Montag, 16. Juni 2014

ROCKSTARS ON MARS - EP

Band: Rockstars On Mars
Album: EP
Spielzeit: 31:36 min.
Stilrichtung: Hair Metal
Plattenfirma: Dirty Slut Records
Veröffentlichung: 24.05.2014
Homepage: www.rockstarsonmars.com

Bisher hatte London LeGrand eher prominente Mitmusiker. Der amerikanische Sänger lieh den BRIDES OF DESTRUCTION mit Nikki Sixx (MÖTLEY CRÜE) und Tracii Guns (L.A.GUNS) seine Stimme und zockte mit George Lynch (DOKKEN, LYNCH MOB) bei SOULS OF WE. Jetzt hat er sich drei schwedische Musiker geschnappt um seine ROCKSTARS ON MARS weiter zu bringen, die er bereits 2008 gegründet hatte. Dazu gehören Dave (bass), Johnny (guitars) und Caesar (drums).

Und mit der schlicht „EP“ betitelten Silberscheibe gibt es erstmals 8 Songs dieser vielversprechenden Combo, gemixt von CRASHDIET´s Martin Sweet. Ganz im Sinne früher FASTER PUSSYCAT oder GUNS´N ROSES rotzen die ROCKSTARS ON MARS ohne Rücksicht auf Verluste los. Ich weiß, diese Vergleiche werden heute sehr inflationär gebraucht, aber hier stimmt es einfach. Die Energie und die Fuck-You-Attitüde sind erdrückend! Schon der Opener „Tequila´n Gin“ macht keine Gefangenen und ist pures Dynamit. Mit seinem räudigen Gesang drückt London LeGrand diesem Bastard seinen Stempel auf und lässt noch 7 weitere folgen. „Road To Freedom“ ist etwas melodiöser, büßt aber trotzdem kein bisschen Power ein während „Bleeding Heart“ eine absolut ergreifende Ballade ist, aus der zum Abschluss ein waschechter Rocker wird.

Der größte Knaller folgt mit „2 Kool For Skool“ aber noch. Der Song macht sich absolut perfekt neben den Hits der oben genannten Kollegen aus früheren Tagen! Mit „I Want You“, „Headbone“ und „Shelter“ lassen die ROCKSTARS ON MARS die Platte gut ausklingen, besonders das punkige „Headbone“ sollte hier angespielt werden.

Hier scheppert es an allen Ecken und Enden, der raue Charme des Hair Metal lebt bei ROCKSTARS ON MARS zusammen mit einigen Punk-Anleihen in Bestform. Auch wenn die Songs nicht auf Hochglanz poliert wurden – vielleicht auch gerade deswegen - ist diese EP ein Genuss für jeden Sleaze-Maniac und alle die es werden wollen. Neue Kapellen gibt es zur Genüge und mit ROCKSTARS ON MARS ist ein weiterer Stern am Hair Metal Walk Of Fame aufgegangen.

WERTUNG:






Trackliste:

01. Tequila´n Gin
02. Road Of Freedom
03. Fancy Panoucha
04. Bleeding Heart
05. 2 Kool For Skool
06. I Want You
07. Headbone
08. Shelter

Stefan

ANNISOKAY - The Lucid Dream(er)

Band: Annisokay
Album: The Lucid Dream[er]
Spielzeit: 53:20min
Stilrichtung: Post-Hardcore
Plattenfirma: Steamhammer / SPV
Veröffentlichung: 30.05.2014
Homepage: www.facebook.com/annisokay

Kurz und schmerzlos: Gleich der erste Track reißt mich vom Hocker! „The Final Round“ beginnt mit einer dezenten Spieluhr, bevor die fünf Hallenser Jungs dem geneigten Hörer ihren monströsen Post-Hardcore um die Ohren schmettern. Anormales Gitarrenspiel und noch viel abartigere Rhythmusarbeit. Norbert Rose (Bass) und Daniel Herrmann (Drums) haben mit „The Lucid Dream[er]“ sicherlich gewaltige Strapazen auf sich genommen, besonders der Fußarbeit am Schlagzeug bedarf es riesigen Respekts. Die Kombination aus den Shouts Dave Grunewalds und den cleanen Vocals Christoph Wieczoreks verleiht der Combo das gewisse Etwas und erinnert an Bands wie ARCHITECTS, A DAY TO REMEMBER und WE ARE THE OCEAN. Ich kann mir gut vorstellen, wie Band und Publikum zu „Sky“ die Clubs zerstören – bei solch einem Breakdown inklusive Stereo-Gitarrenattacke kochen die Endorphine einfach über und bringen die Genrefanatiker zum Toben! Schwerfällig wie eine Unwetterfront schiebt sich „Anniversary“ voran. Hier werden die Synthies ausgepackt, wohl dosiert (zum Glück) verleihen sie diesem und auch den folgenden Songs eine würzige Note – ENTER SHIKARI wären stolz auf die Truppe! Ein sperriges Riff eröffnet „Firewalk“ und „Monstercrazy“ ist tatsächlich monsterverrückt: Mit Warpantrieb prescht es voran, die Gitarreneffekte bremsen den Song zwischenzeitlich aus und der Pseudobreakdown zerstört letztendlich auch die Zweifel des letzten Kritikers. Absoluter Wahnsinn – Anspieltipp! Zeit für die Quotenballade: Zu Beginn von „Who Am I“ dürfen sich die vermutlich krampfgeplagten Instrumentalisten ein wenig ausruhen. Doch falsch gedacht, Müßiggang ist nicht die Sache der Truppe, denn zum Ende hin werden die Verzerrer dann doch wieder angeschmissen. Der rotzige Gitarrensound und die in ultraschnellem Tempo gespielten Läufe Philipp Kretzschmars sowie Christoph Wieczoreks prägen „The Believer“, die Streicher tun ihr Übriges. Erneut sind die Qualitäten Daniel Herrmanns zu loben: Ein Drummer wie ein Uhrwerk! Geradezu poppig bahnt sich „Insanity“ seinen Weg (wenn man von den Shouts absieht, wäre dieses Lied das vermutlich radiotauglichste des Albums).  Den krassesten Breakdown bietet „Ghost Of Me“, bei „By The Time“ trifft die Pop-Punk-Gitarre auf eine niederschmetternde Hookline und da wir schon mal bei Pop-Punk sind, schließt sich „Where Do I Start“ dieser Richtung direkt an. „Day To Day Tragedy” sowie „Wasted & Useful“ vernichten noch einmal alles und lärmen mit ungeheuerlicher Wucht dem Ende des Albums entgegen. Und weil es gerade so schön trendy ist, wird abschließend zusätzlich eine Dubstep-Version von „The Final Round“ sozusagen als Bonus mit auf das Album gepackt. Now press repeat!

Resümee: Das Album strotzt vor Ragtimes, Breakdowns und Overkills. ANNISOKAY durften bereits mit einigen Genregrößen wie GHOST INSIDE, HEART IN HAND sowie HIS STATUE FALLS touren und mit Bands wie ESKIMO CALLBOY in einem Atemzug genannt, kann sich das Quintett zweifelsohne zu den kolossalsten deutschen Genrevertretern zählen. „The Lucid Dream[er]“ – sehr empfehlenswert!

WERTUNG:






Trackliste:

01. The Final Round
02. Sky
03. Anniversary
04. Firewalk
05. Monstercrazy
06. Who Am I
07. The Believer
08. Insanity
09. Ghost Of Me
10. By The Time
11. Where Do I Start
12. Day To Day Tragedy
13. Wasted & Useful
14. The Final Round (HoppiTronic Remix)

Christoph

SEVEN - 7

Band: Seven
Album: 7
Spielzeit: 40:11 min.
Stilrichtung: AOR, Melodic Rock
Plattenfirma: Escape Music
Veröffentlichung: 20.06.2014
Homepage: www.escape-music.com

Mit „7“ der UK-Melodicrocker SEVEN erreicht uns nicht etwa ein Album einer neuen Band sondern eher eine Ausgrabung längst verschollener Aufnahmen, die in den späten 80ern entstanden sein müssen. Damals hatte die aussichtsreiche Band bei Polydor angedockt, um 2 Singles aufzunehmen. Ein komplettes Album blieb ihnen allerdings verwehrt. Dabei begann das Abenteuer von Keith McFarlane (guitars) und den Brüdern Simon (keyboards) und John LeFevre in einer Band namens FACE TO FACE in Südafrika. Doch die Connection zu Mick Devine (drums), die über ihren Manager zustande kam, zog die Jungs nach Großbritannien, wo sie sich zusammen mit Sänger Mick Devine SEVEN nannten.

Nachdem unlängst Bassist Pat Davey auf die alten Aufnahmen zu sprechen kam, wurde die Band kurzerhand reaktiviert. Neben Devine, McFarlane und Simon LeFevre gehören eben Davey und Drummer Austin Lane zum aktuellen Line-Up. Die Songs auf diesem Album wurden aber nicht neu eingespielt sondern von dem schwedischen Produzenten Lars Chris aufgepeppt. Und so steht nach einigen Jahrzehnten nun das Debüt von SEVEN offiziell in den CD-Regalen.

Geboten wird knackiger Melodic Rock mit AOR-Anleihen, der gleichermaßen zeitlos wie up-to-date klingt. Spektakulär sind die Songs dabei nicht, wobei sich die Herren auf den klassischen Sound von JOURNEY oder auch MITCH MALLOY berufen. Trotzdem finden sich auf „7“ einige hörenswerte Stücke. Der Opener „Shoot To Kill“ ist allerdings etwas ungünstig gewählt, denn hier wird biedere Allerweltskost geboten. Das atmosphärische „Inside Love“ allerdings kann schon eher punkten. Des Weiteren muss man Songs wie das rockige „Still“, das melodische „Strangers“ oder „America“ herausheben. Auch die abschließende Nummer „Say Goodbye“ sollte man antesten.

SEVEN bieten für Fans des gediegenen Melodic Rocks eine solide Scheibe, die es durchaus verdient hat, endlich das Licht der Welt zu erblicken. Warten wir auch gespannt, was es in naher Zukunft an Neuigkeiten aus dem Bandlager geben wird und vielleicht ein weiteres Album in Angriff genommen wird.

WERTUNG:






Trackliste:

01. Shoot To Kill
02. Inside Love
03. Diana
04. Still
05. Headlines
06. Strangers
07. America
08. Thru The Night
09. Never Too Late
10. Don´t Break My Heart
11. Say Goodbye

Stefan

HARD RIOT - The Blackened Heart

Band: Hard Riot
Album: The Blackened Heart
Spielzeit: 43:38 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Pitch Black Records
Veröffentlichung: 02.06.2014
Homepage: www.hard-riot.com

Energiegeladen wie AC/DC, emotional wie die SCORPIONS und knallhart wie METALLICA – so umschreiben die deutschen Hardrocker HARD RIOT ihren Sound. Wenn da mal jemand seinen Mund nicht zu voll genommen hat…das habe ich schon bei der Besprechung des vor zwei Jahren erschienenen Debüts „Living On A Fastlane“ erwähnt. Wobei – der Vergleich mit METALLICA ist neu. Und tatsächlich: es hat sich was getan beim Sound auf dem neuen Album „The Blackened Heart“. In der Tat ist man vom etwas biederen (Riff-)Rocksound des Erstlings abgerückt und kombiniert jetzt modernere Riffs mit eingängigen Melodien, die manchmal an NICKELBACK erinnern.

Und tatsächlich starten die Jungs mit „Blackout“ erneut viel versprechend in den zweiten Langspieler. Die Gitarren tönen satt, der Sound passt. Mit AC/DC hat das aber überhaupt nix zu tun – genauso wie mit den übrigen Vergleichen. Das hier schlicht zeitgemäßer Hardrock. Mit „Suicide Blues“ und „Devils BBQ“ legt man zwei Songs in ähnlichem Fahrwasser nach, wobei letzterer eindeutig besser punkten kann. „The End“ hat erneut Substanz und geht als Highlight des Albums durch. Das wird die Jungs auch veranlasst haben, eine weitere Version mit Richard Sjunnesson von THE UNGUIDED als Bonus mit auf die Platte zu nehmen – aber ganz ehrlich: dieses Metalcore Gegrunze braucht kein Mensch. Da bleibe ich lieber bei der ursprünglichen Version des Songs.

Bisher konnten sich HARD RIOT durchaus steigern, wenngleich sie immer noch Musik machen, die man schon hundertmal gehört hat. Nur eben einen Schippe moderner als auf dem Vorgänger. Das soll aber auch nicht der Vorwurf sein, viel eher der Umstand, dass man im weiteren Verlauf praktisch keinen Fuß mehr auf den Boden bekommt. Die Ballade „Count On Me“ plätschert so dahin und Songs wie „The Enemy Within“ oder „High Society Bitch“ sind schlichtweg eintönig (speziell „Dirty Games“) oder wiederholen das bisher gehörte ziemlich genau.

Der Richtungswechsel hat den deutschen Hardrockern gut getan, mit den Großen können sie deshalb leider noch lange nicht mithalten. Und auch wenn die einzelnen Bandmitglieder in ihrer Vita schreiben, dass Musik ihr Leben ist, vermisse ich in den Kompositionen mehr zündende Ideen, mehr Kraft und mehr Eigenständigkeit. „The Blackened Heart“ ist ein nettes Album, aber reicht das?

WERTUNG:






Trackliste:

01. Blackout
02. Suicide Blues
03. Devils BBQ
04. The End
05. Count On Me
06. Not Alone
07. The Enemy Within
08. Dirty Games
09. Last Goodbye
10. High Society Bitch
11. Hit The Ground
12. The End (Bonustrack – feat. Richard Sjunnesson)

Stefan

Donnerstag, 12. Juni 2014

DARKEST ERA - Severance

Band: Darkest Era
Album: Severance
Spielzeit: 44:48 min
Stilrichtung: Heavy / Folk / Black Metal
Plattenfirma: Cruz Del Sur Music
Veröffentlichung: 13.06.2014
Homepage: www.darkestera.net

2011 erschien das Debütalbum "The Last Caress of Light" einer Band aus Nord-Irland, welche mit einem Mix aus Heavy Metal und keltischem Folk-Einschlag Fans wie Presse überzeugen konnte und jede Menge Top-Bewertungen einstreichen konnte. Die Rede ist von DARKEST ERA. Aktiv ist die Band seit 2005 als NEMESIS und ab 2007 unter dem DARKEST ERA Banner. Nun holen Krum (Vocals), Ade Mulgrew und Sarah Wieghell (Gitarren), Daniel O'Toole (Bass) und Cameron Åhslund-Glass (Drums) mit "Severance" zum zweiten Schlag aus.

Um es vorwegzunehmen, der Folkeinschlag hat nichts mit dem aktuell so beliebten Party-Humppa-Folk der Marke KORPIKLAANI, ENSIFERUM oder FINNTROLL zu tun. Nein, hier stehen besonders PRIMORDIAL Pate. Andernfalls wäre die Band auch nicht bei Cruz Del Sur Music untergekommen. Die Stücke auf "Severance" entwickeln im Vergleich zum Vorgänger eine düstere, mystischere Seite. Diese wird auch durch gelegentliche härtere Passagen betont, wie etwa beim Opener "Sorrow’s Boundless Realm" oder "Trapped in the Hourglass", welche durch einen schwarzmetalischen Anstrich noch an Intensität zulegen. Episch und hymnenhaft geht es dagegen bei "Beyond the Grey Veil" oder dem flotteren "The Scavenger" zu, hier fühlt man sich ein wenig an die Labelkollegen von ATLANTEAN KODEX erinnert. Ein weiterer interessanter Aspekt sind die immer wieder durchschimmernden Querverweise zu Bands wie IRON MAIDEN oder THIN LIZZY. Die Nord-Iren setzen immer wieder gekonnte Kontrastpunkte, verlieren aber nie das große Ganze, den roten Faden aus den Augen.

"Severance" ist ein erstklassiges Zweitwerk geworden, welches das starke Debüt sogar noch übertrumpfen kann. Allerdings ist die Spielwiese von DARKEST ERA nichts zum nebenbei hören . Man muss sich Zeit nehmen, sich auf die Musik einlassen, in den Stücken versinken. Dann entfalten die Titel ihre ganze Magie und das kann durchaus ein paar Durchgänge benötigen. Nehmt euch die Zeit, es lohnt sich. Fans von PRIMORDIAL dürften mit Sicherheit auf ihre Kosten kommen, wer sich bei Bands wie ATLANTEAN KODEX, BATHORY oder DOOMSWORD heimisch fühlt, sollte sich "Severance" ebenfalls zu Gemüte führen. Das Album wartet darauf entdeckt zu werden!

WERTUNG:






Trackliste:

01. Sorrow’s Boundless Realm
02. Songs of Gods and Men
03. The Serpent and the Shadow
04. Beyond the Grey Veil
05. Trapped in the Hourglass
06. The Scavenger
07. A Thousand Screaming Souls
08. Blood, Sand And Stone

Chris

FALLEN ANGEL - Crawling Out Of Hell

Band: Fallen Angel
Album: Crawling out of Hell
Spielzeit: 72:05 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Killermetal Records
Veröffentlichung: 30.05.2014
Homepage: www.myspace.com/bandsitefallenangel

FALLEN ANGEL stammen aus dem Hinterland New Yorks und sind engagiert dabei, ihre dreiteilige, epische Saga zu schreiben und einzuspielen. Ihr mutiges Bemühen, eine erdachte Geschichte mit einer unglaublicher Illustration und starken Kompositionen zu verbinden ist nichts anderes als bemerkenswert und dabei auch noch einen weißen Flecken auf der Landkarte der Musikindustrie zu schließen! Ihr Plan, eine CD-Trilogie zu veröffentlichen, die auf einer Novellen-Trilogie basiert und auch von dieser begleitet wird, ist mit Sicherheit die Erste ihrer Art. Geschrieben wurde diese von Bandgründer und Lead-Gitarrist John Cruppe.
Der erste Teil des FALLEN ANGEL Projektes dauerte fast drei Jahre und ist mit “Crawling Out of Hell” betitelt. Die Band schreibt derzeit am zweiten Teil der Saga: “Cast Out of Heaven”. „Crawling Out of Hell“ wurde 2010 schon einmal in Eigenregie veröffentlicht, da es aber bestimmt einige Fans da draußen gibt, ich zähle mich dazu, die diese Band noch nicht kennengelernt haben, wird die Scheibe jetzt durch das deutsche Label Killermetal Records wieder veröffentlicht, damit auch wirklich jeder in den Genuss dieses außergewöhnlichen Werkes kommt.
Also dann legen wir mal los mit dem 20 Tracks umfassenden Erstling. Wobei ich gleich vorweg nehmen muss das ich bei der massigen Anzahl von Songs nicht auf jeden einzelnen eingehen werde, sondern eher einen Gesamteindruck beschreiben werde.
Das einleitende Intro „Crash to oblivion“ beschreibt die Ankunft des Titelhelden in der Parallelwelt mit einem Autounfall. Diese Art von Zwischenstücken werden wir auch noch häufiger begegnen, sie dienen einfach dem Fortlauf der Geschichte und sind aller sehr ordentlich gemacht und im gesamten Verlauf keinesfalls störend.
Die ersten Songs gehören zu der Sorte schnelle Nackenbrecher, die vor US Metaleinflüssen nur so strotzen. „Sinner's vengeance“, „Blood on my Soul“, The reapers shall gather“ und auch „Dark Lord“ dürften jeden Fan des Heavy und US Metalgenres zufrieden stellen!
Ab ziemlich genau der Hälfte des Albums mit Track Nummer 10 „The One who walks alone“ drehen sich die Songs von der Ausrichtung her ein bisschen zu den eher ein gängigeren, teils auch ruhigeren Heavy Metal Hymmen. Hier sind besonders „The Answer“, „Life or Death“, „Leaving it all behind“ sowie „Sad Wings“ hervorzuheben. Die zweite Hälfte ist also eher etwas für die Melodic Abteilung unter uns und genau hier zeigt die Band auch ihr gesamtes Können! Gefällt mir auf jeden Fall wesentlich besser als die ersten reinen Dampfnummern.
Langweilig wird es auf den über 70 Minuten Gesamtspielzeit auch zu keiner Zeit, und das ist ebenfalls eine große Leistung der Band, das schaffe manche nicht auf den Standard 50 Minuten!

Anspieltipps:

Aufgrund der Geschichte und der Zusammenhänge, sehr schwierig hier einzelne Songs hervorzuheben.

Fazit :

Tja wie bewerte ich denn nun dieses Mammutprojekt? Eigentlich sind mir so extrem lange Scheibe immer zu überladen. Aber hier bei FALLEN ANGEL muss ich sagen schafft die Band das fast unmögliche das das Ganze zu keiner Zeit langweilig wirkt!
Wie schon angekündigt finde ich die zweite Hälfte ein wenig stärker, weil hier einfach die ein gängigeren Songs zu finden sind.
Für das Gesamtpaket bleibt mir musikalisch wie auch repräsentativ keine andere Wahl als das Ganze mit einer 9 zu bewerten!
Ich wünsche es der Band, das ihr Erstlingswerk “Crawling out of Hell” nun endlich die Aufmerksamkeit mit der Wiederveröffentlichung bekommt das es verdient und freue mich schon auf den zweiten Teil der Saga der Jungs von FALLEN ANGEL!

WERTUNG:






Trackliste:

01. Crash to oblivion
02. Sinner's vengeance
03. March into hell
04. Blood on my soul
05. The grinding wheels of war
06. The reapers shall gather
07. Arrival
08. Dark Lord
09. Darkness
10. The one who walks alone
11. The answer
12. Respiration desperation
13. The neutral zone
14. Life or death
15. On and on
16. Ashes to ashes
17. Leaving it all behind
18. Watching
19. Sad Wings
20. Grant me peace

Julian

CLOVEN HOOF - Resist Or Serve

Band: Cloven Hoof
Album: Resist or Serve
Spielzeit: 48:17 min
Stilrichtung: Heavy / Power Metal
Plattenfirma: High Roller Records
Veröffentlichung: 06.06.2014
Homepage: www.clovenhoof.net

CLOVEN HOOF, in Anfangstagen eine Kultband aus der NWoBHM Bewegung, später dann eher im Power Metal beheimatet, legen mit "Resist or Serve" das sechste Studioalbum vor. Während die ersten drei Alben "Cloven Hoof", "Dominator" und "A Sultan's Ransom" zu Klassikern der Metal Geschichte zählen, sind die Werke seit der Reunion 2001 zwar solide, aber nicht mehr überragend. Ob sich das auf dem neusten Langspieler der Band aus Wolverhampton, England, ändert ist also die große Preisfrage.

Die Besetzung 2014 besteht neben Gründungsmitglied Lee Payne (Bass / Hintergrundvocals) aus Joe Whelan (Lead Vocals / Gitarre), Chris Coss (Rhythmus Gitarre) und Jake Oseland (Drums & Percussion).

Was sofort auffällt ist die druckvolle und zeitgemäße Produktion von Patrick W. Engel, sowas kennt man von CLOVEN HOOF bisher nicht. Auch der neue Mann am Mikro überzeugt mit kräftigen und vielseitigen Vocals. Musikalisch setzt man auf klassischen NWoBHM Sound, durchsetzt mit Power Metal Einschüben amerikanischer Prägung. Bei "Call Of The Dark Ones" stand wohl SLAYERS "Raining blood" bei den Riffs im zweiten Drittel Pate.

Fans der ersten Stunde werden mit CLOVEN HOOF 2014 gewisse Einstiegsprobleme haben, fehlt die leicht kauzige Stimmung doch komplett. Für Anhänger der aktuellen Power Metal Schwergewichte dürfte der Sound wiederum ein wenig zu altbacken klingen, trotz gelegentlicher moderner Elemente. Das Album braucht auf jeden Fall einige Durchgänge um sich richtig zu entfalten. Gibt man "Resist or Serve" die notwendige Zeit, bleibt ein solides Album übrig dem es etwas an den großen Krachern fehlt. Die Songs halten alle ein leicht überdurchschnittliches Level, Ausreißer nach oben gibt es aber kaum. Positiv setzt sich hier eigentlich nur "Brimstone And Fire" ab.

Es bleibt dabei: der ganz große Wurf nach der Reunion bleibt auch beim 3. Versuch aus, "Resist or Serve" ist aber trotzdem weit davon entfernt schlecht zu sein.

WERTUNG:






Trackliste:

01. Call Of The Dark Ones
02. Helldiver
03. Deliverance
04. Brimstone And Fire
05. Northwind to Valhalla
06. Mutilator
07. Anti Matter Man
08. Cycle Of Hate
09. Premature Burial
10. Austrian Assault

Chris

EQUILIBRIUM - Erdentempel

Band: Equilibrium
Album: Erdentempel
Spielzeit: 56:12 min
Stilrichtung: Folk / Pagan Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 06.06.2014
Homepage: www.equilibrium-metal.net

Als ich 2003 die Demo einer damals völlig unbekannten Band aus Starnberg, Bayern, in die Hand gedrückt bekam und wenig später in die heimische Anlage gelegt hatte war ich wirklich geplättet. Erstklassiger Folk/Pagan Metal mit Herz und Tiefe und auch einem Blick für Partystimmung ("Met"), ohne dabei in Schunkel-Humppa-Kitsch abzudriften. Und das auch noch aus Deutschland! Es folgt der steile Aufstieg von EQUILIBRIUM. Das Debüt "Turis Fratyr" enthielt neben den Songs der Demo noch weitere starke Kompositionen gleicher Gangart.

Doch dann ging es in meinen Augen bergab. Die Verkaufszahlen und der Deal mit Nuclear Blast sprechen zwar eine andere Sprache, die Authentizität und Unbekümmertheit der ersten Tage ist aber dahin.

"Doch wir sind nicht allein, haben euch was mitgebracht, die Geister aus dem Wald, Begleiten uns durch Tag und Nacht." Na dann. Lyrisch also wie bereits bei den letzten Alben, sagen wir ... einfach gestrickt. Musikalisch weiterhin folkig, ein wenig Bombast, viel Melodie und simple Mitgröhlpassagen. Um beim ersten Song "Was lange währt" zu bleiben eine weitere Kostprobe, diesmal vom Refrain: "Faust nach oben, streck sie aus, greif die Sterne, reiß sie raus." RAMMSTEIN wären stolz auf diesen Text. Es folgen weitere belanglose Pseudo-Folk-Pagan Stücke, Saufhymnen mit Keyboards zugekleistert und einfach nur lahm. Und wenn man denkt, schlimmer geht's nicht mehr, dann kommen EQUILIBRIUM mit "Uns'rer Flöten Klang" daher. Ich mag Irish Folk. Ich mag Metal. Aber diese "Symbiose" ... geht in die Hose (TäTä!). Aber lassen wir auch hier den "Text" für sich sprechen: "Prost ihr Säue! Hoch die Biere! Sauft aus! Ihr Tiere!". Vielleicht sehen wir EQUILIBRIUM nächstes Jahr mit SANTIANO am Oktoberfest? Muss ich zu "Heavy Chill" und "Wirtshaus Gaudi" noch was sagen? Nein? Danke!

Fans des inhaltsleeren, partytauglichen Schlager-Folk-Metals werden die Scheibe ohne Frage abfeiern, der Markt für diese Art Musik ist groß genug. Ich bleibe weiterhin beim 2003er Demo. Und lass mir "von den Edlen singen, der ältest' Sage mich entsinnen. Ich will Walvaters Wirken künden, aus längst vergang'ner Zeit." Und bin derweil gespannt was die letzten beiden Gründungsmitglieder Sandra Van Eldik und Andreas Völkl als nächstes auf die Beine stellen werden. Die haben die Band direkt nach Fertigstellung der aktuellen Scheibe nun nämlich auch verlassen. Sie werden wissen warum.

WERTUNG:






Trackliste:

01. Ankunft (Instrumental)
02. Was Lange Währt
03. Waldschrein
04. Karawane
05. Uns'rer Flöten Klang
06. Freiflug
07. Heavy Chill
08. Wirtshaus Gaudi
09. Stein Meiner Ahnen
10. Wellengang
11. Apokalypse
12. The Unknown Episode

Chris

Mittwoch, 11. Juni 2014

RIK PRIEM´S PRIME - Rik Priem´s Prime

Band: Rik Priem's Prime
Album: Rik Priem's Prime
Spielzeit: 59:02 min
Stilrichtung: Heavy Rock
Plattenfirma: Avenue of Allies
Veröffentlichung: 23.05.2014
Homepage: www.mrcool.be

Was ein merkwürdiger Bandname dachte ich mir beim ersten Hinschauen auf die Promo von RIK PRIEM'S PRIME. Nach studieren des beiliegenden Promo Sheets wurde aber schnell klar das der Bandname auch gleichzeitig der Name des Mannes dahinter ist. Rik Priem ist belgischer Gitarrist und den meisten als Saitenhexer der Band FROZEN RAIN bekannt.
Nun bringt der gute Rik also seine erste Soloscheibe mit dem Titel „Rik Priem's Prime“ auf den Markt.
Viele Instrumente hat Rik hier selbst eingespielt, bei einigen benötigte er aber Hilfe. So zum Beispiel beim Gesang, für den er sich niemand geringeres als Carsten „Lizard“ Schulz (EVIDENCE ONE) mit ins Boot geholt hat. Oder am Schlagzeug, hinter dem Ramy Ali (FREEDOM CALL, IRON MASK und viele mehr) Platz nimmt.  Bei der musikalischen Ausrichtung bewegen wir uns hier in der Schnittmenge zwischen melodischem Heavy Rock und Neo klassichen Metal.
Also, genug der Vorrede, ab geht die wilde Fahrt mit dem eröffnenden Intro „Sunset over Agartha“ welches technisch und atmosphärisch echt super gemacht ist und gut auf die Platte einstimmt.
Mit dem ersten richtigen Track „Babylon Rising“ gelingt dann auch direkt der erste Volltreffer! Melodisch aber auch kraftvoll rockt man sich durch die Nummer, die zu Beginn einen leichten BON JOVI Touch nicht verleugnen kann. Aber wenn der gute Lizard seine Stimme erklingen lässt weiß man direkt das man in einem Rock/Metalsong gelandet ist. Der Refrain ist schön catchy und die Riffs braten schön, so muss eine melodische Heavy Rock Nummern sein!
Genau in die gleiche Kerbe schlagen dann auch die anschließenden Nummern „The Future is now“, „Hungry at Heart“ und „Blindfolded“ welche den eingeschlagenen Weg schön weiterverfolgen.
Beim Instrumental „Chameleon“ welches uns ziemlich genau in der Mitte der Scheibe erwartet kann dann Rik so richtig zeigen was er drauf hat! Nicht das er das nicht schon bei den Songs zuvor bewiesen hat, aber hier setzt er seinem Gitarrenspiel nochmal so richtig die Krone auf, auch sehr gelungen das Ganze! Und das sagt jemand der normalerweise mit so Frickelein nicht so viel anfangen kann.
Beim anschließenden „Flirting with an Alien“ sind wir dann auf einmal in der WHITESNAKE Ecke angekommen. Die Nummer kann ihre Einflüsse definitiv nicht verleugnen und auch das mit einem Jahrmarktsintro ausgestattete „In with the Freaks“ tönt irgendwie nach der weißen Schlange.
Auf den letzten Metern hat man auch noch den ein oder anderen Volltreffer parat, zu nennen sind hier definitiv „Looks like Trouble“ und „Child of Anger“ die ein insgesamt sehr ordentliches Debütalbum sehr schön abrunden.

Anspieltipps:

“Babylon Rising”, “The Future is now”, “Hungry at Heart”, “In with the Freaks” sowie “Child of Anger“ tönen hier definitiv am Besten aus den Boxen.

Fazit :

Ganz klar, wer auf alte WHITESNAKE oder BON JOVI mit ein wenig Keyboardunterstützung steht ist mit dem Debütalbum von RIK PRIEM'S PRIME bestens bedient! Heavy Rock alter Schule der fetzig, kraftvoll aber dennoch melodisch aus den Boxen tönt. Dazu noch das wunderbare Gitarrenspiel von Mastermind Rik und den erstklassigen Gesang von Carsten 'Lizard' Schulz und fertig ist die Vollbedienung für Fans des Genre!
Mit dem Erwerb dieser Scheibe kann man also, wenn man auf die genannten Trademarks und Bands steht, nicht viel falsch machen, klasse Debüt!

WERTUNG:







Trackliste:

01. Sunset over Agartha
02. Babylon Rising
03. The Future is now
04. Hungry at Heart
05. Blindfolded
06. Chameleon
07. Flirting with an Alien
08. Kneel before the Pieces of a Broken Heart
09. In with the Freaks
10. Looks like Trouble
11. Run Angel Run
12. Bloodrush
13. Child of Anger

Julian

CAPILLA ARDIENTE - Bravery, Truth And The Endless Darkness

Band: Capilla Ardiente
Album: Bravery, Truth And The Endless Darkness
Spielzeit: 47:19 min
Stilrichtung: Doom Metal
Plattenfirma: High Roller Records
Veröffentlichung: 06.06.2014
Homepage: www.facebook.com/Capilla-Ardiente

CAPILLA ARDIENTE mit der vielleicht wichtigsten Doom-Metal-Veröffentlichung seit CANDLEMASS mit "Nightfall". Das behauptet zumindest der Promozettel. Wir lassen aber lieber mal die Kirche im Dorf und gehen neutral an die Sache ran, ohne die junge Band aus Santiago, Chile, gleich mit so einem Meisterwerk zu messen. 2006 wurde die Band gegründet, 2009 folgte dann mit der EP "Solve et Coagula" die erste Veröffentlichung. Nun liegt mit "Bravery, Truth And The Endless Darkness" der erste Langspieler vor.

Doom Metal und Chile? Da war doch was. Genau, 2013 begeisterten PROCESSION mit "To Reap Heavens Apart" die Doom Metal Gemeinde. Und zwei der dort aktiven Musiker bilden auch das Grundgerüst von CAPILLA ARDIENTE: Felipe Plaza Kutzbach (Vocals) und Claudio Botarro Neira (Bass). Ergänzt werden die beiden von Julio Borquez (Gitarren) und Francisco Aguirre (Drums).

Nach einem kurzen, atmosphärischen Intro geht es dann mit "Nothing Here For Me" zum ersten von vier epischen Doom Songs, keiner unterschreitet die 10 Minuten. Dazwischen gibt es mit "Naufragios" noch ein kures Interlude. Schnell wird klar, für den Sound der Chilenen standen Größen wie CANDLEMASS, SOLITUDE AETURNUS oder SOLSTICE Pate. Sänger Felipe macht eine sehr gute Figur, auch wenn zu Meistern des Faches wie Messiah Marcolin/Robert Lowe noch ein klein wenig fehlt. Wir reden hier aber nur von Nuancen.

CAPILLA ARDIENTE bieten alles was die Herzen epischer Doom Metal Fans höher schlagen lässt: tonnenschwere, schleppende Riffs, gelegentliche groovige Parts die alles unter sich begraben, einen wummernden Bass und einen starken Sänger der die Songs mit seinem emotionalen Gesang trägt.

"Bravery, Truth And The Endless Darkness" ist keine zweite "Nightfall" geworden aber eines der besten Doom Alben 2014 auf jeden Fall. Und wer weiß, zuzutrauen ist den Chilenen der ganz große Wurf auf jeden Fall, der aktuelle Silberling macht auf jeden Fall viel Lust auf mehr!

WERTUNG: 






Trackliste:

1. Consequence And Consequences (Intro)
2. Nothing Here For Me
3. Towards The Midnight Ocean
4. Naufragios (Interlude)
5. They Who Were Lost And Now Are Cursed
6. Into Unknown Lands

Chris

MORTALICUM - Tears From The Grave

Band: Mortalicum
Album: Tears from the Grave
Spielzeit: 63:38 min
Stilrichtung: Doom Metal
Plattenfirma: Metal On Metal Records
Veröffentlichung: 25.04.2014
Homepage: www.myspace.com/mortalicum

Ah die Doom Metaller von MORTALICUM halten ihre zwei Jahres Regel bei und kommen pünktlich wie die Maurer mit ihrem neuen Diskus „Tears from the Grave“ um die Ecke! Ich bin ja kein ausgewiesener Doom Experte aber irgendwie haben es mir die Schweden rund um Fronter und Gitarrist Henrik Högl angetan.
Das letzte Album „The Endtime Prophecy“ war eine gute Mischung aus melodischem Rock der Marke BLACK SABBATH, DEEP PURPLE und dem bandtypischen Doom Einflüssen. Nun auf Diskus Nummer 3 mit dem passenden Namen „Tears from the Grave“ frönt man erneut diesem Stil, hat sich aber wohl mehr dem Doom Sektor gewidmet und möchte uns hier die langsamsten, doomigsten Songs der Bandgeschichte präsentieren.
Also dann, Doom Freunde spitzen jetzt mal schön die Ohren und lauschen zusammen mit mir dem Openertrack „The Endless Sacrifice“. Typische tief gestimmte Gitarrenriffs erwarten uns direkt zu Beginn und kurz darauf setzt der charismatische Gesang von Fronter Henrik ein und man ist mittendrin in einem typischen MORTALICUM Doomsong. Die typischen Doomeinflüsse nicht verleugnen aber mit genug Melodic und Schmackes um nicht ganz einzuschlafen, das ist doch mal in gelungener Einstieg!
Wer jetzt aufschreit und ruft ich will mehr Doom haben, bitte schön kein Problem! Denn die beiden nächsten Songs „I Dream of Dying“ und „Tears from the Grave“ bieten genau das. Hier wird der Doommetal mehr in den Vordergrund gestellt ohne aber die Eingängigkeit und Melodic zu sehr zu vernachlässigen. Besonders der überlange Titeltrack ist hier lobend zu erwähnen.
Ebenfalls lobend erwähnen muss man das anschließende „The Illusion“ der einfach wieder eine absolut gelungene Mischung aus Doom Metal und Heavy Rock darstellt.
Bei „nur“ 9 Songs bewegen wir uns so langsam auf den letzten Abschnitt der Scheibe zu, auf den Weg dahin nehmen wir aber noch das melodische „I Am Sin“, das epische „Remember the Fallen“ und das richtig starke „Spirits of the Dead“ mit und schließen das Album dann mit dem ebenfalls wieder sehr gelungenen Doppelpack „The Passage“ und „The Winding Stair“ ordentlich ab.

Anspieltipps:

“The Endless Sacrifice”, “Tears from the Grave”, “The Illusion” sowie “Spirits of the Dead” sind hier absolut zu empfehlen.

Fazit :

War für mich das letzte Album “The Endtime Prophecy” schon recht gelungen, setzen die Jungs nun bei “Tears from the Grave” nochmal definitiv einen drauf! Alles klingt irgendwie mehr aus einem Guss und kompakter ohne aber die Doom Einflüsse zu verleugnen.
Hervorzuheben ist hier auch, wie schon auf dem vorherigen Album, der Gesang von Hendrik der einfach wunderbar zu Musik passt! Der Junge ist definitiv kein Rangeshouter vor dem Herren, aber er hat einfach eine sehr charismatische Stimme die er mit viel Gefühl einsetzen kann.
Fans von melodischem Doom Metal kommen um das neue Album von MORTALICUM absolut nicht vorbei!

WERTUNG:






Trackliste:

01. The Endless Sacrifice
02. I Dream of Dying
03. Tears from the Grave
04. The Illusion
05. I am Sin
06. Remember the Fallen
07. Spirits of the Dead
08. The Passage
09. The Winding Stair

Julian

HEAVY HONEY - Crushing Symphony

Band: Heavy Honey
Album: Crushing Symphony
Spielzeit: 45:53 min
Stilrichtung: Rock/Alternative
Plattenfirma: Mig-DOTT/Sony Music
Veröffentlichung: 16.05.2014
Homepage: www.facebook.com/heavyhoney

Heavy Rock mit alternativem, aber auch sleazigem Einschlag bieten uns die aus Las Vegas stammenden HEAVY HONEY mit ihrem ersten Studioalbum 'Crushing Symphony'. Produziert und gemastert wurde das Album von Frontmann London Mace zusammen mit Kane Churko, der schon mit Five Finger Death Punch und Papa Roach gearbeitet hat, in den HideOut Studios in Las Vegas.
Ein Meilenstein ist das Album nicht unbedingt. Die Songs fangen größtenteils wirklich gut an, haben ein cooles Riff oder einen guten Beat, lassen einen jedoch ohne Höhepunkte sitzen. Gerade wenn man denkt JETZT geht's los, JETZT kommt ein toller Refrain oder ein Solo, dass einen umhaut, wird man leider enttäuscht. Die Songs bilden einen immer gleichen Teppich aus relativ monotoner Soundkulisse. Auch die Backgroundsängerin, die zwar genau wie Mr. Mace eine gute Stimme hat, peppt das Ganze nicht auf, sondern geht nach kurzer Zeit eher auf die Nerven.
'Falling' ist auf diesem  Album wohl mein Lieblingstrack, geht ins Ohr und holt einen ganz gut ab. Hinter 'If I Had You Back' steht mit dem Tod des Sohnes von Ex-Drummer Brian DeBecker eine tragische Geschichte, die einiges an Emotionen in das Lied packt.

Nichts desto trotz lässt das Album einen nicht so richtig zufrieden zurück, auch wenn die Grundideen hinter den Songs nie schlecht sind. Man kann hoffen, dass das nächste Album den fehlenden Kick von 'Crushing Symphony' ausgleicht, diesmal reicht es für mich leider 'nur' für den Durchschnitt

WERTUNG:






Trackliste:

01. Soul Selling
02. Superlove
03. If I Had You Back
04. Falling
05. Death Delay Club
06. On My Way
07. Play In The Dark
08. My FU Smile
09. Never Let You Down
10. Overkill
11. My Hate

Lotta Craze

Montag, 9. Juni 2014

LOUD LION - Die Tough

Band: Loud Lion
Album: Die Tough
Spielzeit: 36:08 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Melodic Rock Records
Veröffentlichung: 19.05.2014
Homepage: www.facebook.com/loudlion

Dass ich das in meinem Alter noch erleben darf: LOUD LION bringen ein Album auf den Markt! Seit dem Beitrag der US-Hardrocker zum Soundtrack des Horrorstreifens „The Hills Have Eyes II“ warte ich darauf. Das war 2007 und bis auf einige weitere Songs für die Filmmusik von „Balls Of Fury“ im gleichen Jahr gab es nicht viel Neues aus dem Lager der bunten Truppe. Diese besteht übrigens neben den Hauptinitiatoren Taylor Locke (guitars, ROONEY) und Bleu McAuley (guitars, keyboards, Produktion) aus Robbie Royce (vocals), Adam Ross (guitars), Allison Robertson (guitars, THE DONNAS), Maclaine Diemer (keyboards, guitars, BANG CAMARO), John Fields (bass, ANDREW W.K.) und Dylan Halacy (drums, BANG CAMARO).

Wer bisher noch nicht das Vergnügen mit LOUD LION hatte, für den ist die Umschreibung des Sounds der Amis mit zwei Worten erklärt: DEF LEPPARD. Und zwar zu ihren kommerziell erfolgreichsten Zeiten, sprich Alben wie „Pyromania“ und „Hysteria“. OK, innovativ ist das nicht gerade und LOUD LION machen sich erst gar nicht die Mühe, eigene Elemente einzubauen, aber wer sehnsüchtig auf neue Eingebungen des Originals wartet, für den sollte „Die Tough“ der richtige Stoff sein.

Schon der Opener „Love Will Break Your Heart“ ist eine Hommage an „Poor Some Sugar On Me“, einem der größten Hits des britischen Originals. Und überhaupt ist die ganze Platte eine Verneigung vor Mutt Lange, der nicht nur DEF LEPPARD zu ihren Erfolgen verholfen hat und mit seinem Sound neue Maßstäbe gesetzt hat. Denkt nur mal an den damals revolutionären Klang von „Pyromania“ – ja das war 1983, die übrige Welt steckte immer noch irgendwo in den 70ern fest, Mutt Lange hat den Sound für ein neues Jahrzehnt geprägt. Doch zurück zu „Die Tough“: nach einem solchen Statement kann „Lion´s Den“ nicht 100%ig mithalten. Dennoch haben die Amis auch hier ganze Arbeit geleistet, denn mit seinem stampfenden Rhythmus kann auch dieser Song fesseln, wenngleich die Hitqualitäten erst auf den zweiten Blick erkennbar sind.

Etwas spritziger kommt „Lion Eyes“ daher. Leider variiert der Sound der Songs trotz des Remasterings von JK Northrup ein wenig. Das Album klingt nicht wie aus einem Guss, aber das nur mal so am Rande. Die neuen Versionen klingen definitiv besser (obwohl ich nicht alle Songs vorher kannte). „Die Tuff“ ist der Inbegriff einer LEPPARD Ballade und könnte am besten mit dem Vergleich „Love Bites“ leben. Nach dem quirligen Instrumental „Loud Lion Theme Song“ gibt es mit „Dawn Of The Dead“ noch einen bereits bekannten Song. Danach folgt wohl der (immer noch) größte Hit: „The Hills Have Eyes“ ist und bleibt unerreicht. Nicht zuletzt, weil der Song eine unbändige Power an den Tag legt und am meisten Eigeninitiative zeigt. Eine Hammernummer!

Nach dem ziemlich coolen „Sunset Strip“ gibt es mit „None More Fast“ ein weiteres Instrumental. Hier zeigen die beteiligten Gitarristen was sie drauf haben. Trotzdem kommt hier nicht so richtig Laune auf. Zumal bei gerade mal neun Songs zwei Instrumentals doch etwas zu viel erscheinen. Bleiben unter dem Strich also sieben vollwertige Stücke, die es allerdings in sich haben. Schade, dass LOUD LION sich nicht dazu durchgerungen haben, ein paar weitere Songs auf die Platte zu packen.

Bleibt noch die Frage zu klären, ob LOUD LION unter den DEF LEPPARD Klonen eine Sonderstellung einnehmen können? Wer auf die vorher genannten Alben der Briten steht, wird von LOUD LION begeistert sein, oder es mit den eigenen Worten der Band zu sagen: DEF LEPPARD haben seit Ewigkeiten kein derart starkes Material fabriziert wie das hier und wenn Du „Pyromania“ und „Hysteria“ magst (zur Hölle mit Dir, wenn nicht), dann ist „Die Tough“ das richtige Futter. Ich glaube, dem ist nichts hinzuzufügen. Kleine Abzüge gibt’s für die kurze Laufzeit und den etwas unterschiedlichen Sound. Ansonsten grünes Licht zum Abrocken!

WERTUNG:






Trackliste:

01. Love Will Break Your Heart
02. Lion´s Den
03. Lion Eyes
04. Die Tuff
05. Loud Lion Theme Song
06. Dawn Of The Dead
07. The Hills Have Eyes
08. Sunset Strip
09. None More Fast

Stefan

SONIC STATION - Next Stop

Band: Sonic Station
Album: Next Stop
Spielzeit: 52:19 min.
Stilrichtung: AOR, Melodic Rock
Plattenfirma: Avenue Of Allies
Veröffentlichung: 23.05.2014
Homepage: www.sonic-station.com

Eine ganze Armada an (Gast-)Musikern steht auf der Creditliste des neuen Albums der Schweden SONIC STATION. Dabei ist dieses Unterfangen eigentlich das Baby von Alexander Kronbrink, der sich mit seinem Nachbarn Jonathan Fritzén (keyboards), den beiden Vokalisten Johan Boding und Marika Willstedt sowie Erik Metall (bass) und Thoreif Robertsson (drums) für dieses zweite Werk zusammengetan hat. Schon auf dem selbstbetitelten Erstling frönte man einer Mischung aus AOR, Westcoast und Rock und auch das neue Werk „Next Stop“ ist Bands wie WORK OF ART nicht unähnlich.

Abwechslung sorgt dabei die Aufteilung der beiden Sänger, wobei Johan Boding 8 Stücke eingesungen hat und die Pianistin und Sängerin Marika Willstedt „nur“ bei 3 Songs die Leadvocals übernahm. Mit „Amelia“ starten die Schweden beschwingt in dieses Album, bis der Refrain erklingt, der einige Ähnlichkeiten mit dem 2012er Grand-Prix Siegertitel „Euphoria“ der Landsmännin LOREEN aufweist. OK, so groß sind die Übereinstimmungen auch wieder nicht, aber dennoch ist mir dieser Vergleich schon beim ersten Hören durch den Kopf geschossen – muss also was dran sein. Trotzdem ist „Amelia“ eine schöne AOR Nummer im klassischen Sinne. Mehr auf Westcoast getrimmt ist „Catch Me If You Can“, genau wie “Brighter After Dark”. Wären da nicht diese großartigen Melodien und der tolle Gesang von Frau Willstedt, was dem Song eine besondere Note verleiht.

Danach darf Johan Boding wieder ans Mikro, um mit „Fool For Your Love“ eine Pianoballade vorzutragen und bei „Stopped Beating“ eine weitere Westcoast Nummer einzusingen. „Where Are You Now?“ fragt sich anschließend die hübsche Frau Willstedt. Um einiges poppiger und langsamer lebt auch dieser Song von der glasklaren Stimme der Schwedin. Technisch versiert tragen SONIC STATION auch Nummern wie das technische „Half Of My Heart“ oder das poppige „Love Clash“ vor. Richtig abheben können sie sich damit nicht, wer sein Herz aber an diese Musikrichtung verloren hat, wird dennoch entzückt sein.

“Next Stop“ ist ein perfekt umgesetztes AOR Album, das nicht zuletzt von den Gesangsbeiträgen von Marika Willstedt lebt. Ein kraftvoller Sound rundet das Paket ab, den Innovationspreis der Hardrock-Kammer werden SONIC STATION allerdings nicht gewinnen.

WERTUNG:






Trackliste:

01. Amelia
02. Catch Me If You Can
03. Brighter After Dark
04. Fool For Your Love
05. Stopped Beating
06. Where Are You Now?
07. Half Of My Heart
08. Broken Man
09. Love Clash
10. Last Goodbye
11. Hide And Seek

Stefan

INFINITY´S CALL - Unconditional

Band: Infinity’s Call
Album: Unconditional
Spielzeit: 47:34 min
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Sonic Revolution/BOB Media
Veröffentlichung: 30.05.2014
Homepage: www.infinityscall.de

Bedingungslos soll es sein, das neue Album von INFINITY’S CALL. Doch hat das Ulmer Quartett ebendies auch erfolgreich erreicht? Werfen wir einen Blick auf die jüngst veröffentlichte Scheibe „Unconditional“ von Sänger Claus Zeller, Gitarrist Philipp Zanella, Bassist Uwe Hofmaier und Schlagzeuger Ralf Neumann, die allesamt bereits in diversen namhaften Bands ihre Kreativität zum Ausdruck brachten.

Etwas klischeehaft beginnt der Vierer mit „Stop Fooling Around“ – einem typischen Hardrock-Brecher, wie man ihn schon tausendfach gehört hat. Ähnlich verhält es sich mit dem Herzschmerzlied „Can’t Get Over You“ und der Halbballade „Unconditional Love“. Aber in diesem Genre etwas noch nie Dagewesenes zu erfinden, ist für jeden Vertreter eine riesige Herausforderung, schließlich steht bekanntermaßen nur eine begrenzte Anzahl an Tönen zur Verfügung. „Bitter Taste Of Destiny“, „Even The Bravest“ und „Emotional Evolution“ schlagen da schon eher in die unkonventionelle Kerbe und treiben mit ordentlich Geschwindigkeit voran. Die temporeichen Riffs Philipp Zanellas kombiniert mit der außergewöhnlichen Stimme Claus Zellers machen auch „The Place“ interessant und hörenswert. Brachial bahnt sich das gewaltige „Where Does Love Go“ seinen Weg: Mitreißende Gitarrenriffs, eine knallige Hookline und die konstante sowie präzise Arbeit des Rhythmusduos lassen den Song geradezu explodieren. Durch sein progressives Erscheinungsbild profiliert sich „Say What You Gotta Say“ und mausert sich zweifelsohne zum anspruchsvollsten und hörenswertesten Song der Platte. Das große Finale wird besiegelt von dem Instrumentalstück „Infinity“ und lässt die Vorfreude auf das nächste Album der Rocker aufflammen.

Fazit: INFINITY’S CALL erfinden mit „Unconditional“ den Hardrock mit Sicherheit nicht neu – es bleibt auch anzuzweifeln, ob sie das überhaupt vor hatten. Auf jeden Fall hat das Quartett ein schnörkelloses und gleichzeitig bedingungsloses Album konzipiert, das ihm den Weg auf die europäischen Bühnen ebnen wird.

WERTUNG:






Trackliste:

01. Stop Fooling Around
02. Can’t Get Over You
03. Bitter Taste Of Destiny
04. The Place
05. Where Does Love Go
06. Prelude
07. Say What You Gotta
08. Even The Bravest
09. Unconditional Love
10. Emotional Evolution
11. Infinity

Christoph