Mittwoch, 1. Dezember 2010

One Hit Rockerz: CONTRABAND

CONTRABAND (USA)

Besetzung:
Richard Black (vocals)
Michael Schenker (guitars)
Tracii Guns (guitars)
Share Pedersen (bass)
Bobby Blotzer (drums)

“Früher war alles besser” sagen viele, wenn es um die Rock- und Metalszene geht. Immer mehr Projekte, sogenannte Supergoups und allerlei anderes Zeug, das kein Mensch braucht, schummelt sich in die Regale der Läden. Dass aber auch schon in den Achtzigern bzw. den frühen Neunzigern nicht alles Gold war, was geglänzt hat, zeigt eine recht kurzlebige Supergroup namens CONTRABAND. Mit Gitarrengott Michael Schenker und Tracii Guns (L.A. GUNS) an den Klampfen, VIXEN´s Share Pedersen am Bass und Bobby Blotzer von RATT hinter der Schießbude waren die Weichen eigentlich gestellt. Richard Black von SHARK ISLAND wurde hinter das Mikrofon beordert und schon rollte die Gelddruckmaschine an – könnte man meinen.

Aber da hatten die Verantwortlichen die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Auch die Labelbosse bei Impact Records bzw. dem Vertrieb MCA Records hatten schon die Dollarzeichen in den Augen. Immerhin hatte dieser Verbund aus gestandenen Rockstars zehn Songs für das selbstbetitelte Album aufgenommen. Dass die Protagonisten aber keines dieser Lieder selbst geschrieben hatten, zeugte schon genug von der Seelenlosigkeit dieses Unterfangens. Stattdessen wurden Songs unterschiedlichster Herkunft zusammengewürfelt. So entstand dieses Sammelsurium an Coverversionen und Überbleibseln, dessen einziger Erfolg die Adaption des MOTT THE HOOPLE Hits “All The Way From Memphis” war. Die Single stieg immerhin auf Platz 12 der US Mainstream Rock Charts ein, verpasste aber eine Platzierung in den Billboard Notierungen.

Desweiteren wurden noch Songs von DAVID BOWIE oder ROY BROWN gecovert. Übrig gebliebene Schubladenfunde von den BLUE TEARS (“Loud Guitars, Fast Cars & Wild Wild Women”) oder dem Gespann MARK SPIRO/DANN HUFF (“Intimate Outrage”) bzw. TIM FEEHAN (“Stand”) waren bis auf wenige Ausnahmen einfach nur drittklassig. Der Beitrag von BLUE TEARS wurde z.B. Auf der 2005 erschienenen Demo-Collection “Dancin´ On The Back Streets” veröffentlicht.

“All The Way From Memphis” ist dennoch eine gelungene, harte und zugleich lässige Version des HOOPLE Klassikers, der von IAN HUNTER komponiert wurde. Die CONTRABAND war eine ziemlich kurzlebige Angelegenheit, nach ein paar Monaten, die sogar eine Tour im Vorprogramm von RATT beinhalteten, zogen die Verantwortlichen den Stecker. Dieser Zusammenschluß an Stars ist der beste Beweis dafür, dass auch in der goldenen Ära des Hardrock nicht immer alles von höchster Qualität war.

Stefan

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