Freitag, 9. Oktober 2015

DAWN OF DESTINY - To Hell

Band: Dawn of Destiny
Album: To Hell
Spielzeit: 62:41 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Phonotraxx
Veröffentlichung: 02.10.2015

Die deutschen Metaller von DAWN OF DESTINY sind wieder zurück! Nur ein Jahr nach ihrem letzten Werk „F.E.A.R“ geht es schon wieder weiter und man hat das neue Album „To Hell“ im Gepäck.
Wie bei den letzten Alben üblich hat man sich auch dieses Mal wieder eine komplexe und interessante Konzeptgeschichte ausgedacht, es geht grob zusammengefasst um ein junges Paar welches auf Hochzeitsreise ist. Die beiden werden auf mysteriöser Weise mit der Vergangenheit der Braut konfrontiert.
Musikalische Gäste hat man auch auf dem neuen Album, Zak Stevens (CIRCLE II CIRCLE) sowie Björn „Speed“ Strid (SOILWORK) sind mit von der Partie.
Die Band selbst beschreibt das neue Werk als ihr bisher facettenreichstes, emotionalstes und bestes was sie bisher abgeliefert haben.
Na schauen wir mal, mit dem Opener „Hide our sorrow“ startet das gute Stück auf jeden Fall. Episch und kraftvoll präsentiert sich die Nummer wo sich Sängerin Jeanette Scherff und Basser Jens Faber mit dem Gesang wunderbar abwechseln. Der Chorus entwickelt hier seine ganz eigene Magie und ist auch absolut gelungen. Hier gehen also auf jeden Fall schon mal beide Daumen nach oben.
Mit dem schnellen „Fire“, dem eher dramatischen „From Paradise“ und dem wieder eher knackigen „To Hell“ hält man danach das Qualitätslevel wunderbar hoch. Hier wird wirklich geklotzt und nicht gekleckert! Ein Fest für die Fans der Band.
Das anschließende „Scream“ fällt da im Vergleich dann doch ziemlich ab, bevor bei „Hateful Hearts“ die Qualitätsschraube wieder ganz klar angezogen wird. Hier sind sogar sanfte Symphonic und Gothic Metal Einschübe hörbar.
Bislang sind die Songs also schön abwechslungsreich gehalten, Langeweile kam bislang definitiv nicht auf.
Die zweite Hälfte der Scheibe kann zwar nicht immer ganz das Niveau der ersten Bombentracks halten, aber gute Songs sind immer noch haufenweise vertreten.
Da hätten wir „Burn in the Fire“ welches mit einigen Screams und Growls von Jens schön aufgepeppt wird, „Only the Ocean knows“ wo es dann den Gastauftritt von Zak Stevens zu hören gibt, das ruhigere „Destroy my World“ und das schön melodische „Life“.
Mit dem wieder ruhigeren „Forgive“ schließt man das neue Album und die Geschichte dahinter wunderbar ab und entlässt den Hörer dann wieder in seine normale Welt, schade eigentlich!

Anspieltipps:

Viele starke Tracks tummeln sich hier, die Highlights sind aber mit Sicherheit, “Hide our sorrow”, “Fire”, “From Paradise”, „To Hell“ und “Hateful Hearts”.

Fazit :

DAWN OF DESTINY bleiben ihrem bisherigen Vorgehen absolut treu! Ihre Scheiben bieten immer eine mehr als ordentlich Spielzeit, eine interessante Konzeptstory ist ebenfalls wieder an Bord und starke Songs hat man ebenfalls in der Hinterhand.
Zwar ist die zweite Hälfte der Platte etwas schwächer als Teil Eins, aber insgesamt kann man sich hier auf jeden Fall im Vergleich zum letzten Album nochmal steigern und zieht so dieses Mal verdient in unsere vorderen Punkteregion ein!
Für Fans der Band und Freunde von abwechslungsreichen, female fronted Metal auf jeden Fall ein Pflichtkauf!

WERTUNG:





Trackliste:

01. Hide our sorrow
02. Fire
03. From Paradise
04. To Hell
05. Scream
06. Hateful Heart
07. Burn in the Fire
08. Only the Ocean knows
09. Light in the Night
10. Then i found you
11. Destroy my world
12. Belief
13. Life
14. Forgive

Julian

DEATH DEALER - Hallowed Ground

Band: DEATH DEALER
Album: Hallowed Ground
Spielzeit: 58:24 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Sweden Music Group
Veröffentlichung: 02.10.2015

Das Debütalbum „Warmaster“ REZI der Amerikaner von DEATH DEALER schlug im Jahr 2013 ziemlich hohe Wellen. Was ja aber auch nicht verwunderlich war, immerhin sind Sean Peck (CAGE), Ross the Boss (Ex MANOWAR), Stu Marshall (EMPIRES OF EDEN, Ex DUNGEON) und RHINO (Ex MANOWAR) Mitglieder der Band und diese Herren sind ja nicht irgendwelche Frischlinge.
Mittlerweile ist RHINO nicht mehr mit an Bord, die anderen schon und man hat den zweiten Langdreher mit dem klangvollen Namen „Hallowed Ground“ fertig.
Viele Infos haben die Jungs über das neue Album nicht parat, nur das obligatorische bessere Album soll es sein, mit allem was Heavy Metal so ausmacht.
Nun schauen wir mal ob man das Debütalbum in die Tasche stecken kann. Als Opener dient der Track „Gunslinger“. Episch und majestätisch beginnt die Nummer, bevor der ohrenbetäubende Gesang vom Sean und die sägenden Gitarrenriffs einsetzen. Eine flotte Angelegenheit ist das gute Stück geworden, welches ganz klar von seinen mächtigen Gitarrenriffs und dem eingängigen Chorus lebt. Als Beginn also bestens geeignet!
Schön druckvoll wenn auch eine Spur langsamer geht es dann beim anschließenden „Break the Silence“ zur Sache. Da die Nummer noch eine Spur eingängiger ist als der Vorgänger können wir auch hier ziemlich schnell ein Harken im positiven dahinter machen.
Danach gibt es leider eine kleine Talsohle zu durchschreiten den die nächsten Nummern sind nicht wirklich besonders packend und das spanische Gitarreninstrumental „Llega El Diablo“ passt irgendwie auch nicht so recht.
Ab „The Way of the Gun“ geht das Qualitätslevel zum Glück langsam wieder nach oben, welches mit dem schnellen „K.I.L.L“ schon wieder fast seinen Siedepunkt erreicht und diesen dann mit „I am the Revolution“ und „Total Devastation“ überschreitet.
Mit „The Anthem“ und „Corruption of Blood“ haben wir danach zwar wieder etwas schwächere Nummern zu verzeichnen, dies wird aber mit den abschließenden Krachern „Skull and Cross Bones“ und „U 666“ absolut ausgeglichen!
So bleibt insgesamt doch noch ein recht ordentliches, zweites Album übrig.

Anspieltipps:

Hier sind mit Sicherheit “Gunslinger”, “Break the Silence”, “I am the Revolution”, „Skull and Cross Bones“ und „U 666“ zu nennen.

Fazit :

Meine Erwartungen an den neuen Diskus von DEATH DEALER waren vielleicht doch etwas hoch, denn für mich kann man das Niveau des Debütalbums nicht ganz halten!
Dafür tummeln sich speziell im Mittelteil zu viele etwas schwächere Tracks. Aber ich denke das ist insgesamt dann doch etwas zu hart und vermutlich meckern auf hohem Niveau, denn eine Empfehlung stellt die Scheibe natürlich insgesamt trotzdem da und somit landet man auch bei 8,5 sehr ordentlichen Punkten.

WERTUNG:





Trackliste:

01. Gunslinger
02. Break the Silence
03. Plan of Attack
04. Seance
05. Lega El Diablo
06. The Way of the Gun
07. K.I.L.L
08. I am the Revolution
09. Total Devastation
10. The Anthem
11. Corruption of Blood
12. Skull and Cross Bones
13. U-666

Julian

Mittwoch, 7. Oktober 2015

W.A.S.P. - Golgotha

Band: W.A.S.P.
Album: Golgotha
Spielzeit: 55:52 min.
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Napalm Records
Veröffentlichung: 02.10.2015
Homepage: www.waspnation.com

In den Achtzigern waren sie eine der meist gehassten Bands aller Eltern auf der ganzen Welt. Dass hier die Politik (oder gelangweilte Gattinnen hochrangiger Anzugträger) in den USA wie immer alles auf die Spitze trieb (was sie auch heute noch tut und damit immer noch durchkommt, egal welches Thema gerade auf dem Tisch liegt) ist genau so ein alter Hut wie die Erkenntnis, dass W.A.S.P. So einige Klassiker auf dem Buckel haben. Blackie Lawless und seine Jungs schraubten im ersten Jahrzehnt ihres Bestehens ein grandioses Werk nach dem anderem zusammen. Das 1984er Debüt „W.A.S.P.“, „The Last Command“ (1985) oder das das insgesamt etwas schwächere „Inside The Electric Circus“ oder heroische Konzeptwerke wie „The Headless Children“ (1989) oder „The Crimson Idol“ (1992) haben auch heute nichts an ihrer Strahlkraft verloren. Danach taumelte aber auch diese Kapelle etwas kopflos durch die Neunziger und mit „Unholy Terror“ (2001) verlor sich meine persönliche Fährte zu den Amis.

Satte 14 Jahre und 5 Alben später liegt jetzt die neue Platte „Golgotha“ auf meinem Schreibtisch. Allzu groß ist die Erwartungshaltung nicht, so viel vorweg. Dass Mr. Lawless lange 6 Jahre ins Land ziehen ließ, bis er den Nachfolger zu „Babylon“ präsentiert, macht dann aber doch etwas stutzig. Aber zwischendurch standen erfreuliche Dinge wie die Feierlichkeiten zum 30jährigen Jubiläum oder eher negative Erfahrungen wie eine Schulter OP oder ein gebrochenes Bein an und so hat sich der Release immer wieder verschoben. Dass ein gewisser Abstand nicht immer schlecht ist, zeigt die Stärke von „Golgotha“ indes deutlich.

Erneut hat sich Blackie Lawless eines biblischen Thema´s angenommen, dieses Mal rund um den Berg, auf dem Jesus Christus gekreuzigt wurde. Dass sich nicht nur die Thematik wiederholt sondern W.A.S.P. in weiten Teilen des Albums erfolgreiche Rezepturen der Vergangenheit verwenden, darf hierbei nicht stören. Viele Fans wünschen sich genau das – und „Golgotha“ liefert. „Scream“ poltern die Amis los, als hätte es die letzten 20 Jahre nicht gegeben. Extrem melodisch geht es mit „Last Runaway“ weiter bevor Songs wie das ruhige „Miss You“, das krachende „Slaves Of The New World Order“ oder der erhabene Titeltrack nicht nur überlang sondern geradezu episch daherkommen. Dazwischen gibt es Kompromissloses („Shotgun“), Melodisches („Eyes Of My Maker“) und Typisches („Falling Under“).

„Golgotha“ ist stark geworden. Natürlich kratzt die Platte nicht an den Klassikern von W.A.S.P., aber Blackie Lawless und seine Jungs geben ihren Fans, das was sie an der Band lieben. Keine großen Experimente, sondern einfach der Sound, der unerschütterlich für W.A.S.P. steht.

WERTUNG:






Trackliste:

1. Scream
2. Last Runaway
3. Shotgun
4. Miss You
5. Fallen Under
6. Slaves Of The New World Order
7. Eyes Of My Maker
8. Hero Of The World
9. Golgotha

Stefan

CALIGULA'S HORSE - Bloom

Band: Caligula’s Horse
Album: Bloom
Spielzeit: 45:15 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: Inside/Out Records
Veröffentlichung: 16.10.2016

Mit dem Australischen Quintett CALIGULA'S HORSE hat das Inside/Out Label sein eh schon beeindruckendes Sortiment an aussergewöhnlichen Prog Bands nochmals um eine interessante Variante erweitert. Es ist erfreulich, dass die Verantwortlichen sich Mühe geben eine gesunde Balance aus eingesessenen, akzeptierten Großmeistern und frischen, hungrigen und ungemein kreativen jungen Bands zu erreichen. Das Qualitätslevel der Veröffentlichungen ist in der Regel sehr hoch angesiedelt und da macht die seit 2011 existierende Band aus Brisbane mit ihrem nun erscheinenden 3 Studio Album "Bloom" keine Ausnahme.

Parallelen zu Genre Kollegen sind dabei natürlich unvermeidbar und relativ leicht auszumachen: Stimme und Phrasierungen von Sänger Jim Grey erinnern mitunter an Ross Jennings von den britischen Label Kollegen Haken, das Energielevel und der Metal-Anteil in den Songs lässt z.B. an die Landsmänner Karnivool oder auch Fair to Midland denken. Das sind allerdings nur grobe Richtungsangaben, denn CALIGULA'S HORSE, und da sollte an sich von dem folkigen, entrückten Artwork nicht zu vorschnellen Schlüssen führen lassen, haben eine durchaus eigene Stimme gefunden: steigt der Opener "Bloom" noch genügsam mit einer Akustikgitarre und entspanntem Gesang ein, so bricht nach kurzer Zeit ein bretterndes Schlagzeug und moderne Gitarrenriffs eine Schneise durch den Blumengarten. Dass die Band dabei nie zu einer Brutalo-Combo verkommt liegt in erster Linie am Gesang der stets auf der Suche harmonischer Auflösung ist und dabei oft und gerne ganz eigene Wege geht. Das bedeutet aber auch, dass viele der Melodien recht lange brauchen um zu zünden und das Album einige Anläufe braucht um seine volle Wirkung zu entfalten. Sich über eine mangelnde Hookdichte zu beschweren ist daher wohl mühssig, denn Pop-Appeal ist klar nicht das erklärte Ziel der Band, die mit dem Longtrack "Dragonfly", der abwechslungreichen Wundertüte "Marigold" oder dem herrlichen und zugleich fordernden „Daughter Of The Mountain“ wunderbar verschrobene und doch zeitgemässe alternative Prog-Metal Kost abliefert.

„Bloom“ gehört zweifelsohne auf den Einkaufszettel von Hörern denen so verschiedene Bands wie Opeth, Between The Buried And Me oder Leprous den Tag verschönern. Zwischen tiefer Melancholie und jugendlich energischen Gitarrensalven gibt es unzählige wunderbare Details zu entdecken. Beide Daumen hoch.

WERTUNG: 





Trackliste:

01. Bloom
02. Marigold
03. Firelight
04. Dragonfly
05. Rust
06. Turntail
07. Daughter Of The Mountain
08. Undergrowth


Mario

DETH ENEMY - Unmovable

Band: Deth Enemy
Album: Unmovable
Spielzeit: 49:59 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Big Sky Song Records
Veröffentlichung: 25.09.2015
Homepage: www.dethenemy.com

4 lange Jahre war es in der Mache – das Debütalbum der Australier DETH ENEMY. Als die Brüder Al (guitars, vocals) und Frankie Caiulo (drums) 2011 beschlossen, ihre Garage in Queensland zum Aufnahmetempel umzufunktionieren und dort ihr erstes Demo aufzunehmen. Daraufhin traten sie an Tonmeister Andy Jackson heran, der von den Songs ziemlich begeistert sein musste. Denn nachdem er das Demo gemastert hatte, wirkte er für das Longplay-Debüt sogar selbst mit, indem er weitere Gitarren-, Bass- und Keyboardspuren beisteuerte. Zusammen mit Produzent Tom E Morrison (der ebenfalls auf Empfehlung Jackson´s ins Boot geholt wurde) nahm die Platte 2012 Formen an. Warum es letztendlich noch so lange gedauert hat, bis „Unmovable“ offiziell das Licht der Welt erblickt, bleibt ein Rätsel.

Fast auf die Sekunde genau 50 Minuten sind die 13 Songs lang. Und was die Ohren beim Opener „C.O.D. (Call Of The Devil)“ trifft, klingt gar nicht so verkehrt. DETH ENEMY haben einen eigenen Sound, der zwar mehr Druck vertragen könnte, aber die Australier schlagen den Bogen zwischen Vorbildern wie BLACK SABBATH oder LED ZEPPELIN und modernem Rock ziemlich gekonnt. Keine Bange, das hier ist nicht die tausendste Reinkarnation oben genannter Helden, zeitgemäße Spielwiesen sind auf „Unmovable“ genau so wichtig. Und so schält sich mit „One Thousand Years“ an zweiter Stelle gleich ein Highlight aus dem Kokon. Schleppend, intensiv und dennoch eingängig rocken DETH ENEMY hier los, geradezu vorbildlich. Noch größere Melodien packen die Aussies bei „Wicked World“ und „“ aus. Progressiv angehaucht präsentieren sie sich bei „Devil´s Playground“, bei dem Al Caiulo nicht davor zurückschreckt, den ein oder anderen hohen Schrei auszustoßen. Die Ballade „When An Angel Falls“ hat ebenso Potential.

Unterm Strich ist „Unmovable“ nicht das unumstößliche Monument, das es namentlich zu sein scheint. Aber DETH ENEMY haben ein recht eigenständiges Werk fabriziert, das Laune macht. Mit besserem Sound kommt das nächste Album sicher noch besser aus der Hüfte.

WERTUNG:






Trackliste:

1. C.O.D. (Call Of The Devil)
2. One Thousand Years
3. Wicked World
4. When An Angel Falls
5. Dark Side Of The Blues
6. The Hammer
7. Disicpline
8. Devil´s Playground
9. I Believe In Angels
10. Eternally Blessed
11. Ordinary People
12. Crucifier
13. Open Your Heart

Stefan

Montag, 5. Oktober 2015

MICHAEL MONROE - Blackout States

Band: Michael Monroe
Album: Blackout State
Spielzeit: 42:03 min.
Stilrichtung: Hardrock, Punk, Hair Metal
Plattenfirma: Spinefarm Records
Veröffentlichung: 16.10.2015
Homepage: www.michaelmonroe.com

MICHAEL MONROE hat Rückenwind! Zwar ist ihm nach dem letzten Album „Horns And Halos“ (Rezi HIER) mit Dregen (der seine BACKYARD BABIES wieder ins Spiel brachte – Rezi HIER) schon wieder ein Gitarrist entlaufen, von solchen Nichtigkeiten lässt sich eine Ikone wie Monroe aber schon lange nicht mehr beirren. Und so steht der verbleibende Steve Conte (Ex-NEW YORK DOLLS) erstmals  mit Neu-Kollege Rich Jones (THE BLACK HALOS) für die Gitarrensalven gerade. Weiterhin zur Band gehören Bassist Sami Yaffa (Ex-HANOI ROCKS, Ex-NEW YORK DOLLS) und Schlagwerker Karl Rockfist (Ex-DANZIG). Die Band scheint also weitestgehend gefestigt zu sein. Das haben die Leistungen der letzten Jahre eindeutig gezeigt. Denn seitdem der Finne seinen dritten Solo-Frühling bei Spinefarm Records zuerst mit einem Livealbum begann, zeigt die Kurve wieder steil nach oben. Die beiden Studioplatten „Sensory Overdrive“ (2011) und zuletzt „Horns And Halos“ (2013) haben Spaß gemacht.

Zusammen mit HARDCORE SUPERSTAR geht es bald auf Double-Headliner Tournee durch Europa (siehe unsere NEWS), da will das neue Material wohl durchdacht sein. „Blackout State“ beginnt mit einem Punkrocker – der Titel „This Ain´t No Love Song“ lässt dies schon vermuten. In gewohnter Manier rotzt der Finne mit seiner Kapelle diese gut zweieinhalb Minuten runter. Ein guter Einstieg. Das gemächlichere „Old King´s Road“ macht ebenfalls einen glänzenden Eindruck. Melodisch, punkig, einprägsam. Wer auf diese Gattung Songs steht, wird sicherlich bei „Goin Down With The Ship“, „Six Feet In The Ground“ oder dem Titeltrack das Haupthaar schütteln. Wer eher schnellere Nummern bevorzugt, sollte mit „Good Old Bad Days“, „Walk Away“ oder dem Nackenbrecher „R“ gut bedient sein.

MICHAEL MONROE und seine Band machen das wie am besten können. Und das hat nichts mit großer Kunst zu tun sondern einfach mit Lebensgefühl. Was der Finne mit HANOI ROCKS erreicht hat, liegt schon lange Zeit zurück und wird nur im Rückspiegel sichtbar. In der Gegenwart aber ist er mindestens genau so vital und fit – und das schlägt sich ein ums andere Mal in seinen letzten Werken nieder. Auch „Blackout State“ ist ein ambitioniertes Stück Musik, das einfach Spaß macht. Das kann man nicht erklären, das muss man hören und erleben. Am Besten auch live – zum Beispiel am 21. Oktober in München

WERTUNG:






Trackliste:

1. This Ain´t No Love Song
2. Old King´s Road
3. Goin Down With The Ship
4. Keep Your Eye On You
5. The Bastard´s Bash
6. Good Old Bad Days
7. R
8. Blackout States
9. Under The Northern Lights
10. Permanent Youth
11. Dead Hearts On Denmark Street
12. Six Feet In The Ground
13. Walk Away

Stefan

KELDIAN - Outbound

Band: Keldian
Album: Outbound
Spielzeit: 52:03 min.
Stilrichtung: Power Metal, Heavy Metal
Plattenfirma: Perris Records
Veröffentlichung: 07.10.2015
Homepage: www.keldian.com

Eigentlich datiert das dritte Album der norwegischen Metalband KELDIAN auf 2013. Dennoch findet „Outbound“ erst jetzt offiziellen Weg über Perris Records in die Regale. Arbeiteten die Norweger bereits für die ersten beiden Scheiben „Heaven´s Gate“ (2007) und „Journey Of Souls“ (2008) mit den US-Hair Metal Spezialisten zusammen, nehmen KELDIAN jetzt einen anderen Anlass für ihre erneute Kollaboration mit Perris. Die beiden ersten Platten werden erneut und remastered unters Volk gebracht und so kommt auch „Outbound“ in den Genuss eines offiziellen Releases durch das US-Label. Ursprünglich war dieses Paket mit dem deutschen Label Ice Warrior Records geplant, eine Durchführung fand jedoch nicht statt.

„Sic itur ad astra“ ist das Credo des 2006 gegründeten Power Metal Duos Christer Andresen (vocals, guitars, bass) und Arild Aardalen (synthesizers, vocals). „So steigt man zu den Sternen auf“ - ein Leitsatz, der für die Musik der Beiden passt. Denn mit ihrer Musik, die irgendwo zwischen Power Metal und leicht progressivem Heavy Metal tendiert, verbinden sie Science Fiction Texte. Für die neuen Veröffentlichungen wurde das Cover-Konzept angepasst – auf „Outbound“ prangt nun eine glühend heiße Sonne. Ob das Material darauf ebenso heiß ist, klären wir natürlich hier:

Mit einem RUNNING WILD Gedächtnisriff beginnt „Burn The Sky“ recht gefällig. Aber KELDIAN kopieren die deutschen Piraten Metaller nicht, sondern entlehnen lediglich ein Riff. Der Song ist ebenso geprägt von schnellen Keyboardeinsätzen und fetten Chören, die nicht wenig an Bands wie STRATOVARIUS erinnern. Auch die Midtempo Nummer „Earthbound“ kann mit guten Melodien und ebensolchem Songwriting punkten. Hochglanzmelodien auch bei „Never Existed“ oder dem starken „Morning Light Mountain“. Nachdem sich die Norweger mit dem schnellen „Kepler And 100 000 Stars“ verausgabt haben, stellen sie mit „The Silfen Paths“ ein zwölfminütiges Opus in den Raum, das nicht nur ausufernd im Songwriting ist sondern auch die ganze Bandbreite von KELDIAN zeigt. Im weiteren Verlauf gibt das Duo mit „Run For Your Life“, welches nicht an die Stärke der übrigen Songs heranreicht, dem progressiverem „A Place Above The Air“ und abschließend mit „F.T.L.“ noch drei weitere Kostproben ab.

Mit „Outbound“ haben KELDIAN ein gutklassiges Power Metal Album an den Start gebracht, das sicher das ausgereifteste Werk der eigenen Discographie darstellt. Außergewöhnlich ist dieses sicher nicht, Genrefans dürfen aber dennoch ein Öhrchen riskieren. Außerdem stellt uns das Duo ein viertes Album in Aussicht, das in der Mache sein soll und nach eigenen Aussagen „mindblowing“ sein wird. Na dann sind wir doch mal gespannt. Wie bereits erwähnt gibt es neben dieser Silberscheibe auch die beiden ersten Alben als Re-Release.

WERTUNG:






Trackliste:

1. Burn The Sky
2. Earthbound
3. Never Existed
4. Morning Light Mountain
5. Kepler And 100000 Stars
6. The Silfen Paths
7. Run For Your Life
8. A Place Above The Air
9. F.T.L.

Stefan

7TH HEAVEN - Next

Band: 7th Heaven
Album: Next
Spielzeit: 32:02 min.
Stilrichtung: AOR, Pop, Rock
Plattenfirma: NTD Records
Veröffentlichung: 18.08.2015
Homepage: www.7thheavenband.com

Wenn man sich die Vita der US-Rocker 7TH HEAVEN so anschaut, bekommt man schon große Augen. 1985 gegründet wollen über 4000 Songs geschrieben bzw. aufgenommen worden sein, eine Veröffentlichung namens „Jukebox“ beinhaltet alleine 700 Songs. Sie haben sowohl für BON JOVI, KID ROCK und STYX vor jeweils 80000 Leuten eröffnet und hatten 3 Nummer 1 Hits in den Billboard Charts. Bei diesen Zahlen muss doch was faul sein, oder? Unbestritten ist, dass Gründer Richard Hofherr ein wahrer Workaholic ist. Und er hat es drauf, Ohrwurmmelodien am Fließband zu erschaffen. Umso erstaunlicher ist es doch, dass wir hier in Deutschland noch gar nicht viel von dieser Band gehört haben. Man sollte aber diese Zahlen etwas relativieren, denn ein Großteil dieser immensen Ansammlungen von Songs ist der Tatsache geschuldet, dass 7TH HEAVEN sich gerne mal bekannte Hits zur Brust nehmen und eine Medley-CD daraus zaubern. Da gibt es „Pop Media“, „Dance Media“ oder „Pop Medley 1-3“. Auch eine Weihnachts-CD darf hier nicht fehlen und auch so halten es die Amis mit ihren Releases gerne mal etwas inflationär.

Dass die neue CD „Next“ aber erst die sechste Studioplatte in diesem Jahrtausend ist, grenzt fast an ein Wunder. Und überhaupt: zwar wurde die Band laut eigenen Aussagen bereits 1985 gegründet, eine reguläre Scheibe vor dem Jahr 2000 sucht man allerdings vergeblich. Aber konzentrieren wir uns wieder auf die neuen Songs. Auch für die neue Platte haben 7TH HEAVEN wieder einen neuen Sänger in ihren Reihen. Adam Heisler heißt der neue Mann und er fügt sich perfekt in die poppige Welt der Amis ein.

„Time Of Our Lives“ liefert dann auch genau das, was das Etikett verspricht. Poppiger, fast schon kitschiger Rock, der ohne perfekt zu Sommer, Schirmchendrink und Strand passt. Wobei Rock fast schon zu hoch gegriffen ist. Im Grunde machen 7TH HEAVEN einfach Popmusik. Wer nach dem Opener die CD nicht sofort wieder aus dem Player wirft, wird mit „Diamonds“, „Young & Bulletproof“ oder „Take Me With You“ weitere hochmelodische Ohrwürmer mit Gute-Laune-Garantie vorfinden. „You And I“ orientiert sich dann aber doch sehr an JAMES BLUNT und hin und wieder grätschen die Amis gerne mal mit purem Kitsch dazwischen.

7TH HEAVEN polarisieren – so viel steht fest. Eigentlich hat die Besprechung dieser Platte nichts in einem Rockmagazin verloren. Und doch müssen sie etwas haben. Man muss einfach hinhören und ich ertappe mich immer wieder dabei, dass ich vor mich hinsumme. Dennoch weiß ich immer noch nicht, ob ich das hier lieben oder hassen soll. „Next“ bietet eine halbe Stunde Popmusik, die keinerlei Ansprüche erhebt, anspruchsvoll zu sein. Unterhalten soll sie, und das tut sie. Nicht mehr aber auch nicht weniger.

WERTUNG: ohne Wertung

Trackliste:

1. Time Of Our Lives
2. Diamonds
3. She´s On Fire
4. Young And Bulletproof
5. You And I
6. She Could Use A Little Sunshine
7. Don´t Wanna Be In Love
8. Something That You Want
9. Standing On Top Of The World
10. Take Me With You

Stefan

Freitag, 2. Oktober 2015

DRAGONY - Shadowplay

Band: Dragony
Album: Shadowplay
Spielzeit: 56:21 min
Stilrichtung: Symphonic Power Metal
Plattenfirma: Limb Music
Veröffentlichung: 25.09.2015
Homepage: www.dragony.net

Die Österreicher von DRAGONY habe ich schon seit 2012 auf dem Radar. Damals entdecke ich ihr 2011 in Eigenregie veröffentlichtes Debütmeisterwerk „Legends“ REZI und dieses gute Stück haute mich komplett damals aus den Socken!
Nun hat man einen Deal mit dem renommierten Label Limb Music an Land gezogen und veröffentlicht darüber das zweite Album „Shadowplay“. Wenn das neue Werk genauso gut ist wie das Debüt, dann steht uns hier ein ganz heißes Eisen bevor!
Zwischen den beiden Alben bliebt man leider nicht vor Veränderungen verschont und musste auf den Posten des Gitarristen und des Keyboarders mit Simon Saito und Manuel Hartleb neue Leute einarbeiten. Das dies aber tadellos von statten ging werden wir später noch hören.
Man wollte das Debütalbum in Sachen eingängige Hymnen und Bombast noch übertreffen und arbeitete deswegen mit Lukas Knoebl, seines Zeichens Mastermind der Symphonic Metaller von ILLUMINATA und mit dem CIRCLE II CIRCLE Fronter Zak Stevens zusammen.
Das Ergebnis dieser ganzen Arbeit hören wir uns jetzt genauer an und starten mit dem Albumopener „Wolves of the North“. Mit diesem sehr melodischem Track hat man direkt den perfekten Einstieg gewählt! Mal geht das Ganze mehr in die epische Richtung, mal hört man hier perfekten Melodic Metal. Dazu kommt dann noch ein geiler Chorus, diese Nummer wird sich metertief in eure Gehörgänge graben, das verspreche ich euch!
Das anschließende „Shadowrunners“ kommt dann wieder etwas knackiger aus den Boxen, bevor mit dem Stampfer „Kling of the First Flame“ eher die epische Metalfraktion glücklich gemacht wird. Erste Sahne ist aber beides!
Weiter geht es im qualitativ hohem Takt mit „The Maiden's Cliff“. Hier handelt es sich quasi um den „The Bard's Song“ (BLIND GUARDIAN) von DRAGONY. Eine ruhigere Nummer die ganz im Stile des genannten Songs live ziemlich gut rüber kommen wird.
„Warlock“ ist wieder episch, klassisch gehalten, bevor wir dann mit „Babylon“ eine wahre Perle präsentiert bekommen. Diese Nummer bombt mit seinen mehrstimmigen Chören und dem einprägsamen Chorus ziemlich alles hoch melodische aus dem Weg was mir in der letzten Zeit über den Weg gelaufen ist. Eine richtige geile Nummer die für Melodic Metaljünger nur zum danieder knien ist!
Danach folgt mit „Dr. Agony“ eine zwar sehr cheesige Nummer, die aber wieder so gut gemacht und eingängig ist das sie Mörderlaune verbreitet.
Auf dem Weg zum Ende der Platte ist auch weiterhin kein Ausfall zu verzeichnen, absoluter Glanzpunkt ist hier das überlange „The Silent Sun“ welches mit dem Gastauftritt von Zak Stevens aufwarten kann.
Als Abschlusssong hat man dann das Cover des neuen David Hasselhoff Songs „True Suvivor“ gesetzt. Der Track alleine ist ja schon im Original mit viel Augenzwinkern versehen und die Umsetzung von DRAGONY ist ebenfalls richtig gut gelungen! Für mich als 80iger Kind ist The Hoff eh der King! : - )

Anspieltipps:

Kein Fallobst! Alles bomben Tracks, von vorne bis hinten hörbar!

Fazit :

Mein Fazit ist recht schnell verfasst. Kaufen, Kaufen, Kaufen sage ich da nur! Geile zweite Scheibe der Jungs von DRAGONY die dem schon starken Debütalbum noch einen drauf setzt. Fans des Genres werden ihre wahre Freude an dem Silberling haben und sollte sich die Supporttour von DRAGONY mit GAMMA RAY Ende Oktober/Anfang November ganz dick im Kalender anstreichen!

WERTUNG:





Trackliste:

01. Wolves of the North
02. Shadowrunners
03. Klin of the First Flame
04. The Maiden's Cliff
05. Warlock
06. Babylon
07. Dr. Agony
08. At Daggers Drawn
09. Unicorn Union
10. The Silent Sun (feat. Zak Stevens)
11. True Suvivor

Julian

DEMON'S EYE - Under the Neon

Band: Demon's Eye
Album: Under the Neon
Spielzeit: 53:04 min
Stilrichtung:Classic Rock
Plattenfirma: MMS
Veröffentlichung: 18.09.2015

Wenn man von Classic Rock im Stile von RAINBOW oder DEEP PURPLE spricht, dann muss seit 2011 auch die deutsche Band DEMON's EYE erwähnen. Die Jungs, die bis dahin eher als Coverband der genannten Gruppen unterwegs waren, schnappten sich kurzerhand den bekannten Sänger Doogie White (RAINBOW, MSG) und nahmen mit ihm ihr Debütalbum „The Stranger Within“ auf, welches aus eigenen Kompositionen ganz im Stile ihrer großen Vorbilder bestand. Das Album ging sprichwörtlich durch die Decke, sahnte klasse Reviews in der gesamten Presse ab und landete bei Amazon auf Platz 3 der Bestellcharts.
Nun sind die Jungs, ein wenig runderneuert mit dem neuen Keyboarder Gert-Jan Naus, zurück und präsentieren uns ihr zweites Album „Under the Neon“. Dieses Mal soll das Ganze eher etwas eigenständiger, eben nach DEMON's EYE, klingen, was jetzt aber nicht heißt das man nicht mehr die Einflüsse genau raushört.
Als Fan des ersten Albums war bestimmt nicht nur ich gespannt auf das neue Werk und mit dem Openerintro „Epic“ startet die neue Platte schon mal recht vielversprechend. Sanfte Klänge zu Beginn die sich immer mehr steigern, als langsame Heranführung an das Album ist das schon mal nicht schlecht.
Bei „Road to Glory“ läuft dann der Hase ganz anders. Kraftvoll direkt von Beginn an grooven sich die Jungs durch diese Nummer, die über einen interessanten und abwechslungsreichen Aufbau verfügt.
Die erste Ohrbombe haben wir dann mit dem etwas langsameren „Closer to Heaven“. Hier wird jede Menge Atmosphäre und Gefühl an den Tag gelegt, was natürlich Sänger Doogie absolut zu Gute kommt. Eine tolle Nummer!
„Five Knuckle Shuffle“ ist da im Anschluss ein flotter, sehr rockiger Track, bevor mit „Welcome to my World“ und „Finest Moment“ die wieder etwas ruhigeren besseren Ohrbomben zu hören sind.
Danach rockt uns „Fallen Angel“ den Staub aus den Boxen, ein sehr abwechslungsreicher Song der immer mal wieder schön das Tempo variiert.
Mehr als die Hälfte der neuen Scheibe sind um, auf der Schlussgeraden gibt es aber noch weitere Tracks die sich ohne Probleme in unsere Gehörgänge spielen. Da wäre das flotte „Master of Destiny“ welches auch wieder ruhige Momente vorweisen kann und das rockige „Blood Red Sky“.
Die anderen Songs sind zwar keine Ausfälle, können aber das oberste Qualitätsniveau nicht ganz erreichen.

Anspieltipps:

“Closer to Heaven”, “Welcome to my World”, “Finest Moment”, “Fallen Angel” sowie “Master of Destiny” sind hier auf jeden Fall zu nennen.

Fazit :

Mit dem zweiten Album verbessern sich die Jungs von DEMON'S EYE auf jeden Fall im Vergleich zum schon tollen Debüt nochmal. Alles wirkt eine Spur homogener und man findet so nach und nach zum eigenen Stil.
In der heutigen Zeit sind richtige Classic Rock Alben selten geworden, da können Fans dieser Spielart auf jeden Fall hier ungehört zuschlagen! Tolles zweites Album!

WERTUNG:





Trackliste:

01. Epic
02. Road to Glory
03. Closer to Heaven
04. Five Knuckle Shuffle
05. Welcome to my World
06. Finest Moment
07. Fallen Angel
08. Master of Destiny
09. Dancing on Air
10. Blood Red Sky
11. The Messenger

Julian

SEBASTIEN - Dark Chambers of Deja-Vu

Band: Sebastien
Album: Dark Chambers of Deja-Vu
Spielzeit: 67:03 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Pride & Joy Music
Veröffentlichung: 25.09.2015
Homepage: www.sebastienofficial.com

Power Metalbands aus Tschechien gibt es nicht all zu viele. SEBASTIEN bilden da eine ruhmreiche Ausnahme. Und obwohl die Jungs bislang nur ihr Debütalbum 2009 veröffentlichten, haben sie schon einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt, was auch an ihrer ordentlichen Livepräzens liegen dürfte. Unter anderem spielte man 2012 auf dem Masters of Rock Festival und 2013 auf dem Metalfest.

Nun sechs Jahre nach dem Debütalbum steht das zweite Album der Band mit dem klangvollen Namen „Dark Chambers of Deja-Vu“ in den Startlöchern und genauso wie auf dem Debüt gibt es auch dieses Mal einige Gastmusiker zu bestaunen.

Neben dem Etatmäßigen Sänger George Rain sind hinter dem Mikro auch noch Tony Martin (BLACK SABBATH), Aylin Gimenez (SIRENIA) und Zak Stevens (CIRCLE II CIRCLE) aktiv und auch an der instrumentalen Front gibt es mit Sergey Badikov (INNER FEAR) und Roland Grapow (MASTERPLAN) Gastverstärkung. Letzterer hat sogar das Album produziert.

So, dann schauen wir doch mal wie uns das Album bzw. der Albumopener „Stranger at the Door“ mundet. Dieser ist ein toller Power Metaltrack geworden, der mit ordentlich Keyboardunterstützung daherkommt, einen schmissigen Chorus besitzt und auch die notwendige Portion Härte mitbringt. Ein geiler Beginn, der sich direkt in die Gehörgänge gräbt und definitiv Lust auf mehr macht!

Nicht weniger kraftvoll und eingängig ist das folgende „Highland Romance“ welches auch ohne echte Dudelsäcke einen schönen schottischen Touch vorweisen kann.

„Crucifixion of the Heart“ lässt uns ebenfalls mit einem Grinsen zurück, aber„Lamp of God“ sowie „The Walls of Lyman-Alpha“ lassen das Grinsen wieder ein wenig ersterben, zu gewöhnlich und durchschnittlich sind die Tracks geraten.

Na bei fünfzehn Stück sind ein, zwei Durchhänger auch mal zu verschmerzen!

„Spinx in Acheron“ und „Frozen Nightingales“ sind wiederum Songs die es spielend schaffen an die ersten Ohrwürmer anzuknüpfen und landen deswegen auch direkt mal auf unserer Highlightliste.

Mit „Sleep in the Glass“, „Man in the Maze“ und „The House of Medusa“ bleibt in der Folge das Qualitätsniveau auch schön hoch und auch die anderen Tracks sind absolut keine Füller und Arschbomben geworden.

Mit den zwei Livetracks „Dorian“ und dem BLACK SABBATH Cover „Headless Cross“ am Ende findet ein bärenstarkes zweites SEBASTIEN Album seinen wohlverdienten und runden Abschluss.

Anspieltipps:

Die durchschlagensten Tracks sind mit Sicherheit “Stranger at the Door”, “Highland Romance”, „Spinx in Acheron“, “Frozen Nightingales” sowie “The House of Medusa”.

Fazit :

Was lange währt wird endlich gut! So könnte man das neue SEBASTIEN Album grob zusammenfassen. Man hat sich lange Zeit gelassen, aber das warten hat sich gelohnt, denn die Jungs haben ein tolles, abwechslungsreiches zweites Album eingespielt. Mit tollen Gastauftritten, die man leider nicht immer ganz raus hört, starken Songs und einer klasse Spielzeit greift man ganz klar die Spitzenplätze im schon vollen Power Metalgenre an.

Für Freunde eben jenes Genre mit Sicherheit ein Musskauf!

WERTUNG:






Trackliste:

01. Stranger at the Door
02. Highland Romance
03. Crucifixion of the Heart
04. Lamb of God
05. The Walls of Lyman Alpha
06. Sphinx in Acheron
07. Frozen Nightingales
08. Sleep in the Glass
09. The Ocean
10. Man in the Maze
11. The House of Medusa
12. My Deepest Winter
13. Last Dance at Rosslyn Chapel
14. Headless Cross (Live Bonus Track)
15. Dorian (Live Bonus Track)

Julian

Mittwoch, 30. September 2015

SAGA - The Beginner's Guide to Throwing Shapes / The Security of Illusion (Re-Releases)

Band: Saga
Album: The Beginner's Guide to Throwing Shapes / The Security of Illusion (Re-Releases)
Spielzeit: 55:17 min / 65:39 min
Stilrichtung: Progressive Rock
Plattenfirma: earMusic
Veröffentlichung: 04.09.2015
Homepage: www.sagaontour.ca

Fans der kanadischen Melodic Progger SAGA werden im Laufe der nächsten Monate voll auf Ihre Kosten kommen, denn das earMusic Label wird im Monatsrhythmus jeweils 2 Scheiben aus der Banddiskographie in chronologischer Reihenfolge neu auflegen. Etwas befremdlich ist zwar, dass bei dieser Retrospektive erst die Alben ab 1989 berücksichtigt werden, und somit die ersten 7, durchaus wegweisenden Alben, aussen vor bleiben. Das heisst, das so beliebte Klassiker wie "Images at Twilight" (1979), "Wildest Dreams" (1987) oder gar "Worlds Apart" (1981) mit dem Riesenhit "Wind Him Up" nicht berücksichtigt werden. Das ist wohl fehlenden Lizensierungen geschuldet und verständlich, aber dennoch ein Wermutstropfen. Gemein ist den nun vorliegenden ersten beiden Neu-Veröffentlichungen (sowie den noch folgenden) das frische Remaster sowie die Bonustracks, die jeweils von einem Auftritt der Band 2015 in Hamburg stammen. Wenn man sich also die gesamte Re-Release Reihe ins Regal stellt hat man auch das gesamte Live-Konzert (gestückelt auf 12 Cds) vorliegen - naja. So ähnlich wurde das auch auf den aktuellen White Lion Re-Releases von Rock Candy Records gemacht. Eine einzelne Bonus-Disc mit dem gesamten Konzert hätte allerdings mehr Sinn gemacht und wäre durchaus kundenfreundlicher gewesen.

"The Beginner's Guide to Throwing Shapes" (1989)

Auf "The Beginner's Guide to Throwing Shapes" besonnen sich die Mannen um Sänger Michael Sadler und Gitarrist Ian Crichton wieder auf Ihre progressiven Wurzeln, die Ihnen vor allem in Europa den Weg in die Herzen vieler Musikfans geebnet hatten. Zwar ist die Produktion der Scheibe durch und durch eine Kind der 80er, das muss in dem zur Zeit grassierenden Eighties-Hype aber nichts Schlechtes sein. Zumal die Band ein starkes Stück melodischen Rock eingetütet hatte. Billig klingt hier nichts, im Gegenteil. Der Klang des Albums erinnert an Top-Kollegen der damaligen Zeit wie Toto und hat dank des Remasters den Schritt in die Neuzeit gut überstanden. Der agile Opener "How Do I Look" mit seinen Wiesel-flinken Gitarrenlicks und der perfekten Verzahnung aus Keyboardes und anspuchsvollen Breaks gibt die Marschrichtung vor, die in dem genialen "Giant" seinen gelungenen Abschluss findet. Dazwischen tummeln sich mit "Shape" und "As I Am" weitere gelungene Tracks die man als Progfan gehoert haben sollte.

"The Security of Illusion" (1993)

Vier Jahre später erschien mit "The Security of Illusion" das nächste Album der Band, die nun Ihren Sound (mal wieder) neu ausrichtete: war der Vorgänger noch luftig und ausgewogen in Szene gestezt, so drücken bereits bei "Mind Over Matter" die Gitarren um einiges fetter aus den Boxen. SAGA wagten hier einen deutlichen Schritt Richtung Hardrock und Gitarrist Crichton rückt mit heftigen Riffs und Soli in den Fokus von Tracks wie "Stand Up" oder "Without You". Leider blieb hierdurch die ganz eigene, charakteristische Duftnote der Band etwas auf der Strecke, trotz der Rückkehr von Keyboarder Jim Gilmour und Schlagzeuger Steve Negus, die zum ersten Mal seid 1985 wiedr emit von der Partie waren - vieles klingt halt wie bei anderen Hardrock Bands dieser Zeit auch, auch wenn die Fans, vor allem in Europa, von der neuerlichen Soundjustierung weiterhin angetan waren und der Band anhaltenden Erfolg bescherten. Das Coole, Entrückte, die perfekte Balance aus Prog, Pop und Rock die die Band bis dahin etabliert hatte, blieb allerdings ein wenig auf der Strecke.

SAGA haben sich über viele Jahre einen hervorragenden Ruf erarbeitet und Ihr Beitrag zum Prog-Genre ist nicht zu unterschätzen. Da ist es erfreulich, dass ein Grossteil des Backkatalogs nun in einer vor allem klangteschnisch gut aufpolierten Fassung wieder unters Volk gebracht wird. Von den diversen fragwürdigen Details der Re-Releases mal abgesehen sollte hier in erster Linie die Musik im Vordergrund stehen, und die kann man auch heute noch, 25 Jahre später, immer noch geniessen.

WERTUNG:






Trackliste:

The Beginner’s Guide to Throwing Shapes (1989)

01. How Do I Look
02. Starting All Over
03. Shape
04. Odd Man Out
05. The Nineties
06. Scarecrow
07. As I Am
08. Waiting In The Wings
09. Giant
10. Wind Him Up (Live at Fabrik, Hamburg)
11. The Flyer (Live at Fabrik, Hamburg)

The Security of Illusion (1993)

1. Entracte (instrumental)
2. Mind Over Matter
3. Once Is Never Enough
4. Alone Again Tonight
5. I'll Leave It In Your Hands
6. The Security of Illusion
7. Stand Up
8. Days Like These
9. Voila! (instrumental)
10. No Man's Land
11. Without You
12. The Security Of Illusion (Acoustic Version)
13. Scratching the Surface (Live at Fabrik, Hamburg)
14.  Ice Nice (Live at Fabrik, Hamburg)

Mario

Montag, 28. September 2015

JONO - Silence

Band: Jono
Album: Silence
Spielzeit: 39:42 min.
Stilrichtung: Progressive Rock, Art Rock
Plattenfirma: Jono Music
Veröffentlichung: 15.07.2015
Homepage: www.jonotheband.se

Schweden ist gesegnet – mit unzähligen talentierten Musikern aller Art, mit toller Natur und einer eigenen Währung. Mit nur 22 Einwohner auf einen Quadratkilometer kommt das skandinavische Land nur auf ein Zehntel des Durchschnitts hierzulande. Aber es gibt natürlich auch Schattenseiten – und das im wahrsten Sinne des Wortes: der Winter in Schweden ist lang und dunkel. Vielleicht ist das ein Faktor für die große Musikerdichte. Auch auf Schweden´s größter Insel Gotland tummeln sich einige davon. Ein Beispiel ist der Sänger Johan Norrby, der vor gut zehn Jahren begann, seine Karriere anzukurbeln. Anfangs als Solokünstler. Nachdem 2006 ein erstes Album entstand, formte sich aus JoNo (mit den Kürzeln seines Namens) eine echte Band. Zusammen mit Gitarrist Stefan Helleblad und Drummer Nicka Hellenberg (beide WITHIN TEMPTATION), Keyboarder Johan Carlgren und Bassist Janne Henriksson entstand 2013 das erste Bandalbum „Requiem“, das frenetisch von Fans und Presse gefeiert wurde.

Jetzt steht mit „Silence“ ein Nachfolger in den Startlöchern. Der Stil darauf könnte als eine Mischung aus frühen QUEEN und TOTO betitelt werden. Eigentlich sind JONO aber zu speziell, um sie irgendwo einzuordnen. Einigen wir uns auf progressiven Symphonic-Pomp-Rock, verrückt oder? Stilprägend ist dabei sicher die Stimme von Johan Norrby – und die riesigen Melodiebögen, die die Formation über ihre Kreationen spannt.

Hat der Opener „Man Of Misery“ bereits Hitpotential, legen die Schweden erst in dessen Folge so richtig los. Das unwiderstehliche „Wasting Time“, das majestätische „Can We make It“ oder die wundervolle Ballade „Turn Around“ sind nur einige Beispiele für die großartige Kunst, die den Hörer auf „Silence“ erwartet. Das rockige „Your Bread“ oder das opulente „In My Life“ schlagen Brücken zu Bands wie TOTO oder SUPERTRAMP, ohne sie zu kopieren und die noch folgenden Stücke „Clear“, The One To Blame“ und „Opus“ sind genau so grandios wie furios. Das kurze „Josefina“ bildet den Schlussakkord eines wahrlich meisterlichen Albums.

Wer die Band (so wie ich) bisher nicht kannte, kann nur applaudieren und zu einer Leistung gratulieren, die nur wenigen Combos heutzutage gelingt. JONO bewahren sich ihre Identität und dürfen gerne als einzigartig bezeichnet werden. Zwar beflügeln einige Vorbilder den Sound der Schweden, im Grunde geht dieser Einfluss aber nie so weit, dass er das Gesamte verwässert. JONO sind eine seltene Spezies in der heutigen Musikwelt: eine Band, die nicht versucht zu kopieren und damit Erfolg zu haben. Sie könnte selbst als Vorbild herhalten. „Silence“ strotzt nur so vor Selbstvertrauen und großer Musikalität - hier ist Musik wieder Kunst. Chapeau!

WERTUNG:






Trackliste:

1. Man Of Misery
2. Wasting Time
3. Can We Make It
4. Turn Around
5. Your Bread
6. In My Life
7. Clear
8. The One To Blame
9. Opus
10. Josefina

Stefan

SUPREMACY - Leaders

Band: Supremacy
Album: Leaders
Spielzeit: 44:13 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Borila Records
Veröffentlichung: 28.08.2015
Homepage: www.supremacyband.com

Harten Rock aus Kolumbien hat man nicht alle Tage im heimischen Player. Umso interessierter wurde die frohe Kunde in unserer Redaktion aufgenommen, dass SUPREMACY aus der Hauptstadt Bogotá ihr neues Album „Leaders“ veröffentlichen – und das noch über ein deutsches Label. Wenn man sich die Liste der Mitwirkenden so ansieht, könnte man fast meinen, ein neues Produkt von Frontiers Records in den Händen zu halten. Namen wie Jakob Samuel (THE POODLES), Alessandro Del Vecchio, Nigel Bailey (THREE LIONS) oder Robert Sall (W.E.T., WORK OF ART) machen die Runde. Aber diese illustre Runde sind ausnahmsweise nur in Nebenrollen zu hören, denn die eigentliche Band SUPREMACY besteht aus Paul Reyna (bass), Danny Agosta (guitars), Harold Waller (vocals), Andres Tovar (drums) und Paulo Cuevas (keyboards). Nicht verwechseln sollte man diese Band mit einem geplanten, gleichnamigen Projekt der Herren Lessmann/Voss.

Wenn solch namhafte Künstler wie o.g. sich dazu hinreißen lassen, Gastbeiträge zu einem Album zu leisten, muss es sich um etwas Besonderes handeln. Nachdem sich die Band 2009 zusammengefunden hat, nahm man eine EP auf und machte sich 2011 an einen Longplayer. Als die Masterbänder im Studio gestohlen wurden, war „Beyond“ der einzige Song, der „gerettet“ werden konnte. Er wurde zusammen mit zwei Neuaufnahmen von „Crazy Love“ und „Life Is Ending“ als digitaler Release veröffentlicht. Zwischen 2013 und 2014 machte man sich daran, neue Songs zu schreiben, die jetzt als „Leaders“ das Licht der Welt erblicken.

„No One Like You“ mit Jakob Samuel als Gastvokalist wurde an den Anfang des Albums gestellt. Mit gutem Grund, denn der Song hat Klasse. Mit typischen TALISMAN-Bassläufen und ordentlichem Groove geht die Nummer herrlich ab. Unähnlich ist sie einem POODLES Song allerdings nicht. Bei „Turning To Dust“ agiert die Band um einiges progressiver. Der Gesang von Harold Waller ist ähem gewöhnungsbedürftig. Schon beim dritten Song „On My Way“ präsentieren die Südamerikaner mit Nigel Bailey einen weiteren Gast am Mikrofon. Nach der Ballade „Save Me“ folgt mit „Time Never Lies“ eine weitere Nummer, die absolute Massenware ist. Lediglich „Yesterday A Freedom“ oder „Meaning Of Love“ - eine weitere Ballade – können punkten. Für das restliche Material gilt leider: Prädikat „Fließband“.

Das Cover Artwork von „Leaders“ ist auf Hochglanz getrimmt. Und auch die Produktion kann überzeugen. Das kann man von den meisten Songs leider nicht behaupten. Bis auf wenige Ausnahmen zündet hier nicht viel. Ein Feuerwerk an Melodien und großartigem Songwriting? Leider Fehlanzeige. Die Kolumbianer mögen ihre Instrumente beherrschen, am Ausarbeiten neuer Songideen sollten sie aber noch feilen. Hier war mehr drin, die Konkurrenz ist größer denn je. Da wird es „Leaders“ schwierig haben, die Fans haben sowieso schon die Qual der Wahl...

WERTUNG:






Trackliste:

1. No One Like You (feat. Jakob Samuel)
2. Turning To Dust
3. On My Way (feat. Nigel Bailey)
4. Save Me
5. Time Never Lies
6. Yesterday A Freedom (feat. Alessandro Del Veccio & Robert Sall)
7. Redamancy
8. Meaning Of Love
9. Start Again
10. Dream Goes On
11. Despiertame

Stefan