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Mittwoch, 18. Mai 2016

SALEM - Dark Days

Band: Salem
Album: Dark Days
Spielzeit: 52:53 min.
Stilrichtung: Heavy / Melodic Metal
Plattenfirma: Pure Steel Records
Veröffentlichung: 29.04.2016

Ich muss gestehen, dass meine Benotung der letzten SALEM Scheibe („Forgotten Dreams“) rein objektiv betrachtet vielleicht ein wenig hoch gegriffen war. Allerdings hatte das kleine, feine Scheibchen mich dermassen begeistert, dass ich auch heute noch voll und ganz dazu stehe. Umso erstaunter sitze ich nun hier und kann mir auf das neue Werk der Briten keinen so rechten Reim machen. Unterm Strich sind eigentlich immer noch dieselben Zutaten da - der Aha-Effekt des Vorgängers will sich bei mir aber leider nicht so richtig einstellen. Nach einigen Durchläufen glaube ich, dass dies unter anderem an der etwas unglücklich gewählten Reihenfolge der Tracks liegt und der Tatsache, dass die Herren auf "Dark Days" dann doch etwas hüftsteifer rocken als noch vor 2 Jahren:

Der Opener "Not Guilty" mag zwar einen recht netten Refrain haben, plätschert mit seinem behäbigen, hölzernen Groove aber leider nervend daher. Nicht viel besser macht es das 8-minütige "Nine Months" das ebenfalls relativ gezwungen vor sich hin schippert. Erst mit dem rockigeren „Complicated“ wird dann die Handbremse gelockert und die Band geht (immer noch gemässigt, aber immerhin) ganz ordentlich ab und die Sonne geht auf. Weitere Highlights sind der starke Titeltrack „Dark Days“, das melodische „Fallen Angel“ und „Prodigal Son“ die aus der neuen Scheibe dann doch noch eine recht gute Angelegenheit machen.

Tja, mit "Dark Days" haben SALEM immer noch ein gutes Rock Album abgeliefert, dass für meine Begriffe aber deutlich hinter dem "Comeback" Album "Forgotten Dreams" zurück bleibt. Auch weiterhin haben die Herren um Frontröhre ein gutes Händchen für dirket ins Ohr gehende Melodielinien. Diese schrammen aber diesmal oft ein wenig zu nahe an der Beliebigkeit vorbei. Die etwas günstig tönende Produktion und der mangelnden Energielevel der Band tun sicherlich ihr übriges dazu um eine höhere Bewertung zu verhindern. Für Fans der Band aber dennoch eine lohende Investition.

WERTUNG





Trackliste:

01. Not Guilty
02. Nine Months
03. Complicated
04. Lost My Mind
05. Dark Days
06. Second Sight
07. Tormented
08. Fallen Angel
09. Toy Story
10. Prodigal Son
11. Tank


Mario

Freitag, 4. Dezember 2015

STARBLIND - Dying Son

Band: Starblind
Album: Dying Son
Spielzeit: 47:53 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: PURE STEEL RECORDS
Veröffentlichung: 04.12.2015
Homepage: www.starblind.se

1 1/2 Jahre nach Ihrem ordentlichen Debüt Album knallen uns die Schweden STARBLIND bereits ihr nächstes Album auf den Tisch. Der Label-Wechsel zu PURE STEEL RECORDS macht sich dabei nicht wirklich bemerkbar - weiterhin agieren die Jungs handwerklich auf hohem Niveau, die Produktion von Cedrick Forsberg (Rocka Rollas und Blazon Stone) ist für eine Nischen-Veröffentlichung ausserordentlich gut gelungen und die Songs, ja, die Songs sind wie schon beim Erstling so tief in der Iron Maiden DNA verwurzelt, dass es schwer fällt nicht von einem Plagiat zu sprechen. STARBLIND klingen auch weiterhin wie die eisernen Jungfrauen mit einem US-Metal Sänger, sind sich Ihrer Ausrichtung also bis ins kleinste Detail treu geblieben. Damit könnte die Besprechung hier auch gleich enden, denn alles was ich zum Vorgänger gesagt habe kann hier eigentlich 1-zu-1 wiederholt werden.

Da die britische Legende ja vor Kurzem ein starkes neues Album vorgelegt hat, bietet sich ein Vergleich mit dem Nachwuchs doch an und es ist schon interessant zu sehen, dass das grosse Vorbild mit dem eigenen Erbe kreativer/lockerer, mit der eigens etablierten Stilistik experimenteller umgeht als ein Haufen Jungspunde, die sklavisch an den Vorgaben kleben: die Drum-Parts von Zakarias Wikner sind oft haargenaue Kopien diverser Nicko McBrain-Beats, die Fills manchmal direkt aus Iron Maiden Songs übernommen, selbst so charakteristische Details wie den Dive-Bomb aus dem Adrian Smith Solo von "Seventh Son of a Seventh Son" haben die Jungs in Ihren Longtrack "The Land Of Seven Rivers Beyond The Sea" eingebaut. Wobei hier die Hälfte der Instrumentalpassagen gleich komplett aus "Rime of the ancient Mariner" und "Seventh Son" zusammengebastelt zu sein scheinen. Im Endeffekt können STARBLIND, wenn sie denn wie in zahlreichen Passagen (mehr oder weniger plump) kopieren, natürlich nur den Kürzeren ziehen können. Dem direkten Vergleich mit den übergrossen Vorbildern halten Ihre Kompositionen nicht stand und die aktuellen Iron Maiden sind mutiger und ungestümer als es die Kopien, die eigentlich jung und wild an die Sache gehen sollten, jemals sein werden. Da ist er dann, der kleine aber feine Unterschied, der die Champions League von der 2 Bundesliga trennt. Lässt man den direkten Vergleich zwischen Vorbild und Nachahmer mal ausser Acht (was zugegebenermassen schwer fällt), dann können Freunde von klassischem NWOBHM bei STARBLIND aber bedenkenlos zugreifen, denn hier bekommt man genau das was man erwartet: Songs wie das mit einem starken Refrain ausgestattete "Room 101", der flotte Opener „A Dying Son“ oder eben besagter Longtrack "The Land Of Seven Rivers Beyond The Sea" sind klassischer Heavy Metal, genau wie ihn die Zielgruppe von einer Retro-Tribute Truppe wie STARBLIND verlangt. Allerdings muss man mit dem hohen Gesang von Fronter Mike Stark klarkommen, der mit seinem in bester US-Power Metal Manier leiernden Vibrato den Nerv treffen oder daran nagen kann - ja nach persönlichem Geschmack.

Da es die Jungs auf Album No. 2 nicht geschafft haben auch nur einen einzigen Funken Eigenständigkeit in Ihren Klassiker-Cocktail einzumischen, gibt's diesmal einen halben Punkt Abzug, auch wenn "Dying Son" keinen Deut schlechter als das Debüt ist. Vielmehr gibt es hier ordentliches Genre-Futter ohne Überraschungen, aber mit Enthusiasmus und viel Herz eingespielt. Das ist doch auch schon was.

WERTUNG





Trackliste:

01. A Dying Son
02. Blood Red Skies
03. Firestone
04. The Man Of The Crowd
05. The Lighthouse
06. Sacrifice
07. Room 101

08. The Land Of Seven Rivers Beyond The Sea

Montag, 16. November 2015

GIRLSCHOOL - Guilty As Sin

Band: Girlschool
Album: Guilty As Sin
Spielzeit: 34:58 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: UDR Records
Veröffentlichung: 13.11.2015
Homepage: www.girlschoolband.com

Ihr dreizehntes Album erscheint an einem Freitag, dem 13. - das kann ja heiter werden. Da die Ladies aber überhaupt nichts zu verlieren haben sondern nur noch den ein oder anderen neuen Fan dazugewinnen können, können sie ganz locker an dieses Unterfangen herangehen. Und dass GIRLSCHOOL immer noch mächtig Bock drauf haben, abzurocken, beweisen die zahlreichen Auftritte auf Festivals und kleineren Bühnen. Nach sieben Jahren liegt mit "Guilty As Sin" also der Nachfolger von „Legacy“ vor. Die musikalischen Geliebten von MOTÖRHEAD – beide Bands verbindet ja bekanntermaßen eine lange und innige Beziehung – gaben in der Vergangenheit mehr als einmal die weibliche Version der Band von Oberwarze Lemmy ab. Und auch auf „Guilty As Sin“ rumpeln die Mädels den ein oder anderen Song in bester MOTÖRHEAD-Manier herunter. Allem voran „Take It Like A Band“, das die Britinnen an die zweite Stelle des Albums gepackt haben oder „Night Before“.

Dieses wurde unter den Fittichen von Chris Tsangarides in den Ecology Room Studios im englischen Kent aufgenommen. Der Sound ist Old School aber auch ziemlich unaufgeregt und könnte einen Tacken mehr Drive und Druck vertragen. Aber sei es drum, auch so zeigen GIRLSCHOOL, dass sie es immer noch können. Der Opener „Come The Revolution“ oder allen voran der Titeltrack sind feinster Stoff. Letzter ist ein cooles Riffmonster. Aber es haben sich auch einige echte Langweiler auf die Platte geschlichen. Speziell in der zweiten Hälfte verstecken sich mit „Painful“ oder dem gruseligen Cover von „Staying Alive“ - im Original von den BEE GEES – gibt es neben „Treasure“ ein paar Arschbomben. Die beiden mit * gekennzeichneten Bonustracks lagen uns nicht vor.

GIRLSCHOOL waren eine wegweisende und kultige Band der Achtziger, die es auch in jüngerer Vergangenheit immer wieder geschafft hat, zu überzeugen. So ganz gelingt es den Britinnen mit ihrem dreizehnten Longplayer „Guilty As Sin“ nicht, aber Kim McAuliffe (vocals, guitars), Enid Williams (bass), Denise Dufort (drums) und Jackie Chambers (guitars) sind wie ihre männlichen Kollegen von MOTÖRHEAD einfach nicht totzukriegen.

WERTUNG: 






Trackliste:

1. Come The Revolution
2. Take It Like A Band
3. Guilty As Sin
4. Treasure
5. Awkward Position
6. Staying Alive
7. Perfect Storm
8. Painful
9. Night Before
10. Everybody Loves (Saturday Night)
11. Coming Your Way *
12. Tonight *

Stefan

Mittwoch, 9. September 2015

IRON MAIDEN - The Book Of Souls

Band: Iron Maiden
Album: The Book Of Souls
Spielzeit: 92:11 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Parlophone
Veröffentlichung: 04.09.2015
Homepage: www.ironmaiden.com

Auf die Krebs Erkrankung von Bruce Dickinson und seine Genesung wollen wir hier mal nicht weiter eingehen (das Netz ist voll Infos zum Thema). Der öffentliche Umgang der Band mit dieser Sache war so zurückhaltend ehrlich und bodenständig wie man es auch schon seit Jahrzehnten von Ihrer Musik gewohnt ist. Die Fans können nun endlich wieder aufatmen und das pressfrische neue Album bestaunen: 92 Minuten Material, verteilt auf 2 CDs (oder 3 LPs – kein Picture-Disc-Dreck, sondern echtes, schwarzes Vinyl!), inkl. einer 18—minütigen Mammut-Nummer, verfasst und eingespielt mit Dickinson am Klavier (dazu später mehr). Was als erstes natürlich ins Auge springt ist das eigenwillige Cover, der beeindruckendste Eddie seit Fear of the Dark. Kein billiges Computer Wirr Warr oder quietschbunt peinliches Sci Fi Monster, sondern ein klassischer Eddie der so detailliert und entschlossen gezeichnet ist wie es auch die Musik in der Verpackung ist.

Dass IRON MAIDEN es noch nie irgendjemandem recht machen wollten dürfte wohl jeder Fan im Laufe seines Devotee-Daseins durchgemacht haben. Bewegen die Jungs sich auch seit vielen Jahren innerhalb Ihrer selbst gesetzten Parameter, so haben sie immer darauf geachtet nicht zu ihrer eigenen Karikatur oder einer Revival-Truppe zu verknöchern. Oft zum Leidwesen Ewiggestriger, für die früher alles besser war. Klar, ein „The Trooper“ oder „The Number Of The Beast“ wird’s von Steve Harris und seiner Truppe nicht mehr geben. Wozu auch, wenn man es doch schon gemacht hat? Seit der Rückkehr Dickinsons zu IRON MAIDEN hat sich die Band immer mehr den auch schon früher vorhandenen progressiven Tönen in ihrer Musik zugewandt. Mit „The Book Of Souls“ ist IRON MAIDEN aber ein durchweg ungewöhnliches Album gelungen, das den Kritikern mal wieder genügend Angriffsfläche bieten dürfte. Alleine die immense Spieldauer macht es dem Hörer nicht einfach sich der Sache zu nähern – 1 ½ Stunden mit gehaltvoller Musik zu füllen ist ein anspruchsvolles Unterfangen und so ist auch auf Album No. 16 der ein oder andere nicht ganz so zwingende Song vertreten („The Great Unknown“ oder „The Man Of Sorrows“ sind zwar beileibe keine schlechten, aber auch keine herausragenden Tracks). Ungewöhnlich ist die Platte aber auch deshalb, weil es Produzent Kevin Shirley, man glaubt es kaum, endlich gelungen ist einem IRON MAIDEN Album einen differenzierten und ausgewogenen Mix zu verpassen. Hier lenkt endlich keine klangliche Ungereimtheit vom Geschehen ab. Auch ungewöhnlich ist, dass die Band die 11, größtenteils überlangen, Songs in das perfekte Verhältnis zu einander gebracht hat und die Scheibe von vorne bis hinten absolut dramaturgischen Sinn ergibt: der vorab veröffentlichte straighte, unauffällige Rocker „Speed Of Light“ hätte, in Einklang mit der bisherigen IRON MAIDEN Tradition, eigentlich den Opener geben müssen. Diese Stelle wird aber von dem eigenwillig arrangierten, ausufernden Ohrwurm „If Eternity Should Fail“ eingenommen der sofort eines der absoluten Highlights der Scheibe ist. Und ab hier dürfte dann auch schon klar sein, dass wir es mit einem besonderen Album zu tun haben. Hatten Harris & Co. auf den vorherigen Platten bereits gemacht wonach ihnen der Kamm stand, laufen sie auf „The Book Of Souls“ zur Höchstleistung auf und führen die auf diversen Alben gesponnenen Fäden elegant zusammen: Das fantastisch epische „Shadows Of The Valley“ versprüht den spröden „A Matter of Live and Death“-Charme,  der griffige, Stadiontaugliche Longtrack „The Red And The Black“ löst mit seinen von Keyboards unterstützten Monumentalmelodien das ein, was die Band auf „Virtual XI“ so grandios in den Sand gesetzt hatte und “Death Or Glory“ ist ein harter, in Kopf und Bauch gehender Rocker erster Güteklasse. Vor allem Bruce Dickinson, der auf den letzten Scheiben oft sowohl soundtechnisch als auch von den Arrangements nicht immer optimal in Szene gesetzt wurde profitiert von den neuen Kompositionen: nur selten ist er gezwungen völlig unmögliche Sätze ohne Luftholen gehetzt abzurackern. Vielmehr hat sein Gesang allen Raum sich zu entfalten und er bedankt sich mit einer einfach beeindruckenden Leistung. Auch die Saitenfraktion genießt alle Freiheiten und feuert Soli im Dutzend raus, ständig auf der Suche nach neuen Herausforderungen (das Slide-Solo in dem bereits erwähnten “Death Or Glory“ ist nur das offensichtlichste Beispiel). Und dann wäre da ja noch der abschließende, von Dickinson verfasste Mega-Song „Empire Of The Clouds“ (inklusive Piano und dezent gesetzten, niemals plumpen Streichern) der in 18 Minuten so manche aufs Griffbrett-Wienern versessene Prog Kapelle abfrühstückt. Prog Metal? Ja! Aber „the IRON MAIDEN way“. Natürlich mag man sich ob der oft bis zum Äußersten widerholten Refrains und Instrumentalparts beschweren und nicht jeder Song ist es auch wert so in die Länge gezogen zu werden. Oder aber man lehnt sich einfach zurück und ist dankbar dafür, dass es noch eine Band gibt, die sich dem allgemeinen Konsensklang einfach partout nicht unterwerfen will. IRON MAIDEN als die unbeugsamen Gallier einer kreativ weitestgehend gleichgeschalteten Heavy Metal Szene. Mir gefällt dieser Gedanke besser als ein weiteres stromlinienförmiges 08/15 Produkt vom Fliessband, auf Trend und Perfektion zurechtgestutzt. IRON MAIDEN suchen, auch 35 Jahre nach dem bahnbrechenden Debüt immer noch neue Wege, und wenn dabei solch geniale Songs bei herauskommen ist mir ein wenig Ausschuss gerne willkommen.

„The Book Of Souls“ ist ein mutiges, wiederborstiges, stures sowie durch und durch (im positiven Sinne) kindsköpfiges Album geworden. Hier spielt eine Band auf die sich noch nie um irgendweine Erwartung gekümmert hat und auch auf ihrem 16ten Studioalbum noch unbändige Spielfreude mit einem echten Live-Feeling kombiniert. Da neben der Musik auch das Drumherum (Artwork, Produktion) endlich wieder Hand und Fuss hat kann man wohl festhalten, dass der Band mit „The Book Of Souls“ das Beste Werk der Reunion Phase gelungen ist. Kaufen!

WERTUNG:






Trackliste:

01. If Eternity Should Fail
02. Speed Of Light
03. The Great Unknown
04. The Red And The Black
05. When The River Runs Deep
06. The Book Of Souls
07. Death Or Glory
08. Shadows Of The Valley
09. Tears Of A Clown
10. The Man Of Sorrows
11. Empire Of The Clouds

Mario


Freitag, 20. Februar 2015

AKTOR - Paranoia

Band: Aktor
Album: Paranoia
Spielzeit: 34:49 min
Stilrichtung: NWOBHM/Hardrock
Plattenfirma: High Roller Records
Veröffentlichung: 20.02.2015
Homepage: www.aktor.bandcamp.com

Nach der 2013er Single "I Am the Psychic Wars" wirft die Finnisch/Amerikanische Truppe AKTOR nun ihr Debütalbum auf den Markt. Die Musiker hinter AKTOR sind auch keine Unbekannten. Zum einen haben wir hier Chris Black (u.a. PHARAOH, DAWNBRINGER, HIGH SPIRITS) sowie Jussi Lehtisalo und Tomi Leppänen, beide aktiv bei CIRCLE. Musikalisch firmieren die drei Herren irgendwo zwischen traditionellem Heavy Metal und 1970er Rock mit ordentlicher Psychedelic Schlagseite.

Die Einflüsse sind vielseitig, reichen von BLACK SABBATH, LED ZEPPELIN, ein wenig JIMI HENDRIX über THIN LIZZY bis zu URIAH HEEP. Die Songs sind alle kurz und knackig gehalten, nur "The Mover" überscheitet überhaupt die 4 Minuten Marke. Trotzdem bekommt man nicht einfach nur seichte Rockmusik zu hören, nein die Musik von AKTOR ist sehr stimmungsvoll, verspielt und wechselt zwischen Verträumtheit und Eingängigkeit.

Schon nach dem ersten Durchlauf wird schnell klar, "Hits" sucht man vergebens. Das Album ist aus einem Guss, die Songs wachsen mit jedem Hörgang. Die sehr lockere, entspannte Grundstimmung von "Paranoia" macht richtig Laune, besonders markant wird dies bei "Six Silver Suns". Der Erstling von AKTOR ist kurzweilig und sehnt den Sommer herbei. Der perfekte Soundtrack um bei offenem Fenster die sonnige Landstraße hinab zu düsen. Aber selbst in diesen verregneten und grauen Tagen schafft es die Musik der Jungs während der gerade mal knapp 35 Minuten Spielzeit ein Sommerfeeling zu verströmen.

AKTOR ist sicher keine Massenware, hat eine eigene, manchmal spezielle Note ("I Was The Son Of God"). Wer sich ein wenig Zeit nimmt und sich auf die Musik einlassen kann, wird viel Spaß an "Paranoia" haben. In diesem Sinne, "Stop Fooling Around" and listen to AKTOR!

WERTUNG: 






Trackliste:

01. Devil And Doctor
02. Gone Again
03. Stop Fooling Around
04. Too Young To Die
05. Six Silver Suns
06. I Was The Son Of God
07. Something Nasty
08. Where Is Home
09. Never Ending No
10. The Mover

Chris

Mittwoch, 28. Januar 2015

MORE - Warhead/Blood & Thunder (Re-Releases)

Band: More
Album: Warhead / Blood & Thunder
Spielzeit: /
Stilrichtung: NWOBHM
Plattenfirma: Rock Candy Records
Veröffentlichung: /
Homepage: www.more2012.com

NWOBHM Aficionados ist die Band MORE natürlich ein Begriff, nicht zuletzt weil der kurzzeitige Iron Maiden Sänger Paul Mario Day das Debüt der Truppe eingesungen hat. Die treibende Kraft hinter der Londoner Truppe war aber Gitarrist Kenny Cox, der MORE bis ins Jahr 2000 vorstand und die Geschicke der Band mehr oder minder fest in Händen hielt. Seitdem haben sich einige ehemalige Musiker, gemeinsam mit dem legendären Produzenten Chris Tsangarides an der Gitarre, unter dem Banner Ex-More zusammen getan und tingeln durch die Metal-Festivals dieser Welt. Ob die Welt das braucht sei mal dahingestellt. Uns interessieren heute in erster Linie die beiden ersten (und einzigen) Alben der Band, die zumindest mit Ihrem Debüt Ihren kleinen Teil zur NWOBHM Legende beigesteuert hat …

Warhead (1981)

Als MORE ihr erstes Scheibchen aus dem Presswerk holten, hatten die bereits damals einzigartigen Iron Maiden kurz zuvor mit “Iron Maiden” dem Punk ein fettes Statement entgegen gesetzt an dem sich die Konkurrenz zu messen hatte. Neben den bereits erwähnten Paul Mario Day und Kenny Cox komplettierten Gitarrist Laurie Mansworth (Papa von The Treatment Schlagzeuger Dhani Mansworth), Schlagzeuger Frank Darch und Bassist Brian Day das Line-Up, dem mit Ihrem Debüt eine kleine vergessene Perle des NWOBHM geglückt ist. Zwar sind die Songs und Riffs deutlich näher am klassischen Riff-Rock der alten Deep Purple und Led Zeppelin Schule als bei manch anderen Band der Szene. In erster Linie konnte MORE aber mit einer spürbaren Spielfreude und jugendlichem Hunger den Hörer an die Boxen fesseln. Tracks wie „Warhead“, „Depression“ oder „Road Rocket“ funktionieren auch heute noch und machen ordentlich Laune.

Blood & Thunder (1982)

Bevor die Arbeiten am Nachfolger richtig ins Rollen kamen, setzte sich Gitarrist Laurie Mansworth bei MORE ab und gründete wenig später die AORler Airrace und auch Schlagzeuger Frank Darch machte sich vor den Aufnahmen zu „Blood & Thunder”  aus dem Staub. Nicht die besten Voraussetzungen für ein Album, dass der Band eigentlich den Weg zu einer steilen Karriere weiter ebnen sollte. Als die Band sich den mit diversen Drogen-Problemen hantierenden Andy John Burton hinter die Schießbude setzt und auf Druck das Labels auch noch Sänger Paul Mario Day während den Aufnahmen seinen Hut nehmen muss gerät das bis dahin noch halbwegs auf Kurs befindliche Schiff vollends in Schieflage. Die Neuverpflichtung am Mikro Mick Stratton ist ein energischerer Sänger als sein Vorgänger, musste aber mit bereits fertig komponiertem Material und eingespielten Songs arbeiten und hatte seine liebe Mühe dem Ganzen seinen eigenen Dreh zu verpassen. „Blood & Thunder” ist objektiv betrachtet mindestens stark wie „Warhead“, leidet aber an einer mangelnden Kohärenz und zerfahrenem Songmaterial dem die Zielstrebigkeit des Debüts fehlt. Dass es Cox überhaupt gelungen ist mit einer beinah komplett neuen Mannschaft ein Album fertigzustellen mag man ihm hoch anrechnen, das Endergebnis war aber nicht der erhoffte Befreiungsschlag und konnte der Band keinen Schritt weiter auf er Karriereleiter helfen. In Ihrem Heimatland erschien die Platte erst gar nicht und MORE strichen erst mal frustriert die Segel. Songs wie das Eröffnungsdoppel „Killer On The Prowl“ und „Blood And Thunder“ sowie das mit toller Gitarrenarbeit von Cox ausgestattete „The Eye“ sollte der geneigte NWOBHM Fan aber auf jeden Fall schon mal gehört haben.

Auch wenn MORE seit der Veröffentlichung von „Blood & Thunder“ kontinuierlich in verschiedenen Bestzungen durch die Lande ziehen, so dürften wohl nur die beiden über Rock Candy Records wieder aufgelegten Scheiben wirklich relevant sein. Fans des Genres und solche, die es noch werden wollen, sollten sich daher zumindest die erste Platte „Warhead“ ins Regal stellen. Mit dem etwas schwächeren Nachfolger kann man aber auch nicht wirklich viel falsch machen. Die hier zu Grunde liegenden Re-Releases punkten wie bei RCR gewohnt mit einem üppigen, informativen Booklet und einem ordentlichen Remastering.

WERTUNG:

"Warhead"


"Blood & Thunder"



Trackliste:

"Warhead"

01. Warhead
02. Fire
03. Soldier
04. Depression
05. Road Rocket
06. Lord Of Twilight
07. Way Of The World
08. We Are The Band
09. I Have No Answers
10. Atomic Rock (Bonus Track)

"Blood & Thunder"

01. Killer On The Prowl
02. Blood And Thunder
03. I Just Can’t Believe It
04. I’ve Been Waiting
05. Traitors Gate
06. Rock And Roll
07. I Wanna Take You
08. Go Home
09. The Eye
10. Nightmare

Mario

Mittwoch, 3. Dezember 2014

BATTLEAXE - Power From The Universe (Re-Release)

Band: Battleaxe
Album: Power From The Universe (Re-Release)
Spielzeit: 52:35 min
Stilrichtung: Heavy Metal / NWOBHM
Plattenfirma: Steamhammer / SPV
Veröffentlichung: 28.11.2014
Homepage: www.battleaxemetal.com

Die UK Urgesteine BATTLEAXE galten als eine der hoffnungsvollsten Kandidaten der ursprünglichen NWOBHM Szene. Leider konnte die Band die in sie gesetzten Erwartungen nie in einen greifbaren Erfolg ummünzen und verschwand bereits nach dem zweiten Album „Power From The Universe“ (1984) in der Bedeutungslosigkeit. Immerhin erschienen das Debüt „Burn This Tiwn“ (1983) über Roadrunner Records und der Nachfolger über das angesehene Label Music For Nations – das enorme Potential hatten die Labelbosse damals schon richtig erkannt. Das Comeback Anfang diesen Jahres („Heavy Metal Sanctuary“, http://rock-garage-magazine.blogspot.de/2014/02/battleaxe-heavy-metal-sanctury.html) hat beim Chris einen guten Eindruck hinterlassen. Sehen wir uns also anlässlich des Re-Releases der zweiten Scheibe der Band mal an, was die Jungs den Kollegen zu Zeiten von „Powerslave“ und „Defenders of the Faith“ so entgegen zu setzen hatten …

Gleich zu Beginn der fett und erstaunlich erwachsen produzierten Scheibe gibt es bereits das unbestreitbare Highlight der Scheibe zu vermelden: der schnelle Headbanger „Chopper Attack“ macht sofort beste Laune und funktioniert auch heute noch formidabel. Hier ist auch gleich die von Chris angesprochene Accept-Ähnlichkeit wieder auszumachen, die sich auch in weiteren Tracks niederschlägt. Gleichzeitig schürt „Chopper Attack“ allerdings Erwartungen, die das restliche Material nicht ganz einlösen kann. Die Songs verlieren mit fortschreitender Spielzeit immer mehr die aggressive Metal Kante und pendeln sich irgendwo im klassischen Riff-Rock der Marke Krokus („Licence To Rock“) ein. Mit „Make It In America” legten BATTLEAXE gar einen lupenreinen US-Stadionrock Song hin, komplett mit Journey-Gedächtnis Backing Vocals und einem dicke Hose Text, der aus heutiger Sicht schon ein wenig ulkig wirkt. Der Unterschied zu den großen des Genres, die es tatsächlich geschafft haben eine lebenslange Karriere aus dem Radau zu machen, liegt wohl unter anderem im Gesang und der Melodieführung von Sänger Dave King der zwar seinen Charme hat, aber weder die unsterblichen, massenkompatiblen Hymnen schreiben kann, noch eine unverwechselbare Stimme aufweisen kann. Dennoch sind Banger wie „Metal Rock” oder der Titeltrack auch heute noch feinster NWOBHM Stoff, den Fans des Genres, nicht zuletzt dank der starken Gitarrenarbeit von Steve Hardy, definitiv im Regal stehen haben sollten.

Da der Chris für „Heavy Metal Sanctuary“ eine 8 gezückt hatte, kann man wohl festhalten, dass BATTLEAXE Ihre Qualität auch 30 Jahre nach der Auflösung haben halten können. „Power From The Universe” ist jedenfalls ein starkes Stück NWOBHM, mit dem ein oder anderen kleineren Makel aber einer Menge überzeugender Argumente. Der aktuelle Re-Release kann zudem noch mit 4 guten Bonustracks aufwarten, was die Entscheidung ebenfalls vereinfachen dürfte. Ein kleiner Klassiker, der es wert ist wiederentdeckt zu werden.

WERTUNG:






Trackliste:

01. Chopper Attack
02. Metal Rock
03. Licence To Rock
04. Fortune Lady
05. Shout It Out
06. Over The Top
07. Power From The Universe
08. Make It In America
09. Killer Woman (Bonus Track)
10. Radio Thunder (Bonus Track)
11. My Love’s On Fire (Bonus Track)
12. Love Sick Man (Bonus Track)

Mario

Montag, 17. November 2014

SATAN - Trail Of Fire - Live In North America

Band: Satan
Album: Trail of Fire - Live in North America
Spielzeit: 76:05 min
Stilrichtung: NWOBHM
Plattenfirma: Listenable Records
Veröffentlichung: 03.11.2014
Homepage: www.satanmusic.com

Der nächste Feiertag für alle Freunde des guten alten NWOBHM-Sounds. Letztes Jahr meldeten sich SATAN nach 26 Jahren mit dem bärenstarken "Life Sentence" aus dem Studio zurück, nun gibt es mit "Trail of Fire - Live in North America" das zweite Live-Album der Jungs aus Newcastle.

Den Start macht der "Hit" von SATAN schlechthin, "Trail by Fire" den u.a. BLIND GUARDIAN schon gecovert haben. Und vom ersten Moment an explodiert die Stimmung aus den Boxen, Wahnsinn! Es folgt mit "Blades of Steel" ein zweiter Song vom legendären Debüt "Court in the Act", danach gibt es mit "Time To Die" und "Twenty Twenty-Five " zwei Stücke vom erwähnten 2013er Album "Life Sentence". Es ist wirklich faszinierend, zwischen diesem Werk und dem Debüt liegen unglaubliche 30 Jahre und es wirkt auf den Hörer als wären nur ein paar Monate dazwischen! Die ganze Scheibe klingt wie aus einem Guss, dynamisch und vor Energie sprühend.

Brian Ross ist stimmlich auf einem unglaublichen Niveau und singt viele jüngere Kollegen locker an die Wand. Bei den Songs von "Court in the Act" hört man an Feinheiten auch die Erfahrung der Musiker, die Songs klingen live noch eine Ecke intensiver und kraftvoller als von Platte. Und das will in diesem Fall was heißen.

Ein ganz dickes Plus bekommt die Produktion. Man hört das Publikum, spürt die Energie und der Sound wurde im Studio nicht glatt gebügelt. Trail of Fire ist 100%ig authentische Live Power - so und nicht anders muss ein Live Album klingen!

SATAN Fans haben die Scheibe sowieso schon längst bestellt, wer die Band bisher nicht kennt, kann hier blind zuschlagen und bekommt ein Live "Best of" der NWOBHM-Legende. Spätestens dann wird man verstehen warum SATAN und die diversen Ableger wie PARIAH und BLIND FURY von Bands wie METALLICA & Co. als wichtige Einflüsse genannt werden!

WERTUNG:




Trackliste:

01. Intro/Trial By Fire
02. Blades Of Steel
03. Time To Die
04. Twenty Twenty-Five
05. Break Free
06. No Turning Back
07. The Ritual
08. Siege Mentality
09. Oppression
10. Incantations
11. Testimony
12. Alone In The Dock
13. Heads Will Roll
14. Cenotaph
15. Kiss Of Death

Chris

Mittwoch, 8. Oktober 2014

MAUSOLEUM GATE - Mausoleum Gate

Band: Mausoleum Gate
Album: Mausoleum Gate
Spielzeit: 40:14 min
Stilrichtung: Heavy Metal, NWoBHM
Plattenfirma: Cruz Del Sur Music
Veröffentlichung: 10.10.2014
Homepage: www.facebook.com/MausoleumGate

Glückwunsch. Den Titel gruseligstes Cover 2014 haben die Finnen von MAUSOLEUM GATE bereits gewonnen. Hoffentlich machen sie es musikalisch besser, auf ihrem selbstbetitelten Debütalbum.

Geboten wird Heavy Metal, Hardock und NWoBHM Sound der allerersten Stunde, Musik der End-Siebziger und frühen Achtziger. Besonders IRON MAIDEN, DEEP PURPLE und BLACK SABBATH sind allgegenwärtig. Eigentlich genau die Mischung, bei der ich normal zu Freudensprüngen ansetze. Diesmal nicht. Dazu ist die Stimme von Sänger V-P Varpula einfach über weite Strecke zu kraftlos, die Songs verlieren sich in gezwungen klingenden Progpassagen, wie etwa "Lost Beyond the Sun". Die restlichen Stücke haben zwar ihre Momente, aber auch viele Längen. Die Riffs sind in einigen Fällen doch recht austauschbar oder waren so schon einmal zu oft zu hören ("Mercenaries of Steel").

Doch es ist nicht alles schlecht. Potential steckt in der Band, wie man bei "Demon Droid" und "There Must Be Demons" hört. Die beiden Songs machen aber eben nur ein Viertel der Spielzeit aus, der Rest überzeugt auch nach mehreren Durchgängen nur phasenweise. MAUSOLEUM GATE sind daher nur etwas für absolute 80er Jahre Jünger.

WERTUNG:






Trackliste:

01. Magic of the Gypsy Queen  
02. Demon Droid
03. Lost Beyond the Sun  
04. Mercenaries of Steel
05. There Must Be Demons
06. Mausoleum Gate

Chris

Mittwoch, 20. August 2014

OVERDRIVE - The Final Nightmare

Band: Overdrive
Album: The Final Nightmare
Spielzeit: 45:23 min
Stilrichtung: NWoBHM
Plattenfirma: Pure Rock Records
Veröffentlichung: 22.08.2014
Homepage: www.overdriverockband.co.uk

Nicht jede Band, die vor 30 Jahren relativ sang- und klanglos in der Versenkung verschwunden ist, verdient es heute ausgebuddelt und ins grelle Scheinwerferlicht gezerrt zu werden. Da gab’s schon hier und da verständliche Gründe, warum so manche Combo es dann doch nicht geschafft hat. Die Briten OVERDRIVE versuchen nun von der Tatsache zu profitieren, dass jedes noch so unwichtige Überbleibsel der alten Szene als unentdecktes Juwel verherrlicht und als die verlorene Perle gehyped wird. In den 80er sind die Jungs nicht über eine Single und ein Demo hinausgekommen, haben dann in den 90ern 2 und seit 2004 nochmals 4 Alben rausgebracht und nehmen mit der vorliegenden Scheibe einen weiteren Anlauf.

Nun, Butter bei die Fische. Wie wohl schon ersichtlich bin ich mir nicht ganz sicher ob die Welt ein neues Album dieser Veteranen wirklich braucht. Musikalisch ist das, was die Herren hier abliefern durchaus brauchbar (besonders die Gitarrensoli lassen aufhorchen), auch wenn die Songs allesamt nach demselben Strickmuster zusammengebaut sind und zwischendurch auch gerne mal gepflegte Langeweile aufkommt. Da hilft der suboptimale Gesang auch nicht unbedingt weiter. Songs wie das spannende „Nightwalker“, das flotte „Wasted“ oder „Invited To Hell“ leben aber von dem hörbaren Enthusiasmus und der Spielfreude der Truppe, die zwar etwas nah am Szene-Kodex klebt, aber greifende Hooks schreiben kann die der Konkurrenz nicht wirklich nachstehen und durch die Orgel und Keyboard-Sounds von Tim Hall auch eine gewisse Eigenständigkeit im Sound haben.

Sauer stößt mir aber die Produktion der Platte auf. Ich bin mir durchaus im Klaren, dass es sich bei „The Final Nightmare“ um eine Underground Platte handelt die mit geringem Budget bei einem Nischenlabel rauskommt. Da würde ich jetzt auch prinzipiell ein Auge zudrücken, denn für den Undergound gelten andere Regeln. Wenn das Ganze aber damit beworben wird, dass niemand Geringeres als der große Chris Tsangarides (u.a. Judas Priest und Thin Lizzy) an den Reglern gesessen hat, dann darf man auch andere Maßstäbe ansetzen. Der Mann macht aber anscheinend alles für Geld – und liefert augenscheinlich stark Budget-orientierte Ergebnisse ab: Was sich im Promo-Sprech noch nach einem „druckvollen, erdigen“ Klang anhört ist dann vielmehr ein dröhnender Brei, bei dem der eh nur mittelmäßige Gesang dann noch derart mies abgemischt ist, dass es eine Schande ist. Jungs, das Geld hättet Ihr euch sparen können. Ein Schüler der nächstgelegenen Toningenieur-Schule hätte mit aller Wahrscheinlichkeit einen besseren Job abgeliefert als das hier. Und wo wir schon beim Meckern sind: Lasst den Herrn Steve Harris bloß nie den Mittelteil von dem ansonsten besten Track „Wasted“ hören ... das könnte Ärger geben.

Unterm Strich ist „The Final Nightmare“ eine okaye Scheibe die Genretypische Songs und eine bestens aufgelegte Band bietet und lediglich bei der Produktion etwas Federn lassen muss. NWOBHM Fans können ein Ohr riskieren.

WERTUNG:





Trackliste:

01. Invited to Hell
02. Twice Shy
03. Glass Game
04. Twisting My Mind
05. Wasted
06. Lost On A Mountain
07. Nightwalker
08. Taken Young (Ben's Song)
09. Final Nightmare

Montag, 10. März 2014

WITCHFYNDE - The Lost Tapes

Band: Witchfynde
Album: The Lost Tapes
Spielzeit: 53:03 min
Stilrichtung: Hardrock/NWOBHM
Plattenfirma: Bad Omen Records
Veröffentlichung: 10.03.2014
Homepage: www.witchfynde.com

Ein echtes Stück Geschichte bekommt man selten auf den Tisch. Bad Omen Records machen es möglich. Die Englander von WITCHFYNDE haben in den Jahren 1980 bis 1984 Musikgeschichte geschrieben. Besonders das Debüt "Give 'em Hell" zählt zu den absoluten Klassikern der NWOBHM Bewegung.
Doch die Band war bereits seit 1973 aktiv und aus diesen Anfangstagen gibt es ein paar Demotracks. Diese wurden nun in erstaunlicher Qualität neu gemastert und unter dem passenden Titel "The Lost Tapes" veröffentlicht.

An diesen Aufnahmen waren Steve Bridges (Vocals), Montalo (Gitarre), Andro Coulton (Bass) und Gra Scoresby (Drums) beteiligt. Die ersten 5 Songs wurden im Dezember 1975 in den Drumbeat Studios, Melton Road, Leicester aufgenommen. Song 6 und 7 an einem nicht mehr zuzuordnendem Ort in Coventry, im Jahre 1977. Für die Generalüberholung sorgte Jamie Gomez Arellano in 2013, und er macht einen verdammt guten Job. Die klangliche Qualität steht einer aktuellen Produktion in nichts nach, trotzdem durchdringt der Geist der Geburtsjahre der Hard & Heavy Musik jede Note auf "The Lost Tapes". Gut, das gilt für die ersten fünf Songs, die letzten beiden muss man eher als nette Dreingabe sehen, hier war wohl nicht mehr viel aus dem vorliegenden Material rauszuholen, diese Aufnahmen haben bestenfalls Demo-Tape Charakter. Aber auch das hat sicher für den ein oder anderen älterern Metalhead seinen ganz eigenen Reiz.

Wer schon immer auf der Suche nach dem vertonten Bindeglied zwischen LED ZEPPELIN, DEEP PURPLE, BLACK SABBATH und RUSH auf der einen und den ersten Heavy Metal Bands auf der anderen Seite gesucht hat, wird bei der "neuen" WITCHFYNDE fündig. Eine genauere Einordnung wäre in meinen Augen vergebene Mühe, mit wem soll man die Wegbereiter einer Szene vergleichen, die noch gar nicht existiert hat? Psychodelic, Hardrock, Progressiv, Jazz, Blues und härtere Klänge vermischen sich zu einem neuen, intensiven Gebräu dem wir noch heute verbunden sind.

Und selbstredend gibt es diese Perle nur auf Vinyl. Oldschooler kommen an diesem Werk nicht vorbei, holt euch "The Lost Tapes" und freut euch auf eine wunderbare Zeitreise.

WERTUNG: 






Trackliste:

01. Grimoire
02. Madam Noname'
03. Halfway
04. Pastiche
05. Slow Down
06. Valkyrian Ride
07. Tetelestai

Chris

SPARTA - Welcome To Hell

Band: Sparta
Album: Welcome to Hell
Spielzeit: 45:41 min
Stilrichtung: NWOBHM
Plattenfirma: High Roller Records
Veröffentlichung: 28.02.2014
Homepage: www.myspace.com/spartaheavymetal

1979 wurden die Briten von SPARTA gegründet und haben gerade ihr Debütalbum "Welcome to hell" veröffentlicht. Nein, kein Tippfehler. Auch kein Scherz. Die Herrschaften haben es zwischen 1980 und 1981 auf zwei Singles und eine Split-Veröffentlichung mit MANITU, SAVAGAE, TYRANT und PANZA DIVISION gebracht. Dann wurde es still, 1990 folgte die Auflösung. 2006 und 2011 kamen dann zwei Compilations auf den Markt, besonders "Use Your Weapons Well" zog in Szenekreisen einige Aufmerksamkeit auf sich.

Das positive Feedback und die Unterstützung durch High Roller Records brachte das Original-Lineup nach 35 Jahren dann tatsächlich noch zum ersten Langspieler. Bis auf "Angel of Death" handelt es sich dabei auch wirklich um neue Stücke. Kaum zu glauben, fühlt man sich doch direkt in die Anfangszeiten des NWOBHM zurückkatapultiert. Erstklassige Melodien, tolle Gitarrenläufe und eingängige Refrains lassen das Herz eines jeden Oldschool-Fans höher schlagen. Musikalisch liegt man irgendwo zwischen ANGEL WITCH, BLITZKRIEG, MOTÖRHEAD und alten IRON MAIDEN. Nachdem SPARTA aber bereits damals Teil dieser Szene waren, eben nicht als billiger Abklatsch sondern als eigenständige Variante dieses Metal Ursounds.

Karl Reders (Vocals), Tony Foster (Lead Gitarre), Tony Warren (Bass), Steve Reders (Gitarre) und Paul Reders (Drums) liefern nach all den Jahren ein wirklich feines Stück traditionellen Schwermetals ab, welches allen Nostalgikern hiermit ans Herz gelegt sei.

Oder um den Film 300, frei interpretiert, zu bemühen: Oldschool? THIS IS SPARTA!

WERTUNG: 






Trackliste:

01. Welcome to Hell
02. Angel of Death
03. Time
04. Soldier of Fortune
05. Wild Night
06. Dreaming of Evil
07. Arrow
08. Rock 'n' Roll Rebel
09. Kingdom of the Sky

Chris

Montag, 26. August 2013

LEGEND - The Dark Place


Band: Legend 
Album: The Dark Place
Spielzeit: 52:23 min
Stilrichtung: NWOBHM 
Plattenfirma: High Roller Records
Veröffentlichung: 30.08.2013
Homepage: www.legendjersey.com

Die Frage, was eine Band die es zu Ihrer „Blütezeit“ auf gerade mal 1 reguläres Album gebracht hat und dann wieder in der Versenkung verschwunden ist (von einem wenig beachteten Album 2003 mal abgesehen), 30 Jahre später noch Relevantes zu sagen hat, ist wohl durchaus berechtigt. Ähnlich wie die von Chris vor wenigen Monaten abgefeierten NWOBHM-Veteranen Satan („Life Sentence“) oder die unkaputtbaren Demon („Unbroken“) haben sich die von der britischen Insel Jersey stammenden LEGEND nicht auf Ihrem bescheidenen Underground-Legenden Status ausruhen wollen, die Gitarren und Amps entstaubt und im Herbst Ihrer „Karriere“ ein saustarkes Album abgeliefert. Und eines gleich vorweg – bei wem auch nur ein Hauch von NWOBHM in seinen Adern fließt, der MUSS sich diese Scheibe ohne Wenn und Aber sofort auf den Einkaufszettel schreiben. Jetzt. Aber fix. Erledigt? Ok, dann schauen wir uns die Platte mal genauer an, denn geiler geht’s eigentlich nimmer. 

Artwork und Label der nur auf Vinyl erhäaltlichen Scheibe lassen spontan vielleicht auf eine weitere schwedische Okkult-Rock Kapelle tippen – die Music von LEGEND könnte davon aber nicht weiter entfernt sein: Geprägt wird „The Dark Place“ von dem hochmelodischen, treffsicheren Gesang von Fronter Mike Lezala sowie den geilen Gitarrensoli von den Brüdern Pete und Neil Haworth. Im Gegensatz zu vielen anderen NWOBHM Vertretern die Ihren Sound den aktuellen Trends mal mehr mal weniger gelungen anpassen, versuchen LEGEND erst gar nicht zeitgemäß oder übertrieben hart zu klingen sondern ziehen Ihr Ding mit sympathischer Gelassenheit durch. Geile Riffs gibt’s im Akkord, die Melodien und Harmoniegesänge sitzen wie die Eins und die Songs rocken munter klassisch nach vorne. Dabei werden immer wieder verträumte, oft von Akustikgitarren getragene Parts eingearbeitet, wie in dem genialen, überlangen Stampfer „Red“ oder „Taste Of Life“. Dass auf die gesamte Spielzeit nie Langeweile aufkommt, ist, neben der ungemein hohen Hookdichte, auch dem enormen Abwechslungsreichtum der Arrangements geschuldet. Irgendwie erinnert mich die Melodieversessenheit, der sehr moderate Härtegrad und die warme, aber nicht rumpelige Produktion (die Rhythmusgitarren und Drums klingen einfach perfekt!) dezent an die US-Kauze von Heart of Cygnus. Jeder der 11 Tracks ist ein Kracher – ob das mit ruhigen, Maiden-typischen Gitarren eingeleitete „Halls Of The Dead“, dass sich zum unwiderstehlichen Banger mausert, das straight nach vorne rockende „Paragon“, der ansteckende Refrain im Titelsong „The Dark Place“ oder der mit einem ausufernden Gitarrensolo veredelte letzte Track „Play Your Game“ – NWOBHM Fans bekommen hier ihre Vollbedienung. 

Es wäre LEGEND wirklich zu wünschen, dass sie mit „The Dark Place“ wenigstens ein wenig der Aufmerksamkeit bekommen, die Ihnen nach all den Jahren zusteht. Denn auch ohne den Opa-Bonus kann die Band mit einem rundum gelungenen Album dem Nachwuchs noch zeigen wie ein ordentliches Pfund Rock zu klingen hat.

WERTUNG:






Trackliste:

01. The Dark Place
02. Red
03. Halls Of The Dead
04. The Watcher
05. Taste Of Life
06. Too Late To Be A Hero
07. Monster On The Street
08. Paragon
09. Burn With Your Demons
10. Questions And Answers
11. Play Your Game

Mario

Freitag, 9. August 2013

STORMZONE - Three Kings


Band: Stormzone
Album: Three Kings
Spielzeit: 65:41 min
Stilrichtung: NWOBHM
Plattenfirma: Metal Nation
Veröffentlichung: 22.07.2013
Homepage: www.stormzone.tv

Die Briten STORMZONE sind nun auch schon seit 2006 aktiv und wurde damals vom Sänger John 'Harv' Harbinson und Schlagzeuger Davy Bates. (Ex SWEET SAVAGE) gegründet. Nachdem man 2007 beim ebenfalls britischen Kultlabel Escape Music einen Vertrag unterschreiben konnte, brachte man im selben Jahr noch das Debütalbum „Caught in the Act“ auf den Markt. Bis zum Jahr 2010 ging man ordentlich auf Tour und spielte unter anderem als Support auf der Europatournee von George Lynch (DOKKEN) oder mit so Bands wie CINDERELLA, STRYPER und  Y&T. 2009 spielte man auf dem Sweden Rock Festival und weckte das Interesse des deutschen Labels SPV welches die Band dann 2010 unter Vertrag nahmen. Kurz danach wurde das zweite Album „Death Dealer“ und 2011, nachdem man auf dem Wacken Festival zu überzeugen wusste, kam das dritte Album „Zero to Rage“ auf den Markt. Mit allen Alben konnte man sich weitere Fans erspielen und erhielt positive Kritiken von der Fachpresse.
Nun schreiben wir also das Jahr 2013 und man ist nun in der Heimat beim britischen Label Metal Nation gelandet und dort erscheint dieser Tage das vierte Album „Three Kings“. Auf diesem wollen uns die Jungs nun erneut mit ihrem irisch angehauchten NWOBHM beglücken, ob das Album eine klare Steigerung zur letzten Veröffentlichung, die bei mir nicht so gut ankam, darstellt, werden wir nun zusammen herausfinden indem wir dem Opener „The Pain inside“ lauschen.
Dieser beginnt mit einer musikalischen unterlegten Einleitungsgeschichte, die ganz gut Stimmung erzeugt und mich irgendwie total an die selbsternannten Kings of Metal MANOWAR erinnert. Nach ungefähr 2 Minuten geht es dann auch endlich mit dem „richtigen“ Song los. Eine flotte Angelegenheit ist die Nummer geworden, die auf jeden Fall absolut mit seinem Chorus richtig schön punkten kann. Aber auch die griffigen Riffs können sich hier durchaus hören lassen. Ein starker Beginn ist das Gesamte auf jeden Fall geworden!
Mit „Spectre“ geht man anschließend gleich wieder in die Vollen und knallt uns einen weiteren NWOBHM Midtempotrack vor den Latz, der sich auch durchaus gut hören lässt. Das überzeugendste Argument ist hier der Chorus, der mit schicken Oh oh oh Chören daherkommt.
Sehr interessant ist auch das folgende, sehr atmosphärische und abwechslungsreiche „Stone Heart“ wo die Jungs zeigen das sie auch diese Spielart sehr gut drauf haben.
 Mit dem Stampfer „Alive“, dem eingängigen „Night of the Storm“ und dem Titeltrack „Three Kings“ hält man dann weitere starke Tracks in der Folge parat und schafft es so spielend den Hörer über den Mittelteil zu geleiten.
Bei vollen 13 Tracks kommen wir nun erst so langsam in den letzten Abschnitt der Scheibe. In diesem geht es ein bisschen auf und ab was die Songqualität angeht, die Tracks die hier hervorstechen sind aber mit Sicherheit „I am the One“ und „B.Y.H“. Der Rest ist leider eher im soliden Mittelfeld anzusiedeln.

Anspieltipps:

Am Besten tönen hier noch der Opener “The Pain inside”, “Stone Heart”, “Night of the Storm”, “Three Kings” und “B.Y.H”.

Fazit :

STORMZONE haben mit ihrem neuen Album mit Sicherheit ein prima Package für alle NWOBHM Fans geschnürt. Mit einer ordentlicher Spielzeit und einigen starken Tracks hält man den Hörer hier gut bei der Stange. Auf die gesamte Spielzeit gesehen, ist mir der Anteil der mittelmäßigen Songs aber zu groß. Aber im Vergleich zum letzten Album “Zero to Rage” konnte man sich hier ein ganzes Stück steigern, wie ich finde! An der Produktion gibt es nicht viel auszusetzen und Fans des Genre kommen hier wie gesagt auf jeden Fall voll auf ihre Kosten.
Beim nächsten Mal würde ich aber wieder ein paar Songs weniger bevorzugen, dafür dann mit einer kompakteren und höheren Hitdichte. Dann klappt es auch mit einer Bewertung im Topbereich!

WERTUNG:





Trackliste:

01. The Pain inside
02. Spectre
03. Stone Heart
04. Alive
05. Night of the Storm
06. Beware in Time
07. Three Kings
08. The Pass Loning
09. I am the One
10. Wallbreaker
11. Never trust
12. B.Y.H
13. Out of Eden

Julian

Dienstag, 4. Januar 2011

Q5 - Steel The Light (Klassiker der Woche)


Band: Q5
Album: Steel The Light
Spielzeit: 37:03 min.
Stilrichtung: Heavy Metal, NWoBHM
Plattenfirma: Music For Nations
Veröffentlichung: 1985
Homepage: www.artistecard.com/q5

Totgesagte leben länger – das erfährt man speziell im Rockbusiness immer öfter. Unzählige Neuformierungen mehr oder minder erfolgreicher Kapellen „muss“ der Fan über sich ergehen lassen. Aber was ist, wenn sich eine Band reaktiviert, die man vielleicht bisher nicht oder nicht genug wahrgenommen hat? Tatsächlich kamen auch letztes Jahr die Gerüchte auf, dass die amerikanische Metalband Q5 einen neuen Deal mit Frontiers Records abgeschlossen haben – sogar eine offizielle Pressemitteilung gab es dazu. Mitte der Achtziger brachte der Fünfer aus Seattle zwei tolle Alben heraus, allen voran natürlich das 1985 veröffentlichte Debüt „Steel The Light“, dessen Titeltrack sich wohl auf ewig in die Gehirnwindungen festgebissen hat, wenn man ihn auch nur einmal gehört hat.

Die Geschichte von Q5 beginnt 1983 mit dem Zusammenschluss von Flyod Rose (guitars) und Jonathan Scott Palmerton (vocals, beide vormals THE CORE) sowie Rick Pierce (guitars), Evan Sheeley (bass) und Gary Thompson (drums), die allesamt von der ebenfalls in Seattle ansässigen Band TKO kamen. Als HEART-Manager Ken Kinnear auf die neue Band aufmerksam wurde, nahm er auch Q5 unter seine Fittiche. Für die Neuaufnahmen ihrer bereits vorhandenen Demos flog das Quartett nach Los Angeles, um in den Cherokee Studios ihr Debüt in Form zu bringen. Dieses wurde in den USA bereits 1984 über das kleine Indie-Label Albatross Records herausgebracht, ein Jahr später über Music For Nations und in Europa über Roadrunner Records.

Geboten wurde ein Mix aus alten IRON MAIDEN und Bands wie HEIR APPARENT oder ANGEL WITCH. Klassischer Achtziger Heavy Metal im damals zeitgenössischem Soundgewand. Der Opener „Missing In Action“ war ein Nackenbrecher erster Güte, bevor Q5 mit Stücken wie „Lonely Lady“ oder der herrlichen Ballade „Come And Gone“ eher in Hardrock bzw. AOR-Gefilde abbogen. Ebenfalls sehr hörenswert waren der an alte JUDAS PRIEST erinnernde Stampfer „Pull The Trigger“ oder das bedrohlich langsame „In The Night“. Allen voran aber war es das sechsminütige „Steel The Light“, was allen den Atem raubte. Ein wahrhaftiger Diskothekenhit – damals wie heute.

Nach einem zweiten Album brach die Band auseinander. 1999 wurde „Steel The Light“ zusammen mit dem Zweitwerk „When The Mirror Cracks“ von 1986 auf einer CD wiederveröffentlicht. Die beiden einzelnen Alben wurden 2010 erneut mit massig Bonustracks ausgestattet und neu aufgelegt. 2014 kam es erstmals zu einem Reunion-Gig auf dem Sweden Rock Festival und seither halten sich die Gerüchte um ein neues Album hartnäckig. Q5 war eine Band mit jeder Menge Potential, das sie sicher noch nicht komplett ausgereizt hatten. „Steel The Light“ aber ist wahrlich ein Klassiker der Achtziger, der auch heute noch so wuchtig und mitreißend daherkommt wie damals – und der titelgebende Song hätte eigentlich ein Megahit werden müssen.

Trackliste:

1. Missing In Action
2. Lonely Lady
3. Steel The Light
4. Pull The Trigger
5. Ain´t No Way To Treat A Lady
6. In The Light
7. Come And Gone
8. Rock On
9. Teenage Runaway

Stefan


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