Mittwoch, 1. Dezember 2010

One Hit Rockerz: PIERROT

PIERROT (Deutschland)

Besetzung:
Benny (vocals)
Gernot (guitars)
Summi (guitars)
Armin (bass)
Steve (drums)

Melodischer Hardrock aus Deutschland – da fällt einem auf Anhieb nur eine handvoll richtig guter Bands ein. Wenn es aber auch noch deutsche Texte sein sollen, wird es extrem eng. TANNER trieben mal ihr Unwesen oder das Duo S.O.S. wurde für die Daily Soap „Marienhof“ verheizt. In der Münchner Szene gab es da noch die Band PIERROT. Ihr einziges offizielles Album „Die Zeit ist reif“ erschien 1995 zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Für ihre Plattenfirma Long Island Records folgt bald ein schwerer Schicksalsschlag – das Jahr 1995 nutzen die Jungs aus Kissing aber noch, um eine wahre Veröffentlichungsflut hinzulegen, Melodic Rock und AOR vom Feinsten ist meist das Resultat. Bald darauf wird ihr Chef krank und stirbt an Krebs, kurz darauf meldet eines der hoffnungsvollsten Spartenlabels Deutschlands Konkurs an.

Als PIERROT´s Erstling erscheint, ist bei ihrem Label noch alles im grünen Bereich. Dennoch sind die Zeiten schlecht, besonders für klassischen Hardrock. Mit ihren teils sozialkritischen Texten machen sich PIERROT dennoch im Umkreis ihrer Heimat schnell einen Namen. Da die Masse Mitte der Neunziger allerdings andere Musik bevorzugt, bleibt „Die Zeit ist reif“ ihr einziges Album. Dennoch findet sich darauf mit „Gott hat gesagt“ ein Killersong. PIERROT haben auch die Begabung, deutschte Texte zu schreiben, die nicht platt oder gar peinlich sind (im Gegensatz zu vielen ihrer englischsprachigen Kollegen). Und so hat „Gott hat gesagt“ bis heute nichts an seiner Brisanz verloren: Kriege, Klimakatastrophen und die Gier der Menschen wurden in den letzten zwanzig Jahren um ein vielfaches schlimmer.

„Gott hat gesagt“ ist noch immer in meiner Playlist – er ist einer der besten deutschsprachigen Rocksongs. Schade, dass die Band, die sich Ende der Neunziger in HAMMERSCHMITT umbenannt hat und seither der Neuen Deutschen Härte frönt, so in Vergessenheit geraten ist.

Stefan

One Hit Rockerz: BLACK ROSE feat. CHER

BLACK ROSE feat. CHER (USA)

Besetzung:

Cher (vocals)
Les Dudek (guitars)
Gary Fergusen (drums)
Michael Finnigan (keyboards)
Ron Ritchotte (guitars)
Trey Thompson (bass)
Warren Ham (vocals)

Als Anfang der Achtziger der damalige Lebensgefährte von Cherilyn Sarkisian, ein gewisser Les Dudek, eine Band formieren wollte, war seine Geliebte natürlich mit an Bord. Immerhin hatte sie bis dahin bereits sechzehn (!!!) Platten veröffentlicht. Ihre Ehen mit Sonny Bono und Greg Allman hat sie hinter sich gelassen und das neue Jahrzehnt sollte mit einer neuen Band beginnen. Die Rede ist natürlich von CHER, die in den Sechzigern und Siebzigern große Erfolge mit SONNY & CHER feierte und jetzt nach neuen Herausforderungen dürstete. Bis dato bestand das Repertoire der Stilikone vornehmlich aus Folk, Pop und Discosounds. Für BLACK ROSE sollte auch ein Rocksong hinzukommen.

Nur acht Songs findet man auf “Black Rose”, vornehmlich poppig oder immer noch dem Discosound zugehörig. Der war 1980 aber schon lange überholt, was den geringen Erfolg des Albums erklärt. Lediglich “Julie” sticht heraus. Ein Stück, das in diversen Rock-Diskotheken wohl rauf und runter gespielt worden sein dürfte. Mit seinem stampfenden Rhytmus und seinen einprägenden Melodien war es der perfekte Anwärter auf einen Singlehit. Dagegen nimmt das u.a. von David Foster komponierte “Never Should´ve Started” in Teilen den Megaerfolg “Nowhere Fast” von FIRE INC. (geschrieben von Jim Steinman) vom 1984er Soundtrack zu “Streets Of Fire” vorweg. Die restlichen Stücke bewegen sich eher auf dünnem Eis.

Im Grunde ist “Julie” ein erstes Anzeichen auf rockigere Songs von CHER wie z.B. “Save Up All Your Tears”, If I Could Turn Back Time” oder speziell “Bang Bang” (in der Neufassung von 1987). Die Karriere von CHER ging in eine neue Runde – die Geschichte ist hinlänglich bekannt.Die von BLACK ROSE stagnierte, das selbstbenannte Album von 1980 blieb das einzige. Auch die Beziehung von CHER und Les Dudek ging schnell in die Brüche.

Stefan

One Hit Rockerz: REGATTA

REGATTA (Kanada)

Besetzung:
Chris Smith (vocals, guitars)
Matthew Gerard (bass)
Greg Critchley (drums)

Dass Kanada speziell in den Achtzigern eine sehr vitale Rockszene hatte, ist bei Leibe kein Geheimnis. Einige der weltbesten AOR-Bands kommen aus Kanada: angefangen von LOVERBOY über HAREM SCAREM, HAYWIRE und wie sie alle heißen. Aber es gibt natürlich auch viele Bands, die nicht am Ruhm schnuppern konnten, obwohl sie vielleicht in ihrer Heimat einiges reißen konnten. Eines von vielen Beispielen ist das AOR-Trio REGATTA, das 1989 ihr einziges, selbstbetiteltes Album veröffentlicht hat – und das sogar auf einem Majorlabel.

Ihre Musik liegt irgendwo zwischen JOHN PARR, EDDIE MONEY (die Stimme von Chris Smith ähnelt ihm sehr), GLASS TIGER und GO WEST. Technischer, poppiger Adult Oriented Pop steht also an. 11 Songs bietet „Regatta“, und anfangs sind die auch richtig gut. Der sehr gute Opener „Wherever You Run“, das technische „Heartbreaker“ oder die Ballade „Matter Of Time“ sind durchaus gelungen. Aber „Is This Love“ überstrahlt sie alle. Hier haben die Jungs perfekt gearbeitet. Das Songwriting ist erstklassig, die Melodien ohrwurmmässig.

Leider konnte auch dieser Volltreffer nicht gewünschten Erfolg erzielen. Und obwohl das komplette Album einen recht hohen Standard besitzt, löste sich das Trio schon bald nach nur dieser einen Scheibe auf. Bassist Matthew Gerard stieg bei VON GROOVE ein, deren Erstling auch bei unseren Klassikern der Woche zu finden ist (Rezi HIER). Drummer Greg Critchley arbeitete sogar mit Pop-Queen Miley Cyrus. REGATTA allerdings brachten aber nur einen Hit auf die Beine, an den sich heute auch leider nur noch wenige erinnern. Dabei ist „Is This Love“ ein Song für die Ewigkeit.

Stefan

One Hit Rockerz: KATMANDU

KATMANDU (Irland)

Besetzung:
Caine Carruthers (bass)
Dave King (vocals)
Mandy Meyer (guitars)
Mike Alonso (drums)

Ähnlich wie heute war es in den frühen Neunziger Jahren schier unmöglich, die Übersicht darüber zu behalten, welche der Unmengen an neuen Bands in die erste Riege aufsteigen könnten und welche wahrscheinlich immer in der zweiten bzw. dritten Liga spielen werden. Der Markt war dermaßen aufgebläht und immer mehr vermeintliche Superstars wollten ein Stück vom Kuchen abhaben. Dabei gingen so viele der wirklich guten Vertreter unter, nur weil das Label zu müde war, um ordentlich die Werbetrommel zu rühren oder anderweitige missliche Umstände dazu führten, dass Bands wie KATMANDU nach nur einem Album für immer in den ewigen Jagdgründen verschwanden.

Dabei waren die Voraussetzungen glänzend: mit Dave King (Ex-FASTWAY) hatte man einen erstklassigen Frontmann mit aussagekräftigem Organ in den eigenen Reihen und Gitarrist Mandy Meyer war durch seine Engagements bei COBRA und nicht zuletzt bei KROKUS auch kein kleines Lichtchen mehr. Dieses Line-Up wurde durch Cain Carruthers (THE UNTOUCHABLES) am Bass und Mike Alonso (THE MEANIS) an den Drums komplettiert.

Niemand Geringeres wie David Geffen und John Kalodner waren die Strippenzieher dieser neuen Supergroup, die ein weiteres Mal ordentlich Kohle in den Schoß der Plattenfirmen spülen sollte. Und so wurde 1991 über Epic (Sony) das selbstbetitelte Debüt auf die Menschheit losgelassen – mit dem Ergebnis, dass diese 12 Songs scheinbar sehr wenige Fans angesprochen haben.

Dabei waren nicht nur exzellente Musiker am Werk, die Produktion von John Purdell war kraftvoll und ließ dem weiten Spektrum von Funk über Blues bis hin zu hartem Rock genug Luft zum Atmen. Neben den Singles „The Way You Make Me Feel“ und „When The Rain Comes“ fiel aber vor allem ein Song auf: die Powerballade „Let The Heartache Begin“ mit seinem Hammerrefrain und den großartigen Chören.

Fairerweise muss man gestehen, dass „Katmandu“ eines der wohl hässlichsten Cover Artworks der vergangenen 16580 Jahren hatte, an der Genialität der Musik änderte das aber nichts. Leider war das komplette Unterfangen ein einziger Flop und so lösten sich KATMANDU nach nur einem Album wieder auf. „Let The Heartache Begin“ aber ist eine jener Balladen, die sträflicherweise nie auf einer Compilation wie „Metal Ballads“ etc. gelandet ist. Denn es gab noch viel mehr als die üblichen Verdächtigen, die richtig gute Musik gemacht haben. KATMANDU waren das beste Beispiel dafür.

Stefan

One Hit Rockerz: KIK TRACEE

KIK TRACEE (USA)

Besetzung:
Stephen Shareaux (vocals)
Rib Grad (bass)
Michael Marquis (guitars)
Gregory hex (guitars)
Johnny Douglas (drums)

Die Amis KIK TRACEE gehören zur dritten und letzten Welle von Sleaze Bands, die gerade noch so in die Annalen der Bewegung eingegangen sind. Und das obwohl sie bereits 1988 von Gitarrist Gregory Hex ins Leben gerufen wurde. Ihr Stil ist eine wilde Mixtur aus GUNS´N ROSES, FASTER PUSSYCAT oder den DANGEROUS TOYS und liebäugelt gerne mit Punkrock oder funkigen Elementen. Eine Mischung, die manchmal nicht ganz einfach gestrickt ist. Auch Sänger Stephen Shareaux hat ein außergewöhnliches Organ und passt eigentlich in keine Schublade. Manchmal erinnert er allerdings an einen gewissen Axel W. Rose. Eigentlich wäre diese Ausgangssituation perfekt, als das Debütalbum „No Rules“ allerdings nahte zum Zeitpunkt des Releases im Jahre 1991 bereits der Overkill und die Szene explodierte von einen Tag auf den anderen.

Ganze 14 Songs hatten KIK TRACEE auf ihren Erstling gepackt, der von SLAUGHTER´s Bassist Dana Strum produziert wurde, dessen Handschrift allgegenwärtig ist. Für diese Kollaboration hat sich die Band sogar ihren ursprünglichen Drummer Scott Donell vor die Tür gesetzt, der so manche Differenzen mit Strum hatte. Nach der Singleauskopplung des Quasi-Titelsongs „Don´t Need Rules“ war das balladeske „You´re So Strange“ an der Reihe. Eigentlich ist die Nummer keine Ballade sondern eine Punk-Ballade. Wer jetzt mit großen Augen vor dem Bildschirm sitzt sollte einfach mal in sich gehen und die Begriffe „Punk“ und „Ballade“ in Verbindung bringen. Herrlich überdrehte Melodien, eine punkige Bridge und ein über-lebensgroßer Refrain machen aus diesem Song einen Hit.

KIK TRACEE waren schon irgendwie einzigartig. Genützt hat es den Jungs leider nicht viel, denn der Erfolg ließ auf sich warten. Kaum zu glauben bei diesem beachtlichen Song. Leider kann der große Rest des Albums überhaupt nicht mithalten. Hier und da blitzen geniale Momente heraus, so richtig bekommen die Amis ihre herausragende Musikalität aber nicht mehr eingetütet. Zwar nehmen KIK TRACEE 1992 noch die EP „Field Trip“ sowie mit „Center Of A Tension“ ein weiteres Album auf. Letzteres wird aber nie veröffentlicht. „You´re So Strange“ bleibt das einzig nennenswerte Vermächtnis der Band.

Stefan

One Hit Rockerz: TOXIC HEART

Toxic Heart (Slowenien)

Besetzung:
Axk (vocals)
Mike (guitars)
Rider (bass)
Mogy (drums)

Slowenien ist nicht gerade der Nabel der Welt, wenn es um Hardrock geht. Und doch gab es in der jüngeren Zeitrechnung einen recht vielversprechenden Vertreter dieser Zunft. Gab deshalb, weil es scheinbar keinerlei Aktivitäten im Bandcamp mehr gibt und die 2009 in Eigenregie erschienene Platte „Ride Your Life“ neben dem 2012er Folgealbum „Trailerpark Show“ das einzige Vermächtnis bleiben werden.  Bereits 2007 gründeten Mike (g), Rider (b) und Mogy (d) die Band und sperrten sich erst mal 10 Tage in den Proberaum ein, um zu jammen und einige Songs zu schreiben. Doch es fehlte noch das wichtigste Puzzelteil – der Sänger. Kurz darauf stieß Sänger Axl zur Band und die neue Energie wurde gleich in einen neuen Song gesteckt. Entstanden ist der Titeltrack “Ride Your Life”, eine echte Granate, die ihre positive Energie innerhalb von Sekunden freisetzt. Schon das Anfangsriff lässt eine Großtat erwarten, eine Hymne, die sofort ins Blut geht. Ein Song über Party bis zum Abwinken, über die coole Zeit des Lebens.

Der Rest des Albums krankt leider ein wenig an zündenden Ideen, wenngleich einige Stücke durchaus Potential haben (z.B. “Ticket”). Das zweite Album “Trailerpark Show” bot mehr Abwechslung und präsentierte sichtlich gereift . “Ride Your Life” ist und bleibt aber eine Party-Hymne per excellence und das stärkste, was TOXIC HEART fabriziert haben.

Stefan

One Hit Rockerz: CHAIN GANG

CHAIN GANG (Deutschland)

Besetzung:
Chris Harty (drums)
Michael D. (bass)
Markus Lechner (guitars)
Alex Mario (guitars)
Lars Svensson (vocals)

Was schreibt man über eine Band, über die man so gar keine Informationen findet? CHAIN GANG aus unserer wunderschönen Landeshauptstadt München sind so ein harter Brocken. Dennoch möchten wir Euch in dieser Rubrik ein längst vergessenes Juwel vorstellen, das das Prädikat „One Hit Rockerz“ mehr als verdient hat. Das 1994 veröffentlichte Album, das nur nach dem Bandnamen betitelt wurde, war das einzige, was dieser Fünfer herausgebracht hat – und das auch noch in Eigenregie. Dementsprechend schwer ist dieser Silberling heute auch zu bekommen. Vor einigen Jahren hatte ich zufällig Kontakt mit Sänger Lars, der mir ein Originalexemplar aus seinem Archiv zu einem fairen (handelsüblichen) Kurs überlassen hat (danke noch einmal vielmals Lars, das Teil hat einen Ehrenplatz in der Sammlung erhalten). Bei der Gelegenheit hätte man doch gleich noch ein paar Details nachfragen können, aber das hatte ich leider damals nicht auf dem Schirm – anyway.

Als „Chain Gang“ 1994 erschien, waren wohl selbst die letzten Übriggebliebenen der Münchner Rockszene ordentlich zusammengeschrumpft, denn klassischer Hardrock war out. Und mit ihm gleich die Klamotten sowie die dicke Mähne auf dem Schädel. Jetzt möchte ich den Sound von CHAIN GANG ungern als klassischen Hardrock bezeichnen, denn der Fünfer fabrizierte auf seinem Debüt eine recht eigene Version davon. Von straighten Rockern wie „Queen Of The Alley“ bis hin zu Boogie-Nummern wie „Walking On Thin Ice“ oder funkig angehauchte Nummern wie „All Or Nothing“ setzten sich CHAIN GANG so ziemlich zwischen alle Stühle. Ein Stück aber ragt weit heraus: das mit fast sieben Minuten überlange „She´s Gone“ ist dann doch ein Meisterstück. Nicht nur dass Sänger Lars stimmlich gleich zwei Ikonen der Rockwelt innehat, auch das Songwriting ist erstklassig. Tendiert Lars in cleanen Parts durchaus zu OZZY OSBOURNE, klingt er bei seinen Screams wie ein zweiter Dean Davidson (BRITNY FOX). Der Song erzeugt über die komplette Spielzeit eine enorme Spannung und wird nicht eine Sekunde langweilig. Jedes Solo, jeder Zwischenpart ist nicht wegzudenken und wenn das Teil in der Disko läuft, ist die Tanzfläche rappelvoll.

Bei Youtube existiert neben einer Liveversion, die die Band selbst eingestellt hat, noch eine Audioversion des Originaltracks – reinhören lohnt sich definitiv. CHAIN GANG sind ein ganz klassischer Fall für diese Rubrik, auch wenn den Song „She´s Gone“ relativ wenige kennen. Ein waschechter Hit ist er trotzdem!

Stefan

One Hit Rockerz: LANCIA

LANCIA (USA)

Besetzung:
Paul Lancia (vocals)
Scott Patterson (drums)
Bart Walsh (bass)
John Billings (guitars)

Was reitet einen, wenn man sich als Amerikaner nach einer italienischen Automarke benennt? Im Falle von LANCIA trügt der Schein natürlich, denn Sänger und Bandgründer Paul Lancia führt den gleichen Namen wie die mittlerweile in Vergessenheit geratene Automobilschmiede aus Turin. In Vergessenheit geraten ist sicher auch das einzige Album des Quartetts aus Los Angeles. Als dieses 1992 auf über das kleine Label AIE Records auf den Markt kommt, ist die Zeit der bösen Jungs mit dicken Haarteilen auf Kopf (und Brust) längst vorbei. Kapellen wie DOKKEN, FIREHOUSE oder WARRANT gehen bereits am Krückstock und selbst für Big Player wie VAN HALEN bricht eine schwere Zeit an. Warum ich genau diese Kollegen hier nenne? Ganz einfach, weil der Sound von LANCIA genau eine Mischung aus all diesen Combos ist.

So richtig haben LANCIA nie einen Fuß auf den Boden bekommen. Und das liegt sicher nicht nur am ungünstigen Zeitpunkt der Veröffentlichung ihres gleichnamigen Debüts. Jetzt regiert weder Pomp noch große Posen sondern einfache Jungs aus der Nachbarschaft in versifften Klamotten, die Weltuntergangsmusik machen. Vorbei ist die Zeit der ellenlangen „Thank You“-Listen (auch LANCIA haben natürlich noch eine), in der sogar der Nachbarshund aufgeführt wird und Songs mit positiven Aussagen oder gar Sing-Along-Melodien haben bei der Jugend nichts mehr zu suchen. Da kommt ein Song wie „Sweet Melody“ gar nicht gut an. Für alle Fans des klassischen Hardrocks aber ist diese Nummer ein wahrer Ohrenschmaus. Zwar einfach gestrickt aber dafür mit jeder Menge Party-Attitüde macht das Stück einfach gute Laune, egal wie grau der Tag auch war.

Leider gelingt den Amis dieses Kunststück nur bei dieser einen Nummer. Zwar sind mit der Ballade „Still In Love“ oder dem Rocker „Pain Sweet Symphony“ noch ein paar weitere hörenswerte Songs an Bord, so richtig zünden kann das restliche Album aber nicht. Daher sind LANCIA das perfekte Beispiel für unsere Rubrik ONE HIT ROCKERZ, denn nach diesem einen Album war Schicht im Schacht. Die Welt verlangte nach komplett anderen Bands wie wir alle wissen. „Sweet Melody“ allerdings hat sich aber in so manche persönliche Playlist geschlichen.

Stefan

One Hit Rockerz: BOYCOTT

BOYCOTT (Finnland)

Besetzung:
Tommi Läntinen (vocals)
Ari „Hombre“ Lampinen (guitars)
Tapio Siitonen (keyboards)
Tomi Norha (bass)
Harri Seppälä (drums)

Die Finnen BOYCOTT existieren zwischen 1987 und 1993. In dieser relativ kurzen Zeitspanne bringen sie es auf vier Alben, von denen aber keines so richtig überzeugen kann. Auf ihrem selbstbetitelten Debüt findet sich mit “Gotta Rock” ein erster Minihit. Mit ihrer eigenwilligen Mischung aus Rock, Bläsereinsätzen und angefunkten Beats gehen sie aber eher als typisch russische Combo durch. Doch die Finnen lassen sich nicht beirren und veröffentlichen nach ihrem Erstling 1987 mit “No!” (1988), “Lightning Strikes Back” (1990) und “Red” (1992) noch drei weitere Longplayer.

Auf ihrem letzten Album “Red” findet sich dann doch noch der ersehnte Hit, der allerdings viel zu spät kommt, denn die Band liegt bereits in den letzten Zügen und für Rockmusik im klassischen Sinne hat 1992 sowieso fast niemand mehr etwas übrig. “The Edge (Heavy Cargo)” aber ist ein echter Hammer vor dem Herrn: mit den für die Band typischen funky Beats und frischem Songwriting gipfelt der Song in einem wahrlich majestätischen Refrain. Das perfekte Beispiel für die 15 Minuten Ruhm, die der Band allerdings nur im kleinen Kreis zuteil wird. Die Nummer läuft in deutschen Rockdiskotheken rauf und runter und damit geht das Kapitel BOYCOTT auch zu Ende.

Seit ihrer Trennung nach dem Release der vierten Scheibe war Sänger Tommi Läntinen als Solokünstler in seinem Heimatland unterwegs. Er hat unter anderem eine finnisch gesungene Version von “Gotta Rock” aufgenommen und bleibt auch ansonsten seiner Muttersprache treu. Die Band selbst wagte 2007 eine Re-Union, aus der die Compilation “Hits Back” resultierte. Darauf zu finden sind – wie der Name schon verrät – die Hits der Band nebst zwei neuen Songs. “The Edge (Heavy Cargo)” rangiert in der Tracklist dieser Zusammenstellung nur auf Platz 14 (von 16), im wahren Leben aber ist der Song die Essenz der Finnen.

Stefan

One Hit Rockerz: LOVETRICK

LOVETRICK (Deutschland)

Besetzung:
Frank Libal (vocals)
Andi Turzer (guitars)
Tom Henzen (drums)
Alex Jaeger (keyboards)
Holly Schultzen (bass)

Die Münchner Rock-Szene war weit über die glorreichen Achtziger hinaus sehr vital. Zu den Pionieren gehörten seinerzeit die 1983 gegründeten LOVETRICK, die es auf zwei formidable Alben brachten. Nach ersten Auftritten in der Theaterfabkrik oder im Romy´s Finest (einem wichtigen Bestandteil der Munich City Nights-Szene) machte sich der Fünfer 1987 nicht nur an ein 6-Track Demo sondern auch an eine Konzertreise durch die damalige DDR. Dieses Demo stieß bei einigen Labels auf großes Interesse, sodass 1990 das selbstbetitelte Album veröffentlicht wurde.

Darauf zu finden waren zehn zeitgenössische Rocksongs, von denen besonders der Opener „Dance All Night“ für Furore sorgte. Mit seinem Intro „Ladies And Gentlemen – You are listening to the best station in town“ und dem unwiderstehlichen Groove war die Nummer wie gemacht als Opener für eigene Live-Konzerte und Rock-Parties auf der ganzen Welt. Dass auch Songs wie „Watch Out“ oder „All Your Life“ richtig gut reinliefen, wurde fast schon zur Nebensache. Alles war auf diesen Hit fokussiert. Leider kam es einige Male zu Pannen seitens der Plattenfirma, so dass der Schwung nicht vollends mitgenommen werden konnte. Zum Beispiel versäumten es die Verantwortlichen, die Platte rechtzeitig in die Läden zu bringen und sagten Konzerte ab (z.B. in Hannover am Tag des WM Finals).

Dennoch stellten sich erste Erfolge ein, zu denen TV-Übertragungen und Features auf Samplern (z.B. „Hard & Heavy“, dem ersten Tonträger der kultigen Sendung mit Annette Hopfenmüller auf TELE 5). Nach einem weiteren Besetzungswechsel machten sich LOVETRICK 1991 daran, ein zweites Album vorzubereiten, das 1992 als „No Rest For The Boys“ das Licht der Welt erblickte.

Auch auf diesem Rundling fanden sich richtig gute Songs, man arbeitete mit Herrmann Frank und Tommy Newton (beide VICTORY) für den Sound zusammen und holte Keyboarder Chris Lausmann (BONFIRE) ins Studio. Doch die Zeiten waren denkbar ungünstig für den „alten Sound der Achtziger“. Trotz fleißiger Straßenarbeit und gutem Material lösten sich LOVETRICK 1994 frustriert auf. Im Gedächtnis aber bleibt für immer ihr Hit „Dance All Night“ eingebrannt.

Stefan

One Hit Rockerz: WAR BABIES

WAR BABIES (USA)

Besetzung:
Brad Sinsel (vocals)
Tommy McMullin (guitars)
Guy Lacey (guitars)
Shawn Trotter (bass)
Richard Stuverud (drums)

Es war die Zeit der letzten Atemzüge der Hair Metal Ära. In Los Angeles quoll der Sunset Strip schier über vor unbekannten Combos der dritten und letzten Generation und auch andernorts formierten sich immer noch Bands, die sich irgendwie in das Korsett der Big Seller quetschen wollten. In Seattle kochte man da schon sein eigenes Süppchen und die Rede ist ausnahmsweise nicht von Karohemden-Kurt und seiner Truppe NIRVANA. Der ehemalige FASTBACKS-Drummer Richard Stuverud hatte kurz zuvor mit Ex-TKO Shouter Brad Siinsel ein recht kurzlebiges Projekt namens SUICIDE SQUAD am Start, bevor es ihn zurück nach Seattle zog. Dort angekommen gründete er die WAR BABIES. Leider konnte er keinen Sänger finden und erinnerte sich an seinen alten Kumpel, der sich natürlich nicht lange bitten ließ.

Und so entstand das einzige und selbstbetitlte Album der WAR BABIES im Jahre 1991, das ein Jahr darauf sogar noch beim Major Columbia veröffentlicht wurde. Großer Erfolg war dem dreckigen, bluesigen Hardrock allerdings nicht beschert. Einzig die Single „Hang Me Up“ konnte herausstechen. Mit jeder Menge Dreck unter den Fingernägeln punktete der von Paul Stanley mitverfasste Song aber nur in überschaubaren Kreisen. Dabei hatte die Nummer alles, was zumindest einen kleinen Hit daraus wachsen lassen sollte. Drive, Melodie, einen großartigen Sänger und der Sound der Platte war dank der Produktion von Thom Panunzio kein Einheitsbrei.

Der Rest ist Geschichte, die WAR BABIES trennten sich nach nur einem Album im Jahr 1993 und „Hang Me Up“ blieb das einzige Vermächtnis der Amis.

Stefan

One-Hit-Rockerz: TROUBLE TRIBE

TROUBLE TRIBE (USA)

Besetzung:
Jimmy Discroll (vocals)
Steve Durrell (drums)
Eric Klaastad (bass)
Adam Wacht (guitars)

Herzlich willkommen in unserer neue Rubrik „One-Hit-Rockerz“! Hier wollen wir Euch im Wechsel mit unserem „Klassiker der Woche“ Bands vorstellen, die immer wieder über ihren größten und einzigen "Hit" gestolpert sind, der in kommerzieller Hinsicht zudem nicht mal viel Staub aufgewirbelt hat. Viele Mainstreamer werden vielleicht Kapellen wie EUROPE dazu zählen. Das ist zwar nicht ganz falsch, wir möchten aber sehr viel tiefer graben und Songs zu Tage fördern, an die sich viele eventuell noch erinnern, die aber schon länger aufgrund ihrer Alleinstellung auf dem vielleicht einzigen Album einer Band aus dem Gedächtnis gefallen sind.

Bei meiner Suche nach unseren „Klassikern der Woche“ bin ich auf viele solcher „One-Hit-Rockerz“ gestoßen. Ein Beispiel dafür sind die Amis TROUBLE TRIBE, die 1990 ihr gleichnamiges Debüt bei Chrysalis Records veröffentlicht haben und und deren Ruhm sich auf nur einen Song beschränkte. Obwohl ihr Erstling tadellos produziert daherkommt und mit damals zeitgemäßem Hardrock aufwartet. Dreckig und trotzdem poliert tönen die 13 Stücke aus den Boxen, die von Michael Thomas Young produziert wurden, von denen lediglich der Opener „Tattoo“ und ihr einziger Minihit „Here Comes Trouble“ herausstechen.

Mit seinem markanten Riff trifft er genau den Zeitgeist und das dazugehörige Video ist vollgepackt mit Klischees. Eine langhaarige Band, eine hübsche Lady und jede Menge Stage-Acting machen daraus einen Clip, den es in ähnlicher Form schon hundert mal gegeben hat. Leider kommen TROUBLE TRIBE mit ihrem Album nicht über einen Insider-Status hinaus, woraufhin sich die Band auflöst.

„Here Comes Trouble“ aber bietet erstklassigen Hair Metal mit Kick Ass Attitüde und bezaubert mit wirklich gutem Songwriting und einem klasse Sound. Es gibt auch einen Clip zum Song, einfach mal bei Youtube schauen und die Zeitmaschine anwerfen ;-)

Stefan

Freitag, 26. März 2010

TREAT - Coup De Grace

Band: Treat
Album: Coup De Grace
Spielzeit: 57:13 min.
Plattenfirma/Vertrieb: Frontiers Records/Soulfood
Veröffentlichung: 26.03.2010
Homepage: www.facebook.com/treatofficial

Was wären die 80ger ohne Bands wie TREAT gewesen? Kult-Alben wie “Dreamhunter” oder “The Pleasure Principle” rotierten damals überall – Party everywhere, eine geile Zeit! Ein Vierteljahrhundert nach ihrem Debüt “Scratch And Bite” kommen die Schweden nach ihrer Re-Union 2006 mit ihrem sechsten Album aus den Puschen. Und das fast in der damaligen Besetzung, nur Bassist Joe Larsson wurde durch Nalle Pahlsson ersetzt. Die Compilation “Weapons Of Choice” beinhaltete 2006 auch schon 2 neue Songs (“I Burn For You” und “Go!”), die erahnen ließen, wozu TREAT im neuen Jahrtausend fähig sind.

Aber ganz tief im Inneren hatte man wohl noch den Sound der 80ger in Erinnerung. Was uns die Schweden aber mit “Coup De Grace” auftischen, hätte wohl keiner für möglich gehalten. Schreiende Gitarren, pumpender Bass, Riffs wie von einem anderen Stern und Melodien vom Feinsten. Und über allem thront der Gesang von Robert Ernlund. Die Gitarren nehmen den Hauptteil des neuen TREAT-Sounds ein, Keyboards untermalen den Sound “nur” und geben Songs wie “Skies Of Mongolia” oder “Papertiger” einen epischen Touch. Aber keine Angst, TREAT eifern nicht ihren Kollegen AXXIS nach und wollen eine von tausenden Powermetal-Kapellen sein. Ganz entfernt erinnert mich dieser Stil z.B. an den Song “Arabia” von VENGEANCE. Eine weitere Überraschung ist das Riff von “All In” - AC/DC könnten es nicht besser. Ihr seht, Abwechslung ist geboten, “Coup De Grace” wird nicht im Geringsten langweilig, natürlich gibt es auch ruhigere Töne, dafür sorgt “A Life To Die For”.

„Das ist das Album, das wir mit Stolz unseren Enkeln zeigen möchten” sagt Gitarrist und Hauptsongschreiber Anders Wickstrom nicht ohne Grund. Auf der einen Seite gar nicht mit den schon bestehenden Klassikern der Band zu vergleichen und doch wird die Einmaligkeit dieser Band mit dem neuen Album noch einmal unterstrichen. Leute, diese Scheibe ist Pflicht und ich muss schon wieder einen Eintrag in meine Favouritenliste für 2010 machen, jetzt sind erst gut 2 Monate um und die Liste füllt sich beängstigend schnell. Der Rock´n Roll Gott meint es echt gut mit uns – auch in diesem Jahr. Da sagt noch mal einer, Rock ist tot.

WERTUNG:





Trackliste:

1. Prelude – Coup De Grace
2. The War Is Over
3. All In
4. Paper Tiger
5. Roar
6. A Life To Die For
7. Tangled Up
8. Skies Of Mongolia
9. Heaven Can Wait
10. I´m Not Runnin´
11. No Way Without You
12. We Own The Night
13. All For Love
14. Breathless

Stefan

Montag, 4. Januar 2010

AXE - Offering (Klassiker der Woche)

Band: Axe
Album: Offering
Spielzeit: 35:48 min.
Stilrichtung: AOR, Hardrock
Plattenfirma: Atco Records
Veröffentlichung: 1982
Homepage: -

Viel zu selten widmen wir uns in dieser Rubrik den frühen Achtzigern. Das muss anders werden – heute drehen wir die Zeit zurück in das Jahr 1978. In diesem Jahr wurde mit der Gründung der Band AXE der Grundstein gelegt für eine Reihe erstklassiger Rock-Alben und ein für eine Karriere, die so abrupt ihr Ende finden sollte, wie sie begonnen hatte. Tragischer Mittelpunkt ist ein Autounfall im Sommer 1984, bei denen Sänger und Gitarrist Bobby Barth und Gitarrist Michael Osborne verunglücken. Während der eine mit nur wenigen Kratzern aus dem Wrack klettert, ist der andere sofort tot. Doch dazu später mehr...

In besagtem Gründungsjahr entstand die Band aus BABYFACE. Eigentlich war es lediglich eine Umbenennung und Umverteilung der Zuständigkeiten. Stand Edgar Riley bei BABYFACE am Mikrofon, übernahm das jetzt Gitarrist Bobby Barth. Riley konzentrierte sich auf die Keyboards. Neben den beiden anderen BABYFACE-Musikern Michael Turpin (bass) und Ted Mueller (drums) kam mit Michael Osborne ein zweiter Gitarrist in die Band. AXE waren geboren. Schnell war ein erstes Album aufgenommen. Das schlicht betitelte „Axe“ erschien noch 1979, mit „Battles“ enthielt es den ersten kleinen Hit. Nur ein Jahr darauf kam bereits der Zweitlling „Living On The Edge“ in die Läden.

Ab 1979 befanden sich AXE praktisch ununterbrochen auf Tournee. Nur für die Aufnahmen der Alben machten sie eine Pause. Schon 1982 stand mit „Offering“ ein weiteres an. Dieses Mal auch mit durchschlagendem Erfolg. Die Single „Rock´n Roll Party In The Streets“ landete zwar nur auf Platz 59 der Billboard Charts, wurde aber einer der meistgespielten Songs des Jahres 1982. Neben diesem Hit enthielt die Platte noch eine Coverversion des MONTROSE-Stücks „I Got The Fire“, die kurioserweise ebenfalls Erfolge feierte. Herzstück ist und bleibt aber das abschließende „Silent Soldiers“. Mit seiner Erhabenheit und musikalischen wie songschreiberischen Brillianz strahlt „Silent Soldiers“ sogar noch heller als der erfolgreiche Opener. Neben den Paukenschlägen zu Anfang und am Ende gibt es mit dem „modernen“ „Video Inspiration“, dem grandiosen „Steal Another Fantasy“ oder dem hart rockenden „Holdin´ On“ weitere Hochkaräter.

Nach den Aufnahmen gingen AXE sofort wieder auf Tour – ganze 19 Monate lang. Nur um für ihr viertes Album „Nemesis“, das 1983 herauskam, eine kurze Unterbrechung zu machen. Kurz darauf waren AXE wieder On The Road. Im Sommer 1984 kam es dann zu einem folgenschweren Verkehrsunfall, bei dem Gitarrist Michael Osborne tödlich verletzt wurde. AXE lösten sich in Windeseile auf, Bobby Barth stieg für Ken Hensley bei BLACKFOOT ein und blieb dort bis zu deren Auflösung 1986. Ein Jahr zuvor veröffentlichte Barth als Tribut an Osborne sein Soloalbum „Two Hearts One Beat“.

AXE reformierten sich erst 1996 wieder, um mit „Five“ ein neues Album für MTM Records einzuspielen. Kurz darauf stieg Barth erneut aus, er wurde ersetzt von Bob Harris – somit ist niemand mehr von der Originalbesetzung geblieben. Dennoch geben AXE immer noch Live-Konzerte. „Offering“ ist ein herausragendes Album in der kurzen Zeit, in der AXE in den Achtzigern existierten. Aufgrund der meisten Hits haben wir dieses Werk herausgehoben, Klasse sind indes alle der vier Silberscheiben.

Trackliste:

1. Rock´n Roll Party In The Streets
2. Video Inspiration
3. Steal Another Fantasy
4. Jennifer
5. I Got The Fire
6. Burn The City Down
7. Now Or Never
8. Holdin´ On
9. Silent Soldiers

Stefan


Hier findet Ihr weitere:

Freitag, 10. April 2009

CRIMES OF PASSION - Crimes Of Passion

Band: Crimes Of Passion
Album: Crimes Of Passion
Spielzeit: 47:01 min.
Plattenfirma/Vertrieb: Vigilante/Universal
Homepage: www.myspace.com/crimesofpassionrock

Fast ein Jahr ist das selbstbetitelte Debüt der Briten CRIMES OF PASSION nun schon im Umlauf. Leider ohne, dass die breite Masse der Rocker hierzulande Notiz davon genommen hat. Auch ich bin nur durch eine Freundesanfrage der Band auf Myspace darauf aufmerksam geworden. Dabei konnte der Vierer aus Rotherham in der Nähe von Sheffield schon Größen wie GREAT WHITE, WHITE LION, DANNY VAUGHN, JEFF SCOTT SOTO oder STATETROOPER live supporten und TNT-Shouter Tony Mills hat bei vier Tracks die Backingvocals eingesungen.

Das alles zeugt für die Qualität der Engländer. Der ursprüngliche Bassist Kris Hudson-Lee wurde mittlerweile durch Simon Fearn ersetzt, Hudson-Lee hat aber noch das komplette Album eingespielt. 11 Songs (incl. Intro) hat „Crimes Of Passion“ zu bieten.

Und die sind geprägt von einer ganz eigenen Mischung aus Melodie und Härte. CRIMES OF PASSION verbinden alte Einflüsse mit der Moderne und über allem thront der Gesang von Dale Radcliffe, der mich nicht selten an PAUL SHORTINO erinnert. Ein rundum gelungenes Package, das in Songs wie „God Made Me Your Angel“, „Unbreakable“, „Die Alone“ oder „Pretty In Blood“ gipfelt. Bei CRIMES OF PASSION gibt es also nicht den x-ten Abklatsch irgendeiner Band, denn der Crime´sche Sound ist schon was besonderes und bietet eine gehörige Portion Eigenständigkeit. Was ich auch ziemlich cool finde, ist das Cover inclusive Booklet, das rüberkommt, wie ein trashiges Comic aus meiner Jugendzeit (was übrigens auch auf der Myspace-Seite gut umgesetzt wurde).

Was will ich mit diesem ganzen Roman eigentlich sagen? Ganz einfach: das Debüt von CRIMES OF PASSION sollte es auf jeden Fall in Euren Player schaffen, denn hier gibt es mal wieder Futter, das nicht wie jedes andere schmeckt aber trotzdem für jeden Rock-Gourmet (der sich nicht jeder Neuerung seit 1991 verschließt) ein Hochgenuss ist.

WERTUNG:






Trackliste:

1. A Thousand Strong
2. The Me I Lost
3. God Made Me Your Angel
4. Unbreakable
5. Fight You on My Own
6. Die Alone
7. Pretty In Blood
8. Breathless and Beautiful
9. Where No One Speaks Your Name
10. Exit Wound
11. Dream of Me
Stefan