(Metal Mayhem, 2000)
Was waren das für Zeiten, als man CDs und LPs mit bestem Gewissen anhand der Hülle gekauft hat. So wusste ich auch bei White Widow’s (nicht mit den ‚neuen’ Australiern White Widdow zu verwechseln) Cover zu „Turn It Up“, was mich erwarten würde. Aus einem auf dünnstem Papier gedruckten Mailorderkatalog bestellt, landete das scheinbar sechste Release aus dem damals recht jungen Hause Metal Mayhem vor über zehn Jahren in meinem CD Player.
Das wichtigste vorab: auf „Turn It Up“ bieten White Widow hochwertigen ‚haarigen’ Hard Rock, der damals – im Jahr 2000 – in etwa die Härte heutiger Dokken Alben hatte, dazu ein Sänger, der an eine Mischung aus Sebastian Bach und Bruce Dickinson erinnert. Hier lässt sich wohl auch der beste Vergleich ziehen: wer Dickinson’s „Tattooed Millionaire“ kennt, bekommt einen recht guten Eindruck von White Widow, die aber meines Erachtens noch etwas melodischer herüberkommen.
Der Opener „Greatest Show“ liefert typische 80er Gallopp-Riffs, fette Chöre, hohe Screams und die nötige Power, die beweist, dass die Musiker auch wirklich meinen, was sie sagen – bzw. singen. „Love Comes, Love Goes“ hat dann den klassischen Sound aus frühen Ratt Tagen, der catchige Chorgesang steuert eine Portion Pop mit bei, die aber auf Grund des kraftvollen Sounds und der rauen Stimme von Sänger Brian Spindler niemals ins kitschige abrutscht.
Mit Akustikgitarren geht es bei „Fallin’ In And Out Of Love“ weiter, der Ballade des Albums, die auch Virgin Steele gut zu Gesicht gestanden hätte. Ein weiteres Highlight ist die Coverversion des Johnny Kidd Rock and Roll Klassikers „Shakin’ All Over“, die durch ordentlichen Drive hervorsticht, sowie durch Gesangslagen, die selbst Jim Gillette zum Grübeln bringen dürften.
„Time, Time“ ist dann ein leicht progressiv angehauchter Song, der sehr balladesk und atmosphärisch mit Akustikgitarren beginnt und dann in einen melodischen Groove-Rocker mündet, der wie alle Songs seine Härte durch den Gesang erhält, während ihn die Chorgesänge auf dem Boden der Eingängigkeit halten.
Der folgende Titeltrack „Turn It Up“ dürfte wohl in den Augen und Ohren der (hoffentlich wenigen) Hair Metal Zweifler der seriöseste Song auf dem Album sein. Tempo, Harmoniegitarren sowie die Melodieführung erinnern durchaus an Iron Maiden, doch dann steigt plötzlich eine Slidegitarre mit ein, die wiederum dem Cinderella Fan im Stil von „Hell On Wheels“ die Hand reicht (na, wie habe ich das gesagt?).
Gut, jetzt bin ich schon fast durch, kommentiere ich also die verbleibenden Songs ebenfalls. „Something That You Do To Me“ ist wohl der melodischste Rocksong auf dem Album. Poppige Melodien eingebettet in harte Rockgitarren – erinnert vielleicht ein wenig an Steelheart. „All Dressed Up“ hat dann einmal ein paar dominantere Keyboards zu bieten, die auf dem gesamten Album übrigens nur in minimal notwendigen Dosen vorkommen. Auch wenn der Vergleich stilistisch sehr weit hergeholt ist, fällt mir hierzu „So Many Seasons“ von Tuff ein, nur dass White Widow qualitativ noch zwei Schippen drauflegen.
Die richtige Abgehnummer findet der geneigte Headbanger in „Hangin’ Bangin’“, einem coolen Riffrocker, der allerdings durchaus einen besseren Chorus vertragen hätte. Mit „United We Stand“ huldigen White Widow allen früheren und künftigen U.S. Soldaten. Hier vereint die Band Steelheart’sche Melodien, Chorgesänge im Stryper Stil, Akustische Singer-Songwriter Gitarren, verzerrte Metal Sounds, ein Bisschen Ratt, etwas Priest, wieder eine Portion Maiden und gar – im Intro – eine dezente Anlehnung an „Young Gods“ von den Little Angels.
Wie Anfangs schon erwähnt, ist „Turn It Up“ ein melodisches Hard Rock Album mit Betonung auf „Hard“, das bestens als Beleg dafür dient, dass Hair Metal über viel Substanz und hohe musikalische Qualität verfügt. Aufgenommen wurde das Album übrigens in den legendären Paisley Park Studios, wenngleich deren Besitzer Prince nicht an der Produktion beteiligt war.
Julian Angel
- - - - -
Julian Angel ist Mastermind der deutschen Hair Metal Band Beautiful Beast, deren drittes Album ‚Kick Down The Barricades’ am 24. Januar 2014 erscheinen wird.
www.beautifulbeastrock.com
- - - - -
Montag, 13. Januar 2014
Freitag, 10. Januar 2014
SKULL FIST - Chasing The Dream
Band: Skull Fist
Album: Chasing the Dream
Spielzeit: 36:34 min
Stilrichtung: Heavy/Speed Metal
Plattenfirma: NoiseArt Records
Veröffentlichung: 10.01.2014
Homepage: www.skullfist.ca
Die Kanadier von SKULL FIST haben in den letzten Jahren im Underground für ordentlich Wirbel gesorgt. Die 2010er EP "Heavier Than Metal" und das Debüt "Head öf the Pack" aus dem Jahre 2011 wurden von Fans und Presse ziemlich abgefeiert. Nun gilt es, diesen starken Ersteindruck auf dem zweiten Album "Chasing the Dream" zu bestätigen.
An den Zutaten hat sich nichts verändert: traditioneller Heavy Metal, tief verwurzelt in den 80er Jahren, durchsetzt von Speed Metal Einschüben. Die Songs wirken etwas gereifter und ausgefeilter als auf dem Debüt ohne dabei an Durchschlagskraft verloren zu haben. Die gesteigerte Vielfalt gibt dem Sound von SKULL FIST sogar einen zusätzlichen Schub nach vorne und steigert die Eingängigkeit noch weiter.
Auch die Vocals von Jackie Slaughter haben sich hörbar entwickelt. Besonders schön lässt sich das bei "Sign of the Warrior" heraushören, befindet sich dieser Song doch bereits auf der "Heavier than Metal" EP und klingt in der neuen Version eine ganze Ecke kräftiger, nicht nur durch die verbesserte Produktion, sondern auch gerade bei den Vocals.
Die Produktion ist ansonsten auf der Höhe der Zeit ohne Fehl und Tadel und fängt den Charme der Anfangstage des Heavy Metal gut ein. Musikalisch bieten die Jungs alles was die Fans erwarten: jede Menge Melodie, krachende Riffs, starke Soli, druckvolle Drums und einen saftigen Bass.
"Chasing the Dream" ist ein wirkliches gutes Album geworden und setzt für Freunde der guten alten Heavy Metal Schule gleich ein erstes Highlight im jungfräulichen neuen Metal Jahr. SKULL FIST etablieren sich an der Speerspitze der jungen Garde um Bands wie SCREAMER, ENFORCER oder STEELWING und überzeugen mit Herzblut und Authentizität.
WERTUNG:
Trackliste:
01. Hour To Live
02. Bad For Good
03. Chasing The Dream
04. Call Of The Wild
05. Sign Of The Warrior
06. You´re Gonna Pay
07. Don´t Stop The Fight
08. Shred´s Not Dead
09. Mean Street Rider
Chris
Album: Chasing the Dream
Spielzeit: 36:34 min
Stilrichtung: Heavy/Speed Metal
Plattenfirma: NoiseArt Records
Veröffentlichung: 10.01.2014
Homepage: www.skullfist.ca
Die Kanadier von SKULL FIST haben in den letzten Jahren im Underground für ordentlich Wirbel gesorgt. Die 2010er EP "Heavier Than Metal" und das Debüt "Head öf the Pack" aus dem Jahre 2011 wurden von Fans und Presse ziemlich abgefeiert. Nun gilt es, diesen starken Ersteindruck auf dem zweiten Album "Chasing the Dream" zu bestätigen.
An den Zutaten hat sich nichts verändert: traditioneller Heavy Metal, tief verwurzelt in den 80er Jahren, durchsetzt von Speed Metal Einschüben. Die Songs wirken etwas gereifter und ausgefeilter als auf dem Debüt ohne dabei an Durchschlagskraft verloren zu haben. Die gesteigerte Vielfalt gibt dem Sound von SKULL FIST sogar einen zusätzlichen Schub nach vorne und steigert die Eingängigkeit noch weiter.
Auch die Vocals von Jackie Slaughter haben sich hörbar entwickelt. Besonders schön lässt sich das bei "Sign of the Warrior" heraushören, befindet sich dieser Song doch bereits auf der "Heavier than Metal" EP und klingt in der neuen Version eine ganze Ecke kräftiger, nicht nur durch die verbesserte Produktion, sondern auch gerade bei den Vocals.
Die Produktion ist ansonsten auf der Höhe der Zeit ohne Fehl und Tadel und fängt den Charme der Anfangstage des Heavy Metal gut ein. Musikalisch bieten die Jungs alles was die Fans erwarten: jede Menge Melodie, krachende Riffs, starke Soli, druckvolle Drums und einen saftigen Bass.
"Chasing the Dream" ist ein wirkliches gutes Album geworden und setzt für Freunde der guten alten Heavy Metal Schule gleich ein erstes Highlight im jungfräulichen neuen Metal Jahr. SKULL FIST etablieren sich an der Speerspitze der jungen Garde um Bands wie SCREAMER, ENFORCER oder STEELWING und überzeugen mit Herzblut und Authentizität.
WERTUNG:
Trackliste:
01. Hour To Live
02. Bad For Good
03. Chasing The Dream
04. Call Of The Wild
05. Sign Of The Warrior
06. You´re Gonna Pay
07. Don´t Stop The Fight
08. Shred´s Not Dead
09. Mean Street Rider
Chris
MINDFEEDER - Endless Storm
Band: Mindfeeder
Album: Endless Storm
Spielzeit: 46:44 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Metalodic Records
Veröffentlichung: 13.01.2014
Homepage: www.facebook.com/mindfeeder
MINDFEEDER stammen aus Portugal und zocken astreinen europäischen Power Metal, der hier bei uns bestimmt einschlagen wird wie eine Bombe!
Seit 2003 treiben die Jungs von MINDFEEDER ihr Unwesen, nun 10 Jahre später ist man endlich soweit und stellt uns das Debütalbum „Endless Storm“ in die Regale.
Ein Garant für astreine Power Metal Qualität ist mit Sicherheit Piet Sielck der auf und neben dem Debütalbum „Endless Storm“ kräftig mit wirkte.
Sehr viel mehr gibt es leider auch nicht von der Band zu erzählen, sie lassen also eher ihre Musik sprechen und ich bin gespannt ob sie für sich sprechen wird.
Gestartet wird die Scheibe auf jeden Fall ein wenig ungewöhnlich mit Telefonklängen beim Opener „The Call“. Ist mal was absolut anderes muss ich sagen.
Danach geht es ohne Umschweife direkt zur Sache! Flotte Riffs fliegen uns um die Ohren und der knackige, aggressive Gesang ertönt. Im Chorus ist man dafür aber schön melodisch, so das erste Track eine gesunde Mischung zwischen Heavyness und Melodic darstellt. Klasse!
Weiter geht es dann mit „Endless Storm“ wo wir dann den Gastbeitrag von Piet Sielck bewundern können. Der Mann hat einfach eine geile Metalröhre mit einem absoluten Wiedererkennungswert. Der Song an sich kommt noch etwas flotter aus den Boxen wie der Vorgänger und besitzt wieder diesen absolut catchigen Chorus der einen sofort ins Hirn schießt.
Über den eher im durchschnitt angesiedelten Song „Colors of the Skies“ geht es dann zum nächsten Highlight der Platte! „1628“ ist eine überlange, eher epische Nummer die richtig heavy aus den Boxen tönt und sich ohne Probleme in euren Gehörgängen festsetzen wird. Man stellt hier fest, auch das Midtempospiel beherrschen MINDFEEDER ohne Probleme.
Direkt im Anschluss ist es aber wieder vorbei mit der Ruhe, bei „Feed your Mind“ und „Together“ wird los gebrettert was das Zeug hält, letztere Nummer hat aber aufgrund seines Chorus eindeutig die Nase vorne.
Beim anschließenden überlangen, progressiven „Memories“ sowie dem Abschlusstrack „Our Side of Life“, der ein wenig poppig und cheesig daher kommt, bleiben bei mir aber die Jubelstürme aus, da muss ich auch wieder auf die bärenstarken ersten Songs verweisen. Von Totalausfällen sind wir hier aber immer noch meilenweit entfernt!
Anspieltipps:
Hier kann ich euch “The Call”, “Endless Storm”, “1628” sowie “Together” nennen.
Fazit :
Wer auf europäischen Power Metal steht ist bei den Jungs von MINDFEEDER genau richtig! Mit Mitwirkung von Piet Sielck gelingt der Truppe ein Album welches einige starke Songs enthält und uns gut unterhalten kann.
Ein bisschen müssen die Jungs noch am Songwriting basteln um das hohe Niveau auch über die gesamte Spielzeit zu halten, aber ansonsten gibt es hier nicht so viel zu meckern!
Starke Leistung, ich bin gespannt was man von der Band noch hören wird!
WERTUNG:
Trackliste:
01. The Call
02. Endless Storm
03. Colors of the Skies
04. 1628
05. Feed your Mind
06. Together
07. Memories
08. Our Side of Life
Julian
Album: Endless Storm
Spielzeit: 46:44 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Metalodic Records
Veröffentlichung: 13.01.2014
Homepage: www.facebook.com/mindfeeder
MINDFEEDER stammen aus Portugal und zocken astreinen europäischen Power Metal, der hier bei uns bestimmt einschlagen wird wie eine Bombe!
Seit 2003 treiben die Jungs von MINDFEEDER ihr Unwesen, nun 10 Jahre später ist man endlich soweit und stellt uns das Debütalbum „Endless Storm“ in die Regale.
Ein Garant für astreine Power Metal Qualität ist mit Sicherheit Piet Sielck der auf und neben dem Debütalbum „Endless Storm“ kräftig mit wirkte.
Sehr viel mehr gibt es leider auch nicht von der Band zu erzählen, sie lassen also eher ihre Musik sprechen und ich bin gespannt ob sie für sich sprechen wird.
Gestartet wird die Scheibe auf jeden Fall ein wenig ungewöhnlich mit Telefonklängen beim Opener „The Call“. Ist mal was absolut anderes muss ich sagen.
Danach geht es ohne Umschweife direkt zur Sache! Flotte Riffs fliegen uns um die Ohren und der knackige, aggressive Gesang ertönt. Im Chorus ist man dafür aber schön melodisch, so das erste Track eine gesunde Mischung zwischen Heavyness und Melodic darstellt. Klasse!
Weiter geht es dann mit „Endless Storm“ wo wir dann den Gastbeitrag von Piet Sielck bewundern können. Der Mann hat einfach eine geile Metalröhre mit einem absoluten Wiedererkennungswert. Der Song an sich kommt noch etwas flotter aus den Boxen wie der Vorgänger und besitzt wieder diesen absolut catchigen Chorus der einen sofort ins Hirn schießt.
Über den eher im durchschnitt angesiedelten Song „Colors of the Skies“ geht es dann zum nächsten Highlight der Platte! „1628“ ist eine überlange, eher epische Nummer die richtig heavy aus den Boxen tönt und sich ohne Probleme in euren Gehörgängen festsetzen wird. Man stellt hier fest, auch das Midtempospiel beherrschen MINDFEEDER ohne Probleme.
Direkt im Anschluss ist es aber wieder vorbei mit der Ruhe, bei „Feed your Mind“ und „Together“ wird los gebrettert was das Zeug hält, letztere Nummer hat aber aufgrund seines Chorus eindeutig die Nase vorne.
Beim anschließenden überlangen, progressiven „Memories“ sowie dem Abschlusstrack „Our Side of Life“, der ein wenig poppig und cheesig daher kommt, bleiben bei mir aber die Jubelstürme aus, da muss ich auch wieder auf die bärenstarken ersten Songs verweisen. Von Totalausfällen sind wir hier aber immer noch meilenweit entfernt!
Anspieltipps:
Hier kann ich euch “The Call”, “Endless Storm”, “1628” sowie “Together” nennen.
Fazit :
Wer auf europäischen Power Metal steht ist bei den Jungs von MINDFEEDER genau richtig! Mit Mitwirkung von Piet Sielck gelingt der Truppe ein Album welches einige starke Songs enthält und uns gut unterhalten kann.
Ein bisschen müssen die Jungs noch am Songwriting basteln um das hohe Niveau auch über die gesamte Spielzeit zu halten, aber ansonsten gibt es hier nicht so viel zu meckern!
Starke Leistung, ich bin gespannt was man von der Band noch hören wird!
WERTUNG:
Trackliste:
01. The Call
02. Endless Storm
03. Colors of the Skies
04. 1628
05. Feed your Mind
06. Together
07. Memories
08. Our Side of Life
Julian
SUICIDAL ANGELS - Divide And Conquer
Band: Suicidal Angels
Album: Divide And Conquer
Spielzeit: 49:47 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: NoiseArt Records
Veröffentlichung: 10.01.2014
Homepage: www.suicidalangels.com
Sie gehörten zu den ersten Bands der Retro-Thrash Welle, blasen uns mittlerweile seit über zehn Jahren ihre Riffs um die Ohren und haben sich als feste Größe etabliert. Die Rede ist vom griechischen Thrash-Flaggschiff SUICIDAL ANGELS. "Divide And Conquer" ist der fünfte Streich und die Jungs sind ihrem Stil im Großen und Ganzen treu geblieben.
Die Songs auf "Divide And Conquer" fallen länger, verspielter und vielseitiger aus. Leider verlieren sie sich dabei aber auch phasenweise in zu langatmigen Zwischenspielen, wie etwa beim Groove-Monster "Seed of Evil". Hier wären zwei Minuten weniger mehr gewesen, auf den sieben Spielminuten geht dem Stück ein wenig die Puste aus. Der Titeltrack holzt dann aber wieder kompromisslos und ohne Schnörkel aus den Boxen, ein typischer SUICIDAL ANGELS Song.
Bei "Control The Twisted Mind" läuft das Intro mit Streicheinlagen an mir vorbei, als der Song dann endlich richtig loslegt, fehlt ihm dann trotzdem leider der letzte Kick. Keine Frage, schlecht ist was anderes, aber zur richtigen Abrissbirne reicht es auch nicht. Und dieses Problem zieht sich durch das komplette Album, die Songs sind 100% Thrash Metal, absolut solide vorgetragen. Es fehlt einfach an echten Hochkarätern, Songs die den Unterschied machen. Dass die Jungs solche Songs schreiben können, haben sie bereits bewiesen, "In the Grave" untermauert auch auf dem neuen Silberling das vorhandene Potential. Leider wird es auf den knapp 50 Minuten zu selten abgerufen.
Was bleibt also unter dem Strich übrig? Ein solides Thrash Metal Album, das es nicht ganz schafft sich aus der großen Masse guter aber nicht herausragender Knüppel-Kapellen freizukämpfen. Genrefanatiker können direkt zuschlagen, Gelegenheits-Thrasher bleiben vorerst im vergangenen Jahr bei ONSLAUGHT oder ANNIHILATOR hängen.
WERTUNG:
Trackliste:
01. Marching Over Blood
02. Seed Of Evil
03. Divide And Conquer
04. Control The Twisted Mind
05. In The Grave
06. Terror Is My Scream
07. Pit Of Snakes
08. Kneel To The Gun
09. Lost Dignity
10. White Wizard
Chris
Album: Divide And Conquer
Spielzeit: 49:47 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: NoiseArt Records
Veröffentlichung: 10.01.2014
Homepage: www.suicidalangels.com
Sie gehörten zu den ersten Bands der Retro-Thrash Welle, blasen uns mittlerweile seit über zehn Jahren ihre Riffs um die Ohren und haben sich als feste Größe etabliert. Die Rede ist vom griechischen Thrash-Flaggschiff SUICIDAL ANGELS. "Divide And Conquer" ist der fünfte Streich und die Jungs sind ihrem Stil im Großen und Ganzen treu geblieben.
Die Songs auf "Divide And Conquer" fallen länger, verspielter und vielseitiger aus. Leider verlieren sie sich dabei aber auch phasenweise in zu langatmigen Zwischenspielen, wie etwa beim Groove-Monster "Seed of Evil". Hier wären zwei Minuten weniger mehr gewesen, auf den sieben Spielminuten geht dem Stück ein wenig die Puste aus. Der Titeltrack holzt dann aber wieder kompromisslos und ohne Schnörkel aus den Boxen, ein typischer SUICIDAL ANGELS Song.
Bei "Control The Twisted Mind" läuft das Intro mit Streicheinlagen an mir vorbei, als der Song dann endlich richtig loslegt, fehlt ihm dann trotzdem leider der letzte Kick. Keine Frage, schlecht ist was anderes, aber zur richtigen Abrissbirne reicht es auch nicht. Und dieses Problem zieht sich durch das komplette Album, die Songs sind 100% Thrash Metal, absolut solide vorgetragen. Es fehlt einfach an echten Hochkarätern, Songs die den Unterschied machen. Dass die Jungs solche Songs schreiben können, haben sie bereits bewiesen, "In the Grave" untermauert auch auf dem neuen Silberling das vorhandene Potential. Leider wird es auf den knapp 50 Minuten zu selten abgerufen.
Was bleibt also unter dem Strich übrig? Ein solides Thrash Metal Album, das es nicht ganz schafft sich aus der großen Masse guter aber nicht herausragender Knüppel-Kapellen freizukämpfen. Genrefanatiker können direkt zuschlagen, Gelegenheits-Thrasher bleiben vorerst im vergangenen Jahr bei ONSLAUGHT oder ANNIHILATOR hängen.
WERTUNG:
Trackliste:
01. Marching Over Blood
02. Seed Of Evil
03. Divide And Conquer
04. Control The Twisted Mind
05. In The Grave
06. Terror Is My Scream
07. Pit Of Snakes
08. Kneel To The Gun
09. Lost Dignity
10. White Wizard
Chris
MY INNER BURNING - Dead And Gone
Band: My Inner Burning
Album: Dead and Gone
Spielzeit: 48:57 min
Stilrichtung: Melodic Metal
Plattenfirma: Eigenproduktion
Veröffentlichung: November 2013
Homepage: www.myinnerburning.de
Die deutschen Melodic Metaller MY INNER BURNING scheinen schon eine bewegte Karriere hinter sich zu haben. Denn mit der Überschrift in jedem Ende steckt ein neuer Anfang beginnt das mir vorliegende Promosheet. Anscheinend hat man einige Besetzungswechsel nach dem letzten Album zu verkraften gehabt, denn mit Cecile Beelmann hat man eine neue Sängerin an Bord und man hat sich auch komplett vom Management und der Plattenfirma getrennt. So was nenne ich mal konsequent!
Nun ist man also alleine unterwegs und bringt in Eigenregie das neue, dritte Album „Dead and Gone“ auf dem Markt indem die ganzen schlechten Ereignisse der letzten Zeit verarbeiten worden sind.
So beginnt das Album auch direkt mit „Nothing in between“ wie ein Wirbelwind. Flotte Keys und Riffs wechseln sich ab und fliegen uns nur so um die Ohren. Neusängerin Cecile erhebt die Stimme und spätestens mit dem Chorus haben MY INNER BURNING den Hörer in ihrem Netz gefangen. Ein starker Beginn der Platte!
Auch das anschließende „Alive“ beginnt sehr flott und hat sehr viel Ähnlichkeit zum Vorgängersong. Man macht hier definitiv nicht viel falsch und bewegt sich weiterhin in gewohnten Bahnen, Modern/Melodic Metal mit Pop Elementen gewürzt.
Bei „Beneath the willow“ drosselt man die Geschwindigkeit ein wenig, was ordentlich Atmosphäre in den Song bringt, das anschließenden „Illusions“ ist sehr eingängig gehalten und „The One“ lebt wieder von seiner Atmosphäre.
Bislang sind also keine schwachen Songs festzustellen und nun kommen im Mittelteil mit „Feeding the Beast“ und „Queen of the Night“ zwei der stärksten Songs des Albums! Die Dinger sind super eingängig und blitz sauber umgesetzt, ihr werdet sie definitiv nicht mehr so schnell aus dem Kopf bekommen, das verspreche ich euch!
So langsam biegen wir auf die Zielgerade der bislang sehr ordentlichen Scheibe ein, auf dem Weg bis zum Ende geben uns MY INNER BURNING noch den Nackenbrecher „It all falls apart“, das recht kommerzielle „Tell me why“ und den starken Abschlustrack „Across the fire“ mit auf den Weg.
So endet eine Platte, die mit wenig schwachen Tracks daherkommt und die Band auf jeden Fall nach vorne bringen sollte!
Anspieltipps:
Auf jeden Fall sind hier “Nothing in between”, “Beneath the willow”, “Feeding the Beast”, “Queen of the Night” sowie “Tell me why” zu nennen.
Fazit :
Eins ist mal klar, das neue Album von MY INNER BURNING bietet auf jeden Fall viel zu entdecken! Dabei ist es aber zu keiner Zeit sperrig, denn die Songs sind alle sehr eingängig gemacht und die Refrains graben sich schon nach kurzer Zeit in die Gehörgänge ein.
Ich für meinen Teil hätte vielleicht die Platte doch ein wenig kürzer gemacht da wirkt das Ganze ein wenig kompakter.
Hier sind die beinharten Todes und True Metaller natürlich fehl am Platz, aber wer mit Melodic Metal der ab und an ins Mainstream und Popgefilde abgleitet etwas anfangen kann, ist hier goldrichtig!
Ach ja die Band hat aktuell eine Finanzierungskampagne auf ihrer Homepage gestartet, viel Glück dabei und Leute unterstützt diese Band, es lohnt sich!
WERTUNG:
Trackliste:
01. Nothing in between
02. Alive
03. Beneath the willow
04. Illusions
05. The One
06. Feeding the Beast
07. I come undone
08. Queen of the Night
09. It all falls apart
10. Swallowing a river
11. Tell me why
12. The Secret
13. Across the Fire
Julian
Album: Dead and Gone
Spielzeit: 48:57 min
Stilrichtung: Melodic Metal
Plattenfirma: Eigenproduktion
Veröffentlichung: November 2013
Homepage: www.myinnerburning.de
Die deutschen Melodic Metaller MY INNER BURNING scheinen schon eine bewegte Karriere hinter sich zu haben. Denn mit der Überschrift in jedem Ende steckt ein neuer Anfang beginnt das mir vorliegende Promosheet. Anscheinend hat man einige Besetzungswechsel nach dem letzten Album zu verkraften gehabt, denn mit Cecile Beelmann hat man eine neue Sängerin an Bord und man hat sich auch komplett vom Management und der Plattenfirma getrennt. So was nenne ich mal konsequent!
Nun ist man also alleine unterwegs und bringt in Eigenregie das neue, dritte Album „Dead and Gone“ auf dem Markt indem die ganzen schlechten Ereignisse der letzten Zeit verarbeiten worden sind.
So beginnt das Album auch direkt mit „Nothing in between“ wie ein Wirbelwind. Flotte Keys und Riffs wechseln sich ab und fliegen uns nur so um die Ohren. Neusängerin Cecile erhebt die Stimme und spätestens mit dem Chorus haben MY INNER BURNING den Hörer in ihrem Netz gefangen. Ein starker Beginn der Platte!
Auch das anschließende „Alive“ beginnt sehr flott und hat sehr viel Ähnlichkeit zum Vorgängersong. Man macht hier definitiv nicht viel falsch und bewegt sich weiterhin in gewohnten Bahnen, Modern/Melodic Metal mit Pop Elementen gewürzt.
Bei „Beneath the willow“ drosselt man die Geschwindigkeit ein wenig, was ordentlich Atmosphäre in den Song bringt, das anschließenden „Illusions“ ist sehr eingängig gehalten und „The One“ lebt wieder von seiner Atmosphäre.
Bislang sind also keine schwachen Songs festzustellen und nun kommen im Mittelteil mit „Feeding the Beast“ und „Queen of the Night“ zwei der stärksten Songs des Albums! Die Dinger sind super eingängig und blitz sauber umgesetzt, ihr werdet sie definitiv nicht mehr so schnell aus dem Kopf bekommen, das verspreche ich euch!
So langsam biegen wir auf die Zielgerade der bislang sehr ordentlichen Scheibe ein, auf dem Weg bis zum Ende geben uns MY INNER BURNING noch den Nackenbrecher „It all falls apart“, das recht kommerzielle „Tell me why“ und den starken Abschlustrack „Across the fire“ mit auf den Weg.
So endet eine Platte, die mit wenig schwachen Tracks daherkommt und die Band auf jeden Fall nach vorne bringen sollte!
Anspieltipps:
Auf jeden Fall sind hier “Nothing in between”, “Beneath the willow”, “Feeding the Beast”, “Queen of the Night” sowie “Tell me why” zu nennen.
Fazit :
Eins ist mal klar, das neue Album von MY INNER BURNING bietet auf jeden Fall viel zu entdecken! Dabei ist es aber zu keiner Zeit sperrig, denn die Songs sind alle sehr eingängig gemacht und die Refrains graben sich schon nach kurzer Zeit in die Gehörgänge ein.
Ich für meinen Teil hätte vielleicht die Platte doch ein wenig kürzer gemacht da wirkt das Ganze ein wenig kompakter.
Hier sind die beinharten Todes und True Metaller natürlich fehl am Platz, aber wer mit Melodic Metal der ab und an ins Mainstream und Popgefilde abgleitet etwas anfangen kann, ist hier goldrichtig!
Ach ja die Band hat aktuell eine Finanzierungskampagne auf ihrer Homepage gestartet, viel Glück dabei und Leute unterstützt diese Band, es lohnt sich!
WERTUNG:
Trackliste:
01. Nothing in between
02. Alive
03. Beneath the willow
04. Illusions
05. The One
06. Feeding the Beast
07. I come undone
08. Queen of the Night
09. It all falls apart
10. Swallowing a river
11. Tell me why
12. The Secret
13. Across the Fire
Julian
Mittwoch, 8. Januar 2014
CULLOODEN - Silent Scream
Band : Cullooden
Album : Silent Scream
Spielzeit : 57:54 min
Genre : Progressive / Melodic Metal
Plattenfirma : Dead End Exit Records
Veröffentlichung : 10.01.2014
Homepage : www.cullooden.com
Progressiver Powermetal mit fetten AOR Melodien, Breitwand Chören und hohem Gesang gewürzt, das geht oft genug schief. Zahllose Bands haben sich bereits in quitschbunten Tralalasöngchen mit Möchtegern-Frickel Einlagen verheddert und dem Genre so manchen Fremdschäm Moment beschert. Und was machen die Schweden CULLOODEN aus dieser gewagten Mischung? Kann der erhöhte Anteil an Hooklines im 80er Melodic-Fahrwasser, gekreuzt mit modernem Metal und teils sogar harschen Shouts tatsächlich funktionieren? Scheisse, ja, das tut er auf „Silent Scream” über weite Strecken sogar vorzüglich. Zwar treffen nicht alle der 10 Tracks so geil ins Schwarze wie der packende Opener „Heaven Feels So Hollow“, das wie eine Kreuzung aus modernen Journey und harten Dream Theater daherkommende „Endless Tears“ oder der Ohrenschmeichler „Drowning In Silence“. Aber auch der Rest des Albums kann den Freund von kernigem, handwerklich ohne Fehl und Tadel vorgetragenen modernen Metal begeistern. “The Progress” ist z.B. eine ziemlich geniale Gratwanderung zwischen erwachsenem Melodic Rock und instrumentalen Kabiettstücken aus der klassischen Dream Theater Schule.
Besonderes Lob verdient, neben dem geschmackvollen Drumming, die geile Gitarrenarbeit die durchgehend oberklassig ausgefallen ist. Leadgitarrist Jonas Ekestubbe drückt unter anderem in dem mit turmhohen Hooks ausgestatteten „Take Hold Of Your Fear“ ein Sahnesolo der Extraklasse raus. Zentrum der Show ist aber ganz klar Sänger, Rhythmusgitarrist und Gründungsmitglied (neben Bassist Michael Södergren) Fredrik Joakimsson der mit einer ausdrucksstarken, klaren Stimme ausgestattet ist und das genau richtige Händchen für luftdicht zupackende Hooklines hat. Die drei genannten Musiker bilden den Kern von CULLOODEN und arbeiten bereits seit sage und schreibe 2005 an dem Material zu dieser Debüt-Scheibe. Die Drums und Keyboards wurden von Gastmusikern eingespielt, es wäre der Mannschaft aber zu wünschen, dass ein stabiles und zuverlässiges Lineup auch eine Zukunftsperspektive sichern würde, denn vielversprechendes Potential definitiv vorhanden. Gegen Ende des Albums (Tracks 8 bis 10) bleiben die großen Aha-Momente zwar aus, das schmälert den hervorragenden Eindruck, den vor allem die schmissige erste Hälfte der Scheibe hinterlässt, aber nur minimal.
Fans von unkitschigem AOR sowie melodischem Powermetal, die ohne Scheuklappen auch stilfremde Elemente geniessen wollen, sind bei CULLOODEN goldrichtig und sollten sich die oben genannten Hookperlen als Appetithäppchen gönnen. Das Jahr 2014 fängt verheissungsvoll an.
WERTUNG:
Trackliste:
01. Heaven Feels So Hollow
02. Drowning In Silence
03. Endless Tears
04. Embrace Your Destiny
05. Our Only Desire
06. The Progress
07. Take Hold Of Your Fear
08. An Interesting Fact
09. Welcome To Wonderland
10. Star Of The Night
Mario
Album : Silent Scream
Spielzeit : 57:54 min
Genre : Progressive / Melodic Metal
Plattenfirma : Dead End Exit Records
Veröffentlichung : 10.01.2014
Homepage : www.cullooden.com
Progressiver Powermetal mit fetten AOR Melodien, Breitwand Chören und hohem Gesang gewürzt, das geht oft genug schief. Zahllose Bands haben sich bereits in quitschbunten Tralalasöngchen mit Möchtegern-Frickel Einlagen verheddert und dem Genre so manchen Fremdschäm Moment beschert. Und was machen die Schweden CULLOODEN aus dieser gewagten Mischung? Kann der erhöhte Anteil an Hooklines im 80er Melodic-Fahrwasser, gekreuzt mit modernem Metal und teils sogar harschen Shouts tatsächlich funktionieren? Scheisse, ja, das tut er auf „Silent Scream” über weite Strecken sogar vorzüglich. Zwar treffen nicht alle der 10 Tracks so geil ins Schwarze wie der packende Opener „Heaven Feels So Hollow“, das wie eine Kreuzung aus modernen Journey und harten Dream Theater daherkommende „Endless Tears“ oder der Ohrenschmeichler „Drowning In Silence“. Aber auch der Rest des Albums kann den Freund von kernigem, handwerklich ohne Fehl und Tadel vorgetragenen modernen Metal begeistern. “The Progress” ist z.B. eine ziemlich geniale Gratwanderung zwischen erwachsenem Melodic Rock und instrumentalen Kabiettstücken aus der klassischen Dream Theater Schule.
Besonderes Lob verdient, neben dem geschmackvollen Drumming, die geile Gitarrenarbeit die durchgehend oberklassig ausgefallen ist. Leadgitarrist Jonas Ekestubbe drückt unter anderem in dem mit turmhohen Hooks ausgestatteten „Take Hold Of Your Fear“ ein Sahnesolo der Extraklasse raus. Zentrum der Show ist aber ganz klar Sänger, Rhythmusgitarrist und Gründungsmitglied (neben Bassist Michael Södergren) Fredrik Joakimsson der mit einer ausdrucksstarken, klaren Stimme ausgestattet ist und das genau richtige Händchen für luftdicht zupackende Hooklines hat. Die drei genannten Musiker bilden den Kern von CULLOODEN und arbeiten bereits seit sage und schreibe 2005 an dem Material zu dieser Debüt-Scheibe. Die Drums und Keyboards wurden von Gastmusikern eingespielt, es wäre der Mannschaft aber zu wünschen, dass ein stabiles und zuverlässiges Lineup auch eine Zukunftsperspektive sichern würde, denn vielversprechendes Potential definitiv vorhanden. Gegen Ende des Albums (Tracks 8 bis 10) bleiben die großen Aha-Momente zwar aus, das schmälert den hervorragenden Eindruck, den vor allem die schmissige erste Hälfte der Scheibe hinterlässt, aber nur minimal.
Fans von unkitschigem AOR sowie melodischem Powermetal, die ohne Scheuklappen auch stilfremde Elemente geniessen wollen, sind bei CULLOODEN goldrichtig und sollten sich die oben genannten Hookperlen als Appetithäppchen gönnen. Das Jahr 2014 fängt verheissungsvoll an.
WERTUNG:
Trackliste:
01. Heaven Feels So Hollow
02. Drowning In Silence
03. Endless Tears
04. Embrace Your Destiny
05. Our Only Desire
06. The Progress
07. Take Hold Of Your Fear
08. An Interesting Fact
09. Welcome To Wonderland
10. Star Of The Night
Mario
LEGIONS OF WAR - Forced To The Ground
Band: Legions of War
Album: Forced to the Ground
Spielzeit: 40:56 min
Stilrichtung: Black/Thrash Metal
Plattenfirma: Inferno Records
Veröffentlichung: 20.12.2013
Homepage: www.legionsofwar.se
Die vier Schweden von LEGIONS OF WAR sind seit 2002 aktiv und haben bisher 3 Demos, das Debüt "Towards Death" sowie die EP "Riding With The Blitz" auf den Markt gebracht. Nun stehen Hellwind (Bass), Martin Hogebrandt (Drums), Widowreaper (Guitars) und Zyklon (Vocals & Guitars) mit dem zweiten Langspieler "Forced To The Ground" in den Startlöchern. Hach, diese bösen-bösen Namen, ich bin zutiefst schockiert. Genauso wie vom Cover-Artwork.
Springen wir daher gleich zur Musik der Jungs.
Textlich haut man in die gleiche Kerbe wie die Kollegen von BOLT THROWER, HAIL OF BULLETS oder SABATON. Krieg als Konzept. Funktioniert bei den erwähnten Bands - warum also nicht.
Nach einem kurzen Intro haben die Jungs geladen, entsichert und feuern aus allen Rohren. Tiefschwarzer Thrash Metal Sound kracht uns bei "Through the Barricades" um die Ohren. Mal nimmt die Kriegsmaschine richtig Fahrt auf, etwa bei "Pile of Corpses" oder "At the Eastern Shores", mal geht es schleppend und stampfend durch die Walachei ("Remains of War"). Zyklon keift sich die Seele aus dem Leib und die Instrumentalabteilung wartet mit einem düster thrashigen Frontalangriff auf. Es fehlen aber noch die ganz schweren Geschütze, ein paar Patronen haben LEGIONS OF WAR noch im Lauf vergessen.
Die Jungs spielen ihren Stiefel solide und mit Herzblut runter und werden Genrefans sicher im Großen und Ganzen zufrieden stellen. Im Vergleich mit der führenden Konkurrenz von DESASTER oder Deströyer 666 bleibt aber noch Luft nach oben.
Eine Schlacht ist gewonnen, der Krieg noch nicht.
WERTUNG:
Trackliste:
1. Intro - Through the Barricades
2. Forced to the Ground
3. Pile of Corpses
4. Remains of War
5. At the Eastern Shores
6. Grandiose Visions
7. Death Brigade
8. In the Warfield Storms
9. Night of Revenge
Chris
Album: Forced to the Ground
Spielzeit: 40:56 min
Stilrichtung: Black/Thrash Metal
Plattenfirma: Inferno Records
Veröffentlichung: 20.12.2013
Homepage: www.legionsofwar.se
Die vier Schweden von LEGIONS OF WAR sind seit 2002 aktiv und haben bisher 3 Demos, das Debüt "Towards Death" sowie die EP "Riding With The Blitz" auf den Markt gebracht. Nun stehen Hellwind (Bass), Martin Hogebrandt (Drums), Widowreaper (Guitars) und Zyklon (Vocals & Guitars) mit dem zweiten Langspieler "Forced To The Ground" in den Startlöchern. Hach, diese bösen-bösen Namen, ich bin zutiefst schockiert. Genauso wie vom Cover-Artwork.
Springen wir daher gleich zur Musik der Jungs.
Textlich haut man in die gleiche Kerbe wie die Kollegen von BOLT THROWER, HAIL OF BULLETS oder SABATON. Krieg als Konzept. Funktioniert bei den erwähnten Bands - warum also nicht.
Nach einem kurzen Intro haben die Jungs geladen, entsichert und feuern aus allen Rohren. Tiefschwarzer Thrash Metal Sound kracht uns bei "Through the Barricades" um die Ohren. Mal nimmt die Kriegsmaschine richtig Fahrt auf, etwa bei "Pile of Corpses" oder "At the Eastern Shores", mal geht es schleppend und stampfend durch die Walachei ("Remains of War"). Zyklon keift sich die Seele aus dem Leib und die Instrumentalabteilung wartet mit einem düster thrashigen Frontalangriff auf. Es fehlen aber noch die ganz schweren Geschütze, ein paar Patronen haben LEGIONS OF WAR noch im Lauf vergessen.
Die Jungs spielen ihren Stiefel solide und mit Herzblut runter und werden Genrefans sicher im Großen und Ganzen zufrieden stellen. Im Vergleich mit der führenden Konkurrenz von DESASTER oder Deströyer 666 bleibt aber noch Luft nach oben.
Eine Schlacht ist gewonnen, der Krieg noch nicht.
WERTUNG:
Trackliste:
1. Intro - Through the Barricades
2. Forced to the Ground
3. Pile of Corpses
4. Remains of War
5. At the Eastern Shores
6. Grandiose Visions
7. Death Brigade
8. In the Warfield Storms
9. Night of Revenge
Chris
PLEONEXIA - Break All Chains
Band : Pleonexia
Album : Break All Chains
Spielzeit : 46:53 min
Genre : Heavy Metal
Plattenfirma : Pure Underground Records
Veröffentlichung : 17.01.2014
Homepage : www.facebook.com/thepleonexia?
Die Turiner Heavy Metal Frischlinge PLEONEXIA nennen Ihren Stil keck "Philosophic Metal" - oha! Da rudert selbst das Label zurück und platziert den Sound auf dem Debüt Album irgendwo zwischen klassischem (epischem) Heavy Metal und Hardrock. Da fallen natürlich spontan Manowar oder von mir aus auch Iron Maiden als Ideengeber ein. Dass die 10 Tracks des Sextetts mit einer enormen Kauz-Schlagseite (im Stile von Cirith Ungol oder Manilla Road) daherkommen, sollte allerdings ebenfalls vorangeschickt werden ... das Label „Pure Underground Records“ passt wie die Faust aufs Auge.
In der Tat ist das, was uns auf "Break All Chains" vorgesetzt wird, auf den ersten Blick so voller Widersprüche, Ungereimtheiten und, ja, diverser Schenkelklopfer, dass eine objektive Besprechung schwer fällt. Auf der einen Seite klingt das Ganze nämlich durchgehend nach Talentwettbewerb in der Schulaula (so gucken die Bengel auf den Promopics nebenbei bemerkt auch aus der Wäsche), auf der anderen Seite fällt es einfach verdammt schwer bei dem ein oder anderen Track ein breites Grinsen und/oder einen wippenden Nacken zu unterdrücken. Wie gesagt, die Grundvoraussetzung für das übliche, bestensfalls durchschnittliche Rumpel-Album sind da: die Produktion ist schwachbrüstig, die englischen Texte (sowie deren Aussprache) holprig, das Gitarrenriffing bemüht bereits 1000mal durchgekaute Stereotypen, die Leadgitarren flimmern oft gehörig neben dem Timing durch die Bude, die Drums knuppen schön gerade aber eben auch nur auf besserem Musikvereinniveau durch die Botanik und Sänger / Bandkopf Michele da Pina (der nebenbei noch Gitarre und Keyboards spielt) kann einem mit seiner quäkigen Stimme durchaus gehörig auf den Senkel gehen. Dennoch können Songs wie „Pleonexia”, “I Don’t Care” oder “All Dead To Me” zumindest kurzzeitig für Unterhaltung und, aufgrund der durchaus vorhandenen Eingängigkeit der Refrains, für Mitgröhlreflexe sorgen. Dem gegenüber steht ein Stinker wie das völlig überflüssige „Freigeist“ oder das lachhafte „We Just Want More“. Wirklich internationales Niveau haben die Jungs beim besten Willen nicht, die Attitüde und die Richtung stimmen aber schonmal.
Besondere Erwähnung verdienen die Keyboards: ich habe selten solche unfassbar billigen, völlig aus der Zeit gefallenen Keyboardsounds gehört wie bei PLEONEXIA. Das ist eigentlich eine ruchlose Beleidigung eines jeden ernsthaften Knöpfchendrehers und Tastenstreichlers der was auf sich und seine Maschine hält und klingt wie die nächstbeste Bontempi-Orgel die unter einer dicken Staubschicht auf dem Dachboden gefunden wurde. Wenn in dem Track " Iron Will" das Hauptriff einsetzt (und ich will hier mal gar nicht näher darauf eingehen, dass dies einer der durchgeknalltesten, wirrsten Rip-Offs eines weltbekannten Multiplatin-Hits ist, den ich jemals gehört habe), dann bleibt kein Auge trocken. Von den in bester Mambo Kurt Tradition aufgefahrenen Fanfaren im abschließenden "We Just Want More" mal ganz zu schweigen. Da fragt man sich schon, ist das denen ernst gemeint oder steckt da nicht doch kaltes Kalkül dahinter um den anvisierten Underground zu ködern? Im Endeffekt kann uns das aber auch geraderecht wurscht sein, denn was zählt ist, dass das Album (zumindest mir) teilweise trotz oder womöglich gerade wegen der Unzulänglichkeiten gefällt. Denn, so indiskutabel so manche Passage auch sein mag (hört euch mal den Gesang im Outro von "Everything You Said" an, das nenn‘ ich mal mutig), die Musik erfüllt zumindest seinen Zweck als vergnügsame Unterhaltung.
Ob das allerdings reicht um als Band eine robuste Basis für die Zukunft zu legen wage ich mal dezent zu bezweifeln. Fans von kauzigem Underground Metal mit einer Prise frühem Iron Maiden Spirit und den hehren Ambitionen alter Manowar können aber mal ein Ohr riskieren.
WERTUNG:
Trackliste:
01. Pleonexia
02. I Don’t Care
03. Iron Will
04. Everything You Said
05. All Dead To Me
06. Use Your Mind
07. Break All Chains
08. We’re Not The Same
09. Freigeist
10. We Just Want More
Mario
Album : Break All Chains
Spielzeit : 46:53 min
Genre : Heavy Metal
Plattenfirma : Pure Underground Records
Veröffentlichung : 17.01.2014
Homepage : www.facebook.com/thepleonexia?
Die Turiner Heavy Metal Frischlinge PLEONEXIA nennen Ihren Stil keck "Philosophic Metal" - oha! Da rudert selbst das Label zurück und platziert den Sound auf dem Debüt Album irgendwo zwischen klassischem (epischem) Heavy Metal und Hardrock. Da fallen natürlich spontan Manowar oder von mir aus auch Iron Maiden als Ideengeber ein. Dass die 10 Tracks des Sextetts mit einer enormen Kauz-Schlagseite (im Stile von Cirith Ungol oder Manilla Road) daherkommen, sollte allerdings ebenfalls vorangeschickt werden ... das Label „Pure Underground Records“ passt wie die Faust aufs Auge.
In der Tat ist das, was uns auf "Break All Chains" vorgesetzt wird, auf den ersten Blick so voller Widersprüche, Ungereimtheiten und, ja, diverser Schenkelklopfer, dass eine objektive Besprechung schwer fällt. Auf der einen Seite klingt das Ganze nämlich durchgehend nach Talentwettbewerb in der Schulaula (so gucken die Bengel auf den Promopics nebenbei bemerkt auch aus der Wäsche), auf der anderen Seite fällt es einfach verdammt schwer bei dem ein oder anderen Track ein breites Grinsen und/oder einen wippenden Nacken zu unterdrücken. Wie gesagt, die Grundvoraussetzung für das übliche, bestensfalls durchschnittliche Rumpel-Album sind da: die Produktion ist schwachbrüstig, die englischen Texte (sowie deren Aussprache) holprig, das Gitarrenriffing bemüht bereits 1000mal durchgekaute Stereotypen, die Leadgitarren flimmern oft gehörig neben dem Timing durch die Bude, die Drums knuppen schön gerade aber eben auch nur auf besserem Musikvereinniveau durch die Botanik und Sänger / Bandkopf Michele da Pina (der nebenbei noch Gitarre und Keyboards spielt) kann einem mit seiner quäkigen Stimme durchaus gehörig auf den Senkel gehen. Dennoch können Songs wie „Pleonexia”, “I Don’t Care” oder “All Dead To Me” zumindest kurzzeitig für Unterhaltung und, aufgrund der durchaus vorhandenen Eingängigkeit der Refrains, für Mitgröhlreflexe sorgen. Dem gegenüber steht ein Stinker wie das völlig überflüssige „Freigeist“ oder das lachhafte „We Just Want More“. Wirklich internationales Niveau haben die Jungs beim besten Willen nicht, die Attitüde und die Richtung stimmen aber schonmal.
Besondere Erwähnung verdienen die Keyboards: ich habe selten solche unfassbar billigen, völlig aus der Zeit gefallenen Keyboardsounds gehört wie bei PLEONEXIA. Das ist eigentlich eine ruchlose Beleidigung eines jeden ernsthaften Knöpfchendrehers und Tastenstreichlers der was auf sich und seine Maschine hält und klingt wie die nächstbeste Bontempi-Orgel die unter einer dicken Staubschicht auf dem Dachboden gefunden wurde. Wenn in dem Track " Iron Will" das Hauptriff einsetzt (und ich will hier mal gar nicht näher darauf eingehen, dass dies einer der durchgeknalltesten, wirrsten Rip-Offs eines weltbekannten Multiplatin-Hits ist, den ich jemals gehört habe), dann bleibt kein Auge trocken. Von den in bester Mambo Kurt Tradition aufgefahrenen Fanfaren im abschließenden "We Just Want More" mal ganz zu schweigen. Da fragt man sich schon, ist das denen ernst gemeint oder steckt da nicht doch kaltes Kalkül dahinter um den anvisierten Underground zu ködern? Im Endeffekt kann uns das aber auch geraderecht wurscht sein, denn was zählt ist, dass das Album (zumindest mir) teilweise trotz oder womöglich gerade wegen der Unzulänglichkeiten gefällt. Denn, so indiskutabel so manche Passage auch sein mag (hört euch mal den Gesang im Outro von "Everything You Said" an, das nenn‘ ich mal mutig), die Musik erfüllt zumindest seinen Zweck als vergnügsame Unterhaltung.
Ob das allerdings reicht um als Band eine robuste Basis für die Zukunft zu legen wage ich mal dezent zu bezweifeln. Fans von kauzigem Underground Metal mit einer Prise frühem Iron Maiden Spirit und den hehren Ambitionen alter Manowar können aber mal ein Ohr riskieren.
WERTUNG:
Trackliste:
01. Pleonexia
02. I Don’t Care
03. Iron Will
04. Everything You Said
05. All Dead To Me
06. Use Your Mind
07. Break All Chains
08. We’re Not The Same
09. Freigeist
10. We Just Want More
Mario
Sonntag, 5. Januar 2014
PRETTY WILD - Pretty Wild
Band: Pretty Wild
Album: Pretty Wild
Spielzeit: 52:14 min.
Stilrichtung: Hardrock, Hair Metal
Plattenfirma: Dead End Exit Records
Veröffentlichung: 10.01.2014
Homepage: www.prettywildband.com
Schon lange beobachte ich die Schweden PRETTY WILD. Bereits die ersten Demos kurz nach der Gründung 2006 konnten mit der absolut richtigen Ausgewogenheit aus Melodie und Härte mit einem perfekten Sänger punkten. Leider verließ Tim Pretty danach die Band aber mit Ivan Höglund wurde ein super Ersatz gefunden, der eine ähnliche Stimmlage hat. Wenig später warfen die Jungs ihr Debüt „All The Way“ auf den Markt, das allerdings nur 8 Songs plus einen Livetrack enthielt. Aber da die Songs ein weiteres Mal überzeugen konnten, war natürlich alles in Butter.
Fünf Jahre später steht nun endlich ein zweites Album in den Startlöchern. Zwischendurch dachte ich schon, dass die Hopefuls das Handtuch geworfen hätten, aber außer einem weiteren Besetzungswechsel in 2010 (Axl Ludwig kam für Krizzy Fields) und Unstimmigkeiten mit der alten Company schien alles zu fluppen. Die Vorbereitungen für das Album liefen und jetzt ist es da: prallgefüllt mit 14 Songs und stronger than ever!
Der Sound ist glattpoliert und direkt aus den 80ern importiert, die Songs sind ausgefeilt und rücken näher an Kollegen wie CRAZY LIXX, CRASHDIET oder auch H.E.A.T. heran. Die rohen Anfangstage (die mir persönlich auch gut gefallen haben) sind vorbei und PRETTY WILD laufen anno 2014 in Schienen. Das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Material auf „Pretty Wild“ wirklich gut ist.
„Are You Ready“ fragen die Schweden beim Opener…das ist nicht einzigartig, aber der Song kann überzeugen. „Get It On“ klingt anfangs etwas identisch, aber spätestens jetzt hat mich der PRETTY WILD-Virus wieder infiziert. Die Jungs verstehen es einfach, die perfekte Atmosphäre zu erzeugen, wenn man auf polierten 80er Hardrock steht. Trotz allem ist der Sound roh genug und Sänger Ivan Höglund hat genug Eier in der Hose, um sich diesem Bollwerk entgegenzustemmen.
Klassischer Hardrock wird in Stücken wie „Alive“, „Troubled Water“, „Wildheart“ oder „Hold On“ perfekt zelebriert und auch ruhige Momente wie „All I Want“ oder „High Enough“ sind gelungen. Hochmelodische Nummern a´la „Come Out Tonight“ oder die abschließende Bandhymne setzen weitere Duftmarken. Die Schweden sind auf jeden Fall ein gutes Stück in die AOR-Ecke gerutscht.
Einen kleinen Punktabzug gibt es dafür, dass sich manche Songs etwas gleichen, ein straffer 10-Tracker wäre hier die bessere Lösung gewesen. Aber darüber kann man echt hinwegsehen, liefern PRETTY WILD schon nach wenigen Tagen das erste Highlight im noch sehr jungen Jahr.
WERTUNG:
Trackliste:
01. Are You Ready
02. Get It On
03. Troubled Water
04. All I Want
05. Alive
06. Staring At The Sun
07. High Enough
08. Ready To Go
09. Wildheart
10. Vampire
11. Blow The Night Away
12. Come Out Tonight
13. Hold On
14. Pretty Wild
Stefan
Album: Pretty Wild
Spielzeit: 52:14 min.
Stilrichtung: Hardrock, Hair Metal
Plattenfirma: Dead End Exit Records
Veröffentlichung: 10.01.2014
Homepage: www.prettywildband.com
Schon lange beobachte ich die Schweden PRETTY WILD. Bereits die ersten Demos kurz nach der Gründung 2006 konnten mit der absolut richtigen Ausgewogenheit aus Melodie und Härte mit einem perfekten Sänger punkten. Leider verließ Tim Pretty danach die Band aber mit Ivan Höglund wurde ein super Ersatz gefunden, der eine ähnliche Stimmlage hat. Wenig später warfen die Jungs ihr Debüt „All The Way“ auf den Markt, das allerdings nur 8 Songs plus einen Livetrack enthielt. Aber da die Songs ein weiteres Mal überzeugen konnten, war natürlich alles in Butter.
Fünf Jahre später steht nun endlich ein zweites Album in den Startlöchern. Zwischendurch dachte ich schon, dass die Hopefuls das Handtuch geworfen hätten, aber außer einem weiteren Besetzungswechsel in 2010 (Axl Ludwig kam für Krizzy Fields) und Unstimmigkeiten mit der alten Company schien alles zu fluppen. Die Vorbereitungen für das Album liefen und jetzt ist es da: prallgefüllt mit 14 Songs und stronger than ever!
Der Sound ist glattpoliert und direkt aus den 80ern importiert, die Songs sind ausgefeilt und rücken näher an Kollegen wie CRAZY LIXX, CRASHDIET oder auch H.E.A.T. heran. Die rohen Anfangstage (die mir persönlich auch gut gefallen haben) sind vorbei und PRETTY WILD laufen anno 2014 in Schienen. Das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Material auf „Pretty Wild“ wirklich gut ist.
„Are You Ready“ fragen die Schweden beim Opener…das ist nicht einzigartig, aber der Song kann überzeugen. „Get It On“ klingt anfangs etwas identisch, aber spätestens jetzt hat mich der PRETTY WILD-Virus wieder infiziert. Die Jungs verstehen es einfach, die perfekte Atmosphäre zu erzeugen, wenn man auf polierten 80er Hardrock steht. Trotz allem ist der Sound roh genug und Sänger Ivan Höglund hat genug Eier in der Hose, um sich diesem Bollwerk entgegenzustemmen.
Klassischer Hardrock wird in Stücken wie „Alive“, „Troubled Water“, „Wildheart“ oder „Hold On“ perfekt zelebriert und auch ruhige Momente wie „All I Want“ oder „High Enough“ sind gelungen. Hochmelodische Nummern a´la „Come Out Tonight“ oder die abschließende Bandhymne setzen weitere Duftmarken. Die Schweden sind auf jeden Fall ein gutes Stück in die AOR-Ecke gerutscht.
Einen kleinen Punktabzug gibt es dafür, dass sich manche Songs etwas gleichen, ein straffer 10-Tracker wäre hier die bessere Lösung gewesen. Aber darüber kann man echt hinwegsehen, liefern PRETTY WILD schon nach wenigen Tagen das erste Highlight im noch sehr jungen Jahr.
WERTUNG:
Trackliste:
01. Are You Ready
02. Get It On
03. Troubled Water
04. All I Want
05. Alive
06. Staring At The Sun
07. High Enough
08. Ready To Go
09. Wildheart
10. Vampire
11. Blow The Night Away
12. Come Out Tonight
13. Hold On
14. Pretty Wild
Stefan
Jizzy Pearl´s LOVE/HATE - Crucified EP
Band: Jizzy Pearl´s Love/Hate
Album: Crucified
Spielzeit: 22:19 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Eigenvertrieb
Veröffentlichung: 20.12.2013
Homepage: www.jizzypearl.com
Anfang der 90er des vergangenen Jahrtausends fand in der Musikszene ein großer Wandel statt. Anders als heutzutage, wo nahezu alle Musikstile nebeneinander herleben und der seelenlose Plastikmüll in den Charts präsent ist, waren die 80er wohl das wildeste Jahrzehnt. Schon in der Mitte dieser Dekade gründeten sich LOVE/HATE, die zunächst noch unter DATACLAN firmierten und eher New Wave Sound machten. Nach der Unterschrift unter den Plattenvertrag 1989 wurde ihr mächtiges Debüt „Blackout In A Red Room“ veröffentlicht und traf den damaligen Zeitgeist wie ein Blitz. LOVE/HATE waren anders als die zahlreichen Sunset Strip Combos, die nicht nur alle gleich aussahen sondern oft auch komplett identische Musik machten. LOVE/HATE waren wild und hungrig, anders als die satten MÖTLEY CRÜE´s dieser Welt (die zwar zugegebenermaßen mit „Dr. Feelgood“ gerade ihr erfolgreichstes und mit bestes Album in den Regalen stehen hatten, dann aber rapide in Selbstzufriedenheit und Egoismus untergingen) und brachten neue Facetten in den Sound, der sich immer noch Hair Metal nannte.
Einen großen Anteil am Erfolg von LOVE/HATE hatte sicher deren extravagante Frontmann Jizzy Pearl, der nicht nur einen aggressiveren Gesangsstil an den Tag brachte sondern auch eine besondere Aura. Doch schon nach dem zweiten Album „Wasted In America“ (zu dessen Promotion sich Jizzy bekanntermaßen an einem Kreuz an das „Y“ des Hollywood Schriftzuges in Los Angeles hängen ließ) ging es steil bergab. Und doch versuchte man mit moderatem Erfolg, die Band mit immer neuen Mitgliedern am Laufen zu halten, bis Ende des Jahrtausends endgültig der Vorhang fiel.
Jizzy selbst war da schon lange nicht mehr mit von der Partie. Er stieg 1999 bei den L.A. GUNS ein und hat seither eine Vielzahl an Engagements angenommen. Neben der Vermächtnisverwaltung von LOVE/HATE ist er neuerdings auch bei QUIET RIOT aktiv. Jetzt hat er allerdings die Zeichen der Zeit erkannt und zusammen mit nicht näher benannten Musikern diesen 6-Tracker auf den Weg gebracht, dessen erster Song gleich die medienwirksame Aktion auf den Hollywood Hills zum Thema hat. Auch das Cover ist daran angelehnt.
„Hanging Out To Dry“ ist ein etwas verrückter, flotter Song, der keine Zeit zum Atmen lässt und schon nach gut 2 Minuten sein Ende findet. Aber nach ein paar Durchgängen zeigt das Stück seine wirkliche Pracht. „Sunny Day“ kommt da schon massentauglicher daher. In zähem Tempo zelebriert Mr. Pearl, wie guter Hardrock heute zu klingen hat. „You´re Making Me Nervous“ ist ebenfalls ein recht einfach strukturierter Song, der allerdings nicht mehr so zupacken kann, wie die ersten beiden.
Jizzy Pearl will die alten Zeiten noch einmal aufleben lassen. Mit seiner Reinkarnation von LOVE/HATE, (die wahrscheinlich aus rechtlichen Gründen) den Zusatz Jizzy Pearl´s trägt, muss er sich trotz allem an den beiden ersten Sahneschnitten messen lassen, die zwischen 1990 und 1992 erschienen sind. Zwar versucht er in dem wilden „Hanging Out To Dry“ genau dort anzusetzen, verliert sich aber im weiteren Verlauf der EP immer mehr in Melancholie. Vom zähnefletschenden Straßenköter ist 2014 nichts mehr übrig und Mr. Pearl wäre gut damit beraten, die alten Zeiten ruhen zu lassen und nicht noch extra in die Promo-Info drucken zu lassen, dass das Material hier an die Anfangszeiten der Band angelehnt sind. Wenn man das außer Acht lässt, rocken die Tracks ganz ordentlich und lassen auch einmal die Zeit, um Luft zu holen – in der zweiten Hälfte manchmal zu viel.
WERTUNG:
Trackliste:
01. Hanging Out To Dry
02. Sunny Day
03. You´re Making Me Nervous
04. I Don´t want To Be Your Baby
05. Love Is All
06. Too Late
Stefan
Album: Crucified
Spielzeit: 22:19 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Eigenvertrieb
Veröffentlichung: 20.12.2013
Homepage: www.jizzypearl.com
Anfang der 90er des vergangenen Jahrtausends fand in der Musikszene ein großer Wandel statt. Anders als heutzutage, wo nahezu alle Musikstile nebeneinander herleben und der seelenlose Plastikmüll in den Charts präsent ist, waren die 80er wohl das wildeste Jahrzehnt. Schon in der Mitte dieser Dekade gründeten sich LOVE/HATE, die zunächst noch unter DATACLAN firmierten und eher New Wave Sound machten. Nach der Unterschrift unter den Plattenvertrag 1989 wurde ihr mächtiges Debüt „Blackout In A Red Room“ veröffentlicht und traf den damaligen Zeitgeist wie ein Blitz. LOVE/HATE waren anders als die zahlreichen Sunset Strip Combos, die nicht nur alle gleich aussahen sondern oft auch komplett identische Musik machten. LOVE/HATE waren wild und hungrig, anders als die satten MÖTLEY CRÜE´s dieser Welt (die zwar zugegebenermaßen mit „Dr. Feelgood“ gerade ihr erfolgreichstes und mit bestes Album in den Regalen stehen hatten, dann aber rapide in Selbstzufriedenheit und Egoismus untergingen) und brachten neue Facetten in den Sound, der sich immer noch Hair Metal nannte.
Einen großen Anteil am Erfolg von LOVE/HATE hatte sicher deren extravagante Frontmann Jizzy Pearl, der nicht nur einen aggressiveren Gesangsstil an den Tag brachte sondern auch eine besondere Aura. Doch schon nach dem zweiten Album „Wasted In America“ (zu dessen Promotion sich Jizzy bekanntermaßen an einem Kreuz an das „Y“ des Hollywood Schriftzuges in Los Angeles hängen ließ) ging es steil bergab. Und doch versuchte man mit moderatem Erfolg, die Band mit immer neuen Mitgliedern am Laufen zu halten, bis Ende des Jahrtausends endgültig der Vorhang fiel.
Jizzy selbst war da schon lange nicht mehr mit von der Partie. Er stieg 1999 bei den L.A. GUNS ein und hat seither eine Vielzahl an Engagements angenommen. Neben der Vermächtnisverwaltung von LOVE/HATE ist er neuerdings auch bei QUIET RIOT aktiv. Jetzt hat er allerdings die Zeichen der Zeit erkannt und zusammen mit nicht näher benannten Musikern diesen 6-Tracker auf den Weg gebracht, dessen erster Song gleich die medienwirksame Aktion auf den Hollywood Hills zum Thema hat. Auch das Cover ist daran angelehnt.
„Hanging Out To Dry“ ist ein etwas verrückter, flotter Song, der keine Zeit zum Atmen lässt und schon nach gut 2 Minuten sein Ende findet. Aber nach ein paar Durchgängen zeigt das Stück seine wirkliche Pracht. „Sunny Day“ kommt da schon massentauglicher daher. In zähem Tempo zelebriert Mr. Pearl, wie guter Hardrock heute zu klingen hat. „You´re Making Me Nervous“ ist ebenfalls ein recht einfach strukturierter Song, der allerdings nicht mehr so zupacken kann, wie die ersten beiden.
Jizzy Pearl will die alten Zeiten noch einmal aufleben lassen. Mit seiner Reinkarnation von LOVE/HATE, (die wahrscheinlich aus rechtlichen Gründen) den Zusatz Jizzy Pearl´s trägt, muss er sich trotz allem an den beiden ersten Sahneschnitten messen lassen, die zwischen 1990 und 1992 erschienen sind. Zwar versucht er in dem wilden „Hanging Out To Dry“ genau dort anzusetzen, verliert sich aber im weiteren Verlauf der EP immer mehr in Melancholie. Vom zähnefletschenden Straßenköter ist 2014 nichts mehr übrig und Mr. Pearl wäre gut damit beraten, die alten Zeiten ruhen zu lassen und nicht noch extra in die Promo-Info drucken zu lassen, dass das Material hier an die Anfangszeiten der Band angelehnt sind. Wenn man das außer Acht lässt, rocken die Tracks ganz ordentlich und lassen auch einmal die Zeit, um Luft zu holen – in der zweiten Hälfte manchmal zu viel.
WERTUNG:
Trackliste:
01. Hanging Out To Dry
02. Sunny Day
03. You´re Making Me Nervous
04. I Don´t want To Be Your Baby
05. Love Is All
06. Too Late
Stefan
TOBY JEPSON - Raising My Own Hell EP
Band: Toby Jepson
Album: Raising My Own Hell
Spielzeit: 23:13 min.
Stilrichtung: Rock
Plattenfirma: Townsend Records
Veröffentlichung: 25.11.2013
Homepage: www.tobyjepson.com
Hat noch jemand die LITTLE ANGELS auf dem Schirm? Na klar, da war doch was, denn spätestens mit ihrem Hitalbum „Jam“ hatten die Briten 1992 ihr Meisterstück mit Nummern wie „Too Much Too Young“, „Eyes Wide Open“ oder „S.T.W.“ abgeliefert. Dabei umfasste ihr Schaffen fünf weitere Alben, die zwischen 1989 und 1994 erschienen sind. Das ist lange her, um genau zu sein ganze 20 Jahre. Aber in der Zwischenzeit war ihr Sänger TOBY JEPSON nicht untätig und hat sich als Solokünstler, Produzent und Songwriter verdingt. Außerdem war er sowohl bei FASTWAY auf dem 2011er Album “Dog Eat Dog” als auch auf der 2005er EP “Popkiller” von GUN zu hören.
Als neuestes Lebenszeichen gibt es eine EP mit 6 Songs im Semi-Acoustic Gewand. “Raising My Own Hell” nennt sich der Silberling und er enthält nicht nur “” sondern auch einen Vorgeschmack auf ein geplantes neues Album. Dazu später mehr.
Mit „Raising My Own Hell“ beginnt die EP mitreißend rhythmisch und ausgeklügelt. Immer den Aspekt im Hinterkopf, dass es sich hier quasi um Acoustic-Songs handelt, rockt das Stück dennoch ordentlich. Mit fetter Hammond beginnt „Dear Mama“ und gipfelt mit schleppendem Beat in einem gefälligen Chorus. Etwas gemächlicher ist „Patience Of A Saint“ aufgebaut. Das ruhige „Four Letter Word“ ist eine Ballade par excellance. Melodisch perfekt und mit einem gewissen irischem Charme, der von bedächtigem Akkordeon-Einsatz unterstrichen wird, für mich das Highlight dieser kurzweiligen EP. Abermals gediegen schleicht „Shoes“ aus den Boxen. Hier gibt es nur den Barden und seine Akustikgitarre zu hören. Den Abschluß bildet mit „Shadow Boxing“ ein Song, der auch auf dem kommenden Album vertreten sein wird. Und dieser fällt ziemlich aus der Reihe, ist er doch ziemlich im Swing zu Hause und wird von Bläsern unterstützt. Eine interessante Abwechslung, die die Ausrichtung des folgenden Longplayers komplett offen lässt.
TOBY JEPSON hat sich mit den LITTLE ANGELS zu Recht verdient gemacht, das waren aber andere Zeiten, in der Zwischenzeit hat er fleißig an sich und seinen Fähigkeiten gearbeitet (z. B. was seine Produzentenkarriere angeht) und nebenbei in verschiedenen Projekten seinen künftigen Weg ausgelotet. „Raising My Own Hell“ gibt einen schönen Vorgeschmack auf sein neues Album, obwohl die Reise wahrscheinlich komplett in eine andere Richtung gehen wird, zumal es sich hier ja um eine Acoustic-EP handelt. Musikalisch gibt es nichts zu meckern, der Brite macht sowohl stimmlich als auch an den Instrumenten eine gewohnt gute Figur und musiziert mit Leidenschaft.
WERTUNG:
Trackliste:
01. Raising My Own Hell
02. Dear Mama
03. Patience Of A Saint
04. Four Letter Word
05. Shoes
06. Shadow Boxing
Stefan
Album: Raising My Own Hell
Spielzeit: 23:13 min.
Stilrichtung: Rock
Plattenfirma: Townsend Records
Veröffentlichung: 25.11.2013
Homepage: www.tobyjepson.com
Hat noch jemand die LITTLE ANGELS auf dem Schirm? Na klar, da war doch was, denn spätestens mit ihrem Hitalbum „Jam“ hatten die Briten 1992 ihr Meisterstück mit Nummern wie „Too Much Too Young“, „Eyes Wide Open“ oder „S.T.W.“ abgeliefert. Dabei umfasste ihr Schaffen fünf weitere Alben, die zwischen 1989 und 1994 erschienen sind. Das ist lange her, um genau zu sein ganze 20 Jahre. Aber in der Zwischenzeit war ihr Sänger TOBY JEPSON nicht untätig und hat sich als Solokünstler, Produzent und Songwriter verdingt. Außerdem war er sowohl bei FASTWAY auf dem 2011er Album “Dog Eat Dog” als auch auf der 2005er EP “Popkiller” von GUN zu hören.
Als neuestes Lebenszeichen gibt es eine EP mit 6 Songs im Semi-Acoustic Gewand. “Raising My Own Hell” nennt sich der Silberling und er enthält nicht nur “” sondern auch einen Vorgeschmack auf ein geplantes neues Album. Dazu später mehr.
Mit „Raising My Own Hell“ beginnt die EP mitreißend rhythmisch und ausgeklügelt. Immer den Aspekt im Hinterkopf, dass es sich hier quasi um Acoustic-Songs handelt, rockt das Stück dennoch ordentlich. Mit fetter Hammond beginnt „Dear Mama“ und gipfelt mit schleppendem Beat in einem gefälligen Chorus. Etwas gemächlicher ist „Patience Of A Saint“ aufgebaut. Das ruhige „Four Letter Word“ ist eine Ballade par excellance. Melodisch perfekt und mit einem gewissen irischem Charme, der von bedächtigem Akkordeon-Einsatz unterstrichen wird, für mich das Highlight dieser kurzweiligen EP. Abermals gediegen schleicht „Shoes“ aus den Boxen. Hier gibt es nur den Barden und seine Akustikgitarre zu hören. Den Abschluß bildet mit „Shadow Boxing“ ein Song, der auch auf dem kommenden Album vertreten sein wird. Und dieser fällt ziemlich aus der Reihe, ist er doch ziemlich im Swing zu Hause und wird von Bläsern unterstützt. Eine interessante Abwechslung, die die Ausrichtung des folgenden Longplayers komplett offen lässt.
TOBY JEPSON hat sich mit den LITTLE ANGELS zu Recht verdient gemacht, das waren aber andere Zeiten, in der Zwischenzeit hat er fleißig an sich und seinen Fähigkeiten gearbeitet (z. B. was seine Produzentenkarriere angeht) und nebenbei in verschiedenen Projekten seinen künftigen Weg ausgelotet. „Raising My Own Hell“ gibt einen schönen Vorgeschmack auf sein neues Album, obwohl die Reise wahrscheinlich komplett in eine andere Richtung gehen wird, zumal es sich hier ja um eine Acoustic-EP handelt. Musikalisch gibt es nichts zu meckern, der Brite macht sowohl stimmlich als auch an den Instrumenten eine gewohnt gute Figur und musiziert mit Leidenschaft.
WERTUNG:
Trackliste:
01. Raising My Own Hell
02. Dear Mama
03. Patience Of A Saint
04. Four Letter Word
05. Shoes
06. Shadow Boxing
Stefan
BOYSVOICE - Boysvoice (Klassiker der Woche)
Band: Boysvoice
Album: Boysvoice
Spielzeit: 56:32 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Yesterrock
Veröffentlichung: 10.01.2014
Homepage: www.yesterrock.com
Was waren das noch für Zeiten, in denen auf MTV noch Musikvideos liefen und die Darsteller in den Filmchen lange Haare hatten und wild mit Gitarren und anderen Dingen rumgeposed haben. „Headbanger´s Ball“ war die regelmäßige Bezugsquelle für die heißesten Newcomer und Neuigkeiten etablierter Kapellen und das Interneet war noch in weiter Ferne. Auch Bayern, speziell natürlich München samt Umland hatte eine bemerkenswerte Hardrock-Szene und nicht nur BONFIRE aus Ingolstadt feierten Erfolge. OK, zugegebenermaßen waren sie mit die bekanntesten Vertreter aus dem schönen Bayernland. Im Untergrund schlummerten allerdings unzählige Bands, die nur darauf gewartet haben, bekannt zu werden, in vielen Fällen war das Potential enorm, was viele illegale Compilations Anfang bis Mitte der 90er beweisen.
Der Münchner Vierer BOYSVOICE war so ein Beispiel. Vokalist und Gitarrist Mani Gruber, Gitarrist Peter Diezel, Bassist Jochen Mayer und Schlagzeuger Alex Hötzinger kombinierten auf ihrem selbstbetitelten Debüt melodischen Hardrock der Marke BONFIRE bzw. Den SCORPIONS und Kollegen wie TRANSIT mit ihrem eigenen Humor, der für einige außergewöhnlichen Sequenzen auf „BoysVoice“ sorgt. Der Sound aus dem „eigenen“ Sky Studio war einzigartig. Fette Drums, schreiende Gitarren und dicke Chöre waren angesagt. Mani Gruber hatte bereits 1986 den eigenen Proberaum kurzerhand zum Aufnahmestudio umfunktioniert, das Sky Studio existiert noch heute und in dieser langen Zeit haben sich viele Lokalgrößen (und nicht nur die) die Klinke in die Hand gegeben. 1989 stieg sein langjähriger Freund Bobby Altvater (AFFAIR) mit ein, der heute alleiniger Betreiber des Studios ist.
Doch zurück zum 1990 erschienenen Debüt von BOYSVOICE, das jetzt endlich via Yesterrock zu neuen Ehren kommt… und natürlich MTV: das Quartett hatte mit „Love Stealer“ und „City Of Your Dreams“ zwei Clips beim Musiksender laufen und erreichte so einen relativ großen Bekanntheitsgrad – der Durchbruch war den Jungs allerdings nie vergönnt. Dabei hatten sie mit der Adaption von IAN LLOYD einen waschechten Hit an Bord. Aber auch die eigenen Kompositionen wie der geile Opener „Different Noises“ oder das schleppende „Munich Nightlife“ hatten genau die Kragenweite, um heute als Klassiker gefeiert zu werden. Aber auch das ziemlich am Schluß zu findende „Rock You“, das gefällige „Take It Or Leave It“ sowie das schon erwähnte „City Of Your Dreams“ machen aus dieser Scheibe einen Leckerbissen für alle Hardrockfans.
Humor beweisen die Jungs bei diversen kleinen Einspielungen bzw. dem Anfang von „Bad Boys“, welches schlicht als HipHop Song beginnt um dann in gewohnter BOYSVOICE Manier gehörig zu rocken. Aber auch etwas ruhigere Nummern wie „Cold Summer Nights“ stechen heraus. Zum Abschluß gibt es mit „Happy Birthday“ endlich einen adäquaten Song für alle Hardrocker, um ihren Ehrentag gebührend zu feiern und mit „Herzerl“ ein kurzes „volkstümliches“ Intermezzo. BONFIRE inszenierten 1991 auf ihrem Album „Knock Out“ ähnlich humorvolles mit ihrem „Tonmeister“.
Der Erstling der Münchner ist ein wahrer Klassiker, der seinerzeit einige Wellen schlagen konnte, aber für den Durchbruch reichte es leider nicht. Auch das 1993 veröffentlichte Album „Dirty Talks“ konnte daran nichts mehr ändern, obgleich es ähnlich stark ausfiel. Nach langer Abstinenz fand man sich 2005 für ein drittes Album („Serenity“) noch einmal zusammen. „BoysVoice“ strahlt auch heute noch hell aus der leider viel zu kurzen Discographie heraus und mit dem Remastering von Produzent und Gitarrist Mani Gruber kommt die Scheibe noch druckvoller aus den Boxen. Ein Muss für Freunde deutschen Hardrocks.
Trackliste:
01. Different Noises
02. Love Stealer
03. Munich Nightlife
04. BoysVoice
05. Bad Boys
06. Searching For You
07. Take It Or Leave It
08. City Of Your Dreams
09. Chain Reaction
10. Cold Summer Nights
11. I Love Your Sex
12. Herzerl
13. Rock You
14. Happy Birthday
Stefan
Album: Boysvoice
Spielzeit: 56:32 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Yesterrock
Veröffentlichung: 10.01.2014
Homepage: www.yesterrock.com
Was waren das noch für Zeiten, in denen auf MTV noch Musikvideos liefen und die Darsteller in den Filmchen lange Haare hatten und wild mit Gitarren und anderen Dingen rumgeposed haben. „Headbanger´s Ball“ war die regelmäßige Bezugsquelle für die heißesten Newcomer und Neuigkeiten etablierter Kapellen und das Interneet war noch in weiter Ferne. Auch Bayern, speziell natürlich München samt Umland hatte eine bemerkenswerte Hardrock-Szene und nicht nur BONFIRE aus Ingolstadt feierten Erfolge. OK, zugegebenermaßen waren sie mit die bekanntesten Vertreter aus dem schönen Bayernland. Im Untergrund schlummerten allerdings unzählige Bands, die nur darauf gewartet haben, bekannt zu werden, in vielen Fällen war das Potential enorm, was viele illegale Compilations Anfang bis Mitte der 90er beweisen.
Der Münchner Vierer BOYSVOICE war so ein Beispiel. Vokalist und Gitarrist Mani Gruber, Gitarrist Peter Diezel, Bassist Jochen Mayer und Schlagzeuger Alex Hötzinger kombinierten auf ihrem selbstbetitelten Debüt melodischen Hardrock der Marke BONFIRE bzw. Den SCORPIONS und Kollegen wie TRANSIT mit ihrem eigenen Humor, der für einige außergewöhnlichen Sequenzen auf „BoysVoice“ sorgt. Der Sound aus dem „eigenen“ Sky Studio war einzigartig. Fette Drums, schreiende Gitarren und dicke Chöre waren angesagt. Mani Gruber hatte bereits 1986 den eigenen Proberaum kurzerhand zum Aufnahmestudio umfunktioniert, das Sky Studio existiert noch heute und in dieser langen Zeit haben sich viele Lokalgrößen (und nicht nur die) die Klinke in die Hand gegeben. 1989 stieg sein langjähriger Freund Bobby Altvater (AFFAIR) mit ein, der heute alleiniger Betreiber des Studios ist.
Doch zurück zum 1990 erschienenen Debüt von BOYSVOICE, das jetzt endlich via Yesterrock zu neuen Ehren kommt… und natürlich MTV: das Quartett hatte mit „Love Stealer“ und „City Of Your Dreams“ zwei Clips beim Musiksender laufen und erreichte so einen relativ großen Bekanntheitsgrad – der Durchbruch war den Jungs allerdings nie vergönnt. Dabei hatten sie mit der Adaption von IAN LLOYD einen waschechten Hit an Bord. Aber auch die eigenen Kompositionen wie der geile Opener „Different Noises“ oder das schleppende „Munich Nightlife“ hatten genau die Kragenweite, um heute als Klassiker gefeiert zu werden. Aber auch das ziemlich am Schluß zu findende „Rock You“, das gefällige „Take It Or Leave It“ sowie das schon erwähnte „City Of Your Dreams“ machen aus dieser Scheibe einen Leckerbissen für alle Hardrockfans.
Humor beweisen die Jungs bei diversen kleinen Einspielungen bzw. dem Anfang von „Bad Boys“, welches schlicht als HipHop Song beginnt um dann in gewohnter BOYSVOICE Manier gehörig zu rocken. Aber auch etwas ruhigere Nummern wie „Cold Summer Nights“ stechen heraus. Zum Abschluß gibt es mit „Happy Birthday“ endlich einen adäquaten Song für alle Hardrocker, um ihren Ehrentag gebührend zu feiern und mit „Herzerl“ ein kurzes „volkstümliches“ Intermezzo. BONFIRE inszenierten 1991 auf ihrem Album „Knock Out“ ähnlich humorvolles mit ihrem „Tonmeister“.
Der Erstling der Münchner ist ein wahrer Klassiker, der seinerzeit einige Wellen schlagen konnte, aber für den Durchbruch reichte es leider nicht. Auch das 1993 veröffentlichte Album „Dirty Talks“ konnte daran nichts mehr ändern, obgleich es ähnlich stark ausfiel. Nach langer Abstinenz fand man sich 2005 für ein drittes Album („Serenity“) noch einmal zusammen. „BoysVoice“ strahlt auch heute noch hell aus der leider viel zu kurzen Discographie heraus und mit dem Remastering von Produzent und Gitarrist Mani Gruber kommt die Scheibe noch druckvoller aus den Boxen. Ein Muss für Freunde deutschen Hardrocks.
Trackliste:
01. Different Noises
02. Love Stealer
03. Munich Nightlife
04. BoysVoice
05. Bad Boys
06. Searching For You
07. Take It Or Leave It
08. City Of Your Dreams
09. Chain Reaction
10. Cold Summer Nights
11. I Love Your Sex
12. Herzerl
13. Rock You
14. Happy Birthday
Stefan
Hier findet Ihr weitere:
Donnerstag, 19. Dezember 2013
THAUROROD - Anteinferno
Band: Thaurorod
Album: Anteinferno
Spielzeit: 47:26 min
Stilrichtung: Symphonic Power Metal
Plattenfirma: Noise Art Records
Veröffentlichung: 20.12.2013
Homepage: www.thaurorod.com
2010 war DAS Jahr für die finnischen Symphonic Metaller von THAUROROD. Sie kamen mit ihrem Debütalbum „Upon Haunted Battlefields“ aus dem Underground hervor und platzierten sich mit einem großen Knall auf der Landkarte des Metals!
Was folgte war ein Siegeszug auf den ausverkauften Tourneen als Support von SABATON, SYMPHONY X und NEVERMORE.
Dabei überzeugten sie ihre Fans mit ihrer ganz eigenen Version des Epic Symphonic bzw. Power Metals und werden oft mit den Genregrößen von SONATA ARTICA oder auch STRATOVARIUS verglichen.
Nun war es also Zeit für das zweite Album „Anteinferno“ auf dem zum ersten Mal der neue Sänger Andi Kravljaca zu hören ist, der definitiv besser zu THAUROROD passt. Denn für mich war der erste Sänger nicht für den großen Sprung auf die Weltbühnen geeignet, das sollte nun mit Andi auf jeden Fall gelingen!
Laut Promosheet kommt das neue Album direkter und kompakter aus den Boxen auch der Sound und das Songwriting sollen merklich verbessert worden sein.
Nun denn, ich war auf jeden Fall sehr gespannt auf das neue Werk und lauschte interessiert dem Openertrack „Planet X“.
Sanfte Pianoklänge leiten den Song ein, bevor die melodischen Riffs und das satte Drumming die Herrschaft übernehmen. Neusänger Andi erklingt und man ist mitten drin in einem doch recht typischen THAUROROD Song. Im ersten Moment klingt der neue Mann hinter dem Mikro zwar noch etwas verhalten, aber er steigert sich auf jeden Fall von Minute zu Minute. Der Song selbst überzeugt mit seinem bärenstarken Chorus und frisst sich so mühelos direkt in die Gehörgänge!
Das Anfangsniveau kann mit den folgenden Songs „Heart of the Lion“, „Overboard“ und „Far from Home“ locker gehalten werden. Schön zu sehen ist auf jeden Fall das die Jungs schon bei den ersten Songs zeigen das sie recht unterschiedliche Spielweisen drauf haben.
Und man lässt eigentlich auch mit den nächsten Nummern kaum nach, „Victor“ entpuppt sich als eine schnelle, melodische Melodic Metalnummer, der Titeltrack „Anteinferno“ ist ein überlanges, episches Meisterwerk geworden und „Path“ ist die perfekte Überleitung zum Abschlussburner „Riders of the Shrine“ mit dem eine bärenstarke Platte erstklassig und ohne großartige Ausfälle abgeschlossen wird!
Anspieltipps:
Es gibt hier kaum Ausfälle zu vermelden, die Songs die ein wenig hervorstechen sind hier aber ganz klar “Planet X”, “Heart of the Lion”, “Overboard”, “Anteinferno” sowie “Riders of the Shrine”.
Fazit :
Mein lieber Herr Gesangsverein! Das die Jungs von THAUROROD so stark aus ihrer kleinen Pause zurückkommen, in der sie ja noch einen Sängerwechsel zu verkraften hatten, hätte ich nicht gedacht.
Bis auf zwei kleinere Durchhänger im Mittelteil ist hier jeder Song ein absoluter Volltreffer und der neue Sänger Andi passt wie Arsch auf Eimer zur Mucke der Band.
Das Niveau des erstklassigen Debüts konnte locker gehalten werden, ich glaube aber das die Band sich auf dem nächsten Album noch steigern kann.
Das ändert aber natürlich nichts daran das diese Album eine glasklare Kaufempfehlung für Melodic Power Metalheads darstellt!
WERTUNG:
Trackliste:
01. Planet X
02. Heart of the Lion
03. Overboard
04. Far from Home
05. Victor
06. Marked for Diablo
07. For the Rose to the Grave
08. Anteinferno
09. Path
10. Riders of the Shrines
Julian
Album: Anteinferno
Spielzeit: 47:26 min
Stilrichtung: Symphonic Power Metal
Plattenfirma: Noise Art Records
Veröffentlichung: 20.12.2013
Homepage: www.thaurorod.com
2010 war DAS Jahr für die finnischen Symphonic Metaller von THAUROROD. Sie kamen mit ihrem Debütalbum „Upon Haunted Battlefields“ aus dem Underground hervor und platzierten sich mit einem großen Knall auf der Landkarte des Metals!
Was folgte war ein Siegeszug auf den ausverkauften Tourneen als Support von SABATON, SYMPHONY X und NEVERMORE.
Dabei überzeugten sie ihre Fans mit ihrer ganz eigenen Version des Epic Symphonic bzw. Power Metals und werden oft mit den Genregrößen von SONATA ARTICA oder auch STRATOVARIUS verglichen.
Nun war es also Zeit für das zweite Album „Anteinferno“ auf dem zum ersten Mal der neue Sänger Andi Kravljaca zu hören ist, der definitiv besser zu THAUROROD passt. Denn für mich war der erste Sänger nicht für den großen Sprung auf die Weltbühnen geeignet, das sollte nun mit Andi auf jeden Fall gelingen!
Laut Promosheet kommt das neue Album direkter und kompakter aus den Boxen auch der Sound und das Songwriting sollen merklich verbessert worden sein.
Nun denn, ich war auf jeden Fall sehr gespannt auf das neue Werk und lauschte interessiert dem Openertrack „Planet X“.
Sanfte Pianoklänge leiten den Song ein, bevor die melodischen Riffs und das satte Drumming die Herrschaft übernehmen. Neusänger Andi erklingt und man ist mitten drin in einem doch recht typischen THAUROROD Song. Im ersten Moment klingt der neue Mann hinter dem Mikro zwar noch etwas verhalten, aber er steigert sich auf jeden Fall von Minute zu Minute. Der Song selbst überzeugt mit seinem bärenstarken Chorus und frisst sich so mühelos direkt in die Gehörgänge!
Das Anfangsniveau kann mit den folgenden Songs „Heart of the Lion“, „Overboard“ und „Far from Home“ locker gehalten werden. Schön zu sehen ist auf jeden Fall das die Jungs schon bei den ersten Songs zeigen das sie recht unterschiedliche Spielweisen drauf haben.
Und man lässt eigentlich auch mit den nächsten Nummern kaum nach, „Victor“ entpuppt sich als eine schnelle, melodische Melodic Metalnummer, der Titeltrack „Anteinferno“ ist ein überlanges, episches Meisterwerk geworden und „Path“ ist die perfekte Überleitung zum Abschlussburner „Riders of the Shrine“ mit dem eine bärenstarke Platte erstklassig und ohne großartige Ausfälle abgeschlossen wird!
Anspieltipps:
Es gibt hier kaum Ausfälle zu vermelden, die Songs die ein wenig hervorstechen sind hier aber ganz klar “Planet X”, “Heart of the Lion”, “Overboard”, “Anteinferno” sowie “Riders of the Shrine”.
Fazit :
Mein lieber Herr Gesangsverein! Das die Jungs von THAUROROD so stark aus ihrer kleinen Pause zurückkommen, in der sie ja noch einen Sängerwechsel zu verkraften hatten, hätte ich nicht gedacht.
Bis auf zwei kleinere Durchhänger im Mittelteil ist hier jeder Song ein absoluter Volltreffer und der neue Sänger Andi passt wie Arsch auf Eimer zur Mucke der Band.
Das Niveau des erstklassigen Debüts konnte locker gehalten werden, ich glaube aber das die Band sich auf dem nächsten Album noch steigern kann.
Das ändert aber natürlich nichts daran das diese Album eine glasklare Kaufempfehlung für Melodic Power Metalheads darstellt!
WERTUNG:
Trackliste:
01. Planet X
02. Heart of the Lion
03. Overboard
04. Far from Home
05. Victor
06. Marked for Diablo
07. For the Rose to the Grave
08. Anteinferno
09. Path
10. Riders of the Shrines
Julian
HONEYMOON SUITE - Re-Releases
Band : Honeymoon Suite
Album : Honeymoon Suite / The Big Prize / Racing After Midnight (Re-Releases)
Spielzeit : 61:19 min / 44:08 min / 35:28 min
Genre : Hardrock
Plattenfirma : Rock Candy Records
Veröffentlichung : 22.11.2013
Homepage : www.rockcandyrecords.com
2 mal Triple-Platin, einmal Doppel-Platin sowie eine Goldene Auszeichnung in Kanada. Dazu noch 15 Chart-Singles, 3 amerikanische Billboard Hits, 2 Top-Ten Alben und den begehrten Kanadischen JUNO-Award (als Band des Jahres) - wenn das mal keine Referenzen sind. Die AOR / Hardrock Band HONEYMOON SUITE aus dem schönen Ontario in Kanada ist unseren Gefilden vielleicht nicht ganz so sehr ein Begriff, in Ihrer Heimat hatten die Jungs aber einige Jahre lang den Status von absoluten Superstars inne. Das ultimative Ziel, den amerikanischen Markt zu knacken, ist trotz vielversprechender Zeichen dann zwar doch nicht in Erfüllung gegangen. Aber dennoch kann die Band, die auch heute noch aktiv ist, zufrieden auf das Erreichte zurückschauen. Rock Candy Records haben die ersten drei Alben nun neu aufgelegt und uns zur Begutachtung zur Verfügung gestellt:
Das selbstbetitelte Debüt aus dem Jahr 1984 ist ein kanadisches Phänomen: alle 4 Singles ("New Girl Now," "Burning In Love," "Wave Babies," und "Stay In the Light") gingen im Heimatland der Band in die Charts und sorgten dafür, das HONEYMOON SUITE mit einem Schlag zu einer bekannten Hausnummer wurden. Das von Tom Treumuth recht unspektakulär aber sehr geschmackvoll produzierte Album klingt auch heute noch zeitlos und fährt, neben den genannten erfolgreichen Singles, eine Menge Tracks auf die damals wie heute prächtig funktionieren. Die Band hatte bereits früh ihre eigene Stimme und Stil gefunden und der weltweite Erfolg sollte eigentlich nur eine Frage der Zeit sein. „Honeymoon Suite” ist das Album der Band, das aufgrund seiner zeitlosen Produktion vielleicht am besten gealtert ist und sowohl Klassikrock als auch AOR Fans gefallen dürfte.
Nur 2 Jahre später war die Band bereits in der Oberliga angekommen: Nicht nur das Budget sondern auch die Erwartungen waren um ein Vielfaches angewachsen. Der angeheuerte Produzent Bruce Fairbairn, ein Kanadischer Landsmann, brachte auch gleich den aufstrebenden Soundfachmann Bob Rock mit, der dem Album diesen typischen 80er Hochglanzsound verpasste. In vielerlei Hinsicht wirkt „The Big Price“ wie eine Aufwärmübung der beiden Männer im Hintergrund für die eigenen Grosstaten die noch folgen sollten: Nicht nur der Sound, auch die Inszenierung von Sänger Johnny Dee ähnelt den kurze Zeit später eingespielten Bon Jovi Alben „Slippery When Wet“ und „New Jersey“ ziemlich genau (z.B. in dem starken „Wounded“ oder der ersten SIngle „Bad Attitude“). „The Big Price“ gilt als das stärkste und erfolgreichste Album in der HONEYMOON SUITE Diskographie und rückblickend ist die Band auch immer noch (berechtigterweise) stolz auf Ihr zweites Werk, das heute zwar ein wenig zu 80’s klingen mag aber, neben den genannten Ohrwürmern, mit "Feel It Again" oder "What Does It Take“ noch weitere fette Hits am Start hatte. Der Erfolg in den USA wollt sich aber dennoch nicht so recht einstellen ...
Um den amerikanischen Markt dennoch zu knacken wurde 1988 für Album No. 3 Produzent Ted Templeman (u.a. Van Halen, The Doobie Brothers, BulletBoys, Steve Stevens) verpflichtet - sehr zum Leidwesen der Musiker, die lieber noch ein weiteres Mal mit Bruce Fairbairn zusammengearbeitet hätten und die mit den von Templeman eingebrachten Änderungen und Gastbeiträgen (Michael McDonald steuerte einen Text und Backingvocals bei) nur wenig anfangen konnten. Das Resultat der gemeinsamen Anstrengungen kann sich aber trotz der gemischten Gefühle auf Seiten der Band durchaus hören lassen. Es ist schon erstaunlich wie verschiedene Produzenten einer Band Ihren Stempel aufdrücken können. "Racing After Midnight" glänzt mal wieder mit einer Handvoll an gelungenen Hooks, ganz besonders kann diesmal aber Gitarrist Dermot "Derry" Grehan scheinen, der dank des wunderbar trockenen, harten Gitarrensounds bestens zur Geltung kommt und einige wirklich erstklassige Soli abfeuert. Trotz erneut starker Songs wie "Love Changes Everything", "Looking Out for Number One", "Cold Look" und "It's Over Now” begann der Stern von HONEYMOON SUITE nach diesem Album zu sinken und Besetzungswechsel warfen die Band aus der Bahn. Diese ersten drei Alben bleiben allerdings ein beeindruckendes Vermächtnis, dass der Fan von melodischem Hardrock gehört haben sollte.
Rock Candy typisch gibt es bei der Ausstattung mal wieder (beinahe) das volle Programm: alle drei Alben wurden einem dezenten Remastering unterzogen, die Linernotes führen unterhaltsam durch die bewegte Geschichte der Band und zumindest dem Debüt-Album hat man ganze 5 Bonustracks spendiert. Den HONEYMOON SUITE Beitrag zum Lethal Weapon Kino Spektakel, das zwischen „The Big Prize“ und „Racing After Midnight” entstanden ist, hätte man dem doch recht kurzen letzten Album gerne noch hinzufügen können. Aber auch so sind diese Re-Releases ganz feines Futter für den Nostalgie-Rocker.
WERTUNG:
"Honeymoon Suite"
"The Big Prize"
"Racing After Midnight"
Trackliste:
"Honeymoon Suite"
01. New Girl Now
02. Burning In Love
03. Wave Babies
04. Stay In The Light
05. Now That You Got Me
06. Funny Business
07. Heart On Fire
08. Turn My Head
09. It's Your Heart
10. Face To Face
11. Stay In The Light (Remix)
12. We Got The Night (Live)
13. New Girl Now (Live)
14. Stay In The Light (Extended Version)
15. Wave Babies (Edited Version)
"The Big Prize"
01. Bad Attitude
02. Feel It Again
03. Lost And Found
04. What Does It Take
05. One By One
06. Wounded
07. Words In The Wind
08. All Along You Knew
09. Once The Feeling
10. Take My Hand
"Racing After Midnight"
01. Lookin' Out for Number One
02. Long Way Back
03. Cold Look
04. Love Fever
05. Other Side of Midnight
06. Love Changes Everything
07. It's Over Now
08. Fast Company
09. Tears on the Page
Mario
Album : Honeymoon Suite / The Big Prize / Racing After Midnight (Re-Releases)
Spielzeit : 61:19 min / 44:08 min / 35:28 min
Genre : Hardrock
Plattenfirma : Rock Candy Records
Veröffentlichung : 22.11.2013
Homepage : www.rockcandyrecords.com
2 mal Triple-Platin, einmal Doppel-Platin sowie eine Goldene Auszeichnung in Kanada. Dazu noch 15 Chart-Singles, 3 amerikanische Billboard Hits, 2 Top-Ten Alben und den begehrten Kanadischen JUNO-Award (als Band des Jahres) - wenn das mal keine Referenzen sind. Die AOR / Hardrock Band HONEYMOON SUITE aus dem schönen Ontario in Kanada ist unseren Gefilden vielleicht nicht ganz so sehr ein Begriff, in Ihrer Heimat hatten die Jungs aber einige Jahre lang den Status von absoluten Superstars inne. Das ultimative Ziel, den amerikanischen Markt zu knacken, ist trotz vielversprechender Zeichen dann zwar doch nicht in Erfüllung gegangen. Aber dennoch kann die Band, die auch heute noch aktiv ist, zufrieden auf das Erreichte zurückschauen. Rock Candy Records haben die ersten drei Alben nun neu aufgelegt und uns zur Begutachtung zur Verfügung gestellt:
Das selbstbetitelte Debüt aus dem Jahr 1984 ist ein kanadisches Phänomen: alle 4 Singles ("New Girl Now," "Burning In Love," "Wave Babies," und "Stay In the Light") gingen im Heimatland der Band in die Charts und sorgten dafür, das HONEYMOON SUITE mit einem Schlag zu einer bekannten Hausnummer wurden. Das von Tom Treumuth recht unspektakulär aber sehr geschmackvoll produzierte Album klingt auch heute noch zeitlos und fährt, neben den genannten erfolgreichen Singles, eine Menge Tracks auf die damals wie heute prächtig funktionieren. Die Band hatte bereits früh ihre eigene Stimme und Stil gefunden und der weltweite Erfolg sollte eigentlich nur eine Frage der Zeit sein. „Honeymoon Suite” ist das Album der Band, das aufgrund seiner zeitlosen Produktion vielleicht am besten gealtert ist und sowohl Klassikrock als auch AOR Fans gefallen dürfte.
Nur 2 Jahre später war die Band bereits in der Oberliga angekommen: Nicht nur das Budget sondern auch die Erwartungen waren um ein Vielfaches angewachsen. Der angeheuerte Produzent Bruce Fairbairn, ein Kanadischer Landsmann, brachte auch gleich den aufstrebenden Soundfachmann Bob Rock mit, der dem Album diesen typischen 80er Hochglanzsound verpasste. In vielerlei Hinsicht wirkt „The Big Price“ wie eine Aufwärmübung der beiden Männer im Hintergrund für die eigenen Grosstaten die noch folgen sollten: Nicht nur der Sound, auch die Inszenierung von Sänger Johnny Dee ähnelt den kurze Zeit später eingespielten Bon Jovi Alben „Slippery When Wet“ und „New Jersey“ ziemlich genau (z.B. in dem starken „Wounded“ oder der ersten SIngle „Bad Attitude“). „The Big Price“ gilt als das stärkste und erfolgreichste Album in der HONEYMOON SUITE Diskographie und rückblickend ist die Band auch immer noch (berechtigterweise) stolz auf Ihr zweites Werk, das heute zwar ein wenig zu 80’s klingen mag aber, neben den genannten Ohrwürmern, mit "Feel It Again" oder "What Does It Take“ noch weitere fette Hits am Start hatte. Der Erfolg in den USA wollt sich aber dennoch nicht so recht einstellen ...
Um den amerikanischen Markt dennoch zu knacken wurde 1988 für Album No. 3 Produzent Ted Templeman (u.a. Van Halen, The Doobie Brothers, BulletBoys, Steve Stevens) verpflichtet - sehr zum Leidwesen der Musiker, die lieber noch ein weiteres Mal mit Bruce Fairbairn zusammengearbeitet hätten und die mit den von Templeman eingebrachten Änderungen und Gastbeiträgen (Michael McDonald steuerte einen Text und Backingvocals bei) nur wenig anfangen konnten. Das Resultat der gemeinsamen Anstrengungen kann sich aber trotz der gemischten Gefühle auf Seiten der Band durchaus hören lassen. Es ist schon erstaunlich wie verschiedene Produzenten einer Band Ihren Stempel aufdrücken können. "Racing After Midnight" glänzt mal wieder mit einer Handvoll an gelungenen Hooks, ganz besonders kann diesmal aber Gitarrist Dermot "Derry" Grehan scheinen, der dank des wunderbar trockenen, harten Gitarrensounds bestens zur Geltung kommt und einige wirklich erstklassige Soli abfeuert. Trotz erneut starker Songs wie "Love Changes Everything", "Looking Out for Number One", "Cold Look" und "It's Over Now” begann der Stern von HONEYMOON SUITE nach diesem Album zu sinken und Besetzungswechsel warfen die Band aus der Bahn. Diese ersten drei Alben bleiben allerdings ein beeindruckendes Vermächtnis, dass der Fan von melodischem Hardrock gehört haben sollte.
Rock Candy typisch gibt es bei der Ausstattung mal wieder (beinahe) das volle Programm: alle drei Alben wurden einem dezenten Remastering unterzogen, die Linernotes führen unterhaltsam durch die bewegte Geschichte der Band und zumindest dem Debüt-Album hat man ganze 5 Bonustracks spendiert. Den HONEYMOON SUITE Beitrag zum Lethal Weapon Kino Spektakel, das zwischen „The Big Prize“ und „Racing After Midnight” entstanden ist, hätte man dem doch recht kurzen letzten Album gerne noch hinzufügen können. Aber auch so sind diese Re-Releases ganz feines Futter für den Nostalgie-Rocker.
WERTUNG:
"Honeymoon Suite"
"The Big Prize"
"Racing After Midnight"
Trackliste:
"Honeymoon Suite"
01. New Girl Now
02. Burning In Love
03. Wave Babies
04. Stay In The Light
05. Now That You Got Me
06. Funny Business
07. Heart On Fire
08. Turn My Head
09. It's Your Heart
10. Face To Face
11. Stay In The Light (Remix)
12. We Got The Night (Live)
13. New Girl Now (Live)
14. Stay In The Light (Extended Version)
15. Wave Babies (Edited Version)
"The Big Prize"
01. Bad Attitude
02. Feel It Again
03. Lost And Found
04. What Does It Take
05. One By One
06. Wounded
07. Words In The Wind
08. All Along You Knew
09. Once The Feeling
10. Take My Hand
"Racing After Midnight"
01. Lookin' Out for Number One
02. Long Way Back
03. Cold Look
04. Love Fever
05. Other Side of Midnight
06. Love Changes Everything
07. It's Over Now
08. Fast Company
09. Tears on the Page
Mario
Dienstag, 17. Dezember 2013
REBELSTAR - RebelStar II
Band: RebelStar
Album: RebelStar II
Spielzeit: 39:31 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma:
Veröffentlichung: .2013
Homepage: www.rebelstar.nl
Beim Gedanken an Hardrock von unseren Nachbarn aus den Niederlanden fallen den Meisten wohl blitzartig Kapellen wie VENGEANCE oder SLEEZE BEEZ ein. Eine Band im Stile dieser alten Garde hat es aus dem Königreich schon lange nicht mehr gegeben. Zwar halten die Recken von VENGEANCE immer noch bzw. wieder die Fahnen hoch und haben unlängst mit „Piece Of Cake“ eine neue Duftmarke gesetzt, die SLEEZE BEEZ hingegen verschwanden schon vor Urzeiten in der Versenkung – leider.
Aber es gibt eine relativ neue Band, die mit diesen beiden genannten Combos etwas verbindet, denn mit VENGEANCE hat man schon das ein oder andere Mal auf der Bühne gestanden und Andrew Elt und Chriz van Jaarsveld von den SLEEZE BEEZ gaben sich die Ehre, um bei ihrem neuen Longplayer mitzuwirken. Die Rede ist von REBELSTAR. Ihr Debüt datiert auf 2010 und seitdem hat sich an der Besetzungsfront einiges getan. Neben den Gründern Serge Naberman (vocals, guitars) und Martijn Niggebrugg (guitars) gesellen sich für das neue Album „RebelStar II“ Toine Vanderlinden (bass) und Richard van Leeuwen (drums) hinzu.
Der erste Song heißt „Big, Bang, Boom“, und wie dieser Titel passt. Das Duo Nabermann/Niggebrugg scheint eine Riffmaschine zu sein, die Rhythmussektion ist perfekt eingespielt und der Sound ist nur mit einem Wort zu beschreiben: BIG! Schon der Öffner sorgt für ungläubiges Augen- bzw. Ohrenreiben (gibt’s so was überhaupt?). Dass der Song aber keine Eintagsfliege ist, beweist das folgende „All For One, One For All“ prompt. Der straighte Beat gepaart mit Power-Riffs und dem kraftvollen Gesang von Frontmann Naberman ist eine perfekte Rezeptur. Bei „Crucify Me“ legen die Herren eine ordentliche Schippe an Härte obendrauf. Hier sollte sich jeder Headbanger angesprochen fühlen. Zwar wildern REBELSTAR immer noch in Hardrock Gefilden, aber auch hier dürfen mal die Köpfe geschüttelt werden. Irgendwie hat der Song eine schöne PRETTY MAIDS Schlagseite. „Sick M.F.“ hat einen moderne Anstrich erhalten und tönt dennoch rockig aus den Boxen. Melodischer aber nicht weniger knackig geht es bei „Everyone´s A Star Tonight“ zu.
Lockere Bläsereinsätze gibt es bei „Hollywood Creature“ auf die Ohren. Und auch sonst kann man den Jungs hier nicht vorwerfen, nach Strickmuster XY vorgegangen zu sein. „Burning Sensation“ ist wieder ein feiner PRETTY MAIDS Gedächtnis-Song erster Güte. Da leuchten die Augen. Aber ich möchte REBELSTAR nicht vorwerfen, abzukupfern. Denn eine gewisse Eigenständigkeit bewahren sich die Niederländer auf jeden Fall. Das zeigt z.B. das folgende „Look But Don´t Touch“. Eine treibende Nummer mit jeder Menge Dreck unter den Fingernägeln. Wer es etwas eingängiger mag, der ist bei „In It For The Money“ richtig. Hier musizieren auch die beiden oben genannten Jungs von den SLEEZE BEEZ. Der Song atmet die Coolness und die Atmosphäre der BEEZ, passt aber dennoch perfekt ins Bild von REBELSTAR. Wer bis hier her auf eine Ballade gewartet hat, wird mit dem letzten Song „Love Leaves Scars“ bedient.
Leider kenne ich das Debüt von REBELSTAR nicht. Das zweite Album allerdings trifft voll ins Schwarze. Hier stimmt praktisch alles: starke Songs, tolle Musiker, ein voller, mitreißender Sound. Zwar ist die Scheibe nach nicht mal 40 Minuten schon wieder vorbei, dafür bekommt man 10 erstklassige Stücke für sein Geld. Die Niederländer haben mich im Sturm erobert und ich bin mir sicher, dass es auch Euch erwischen wird, wenn Ihr auf melodischen Heavy Rock steht. Kaufen, mehr kann ich hier nicht sagen.
WERTUNG:
Trackliste:
01. Big, Bang, Boom
02. All For One, One For All
03. Crucify Me
04. Sick M.F.
05. Everyone´s A Star Tonight
06. Hollywood Creature
07. Burning Sensation
08. Look But Don´t Touch
09. In It For The Money
10. Love Leaves Scars
Stefan
Album: RebelStar II
Spielzeit: 39:31 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma:
Veröffentlichung: .2013
Homepage: www.rebelstar.nl
Beim Gedanken an Hardrock von unseren Nachbarn aus den Niederlanden fallen den Meisten wohl blitzartig Kapellen wie VENGEANCE oder SLEEZE BEEZ ein. Eine Band im Stile dieser alten Garde hat es aus dem Königreich schon lange nicht mehr gegeben. Zwar halten die Recken von VENGEANCE immer noch bzw. wieder die Fahnen hoch und haben unlängst mit „Piece Of Cake“ eine neue Duftmarke gesetzt, die SLEEZE BEEZ hingegen verschwanden schon vor Urzeiten in der Versenkung – leider.
Aber es gibt eine relativ neue Band, die mit diesen beiden genannten Combos etwas verbindet, denn mit VENGEANCE hat man schon das ein oder andere Mal auf der Bühne gestanden und Andrew Elt und Chriz van Jaarsveld von den SLEEZE BEEZ gaben sich die Ehre, um bei ihrem neuen Longplayer mitzuwirken. Die Rede ist von REBELSTAR. Ihr Debüt datiert auf 2010 und seitdem hat sich an der Besetzungsfront einiges getan. Neben den Gründern Serge Naberman (vocals, guitars) und Martijn Niggebrugg (guitars) gesellen sich für das neue Album „RebelStar II“ Toine Vanderlinden (bass) und Richard van Leeuwen (drums) hinzu.
Der erste Song heißt „Big, Bang, Boom“, und wie dieser Titel passt. Das Duo Nabermann/Niggebrugg scheint eine Riffmaschine zu sein, die Rhythmussektion ist perfekt eingespielt und der Sound ist nur mit einem Wort zu beschreiben: BIG! Schon der Öffner sorgt für ungläubiges Augen- bzw. Ohrenreiben (gibt’s so was überhaupt?). Dass der Song aber keine Eintagsfliege ist, beweist das folgende „All For One, One For All“ prompt. Der straighte Beat gepaart mit Power-Riffs und dem kraftvollen Gesang von Frontmann Naberman ist eine perfekte Rezeptur. Bei „Crucify Me“ legen die Herren eine ordentliche Schippe an Härte obendrauf. Hier sollte sich jeder Headbanger angesprochen fühlen. Zwar wildern REBELSTAR immer noch in Hardrock Gefilden, aber auch hier dürfen mal die Köpfe geschüttelt werden. Irgendwie hat der Song eine schöne PRETTY MAIDS Schlagseite. „Sick M.F.“ hat einen moderne Anstrich erhalten und tönt dennoch rockig aus den Boxen. Melodischer aber nicht weniger knackig geht es bei „Everyone´s A Star Tonight“ zu.
Lockere Bläsereinsätze gibt es bei „Hollywood Creature“ auf die Ohren. Und auch sonst kann man den Jungs hier nicht vorwerfen, nach Strickmuster XY vorgegangen zu sein. „Burning Sensation“ ist wieder ein feiner PRETTY MAIDS Gedächtnis-Song erster Güte. Da leuchten die Augen. Aber ich möchte REBELSTAR nicht vorwerfen, abzukupfern. Denn eine gewisse Eigenständigkeit bewahren sich die Niederländer auf jeden Fall. Das zeigt z.B. das folgende „Look But Don´t Touch“. Eine treibende Nummer mit jeder Menge Dreck unter den Fingernägeln. Wer es etwas eingängiger mag, der ist bei „In It For The Money“ richtig. Hier musizieren auch die beiden oben genannten Jungs von den SLEEZE BEEZ. Der Song atmet die Coolness und die Atmosphäre der BEEZ, passt aber dennoch perfekt ins Bild von REBELSTAR. Wer bis hier her auf eine Ballade gewartet hat, wird mit dem letzten Song „Love Leaves Scars“ bedient.
Leider kenne ich das Debüt von REBELSTAR nicht. Das zweite Album allerdings trifft voll ins Schwarze. Hier stimmt praktisch alles: starke Songs, tolle Musiker, ein voller, mitreißender Sound. Zwar ist die Scheibe nach nicht mal 40 Minuten schon wieder vorbei, dafür bekommt man 10 erstklassige Stücke für sein Geld. Die Niederländer haben mich im Sturm erobert und ich bin mir sicher, dass es auch Euch erwischen wird, wenn Ihr auf melodischen Heavy Rock steht. Kaufen, mehr kann ich hier nicht sagen.
WERTUNG:
Trackliste:
01. Big, Bang, Boom
02. All For One, One For All
03. Crucify Me
04. Sick M.F.
05. Everyone´s A Star Tonight
06. Hollywood Creature
07. Burning Sensation
08. Look But Don´t Touch
09. In It For The Money
10. Love Leaves Scars
Stefan
Abonnieren
Posts (Atom)




.jpg)


.jpg)










.jpg)