistens, aber mir kam beim ersten Hören ganz spontan das Debüt der Ingolstädter BONFIRE in den Sinn. Aber das ist nur die halbe Wahrheit, denn es sind auch RATT oder DOKKEN Anleihen zu spüren. Trotzdem tönt der Song nach dem „hübschen Biest“ und textlich könnte wohl der Spruch „Wer tanzt ist nur zu feige zum saufen“ oder „Männer sind zu Höherem geboren als sich auf der Tanzfläche zum Affen zu machen“ greifen.

“Big Stuff“ krallt sich die Coolness und Schlüpfrigkeit von Nummern wie MÖTLEY CRÜE´s „Sticky Sweet“ und groovt wie die Hölle. „Can´t Stand The Fiction“ ist eine typische Nummer im Fahrwasser der beiden ersten Alben mit eingängigen Melodien und der richtigen Portion Kitsch. Aber auch hier gilt: die Jungs werkeln hier mit mehr Ecken und Kanten, oder kurz gesagt: mit richtig dicken Eiern! „Shock ´Em Dead“ ist textlich eine Abrechnung mit allen Arschlöchern da draußen im Allgemeinen und Leuten, die Mr. Angel in jüngerer Vergangenheit blöd gekommen sind im Speziellen. Ein wütender Brocken und trotzdem in bester BB Manier.

Wer eine Verschnaufpause braucht oder einfach nur einen Song zum Kuscheln, ist bei der Ballade „The Night Cries For You“ richtig. Aber schon bei „Unsexy“ tischen die Jungs schon wieder richtig cooles Material auf, für das sich AEROSMITH heute sicher die rechte Hand abhacken würden. Der Titeltrack ist ein flotter Rock´n Roller, der erneut überrascht. Wer hier nicht mit dem Fuß mitwippen muss, wird wohl gerade vom Sensenmann eingesammelt.

Muss ich erwähnen, dass auch die letzten drei Songs gut sind? Während „Shake Me Back Home“ und „High On Love“ das Tempo etwas runterschrauben und etwas ruhiger sind, geht der Rausschmeißer „Six In The Red“ noch einmal gut ab, obwohl er ebenfalls im Midtempobereich angesiedelt ist. Schon alleine der Text ist Hair Metal at its best – Hollywood lässt grüßen.

Auf „Kick Down The Barricades“ führen BEAUTIFUL BEAST ihren Weg konsequent fort ohne sich zu wiederholen. Der Sound ist kantiger und rauer. Das schöne an der Platte ist aber, dass sie erstaunlich viel Abwechslung bietet und – obwohl einige Songs nicht beim ersten Hören zünden – das bisher beste Material enthält. Und zwar über die gesamte Spielzeit. Knackig kurz und trotzdem nicht zu wenig – obwohl: wer möchte bei diesen 10 geilen Songs nicht noch den ein oder anderen Bonus? Auch das Artwork und die optische Aufmachung ist besser denn je und – das kann ich mir nicht verkneifen – STRYPER hätten ihre letzte Scheibe so gestalten sollen.

Das dritte Album von BEAUTIFUL BEAST gehört definitiv in jede Sammlung (dieser Satz wird zwar etwas inflationär gebraucht, hier ist er aber sehr ernst gemeint). Vorausgesetzt natürlich man ist ein Freund von guter Musik und hat was übrig für ein bisschen Poserstuff! Ach ja, Ihr möchtet wissen, was die Highlights sind? Hört Euch einfach die ganze Platte an…

WERTUNG: 






Trackliste:

01.    Bad Boys Never Dance
02.    Big Stuff
03.    Can´t Stand The Fiction
04.    Shock ´Em Dead
05.    The Night Cries For You
06.    Unsexy
07.    Kick Down The Barricades
08.    Shake Me Back Home
09.    High On Love
10.    Six In The Red

Stefan

CHROME DIVISION - Infernal Rock Eternal

Band: Chrome Division
Album: Infernal Rock Eternal
Spielzeit: 53:50 min
Stilrichtung: Heavy Metal / Rock 'n' Roll
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 17.01.2013
Homepage: www.facebook.com/chromedivision

Seit 2004 machen CHROME DIVISION mittlerweile die Metalszene unsicher und sind längst mehr als ein spaßiges Nebenprojekt von Shagrath (DIMMU BORGIR). Nun legen die Norweger mit "Infernal Rock Eternal" die vierte Langrille vor.

Nach einem kurzen Opener kracht "Endless Nights" mit einer mächtigen Portion Arschtritt aus den Boxen, es rockt, es rollt und es groovt wie Hölle. Die Jungs sind ihrem Stil treu geblieben und ziehen ihre Kreise vom Rock 'n' Roll über Hard- und Stonerrock bis hin in Heavy Metal Gefilde. Stellt euch das Ganze als einen fiesen Bastard aus MOTÖRHEAD, VENOM, MONSTER MAGNET und BLACK LABEL SOCIETY vor. "(She's) Hot Tonight" schiebt dann eine Schippe Kohlen nach und geht direkt und schnörkellos nach vorne.
Einzelne Nummern raus zu picken fällt schwer, das Album klingt wie aus einem Guss, Song um Song reiht sich zu einem gelungen Heavy Rock Erlebnis. Besonders stark hängen geblieben sind neben den erwähnten Stücken noch "No Bet For Free" (der Song würde sich auch auf einem MOTÖRHEAD Album sehr gut machen), das treibende "On The Run Again" und das rotzig-punkige "Ol".

Frontröhre Shady Blue (SUSPERIA) passt bei jedem Song wie der sprichwörtliche Arsch auf Eimer, den Musikern merkt man ihre Erfahrung von den Hauptbands bei jeder Note an. Die Produktion knallt amtlich durch's Gebälk, auch wenn ihr eine etwas dreckigere Note ganz gut getan hätte. Aber das ist jammern auf hohem Niveau.

2014 hat seine erste kitschfreie Partyscheibe, vollgepackt mit fetten Riffs und einprägsamen Leads. Holt euch die neue CHROME DIVISION, macht ein Bier auf, Doomsday Rock 'N Roll Teil 4 wartet auf euch.

WERTUNG: 





Trackliste:

01. Good Morning Riot
02. Endless Nights
03. (She's) Hot Tonight
04. The Absinthe Voyage
05. Lady Of Perpetual Sorrow
06. The Moonshine Years
07. No Bet For Free
08. On The Run Again
09. Mistress In Madness
10. Reaper On The Hunt
11. You're Dead Now
12. Ol

Chris

CASABLANCA - Riding A Black Swan

Band: Casablanca
Album: Riding A Black Swan
Spielzeit: 36:41 min
Genre: Hard Rock
Plattenfirma: Gain/Sony Music
Veröffentlichung: 20.01.2014
Homepage: www.casablancaband.com

Der 48jähriger US-Gitarrist Ryan Roxie ist ein alter Hase im internationalen Rock&Roll Geschäft und hat im Laufe seiner langen Karriere, neben einem langjährigen Engagement bei Alice Cooper, bei so illustren Musikern wie Slash, Gilby Clarke oder bei großen Studioproduktionen mitgearbeitet. Nachdem Roxie vor einigen Jahren die Heimat verlassen und seine Zelte in Schweden aufgeschlagen hat, war es nur eine Frage der Zeit bis er auch aktiver Teil der dort blühenden Rock und Metal-Szene wurde. 2012 legte er, zusammen mit 4 Schwedischen Lokalhelden, das Debütalbum seiner neuen Band CASABLANCA vor, das weltweit hervorragende Kritiken einheimste. Auch der Stefan war von der Scheibe angetan und vergab damals fette 8,5 Punkte. Das Rezept, damals wie heute: Eingängige, recht klischeefreie Hooklines, eine Prise modern interpretierter, lässiger Classic Rock à la Audrey Horne, etwas Heavy Metal im Stile von High Spirits und einfach eine Menge ungezügelter und authentischer Schmutz unter den Fingernägeln. Roxie und seine in jedem einzelnen Lick und Ton spürbare Erfahrung, gesammelt auf den Bühnen und in den Studios dieser Welt, ist aber nur die halbe Miete - den Rest Charisma steuert Sänger Anders Ljung bei, der im Vergleich zum Erstling noch ein Schippe Dreck, Sleaze und Adrenalin draufgepackt hat und manchmal wie ein angepisster Jesper Binzer von D*A*D klingt („Barriers“).

Wem das Debüt gefallen hat, der kann hier schon aufhören zu lesen und sich „Riding A Black Swan“ in den Einkaufswagen legen, denn die Klasse des Vorgängers wird locker gehalten. Legt man die Cover beider Alben nebeneinander wird auch optisch deutlich was inhaltlich verändert wurde: die Produktion ist ein wenig roher, dunkler und fokussierter geraten, die Arrangements sind aufs Nötigste reduziert und das polierte bunte Candy ist in den Hintergrund getreten. An der Klasse der Songs wurde glücklicherweise nichts verändert: die erste Single „Hail The Liberation“, „It’s Alright“, das mit einem fantastischen Refrain ausgestattete „No Devil In Me” oder der geile Titelsong sind alles arschtight gespielte, knackige und vor allem unprätentiöse Hardrock Hymnen wie aus dem Bilderbuch die jedem Rock Fan ein Lächeln ins Gesicht zaubern sollten. Auch der Rest der 10 Tracks ist überdurchschnittlich gut, so das kein einziger Ausfall zu vermelden ist.

CASABLANCA machen auf Ihrem 2ten Album weiterhin alles richtig und haben Ihre Stärken konsequent ausgebaut. Inmitten einer Heerschar an grell geschminkten Spandex-Bubies mit porentief reinen möchtegern-Rocksongs haben Roxie und seine Mitstreiter eine handvoll ernstzunehmender Knaller im Gepäck die entsprechend professionel eingetütet wurden. „Riding A Black Swan” ist ein sehr empfehlenswertes Album geworden das mächtig Laune macht.

WERTUNG:





Trackliste:

01. The Giant Dreamless Sleep
02. Hail The Liberation
03. Dead End Street Revisited
04. It’s Alright
05. Barriers
06. Riding A Black Swan
07. Some Misty Morning
08. Heartbreak City
09. No Devil In Me
10. Just For The Nite

Mario